Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann – Vietnam leitet eine neue Ära der Unternehmens­transparenz ein: Dekret 296 führt zwingende „Beneficial Ownership“-Look-Through-Regeln ein und verschärft das Regime der Geschäftsaussetzung Legal Alert

Am 23. Juli 2026 erließ die Regierung Vietnams das Dekret Nr. 296/2026/ND-CP („Dekret 296“), das das Dekret Nr. 168/2025/ND-CP über die Unternehmensregistrierung ändert. Mit sofortiger Wirkung und ohne Übergangsfrist gestaltet Dekret 296 das vietnamesische Unternehmensregistrierungsregime grundlegend neu, indem es ein ausgefeiltes Rahmenwerk zur Ermittlung wirtschaftlicher Eigentümer („Beneficial Ownership“) auf Grundlage des letztendlichen natürlichen Eigentümers und Kontrollinhabers einführt und gleichzeitig strengere Grenzen für eine längere Geschäftsaussetzung setzt.

Die bedeutendste Neuerung ist die Einführung eines umfassenden dreistufigen Kaskadentests zur Ermittlung wirtschaftlicher Eigentümer, kombiniert mit einem zwingenden Look-Through-Prinzip, das Unternehmen verpflichtet, die Eigentumsverhältnisse durch sämtliche Ebenen ihrer Unternehmensstruktur bis hin zur letztendlichen natürlichen Person mit Eigentum oder tatsächlicher Kontrolle nachzuvollziehen. Diese Reform bringt Vietnam näher an internationale Standards zur Geldwäschebekämpfung („AML“), Unternehmens­transparenz und wirtschaftlichem Eigentum und hat erhebliche Auswirkungen auf multinationale Unternehmensgruppen, Private-Equity-Strukturen, Familienunternehmen, Treuhandverhältnisse, Nominee-Konstruktionen und andere komplexe Investitionsstrukturen.

I. Wirtschaftliches Eigentum – Ein grundlegender Schritt zu ultimativer Transparenz

1. Vom formalen Anteilseigner zum ultimativen wirtschaftlichen Eigentümer Dekret 296 ersetzt den bisherigen zweistufigen Ansatz durch einen zwingenden dreistufigen Kaskadentest, der nacheinander anzuwenden ist. Ein wirtschaftlicher Eigentümer ist nunmehr eine oder mehrere natürliche Personen, die direkt oder indirekt Eigentum besitzen oder letztlich tatsächliche Kontrolle über ein Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit ausüben, ausgenommen Vertreter staatlichen Kapitals.

Dies bedeutet einen wichtigen konzeptionellen Wandel: Das neue Regime konzentriert sich nicht mehr nur auf die Identifizierung bedeutender Anteilseigner, sondern verlangt die Feststellung, wer letztlich hinter der Eigentumskette steht oder die tatsächliche Entscheidungsgewalt ausübt. Damit wird das internationale Konzept des „Ultimate Beneficial Ownership“ („UBO“) nach FATF-Standards übernommen.

Dieses „Durchschauen des Unternehmensschleiers“ erhöht die Transparenz erheblich und macht mehrschichtige Eigentumsstrukturen für die Behörden wesentlich sichtbarer.

  • Stufe 1 – Eigentumstest (25%) Identifizierung jeder Person, die direkt, indirekt oder kombiniert mindestens 25 % des Gesellschaftskapitals oder der Stimmrechte hält. Wesentliche Neuerungen: (a) Familienaggregation – Familienmitglieder oder vertraglich verbundene Personen, die gemeinsam mindestens 25 % halten, gelten sämtlich als wirtschaftliche Eigentümer. (b) Komplementäre – Jeder persönlich haftende Gesellschafter gilt automatisch als wirtschaftlicher Eigentümer. (c) Erweiterter Begriff des indirekten Eigentums – umfasst nun auch Treuhand- und Nominee-Strukturen.
  • Stufe 2 – Kontrolltest Falls keine Person die Eigentumsschwelle erfüllt oder nachweislich nicht der tatsächliche wirtschaftliche Eigentümer ist, wird geprüft, ob eine Person Kontrolle ausübt (z. B. Bestellung/Abberufung von Organmitgliedern, Änderung der Satzung, Festlegung von Finanz- oder Investitionspolitik).
  • Stufe 3 – Rückgriff auf Geschäftsleitung Falls weder Eigentum noch Kontrolle eine Person identifizieren, ist die ranghöchste geschäftsführende Person zu benennen.

2. Zwingende Look-Through-Analyse Unternehmen müssen jede Ebene der Eigentumsstruktur durchleuchten, bis die letztendliche natürliche Person festgestellt ist. Dies erhöht die Sorgfaltspflichten insbesondere für multinationale Gruppen, Private Equity, Familienbüros, Treuhand- und Nominee-Strukturen.

3. Zwingende sequenzielle Erklärung Die Erklärung der wirtschaftlichen Eigentümer hat zwingend in der Reihenfolge Stufe 1 → Stufe 2 → Stufe 3 zu erfolgen.

II. Vorübergehende Geschäftsaussetzung – Deutlich verschärfte Compliance

1. Neue maximale Aussetzungsdauer Die Gesamtdauer aufeinanderfolgender Geschäftsaussetzungen darf nun 24 Monate nicht überschreiten (zuvor unbegrenzt).

2. Zwingende Bestätigung der Wiederaufnahme Innerhalb von fünf Arbeitstagen nach Ablauf der Aussetzung muss der gesetzliche Vertreter die Wiederaufnahme bestätigen und die Erfüllung aller Registrierungspflichten über das nationale Informationssystem erklären. Bei Verstößen droht die Entziehung der Unternehmensregistrierungsurkunde.

3. Übergangsregeln Die 24-Monats-Grenze gilt rückwirkend. Unternehmen, die bereits länger ausgesetzt sind, können keine weitere Verlängerung beantragen.

III. Praktische Auswirkungen für Investoren und Unternehmen

Die Reformen stellen eine der bedeutendsten Initiativen Vietnams zur Unternehmens­transparenz in den letzten Jahren dar. Die Einführung der zwingenden Look‑Through‑Analyse erhöht die Compliance‑Anforderungen erheblich, insbesondere für Unternehmen mit komplexen Eigentumsstrukturen.

Ausländisch investierte Unternehmen, multinationale Gruppen, Investmentfonds, Familienunternehmen und Gesellschaften mit zwischengeschalteten Holdinggesellschaften müssen künftig mit deutlich umfangreicheren Prüfungen der wirtschaftlichen Eigentümer rechnen.

Die neuen Familienaggregationsregeln können dazu führen, dass mehrere wirtschaftliche Eigentümer meldepflichtig werden, selbst wenn kein einzelner Anteilseigner unabhängig 25 % hält.

Ebenso bedeutsam ist die ausdrückliche Anerkennung, dass wirtschaftliches Eigentum nicht allein durch rechtliches Eigentum bestimmt wird, sondern auch durch tatsächliche Kontrolle. Damit nähert sich Vietnam den international anerkannten AML‑ und Transparenzprinzipien weiter an.

IV. Empfohlene Maßnahmen

Unternehmen – insbesondere solche mit ausländischer Beteiligung, mehrschichtigen Eigentumsstrukturen oder familiengeführten Geschäftsmodellen – sollten umgehend:

  1. Bestehende Erklärungen überprüfen – Abgleich mit dem neuen dreistufigen Kaskadentest und ggf. Aktualisierung der Registrierungsunterlagen.
  2. Familien- und Vertragsbeziehungen analysieren – Feststellen, ob Aggregation zu mehreren meldepflichtigen Eigentümern führt.
  3. Umfassende Look-Through-Prüfung durchführen – Alle Ebenen der Eigentumsstruktur einschließlich Holdings, Treuhand‑ und Nominee‑Konstruktionen prüfen.
  4. Governance-Regelungen überprüfen – Feststellen, ob Einzelpersonen über Kontrollrechte als wirtschaftliche Eigentümer gelten.
  5. Aussetzungsfristen überwachen – Sicherstellen, dass die Gesamtdauer 24 Monate nicht überschreitet, und interne Verfahren für die rechtzeitige Bestätigung der Wiederaufnahme etablieren.

Schlussfolgerung

Dekret 296 markiert eine entscheidende Weiterentwicklung des vietnamesischen Transparenzrahmens. Die Einführung eines zwingenden dreistufigen Regimes zur Ermittlung wirtschaftlicher Eigentümer, kombiniert mit Look‑Through‑Pflichten und der Anerkennung tatsächlicher Kontrolle, signalisiert einen klaren Politikwechsel: weg von der Identifizierung nomineller Anteilseigner hin zur Feststellung der natürlichen Personen, die Unternehmen tatsächlich besitzen oder kontrollieren.

Damit rückt Vietnam deutlich näher an internationale Best Practices zu Transparenz, Geldwäscheprävention und Corporate Governance. Für viele Unternehmen – insbesondere ausländisch investierte Gesellschaften und solche mit komplexen Holdingstrukturen – wird Compliance kein bloßer Formalakt mehr sein, sondern eine substanzielle rechtliche Analyse von Eigentumsketten, Governance‑Regelungen, Familienbeziehungen und Kontrollrechten erfordern.

Unternehmen, die ihre Strukturen proaktiv überprüfen und ihre Erklärungen aktualisieren, sind am besten positioniert, die neuen regulatorischen Erwartungen zu erfüllen und künftige Risiken zu minimieren.

Für Rückfragen oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Dr. Oliver Massmann (Architect of Market Access) unter omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.

Vietnam Introduces a New Era of Corporate Transparency: Decree 296 Establishes Mandatory Beneficial Ownership Look-Through Rules and Tightens Business Suspension Regime

On 23 July 2026, the Government of Vietnam issued Decree No. 296/2026/ND-CP (“Decree 296”), amending Decree No. 168/2025/ND-CP on enterprise registration. Effective immediately upon issuance, with no transitional grace period, Decree 296 fundamentally reshapes Vietnam’s enterprise registration regime by introducing a sophisticated beneficial ownership framework based on ultimate natural-person ownership and control, while simultaneously imposing stricter limits on prolonged business suspension.

The most significant development is Vietnam’s adoption of a comprehensive three-tier cascading beneficial ownership identification test combined with a mandatory look-through principle requiring enterprises to trace ownership through every layer of their corporate structure until the ultimate natural person exercising ownership or actual control is identified. The reform aligns Vietnam more closely with international anti-money laundering (“AML”), corporate transparency and beneficial ownership standards and will have significant implications for multinational groups, private equity structures, family businesses, trusts, nominee arrangements and other complex investment structures.

I. Beneficial Ownership – A Fundamental Shift Towards Ultimate Transparency

1. From Formal Shareholding to Ultimate Beneficial Ownership

Decree 296 replaces the previous two-factor approach with a mandatory three-tier cascading test that must be applied sequentially.

A beneficial owner is now defined as one or more natural persons who directly or indirectly own or ultimately exercise actual control over an enterprise with legal personality, excluding persons representing State capital.

This represents an important conceptual shift.

The new regime no longer focuses merely on identifying significant shareholders. Instead, it requires enterprises to determine who ultimately stands behind the ownership chain or exercises real decision-making power, reflecting the international concept of Ultimate Beneficial Ownership (“UBO”) adopted by FATF standards and increasingly implemented worldwide.

This “look beyond the corporate veil” approach significantly increases transparency and makes multilayered ownership structures substantially more visible to the authorities.

Tier 1 – Ownership Test (25%)

The first step requires identifying any individual who directly, indirectly, or through a combination of both methods owns 25% or more of charter capital or voting shares.

Decree 296 introduces several important innovations.

(a) Family Group Aggregation

One of the most noteworthy changes is the introduction of a family aggregation rule.

Where family members (as defined under Article 4.22 of the Enterprise Law) or persons connected through contractual arrangements collectively own at least 25%, every individual within that group becomes a beneficial owner.

This is a significant departure from the previous approach, which focused primarily on individual ownership percentages.

Consequently, family-owned enterprises will frequently have multiple declared beneficial owners even where no single individual individually reaches the 25% threshold.

