{"id":509,"date":"2017-03-10T09:29:39","date_gmt":"2017-03-10T02:29:39","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/?p=509"},"modified":"2017-03-10T09:29:39","modified_gmt":"2017-03-10T02:29:39","slug":"rechtsanwalt-in-vietnam-oliver-massmann-offentlich-private-partnerschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/2017\/03\/10\/rechtsanwalt-in-vietnam-oliver-massmann-offentlich-private-partnerschaften\/","title":{"rendered":"Rechtsanwalt in Vietnam Oliver Massmann \u00d6FFENTLICH-PRIVATE PARTNERSCHAFTEN"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00dcBERBLICK<\/strong><\/p>\n<p>Moderne und effiziente Infrastruktur ist entscheidende Voraussetzung f\u00fcr ein best\u00e4ndiges Wirtschaftswachstum und senkt die Kosten f\u00fcr alle Investoren, die in Vietnam Gesch\u00e4ften nachgehen wollen. Ein rasantes Wirtschaftswachstum und eine zunehmende Urbanisierung lassen das Bed\u00fcrfnis nach Stra\u00dfen, H\u00e4fen, einer verl\u00e4sslichen Elektrizit\u00e4ts-, M\u00fcll- und Abwasserentsorgung, Krankenh\u00e4usern und sonstigen \u00f6ffentliche Versorgungseinrichtungen, wie auch nach G\u00fctern und Dienstleistungen ansteigen. Die staatliche Ausgaben werden aber wohl nur 50% des Infrastrukturbedarfs decken k\u00f6nnen. In absoluten Zahlen wird das zur Verf\u00fcgung gestellte Budget in den Jahren 2011-2020 bei etwa 170 Milliarden USD liegen.<a name=\"_ftnref1\"><\/a><a href=\"https:\/\/urldefense.proofpoint.com\/v2\/url?u=https-3A__3c.gmx.net_mail_client_mailbody_tmai14a9e526c07e8237_true-23-5Fftn1&amp;d=DwMFaQ&amp;c=Uk4MC68c_p3FA5jX7N-Q91WDvpli5Y9kf-6DmZwtkEI&amp;r=Yw0PPS0Zd9VYZKFJQVh49aIkK__i-Bsst2OZaFPrSbY&amp;m=KY1XfeGlFogd5ZE3o2VDhBZAxGts_yr0-ot7Um4eJE0&amp;s=vuB-Vy7CbjuvKiAZQz2JmJL44ECCosteG4dJ7UplYyk&amp;e=\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Die \u00fcbrigen ben\u00f6tigten Gelder m\u00fcssen aus anderen Quellen bezogen werden, wie z.B. aus \u00f6ffentlich-privaten Partnerschaften (\u00d6PP).<\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren vollzog die vietnamesische Regierung sehr strikt Gesetzesreformen mit dem Zweck, ausl\u00e4ndische und private Investitionen in dem eigenen Land zu f\u00f6rdern. Im Jahr 2015 wurden von der Regierung zwei seit langem erwartete Dekrets zu dem Thema \u00d6PP erlassen. Dabei handelte es sich um das Dekret 15 f\u00fcr \u00d6PP (das \u00d6PP- Dekret)<a name=\"_ftnref2\"><\/a><a href=\"https:\/\/urldefense.proofpoint.com\/v2\/url?u=https-3A__3c.gmx.net_mail_client_mailbody_tmai14a9e526c07e8237_true-23-5Fftn2&amp;d=DwMFaQ&amp;c=Uk4MC68c_p3FA5jX7N-Q91WDvpli5Y9kf-6DmZwtkEI&amp;r=Yw0PPS0Zd9VYZKFJQVh49aIkK__i-Bsst2OZaFPrSbY&amp;m=KY1XfeGlFogd5ZE3o2VDhBZAxGts_yr0-ot7Um4eJE0&amp;s=9PPlj7D0GG6oKBBDwcuYtJe9IB0HyiSA9KfiX5kpVdA&amp;e=\"><sup>[2]<\/sup><\/a> und Dekret 30, das die Investorenauswahl bei \u00d6PP-Projekten (Dekret 30) regelt.<a name=\"_ftnref3\"><\/a><a href=\"https:\/\/urldefense.proofpoint.com\/v2\/url?u=https-3A__3c.gmx.net_mail_client_mailbody_tmai14a9e526c07e8237_true-23-5Fftn3&amp;d=DwMFaQ&amp;c=Uk4MC68c_p3FA5jX7N-Q91WDvpli5Y9kf-6DmZwtkEI&amp;r=Yw0PPS0Zd9VYZKFJQVh49aIkK__i-Bsst2OZaFPrSbY&amp;m=KY1XfeGlFogd5ZE3o2VDhBZAxGts_yr0-ot7Um4eJE0&amp;s=Xl1ZnHxX4dJ1T8VofwKuAEGjuOUs7LmZZ_9-mUgsGLk&amp;e=\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Durch dieses wurde das bisher geltende Recht, das im Zusammenhang mit BOT (Build-Operate-Transfer) &#8211; Vertr\u00e4gen und Pilot-\u00d6PP steht, abgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Seitdem diese Dekrets in Kraft getreten sind, wurden bereits eine Bekanntmachung des Premierministers und acht Durchf\u00fchrungsbestimmungen erlassen. Diese enthielten umfangreiche und detaillierte Bestimmungen bez\u00fcglich einer Vielzahl von Aspekten. Darunter eine Methode zur Durchf\u00fchrung von Machbarkeitsstudien von \u00d6PP-Projekten und Regelungen f\u00fcr den Registrierungsprozess von \u00d6PP. Nichtsdestotrotz sind Gesetzesl\u00fccken und Widerspr\u00fcche leider noch verblieben.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der letzten 20 Jahre gab es vereinzelt erfolgreiche Projekte. Dazu z\u00e4hlen eine Hand voll Energiekraftwerke, die von bereits existenten BOT-Projekten \u00fcbernommen wurden.