ANWALT IN VIETNAM DR. OLIVER MASSMANN – VIETNAMS CO₂-ZERTIFIKATE UND CO₂-HANDEL: NEUE REGELUNGEN BRINGEN PROJEKTGENEHMIGUNGEN NÄHER AN DIE INVESTOREN

Vietnam unternimmt einen weiteren praktischen Schritt zur Entwicklung seines nationalen CO₂-Marktes. Das Dekret Nr. 396/2026/ND-CP, das am 26. Oktober 2026 erlassen wurde und am 12. Dezember 2026 in Kraft tritt, überträgt wichtige Verfahren für CO₂-Projekte auf die Behörden der Provinzen. Für Investoren, Projektentwickler und Unternehmen, die Emissionsminderungen wirtschaftlich nutzen möchten, eröffnet die Reform die Möglichkeit, Projekte auf der Grundlage eines stärker lokal verwalteten Genehmigungsverfahrens vorzubereiten. (vanban.chinhphu.vn)

Die wirtschaftliche Bedeutung liegt darin, die administrative Zuständigkeit näher an die tatsächliche Projektumsetzung heranzuführen. Investoren, die glaubwürdige Emissionsminderungen mit einer soliden Dokumentation, klar geregelten vertraglichen Rechten und einer effektiven Koordinierung mit den Provinzbehörden verbinden, werden besser in der Lage sein, potenzielle Einnahmen aus CO₂-Zertifikaten in ein investierbares Geschäftsmodell umzusetzen.

Was ändert sich für Investoren?

Für Projekte im Rahmen des vietnamesischen nationalen Systems für den Handel mit CO₂-Zertifikaten und für Emissionskompensation überträgt der geänderte Rechtsrahmen wichtige Entscheidungen auf den Vorsitzenden des zuständigen Volkskomitees der jeweiligen Provinz. Dazu gehören die Registrierung und Änderung von Projekten, Änderungen bei den Projektbeteiligten, die Aufhebung der Registrierung sowie die Ausstellung von CO₂-Zertifikaten. Anträge können über die öffentlichen Verwaltungsservicezentren der Provinzen, per Post oder über die dafür vorgesehenen nationalen digitalen Kanäle eingereicht werden. (datafiles.chinhphu.vn)

Aus Investitionssicht könnte dies die Koordinierung lokaler Projektgenehmigungen und der Projektumsetzung erleichtern. Die tatsächliche Effizienz wird jedoch von den administrativen Kapazitäten, der technischen Prüfung und der Qualität des jeweiligen Antrags abhängen.

Ein gut vorbereiteter Investor sollte daher frühzeitig den einschlägigen Genehmigungsweg bestimmen, die zuständige Provinzbehörde identifizieren und sicherstellen, dass die technischen, umweltbezogenen und wirtschaftlichen Unterlagen des Projekts ein in sich schlüssiges Gesamtbild vermitteln.

Klarere Verfahrensschritte ermöglichen eine bessere Planung

Die Registrierungsunterlagen umfassen ein Projektdesigndokument, einen Monitoringplan und einen Plan für nachhaltige Entwicklung. Das Verfahren sieht eine erste Prüfung der Gültigkeit und Vollständigkeit innerhalb von drei Arbeitstagen sowie eine 22 Arbeitstage dauernde öffentliche Konsultationsphase vor. Bei Projekten, die sich über mehrere Provinzen erstrecken, sind eine Koordinierung und eine Einigung zwischen den jeweils zuständigen Provinzbehörden erforderlich. Vor der Genehmigung folgen weitere Prüfungs- und Bewertungsschritte. (datafiles.chinhphu.vn)

Diese Verfahrensschritte bieten Investoren eine bessere Grundlage für die Erstellung von Projektentwicklungsplänen. Sie verdeutlichen zugleich, warum die Dauer der öffentlichen Konsultation nicht als Gesamtdauer des Genehmigungsverfahrens dargestellt werden sollte.

Ebenso beginnt die Frist von zehn Arbeitstagen für die Entscheidung über die Ausstellung von CO₂-Zertifikaten erst nach Eingang der Stellungnahmen der zuständigen Behörden. Sie entspricht nicht dem gesamten Zeitraum von der ursprünglichen Antragstellung bis zur Ausstellung der Zertifikate. Für die Ausstellung sind entsprechende Monitoring-, Verifizierungs- und Nachhaltigkeitsunterlagen erforderlich. (datafiles.chinhphu.vn)

Für Finanzierungszwecke sollten die einzelnen Entwicklungsmeilensteine klar zwischen der Vorbereitung des Antrags, der Registrierung, dem Monitoring, der Verifizierung, der Ausstellung der Zertifikate und dem Eingang der Verkaufserlöse unterscheiden. Jede dieser Phasen ist mit unterschiedlichen Umsetzungsrisiken verbunden.

CO₂-Zertifikate benötigen von Anfang an eine klare wirtschaftliche Struktur

Die Reform unterstreicht die Notwendigkeit, potenzielle CO₂-Projekte bereits jetzt zu prüfen. Investoren können bewerten, ob für die geplanten Emissionsminderungen eine geeignete Methode zur Generierung von CO₂-Zertifikaten zur Verfügung steht, ob zuverlässige Daten erhoben werden können und ob die erwarteten Einnahmen die Entwicklungs- und Verifizierungskosten rechtfertigen.

Der wirtschaftliche Wert eines Projekts hängt jedoch von mehr als dessen technischem Potenzial ab. Vor einer Kapitalbindung sollten Investoren insbesondere klären:

  1. Wer über die zugrunde liegenden Projektrechte und den vertraglichen Anspruch auf die daraus entstehenden CO₂-Zertifikate verfügt.
  2. Wer die Kosten für Entwicklung, Monitoring und Verifizierung trägt.
  3. Wie Zertifikatsvolumen, Lieferverpflichtungen und Verkaufserlöse aufgeteilt werden.
  4. Welche Folgen eintreten, wenn sich Registrierung, Ausstellung oder Lieferung verzögern.
  5. Welche Anforderungen des jeweiligen Marktes und der Käufer die Zertifikate erfüllen müssen.

Diese Fragen sind besonders wichtig, wenn mehrere Parteien Grundstücke oder Landnutzungsrechte, Technologie, Finanzierung oder operative Expertise in ein Projekt einbringen. Klare Vereinbarungen zu Beginn können das Risiko von Streitigkeiten verringern, sobald die CO₂-Zertifikate einen erheblichen wirtschaftlichen Wert erlangen.

Für Käufer sollte die Due-Diligence-Prüfung jede Lieferverpflichtung mit eindeutig identifizierbaren Projektunterlagen sowie einem geeigneten Registrierungs- und Ausstellungsverfahren verknüpfen. Für Projektentwickler sollten Abnahmeverträge realistische Annahmen hinsichtlich der Ausstellung von Zertifikaten sowie angemessene Rechtsfolgen bei einer Lieferunterschreitung vorsehen.