(b) General Partners

Every general partner in a partnership automatically qualifies as a beneficial owner regardless of capital contribution.

(c) Broader Concept of Indirect Ownership

Indirect ownership now includes ownership through organizations or other legal arrangements, replacing the narrower previous concept limited to ownership through organizations.

This broader wording captures structures involving trusts, nominee arrangements and similar legal vehicles.

Tier 2 – Control Test

Where no individual satisfies the ownership threshold—or where evidence demonstrates that the Tier 1 individual is not the true beneficial owner—the enterprise must proceed to the second tier.

Control exists where an individual possesses one or more rights to:

  • appoint or remove the majority or all members or chairperson of the Board of Directors or Members’ Council or the General Director;
  • amend the company’s charter;
  • determine organizational structure;
  • decide financial, investment or operational policies; or
  • approve enterprise reorganization or dissolution.

Importantly, Decree 296 expressly recognises that formal ownership may not always reflect actual control, thereby allowing authorities to identify the individual exercising genuine influence over the enterprise.

Tier 3 – Senior Management Fallback

Where neither ownership nor control identifies an individual, the enterprise must declare the senior managing individual having the greatest authority to act on behalf of the enterprise (excluding State capital representatives).

Accordingly, every enterprise will ultimately be required to identify and declare at least one beneficial owner.

2. Mandatory Look-Through Analysis

Perhaps the most significant innovation introduced by Decree 296 is the statutory look-through obligation.

Enterprises are now expressly required to examine every level of the ownership structure until the ultimate natural person exercising ownership or actual control is identified.

Where ownership passes through a legal arrangement recognised under Vietnam’s AML legislation, the beneficial owner of that arrangement must be determined under the AML rules.

This requirement significantly increases due diligence obligations for:

  • multinational corporate groups;
  • private equity funds;
  • investment holding companies;
  • family offices;
  • trusts;
  • nominee structures; and
  • cross-border investment vehicles.

Simple shareholder registers will no longer be sufficient where ownership extends through multiple intermediate entities.

3. Mandatory Sequential Declaration Process

Decree 296 also codifies a mandatory declaration sequence.

Enterprises must declare beneficial owners in the following order:

Step 1: Individuals satisfying the Tier 1 ownership test.

Step 2: If Tier 1 is unavailable or evidence shows the declared person is not the true beneficial owner, individuals satisfying the Tier 2 control test.

Step 3: If neither Tier 1 nor Tier 2 applies, the most senior managing individual.

This sequential methodology leaves little discretion for enterprises and creates a clear compliance roadmap.

II. Temporary Business Suspension – Significant Tightening of Compliance

1. New Maximum Consecutive Suspension Period

Decree 296 also introduces an important limitation on business suspension.

Previously, each suspension notification could not exceed twelve months, but enterprises could repeatedly extend suspensions without any express overall limitation.

That practice now ends.

Although each notification remains limited to twelve months, the aggregate consecutive suspension period may not exceed twenty-four months.

This prevents enterprises from remaining inactive indefinitely while maintaining enterprise registration.

2. Mandatory Confirmation of Business Resumption

Another major procedural change is the introduction of a mandatory business resumption confirmation.

Within five working days after expiry of the notified suspension period, the legal representative must:

  • confirm business resumption; and
  • certify that all enterprise registration obligations have been fulfilled,

through the National Enterprise Registration Information System.

Failure to do so initiates an escalating enforcement process.

Within ten working days thereafter, the provincial business registration authority must issue a written request for a report under Article 216(1)(c) of the Enterprise Law while simultaneously notifying the tax authority.

If the enterprise fails to submit the required report within six months, the Enterprise Registration Certificate may be revoked.

Importantly, enterprises remain obliged to notify or register changes to enterprise registration information throughout the suspension period.

3. Transitional Rules

The new twenty-four-month cap applies retrospectively.

Accordingly:

  • enterprises already under suspension must include previous suspension periods when calculating the twenty-four-month limit;
  • enterprises already exceeding twenty-four consecutive months cannot obtain further suspension once the current notified period expires.

The new business resumption confirmation requirement applies only to suspension notices submitted after Decree 296 became effective.

III. Practical Implications for Investors and Businesses

The reforms represent one of Vietnam’s most significant corporate transparency initiatives in recent years.

The introduction of mandatory look-through analysis substantially increases compliance expectations, particularly for enterprises with sophisticated ownership arrangements.

Foreign-invested enterprises, multinational groups, investment funds, family-owned businesses and enterprises using intermediary holding companies should expect considerably more extensive beneficial ownership analysis than previously required.

The new family aggregation rules may result in multiple beneficial owners being reportable even where no individual shareholder independently owns 25%.

Equally significant is the explicit recognition that beneficial ownership is not determined solely by legal ownership but also by actual control, bringing Vietnam closer to internationally accepted AML and corporate transparency principles.

IV. Recommended Actions

Enterprises, particularly those with foreign investment, multi-layered ownership structures or family-controlled businesses, should promptly:

  1. Review existing beneficial ownership declarations against the new mandatory three-tier cascading test and update enterprise registration filings where necessary.
  2. Analyze family relationships and contractual arrangements among shareholders to determine whether aggregation results in multiple reportable beneficial owners.
  3. Conduct a comprehensive look-through review of all ownership layers—including holding companies, trusts, nominee arrangements and other legal structures—to identify the ultimate natural person exercising ownership or actual control.
  4. Review governance arrangements to determine whether any individual may qualify as a beneficial owner through control rights rather than ownership.
  5. Monitor suspension periods carefully to ensure the aggregate consecutive suspension period does not exceed twenty-four months and establish internal procedures for timely submission of the mandatory business resumption confirmation.

Conclusion

Decree 296 marks a decisive evolution in Vietnam’s corporate transparency framework. The introduction of a mandatory three-tier beneficial ownership regime, combined with statutory look-through obligations and recognition of ultimate actual control, signals a clear policy shift from identifying nominal shareholders to identifying the natural persons who genuinely own or control enterprises. This brings Vietnam significantly closer to international best practices on beneficial ownership transparency, anti-money laundering compliance and corporate governance.

For many enterprises, particularly foreign-invested companies and businesses operating through complex domestic or cross-border holding structures, compliance will no longer be a simple filing exercise. It will require a substantive legal analysis of ownership chains, governance arrangements, family relationships and control rights. Companies that proactively review their ownership structures and update their beneficial ownership declarations will be best positioned to meet the new regulatory expectations and minimize future compliance risks.

Please do not hesitate to contact Dr. Oliver Massmann (the architect of market access) under omassmann@duanemorris.com if you have any questions or require further information regarding the above. Dr. Oliver Massmann is the General Director of Duane Morris Vietnam LLC.

Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann -VIETNAM – COUNTDOWN ZUM STATUS ALS SCHWELLENMARKT

Vietnam’s historische Neuklassifizierung steht kurz davor, die globalen Kapitalflüsse neu zu gestalten Von Dr. Oliver Massmann Partner & Generaldirektor, Duane Morris Vietnam LLC – Der Architekt des Marktzugangs

Geschichte steht kurz davor, geschrieben zu werden

Jede Generation erlebt einige wenige Momente, die den wirtschaftlichen Kurs einer Nation dauerhaft verändern. Für Japan war es das industrielle Nachkriegswunder. Für Südkorea und Taiwan ihr Aufstieg zu globalen Produktionsmächten. Für China der WTO-Beitritt. Jüngst zeigte Kuwait, wie eine Marktklassifizierung eine neue Ära internationalen Kapitals eröffnen kann. Vietnam steht nun an der Schwelle zu seinem eigenen entscheidenden Moment.

Im September 2026 wird allgemein erwartet, dass FTSE Russell Vietnam von einem Frontier Market zu einem Emerging Market hochstuft. Auch wenn die formale Ankündigung noch aussteht, hat die Bedeutung dieses erwarteten Meilensteins bereits in der globalen Investmentgemeinschaft Widerhall gefunden.

Dies ist nicht einfach ein weiterer Meilenstein für die vietnamesische Börse. Es ist potenziell der Beginn einer der bedeutendsten Umschichtungen internationalen Kapitals nach Südostasien in den letzten Jahrzehnten. Der Countdown hat begonnen.

Globales Kapital macht sich bereits auf den Weg

Der klarste Hinweis darauf, dass etwas Außergewöhnliches geschieht, findet sich nicht in Schlagzeilen – sondern im Verhalten der größten Investoren der Welt.

Nach Angaben der Staatlichen Wertpapierkommission Vietnams haben führende internationale Finanzinstitutionen – darunter Vanguard, Blackstone, UBS und Morgan Stanley – bereits viele der technischen Vorkehrungen abgeschlossen, die für effiziente Investitionen in den vietnamesischen Wertpapiermarkt erforderlich sind.

Genau so verhält sich institutionelles Kapital. Große Vermögensverwalter warten nicht, bis Chancen offensichtlich werden. Sie bereiten sich leise vor. Handelssysteme werden verbunden. Depotvereinbarungen abgeschlossen. Juristische Dokumentationen fertiggestellt. Investmentausschüsse aktualisieren ihre Allokationsmodelle. Risikomanagement-Abteilungen kalibrieren die Länderexponierung neu.

Wenn die Finanzschlagzeilen eine neue Gelegenheit verkünden, haben sich die anspruchsvollsten Investoren oft schon monatelang vorbereitet. Vietnam nähert sich nun genau einem solchen Moment.

Eine Markt-Neuklassifizierung – nicht nur ein Upgrade

Viele Beobachter bezeichnen die erwartete FTSE-Entscheidung als „Markt-Upgrade“. Diese Beschreibung unterschätzt ihre Bedeutung. In Wahrheit handelt es sich um eine Markt-Neuklassifizierung.

Der Unterschied ist entscheidend. Eine Neuklassifizierung verändert die Sichtweise der globalen Investmentindustrie auf ein ganzes Land. Frontier Markets nehmen nur eine kleine Ecke institutioneller Portfolios ein. Emerging Markets hingegen bilden eine Kernanlageklasse für Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungen, Stiftungen und globale Vermögensverwalter.

Der Unterschied ist tiefgreifend. Vietnam bewegt sich von einem optionalen Investitionsziel hin zu einem Markt, den viele globale Investoren schlicht nicht mehr ignorieren können.

Die Mechanik des globalen Kapitals

Internationales Kapital folgt Regeln. Viele der größten Investmentfonds der Welt sind an anerkannte globale Indizes gebunden. Wenn sich die Indexzusammensetzung ändert, ändern sich die Portfolioallokationen.

Passive Anlagevehikel, die FTSE Emerging Market Indizes abbilden, werden automatisch eine Exponierung gegenüber vietnamesischen Aktien benötigen. Das ist nur der Anfang.

Die Geschichte zeigt immer wieder, dass passiven Zuflüssen deutlich größere Allokationen aktiver institutioneller Investoren folgen, die ihre Benchmarks übertreffen wollen. Für viele internationale Portfoliomanager wird Vietnam nicht länger als Frontier-Chance analysiert. Es wird Teil einer Mainstream-Strategie für Schwellenmärkte.

Dieser strukturelle Wandel hat Auswirkungen, die weit über die Börse hinausreichen.

Warum Vietnam genau zur richtigen Zeit kommt

Das erwartete Upgrade erfolgt vor einem der stärksten makroökonomischen Hintergründe Asiens. Vietnam vereint Eigenschaften, die selten zusammen auftreten:

  • Eine junge und zunehmend qualifizierte Arbeitnehmerschaft
  • Politische Stabilität
  • Stetiges Wirtschaftswachstum
  • Rasante Industrialisierung
  • Wachsenden Konsum der Mittelschicht
  • Eine global wettbewerbsfähige Produktionsbasis
  • Einen zunehmend ausgereiften Bankensektor
  • Strenge fiskalische Disziplin

Und vielleicht am wichtigsten: Vietnam ist zu einem der Hauptprofiteure der globalen Diversifizierung von Lieferketten geworden.

Während multinationale Unternehmen weiterhin „China Plus One“-Strategien verfolgen, hat sich Vietnam als einer der bevorzugten Produktions- und Investitionsstandorte weltweit etabliert.