<a name=\"_ftnref4\"><\/a><a href=\"https:\/\/urldefense.proofpoint.com\/v2\/url?u=https-3A__3c.gmx.net_mail_client_mailbody_tmai14a9e526c07e8237_true-23-5Fftn4&amp;d=DwMFaQ&amp;c=Uk4MC68c_p3FA5jX7N-Q91WDvpli5Y9kf-6DmZwtkEI&amp;r=Yw0PPS0Zd9VYZKFJQVh49aIkK__i-Bsst2OZaFPrSbY&amp;m=KY1XfeGlFogd5ZE3o2VDhBZAxGts_yr0-ot7Um4eJE0&amp;s=ywukDAU6nk2R6dKwRGV-TCPBEnMJIvYDpDwCWo4WdU4&amp;e=\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Allerdings blieben erfolgreiche private Investitionen in dem Sektor der \u00f6ffentlichen Infrastrukturversorgung, insbesondere in Form einer \u00d6PP, eher die Ausnahme. Die wenigen Erfolgsgeschichten solcher BOT oder \u00d6PP Investitionsprojekte, basierten zumeist auf relativ einfachen Basisprojektvertr\u00e4gen oder Vereinbarungen mit der Regierung, die, obwohl sie marktgerecht sind, in Anbetracht der Risikoverteilung und rechtlichen Durchsetzbarkeit unzureichend sind und nicht ausreichen, um eine Basis f\u00fcr ein nennenswerten Investitions- und Finanzierungszuwachs aus dem Ausland zu schaffen.<\/p>\n<p>Aufgrund von Schwierigkeiten mit den derzeitigen \u00d6PP-Gesetzen haben Investoren, besonders solche aus dem Ausland, in mehreren F\u00e4llen entweder (i) bei ihren Investitionsprojekten auf das Investitionsgesetz vertraut oder (ii) ein build-transfer (BT) Projekt durchgef\u00fchrt, wobei der Bau der Infrastrukturprojekte (meistens Autobahnen) durch die Regierung dadurch entlohnt wurde, dass dem Investor das Recht zugesichert worden war, ein privates Projekt, in der Regel ein Projekt f\u00fcr Stadtentwicklung oder ein Wohnungsbauprojekt, umsetzen zu k\u00f6nnen.<a name=\"_ftnref5\"><\/a><a href=\"https:\/\/urldefense.proofpoint.com\/v2\/url?u=https-3A__3c.gmx.net_mail_client_mailbody_tmai14a9e526c07e8237_true-23-5Fftn5&amp;d=DwMFaQ&amp;c=Uk4MC68c_p3FA5jX7N-Q91WDvpli5Y9kf-6DmZwtkEI&amp;r=Yw0PPS0Zd9VYZKFJQVh49aIkK__i-Bsst2OZaFPrSbY&amp;m=KY1XfeGlFogd5ZE3o2VDhBZAxGts_yr0-ot7Um4eJE0&amp;s=Pi6RR-x4cQcPAEAsmehlBtou2mmX6cUzEHclVzHVA9s&amp;e=\"><sup>[5]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Trotz der Schwierigkeiten mit dem \u00d6PP-Dekret, wurden mit Dekret 30 und seinen Umsetzungsregularien ein wichtiger gesetzlicher Rahmen geschaffen, der aber an sich noch nicht dazu ausreicht, dass von jetzt an erfolgreiche privat finanzierte Infrastrukturprojekte durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. In diesem Kapitel wird es um die folgenden Vorschl\u00e4ge gehen, die das \u00d6PP-Programm in Vietnam vorantreiben sollen:<\/p>\n<ul>\n<li>Initiierung einer Vielzahl von wahrnehmbaren Projekten<\/li>\n<li>Verbesserung der Leistungsf\u00e4higkeit und Zusammenarbeit von Regierungsbeh\u00f6rden<\/li>\n<li>Einf\u00fchrung eines Vergabeverfahren f\u00fcr das viability gap funding (VGF),<\/li>\n<li>Vereinheitlichung der detaillierten gesetzlichen Regulierungen von \u00d6PP-Programmen in Vietnam<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Initiierung EINER VIELZAHL WAHRNEHMBARER PROJEKTE <\/strong><\/p>\n<p>Zust\u00e4ndige Ministerien: Ministerium f\u00fcr Planung und Investitionen (MPI), autorisierte staatliche Einrichtungen und andere wichtige Beh\u00f6rden<\/p>\n<p><strong>Themendarstellung<\/strong><\/p>\n<p>Der endg\u00fcltige Erfolg des \u00d6PP-Dekrets und des soliden Gesetzesreformprozesses der letzten f\u00fcnf Jahre in Vietnam h\u00e4ngt haupts\u00e4chlich davon ab, dass die Regierung umsetzbare Projekte ins Leben ruft und voranbringt. Um die Vertrauensw\u00fcrdigkeit von Vietnam als Standort f\u00fcr \u00d6PP-Projekte zu sichern, ist es aus unserer Sicht essentiell, dass eine kleine Anzahl von \u00d6PP-Projekten ausgemacht und priorisiert wird und so schnell wie m\u00f6glich als \u00d6PP-Projekte f\u00fcr den Markt \u00f6ffentlich ausgeschrieben werden.<\/p>\n<p>Seit dem Beschluss 631 des Premierminister aus dem Jahr 2014,<a name=\"_ftnref6\"><\/a><a href=\"https:\/\/urldefense.proofpoint.com\/v2\/url?u=https-3A__3c.gmx.net_mail_client_mailbody_tmai14a9e526c07e8237_true-23-5Fftn6&amp;d=DwMFaQ&amp;c=Uk4MC68c_p3FA5jX7N-Q91WDvpli5Y9kf-6DmZwtkEI&amp;r=Yw0PPS0Zd9VYZKFJQVh49aIkK__i-Bsst2OZaFPrSbY&amp;m=KY1XfeGlFogd5ZE3o2VDhBZAxGts_yr0-ot7Um4eJE0&amp;s=CwnXZB3vVjOzoSuC1Jmnj8W84PaiktC9dI0BlFo3SEE&amp;e=\"><sup>[6]<\/sup><\/a> der 127 inl\u00e4ndische Projekte mit Investitionsbedarf aufz\u00e4hlt, von denen ungef\u00e4hr 35 daf\u00fcr vorgesehen sind, als \u00d6PP-Projekt umgesetzt zu werden, bis heute, wurde von der Regierung noch keine neue, aktualisierte Liste mit potenziellen \u00d6PP-Projekten offiziell herausgegeben. Am 28. September 2016 wurde aber dar\u00fcber berichtet, dass das MPI eine Liste mit 108 Priorit\u00e4tsprojekten an das B\u00fcro des Premierministers \u00fcbergeben hat, damit dieser sie pr\u00fcfen kann (der Inhalt dieser Liste ist allerdings nicht vollst\u00e4ndig \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich).<a name=\"_ftnref7\"><\/a><a href=\"https:\/\/urldefense.proofpoint.com\/v2\/url?u=https-3A__3c.gmx.net_mail_client_mailbody_tmai14a9e526c07e8237_true-23-5Fftn7&amp;d=DwMFaQ&amp;c=Uk4MC68c_p3FA5jX7N-Q91WDvpli5Y9kf-6DmZwtkEI&amp;r=Yw0PPS0Zd9VYZKFJQVh49aIkK__i-Bsst2OZaFPrSbY&amp;m=KY1XfeGlFogd5ZE3o2VDhBZAxGts_yr0-ot7Um4eJE0&amp;s=aU1NVR_f6C58d-N30477tSBZP_-Y2VokhMRjVm9Uj8E&amp;e=\"><sup>[7]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Wenn eine solche Liste ver\u00f6ffentlicht werden wird, wird man sehen m\u00fcssen, wie die Regierung sich die Strukturierung und Finanzierung solcher Projekte vorstellt und wie diese Projekte durch staatliches Kapital oder andere Mitteln unterst\u00fctzt werden sollen.<a name=\"_ftnref8\"><\/a><a href=\"https:\/\/urldefense.proofpoint.com\/v2\/url?u=https-3A__3c.gmx.net_mail_client_mailbody_tmai14a9e526c07e8237_true-23-5Fftn8&amp;d=DwMFaQ&amp;c=Uk4MC68c_p3FA5jX7N-Q91WDvpli5Y9kf-6DmZwtkEI&amp;r=Yw0PPS0Zd9VYZKFJQVh49aIkK__i-Bsst2OZaFPrSbY&amp;m=KY1XfeGlFogd5ZE3o2VDhBZAxGts_yr0-ot7Um4eJE0&amp;s=xp8241Of-mbDh8Q0UiuEvhcbZ21zqImT5LeyVH3QJhw&amp;e=\"><sup>[8]<\/sup><\/a> W\u00e4hrend solche Listen erahnen lassen, wo die Regierung aktuell Priorit\u00e4ten setzt, um einem regierungsgef\u00fchrtem \u00d6PP-Projekt zum Erfolg zu verhelfen, m\u00fcssen die einzelnen Projekte zun\u00e4chst genau auf ihre technische und finanzielle Umsetzbarkeit untersucht werden, bevor sie dem Markt zug\u00e4nglich gemacht werden. Diese Projekte m\u00fcssen nicht unbedingt die gr\u00f6\u00dften und ertragreichsten sein. Sie m\u00fcssen aber technisch und finanziell umsetzbar sein, und m\u00fcssen (i) es den Geldgebern erlauben, sich an das Ausfallrisiko zu gew\u00f6hnen und ein Profil f\u00fcr die Fremdfinanzierung des Projekts zu erstellen und (ii) es den Investoren erm\u00f6glichen, ihre Kosten nicht nur ausgleichen zu k\u00f6nnen, sondern sie m\u00fcssen finanziell so ertragreich sein, dass die Investoren auch unter Ber\u00fccksichtigung der Finanzierungskosten genug Geld zur\u00fcck erhalten.<\/p>\n<p>Eine gute Hilfestellung bei der Entwicklung einer Reihe von Projekten wird die Projektentwicklungseinrichtung (PEEI) sein. Dies ist eine Einrichtung, die von der asiatischen Entwicklungsbank und der Agence Fran\u00e7aise de D\u00e9veloppement (AFD) gef\u00f6rdert wird und bestimmten Staatsagenturen bei der Vorbereitung und Bewertung potenzieller \u00d6PP ber\u00e4t. Die PEEI wird von dem Ministerium f\u00fcr Planung und Investitionen verwaltet werden. Das Ministerium f\u00fcr Planung und Verwaltung arbeitet gerade zusammen mit dem Finanzministerium daran, ein gemeinschaftliches Zirkular herauszugeben, das Leitlinien f\u00fcr die Verwaltung von PEEI enthalten soll. Dem letzten Entwurf des Zirkulars entsprechend, wird die PEEI ein revolvierender Fond sein, der von dem die Projektausschreibung gewinnenden Investor ausgeglichen werden soll, bevor er den Projektvertrag unterschreiben darf (d.h. dass z.B. der Gewinner einer Ausschreibung die Kosten auszugleichen hat, die durch die Vorbereitungen f\u00fcr das Projekt entstanden sind).<a name=\"_ftnref9\"><\/a><a href=\"https:\/\/urldefense.proofpoint.com\/v2\/url?u=https-3A__3c.gmx.net_mail_client_mailbody_tmai14a9e526c07e8237_true-23-5Fftn9&amp;d=DwMFaQ&amp;c=Uk4MC68c_p3FA5jX7N-Q91WDvpli5Y9kf-6DmZwtkEI&amp;r=Yw0PPS0Zd9VYZKFJQVh49aIkK__i-Bsst2OZaFPrSbY&amp;m=KY1XfeGlFogd5ZE3o2VDhBZAxGts_yr0-ot7Um4eJE0&amp;s=GA7gXpxeRmVP97-Tl9pd0zvCeUeQEd6N6YBEz6-Ff4g&amp;e=\"><sup>[9]<\/sup><\/a> Bis heute gibt es keinerlei Informationen dar\u00fcber, wann das Zirkular herausgegeben werden soll und ob eine PEEI nun eingef\u00fchrt werden soll oder nicht.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6gliche Vorteile\/Nachteile f\u00fcr Vietnam <\/strong><\/p>\n<p>Konkrete Projekte auszuw\u00e4hlen und \u00f6ffentlich bekannt zu machen, ist mit am wichtigsten, um die derzeitige Dynamik das vietnamesischen \u00d6PP-Programms zu erhalten. Wenngleich das \u00d6PP-Dekret von der Regierung ein guter Anfang war, eine wahrnehmbare Reihe von Projekten in Gang zu bringen, bedarf es nun f\u00fcr den Erfolg des Programms dringend eines effektiven und schnellen Umsetzungsprozess, der von allen Beh\u00f6rden gemeinsam unterst\u00fctzt wird.<\/p>\n<p><strong>Empfehlungen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>\u00dcberarbeitung des Dekret 631 inklusive einer neuen Liste von wichtigen inl\u00e4ndischen Projekten, insbesondere in den Branchen, die bei ausl\u00e4ndischen Investoren besonders beliebt sind, wie z.B. die Transportbranche. H\u00f6chste Priorit\u00e4t sollte dabei f\u00fcr wirtschaftlich rentable Projekte, die in ein \u00d6PP gewandelt werden sollen, gelten.