Nationale Genehmigung und internationaler Handel erfordern eine getrennte Prüfung

Investoren sollten zwischen der Teilnahme am nationalen vietnamesischen System und der Zulässigkeit für einen bestimmten internationalen Markt oder eine bestimmte internationale Transaktion unterscheiden.

Die nationale Genehmigung eines Projekts allein begründet weder uneingeschränkte Exportrechte noch die Anerkennung im Rahmen eines ausländischen Compliance-Systems oder die Eignung für eine Transaktion, die eine staatliche Genehmigung oder ein sogenanntes „Corresponding Adjustment“ erfordert. Diese Fragen müssen nach den jeweils anwendbaren Vorschriften und der konkreten Transaktionsstruktur gesondert geprüft werden.

In der Praxis sollte zunächst der vorgesehene Käufer sowie die zulässige Endverwendung identifiziert werden, bevor die Registrierungs- und Vermarktungsstrategie des Projekts festgelegt wird. Dadurch kann vermieden werden, dass CO₂-Zertifikate entwickelt werden, deren Eigenschaften nicht den Anforderungen des Zielmarktes entsprechen.

Für Waldkohlenstoff gilt ein gesonderter Rechtsrahmen

Das Dekret verweist hinsichtlich der Verfahren zur Registrierung, Änderung und Aufhebung der Registrierung nationaler Waldkohlenstoffprojekte sowie zur Ausstellung entsprechender CO₂-Zertifikate ausdrücklich auf das Dekret Nr. 180/2026/ND-CP über Dienstleistungen zur Kohlenstoffbindung und -speicherung in Wäldern. (baochinhphu.vn)

Investoren, die Investitionsmöglichkeiten im Bereich Waldkohlenstoff prüfen, sollten ihre Analyse daher auf diesen speziellen Rechtsrahmen ausrichten. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei den Wald- und Landrechten, der Vertretungs- und Verfügungsbefugnis der jeweiligen Vertragspartner, der Aufteilung wirtschaftlicher Vorteile, den Monitoringpflichten und der Verteilung langfristiger Lieferrisiken gewidmet werden.

Vorbereitung auf den neuen Rechtsrahmen

Der Zeitraum bis zum 12. Dezember 2026 bietet ein sinnvolles Vorbereitungsfenster. Investoren können Projektmöglichkeiten prüfen, den jeweils anwendbaren Mechanismus bestimmen, geeignete technische Spezialisten einbinden und einen abgestimmten rechtlichen und wirtschaftlichen Fahrplan entwickeln.

Die erfolgreichsten Projekte werden messbare Vorteile für den Klimaschutz mit durchsetzbaren Rechten, einem glaubwürdigen Monitoring und realistischen Vermarktungsmöglichkeiten verbinden. Die Zuständigkeit der Provinzbehörden kann dazu beitragen, das Verfahren näher an die Investoren heranzuführen. Eine sorgfältige und strukturierte Projektvorbereitung wird jedoch entscheidend dafür sein, ob sich diese Chance tatsächlich in nachhaltige Erträge umsetzen lässt.

Duane Morris Vietnam kann Investoren, Projektentwickler und Käufer bei der regulatorischen Prüfung, der Projektstrukturierung, Due-Diligence-Prüfungen, der Zusammenarbeit mit den Provinzbehörden sowie bei der Verhandlung von Investitions- und Abnahmevereinbarungen für CO₂-Zertifikate unterstützen.

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Für weitere Informationen zu den oben genannten Themen wenden Sie sich bitte an den Autor, Dr. Oliver Massmann, unter omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann ist General Director von Duane Morris Vietnam LLC.

VIETNAM’S CARBON CREDITS AND CARBON TRADING: NEW RULES BRING PROJECT APPROVALS CLOSER TO INVESTORS

Vietnam is taking another practical step towards developing its domestic carbon market. Decree No. 396/2026/ND-CP, issued on 26 October 2026 and effective from 12 December 2026, decentralises important carbon project procedures to provincial authorities. For investors, developers and businesses seeking to monetise emission reductions, the reform creates an opportunity to prepare projects around a more locally administered approval process. (vanban.chinhphu.vn⁠)

The commercial significance lies in bringing administrative responsibility closer to project implementation. Investors who combine credible emission reductions with sound documentation, clear contractual rights and effective provincial coordination will be better positioned to turn potential carbon revenues into an investable proposition.

What changes for investors?

For projects under Vietnam’s domestic carbon credit exchange and offsetting mechanism, the amended framework assigns key decisions to the Chairman of the relevant provincial People’s Committee. These include project registration and adjustment, changes in project participants, cancellation of registration and issuance of carbon credits. Applications may be submitted through provincial public administration service centres, by post or through designated national digital channels. (datafiles.chinhphu.vn⁠)

From an investment perspective, this could make coordination with local project approvals and implementation more practical. Actual efficiency will depend on administrative capacity, technical assessment and the quality of each application.

A well-prepared investor should therefore establish the applicable approval route early, identify the responsible provincial authority and ensure that the project’s technical, environmental and commercial documentation tells a consistent story.

Clearer procedural steps support better planning

The registration dossier includes a project design document, monitoring plan and sustainable development plan. The procedure provides for an initial validity check within three working days and a 22-working-day public consultation stage. Projects spanning several provinces require coordination and agreement among the relevant provincial authorities. Further appraisal and assessment follow before approval. (datafiles.chinhphu.vn⁠)

These stages give investors a more useful basis for preparing development schedules. They also demonstrate why the public consultation period should never be presented as the total approval timeline.

Similarly, the ten-working-day decision period for credit issuance begins after receipt of the relevant authorities’ opinions. It does not represent the entire period from initial application to issued credits. Issuance requires supporting monitoring, verification and sustainable development documentation. (datafiles.chinhphu.vn⁠)

For financing purposes, development milestones should distinguish between application preparation, registration, monitoring, verification, issuance and receipt of sale proceeds. Each stage carries a different execution risk.

Carbon credits need a commercial structure from the outset

The reform strengthens the case for reviewing potential carbon projects now. Investors can assess whether proposed emission reductions have an applicable crediting methodology, whether reliable data can be collected and whether expected revenues justify development and verification costs.

However, a project’s financial value depends on more than its technical potential. Before committing capital, investors should establish:

  • Who holds the underlying project rights and the contractual entitlement to resulting credits.
  • Who funds development, monitoring and verification.
  • How credit volumes, delivery obligations and sale proceeds are allocated.
  • What happens if registration, issuance or delivery is delayed.
  • Which market and buyer requirements the credits must satisfy.