Das erwartete FTSE-Upgrade spiegelt daher nicht nur regulatorische Reformen wider, sondern auch die Transformation der wirtschaftlichen Fundamentaldaten Vietnams.

Die rechtliche Grundlage ist geschaffen

Kapital sucht zunächst Sicherheit, bevor es Rendite sucht. In den vergangenen zehn Jahren hat Vietnam eines der ambitioniertesten Programme zur rechtlichen und regulatorischen Modernisierung in der Region umgesetzt.

Umfassende Verpflichtungen im Rahmen des EVFTA, CPTPP, RCEP und anderer internationaler Abkommen haben das Vertrauen der Investoren erheblich gestärkt. Gleichzeitig hat die Regierung die Regulierung des Wertpapierhandels, die Abwicklungsinfrastruktur und den Zugang für ausländische Investoren weiter modernisiert.

Die geplante Umsetzung des Rundschreibens Nr. 08 stellt einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung internationaler Best Practice dar, indem sie den Handel über globale Broker-Netzwerke erleichtert und die operativen Hürden für institutionelle Investoren reduziert.

Diese Entwicklungen senden eine klare Botschaft: Vietnam zieht nicht nur internationales Kapital an. Es baut aktiv die rechtliche Architektur auf, die erforderlich ist, um dieses Kapital langfristig zu sichern.

Über Aktien hinaus: Warum jeder Investor aufmerksam sein sollte

Die Folgen des Schwellenmarkt-Status reichen weit über börsennotierte Aktien hinaus.

  • Tiefere Kapitalmärkte senken Finanzierungskosten.
  • Sie ermöglichen größere Infrastrukturprojekte.
  • Sie stimulieren Fusionen und Übernahmen.
  • Sie fördern Private-Equity-Investitionen.
  • Sie verbessern Exit-Möglichkeiten für Risikokapital.
  • Sie stärken Corporate Governance.
  • Sie erleichtern Privatisierungen.
  • Sie erweitern den Zugang zu internationalen Schuldenmärkten.
  • Am wichtigsten: Sie verstärken ausländische Direktinvestitionen.

Moderne Kapitalmärkte und ausländische Direktinvestitionen stehen nicht im Wettbewerb. Sie beschleunigen einander.

Die nächste große Chance

Die erwartete FTSE-Neuklassifizierung sollte nicht als Endpunkt betrachtet werden. Sie ist das erste Kapitel einer viel größeren Geschichte.

Das nächste strategische Ziel Vietnams wird naturgemäß der MSCI Emerging Market Status sein. Fortgesetzte Reformen – einschließlich weiterer Verbesserungen der Marktzugänglichkeit und einer durchdachten Liberalisierung verbleibender Beschränkungen für ausländisches Eigentum – würden die Wettbewerbsfähigkeit Vietnams in globalen Portfolios weiter steigern.

Die Richtung ist eindeutig. Die Dynamik ist real.

Wohin das kluge Kapital blickt

Institutionelle Investoren werden sich wahrscheinlich auf Sektoren konzentrieren, die von strukturellem Wachstum profitieren, anstatt auf kurzfristige Spekulation. Dazu gehören:

  1. Bankwesen und Finanzdienstleistungen
  2. Wertpapierfirmen
  3. Industrieparks und Logistik
  4. Fertigungs- und Exportchampions
  5. Erneuerbare Energien und Energieinfrastruktur
  6. Digitale Technologien und künstliche Intelligenz
  7. Gesundheitswesen und Pharma
  8. Konsumgüter und Einzelhandel
  9. Transport und Infrastruktur

Viele dieser Sektoren profitieren gleichzeitig von steigender Inlandsnachfrage, zunehmenden Auslandsinvestitionen und tieferen Kapitalmärkten.

Das Investitionsfenster schließt sich

Die Finanzgeschichte lehrt eine einfache Lektion: Die größten Renditen entstehen oft, bevor eine strukturelle Transformation vollständig erkannt wird.

Sobald Kapitalflüsse verpflichtend werden, beginnen sich Bewertungen anzupassen. Liquidität steigt. Analystenabdeckung nimmt zu. Risikoprämien sinken. Die Chance verschiebt sich allmählich von Entdeckung zu Teilnahme.

Deshalb konzentrieren sich anspruchsvolle Investoren auf das Timing. Nicht auf das Timing des Marktes. Sondern auf das Timing des strukturellen Wandels.

Vietnams Ära als Schwellenmarkt beginnt

Die erwartete Entscheidung von FTSE Russell bedeutet weit mehr als internationale Anerkennung. Sie spiegelt Jahrzehnte der Reform wider. Sie bestätigt Vietnams bemerkenswerte wirtschaftliche Transformation. Und sie signalisiert den Beginn einer neuen Beziehung zwischen Vietnam und dem globalen Kapital.

Für internationale Investoren stellt sich nicht mehr die Frage, ob Vietnam Aufmerksamkeit verdient. Sondern ob sie sich positionieren, bevor eine der dynamischsten Volkswirtschaften Asiens in die Portfolios der größten institutionellen Investoren der Welt aufgenommen wird.

Die Geschichte kündigt sich selten im Voraus an. Diesmal tut sie es. Der Countdown hat bereits begonnen. Die Welt schaut zu. Globales Kapital bereitet sich vor. Und Vietnam ist bereit.

Über den Autor

Dr. Oliver Massmann ist Partner & Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC. Seit mehr als 25 Jahren berät er multinationale Unternehmen, Finanzinstitutionen, Investmentfonds und Regierungen zu Auslandsinvestitionen, Kapitalmärkten, Fusionen und Übernahmen, Projektfinanzierungen und Marktzugang in Vietnam. Er gilt weithin als „Architekt des Marktzugangs“ für seine Pionierarbeit bei der Gestaltung des rechtlichen und investitionsbezogenen Rahmens Vietnams.

Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann -Vietnams Stromsystem wird neu aufgebaut: Erste Netzbatterie signalisiert historischen Energieschritt

Der Energiemarkt Vietnams ist in eine entscheidende neue Phase eingetreten. Eine Reihe bedeutender Entwicklungen der letzten Wochen zeigt, dass das Land nicht mehr ausschließlich auf den Ausbau der Erzeugungskapazität setzt – sondern nun systematisch die Infrastruktur, den regulatorischen Rahmen und das Investitionsumfeld für eine der ambitioniertesten Energietransformationen Asiens aufbaut.

Im Zentrum dieser Entwicklungen steht die erfolgreiche Inbetriebnahme des ersten großskaligen, netzgekoppelten Batteriespeichersystems (BESS) Vietnams – ein wichtiger Meilenstein bei der Modernisierung des nationalen Elektrizitätssystems.

Ein historischer Meilenstein: Vietnams erste großskalige Netzbatterie

EVN Hanoi hat offiziell das erste Pilotprojekt für ein BESS im Versorgungsmaßstab über fünf 110‑kV‑Umspannwerke in Hanoi in Betrieb genommen.

Das Projekt umfasst:

  1. 50 MW / 100 MWh Gesamtspeicherkapazität,
  2. fünf einzelne Batteriesysteme à 10 MW / 20 MWh,
  3. Einsatz an den Umspannwerken Bac Thang Long, Quang Minh, Sai Dong 2, Phung Xa und Thanh Oai.

Die Batteriesysteme speichern Strom in Zeiten geringer Nachfrage und geben ihn während Spitzenlastzeiten ab – dies verbessert die Flexibilität, Zuverlässigkeit und Widerstandsfähigkeit des Netzes erheblich.

Dies ist weit mehr als eine technische Demonstration. Es ist der erste praktische Schritt Vietnams zur Integration sehr großer Mengen erneuerbarer Energie in das nationale Stromsystem.

Vietnam bereitet sich auf das Zeitalter der Speicherung vor

Der Erfolg der erneuerbaren Energien hat eine neue Herausforderung geschaffen: die bekannte „Duck Curve“.

  1. Überfluss an Strom zur Mittagszeit,
  2. rascher Rückgang der Solarproduktion nach Sonnenuntergang,
  3. während die Nachfrage am Abend ihren Höhepunkt erreicht.

Der nationale Stromverbrauch steigt weiterhin mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit. In den ersten sieben Monaten 2026:

  • Stromverbrauch überstieg 203 Mrd. kWh,
  • Nachfrage stieg um 9,3 % gegenüber dem Vorjahr,
  • Spitzenlast erreichte einen Rekordwert von 58,4 GW.

Um die Wachstumsziele der Regierung zu unterstützen, muss die Stromerzeugung im restlichen Jahr um fast 12 % steigen. Batteriespeicherung wird daher unverzichtbar.

Der überarbeitete Stromentwicklungsplan verlangt nun, dass viele neue Solarprojekte im Versorgungsmaßstab BESS mit mindestens 10 % der installierten Kapazität und einer Speicherdauer von mindestens zwei Stunden installieren.

Solar tritt in seine zweite Generation ein

Die erste Phase war geprägt von schnellem Kapazitätsausbau durch attraktive Einspeisetarife. Die zweite Phase konzentriert sich auf:

  • Netzintegration,
  • Speicherung,
  • flexible Nachfrage,
  • digitales Netzmanagement,
  • direkte Stromlieferverträge (DPPA),
  • Dekarbonisierung von Industrie und Gewerbe.

Samsung Electronics hat kürzlich eine 28‑MWp‑Solaranlage auf den Dächern seines Produktionskomplexes in Ho‑Chi‑Minh‑City unter dem privaten DPPA‑Mechanismus Vietnams eingeweiht. Das Projekt erzeugt jährlich über 40 GWh und reduziert rund 26.000 Tonnen CO₂.

Dies zeigt, dass multinationale Hersteller zunehmend erneuerbare Energien finanzieren – nicht wegen Subventionen, sondern weil globale Lieferketten kohlenstoffarme Produktion verlangen.

Das Netz wird zur neuen Investitionsgeschichte

Während die Erzeugungskapazität schnell gewachsen ist, identifizieren Entscheidungsträger die Übertragungsinfrastruktur zunehmend als Engpass. Das Ministerium für Industrie und Handel legt daher großen Wert auf:

  • beschleunigte Investitionen in die Übertragung,
  • Modernisierung des Netzbetriebs,
  • Integration von Batteriespeichern,
  • schnellere Genehmigungsverfahren,
  • großskalige Solarprojekte unter neuem Rechtsrahmen.

Dies schafft Chancen für Investoren in:

  • Netzinfrastruktur,
  • Übertragungsanlagen,
  • Energiespeicherung,
  • digitales Netzmanagement,
  • intelligente Umspannwerke,
  • Leistungselektronik.

Kernenergie bewegt sich von der Planung zur Umsetzung

EVN hat die Prioritäten für das 2,4‑GW‑Kernkraftwerk Ninh Thuan 1 vorgestellt:

  • Aufbau eines modernen Regulierungsrahmens,
  • Einrichtung einer Projektsteuerung,
  • Entwicklung von Fachkräften,
  • internationaler Technologietransfer,
  • Öffentlichkeitsarbeit,
  • Koordination von Flächenräumung und Umsiedlung.

Dies zeigt Vietnams Entschlossenheit, Kernenergie nach internationalen Sicherheitsstandards umzusetzen und gleichzeitig eigene Expertise aufzubauen.

Investoren strömen weiterhin in den Markt für erneuerbare Energien

M&A‑Transaktionen im Bereich erneuerbare Energien stiegen von ca. 20 Mio. USD im Jahr 2024 auf rund 747 Mio. USD im Jahr 2025. Internationale Investoren aus Singapur, Thailand, Japan, den Philippinen und zunehmend China erwerben weiterhin Anlagen – ein Zeichen für starkes Vertrauen in den vietnamesischen Strommarkt.

Regulatorische Reformen schreiten schnell voran

Neue Entwicklungen umfassen:

  • neue Regeln zur Investorenwahl,
  • Überarbeitung der Stromsicherheitsvorschriften,
  • Verfeinerung der BOT‑Preisgestaltung,
  • Umsetzung von DPPA,
  • verbesserte BESS‑Regulierung,
  • Optimierung der Investitionsverfahren.

