{"id":112,"date":"2015-01-29T09:25:39","date_gmt":"2015-01-29T02:25:39","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/?p=112"},"modified":"2015-02-13T04:26:29","modified_gmt":"2015-02-12T21:26:29","slug":"anwalt-in-vietnam-oliver-massmann-pharmaindustrie-arzneimittelmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/2015\/01\/29\/anwalt-in-vietnam-oliver-massmann-pharmaindustrie-arzneimittelmarkt\/","title":{"rendered":"Anwalt in Vietnam Oliver Massmann Pharmaindustrie Arzneimittelmarkt"},"content":{"rendered":"<p>Vietnams Gesundheitssystem befindet sich momentan aufgrund des Wirtschaftswachstums und der schnellen Entwicklung des Landes im Allgemeinen im Umbruch.<br \/>\nVor zwanzig Jahren stand das Gesundheitswesen unter der alleinigen Kontrolle der Zentralregierung. Sp\u00e4ter wurde deutlich, dass neben staatlichen Subventionen noch weitere Mittel zur Finanzierung des Systems von N\u00f6ten waren.<br \/>\nInzwischen existiert ein aus drei Komponenten bestehendes System. Das Gesundheitswesen wird seitdem  entweder \u00fcber Regierungsmittel, aus der eigenen Tasche der Bev\u00f6lkerung oder mittels einer Krankenversicherung finanziert. Zudem ist die Geb\u00fchrenerhebung f\u00fcr Arme aufgehoben worden. Dennoch stammen die meisten Krankenhauseinnahmen aus privaten Zahlungen. Im Gegensatz zu anderen asiatischen L\u00e4ndern wendet Vietnam sehr viele Mittel f\u00fcr die Gesundheitsversorgung auf. Die Ausgaben hierf\u00fcr umfassen etwa 5% bis 6% des Bruttoinlandsproduktes. Besonders beachtlich ist der Unterschied zwischen \u00f6ffentlichen und privaten Ausgaben. W\u00e4hrend der Privatwirtschaft fast drei Viertel der Ausgaben zugerechnet werden, erbringt der \u00f6ffentliche Sektor nur ein Viertel davon.<br \/>\n Obwohl Vietnam einem fortw\u00e4hrenden Fortschritt untersteht, ist es dringend n\u00f6tig, das Gesundheitssystem weiter auszubauen. Das Land behauptet, viele ansteckende Krankheiten beseitigt zu haben. Dennoch verursachen Malaria, Trachom, Tuberkulose und Cholera, Poliomyelitis und Typhus noch immer eine hohe Todesrate. Im Jahr 2003 brach SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) aus und verursachte schwere Folgen.<br \/>\nEin Grund f\u00fcr die Krankheiten ist die mangelnde Hygiene und Aufkl\u00e4rung der Bev\u00f6lkerung. Die Regierung hat sich f\u00fcr die Vornahme der gew\u00f6hnlichen Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Polio-Myelitis, Tuberkulose und sogar Masern ausgesprochen. Kommunale Heilzentren wurden etabliert und zudem wurde die Aufkl\u00e4rungsarbeit gef\u00f6rdert. Hiervon war der Hinweis, sauberes Wasser und gewaschene Lebensmittel zu sich zu nehmen, und die Lebensbedingungen im Allgemeinen den gew\u00f6hnlichen westlichen Standards anzupassen, umfasst.<br \/>\n Die Regierung hat auch ein Programm f\u00fcr die Ausrottung von Ratten, M\u00fccken und Fliegen erlassen. Dank einiger Verbesserungen in den letzten Jahren ist die Lebenserwatung gestiegen und die Rate der Kindersterblichkeit auf 3,4% gesunken. Hierbei handelt es sich aber dennoch um eine relative hohe Rate. Zudem existieren weiterhin eine Menge F\u00e4lle chronischer Unterern\u00e4hrung, insbesondere bei den ethnischen Minderheiten in den abgelegenen Regionen und dem Bergland.<br \/>\nAuch HIV und Aids stellen ein gro\u00dfes Problem dar. Sch\u00e4tzungsweise 215.000 Menschen sind HIV positiv. Hiervon handelt es sich bei ca. 8.500 Personen um Kinder im Alter zwischen 0 und 15 Jahren. Es gibt ca. 22.000 Waisen, die ihre Eltern wegen AIDS verloren haben.