These questions are particularly important where several parties contribute land, technology, financing or operational expertise. Clear agreements at the beginning can reduce disputes when credits become commercially valuable.

For buyers, due diligence should connect every delivery obligation to identifiable project documentation and an appropriate registration and issuance pathway. For developers, purchase agreements should reflect realistic issuance assumptions and manageable remedies for underdelivery.

Domestic approval and international trading require separate analysis

Investors should distinguish participation in Vietnam’s domestic mechanism from eligibility for a particular international market or transaction.

A domestic project approval alone does not establish unrestricted export rights, acceptance under an overseas compliance system or eligibility for a transaction requiring government authorisation or a corresponding adjustment. Those issues require separate analysis under the applicable rules and transaction structure.

The practical starting point is to identify the intended buyer and permitted end use before selecting the project’s registration and commercial strategy. This helps avoid developing credits whose characteristics do not match the target market.

Forest carbon follows a dedicated framework

The Decree expressly directs domestic forest carbon project registration, adjustment, cancellation and credit issuance procedures to Decree No. 180/2026/ND-CP on forest carbon sequestration and storage services. (baochinhphu.vn⁠)

Investors considering forest carbon opportunities should therefore structure their review around that dedicated framework. Particular attention should be given to forest and land rights, the authority of counterparties, benefit sharing, monitoring responsibilities and the allocation of long-term delivery risks.

Preparing for the new framework

The period before 12 December 2026 offers a useful preparation window. Investors can screen project opportunities, confirm the applicable mechanism, engage suitable technical specialists and develop a coordinated legal and commercial roadmap.

The strongest projects will combine measurable climate benefits with enforceable rights, credible monitoring and realistic routes to market. Provincial administration may help bring the process closer to investors; disciplined project preparation will determine whether that opportunity translates into sustainable returns.

Duane Morris Vietnam can assist investors, project developers and buyers with regulatory assessment, project structuring, due diligence, provincial engagement and the negotiation of carbon credit investment and offtake arrangements.

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For more information on the above, please do not hesitate to contact the author Dr. Oliver Massmann under omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann is the General Director of Duane Morris Vietnam LLC.

Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann – Vietnams Atomenergiegesetz für ausländische Berater und Investoren

Markteintritt | Projektgenehmigungen | Compliance und Haftung

Eine wirtschaftliche Chance, die einen präzisen rechtlichen Weg erfordert

Das vietnamesische Atomenergiegesetz Nr. 94/2025/QH15 schafft einen Rahmen für die Beteiligung am Nuklear- und Strahlungssektor des Landes. Für ausländische Berater, Technologieanbieter und Investoren besteht die wirtschaftliche Aufgabe darin, eine konkrete Rolle mit den Genehmigungen, beruflichen Fähigkeiten und finanziellen Verpflichtungen abzustimmen, die für ihre rechtmäßige Ausübung erforderlich sind. Die Gründung einer Gesellschaft, die Erteilung eines Auftrags oder eine ausländische technische Qualifikation erfüllen für sich allein nicht die nuklearrechtlichen Anforderungen.

Das Gesetz trat am 1. Januar 2026 in Kraft. Es gilt ausdrücklich für ausländische Organisationen und Einzelpersonen, die in Vietnam Tätigkeiten im Bereich der Atomenergie ausüben. Sein Anwendungsbereich geht über die Stromerzeugung hinaus und umfasst Forschung, Ausbildung, industrielle und medizinische Strahlenanwendungen, Transport, Materialbewirtschaftung und bestimmte Unterstützungsleistungen. [Artikel 1, 2, 4(13), 72]

Die erste Investitionsentscheidung betrifft die Wahl der Rolle

Ein kaufmännischer Berater, ein regulierter Strahlendienstleister, ein Reaktorausleger, ein Bauunternehmer und ein Anlagenbetreiber unterliegen unterschiedlichen Pflichten. Das Projekt sollte daher mit einer schriftlichen Klassifizierung der Tätigkeiten und einer Genehmigungsmatrix beginnen. Daraus ergibt sich, wer einen Antrag stellen muss, welche Nachweise erforderlich sind, welche Tätigkeiten zurückgestellt werden müssen und welche Kosten in die Wirtschaftlichkeitsrechnung gehören.

Dieser Leitfaden erläutert die wesentlichen gesetzlichen Pflichten und überführt sie in eine Checkliste für den Markteintritt sowie eine Compliance-Matrix. Empfehlungen zu Verträgen und internen Kontrollen werden als praktische Maßnahmen gekennzeichnet; sie werden nicht als zusätzliche gesetzliche Anforderungen dargestellt.

Das aktuelle Regelungspaket zugrunde legen

Das Gesetz ist zusammen mit seinen Änderungen, den einschlägigen Durchführungsinstrumenten und projektspezifischen Entscheidungen zu lesen. Die konsolidierte Fassung Nr. 64/VBHN-VPQH enthält Änderungen, die im März und Juli 2026 wirksam wurden. Zu den wichtigsten Durchführungsinstrumenten gehören die Dekrete 316/2025, 331/2025 und 332/2025; Verwaltungssanktionen sind im Dekret 71/2026 geregelt. Bei jeder transaktionsbezogenen Prüfung sind außerdem die einschlägigen Rundschreiben und etwaige spätere Änderungen zu ermitteln. [Quellen 1-7]

1. Marktzugang und Chancen für Berater

Ausländische Beteiligung ist anerkannt, die Voraussetzungen müssen jedoch nachgewiesen werden

Das Gesetz fördert internationale Zusammenarbeit, Ausbildung, Forschung, Technologietransfer und Investitionen zur Unterstützung der nuklearen Entwicklung. Artikel 13 erkennt verschiedene Formen der Mittelbeschaffung an, darunter öffentlich-private Partnerschaften, Darlehen, Joint Ventures, Leasing und Sponsoring. Diese Bestimmungen sind wirtschaftlich relevant, begründen jedoch weder ein uneingeschränktes Recht auf ausländisches Eigentum noch eine automatische Investorenauswahl oder einen Anspruch auf den Betrieb eines Kernkraftwerks. [Artikel 5, 11-13]

Ein potenzieller Teilnehmer sollte seine zulässigen Geschäftstätigkeiten, investitions- und gesellschaftsrechtlichen Genehmigungen, die vertragliche Leistungsstruktur und seine Eignung nach den anwendbaren Vergaberegeln jeweils gesondert feststellen. Soweit einschlägig, sind die Anforderungen für ausländische Auftragnehmer sowie des Bau-, Arbeits-, Einwanderungs-, Steuer-, Grundstücks-, Umwelt- und Elektrizitätsrechts zu prüfen. Das Atomenergiegesetz selbst lässt an zahlreichen Stellen die Anwendung anderer Rechtsvorschriften unberührt. [Artikel 41-48]