<\/li>\n<li>Umsetzung der PEEI und potenzielle Projekte einer strikten Pr\u00fcfung unterziehen (mit Hilfe von internationalen technischen und finanziellen Beratern). Bei der Pr\u00fcfung sollten internationale und einheitliche Standards angewendet werden.<\/li>\n<li>\u00dcbermittlung von ausgew\u00e4hlten Projekten an einen wettbewerbsf\u00e4higen, transparent agierenden Bieter, wie auch von dem Gesetz f\u00fcr \u00f6ffentliche Vergaben und dem dazu geh\u00f6rigen Dekret 30 erwogen. Anstatt dessen\/Zus\u00e4tzlich sollte es f\u00fchrenden globalen Sponsoren erm\u00f6glicht werden, in speziellen Branchen ein Pilotprojekte durchzuf\u00fchren. So soll ein grundlegender Standard f\u00fcr die Dokumentation und Risikozuordnung geschaffen werden, der dann auf dem internationalen Markt zu einer f\u00fcr Banken nachvollziehbaren Risikoeinsch\u00e4tzung f\u00fchren w\u00fcrde.<\/li>\n<\/ul>\n<ol>\n<li><strong> Verbesserung der BEH\u00d6RDLICHEN effizienz und ausbau der zusammenarbeit zwischen den Beh\u00f6rden<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Relevante Ministerien: Ministerium f\u00fcr Planung und Investitionen (MPI), zust\u00e4ndige staatliche Institutionen und \u00e4hnliche Beh\u00f6rden<\/p>\n<p><strong>Themendarstellung<\/strong><\/p>\n<p>Der Kapazit\u00e4tsmangel und h\u00e4ufig fehlende Zusammenarbeit sowie die unterschiedliche Behandlung von Sachverhalten durch unterschiedliche Beh\u00f6rden sind die Probleme, die am h\u00e4ufigsten von potenziellen Investoren und Sponsoren als gr\u00f6\u00dftes Hindernis f\u00fcr die Etablierung von \u00d6PP-Projekten in Vietnam genannt werden.<\/p>\n<p>Dieses Problem wird noch durch die Tatsache verschlimmert, dass obwohl BOT, BT und BTO Projekte bereits seit beinahe 20 Jahren existieren, es dennoch keinen ausreichenden gesetzlichen Rahmen f\u00fcr \u00d6PP-Projekte gibt. Das \u00d6PP-Dekret regelt insbesondere die besonders wichtige Risikoverteilung nicht vollumf\u00e4nglich und l\u00e4sst auch andere wirtschaftliche Fragen au\u00dfen vor (inklusive F\u00e4lle von einem Wechsel des anwendbaren Rechts und Konvertierungsrisiken). Es enth\u00e4lt auch keine detaillierten Regelungen f\u00fcr die \u00dcbertragung von Rechten durch Vertr\u00e4ge (z.B. Gl\u00e4ubigerbeitritt), was zu Rechtsunsicherheit bei den f\u00fcr die Umsetzung zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden f\u00fchrt und als Folge dessen zu einer Verz\u00f6gerung der Vertragsverhandlungen und der Durchf\u00fchrung von solchen Projekten. Es gibt au\u00dferdem auch nur sehr wenige Pr\u00e4zedenzf\u00e4lle, in denen es um Projekte geht, die privat finanziert und abgeschlossen worden sind. Die staatlichen Beh\u00f6rden haben auch keinerlei rechtliche oder praktischen Anweisungen erteilt bekommen, wie sie die Umsetzung eines Projekts, besonders eines solchen au\u00dferhalb der konventionellen Energieerzeugungsbranche, verwalten.<\/p>\n<p>Es erscheint bei der Er\u00f6rterung verschiedener Projekte zwischen Beh\u00f6rden und Investoren so, als g\u00e4be es sehr h\u00e4ufig Unklarheiten auf Seiten der Beh\u00f6rden, bez\u00fcglich von traditionellen privaten Investitionsformen und den \u00d6PP-Modellen. Der bisherige Fokus, der mehr auf Input Elemente, als auf Output gerichtet war, bedarf keiner anspruchsvollen Projektbeurteilungsprozesse und ebenso keines strikten Risikomanagements oder Zuweisungsprozesse. Im Umgang mit den staatlichen Beh\u00f6rden zeigt sich au\u00dferdem h\u00e4ufig, dass diese keinerlei Erfahrung haben und\/oder einen Mangel an Verst\u00e4ndnis f\u00fcr gewerbliche Prozesse und die Interessen privater Investoren, wie zum Beispiel die finanzielle Tragf\u00e4higkeit eines Projekts oder die Risikoverteilung zwischen dem privatem und dem \u00f6ffentlichen Sektor, haben. Die fehlende Kenntnis von internationalen Praktiken hat ebenfalls dazu gef\u00fchrt, dass die Vorgehensweise der Regierungsbeh\u00f6rden gegen\u00fcber ausl\u00e4ndischen Beteiligten eines \u00d6PP-Projekts verbesserungsw\u00fcrdig ist. Sie erscheinen vielmehr um interne innerbeh\u00f6rdliche Abl\u00e4ufe besorgt zu sein und beachten dabei praktische und wirtschaftliche Umst\u00e4nde gar nicht oder zumindest nicht im angemessenem Ma\u00df.