<br \/>\n Die Ausbreitung der Krankheit ist zum einen auf intraven\u00f6sen Drogenkonsum und zum anderen auf ungesch\u00fctzten Geschlechtsverkehr zur\u00fcckzuf\u00fchren, der nicht zuletzt von vielen Frauen beruflich vorgenommen wird. Diesbez\u00fcglich haben die Regierung, die Partei und die Nationalversammlung mit Programmen zur F\u00f6rderung von Pr\u00e4vention und Kontrolle begonnen. Vietnam ist auch eines der 15 L\u00e4nder, die im Rahmen eines globalen AIDS Bek\u00e4mpfungsplans Mittel erhalten, der US$ 15 Milliarden umfasst.<!--more--><\/p>\n<p>In Vietnam gibt es nach wie vor andere \u00fcbertragbare Krankheiten. Hierzu zaehlen Hepatitis B, parasit\u00e4re Erkrankungen, akute Entz\u00fcndungen der Atemwege, Tuberkulose, Dengue-Fieber und Japanische Enzephalitis, etc. Sie verursachen ca. 30% der Todesf\u00e4lle. Zudem nehmen nicht \u00fcbertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes stetig zu. Der Missbrauch von Tabak, Alkohol und Drogen ist weiter verbreitet als fr\u00fcher. Ph\u00e4nomene wie Selbstmord, Gewalt und psychische Krankheiten sind auf dem Vormarsch.<br \/>\n Viele Unterschiede beruhen in den diversen Bev\u00f6lkerungsgruppen auf den unterschiedlichen Lebensbedingungen, die insbesondere in den l\u00e4ndlichen Gegenden schlechter sind. Einige Menschen leiden noch immer unter Auswirkungen des Dioxin-Einsatzes, der Krebs, Fehl- und Totgeburten verursacht hat. Dar\u00fcber hinaus befinden sich in den l\u00e4ndlichen Gebieten immer noch eine gro\u00dfe Anzahl von nicht ger\u00e4umten Sprengk\u00f6rpern und Landminen.<br \/>\n a)Gesundheitsf\u00f6rderung und Gesundheitsprogramme<br \/>\nFast alle Krankenh\u00e4user in Vietnam sind in staatlichem Besitz. Die Versicherung ist f\u00fcr die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung zu teuer. Zwar ist der Arbeitgeber verpflichtet, 15% des Einkommens eines Arbeitnehmers inklusive bestimmter Zulagen in eine Sozialversicherungskasse zu zahlen und muss zudem 2% des Gesamtbetrags des Gehalts erbringen. Aber auch der Arbeitnehmer muss 5% des Gehalts und bestimmte Zulagen erbringen.<br \/>\n Insgesamt ist das Konzept der Krankenversicherung in Vietnam relativ neu. Krankenversicherungen wurden von der Regierung erst 1992 eingef\u00fchrt. Zwingend zu versichern sind alle aktiven und pensionierten Arbeitnehmer im \u00f6ffentlichen Sektor und alle Arbeitnehmer in privaten Unternehmen mit 10 oder mehr Besch\u00e4ftigten. Der Beitragssatz liegt bei 3% des Gehalts, wovon der Arbeitgeber 2% und der  Arbeitnehmer 1% zu erbringen hat.<br \/>\n Krankenversicherungen f\u00fcr Kinder und Bauern k\u00f6nnen freiwillig abgeschlossen werden. Die Regierungssysteme umfassen auch die Ausgabe kostenloser Gesundheitskarten f\u00fcr Arme. Jedoch werden zugleich immer noch informelle Geb\u00fchren erhoben, die sich insbesondere auf die Schw\u00e4cheren in der Bev\u00f6lkerung negativ auswirken. Die Leistungen der Krankenversicherungen entsprechen nat\u00fcrlich noch nicht den westlichen Standards. Ein besonderes Problem stellt die lange Verz\u00f6gerung bei der Zahlungsregulierung dar. 2001 hat die Regierung eine &#8220;Strategie f\u00fcr die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung&#8221; entwickelt, die zwei Aspekte umfasst: Die Sanierung des Krankenversicherungssystems zur Regelung der finanziellen Beziehungen zwischen den Nutzern und Anbietern und die Suche nach neuen Ans\u00e4tzen zur St\u00e4rkung der Qualit\u00e4t und Effizienz der Pflegedienste.