Kernenergieprojekte folgen einem speziellen Auswahlmechanismus – Ausdruck ihrer strategischen Bedeutung.

Ausblick

Vietnam baut nun ein integriertes Stromökosystem, in dem erneuerbare Energien, Batteriespeicher, moderne Übertragungsnetze, Kernkraft und Marktmechanismen zusammenwirken.

Die Inbetriebnahme des ersten großskaligen BESS ist daher weit mehr als ein Pilotprojekt. Es ist ein klares Signal, dass Vietnam begonnen hat, ein flexibles, widerstandsfähiges und kohlenstoffarmes Stromsystem aufzubauen – Grundlage für jahrzehntelanges Wirtschaftswachstum und attraktive Chancen für langfristige Investitionen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den Autor Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.

VIETNAM-COUNTDOWN TO EMERGING MARKET STATUS

Vietnam’s Historic Reclassification Is About to Reshape Global Capital Flows

History Is About to Be Written

Every generation witnesses a handful of moments that permanently alter the trajectory of a nation’s economy.

For Japan, it was the post-war industrial miracle. For South Korea and Taiwan, it was their emergence as global manufacturing powerhouses. For China, it was WTO accession. More recently, markets such as Kuwait demonstrated how a change in market classification can unlock a new era of international capital.

Vietnam now stands on the threshold of its own defining moment.

In September 2026, FTSE Russell is widely expected to upgrade Vietnam from a Frontier Market to an Emerging Market. While the formal announcement remains pending, the significance of this anticipated milestone has already reverberated across the global investment community.

This is not simply another milestone for Vietnam’s stock exchange.

It is the potential beginning of one of the most significant reallocations of international capital into Southeast Asia in recent decades.

The countdown has begun.

Global Capital Is Already Packing Its Bags

The clearest indication that something extraordinary is happening is not found in headlines—it is found in the behaviour of the world’s largest investors.

According to Vietnam’s State Securities Commission, leading international financial institutions—including Vanguard, Blackstone, UBS and Morgan Stanley—have already completed many of the technical arrangements necessary to invest efficiently in Vietnam’s securities market.

This is exactly how institutional capital behaves.

Large asset managers do not wait until opportunities become obvious.

They prepare quietly.

Trading systems are connected.

Custody arrangements are finalised.

Legal documentation is completed.

Investment committees update their allocation models.

Risk departments recalibrate country exposure.

By the time financial headlines announce a new opportunity, sophisticated investors have often been preparing for months.

Vietnam is now approaching precisely such a moment.

A Market Reclassification—Not Merely a Market Upgrade

Many observers describe the anticipated FTSE decision as a “market upgrade.”

That description understates its importance.

This is, in reality, a market reclassification.

The distinction matters.

A reclassification changes how the global investment industry views an entire country.

Frontier markets occupy only a small corner of institutional portfolios.

Emerging markets form a core asset class for pension funds, sovereign wealth funds, insurance companies, endowments and global asset managers.

The difference is profound.

Vietnam is moving from being an optional investment destination to becoming a market that many global investors simply cannot afford to ignore.

The Mechanics of Global Capital

International capital follows rules.

Many of the world’s largest investment funds are benchmarked against recognised global indices.

When index composition changes, portfolio allocations change.

Passive investment vehicles tracking FTSE Emerging Market indices will automatically require exposure to Vietnamese equities.

That is only the beginning.

History consistently demonstrates that passive inflows are followed by substantially larger allocations from active institutional investors seeking to outperform their benchmarks.

For many international portfolio managers, Vietnam will no longer be analysed as a frontier opportunity.

It will become part of mainstream emerging-market investment strategy.

This structural shift has implications extending well beyond the stock exchange.

Why Vietnam Is Arriving at Exactly the Right Time

The anticipated upgrade is occurring against one of the strongest macroeconomic backdrops in Asia.

Vietnam combines characteristics rarely found together.

A young and increasingly skilled workforce.

Political stability.

Consistent economic growth.

Rapid industrialisation.

Expanding middle-class consumption.

A globally competitive manufacturing base.

An increasingly sophisticated banking sector.

Strong fiscal discipline.

And perhaps most importantly, Vietnam has become one of the principal beneficiaries of the global diversification of supply chains.

As multinational corporations continue to pursue “China Plus One” strategies, Vietnam has emerged as one of the world’s preferred manufacturing and investment destinations.

The anticipated FTSE upgrade therefore reflects not only regulatory reform, but also the transformation of Vietnam’s economic fundamentals.

The Legal Foundation Has Been Built

Capital seeks certainty before it seeks returns.

Over the past decade, Vietnam has undertaken one of the most ambitious programmes of legal and regulatory modernisation in the region.

Comprehensive commitments under the EVFTA, CPTPP, RCEP and other international agreements have significantly strengthened investor confidence.

At the same time, the government has continued to modernise securities regulation, settlement infrastructure and foreign investor access.

The planned implementation of Circular No. 08 represents another important step towards international best practice by facilitating trading through global brokerage networks and reducing operational barriers for institutional investors.

These developments send a powerful message.

Vietnam is not merely attracting international capital.

It is actively building the legal architecture required to sustain it.

Beyond Equities: Why Every Investor Should Pay Attention

The consequences of emerging-market status extend far beyond listed shares.

Deeper capital markets lower financing costs.

They support larger infrastructure projects.

They stimulate mergers and acquisitions.

They encourage private equity investment.

They improve exit opportunities for venture capital.

They strengthen corporate governance.

They facilitate privatisation.

They broaden access to international debt markets.

Most importantly, they reinforce foreign direct investment.

Modern capital markets and foreign direct investment do not compete.

They accelerate each other.

The Next Great Opportunity

The anticipated FTSE reclassification should not be viewed as the destination.

It is the opening chapter of a much larger story.

Vietnam’s next strategic objective will naturally be MSCI Emerging Market status.

Continued reforms—including further improvements in market accessibility and thoughtful liberalisation of remaining foreign ownership constraints—would further enhance Vietnam’s competitiveness within global portfolios.

The direction of travel is unmistakable.

The momentum is real.

Where the Smart Money May Look

Institutional investors are likely to focus on sectors positioned to benefit from structural growth rather than short-term speculation.

These include:

  • Banking and financial services;
  • Securities firms;
  • Industrial parks and logistics;
  • Manufacturing and export champions;
  • Renewable energy and power infrastructure;
  • Digital technology and artificial intelligence;
  • Healthcare and pharmaceuticals;
  • Consumer goods and retail;
  • Transport and infrastructure.

Many of these sectors are expected to benefit simultaneously from rising domestic demand, increasing foreign investment and deeper capital markets.

The Investment Window Is Narrowing

Financial history teaches a simple lesson.

The greatest returns often accrue before a structural transformation becomes fully recognised.

Once capital flows become mandatory, valuations begin to adjust.

Liquidity expands.

Analyst coverage increases.

Risk premiums compress.

The opportunity gradually shifts from discovery to participation.

That is why sophisticated investors focus on timing.

Not timing the market.

Timing structural change.

Vietnam’s Emerging Market Era Begins

The anticipated FTSE Russell decision represents far more than international recognition.

It reflects decades of reform.

It validates Vietnam’s remarkable economic transformation.

And it signals the beginning of a new relationship between Vietnam and global capital.

For international investors, the question is no longer whether Vietnam deserves attention.

It is whether they are positioned before one of Asia’s most dynamic economies enters the portfolios of the world’s largest institutional investors.

History rarely announces itself in advance.

This time, it has.

The countdown has already begun.

The world is watching.

Global capital is preparing.

And Vietnam is ready.

About the Author

Dr. Oliver Massmann is Partner & General Director of Duane Morris Vietnam LLC. For more than twenty-five years, he has advised multinational corporations, financial institutions, investment funds and governments on foreign investment, capital markets, mergers and acquisitions, project finance and market access in Vietnam. He is widely recognised as “The Architect of Market Access” for his pioneering work in shaping Vietnam’s legal and investment landscape.

Vietnam’s Power System Is Being Rebuilt: First Grid Battery Signals a Historic Energy Shift

Vietnam’s energy transition has entered a decisive new phase. A series of major developments announced over the past weeks demonstrates that the country is no longer focusing solely on expanding generation capacity—it is now systematically building the infrastructure, regulatory framework and investment environment required for one of Asia’s most ambitious energy transformations.

At the center of these developments is the successful commissioning of Vietnam’s first large-scale grid-connected Battery Energy Storage System (BESS), marking an important milestone in modernizing the national electricity system.

A Historic Milestone: Vietnam’s First Large-Scale Grid Battery Storage

EVN Hanoi has officially commissioned the country’s first utility-scale BESS pilot project across five 110 kV substations in Hanoi.

The project consists of:

  • 50 MW / 100 MWh total installed storage capacity;
  • Five individual 10 MW / 20 MWh battery systems;
  • Deployment at Bac Thang Long, Quang Minh, Sai Dong 2, Phung Xa and Thanh Oai substations.

The battery systems store electricity during periods of lower demand and discharge it during peak consumption, significantly improving grid flexibility, reliability and resilience.

This is far more than a technical demonstration.

It represents Vietnam’s first practical step toward integrating very large volumes of renewable energy into the national power system.

Vietnam is Preparing for the Age of Storage

Vietnam’s renewable energy success has created an entirely new challenge.

Installed solar capacity has expanded rapidly over recent years, creating the now well-known “duck curve”:

  • abundant electricity during midday,
  • rapidly disappearing solar production after sunset,
  • while electricity demand reaches its daily peak in the evening.

National electricity demand continues to rise at extraordinary speed.

During the first seven months of 2026:

  • electricity consumption exceeded 203 billion kWh,
  • demand increased 9.3% year-on-year,
  • peak load reached a record 58.4 GW.

To support the Government’s economic growth objectives, electricity generation must continue expanding at almost 12% during the remainder of the year.

Battery storage therefore becomes indispensable.

Recognizing this reality, Vietnam’s revised Power Development Plan now requires many new utility-scale solar projects to install BESS equivalent to at least 10% of installed capacity with a minimum two-hour storage duration.

The country’s energy policy is evolving from simply building more renewable capacity toward creating a fully integrated, flexible electricity system.

Solar Enters Its Second Generation

Vietnam’s solar market is entering a fundamentally different stage.

The first phase was characterized by rapid capacity expansion driven by attractive feed-in tariffs.

The second phase focuses on:

  • grid integration,
  • storage,
  • flexible demand,
  • digital grid management,
  • direct power purchase agreements (DPPA),
  • commercial and industrial decarbonization.

The first DPPA projects are now becoming operational.

Samsung Electronics recently inaugurated a 28 MWp rooftop solar installation at its Ho Chi Minh City manufacturing complex under Vietnam’s private-wire DPPA mechanism.

Developed under a long-term agreement with TotalEnergies ENEOS, the project will generate more than 40 GWh annually, reducing approximately 26,000 tonnes of CO₂ emissions every year.

The project demonstrates how multinational manufacturers are increasingly financing renewable energy not because of subsidies, but because global supply chains now demand low-carbon production.

Vietnam’s Grid Becomes the New Investment Story

While generation capacity has expanded rapidly, policymakers increasingly identify transmission infrastructure as Vietnam’s principal bottleneck.

The Ministry of Industry and Trade has therefore placed major emphasis on:

  • accelerated transmission investment;
  • modernization of grid operations;
  • integration of battery storage;
  • faster approval procedures;
  • deployment of large-scale solar under the new regulatory framework.

The focus is shifting from megawatts of generation toward system optimization.

This transition creates substantial opportunities for investors specializing in:

  • grid infrastructure,
  • transmission equipment,
  • energy storage,
  • digital grid management,
  • smart substations,
  • power electronics.

Nuclear Energy Moves from Planning toward Implementation

Vietnam is simultaneously advancing its nuclear energy programme.

EVN recently outlined the principal priorities for the 2.4 GW Ninh Thuan 1 Nuclear Power Plant, emphasizing:

  • completion of a modern nuclear regulatory framework;
  • establishment of dedicated project governance;
  • workforce development;
  • international technology transfer;
  • public communication;
  • coordination of site clearance and resettlement.