<\/p>\n<p>Die fehlende Koordinierung innerhalb der Regierungsbeh\u00f6rden und innerhalb \u00e4hnlicher beh\u00f6rdlicher Strukturen hat bei den Investoren ebenfalls f\u00fcr Verwirrung gesorgt. Obwohl das \u00d6PP-Dekret ein zentrales Verwaltungssystem f\u00fcr \u00d6PP-Projekte vorsieht, verbleibt noch jede Menge Arbeit, die Vorgehensweisen der zentralen und regionalen Beh\u00f6rden zu vereinheitlichen. Unterschiedliche Industriebereiche werden von unterschiedlichen Beh\u00f6rden betreut. Daraus entwickeln sich derzeit unterschiedliche \u00d6PP-Investitionspraxen. Provinzregierungen, insbesondere in entlegeneren Provinzen, werden bei den Reformprozessen au\u00dfen vor gelassen.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6gliche Vorteile\/Nachteile f\u00fcr Vietnam <\/strong><\/p>\n<p>Die institutionelle und praktische Leistungsf\u00e4higkeit und das Problem der mangelnden innerbeh\u00f6rdlichen Koordination, sind unserer Meinung nach, unter Nichteinbeziehung der wirtschaftlichen und \u00f6konomischen Eigenschaften einzelner \u00d6PP-Projekte, weiterhin der wichtigste Faktor, der die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des vietnamesischen \u00d6PP-Programms schw\u00e4cht. Diese Probleme werden weiterhin zu Verz\u00f6gerungen f\u00fchren und daher die Kosten f\u00fcr solche Projekte ansteigen lassen. Im Vergleich mit anderen L\u00e4ndern, auch innerhalb der Association of South East Nations (ASEAN), liegen die Kosten in Vietnam h\u00f6her als anderswo. Es ist wahrscheinlich, dass dies dazu f\u00fchren wird, dass viele Investoren zun\u00e4chst die Geduld und dann das Interesse an dem vietnamesischen \u00d6PP-Programm verlieren werden. Da andere L\u00e4nder (wie z.B. Thailand oder die Philippinen) wesentlich bessere \u00d6PP-Programme initiiert haben, wird es umso schwieriger f\u00fcr Vietnam vorzeigbare Projekte zu entwickeln, wenn die oben genannten Probleme nicht behoben werden. Es ist allerdings darauf hinzuweisen, dass bereits einige vietnamesische Entwicklungsinstitute damit begonnen haben, an diesen Problemen zu arbeiten, was ermutigendend ist.<\/p>\n<p><strong>Empfehlungen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Es m\u00fcssen Workshops und Schulungen f\u00fcr die zust\u00e4ndigen Beamten, insbesondere f\u00fcr die Amtspersonen in den Provinzverwaltungen, ins Leben gerufen werden.<\/li>\n<li>Der Prozess, die Regelungen umzusetzen, muss fortgef\u00fchrt werden. Au\u00dferdem sollten weiterhin Handb\u00fccher an Beh\u00f6rden ausgegeben werden, in denen der korrekte Umgang mit solchen Projekten geschildert ist.<\/li>\n<li>Es sollten genehmigte Ausschreibungsunterlagen zusammengestellt werden (mit Hilfe von internationalen Beratern, die bereits auf anderen M\u00e4rkten Erfahrung sammeln konnten). Diese Unterlagen sollten Projektvertr\u00e4ge und international akzeptierte Risikoverteilungsmodelle enthalten, damit die Voraussetzungen f\u00fcr Ausschreibeverfahren transparenter werden.<\/li>\n<li>Konkrete Projekte sollten entwickelt werden, damit die staatlichen Beh\u00f6rden den richtigen Umgang anhand der Praxis lernen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Bei dem Umsetzungsprozess sollten alle wichtigen Ministerien und Beh\u00f6rden beteiligt werden. So kann ein einheitliches Verfahren bei der Entwicklung von Projekten sichergestellt werden. Dabei sollten diejenigen zu Rate gezogen werden, die bereits auf dem Strommarkt Erfahrungen mit der Finanzierbarkeit und Marktf\u00e4higkeit von Projekten gesammelt haben.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>III.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 inhaltliche straffung der detaillierten Ausf\u00fchrungsrichtlinien<\/strong><\/p>\n<p>Relevante Staatsbeh\u00f6rden: Ministerium f\u00fcr Planung und Investitionen (MPI), zust\u00e4ndige Staatsorgane und andere, zu beteiligende Beh\u00f6rden<\/p>\n<p>Die detaillierten Ausf\u00fchrungsrichtlinien bez\u00fcglich des \u00d6PP-Dekrets und des Dekrets 30 werden begr\u00fc\u00dft und gelten als Zeugnis daf\u00fcr, wie wichtig die vietnamesische Regierung die Entwicklung der \u00d6PP nimmt, um damit ausl\u00e4ndische Investoren f\u00fcr den vietnamesischen Infrastrukturmarkt anzuwerben. Zirkular 06\/2016\/TT-BKHDT vom 28. Juni 2016 bez\u00fcglich der Umwandlung von \u00f6ffentlich finanzierten Projekten in \u00d6PP, ist ein wichtiger Schritt, damit die Regierung investiertes Kapital frei machen kann, um es anders verwenden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Leider verbleiben dennoch einige Regelungsl\u00fccken und Widerspr\u00fcche, wie zum Beispiel einige Unklarheiten zu dem wichtigen Thema der Bankf\u00e4higkeit einzelner Projekte. Dies hat zur Folge, dass die Investoren sich entweder mit der Situation konfrontiert sehen, dass sie f\u00fcr ihre Projektdurchf\u00fchrung gar keine weiteren Anleitungen mehr bekommen oder sie gar widerspr\u00fcchliche Informationen erhalten. Es bedarf daher noch Arbeit, um diese Probleme aus dem Weg zu r\u00e4umen.