<br \/>\n b)Marktentwicklung<br \/>\nDie \u00f6ffentlichen Ausgaben f\u00fcr das Gesundheitswesen machen nur 1% des Bruttosozialproduktes und h\u00f6chstens 20% des Einkommens aus dem Gesundheitswesen aus. Das Gesundheitssystem wird insoweit von der Erhebung illegaler Geb\u00fchren untergraben. 80% des Umsatzes wird aus der eigenen Tasche der Bev\u00f6lkerung gezahlt, was etwa US$ 23 pro Kopf betr\u00e4gt. Zudem werden viele Medikamente und Placebos illegal verkauft. Heute gibt es rund 800 Gro\u00dfhandelsunternehmen. Die Unterhaltungskosten dieser Unternehmen sind relativ teuer und betragen durchschnittlich 4% bis 14% des Umsatzes. In den meisten Provinzen und gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten befinden sich Krankenh\u00e4user und Apotheken. Private und \u00f6ffentliche Apotheken sind im ganzen Land verstreut. Sie verkaufen in der Regel sowohl lokale als auch internationale Produkte. Ihre Anzahl bel\u00e4uft sich auf 41.500. Die Ausbildung zum Apotheker dauert je nach Ausbildungssystem 1 Jahr, 3 Jahre oder 5 Jahre. Leider bestehen keine Ausbildungsstandards und jede dieser Ausbildungen erlaubt es, eine Apotheke zu er\u00f6ffnen.<br \/>\n c)Markthindernisse<br \/>\nTrotz des WTO-Beitritts bestehen immer noch einige Markthindernisse f\u00fcr Investoren. Unter diese Hindernisse fallen etwa die mangelhafte Infrastruktur, die schlechte Ausbildung der Bev\u00f6lkerung und die noch nicht vollst\u00e4ndig vorgenommene Umsetzung der WTO-Vereinbarungen. Ein Problem liegt auch darin, dass die Arzneimittelpreise nicht variieren. Dies bewegt die Krankenh\u00e4user dazu, nur bei staatseigenen Unternehmen zu kaufen. Weitere Schwierigkeiten bereitet die Vermarktung eines Produkts. Beispielsweise bedarf die Schaltung eines Werbespots einer besonderen Genehmigung. Verschreibungspflichtige Mittel, die in der Regel sowieso nur vom Staat ver\u00e4u\u00dfert werden, d\u00fcrfen nur in Fachzeitschriften angepriesen werden. Andere Formen der Werbung d\u00fcrfen erst nach der Teilnahme an Schulungen und Seminaren vorgenommen werden. Da Gro\u00dfh\u00e4ndler in Krankenh\u00e4usern nicht werben d\u00fcrfen, ist es \u00fcblich, dass Agenten die Werbung \u00fcbernehmen.<br \/>\n d)Naturheilkunde und alternative Medizin<br \/>\nZudem vertrauen viele Vietnamesen nur der traditionellen Medizin.<br \/>\nEs bestehen im Wesentlichen drei Arten der alternativen Medizin: Die n\u00f6rdliche, von China gepr\u00e4gte  Medizin (thuoc Bac), die s\u00fcdliche Medizin (thuoc Nam) und die westliche Medizin (thuoc Tay). Die Philosophie der Nordmedizin basiert auf der Yin-Yang-Lehre. Die Elemente dieser Lehre sind materieller und moralischer Natur und repr\u00e4sentieren das gesamte Universum. Ying ist das weibliche, passive Element w\u00e4hrend Yang das aktive, m\u00e4nnliche Element ist. Der menschliche K\u00f6rper wird als Mikrokosmos im Universum verstanden, der seine inneren Funktionen an externe Kr\u00e4fte und die Natur anpassen muss. Die grundlegende Idee ist, die Harmonie des Menschen mit der Natur herzustellen, was zugleich die Grundlage der Medizin bildet.<\/p>\n<p>In der s\u00fcdlichen Medizin erfolgt die Behandlung mithilfe tropischer Pflanzen und Tiere. Einige dieser traditionellen Arzneimittel haben sich als \u00e4u\u00dferst wirksam bei der Heilung von Ruhr, Arthritis, Gastritis, Magengeschw\u00fcren, Herz-Erkrankungen, Influenza und hohem Blutdruck erwiesen und haben zudem den Vorteil, nur geringe Kosten zu verursachen. Die Heilmethode der westlichen Medizin basiert auf dem Umgang mit gef\u00e4hrlichen Geistern. Vietnamesisch \u00c4rzte verlassen sich auf eine aus vier Schritten bestehende Diagnose: Besichtigung, auditive Wahrnehmung, Befragung des Patienten und Pulsmessung. Vietnamesische Patienten stehen einer konkreten Befragung \u00fcber ihre medizinische Vorgeschichte und Symptome dagegen eher misstrauisch gegen\u00fcber.