Die konkrete Leistung klassifizieren, nicht nur die Berufsbezeichnung

Strahlungsarbeit nach Artikel 14 bedarf grundsätzlich einer Genehmigung nach Artikel 56(1), sofern keine vorgeschriebene Ausnahme gilt. Die in Artikel 15 aufgeführten Dienstleistungen zur Unterstützung der Atomenergie erfordern eine Dienstleistungsregistrierung nach Artikel 56(2); Berufsausübungsnachweise werden gesondert in Artikel 57 behandelt. Die Durchführungsbestimmungen legen die detaillierten Anforderungen an Eignung, Personal, Ausrüstung, Antragstellung und Gültigkeitsdauer fest. [Artikel 14, 15, 56-58]

Die Liste in Artikel 15 umfasst Schulungen zur Strahlensicherheit, Installation und Wartung von Strahlungs- oder Nuklearausrüstung, Personendosimetrie, Radioaktivitätsbewertungen, Geräteprüfung, Kalibrierung, Dekontamination, Strahlungsüberwachung und Tests. Allgemeine kaufmännische Beratung oder Projektmanagementberatung wird in der vorliegenden gesetzlichen Liste nicht ausdrücklich genannt. Dies ist eine Klassifizierungsfrage und keine pauschale Befreiung: Zusätzliche vorgeschriebene Dienstleistungen und der tatsächliche technische Leistungsumfang sind vor Arbeitsbeginn zu prüfen.

Unterstützung bei der regulatorischen Begutachtung ist eine ausdrückliche Chance

Artikel 50 gestattet den zuständigen staatlichen Begutachtungsbehörden, technische Unterstützungsberater für einzelne oder sämtliche Arbeiten im Zusammenhang mit der Begutachtung von Standorten, Technologien sowie Sicherheits- oder Sicherungsfragen von Kernkraftwerken zu beauftragen. Diese Kosten werden in die Gesamtprojektinvestition einbezogen. Artikel 52(3) erstreckt den Begutachtungsrahmen auf Forschungsreaktoren. Dies schafft eine gesetzliche Grundlage für Beratungsmandate, erteilt jedoch keinen Auftrag und bestätigt nicht die Eignung eines bestimmten ausländischen Unternehmens.

Praktische Empfehlung: Unterscheiden Sie zwischen einem Owner’s Engineer beziehungsweise Berater des Projektentwicklers und einem Berater, der eine regulatorische Begutachtung unterstützt. Prüfen Sie vor Annahme einer Rolle die vergaberechtliche Eignung, konkurrierende Mandate, Unabhängigkeit und vertrauliche Informationen. Richten Sie das Angebot auf das konkrete Genehmigungsdossier, die technischen Nachweise und die in der jeweiligen Phase erforderlichen Leistungen aus.

Nicht davon ausgehen, dass ausländische Qualifikationen automatisch anerkannt werden

Ordnen Sie die Aufgaben jedes vorgesehenen Experten den vietnamesischen Zertifizierungs- und Baukapazitätsanforderungen zu. Holen Sie die erforderlichen Registrierungen und Nachweise ein, bevor regulierte Dienstleistungen erbracht werden; klären Sie einen etwaigen Anerkennungsweg für ausländische Qualifikationen, anstatt eine im Herkunftsland erteilte Zulassung als ausreichend anzusehen. [Artikel 44(1), 56, 57]

2  Nuklearprojekte erfordern getrennte Genehmigungsstufen

Bei einem Kernkraftwerk dienen Investitionsgenehmigung, Standortgenehmigung, Baugenehmigung, Inbetriebnahmegenehmigung und Betriebsgenehmigung unterschiedlichen Zwecken. Projektzeitplan und Verträge sollten ihre Abhängigkeiten dokumentieren. Die folgende Übersicht ist eine gesetzliche Genehmigungsmatrix und keine Zusicherung, dass sämtliche sonstigen Genehmigungen abschließend erfasst sind.

PhaseErforderliche Entscheidung oder NachweisGesetzliche Grundlage
InvestitionswegVerfahren zur Investitionspolitik und Investitionsentscheidung bestimmen; geeignete Unterlagen für Vor- und Durchführbarkeitsstudien erstellen.42, 45
StandortDetaillierte Standortbewertung und Standortgenehmigung durch den Premierminister; die Genehmigung kann der Investitionsentscheidung vorausgehen oder gleichzeitig mit ihr erteilt werden.43
Auslegung und UmweltQualifizierte Ausleger, Qualitätskontrollen, Begutachtung der nuklearen Sicherheit, Umweltprüfung einschließlich Strahlungsauswirkungen.44, 45
BauNukleare Baugenehmigung vor Errichtung von Teilen, die für Strahlen-, Nuklear- oder Sicherungssicherheit relevant sind.46
Tests ohne BrennstoffBegutachtung und Genehmigung des Inbetriebnahmeprogramms vor Tests ohne Brennstoff.47(2)
BrennstoffbeladungInbetriebnahmegenehmigung vor der Beladung mit Kernbrennstoff; Erfüllung der phasenspezifischen Anforderungen an Sicherheit, Personal, Notfallvorsorge, Sicherung und Umwelt.47(3)-(4)
BetriebNukleare Betriebsgenehmigung, anschließend Antrag auf Elektrizitätsgenehmigung; Betriebsbedingungen und finanzielle Sicherheiten müssen erfüllt sein.48, 70
StilllegungGenehmigter und aktualisierter Plan, Beendigungsgenehmigung, ausreichende Finanzierung und förmliche Anerkennung des Abschlusses.49

Den Sicherheitsnachweis durchgängig fortführen

Investor und Betreiber müssen Sicherheitsanalyseberichte führen, die über die Phasen Standort, Auslegung, Bau, Inbetriebnahme und Betrieb hinweg konsistent und aktuell bleiben. Diese Unterlagen sind bis zur vollständigen Stilllegung aufzubewahren. Ein für eine Phase erstelltes Dossier beseitigt nicht die Nachweispflichten der nächsten Phase. [Artikel 33(3)]

Sicherheitsrelevante Änderungen der Auslegung während des Baus müssen gemeldet und genehmigt werden, bevor die betroffenen Arbeiten fortgesetzt werden. Änderungen des Inbetriebnahmeprogramms bedürfen ebenfalls der Genehmigung. Kaufmännische Änderungsverfahren sollten beide Kontrollen berücksichtigen. [Artikel 46(4), 47(5)]