<a name=\"_ftnref10\"><\/a><a href=\"https:\/\/urldefense.proofpoint.com\/v2\/url?u=https-3A__3c.gmx.net_mail_client_mailbody_tmai14a9e526c07e8237_true-23-5Fftn10&amp;d=DwMFaQ&amp;c=Uk4MC68c_p3FA5jX7N-Q91WDvpli5Y9kf-6DmZwtkEI&amp;r=Yw0PPS0Zd9VYZKFJQVh49aIkK__i-Bsst2OZaFPrSbY&amp;m=KY1XfeGlFogd5ZE3o2VDhBZAxGts_yr0-ot7Um4eJE0&amp;s=_cK3_Z46TEo56aOJkQKJXrdzar8L9a8LAOgvkkcEb6E&amp;e=\"><sup>[10]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>L\u00fcckenfinanzierung Viability Gap Funding (VGF)<\/strong><\/p>\n<p>Dass das viability gap funding (VGF) bei Projekten, die dem \u00d6PP Dekret 15 unterfallen, nicht nach oben hin gedeckelt ist, ist ein Schritt in die richtige Richtung hin zu mehr ausl\u00e4ndischen Beteiligten an \u00d6PP-Projekten. F\u00fcr zuk\u00fcnftige \u00d6PP-Projekte, wird berichtet (was aber nicht offiziell best\u00e4tigt ist), dass die Regierung einen VGF Fond mit bis zu 1 Milliarde USD eingerichtet hat, um damit Projekte zu finanzieren, die ansonsten nicht zu realisieren w\u00e4ren. Bis jetzt gibt es keinerlei Leitlinien f\u00fcr die Verwaltung und Genehmigungsvoraussetzungen f\u00fcr ein VGF. Transparente und klare Abl\u00e4ufe sind unbedingt notwendig, so dass die Kreditgeber und \u2013nehmer unter Anbetracht der Projektdetails und ihrem Finanzierungsbed\u00fcrfnis sicher wissen, ob und wie viel Geld aus diesem Fond ihnen f\u00fcr ein neu geplantes \u00d6PP-Projekt zur Verf\u00fcgung gestellt werden kann.<\/p>\n<p><strong>Landnutzungs- und Grundpfandrechte <\/strong><\/p>\n<p>Die Vorschriften aus dem \u00d6PP-Dekret, die das Recht der Verpf\u00e4ndung von Landnutzungsrechten betreffen, sind mehrdeutig. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Investor von der Leistung von Pachtzinsen befreit ist. Eine solche Befreiung von Pachtzinsen oder sonstigen Geb\u00fchren f\u00fcr die Landnutzung ist im \u00d6PP-Dekret, das damit im Einklang mit dem Landrecht steht, das eine solche Befreiung auch m\u00f6glich macht, unter bestimmten Voraussetzungen vorgesehen. F\u00fcr die Frage der Grundpf\u00e4ndbarkeit enth\u00e4lt auch das \u00d6PP-Dekret keine ausreichenden Regelungsbest\u00e4nde und kann daher nicht die L\u00fccken des Landrechts f\u00fcllen. Dieses erlaubt eine Verpf\u00e4ndung nur dann, wenn der Investor s\u00e4mtliche Geb\u00fchren vollst\u00e4ndig bezahlt hat. Daher k\u00f6nnten beide Vorschriften so interpretiert werden, dass ein Investor, der insofern privilegiert ist, dass er keine Geb\u00fchren zahlen muss, auf der anderen Seite das Land auch nicht belasten kann. Diese Regelungen k\u00f6nnte Geldgeber davon abhalten, Kredite an \u00d6PP-Investoren auszugeben und macht das gesamte \u00d6PP-Regelwerk damit ineffizienter. Zur Kl\u00e4rung dieser Frage wurden bisher leider weder im Rahmen des Landrechts, noch im Bezug zu dem \u00d6PP-Dekret neue Vorschriften erlassen.<\/p>\n<p><strong>Garantierter Wechselkurs <\/strong><\/p>\n<p>Obwohl die Regierung das Saldo einer W\u00e4hrung garantiert, ist der durch die Regierung garantierte Wechselkurs ein zentrales Problem, das Investoren dazu bewegt, Finanzmittel ins Ausland zu schaffen. Das \u00d6PP-Dekret sieht in drei bestimmten Projektarten eine staatliche Wechselkursgarantie vor. Zu diesen privilegierten Arten geh\u00f6rt der Bau von solchen Infrastrukturprojekten, die dem Investmentprogramm der Regierung unterfallen. Allerdings gibt es keinerlei rechtliche Vorgaben, in welcher H\u00f6he diese Garantie gelten soll. Im Gegensatz zu dem offiziellen Brief 1604\/TTg-KTN vom 12. September 2011, der im Zusammenhang mit dem alten \u00d6PP-Dekret erlassen wurde und die Maximalgarantie f\u00fcr thermische BOT-Projekte festlegte, wurden f\u00fcr das aktuelle \u00d6PP-Dekret noch keine konkreteren Bestimmungen festgelegt. Besonders ausl\u00e4ndische Investoren k\u00f6nnen die Entwicklung ihrer Einnahmen aus dem Projekt unm\u00f6glich vorhersagen. Damit ist es ihnen ebenso unm\u00f6glich abzusch\u00e4tzen, ob sie mit einem langfristigen \u00d6PP-Projekt in Vietnam Gewinne oder Verluste einfahren werden. Leitlinien, die zu einer stabileren Investitionslage insbesondere f\u00fcr \u00d6PP \u2013Projekte f\u00fchren w\u00fcrden, werden damit weiterhin vermisst.