<br \/>\n Die traditionelle Medizin hat einen gro\u00dfen Marktanteil. Fast 17% des Pharma- und Gesundheitsumsatzes stammt aus der traditionellen Medizin. Es gibt rund 250 Hersteller von Produkten f\u00fcr die alternative Medizin und 450 private Unternehmen, die traditionelle Medizin praktizieren. Die Produzenten sind sogar im Export erfolgreich.<br \/>\n Dem gro\u00dfen Misstrauen gegen\u00fcber moderner und der Verehrung der traditionellen Medizin sollten sich ausl\u00e4ndische Investoren stets bewusst sein.<br \/>\n e)Positive Entwicklung nach dem WTO-Beitritt<br \/>\nNach dem WTO-Abkommen wurde eine erhebliche Lockerung der bislang begrenzten Vertriebsrechte in Vietnam erwartet und zumindest teilweise im Jahr 2009 realisiert.  Zuvor zeichnete sich Vietnams Vertriebsstruktur durch staatliche Beschr\u00e4nkungen und B\u00fcrokratie aus: Nur die im Inland operierenden Unternehmen konnten ihre Produkte selbst vertreiben. Alle importierten Arzneimittel mussten \u00fcber ein lokales, staatliches Unternehmen oder \u00fcber ein zur Einfuhr berechtigtes Unternehmen eingef\u00fchrt werden. Den Importunternehmen war es somit nur erlaubt, ausl\u00e4ndische Produkte von staatlichen Unternehmen zu kaufen. Danach konnten sie die eingef\u00fchrten Waren an Apotheken weiterverkaufen. Nur in seltenen F\u00e4llen hatten sie auch die Chance, sie direkt an Krankenh\u00e4user zu vertreiben. Dies lag daran, dass Krankenh\u00e4user &#8211; obwohl sie ein gewisses Budget haben, das zu 50% von der Regierung gestellt wird &#8211; nur \u00fcber 15% ihres Budgets frei verf\u00fcgen konnten.<br \/>\n Das zeitgleich mit dem WTO-Beitritt im Jahr 2007 neuverabschiedete Gesetz brachte eine erste positive Entwicklung. Es hat den Anspruch, gleiche Bedingungen f\u00fcr nationale und internationale Unternehmen im Land herzustellen. Seit 2009 ist die Errichtung hundertprozentiger Auslandsfirmen m\u00f6glich. Auch ausl\u00e4ndische Hersteller und Gro\u00dfh\u00e4ndler sind demnach neuerdings in der Lage, Arzneimittel ohne die Hilfe von Vermittlern zu vertreiben. Ausl\u00e4ndische Unternehmen k\u00f6nnen also auch Niederlassungen in Vietnam er\u00f6ffnen, die das Recht haben, Waren einzuf\u00fchren und zu handeln.<br \/>\nIm Zusammenhang mit dem Verkauf von Placebos ist es zu begr\u00fc\u00dfen, dass im Jahr 2005 Regelungen zum Wettbewerbsrecht eingef\u00fchrt wurden und die Rechte am geistigen Eigentum unter einen besseren Schutz gestellt wurden.<br \/>\n f)Rahmenbedingungen, Vor- und Nachteile f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investoren<br \/>\nF\u00fcr Investoren bietet Vietnam in der Pharmaindustrie v. a. folgende Vorteile:  Neben der sehr g\u00fcnstigen geographischen Lage Vietnams im Zentrum von S\u00fcdostasien, ist das Land auch als politisch stabil zu bezeichnen. Die wirtschaftliche Situation verbessert sich fortw\u00e4hrend, wobei die Lohnkosten noch sehr gering sind.