These priorities reflect Vietnam’s determination to implement nuclear power in accordance with international safety standards while developing domestic expertise.

For international technology providers, engineering companies, EPC contractors and financial institutions, nuclear development represents one of Southeast Asia’s largest long-term infrastructure opportunities.

Investors Continue to Enter Vietnam’s Renewable Market

Investor confidence remains exceptionally strong.

Renewable energy M&A transactions expanded dramatically from approximately USD 20 million in 2024 to roughly USD 747 million during 2025.

International investors from Singapore, Thailand, Japan, the Philippines—and increasingly China—continue acquiring operating renewable assets, reflecting strong confidence in Vietnam’s long-term electricity market.

At the same time, Vietnamese industrial companies increasingly install rooftop solar for self-consumption to reduce electricity costs and meet increasingly stringent ESG requirements imposed by global customers.

Regulatory Reform Continues at Full Speed

Vietnam’s regulatory framework continues evolving at remarkable pace.

Recent developments include:

  • new rules governing investor selection for energy projects;
  • revisions to electricity safety regulations;
  • ongoing refinement of BOT pricing methodology;
  • continued implementation of DPPA;
  • enhanced BESS regulation;
  • improvements to renewable energy investment procedures.

Perhaps most notably, nuclear power projects will follow a special investor selection mechanism, reflecting their strategic national importance.

Outlook

Taken together, these developments reveal a country entering the next phase of its energy transformation.

Vietnam is no longer simply adding generation capacity.

It is building an integrated electricity ecosystem where renewable energy, battery storage, advanced transmission networks, nuclear power and sophisticated market mechanisms operate together.

For international investors, infrastructure funds, export credit agencies, commercial lenders and technology providers, this transformation creates one of the most compelling energy investment stories in Asia.

The commissioning of Vietnam’s first utility-scale BESS project is therefore much more than a successful pilot.

It is a clear signal that Vietnam has begun constructing the flexible, resilient and low-carbon electricity system required to support decades of economic growth—and one that offers significant opportunities for long-term strategic investment.

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For more information on the above, please do not hesitate to contact the author Dr. Oliver Massmann under omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann is the General Director of Duane Morris Vietnam LLC.

ベトナム、移転価格税制を厳格化:政令第255/2026/ND-CP号について外国人投資家および多国籍企業が知っておくべきこと

ベトナムで事業を展開する国際企業は、同国における最近の最も重要な税務上の動向の1つに細心の注意を払う必要があります。

2026年7月1日、政府は「関連者間取引の税務管理に関する政令第255/2026/ND-CP号(以下『政令255号』)」を公布しました。本政令は、2026事業年度の法人所得税(CIT)から適用されます。

新たな政令は、関連者の定義を拡大し、文書化の要件を強化するとともに、ベトナムの税制をOECDおよびBEPSの国際基準により近づけることで、同国の移転価格税制を大幅に強化するものです。

多国籍企業(MNEs)、外資系企業、およびそのアドバイザーにとって、今こそ既存の移転価格方針を見直し、すべての関連者間取引が適切に文書化されていることを確認する好機と言えます。

移転価格とは何か

新しい規則を確認する前に、移転価格の本来の意味を理解することが重要です。

移転価格とは、同一の企業グループに属する会社間の取引に適用される価格を指します。

  • ドイツの親会社がベトナムの子会社に機械を販売する場合。
  • シンガポールの地域統括会社がベトナムの関連会社に経営指導料(マネジメントフィー)を請求する場合。
  • 親会社がグループ内の他社にソフトウェアや商標をライセンス供与する場合。
  • あるグループ会社が他のグループ会社に貸付を行う場合。

これらの会社は関連関係にあるため、一般的に相互の取引価格を自由に決定することができます。

しかし、これらの価格は、どこで利益が計上され、どこで税金が支払われるかに直接影響を及ぼします。そのため、世界中の税務当局が移転価格設定を厳格に調査しています。

国際基準は「独立企業間原則(Arm’s Length Principle)」であり、これは次のようなシンプルな意味を持ちます:

関連会社は、独立した企業同士が同様の状況下で合意したであろう商業的条件と同一の条件で互いに取引を行わなければならない。

関連者間取引とは何か

もうひとつの重要な概念は、「関連者間取引(RPT: Related Party Transaction)」です。

関連者間取引とは、特別な関係を有する企業または個人の間で行われるあらゆる商取引を指します。

一般的な関連者には以下が含まれます

  • 親会社
  • 子会社
  • 兄弟会社
  • 共通の所有権下にある企業
  • 合弁事業(JV)のパートナー
  • 主要株主
  • その他、ベトナム法における法的基準を満たす企業

関連者間取引自体は完全に適法であり、多国籍グループの通常の事業運営の一部をなすものです。

重要な要件は、これらの取引が真の商業的条件を反映しており、適切な文書によって裏付けられていることです。

政令第255/2026/ND-CP号における主な変更点

政令255号では、企業が理解しておくべきいくつかの重要な変更が導入されています。

1. 関連者(関連会社)の定義の拡大

新政令では、企業が関連者とみなされる状況が拡大されました。

課税期間中、以下の取引がある場合、企業は関連関係を成立させたとみなされる可能性があります:

  • 所有者の拠出資本の25%以上に相当する出資の譲渡または受領に関する取引。
  • 本政令で定める基準を満たす、資産の借入れ、貸付け、資産の借用または貸与に関する取引。

その結果、従来の枠組みに比べ、より多くの取引がベトナムの移転価格税制の対象となる可能性があります。

2. グループ内金融取引に対する監視の強化

実務上の最も大きな変更点のひとつは、金融取引に関するものです。

ベトナム税務当局は、以下の取引に対してより注視することが予想されます:

  • グループ内貸付
  • 株主ローン
  • 保証
  • 資金調達アレンジメント
  • 関連会社間で提供されるその他の財務支援

したがって、企業は、金利、返済条件、商業的合理性、および経済的実態が十分に文書化され、信頼できる独立企業間価格の証拠によって裏付けられていることを確認する必要があります。

3. 税務調査期間の延長

政令255号に基づき、移転価格に関する税務調査の期間は最長40日まで延長される可能がなりました。

これにより、税務当局は文書を精査し、複雑な移転価格構造を分析するための追加的な時間を得ることになります。

そのため、企業は税務調査が開始される前に、すべての文書が完備され、迅速に提示できるようにしておく必要があります。

4. 国別報告事項(CbCR)

ベトナムは、国別報告書(CbCレポート)について、国際的に認められたOECD BEPSの基準である「グループ連結売上高7億5,000万ユーロ」の基準を採用しました。

この基準を超えるグループは、すべての届出、提出、および報告義務が適切に調整されていることを確保しなければなりません。

5. 文書化要件の強化

新政令は、包括的な移転価格文書を作成・保管する納税者の責任を強化しています。

これには以下が含まれます:

  • 関連者関係の開示
  • 関連者間取引の申告
  • ローカルファイル
  • マスターファイル
  • 国別報告書(該当する場合)

適切な文書化は、多くの場合、税務調査における最も強力な防御策となります。

外国人投資家にとっての意味

外資系企業および多国籍グループは、政令255号を単なるコンプライアンス(法令遵守)手続きの追加と捉えるべきではありません。

むしろ、これは既存の移転価格設定を見直し、税務上の紛争に発展する前に潜在的なリスクを特定するための機会として捉えるべきです。

特に、企業は以下の事項を検討することが推奨されます

  • すべてのグループ内金融取引の見直し
  • 移転価格ポリシーの更新
  • 企業間契約が実際のビジネス慣行を反映していることの確認
  • ローカルファイルおよびマスターファイルのレビュー
  • 国別報告義務の遵守状況の確認
  • ベンチマーク調査の更新
  • 価格分析で選択された比較対象企業が、改定された規則の下でも適切であることの確認

外部の比較対象データに依存している企業は、政令によって導入された新しいヒエラルキー(優先順位)に基づき、なぜその比較対象が最も信頼できるのかを説明する準備も整えておく必要があります。

結びとし

政令第255/2026/ND-CP号は、税制の近代化と国際基準への合致を目指すベトナムの継続的な取り組みにおける、もうひとつの重要なマイルストーンを表しています。

ベトナムが引き続き増加する外国直接投資(FDI)を誘致する中で、移転価格コンプライアンスは依然として税務当局の重点分野であり続けるでしょう。

早期に移転価格ポリシーを見直し、確固たる文書化を維持し、すべての関連者間取引が真の商業的条件を反映していることを保証する企業は、将来の税務監査や調査において優位な立場に立つことができます。

今日の積極的なコンプライアンスへの対応は、将来的な時間、コスト、および不確実性の大幅な削減につながる見込みです。

政令第255/2026/ND-CP号、移転価格、関連者間取引、またはベトナム税法全般に関する詳細情報につきましては、ご遠慮なく執筆者であるDr. オリバー・マスマン(Dr. Oliver Massmann:omassmann@duanemorris.com)までお問い合わせください。Dr. オリバー・マスマンは、Duane Morris Vietnam LLCのゼネラルディレクターです。

Anwalt in Dr. Oliver Massmann – Vietnam Manufacturing Playbook: Aufbau einer rechtlich konformen und zoll¬effizienten China–Vietnam–EU-Lieferkette

Ein praktischer Leitfaden zu WTO, EVFTA, Ursprungsregeln und Zollkonformität

Teil III – Von der Rechtsstruktur zum operativen Erfolg

In Teil II haben wir untersucht, wie eine rechtlich belastbare Zoll- und Handelsstruktur entworfen wird. Doch selbst das sorgfältigste Konzept bleibt wirkungslos, wenn es nicht korrekt umgesetzt wird. Dieser letzte Teil konzentriert sich darauf, die rechtliche Strategie in die operative Realität zu übertragen. Er behandelt Unternehmensstrukturen, regulatorische Genehmigungen, Zollprüfungen und praktische Maßnahmen, die darüber entscheiden, ob ein Fertigungsprojekt in Vietnam langfristig effizient, konform und skalierbar bleibt.

Schritt Fünf: Unternehmensstruktur mit dem Lieferkettenmodell abstimmen

Ein häufiger Fehler besteht darin, die Unternehmensstruktur von der Zoll- und Handelsplanung zu trennen. Tatsächlich sind beide eng miteinander verbunden.

Die rechtliche Unternehmensstruktur bestimmt:

  • wer die Waren in jeder Phase besitzt;
  • wer als Importeur und Exporteur auftritt;
  • wer die Zollhaftung trägt;
  • wie Verträge gestaltet werden;
  • wie Gewinne verteilt werden;
  • wie Steuerpflichten entstehen.

Unternehmen sollten daher sorgfältig prüfen:

  • ob eine vietnamesische Tochtergesellschaft gegründet werden soll;
  • ob ein Repräsentanzbüro oder eine Niederlassung genügt;
  • ob Auftragsfertigung geeignet ist;
  • ob ein Handelsunternehmen eingerichtet werden sollte;
  • wie konzerninterne Transaktionen strukturiert werden;
  • wie Verrechnungspreisregeln angewendet werden.

Die Unternehmensstruktur sollte das Zollmodell unterstützen – nicht verkomplizieren.

Schritt Sechs: Alle erforderlichen Genehmigungen sichern

Die Fertigung in Vietnam erfordert oft mehr als nur Zollkonformität. Je nach Produkt und Tätigkeit können Unternehmen benötigen:

  • Investitionsregistrierungszertifikate;
  • Unternehmensregistrierungszertifikate;
  • Produktionslizenzen;
  • Import-/Exportlizenzen;
  • produktspezifische Genehmigungen;
  • Konformitätsbescheinigungen;
  • Funkfrequenzgenehmigungen;
  • Cybersicherheitskonformität;
  • Umweltgenehmigungen;
  • Arbeitsregistrierungen.

Das Versäumnis, die richtigen Genehmigungen einzuholen, kann den Betrieb verzögern oder zu Sanktionen führen. Regulatorische Konformität sollte daher frühzeitig berücksichtigt und in den Gesamtprojektplan integriert werden.