<\/p>\n<p><strong>Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Investoren und der Regierung<\/strong><\/p>\n<p>Der Zugang zu alternativen Schlichtungsverfahren stellt weiterhin eine Herausforderung in Vietnam dar. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine der streitigen Parteien eine staatliche Einrichtung ist. In dem \u00d6PP-Dekret ist vorgesehen, dass Streitigkeiten zwischen Investoren und dem Staat von einer vietnamesischen Schiedsorganisation entschieden werden. Falls eine der Parteien ein ausl\u00e4ndischer Investor ist und beide Parteien dem zugestimmt haben, kann auch ein Schiedsgericht zust\u00e4ndig sein. Dies gilt auch f\u00fcr die Durchsetzung eines erlangten Titels aus einem solchen Verfahren. Nichtsdestotrotz wird ein gro\u00dfer Teil der erzielten Schiedsgerichtsbeschl\u00fcsse von vietnamesischen Gerichten wieder aufgehoben oder f\u00fcr nicht vollziehbar erkl\u00e4rt. Die Anzahl von erfolgreich vollstreckten ausl\u00e4ndischen Schiedsgerichtsurteile bleibt sehr niedrig. Das gegenw\u00e4rtige Regelwerk von Investoren-Regierung-Schiedsverfahren bleibt ineffektiv, was sich auch auf s\u00e4mtliche Regelungen, die die \u00d6PP betreffen, auswirkt, da diese grunds\u00e4tzlich staatliche Beh\u00f6rden und ausl\u00e4ndische, private Investoren umfassen.<\/p>\n<p><strong>Sich \u00fcberschneidende Regelungen f\u00fcr Investitionsverfahren<\/strong><\/p>\n<p>Eine Vielzahl neuer Zirkulare f\u00fchrt die Pflicht auf, einen Umweltvertr\u00e4glichkeitsbericht (UVB). zu erstellen. Das vom Ministerium f\u00fcr Industrie und Handel (MIH) erlassene Zirkular 23\/2015\/TT-BCT vom 13. Juli 2015 regelt die Abfolge und das Verfahren von entstehenden BOT-W\u00e4rmekraftwerksprojekte, welche den UVB ben\u00f6tigen, um von dem Ministerium f\u00fcr nat\u00fcrliche Ressourcen und f\u00fcr Umwelt (MNRU) genehmigt zu werden. Im Anschluss daran wird das MIH eine Machbarkeitspr\u00fcfung durchf\u00fchren. Dementgegen hat das MPI das Zirkular Nr. 02\/2016\/TT-BKHDT am 01. M\u00e4rz 2016 zum Thema vorl\u00e4ufige Projektauswahl, Projektgr\u00fcndung, -bewertung und Zulassung von \u00d6PP (womit alle \u00d6PP eingeschlossen sind) erlassen. Dies beinhaltet Anweisungen f\u00fcr die Vorbereitung der Machbarkeitsstudie, die ebenfalls einen UVB enthalten muss. Es ist allerdings nicht zu entnehmen, inwiefern der UVB in der Machbarkeitspr\u00fcfung eingebunden sein muss. Wenn es sich um einen UVB-Entwurf handelt, verbleibt es m\u00f6glicherweise im Zust\u00e4ndigkeitsbereich des MNRU und wird gegebenenfalls nach der Einarbeitung noch ge\u00e4ndert. Falls der UVB allerdings erst durch das MNRU genehmigt werden muss und dann, nachdem es in der Machbarkeitspr\u00fcfung eingearbeitet worden ist, nochmal ge\u00e4ndert wird, ist unklar, ob diese \u00c4nderungen als \u00c4nderung der Machbarkeitspr\u00fcfung oder des UVB gelten soll. Daraus resultiert die Frage welches Ministerium dann f\u00fcr die Genehmigung zust\u00e4ndig ist. Diese Unklarheit muss dringen gekl\u00e4rt werden. Daf\u00fcr sollten die beiden Ministerien gemeinsam eine L\u00f6sung ausarbeiten.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel ergibt sich aus dem vom MIH erlassenen Zirkular 38\/2015\/TT-BCT vom 30. Oktober 2015. Dieses legt fest, dass ein \u00d6PP-Projekt f\u00fcr eine \u201eLogistikzentrum\u201c in den Zust\u00e4ndigkeitsbereich des MIH f\u00e4llt. Das Zirkular 86\/2015\/TT-BGTVT des Ministeriums f\u00fcr Transport (MT) vom 31. Dezember 2015 legt aber fest, dass H\u00e4fen und Flugh\u00e4fen von dem MT verwaltet werden. Es bleibt dabei unklar, welches Ministerium dann zust\u00e4ndig ist, falls eine Hafen- oder Flughafen-\u00d6PP dabei ein Logistikzentrum betreibt.<\/p>\n<p>Die oben genannten Widerspr\u00fcche stellen nur eine Auswahl an Probleme dar, die bei der Anwendung der aktuellen Zirkulare und sonstigen Regularien bestehen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnten sie durch eine ad hoc Entscheidung des zust\u00e4ndigen Ministeriums noch rechtzeitig behoben werden. Dennoch verursachen sie ein gewisses Grad an Rechtsunsicherheit und sorgen daf\u00fcr, dass die Entwicklung eines Projekts komplizierter wird. Daher sollten diese Unklarheiten durch gesetzliche Regelungen m\u00f6glichst schnell aus dem Weg ger\u00e4umt werden.