<\/p>\n<p>Im Jahr 1992 wurde der Aufbau der ASEAN-Freihandelszone (AFTA) mit dem Ziel der Schaffung von Freihandelszonen innerhalb der ASEAN Staaten, China und  ggf. Indien in Angriff genommen. Diese wird bis 2015 durchgesetzt sein. Vietnam ist seit 1995 Mitglied der ASEAN-Staaten und im Jahr 1996 wurde es Mitglied der AFTA. Eine weitere positive Entwicklung ist die f\u00fcr 5 Jahre nach dem WTO-Beitritt geplante Steuersenkung des Steuersatzes auf 2,5% f\u00fcr Arzneimittel. Der Steuersatz auf kosmetische Mittel wird von 44% auf 17,9% gesenkt.<br \/>\n Vietnam importiert noch immer viele Medikamente wie beispielsweise antibakterielle Mittel und Antibiotika. Diese Arzneimittel spielen sowohl bei der Pr\u00e4vention und Behandlung von Krankheiten als auch im Rahmen der Lieferung von Rohmaterialien f\u00fcr die Industrie auf dem Land eine wichtige Rolle. Die spezifischen Pharmazeutika sind in Vietnam immer noch selten und kommen vor allem aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Daher bietet es sich f\u00fcr Investoren an, die Produktion derselben im Land vorzunehmen.  Im Land steigt auch die Anzahl lokaler Unternehmen. Vietnam verf\u00fcgt \u00fcber 180 Arzneimittelfabriken, von denen nur 25% auslandsfinanziert sind.   Ein weiterer positiver Gesichtspunkt f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investoren ist, dass die Regierung die Zusammenarbeit in- und ausl\u00e4ndischer Unternehmen f\u00f6rdert, um die Einhaltung internationaler Standards zu gew\u00e4hrleisten. Seit diesem Entschluss der Regierung sind ausl\u00e4ndische Investitionen in der Branche im Wachstum begriffen. Das Wachstumspotenzial ergibt sich v. a. daraus, dass Vietnam eine gro\u00dfe Bev\u00f6lkerungsanzahl, aber bislang sehr niedrige Pro-Kopf-Ausgaben f\u00fcr Arzneimittel hat, die namentlich weniger als 10 US-Dollar pro Jahr betragen.<br \/>\n Die wirtschaftliche Wachstumsrate von 2007 \u00fcbertraf 8,5%. Die industrielle Produktion hat sich mit US$ 35,9 Billionen um 17% verbessert. Die Gesamtausfuhren betrugen US$ 48,4 Billionen, also ein Wachstum von 21,7% und die Zahl der ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen hat sich fast verdoppelt. Ihr Hoechststand lag bei US$ 20,2 Millionen. Unter diesen Gesichtspunkten wird der Profit des Pharmamarktes voraussichtlich bis 2011 auf ca. US$ 1,15 Milliarde steigen.<br \/>\n g)Gesetzgebung und Voraussetzung f\u00fcr den Erhalt von Lizenzen<br \/>\nDie Er\u00f6ffnung einer Apotheke ist schwerf\u00e4llig. Die Beantragung der Lizenz kann Monate in Anspruch nehmen. Problematisch ist insbesondere, dass jedes einzelne, zu vertreibende Arzneimittel registriert werden muss und bislang nur von lokalen Herstellern und lokalen Importfirmen beantragt werden durfte.<br \/>\n Dagegen sind die Geb\u00fchren der Lizenz mit nur US$ 2000 relativ gering. F\u00fcr die Registrierung eines Unternehmens m\u00fcssen zwei Zertifikate genehmigt werden. F\u00fcr den Verkauf handelt es sich hierbei um ein so genanntes FSC-Zertifikat (\u201cFSC\u201d) und f\u00fcr die Herstellung ein so genanntes Good Manufacturing Practices (\u201cGMP\u201d) Zertifikat.  Das GMP kann durch das Zertifikat des Arzneimittelproduktes (\u201cCPP\u201d) ersetzt werden. Au\u00dferdem muss das Produkt bei dem Institut f\u00fcr Qualit\u00e4t und Kontrolle einer Stichproben\u00fcberpr\u00fcfung unterzogen werden.<br \/>\n Die Antr\u00e4ge m\u00fcssen in englischer oder franz\u00f6sischer Sprache und zus\u00e4tzlich in vietnamesisch gestellt werden. In der vietnamesischen Verwaltung gibt es eine separate Pharmaabteilung, die f\u00fcr die Erteilung und den Widerruf der Lizenzen zust\u00e4ndig ist.