Für Forschungsreaktoren gilt ein eigener Genehmigungsweg

Die Artikel 52-54 übertragen zahlreiche Anforderungen für Kernkraftwerke auf Forschungsreaktoren, sehen jedoch ausdrückliche Abweichungen vor. Die Standortgenehmigung wird nach Artikel 53(3) von der zentralen Atomenergiebehörde und nicht vom Premierminister erteilt. Projekte für Forschungsreaktoren sollten einen eigenen Genehmigungszeitplan einschließlich der besonderen Bestimmungen für längere Stillstandszeiten verwenden. Dekret 316/2025 enthält Einzelheiten zur Projektdurchführung. [Quelle 3]

3  Sicherheits- und Lieferkettenkontrollen beginnen vor der Mobilisierung

Die gesetzliche Verantwortung verbleibt bei der Leitung

Das Gesetz weist die primäre Verantwortung für Sicherheit und Sicherung den Organisationen zu, die Strahlungsarbeiten durchführen und einschlägige Anlagen errichten. Die Leiter nuklearer Einrichtungen tragen während des gesamten Lebenszyklus der Anlage die höchste Verantwortung. Die Beauftragung eines erfahrenen Beraters ist wertvoll, überträgt diese gesetzlichen Verantwortlichkeiten jedoch nicht von der verantwortlichen Organisation oder ihrer Leitung. [Artikel 6, 25, 34]

Für genehmigte Strahlungsarbeiten muss die Leitung einen Strahlenschutzbeauftragten benennen und dessen Befugnisse schriftlich festlegen. Zu den einschlägigen Pflichten gehören Schulungen, Gesundheitsuntersuchungen, individuelle Dosisüberwachung, interne Verfahren, Arbeitsplatzüberwachung, Abfallkontrolle und Notfallbereitschaft. Strahlenexponierte Beschäftigte müssen Sicherheitsanweisungen befolgen und Unregelmäßigkeiten melden. [Artikel 20, 25]

Technische Standards benötigen eine vereinbarte Rechtsgrundlage

Artikel 33(2)(dd) verlangt die Einhaltung der anwendbaren vietnamesischen technischen Vorschriften. Fehlt eine einschlägige nationale technische Vorschrift, gestattet die Bestimmung bestimmte vietnamesische, ausländische oder internationale Standards, sofern sie mit den vietnamesischen Gegebenheiten sowie den Sicherheits- und Sicherungsstandards und Leitlinien der IAEO vereinbar sind. Ein vom Lieferanten bevorzugter internationaler Kodex sollte daher den einschlägigen vietnamesischen Anforderungen zugeordnet und in den regulatorischen Dossiers abgebildet werden.

Das Gesetz verlangt fortschrittliche und bewährte Technologie für die Auslegung von Kernkraftwerken sowie das Prinzip der gestaffelten Sicherheitsvorsorge. Investoren müssen Auftragnehmer, Unterauftragnehmer und Lieferanten beaufsichtigen und die Fertigungsqualität sicherheitswichtiger Strukturen, Systeme und Komponenten prüfen. [Artikel 44(2), 46(3)]

Praktische Empfehlung: Nehmen Sie eine dokumentierte Rangfolge technischer Anforderungen, Lieferantenqualifizierung, Rückverfolgbarkeit, Audit-Rechte, Meldung von Nichtkonformitäten und Genehmigung von Ersatzlösungen in die Beschaffungsunterlagen auf. Artikel 5 unterstützt die Lokalisierung als politische Zielsetzung; er legt selbst keine allgemeine zahlenmäßige Quote für lokale Wertschöpfung fest.

Einfuhren und Transporte benötigen eigene Kontrollen

Die Ein- und Ausfuhr regulierter radioaktiver Stoffe und nuklearer Ausrüstung bedarf der jeweiligen Genehmigungen. Für Transporte sind Sicherheits-, Sicherungs- und Notfallpläne erforderlich; der Transportnotfallplan unterliegt einer Begutachtung. Bestimmte Transitbewegungen bedürfen der Genehmigung des Premierministers; für Quellen mittlerer und geringer Gefährdung gilt eine gesondert vorgeschriebene Behandlung. [Artikel 28-30]

Behandeln Sie die Erklärungsfrist nach Besitzübergang nicht als Erlaubnis, einen kontrollierten Gegenstand ohne die erforderlichen Genehmigungen einzuführen, zu besitzen oder zu verwenden. Anzeige, Erklärung, Genehmigung und Zollabwicklung sind voneinander verschiedene Pflichten. Die Einfuhr radioaktiver Abfälle ist verboten. [Artikel 9(5), 30, 55, 56]

Der Entsorgungsweg muss von Anfang an tragfähig sein

Abfallerzeuger müssen die erforderlichen Entsorgungsmaßnahmen finanzieren. Abfallanlagen benötigen Genehmigungen für Strahlungsarbeiten sowie finanzielle Vorkehrungen für Betrieb und Beendigung. Die Ausfuhr von Abfällen oder abgebrannten Brennelementen setzt Genehmigungen sowie die Zustimmung, Fähigkeit und rechtliche Grundlage des Empfängerstaats voraus. Eine vorgesehene Rücknahmeklausel des Lieferanten schafft für sich allein keinen rechtmäßigen Ausfuhrweg. [Artikel 36-39]

4  Haftung und finanzielle Sicherheiten beeinflussen die Finanzierbarkeit

Strahlenschäden und nukleare Schäden getrennt behandeln

Für Strahlenschäden nach Artikel 68 gelten hinsichtlich Verantwortlichkeit, Entschädigung und Verjährungsfristen die zivilrechtlichen Vorschriften. Nukleare Schäden unterliegen dem besonderen gesetzlichen System der Artikel 69 und 70. Diese Unterscheidung sollte bei der Bestimmung des Umfangs von Berufshaftpflicht-, Bau-, Transport- und Nuklearhaftpflichtversicherung berücksichtigt werden.

Die Verantwortung wechselt an der Grenze zur Inbetriebnahme

Artikel 69(2)(a) weist die alleinige Verantwortung für erfasste nukleare Schäden während der Inbetriebnahme dem Investor und während des Betriebs der Betreiberorganisation zu, sofern der erforderliche Kausalzusammenhang mit einem Ereignis in ihrer Anlage besteht. Die Bestimmung erstreckt die Verantwortung unabhängig davon, wo der daraus resultierende Schaden eintritt. Sie darf nicht dahin verstanden werden, dass das gesetzliche System für jedes Ereignis an jedem Ort der Welt gilt; Artikel 69(1) bestimmt den ereignisbezogenen räumlichen Anwendungsbereich.