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6gliche Vorteile\/Nachteile f\u00fcr Vietnam <\/strong><\/p>\n<p>Die neuen Leitlinien f\u00fcr das \u00d6PP\u2013Dekret spielen eine wichtige Rolle in der Gesetzesreformierung, die notwendig ist, um private Investoren f\u00fcr den Infrastrukturmarkt zu gewinnen. Da Vietnam aber derzeit in eine neue Phase der Entwicklung von \u00d6PP \u00fcbergeht, ist es umso wichtiger, dass die Bem\u00fchungen der Regierungen weitergehen, um so ein gleichm\u00e4\u00dfiges, solides und auch zug\u00e4ngliches rechtliches Umfeld zu schaffen. Investitionsvorhaben in Infrastrukturprojekte in Vietnam bleiben f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investoren weiterhin problematisch, da diese sich im Rahmen eines \u00d6PP-Projektzyklus bis auf Weiteres mit hartn\u00e4ckigen und ungel\u00f6sten Problemen konfrontiert sehen.<\/p>\n<p><strong>Empfehlungen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Vereinheitlichung der Regulierungen und Leitlinien f\u00fcr \u00d6PP, um so ausl\u00e4ndische Investoren anzuwerben, die dann in die vietnamesische Infrastruktur investieren. Dabei sollten klare Priorit\u00e4ten gesetzt werden, z.B. auf die Zurverf\u00fcgungstellung und Aussch\u00fcttung von VGF.<\/li>\n<li>Die Regelungen sollten an vorhandenen Projekten getestet werden, so dass Investoren sehen, wie die Regelungen in Bezug auf \u00d6PP anzuwenden und handzuhaben sind.<\/li>\n<li>Es sollten Anleitungen herausgegeben werden (zus\u00e4tzlich zu den normalen Gesetzestexten), die an aktuellen Problemen der Praxis getestet werden k\u00f6nnten.<\/li>\n<li>Zusammenstellung und Ausgabe von ausgearbeiteten Ausschreibungsunterlagen. Diese Unterlagen sollten Projektvertr\u00e4ge, international akzeptierte Risikoverteilungsmodelle f\u00fcr Themen, die gesetzlich nicht geregelt sind, enthalten.<\/li>\n<li>Schaffung einer ansprechenden Garantiepolitik, bei der die Belange ber\u00fccksichtigt werden, die im Umgang mit Fremdw\u00e4hrungen entstehen.<\/li>\n<li>Verbesserung der rechtlichen Stellung durch die Durchsetzbarmachung von Schiedsgerichtsentscheidungen, um berechtigte Anspr\u00fcche besser geltend machen zu k\u00f6nnen und damit das Vertrauen der Investoren in das Rechtssystem zu st\u00e4rken.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei Fragen oder weiteren Informationen zu dem oben gesagten z\u00f6gern Sie bitte nicht Oliver Massmann unter <a href=\"mailto:omassmann@duanemorris.com\">omassmann@duanemorris.com<\/a> zu kontaktieren. Oliver Massmann ist der Generaldirektor von Duane Morris Vietnam, LL.C.<\/p>\n<p>VIELEN DANK!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcBERBLICK Moderne und effiziente Infrastruktur ist entscheidende Voraussetzung f\u00fcr ein best\u00e4ndiges Wirtschaftswachstum und senkt die Kosten f\u00fcr alle Investoren, die in Vietnam Gesch\u00e4ften nachgehen wollen. Ein rasantes Wirtschaftswachstum und eine zunehmende Urbanisierung lassen das Bed\u00fcrfnis nach Stra\u00dfen, H\u00e4fen, einer verl\u00e4sslichen Elektrizit\u00e4ts-, M\u00fcll- und Abwasserentsorgung, Krankenh\u00e4usern und sonstigen \u00f6ffentliche Versorgungseinrichtungen, wie auch nach G\u00fctern und Dienstleistungen &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/2017\/03\/10\/rechtsanwalt-in-vietnam-oliver-massmann-offentlich-private-partnerschaften\/\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &#8220;Rechtsanwalt in Vietnam Oliver Massmann \u00d6FFENTLICH-PRIVATE PARTNERSCHAFTEN&#8221;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":24,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[202,579,201,409,26],"ppma_author":[1007],"class_list":["post-509","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-vietnam-general","tag-massmann","tag-offentlich-private-partnerschaften","tag-oliver","tag-rechtsanwalt","tag-vietnam"],"authors":[{"term_id":1007,"user_id":24,"is_guest":0,"slug":"omassmann","display_name":"Dr. Oliver Massmann","avatar_url":"https:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2014\/08\/massmannoliver-125x150.jpg","0":null,"1":"","2":"","3":"","4":"","5":"","6":"","7":"","8":""}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/509","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/wp-json\/wp\/v2\/users\/24"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=509"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/509\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=509"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=509"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=509"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.duanemorris.com\/vietnam\/wp-json\/wp\/v2\/ppma_author?post=509"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}