Schritt Sieben: Robuste interne Compliance-Systeme implementieren

Rechtskonformität darf sich nicht ausschließlich auf externe Berater stützen. Unternehmen müssen interne Systeme schaffen, die eine konsistente Einhaltung über alle Abläufe hinweg sicherstellen.

Wichtige Elemente sind:

  • klar definierte interne Verantwortlichkeiten;
  • schriftliche Compliance-Verfahren;
  • Schulungsprogramme für Mitarbeiter;
  • interne Prüfmechanismen;
  • Dokumentationskontrollsysteme;
  • Lieferantenprüfprozesse;
  • Eskalationsverfahren bei Compliance-Problemen.

Compliance sollte als laufende Managementfunktion verstanden werden – nicht als einmalige Übung.

Schritt Acht: Von Anfang an auf Zollprüfungen vorbereiten

Zollprüfungen sind ein normaler Bestandteil des internationalen Handels. Behörden in Vietnam und den Exportmärkten führen zunehmend Nachprüfungen durch, um die Konformität zu verifizieren.

Unternehmen sollten daher davon ausgehen, dass ihre Abläufe überprüft werden. Vorbereitung umfasst:

  • vollständige und genaue Dokumentation;
  • Konsistenz zwischen Erklärungen und tatsächlichen Abläufen;
  • Aufbewahrung von Unterlagen für die vorgeschriebene Dauer;
  • Dokumentation von Ursprungsberechnungen;
  • Sicherung von Lieferantenerklärungen;
  • Nachverfolgbarkeit aller Komponenten.

Gut vorbereitete Unternehmen können effizient auf Prüfungen reagieren und Störungen minimieren.

Schritt Neun: Häufige Compliance-Fallen vermeiden

Die Erfahrung zeigt, dass bestimmte Fehler immer wieder auftreten:

  • falsche HS-Klassifikationen;
  • Annahme des Ursprungs ohne rechtliche Analyse;
  • fehlende Abstimmung von Verträgen mit tatsächlichen Abläufen;
  • unzureichende Dokumentation der Fertigungsprozesse;
  • inkonsistente Zollanmeldungen;
  • ungenügende Lieferantenprüfung;
  • Vernachlässigung regulatorischer Genehmigungen;
  • nachträgliche Rekonstruktion von Dokumenten.

Das Vermeiden dieser Fallstricke erfordert vorausschauende Planung und kontinuierliche Überwachung.

Hier ist die deutsche Übersetzung von Step Ten – Establish Practical Management Checklists und Step Eleven – Plan for Long-Term Scalability, einschließlich der abschließenden Gedanken und des Serienabschlusses:

Schritt Zehn: Praktische Management-Checklisten erstellen

Um eine konsistente Umsetzung sicherzustellen, sollten Unternehmen praktische Checklisten entwickeln, die zentrale Bereiche abdecken:

Vor Produktionsbeginn:

  • Produktklassifizierung bestätigen;
  • Ursprungsanalyse abschließen;
  • Zollverfahren auswählen;
  • Unternehmensstruktur finalisieren;
  • Regulatorische Genehmigungen einholen.

Während der Produktion:

  • Produktionsaufzeichnungen führen;
  • Komponentenverbrauch nachverfolgen;
  • Dokumentation aktualisieren;
  • Compliance-Verfahren überwachen.

Vor dem Export:

  • Ursprungsdokumentation überprüfen;
  • Exporterklärungen bestätigen;
  • Vertragliche Bedingungen prüfen;
  • Konsistenz aller Dokumente sicherstellen.

Nach dem Export:

  • Unterlagen aufbewahren;
  • Interne Überprüfungen durchführen;
  • Vorbereitung auf mögliche Prüfungen treffen.

Checklisten helfen dabei, rechtliche Anforderungen in den täglichen Betrieb zu übersetzen.

Schritt Elf: Planung für langfristige Skalierbarkeit

Ein erfolgreiches Fertigungsprojekt bleibt selten statisch. Unternehmen sollten Folgendes antizipieren:

  • steigende Produktionsvolumina;
  • zusätzliche Produktlinien;
  • neue Lieferanten;
  • erweiterte Exportmärkte;
  • sich entwickelnde regulatorische Anforderungen.

Das rechtliche und operative Rahmenwerk sollte daher flexibel genug sein, um Wachstum zu ermöglichen, ohne eine grundlegende Umstrukturierung zu erfordern.

Abschließende Gedanken

Der Aufbau einer China–Vietnam–EU-Lieferkette ist nicht nur eine operative Aufgabe. Es handelt sich um ein komplexes rechtliches und strategisches Unterfangen, das sorgfältige Planung, präzise Umsetzung und kontinuierliches Management erfordert.

Unternehmen, die in eine solide Rechtsstruktur, robuste Compliance-Systeme und disziplinierte operative Umsetzung investieren, sind am besten positioniert, von Vietnams wachsender Rolle in der globalen Fertigung zu profitieren. Umgekehrt riskieren diejenigen, die die Bedeutung von Rechts- und Zollkonformität unterschätzen, erhebliche Probleme, die den langfristigen Erfolg gefährden können.

Abschluss der Serie

Diese dreiteilige Serie hat aufgezeigt:

  • warum rechtliche Planung den operativen Entscheidungen vorausgehen muss;
  • wie eine konforme Zoll- und Handelsstruktur entworfen wird;
  • wie diese Struktur in der Praxis effektiv umgesetzt werden kann.

Das Ziel ist nicht nur die Einhaltung von Vorschriften, sondern die Schaffung einer widerstandsfähigen, effizienten und skalierbaren Fertigungsplattform, die langfristiges internationales Wachstum unterstützt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den Autor Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.

Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann – Vietnam Manufacturing Playbook: Aufbau einer rechtlich konformen und zoll­effizienten China–Vietnam–EU Lieferkette – Ein Praxisleitfaden zu WTO, EVFTA, Ursprungsregeln und Zollkonformität – Teil II

Teil II – Gestaltung der optimalen rechtlichen und zollrechtlichen Struktur

In Teil I haben wir erörtert, warum die rechtliche Planung der operativen Umsetzung vorausgehen sollte, und die strategischen Fragen identifiziert, die jeder internationale Hersteller beantworten muss, bevor er eine in Vietnam basierte Produktionsplattform etabliert.

Der nächste Schritt besteht darin, diese strategischen Überlegungen in eine rechtlich belastbare Zoll- und Handelsstruktur zu überführen. In dieser Phase entstehen bei vielen Unternehmen unbeabsichtigt langfristige Compliance-Risiken. Häufig konzentriert sich das Management verständlicherweise auf Produktionspläne, technische Spezifikationen und Lieferfristen für Kunden. Doch die rechtliche Architektur der Lieferkette verdient ebenso große Aufmerksamkeit. Entscheidungen, die vor der ersten Lieferung getroffen werden, bestimmen oft, ob ein Produktionsmodell auch Jahre später effizient und konform bleibt.

Das Ziel sollte nicht lediglich darin bestehen, Waren durch den Zoll zu bewegen. Das Ziel sollte vielmehr sein, eine Lieferkette aufzubauen, die sowohl der behördlichen Prüfung in Vietnam als auch im Bestimmungsmarkt standhält und zugleich kommerziell effizient bleibt.

Schritt Eins: Das Produkt verstehen, bevor das Recht analysiert wird Keine sinnvolle Zollanalyse kann beginnen, bevor das Produkt selbst vollständig verstanden ist. Erstaunlicherweise werden Rechtsberater oft gebeten, Zollstrukturen zu empfehlen, bevor sie vollständige technische Informationen erhalten haben. Dieser Ansatz sollte vermieden werden.

Die rechtliche Analyse sollte in der Regel mit Fragen beginnen wie:

  • Was genau ist das Endprodukt?
  • Welche Komponenten werden importiert?
  • Aus welchen Ländern stammen diese Komponenten?
  • Welche Produktionsprozesse erfolgen in Vietnam?
  • Welche Produktionsprozesse erfolgen andernorts?
  • Welchem kommerziellen Zweck dient jede importierte Komponente?
  • Wie soll das Endprodukt letztlich vermarktet werden?

Bei elektronischen Produkten werden häufig zusätzliche technische Fragen relevant:

  • Enthält das Produkt Funkmodule?
  • Integriert es drahtlose Kommunikationstechnologie?
  • Gehört Verschlüsselungssoftware zum System?
  • Muss Software während der Produktion installiert werden?
  • Werden Firmware-Updates in Vietnam durchgeführt?
  • Erfolgt die Kalibrierung lokal?

Diese technischen Fakten bestimmen häufig, welche rechtlichen Regeln anwendbar sind. Erfolgreiche Zollplanung beginnt daher nicht mit der Rechtsanalyse, sondern mit der technischen Analyse.

Schritt Zwei: Produktklassifizierung niemals unterschätzen Die Zolltarifnummer bleibt einer der am meisten unterschätzten Aspekte der internationalen Produktion. Viele Unternehmen nehmen verständlicherweise an, dass der vom ausländischen Lieferanten angegebene HS-Code bereits korrekt sein muss. Diese Annahme kann teuer werden.

Das Harmonisierte System beeinflusst weit mehr als nur die Zollabgabe. Eine korrekte Klassifizierung kann bestimmen:

  • anwendbare Einfuhrverfahren,
  • Lizenzanforderungen,
  • Einfuhrbeschränkungen,
  • Zollwert,
  • Mehrwertsteuerbehandlung,
  • statistische Meldepflichten,
  • produktspezifische Ursprungsregeln,
  • Ausfuhrdokumentationspflichten und
  • Risiken bei nachträglichen Zollprüfungen.

Selbst hochentwickelte Hersteller stellen gelegentlich fest, dass identische Produkte von verschiedenen Lieferanten oder Zollbehörden unterschiedlich klassifiziert wurden. Eine unabhängige Überprüfung sollte daher stets erfolgen, bevor ein Produktionsmodell umgesetzt wird. Eine falsche Tarifklassifizierung kann jahrelang jede Lieferung betreffen, bevor sie schließlich bei einer Zollprüfung entdeckt wird.

Schritt Drei: Auswahl des geeigneten Zollverfahrens Eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen betrifft das Zollregime, unter dem Waren nach Vietnam eingeführt werden. Entgegen der weit verbreiteten Meinung gibt es selten eine universell „beste“ Lösung. Die vietnamesische Zollgesetzgebung bietet mehrere rechtliche Mechanismen, die je nach Produktionsmodell geeignet sein können.

Here is the German translation of your text, keeping the professional and precise tone intact:

Die richtige Struktur hängt von Faktoren ab, darunter:

  • Eigentum an den Waren;
  • Herstellungsaktivitäten;
  • vorgesehene Exportmärkte;
  • vertragliche Vereinbarungen;
  • Dauer der Produktion;
  • Bestandsmanagement;
  • Besteuerung; und
  • langfristige kommerzielle Ziele.

Zu den Fragen, die analysiert werden sollten, gehören:

  • Sollten die Waren nach Vietnam im Rahmen eines gewöhnlichen kommerziellen Einfuhrverfahrens eingeführt werden?
  • Spiegelt eine Import-zur-Verarbeitung-Struktur das Geschäftsmodell besser wider?
  • Ist eine vorübergehende Einfuhr rechtlich und wirtschaftlich angemessen?
  • Bietet die Lohnfertigung Vorteile?
  • Würde ein anderes nach vietnamesischem Recht verfügbares Zollverfahren das Projekt besser unterstützen?

Diese Fragen sollten niemals ausschließlich aus operativer Sicht beantwortet werden. Ein Verfahren, das zunächst administrativ einfach erscheint, kann später unnötige Komplexität bei Zollmeldungen, Bestandsabgleichen oder Ausfuhrdokumentationen verursachen. Das Ziel sollte stets darin bestehen, das rechtlich geeignete Verfahren zu identifizieren, das das beabsichtigte Geschäftsmodell am besten unterstützt.