<br \/>\n Die Zulassung von Arzneimitteln ist im Vergleich zu anderen asiatischen Staaten ziemlich einfach und schnell zu erreichen. Die G\u00fcltigkeit einer Lizenz h\u00e4ngt insgesamt von der Nachfrage ab. Eine Lizenz f\u00fcr 5 Jahre wird daher in der Regel f\u00fcr ein Produkt erteilt, das nicht vor Ort produziert wird, aber eine hohe Nachfrage hat. Eine 3-Jahres-Lizenz wird f\u00fcr ausl\u00e4ndische Erzeugnisse mit einem hohen Bedarf ausgestellt, die auf lokaler Ebene nicht in angemessenen Mengen herstellbar sind. Insgesamt m\u00fcssen f\u00fcr die Zulassung eines neuen Arzneimittels 4 Berichte, namentlich ein rechtlicher, ein toxikologischer, ein experimenteller und ein klinischer Bericht vorgelegt werden.<br \/>\n Die wichtigste Zulassungsstelle f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investoren ist das Ministerium f\u00fcr Planung und Investitionen (\u201cMPI\u201d). Das MPI ist f\u00fcr die Zuteilung von Lizenzen f\u00fcr erhebliche Investitionen ausl\u00e4ndischer Investoren verantwortlich, wobei daneben ggf. zus\u00e4tzlich die Genehmigung von anderen staatlichen Stellen wie der Pharmaabteilung erforderlich sein kann. Derzeitig sind \u00fcber 300 ausl\u00e4ndische Unternehmen auf dem Markt. Die meisten haben nur ein Repr\u00e4sentationsb\u00fcro. Insbesondere Indien und S\u00fcdkorea verf\u00fcgen \u00fcber einen besonders gro\u00dfen Marktanteil. Die Zahl der potenziellen Konkurrenten steigt aber j\u00e4hrlich um ca. 5 bis 10%. Zumal lokal hergestellte Produkte gr\u00f6\u00dftenteils staatseignen Firmen geh\u00f6ren, sind die Preise sehr niedrig. Da die f\u00fcr die Produktion n\u00f6tigen Rohmaterialien importiert werden m\u00fcssen, sind auch lokale Firmen gerne zur Kooperation bereit.<br \/>\n h)Schlussbetrachtung<br \/>\nDer anhaltende wirtschaftliche Aufschwung in Vietnam und die Liberalisierung des Marktes nach dem WTO-Beitritt k\u00f6nnte zugleich ein neues profitables Fertigungs- und Vertriebspotenzial f\u00fcr die westlichen Unternehmen darstellen. Mit Ausnahme der lokalen Industrie gibt es noch nicht viele Wettbewerber auf dem Markt. Um Investoren anzulocken ist es aber unbedingt n\u00f6tig, die Infrastruktur Vietnams zu verbessern. Gl\u00fccklicherweise gibt es bereits Pl\u00e4ne f\u00fcr die Einf\u00fchrung einer U-Bahn und f\u00fcr einen neuen Flughafen in Ho Chi Minh City.<br \/>\nUm die Arzneimittelindustrie im Konkreten voranzutreiben, muss die Regierung noch weitere Modernisierungsma\u00dfnahmen f\u00fcr die Industrie in Angriff nehmen. Hierzu geh\u00f6rt der Auf- und Ausbau der Industrie von pharmazeutisch-chemischen Stoffen und Wirkstoffen aus Heilpflanzen, die F\u00f6rderung des Gesundheitssystems und eines vern\u00fcnftigen und sicheren Medikamentenkonsums. Zudem muss versucht werden, gegen die illegale Verbreitung nicht registrierter Arzneimittel vorzugehen.<\/p>\n<p>Bitte kontaktieren Sie den Autor Oliver Massmann direkt unter omassmann@duanemorris.com wenn Sie Fragen haben. Oliver Massmann ist der Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.<\/p>\n<p>INTERESSE AN VIETNAM? Besuchen Sie: www.vietnamlaws.xyz<\/p>\n<p>VIELEN DANK!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vietnams Gesundheitssystem befindet sich momentan aufgrund des Wirtschaftswachstums und der schnellen Entwicklung des Landes im Allgemeinen im Umbruch. Vor zwanzig Jahren stand das Gesundheitswesen unter der alleinigen Kontrolle der Zentralregierung. Sp\u00e4ter wurde deutlich, dass neben staatlichen Subventionen noch weitere Mittel zur Finanzierung des Systems von N\u00f6ten waren. 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