Artikel 69(4) verpflichtet Betreiberorganisationen auch ohne Verschulden zum Schadensersatz, vorbehaltlich der dort genannten Ausnahmen, darunter Krieg oder Terrorismus sowie bestimmtes Verhalten des Geschädigten. Die zuletzt zugelassene Betreiberorganisation kann weiterhin für Schäden verantwortlich sein, die durch gestohlenes, verlorenes, weggeworfenes oder aufgegebenes Kernmaterial verursacht werden. [Artikel 69(2)(b)]

Transportverträge müssen den gesetzlichen Verantwortungsübergang regeln

Nach der Grundregel bleibt die versendende Organisation verantwortlich, bis die empfangende Organisation das Material übernimmt. Artikel 69(3) ermöglicht eine schriftliche Vereinbarung, nach der die Verantwortung in einer anderen Transportphase oder auf Wunsch eines Beförderers auf diesen übergeht. Ein Beförderer, der die Verantwortung übernimmt, übernimmt die einschlägigen Betreiberpflichten. Stimmen Sie Haftungsvereinbarung, Nachweis der tatsächlichen Übergabe, Transportgenehmigungen und Versicherungszeitraum aufeinander ab; eine kaufmännische Lieferklausel allein sollte nicht als Lösung aller vier Punkte angesehen werden.

Finanzielle Sicherheiten müssen den Durchführungsbestimmungen entsprechen

Das Gesetz überlässt die Höhe der Entschädigung den Durchführungsbestimmungen. Artikel 105 des Dekrets 332/2025 sieht eine Mindestversicherung oder sonstige Sicherheit von 150 Millionen SZR je Ereignis in einem Kernkraftwerk und 5 Millionen SZR für sonstige nukleare Einrichtungen und Ereignisse beim Transport von Kernmaterial vor. Er regelt außerdem die Gesamtentschädigung je Ereignis und staatliche Unterstützung unter Bezugnahme auf 300 Millionen SZR. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Sicherungs- und Entschädigungsregelungen; sie dürfen nicht auf eine einzige angenommene vertragliche Haftungsobergrenze reduziert werden. [Artikel 69, 70; Quelle 5]

Artikel 70 verlangt für den Antrag auf Betriebsgenehmigung einen Nachweis der Sicherheit. Artikel 105(1)(c) des Dekrets 332/2025 verlangt außerdem Versicherungs- oder sonstige Finanzsicherungsunterlagen beim Antrag auf Inbetriebnahmegenehmigung. Der Versicherungsschutz ist vor Beginn der jeweiligen Exposition zu arrangieren. Staatliche Unterstützung unterliegt gesetzlichen Grenzen; sie stellt keine unbegrenzte staatliche Projektgarantie dar. [Quelle 5]

Vertragliche Risiken bleiben ein gesonderter Due-Diligence-Punkt

Berater und Lieferanten sollten nicht davon ausgehen, dass die gesetzliche Zuordnung nuklearer Schäden Berufspflichtverletzungen, vertragliche, verwaltungsrechtliche oder sonstige Haftungsrisiken ausschließt. Zu prüfen sind Freistellungen, Rückgriff, Nuklearausschlüsse, Verteidigungskosten und die Durchsetzbarkeit von Haftungsbegrenzungen. Für Ansprüche wegen nuklearer Schäden gelten gesetzliche Fristen von 30 Jahren bei Tod oder Gesundheitsschäden und von 10 Jahren bei sonstigen Schäden, jeweils ab dem Ereignis. [Artikel 69(7)]

5  Compliance gilt während des gesamten Projektlebenszyklus

Digitale Aufzeichnungen und Informationssicherheit

Artikel 7 begründet Pflichten zur digitalen Einreichung, Genehmigung und Informationsverwaltung und verlangt rechtzeitige, vollständige und richtige Datenaktualisierungen. Staatsgeheimnisse sind von der gewöhnlichen Plattformregel ausgenommen; Zugang und Nutzung müssen die Vorschriften über Staatsgeheimnisse, personenbezogene Daten und Cybersicherheit beachten. Die Plattform ist kein Grund, sämtliche technischen oder sicherheitsbezogenen Informationen öffentlich zugänglich zu machen.

Praktische Empfehlung: Klassifizieren Sie Projektunterlagen vor ihrer Erhebung oder Weitergabe, kontrollieren Sie Benutzerzugriffe und benennen Sie einen Datenverantwortlichen. Prüfen Sie Offshore-Zugriffe von Ingenieuren, Fernunterstützung und geplante grenzüberschreitende Übermittlungen nach den anwendbaren Daten- und Geheimhaltungsvorschriften. Das Atomenergiegesetz allein beantwortet nicht jede Frage des grenzüberschreitenden Datenverkehrs.

Sicherungsmaßnahmen können auch ohne Kernmaterial am Standort gelten

Die in den Artikeln 62-64 als „nukleare Inspektion“ übersetzten Bestimmungen betreffen nukleare Safeguards und die Überprüfung der Nichtverbreitung einschließlich Tätigkeiten der IAEO. Sie unterscheiden sich von den innerstaatlichen regulatorischen Inspektionsbefugnissen nach den Artikeln 59-61. Forschung und Entwicklung zum Brennstoffkreislauf, einschließlich geplanter Tätigkeiten ohne Kernmaterial, können in den Anwendungsbereich der Safeguards fallen. [Artikel 62(3)(c)]

Eine betroffene Organisation muss die Überprüfung und die rechtmäßige Tätigkeit internationaler Inspektoren und nationaler Behörden unterstützen. Die Safeguards-Position sollte vor Aufnahme von Forschung zum Brennstoffkreislauf, Übertragung kontrollierter Ausrüstung oder Organisation des Zugangs zu sensiblen Einrichtungen geprüft werden. [Artikel 62, 63]

Berichterstattung und Notfallbereitschaft müssen funktionsfähig sein

Organisationen, die Strahlungsarbeiten durchführen, legen jährliche Sicherheitsstatusberichte sowie von Behörden angeforderte Berichte vor. Nukleare Einrichtungen legen zusätzlich alle zehn Jahre umfassende Berichte vor. Für die Überwachung der Strahlung am Arbeitsplatz und gegebenenfalls in der Umwelt sind Aufzeichnungen aufzubewahren. Ungewöhnliche Umweltergebnisse und der Verlust von Sicherungsmaßnahmen lösen unverzügliche Meldepflichten aus. [Artikel 17(3), 19, 20, 23, 34]

Notfallvorkehrungen der Anlage müssen glaubhafte Szenarien, Befehlsstrukturen, Ressourcenmobilisierung und Übungen abdecken und mit den Provinz- und Nationalplänen verbunden sein. Pflichten zur Information der Öffentlichkeit und zur Aufnahme von Rückmeldungen aus der Gemeinschaft bestehen neben Beschränkungen für sensible Sicherheitsinformationen. Inspektoren und Aufsichtsbehörden können Abhilfemaßnahmen verlangen und gefährliche Tätigkeiten aussetzen. [Artikel 25, 35, 51, 59-61, 65-67]