Schritt Vier: Ursprungsregeln – oft die entscheidendste rechtliche Analyse Für Hersteller, die aus Vietnam in die Europäische Union exportieren, sind nur wenige rechtliche Fragen so bedeutend wie die Ursprungsregeln. Viele Führungskräfte verbinden „Ursprungsland“ verständlicherweise mit dem Ort, an dem Waren montiert werden. Das internationale Handelsrecht ist jedoch wesentlich komplexer.

Der Ursprung hängt von spezifischen rechtlichen Regeln ab, die in den einschlägigen Handelsabkommen und Zollgesetzen festgelegt sind. Ob ein Produkt rechtmäßig als vietnamesischen Ursprungs angesehen werden kann, erfordert eine sorgfältige rechtliche Analyse und darf nicht auf kommerziellen Annahmen beruhen.

Zu den zu berücksichtigenden Punkten gehören:

  • der Ursprung jeder importierten Komponente;
  • die anwendbare produktspezifische Regel;
  • Änderungen der Zolltarifnummer;
  • Wertschöpfungsberechnungen;
  • Anforderungen an die wesentliche Be- oder Verarbeitung;
  • in Vietnam durchgeführte Produktionsprozesse; und
  • dokumentarische Nachweise zur Unterstützung des Ursprungsanspruchs.

Die rechtliche Analyse sollte stets vor Produktionsbeginn erfolgen und nicht erst unmittelbar vor dem Export. Auf diese Weise können Produktionsprozesse, Dokumentationssysteme und vertragliche Vereinbarungen mit den geltenden rechtlichen Anforderungen in Einklang gebracht werden.

Das EVFTA schafft erhebliche Chancen – aber auch erhebliche Verpflichtungen Das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Vietnam (EVFTA) stellt eines der wichtigsten Handelsabkommen für Hersteller dar, die aus Vietnam nach Europa exportieren. Es bietet erhebliche kommerzielle Chancen durch Präferenzzollbehandlung.

Diese Präferenzbehandlung erfolgt jedoch niemals automatisch. Unternehmen, die EVFTA-Vorteile beanspruchen, müssen nachweisen können, dass sie die einschlägigen rechtlichen Anforderungen erfüllen. Europäische Zollbehörden können nicht nur die Ausfuhrdokumentation prüfen, sondern auch Produktionsunterlagen, Lieferantenerklärungen, Herstellungsprozesse und unterstützende Ursprungsnachweise.

Daher sollten Unternehmen die EVFTA-Compliance als laufenden Governance-Prozess betrachten und nicht als Dokument, das kurz vor der Lieferung erstellt wird. Ursprungsdokumente sollten kontinuierlich während der Produktion erstellt werden. Der Versuch, Jahre später während einer Zollprüfung Nachweise zu rekonstruieren, ist selten unkompliziert.

WTO-Grundsätze bleiben relevant Obwohl der Fokus stark auf Freihandelsabkommen liegt, bilden die WTO-Grundsätze weiterhin den übergeordneten rechtlichen Rahmen für den internationalen Handel. Hersteller, die in mehreren Rechtsordnungen tätig sind, sollten verstehen, dass WTO-Regeln zahlreiche Aspekte der Zollverwaltung, der Tarifklassifizierung und der internationalen Handelspolitik beeinflussen. Für multinationale Hersteller gelten WTO-Grundsätze häufig parallel zu bilateralen und regionalen Freihandelsabkommen, ohne durch diese ersetzt zu werden. Eine solide Produktionsstrategie berücksichtigt daher beide Ebenen.

Importierte Komponenten aus mehreren Ländern erfordern besondere Aufmerksamkeit Die moderne Produktion umfasst zunehmend Komponenten aus verschiedenen Rechtsordnungen. Ein typisches Elektronikprojekt kann Komponenten enthalten, die aus folgenden Ländern stammen:

  • China;
  • Deutschland;
  • Japan;
  • Korea;
  • Taiwan;
  • Malaysia;
  • Singapur; oder
  • die Vereinigten Staaten.

Jede Komponente sollte einzeln überprüft werden. Zu den Fragen, die analysiert werden müssen, gehören:

  • Wem gehört die Komponente während des Transports?
  • Welche Zollanmeldung gilt?
  • Welche Dokumente begleiten die Lieferung?
  • Wie wird der Zollwert bestimmt?
  • Wird die Komponente dauerhaft in das Endprodukt integriert?
  • Beeinflusst die Komponente die Ursprungsanalyse?
  • Sind zusätzliche behördliche Genehmigungen erforderlich?

Unternehmen konzentrieren sich häufig auf hochpreisige Komponenten.

Die Erfahrung zeigt, dass Komponenten mit geringem Wert gelegentlich ebenso bedeutende Compliance-Fragen aufwerfen können. Jede Komponente sollte daher im Kontext des gesamten Produktionsprozesses betrachtet werden.

Dokumentation ist die Grundlage der Zollkonformität Keine rechtliche Struktur kann ohne angemessene Dokumentation erfolgreich sein. Bei Zollprüfungen untersuchen die Behörden in der Regel nicht nur rechtliche Schlussfolgerungen, sondern auch die dokumentarischen Nachweise, die diese stützen. Hersteller sollten daher von Anfang an umfassende Dokumentationssysteme einrichten.

Beispiele hierfür sind:

  • Stücklisten (Bills of Materials);
  • Produktionsablaufdiagramme;
  • Fertigungsaufzeichnungen;
  • Dokumentation zur Qualitätssicherung;
  • Kalibrierungsprotokolle;
  • Aufzeichnungen über Softwareinstallationen;
  • Bestandsabgleiche;
  • Lieferantenerklärungen;
  • Ursprungsdokumentation;
  • Zollanmeldungen;
  • Einfuhrdokumente;
  • Ausfuhrdokumente; und
  • interne Compliance-Verfahren.

Gute Dokumentation erfüllt zwei Zwecke. Erstens erleichtert sie das tägliche operative Management. Zweitens liefert sie überzeugende Nachweise, falls Zollbehörden den Produktionsprozess später überprüfen.

Eine rechtliche Struktur sollte auf Wachstum ausgelegt sein Viele Unternehmen beginnen ihre Produktion zunächst mit einem Pilotprojekt. Das ist völlig nachvollziehbar. Dennoch sollte die rechtliche Struktur mit Blick auf zukünftige Expansion gestaltet werden. Das Management sollte sich daher fragen:

  • Werden die Produktionsmengen steigen?
  • Werden zusätzliche Lieferanten eingebunden?
  • Werden die Exporte über Europa hinaus ausgeweitet?
  • Wird schließlich eine vietnamesische Tochtergesellschaft gegründet?
  • Wird Lagerhaltung erforderlich?
  • Werden technische Aktivitäten nach Vietnam verlagert?
  • Wird Forschung und Entwicklung lokal durchgeführt?

Eine rechtliche Struktur, die für eine Lieferung effizient funktioniert, kann nach hundert Lieferungen unnötig belastend werden. Vorausschauende Planung stellt daher eine wertvolle Investition dar.

Ausblick Sobald die Zollstruktur entworfen ist, nehmen Unternehmen häufig an, dass die rechtliche Analyse abgeschlossen sei. In Wirklichkeit beginnt die Umsetzung erst. Der praktische Erfolg jedes Produktionsprojekts hängt davon ab, die Zollkonformität mit der Unternehmensstruktur, den vertraglichen Vereinbarungen, den behördlichen Genehmigungen und den täglichen operativen Abläufen zu integrieren.

Diese Themen werden in Teil III behandelt – zusammen mit praktischen Umsetzungshinweisen, häufigen Compliance-Fehlern, Management-Checklisten und Best Practices, die aus jahrzehntelanger Beratung internationaler Investoren beim Aufbau von Produktionsstätten in Vietnam entwickelt wurden.

Für weitere Informationen zu den oben genannten Punkten wenden Sie sich bitte an den Autor Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.

Fortsetzung in Teil III – Von der Rechtsstruktur zum operativen Erfolg: Unternehmensstrukturierung, regulatorische Compliance, Zollprüfungen und praktische Umsetzungshinweise.

Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann im Interview mit Financier Worldwide – Institutionelle Investoren als neue Architekten der globalen Kapitalmärkte

1. Institutionelle Investoren sind zu einer der mächtigsten Kräfte im globalen Finanzwesen geworden. Was sind die wichtigsten Treiber hinter ihrem wachsenden Einfluss auf die Finanzmärkte? Der wachsende Einfluss institutioneller Investoren spiegelt eine Kombination aus Größe, Demografie und strukturellen Veränderungen in den globalen Kapitalmärkten wider. Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungen und Vermögensverwalter kontrollieren inzwischen einen beispiellosen Anteil der investierbaren Vermögenswerte, getrieben durch die kontinuierliche Ansammlung von Altersvorsorgegeldern und nationalen Vermögensreserven.

Gleichzeitig sind die Kapitalmärkte komplexer und stärker vernetzt geworden. Regierungen, Unternehmen und Infrastruktursponsoren verlassen sich zunehmend auf große institutionelle Investoren, die in der Lage sind, erhebliche Kapitalbeträge über lange Anlagehorizonte einzusetzen. Diese Investoren verfügen zudem über ausgefeilte Risikomanagementfähigkeiten und globalen Marktzugang, wodurch sie in mehreren Anlageklassen und Rechtsordnungen gleichzeitig agieren können.

Darüber hinaus hat der Aufstieg privater Märkte, Infrastrukturinvestitionen und nachhaltiger Finanzierungen die Möglichkeiten für institutionelles Kapital erweitert, die wirtschaftliche Entwicklung zu gestalten. Institutionelle Investoren sind daher nicht länger passive Kapitalgeber, sondern einflussreiche Akteure bei der Festlegung von Investitionsprioritäten, Governance-Standards und langfristigen Markttrends.

2. Wie gestalten große Pensionsfonds, Staatsfonds und Vermögensverwalter globale Kapitalflüsse und Anlagestrategien neu? Große institutionelle Investoren lenken Kapital zunehmend in langfristige Vermögenswerte, die mit ihren langfristigen Verpflichtungen und Renditezielen übereinstimmen. Dies hat Investitionen in Infrastruktur, erneuerbare Energien, Private Equity, Technologie, Logistik und andere Sektoren beschleunigt, die stabile Erträge über längere Zeiträume generieren können.

Zugleich werden institutionelle Investoren selektiver in Bezug auf geografische Engagements. Kapitalallokationsentscheidungen spiegeln zunehmend Faktoren wie politische Stabilität, regulatorische Vorhersehbarkeit, demografisches Wachstum und Lieferkettenresilienz wider. Dieser Trend hat zu wachsendem Interesse an Schwellenländern geführt, die starke Wachstumsaussichten bieten und gleichzeitig verbesserte Governance-Rahmenbedingungen entwickeln.

Institutionelle Investoren fördern zudem eine stärkere Diversifizierung über traditionelle Aktien- und Anleihemärkte hinaus. Ihre zunehmende Beteiligung an privaten Märkten verändert weltweit Finanzierungsstrukturen und schafft alternative Kapitalquellen für Unternehmen und Regierungen. In vielerlei Hinsicht bestimmen institutionelle Investoren heute nicht nur, wohin Kapital fließt, sondern auch, welche Wirtschaftssektoren und Entwicklungsprioritäten langfristige finanzielle Unterstützung erhalten.

3. In welchem Umfang beeinflussen institutionelle Investoren Corporate Governance, Entscheidungen von Aufsichtsgremien und langfristige Unternehmensstrategien? Institutionelle Investoren üben erheblichen Einfluss auf die Corporate Governance aus, insbesondere bei börsennotierten Unternehmen, in denen sie häufig einen wesentlichen Teil der Aktionärsbasis darstellen. Ihr Einfluss geht über Abstimmungen auf Hauptversammlungen hinaus und umfasst zunehmend die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Vorständen und Managementteams in Bezug auf Strategie, Risikomanagement, Vergütung von Führungskräften und Nachfolgeplanung.