Den Ausstieg vor dem Einstieg budgetieren

Die Planung der Stilllegung beginnt bei der Auslegung und muss überprüft und aktualisiert werden. Eigentümer und Betreiber von Kernkraftwerken müssen die vollständigen Stilllegungskosten finanzieren. Die Sicherheits- und Sicherungsverantwortung endet erst, wenn der genehmigte Plan abgeschlossen und die Beendigung förmlich anerkannt ist; die Schließung des Unternehmens oder das Auslaufen eines Vertrags bewirkt diese Entlassung nicht. [Artikel 49; Strahlungseinrichtungen: Artikel 21]

Bestehende Genehmigungen erfordern eine Übergangsprüfung

Artikel 73 erhält bestimmte bestehende Genehmigungen, Registrierungen, Ausnahmen, laufende Änderungs- oder Verlängerungsverfahren und besondere Projektmechanismen aufrecht. Er ist keine allgemeine Befreiung für neue Tätigkeiten oder Änderungen des Umfangs. Prüfen Sie die konkrete historische Genehmigung und die aktuelle Vorschrift für jede geplante Änderung. Wenden Sie den aktuellen Planungsrahmen und nicht die überholte Fassung des ursprünglichen Artikels 10(2) an. [Artikel 3, 58, 73; Quelle 2]

6  Checkliste für den Markteintritt

Verwenden Sie diese Checkliste, bevor Sie Liefertermine zusagen oder ein Team mobilisieren. Dabei handelt es sich um praktische Due-Diligence-Schritte; die von ihnen geprüften Rechtspflichten sind in der Compliance-Matrix angegeben. Dokumentieren Sie für jeden Punkt die Nachweise, den Entscheidungsverantwortlichen und etwaige offene Bedingungen.

01  Genaue Tätigkeit festlegen. Führen Sie sämtliche Beratungs-, Auslegungs-, Installations-, Inspektions-, Schulungs-, Überwachungs-, Transport- und Betriebsleistungen auf.

02  Rechtliche Rolle bestimmen. Benennen Sie Investor, Eigentümer, Betreiber, Genehmigungsinhaber, Berater, Beförderer, Importeur und Abfallerzeuger; erfassen Sie Änderungen zwischen den Projektphasen.

03  Marktzugang bestätigen. Prüfen Sie den Weg der ausländischen Beteiligung, den Geschäftsumfang und erforderliche gesellschafts-, investitions- oder auftragnehmerbezogene Genehmigungen.

04  Vergabe- und Vertragsweg bestätigen. Prüfen Sie die Befugnis des Auftraggebers, Vergaberegeln, Finanzierungsbedingungen und projektspezifische Mechanismen; bewerten Sie konkurrierende Mandate.

05  Nuklearrechtliche Genehmigungen klassifizieren. Ordnen Sie jede Tätigkeit Artikel 14, Artikel 15 oder einer anderen einschlägigen Kategorie zu; dokumentieren Sie jede Ausnahme und ihre Rechtsgrundlage.

06  Personal und Leistungsfähigkeit prüfen. Bestätigen Sie die Eignung der Organisation, Berufsnachweise, Baukapazitäten und die rechtmäßige Mobilisierung ausländischer Experten.

07  Genehmigungszeitplan erstellen. Trennen Sie Anforderungen für Investition, Standort, Auslegung, Umwelt, Bau, Inbetriebnahme, Nuklearbetrieb und Elektrizität.

08  Technische Grundlage vereinbaren. Ordnen Sie vietnamesische technische Vorschriften, zulässige Standards, Technologienachweise und Verantwortlichkeiten für Sicherheitsanalysen zu.

09  Logistikweg absichern. Ermitteln Sie Warenklassifizierung, Exporteur und Importeur, Genehmigungen, Transitroute, Notfallpläne und Annahmegenehmigungen.

10  Den gesamten Lebenszyklus kalkulieren. Berücksichtigen Sie Compliance-Personal, regulatorische Dossiers, Sicherung, Versicherung, Abfall, abgebrannte Brennelemente und Stilllegungskosten.

11  Haftungsstruktur festlegen. Prüfen Sie aktuelle Entschädigungsregeln, gesetzliche Verantwortung, vertraglichen Rückgriff, Versicherungsausschlüsse und den Verantwortungsübergang beim Transport.

12  Compliance-System einrichten. Benennen Sie Sicherheits- und Datenverantwortliche, Berichtsfristenkalender, Dokumentenkontrollen, Lieferantenaudits und Notfalleeskalation.

13  Projektinformationen schützen. Prüfen Sie die Einstufung als Staatsgeheimnis, Safeguards, Cybersicherheit, personenbezogene Daten und genehmigte Offshore-Zugriffe.

14  Leistungserbringung unter Bedingungen stellen. Knüpfen Sie regulierte Mobilisierung und Leistung an wirksame Genehmigungen und nachgewiesene Qualifikationen.

15  Markteintritt genehmigen. Dokumentieren Sie die Nachweise für Eignung, Genehmigungen, Versicherbarkeit, Finanzierung sowie einen tragfähigen Abfall- und Ausstiegsweg.

7  Compliance-Matrix

Gesetzliche Pflichten gelten für die jeweils festgestellte Rolle und Tätigkeit und nicht automatisch für jeden ausländischen Gesellschafter oder Berater. Die Spalte „Nachweise“ empfiehlt praktische Unterlagen. Detaillierte Formulare, Ausnahmen, Gültigkeitsdauern und Verfahren sind anhand der anwendbaren Durchführungsinstrumente zu bestätigen.