Die einflussreichsten institutionellen Investoren konzentrieren sich typischerweise auf Governance-Rahmen, die nachhaltige langfristige Leistung unterstützen, anstatt kurzfristige finanzielle Ergebnisse. Von Vorständen wird zunehmend erwartet, dass sie klare Aufsicht über wesentliche Risiken, Kapitalallokationsentscheidungen und Strategien zur langfristigen Wertschöpfung nachweisen. Ein Versäumnis kann zu Aktionärsaktivismus, Gegenstimmen oder erhöhter Kontrolle führen.

Wichtig ist auch, dass institutionelle Investoren weltweit zur Professionalisierung von Governance-Standards beitragen. In Schwellenländern, in denen Governance-Rahmen möglicherweise noch im Aufbau sind, dienen die Erwartungen großer internationaler Investoren oft als Katalysator für mehr Transparenz, stärkere Unabhängigkeit der Aufsichtsgremien und verbesserte Verantwortlichkeit.

4. Hat die wachsende Präsenz institutioneller Investoren Unternehmen dazu veranlasst, sich stärker auf langfristige Wertschöpfung zu konzentrieren, oder dominieren weiterhin kurzfristige Leistungszwänge? Die Antwort lautet im Wesentlichen: beides. Institutionelle Investoren haben im Allgemeinen eine stärkere Fokussierung auf langfristige Wertschöpfung gefördert, insbesondere durch ihr Engagement in den Bereichen Governance, Nachhaltigkeit, Kapitalallokation und strategische Planung. Viele Pensionsfonds und Staatsfonds arbeiten mit Anlagehorizonten, die in Jahrzehnten und nicht in Quartalen gemessen werden, und bevorzugen daher Geschäftsmodelle, die nachhaltiges Wachstum ermöglichen.

Kurzfristige Leistungszwänge sind jedoch nicht verschwunden. Die öffentlichen Märkte reagieren weiterhin schnell auf Gewinnmeldungen, Wirtschaftsdaten und Marktstimmungen, wodurch Anreize für Managementteams entstehen, kurzfristige Ergebnisse zu priorisieren. Vergütungsstrukturen für Führungskräfte und Erwartungen an Quartalsberichte können diese Zwänge zusätzlich verstärken.

Die erfolgreichsten Unternehmen sind diejenigen, die eine angemessene Balance zwischen konsistenter kurzfristiger Leistung und einer klaren langfristigen Strategie finden. Zunehmend erkennen institutionelle Investoren, dass nachhaltige Wertschöpfung sowohl operative Disziplin in der Gegenwart als auch Investitionen in zukünftige Wachstumschancen erfordert.

5. Wie prägen institutionelle Investoren die Unternehmensansätze zu Themen wie Nachhaltigkeit, Klimarisiken, Vergütung von Führungskräften und breiterer Verantwortung gegenüber Stakeholdern? Institutionelle Investoren sind zu wichtigen Treibern des Unternehmensverhaltens in Bereichen geworden, die über die traditionelle finanzielle Leistung hinausgehen. Viele Investoren betrachten Nachhaltigkeit, Klimaresilienz, Personalmanagement und Governance-Qualität inzwischen als wesentliche Faktoren, die den langfristigen Aktionärswert direkt beeinflussen können.

Klimabezogene Risiken werden beispielsweise zunehmend neben finanziellen Risiken bei der Bewertung von Investitionsmöglichkeiten berücksichtigt. Investoren verlangen größere Transparenz in Bezug auf Emissionen, Übergangsplanung und die Exponierung gegenüber physischen Klimarisiken. Ebenso unterliegen Vergütungsstrukturen für Führungskräfte verstärkter Prüfung, um sicherzustellen, dass sie mit der langfristigen Unternehmensleistung und den Interessen der Aktionäre übereinstimmen.

Auch die breitere Verantwortung gegenüber Stakeholdern hat an Bedeutung gewonnen. Institutionelle Investoren erwarten zunehmend, dass Unternehmen ein wirksames Management von Mitarbeiterbeziehungen, Lieferkettenrisiken, gesellschaftlichem Engagement und regulatorischer Compliance nachweisen. Obwohl die Ansätze je nach Rechtsordnung und Branche variieren, wächst die Erkenntnis, dass starkes Stakeholder-Management häufig zu einer besseren langfristigen Unternehmensleistung und Resilienz beiträgt.

6. Der Aufstieg des passiven Investierens hat erhebliche Vermögenswerte in einer relativ kleinen Zahl von Unternehmen konzentriert. Welche Auswirkungen hat dies auf die Marktdynamik und die Unternehmensaufsicht? Das Wachstum des passiven Investierens hat die Marktdynamik grundlegend verändert. Große Indexfondsanbieter halten inzwischen erhebliche Eigentumsanteile an Tausenden von Unternehmen und haben dadurch beträchtlichen Einfluss auf Abstimmungsergebnisse und Governance-Fragen.

Ein Vorteil des passiven Investierens besteht darin, dass es den Zugang zu diversifizierten Anlageprodukten erweitert und die Kosten für Investoren senkt. Gleichzeitig hat es die Verantwortung für die Unternehmensführung in einer relativ kleinen Gruppe von Vermögensverwaltern konzentriert. Diese Konzentration hat Debatten darüber ausgelöst, inwieweit eine Handvoll Unternehmen eine so große Zahl von Portfoliounternehmen wirksam überwachen kann.

Aus Marktsicht kann passives Investieren auch zu einer stärkeren Korrelation von Vermögenspreisen beitragen und die Rolle der traditionellen Preisfindung in bestimmten Marktsegmenten verringern. Während passives Investieren ein effizientes Anlageinstrument bleibt, prüfen Regulierungsbehörden und Marktteilnehmer weiterhin seine Auswirkungen auf Wettbewerb, Governance und langfristige Markteffizienz.

7. Kritiker argumentieren, dass die Konzentration institutionellen Kapitals systemische Risiken schaffen könnte. Wie bedeutend sind diese Bedenken und wie sollten sie angegangen werden? Die Bedenken hinsichtlich der Konzentration sind berechtigt, insbesondere angesichts des Umfangs der von einer relativ kleinen Zahl globaler Institutionen verwalteten Vermögenswerte. Große Investoren halten häufig ähnliche Positionen über Märkte und Sektoren hinweg, was die Marktvolatilität in Stressphasen erhöhen kann, wenn bedeutende Umschichtungen gleichzeitig erfolgen.

Konzentration kann auch Governance-Herausforderungen schaffen, wenn eine kleine Zahl von Institutionen erheblichen Einfluss auf Unternehmensentscheidungen ausübt. Zudem können vernetzte Finanzmärkte Schocks verstärken, wenn Risiken bei wichtigen Marktteilnehmern konzentriert sind.

Institutionelle Investoren agieren jedoch in der Regel innerhalb robuster regulatorischer Rahmenwerke und verfügen über ausgefeilte Risikomanagementfähigkeiten. Die angemessene Antwort besteht nicht unbedingt darin, die institutionelle Beteiligung zu begrenzen, sondern Transparenz, Stresstests, Liquiditätsmanagement und regulatorische Aufsicht zu stärken. Diversifizierung, erweiterte Offenlegungspflichten und kontinuierliche Überwachung systemischer Risiken können dazu beitragen, Verwundbarkeiten zu verringern und gleichzeitig die Vorteile institutioneller Investoren für die globalen Kapitalmärkte zu bewahren.

8. Wie beeinflussen geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit und regulatorische Entwicklungen die Prioritäten und das Verhalten institutioneller Investoren heute? Geopolitische Spannungen sind zu einem zentralen Faktor für institutionelle Investoren geworden. Themen wie Fragmentierung der Lieferketten, Handelsbeschränkungen, Energiesicherheitsfragen und geopolitische Rivalitäten beeinflussen zunehmend Kapitalallokationsentscheidungen neben traditionellen Finanzkennzahlen.

Viele institutionelle Investoren überprüfen Konzentrationsrisiken und streben eine größere geografische Diversifizierung an. Dies hat zu wachsendem Interesse an Rechtsordnungen geführt, die politische Stabilität, günstige Demografie und starke wirtschaftliche Wachstumsaussichten bieten. Länder, die von Lieferketten-Diversifizierung und Produktionsverlagerung profitieren, haben verstärkte Aufmerksamkeit von langfristigen Investoren erhalten.

Auch regulatorische Entwicklungen spielen eine bedeutende Rolle. Investoren müssen sich in verschiedenen Rechtsordnungen mit sich wandelnden Offenlegungspflichten, Nachhaltigkeitsvorschriften, Sanktionsregimen und Mechanismen zur Prüfung ausländischer Investitionen auseinandersetzen. Daher integrieren institutionelle Investoren zunehmend geopolitische und regulatorische Analysen in ihre Investitionsprozesse und erkennen, dass diese Faktoren langfristige Renditen und die Resilienz von Portfolios wesentlich beeinflussen können.

9. Welche Rolle spielen Technologie, Datenanalyse und künstliche Intelligenz bei der Kapitalallokation und dem Risikomanagement institutioneller Investoren? Technologie ist zu einem zentralen Bestandteil des modernen institutionellen Investierens geworden. Fortschritte in der Datenanalyse ermöglichen es Investoren, riesige Mengen an Informationen aus Finanzmärkten, Unternehmensberichten, Wirtschaftsindikatoren und alternativen Datenquellen auf bisher unmögliche Weise zu verarbeiten.

Künstliche Intelligenz wird zunehmend eingesetzt, um Muster zu erkennen, Risiken zu bewerten, Portfolios zu überwachen und Investitionsentscheidungen zu unterstützen. KI-gestützte Werkzeuge können Prognosen, Szenarioanalysen und Stresstests verbessern und Investoren in die Lage versetzen, effektiver auf sich verändernde Marktbedingungen zu reagieren.

Technologie verbessert auch die operative Effizienz, die Compliance-Überwachung und die Berichterstattung. Dennoch bleibt menschliches Urteilsvermögen unverzichtbar. Investitionsentscheidungen erfordern häufig qualitative Bewertungen von Governance, regulatorischen Entwicklungen, geopolitischen Trends und Managementqualität, die nicht vollständig durch Algorithmen erfasst werden können. Die erfolgreichsten institutionellen Investoren werden wahrscheinlich diejenigen sein, die fortschrittliche technologische Fähigkeiten mit erfahrener Investment- und Risikomanagement-Expertise kombinieren.

10. Wie erwarten Sie, dass sich der Einfluss institutioneller Investoren im nächsten Jahrzehnt entwickeln wird, und welche Auswirkungen könnte dies auf Unternehmen, politische Entscheidungsträger und die globalen Finanzmärkte haben? Im nächsten Jahrzehnt werden institutionelle Investoren voraussichtlich noch einflussreicher, da globale Pensionsvermögen weiter wachsen und Staatsfonds ihre strategischen Investitionstätigkeiten ausweiten. Ihre Rolle wird zunehmend über das traditionelle Portfoliomanagement hinausgehen und Bereiche wie Infrastrukturentwicklung, Energiewende, digitale Transformation und langfristige wirtschaftliche Resilienz umfassen.

Für Unternehmen bedeutet dies eine stärkere Prüfung der Governance-Qualität, des Risikomanagements, der Transparenz und der langfristigen strategischen Planung. Der Zugang zu institutionellem Kapital wird zunehmend davon abhängen, ob eine Organisation nachhaltige Wertschöpfung und operative Resilienz nachweisen kann.

Für politische Entscheidungsträger stellen institutionelle Investoren eine wichtige Quelle langfristigen Kapitals dar, das zur Finanzierung zentraler wirtschaftlicher Prioritäten benötigt wird. Gleichzeitig müssen Regulierungsbehörden Fragen im Zusammenhang mit Marktkonzentration, systemischen Risiken und Verantwortlichkeit in der Unternehmensführung adressieren.

Insgesamt werden institutionelle Investoren wahrscheinlich eine noch größere Rolle bei der Gestaltung sowohl der Kapitalmärkte als auch der wirtschaftlichen Entwicklung spielen und ihre Position als zentrale Architekten langfristiger globaler Investitionstrends weiter festigen.

Für weitere Informationen zu den oben genannten Punkten wenden Sie sich bitte an den Autor Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.

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