Pflicht und GrundlageVerantwortliche Partei und ZeitpunktErforderliche MaßnahmeNachweis
Tätigkeitsgenehmigung
Artikel 9(3), 14, 56, 58
Ausführender von Strahlungsarbeiten
Vor Arbeitsbeginn; bei Umfangsänderungen
Vor regulierten Arbeiten die einschlägige Genehmigung einholen; jede Ausnahme dokumentieren.Genehmigungs- und Umfangsregister
Unterstützungsleistungen
Artikel 15, 56, 57
Dienstleister und einschlägige Berufsträger
Vor regulierten Leistungen; Verlängerungen
Einschlägige Dienstleistungsregistrierung und Berufsausübungsnachweise einholen.Registrierung; Nachweise
Anzeige geplanter Arbeiten
Artikel 55(1), (4)
Person, die Strahlungsarbeiten plant
In der Planungsphase; vorgeschriebenes Verfahren
Die Strahlen- und Nuklearsicherheitsbehörde über die geplante Tätigkeit informieren.Anzeige und Eingangsbestätigung
Besitzerklärung
Artikel 55(2)
Besitzer des einschlägigen Materials oder der Ausrüstung
Innerhalb von zehn Arbeitstagen nach Besitzerlangung
Vorgeschriebene Materialien und Ausrüstung unter Berücksichtigung anwendbarer Freistellungsgrenzen erklären.Inventar; Eingangsbestätigung
Quellenübertragung
Artikel 55(3)
Person, die eine Quellenübertragung plant
Innerhalb von 30 Tagen nach Aufstellung des Plans
Die Absicht zur Übertragung radioaktiver Quellen erklären.Datierter Plan; Erklärung
Sicherheitsbewertung
Artikel 17
Einschlägiger Antragsteller für Strahlungsarbeiten
Bei Genehmigungsantrag oder gegebenenfalls vor Baubeginn
Einschlägigen Bewertungs- oder Analysebericht erstellen; erforderliche Vorabgenehmigung der Analyse vor Baubeginn einholen.Phasenspezifischer Bericht; Genehmigung
Leitung und Personal
Artikel 25
Leitung genehmigter Strahlungsarbeiten
Vor Arbeitsbeginn; fortlaufend
Strahlenschutzbeauftragten schriftlich bestellen; Schulungen, Gesundheitsuntersuchungen und individuelle Dosisüberwachung bereitstellen.Bestellung; Schulungs- und Dosisunterlagen
Nuklearstandort und Auslegung
Artikel 43, 44; 53
Investor des Nuklearprojekts
Vor der jeweiligen Projektphase
Standortgenehmigung und erforderliche Auslegungsbegutachtung einholen; qualifizierte Ausleger und Qualitätskontrollen einsetzen.Standortentscheidung; Auslegungsbegutachtung

8  Compliance-Matrix – Fortsetzung

Gesetzliche Pflichten gelten für die jeweils festgestellte Rolle und Tätigkeit und nicht automatisch für jeden ausländischen Gesellschafter oder Berater. Die Spalte „Nachweise“ empfiehlt praktische Unterlagen. Detaillierte Formulare, Ausnahmen, Gültigkeitsdauern und Verfahren sind anhand der anwendbaren Durchführungsinstrumente zu bestätigen.

Pflicht und GrundlageVerantwortliche Partei und ZeitpunktErforderliche MaßnahmeNachweis
Nuklearer Bau
Artikel 46
Investor des Kernkraftwerks
Vor den betroffenen Arbeiten oder ihrer Fortsetzung
Baugenehmigung vor sicherheits- oder sicherungsrelevanten Bauarbeiten besitzen; sicherheitsrelevante Auslegungsänderungen kontrollieren.Genehmigung; genehmigte Änderungen
Inbetriebnahme
Artikel 47
Investor des Kernkraftwerks
Getrennte Freigaben vor Tests und vor Brennstoffbeladung
Programmgenehmigung vor Tests ohne Brennstoff und Inbetriebnahmegenehmigung vor Brennstoffbeladung einholen.Genehmigtes Programm; Genehmigung
Betrieb
Artikel 48
Betreiber des Kernkraftwerks
Vor Betriebsbeginn; fortlaufend
Nukleare Betriebsgenehmigung einholen; danach Elektrizitätsgenehmigung beantragen; Betriebsgrenzen einhalten.Genehmigungen; Betriebsverfahren
Finanzielle Sicherheiten
Artikel 69, 70
Einschlägiger Investor oder Betreiber
Während des Expositionszeitraums; bei Antrag auf Betriebsgenehmigung
Versicherung oder sonstige Sicherheit für nukleare Schäden aufrechterhalten; Nachweis zur behördlichen Genehmigung einreichen.Genehmigte Sicherheit; Deckungsnachweis
Arbeitsplatzüberwachung
Artikel 20
Organisation für Strahlungsarbeiten
Regelmäßig und systematisch
Strahlung systematisch überwachen; Geräte warten und kalibrieren; Überwachungsunterlagen führen.Überwachungs- und Kalibrierungsprotokolle
Umweltüberwachung
Artikel 23(2)-(3)
Organisation mit möglichen radioaktiven Freisetzungen
Regelmäßig; bei Auffälligkeit unverzüglich
Ergebnisse überwachen und melden; auffällige Ergebnisse unverzüglich melden.Überwachungsberichte; Ereignismeldungen
Regelmäßige Sicherheitsberichte
Artikel 17(3), 34(2)(d)
Organisation für Strahlungsarbeiten; Leiter der nuklearen Einrichtung
Jährlich; alle zehn Jahre; auf Anforderung
Jährliche und angeforderte Sicherheitsberichte einreichen; umfassender Bericht der nuklearen Einrichtung alle zehn Jahre.Berichtskalender; eingereichte Berichte
Sicherung und Quellenverlust
Artikel 19, 34, 51
Inhaber der einschlägigen Quelle oder des Materials
Fortlaufend; unverzügliche Ereignismeldung
Schutz- und Inventarkontrollen aufrechterhalten; Verlust oder andere festgelegte Sicherungsereignisse unverzüglich melden.Sicherungsplan; Inventare; Meldungen

9  Compliance-Matrix – Fortsetzung

Gesetzliche Pflichten gelten für die jeweils festgestellte Rolle und Tätigkeit und nicht automatisch für jeden ausländischen Gesellschafter oder Berater. Die Spalte „Nachweise“ empfiehlt praktische Unterlagen. Detaillierte Formulare, Ausnahmen, Gültigkeitsdauern und Verfahren sind anhand der anwendbaren Durchführungsinstrumente zu bestätigen.

Pflicht und GrundlageVerantwortliche Partei und ZeitpunktErforderliche MaßnahmeNachweis
Einfuhr und Transport
Artikel 28-30
Importeur/Exporteur; befördernde Partei
Vor Versand, Ein-/Ausfuhr oder Transit
Erforderliche Genehmigungen, Transitbewilligungen und Transportpläne einholen; Begutachtung des Transportnotfallplans sicherstellen.Genehmigungen; Pläne; Übergabeunterlagen
Radioaktive Abfälle
Artikel 9(5), 36-40
Abfallerzeuger; genehmigte Abfallorganisation
Vor Erzeugung und während der gesamten Handhabung
Rechtmäßige Bewirtschaftung finanzieren; genehmigte Anlagen nutzen; Übertragungs- und Ausfuhrregeln einhalten; keine Abfalleinfuhren.Abfallplan; Genehmigungen; Übertragungsunterlagen
Safeguards
Artikel 62, 63
Einheiten im Sinne von Artikel 62(3)
Vor und während einschlägiger Tätigkeiten
Erforderliche Informationen bereitstellen und rechtmäßige Überprüfung einschließlich einschlägiger Forschung zum Brennstoffkreislauf ermöglichen.Safeguards-Unterlagen; Zugangsregelungen
Digitale Compliance
Artikel 7
Teilnehmer im Sinne von Artikel 7
Bei Einreichungen; rechtzeitige Aktualisierungen
Richtige und rechtzeitige Plattformdaten bereitstellen; Geheimhaltung, Datenschutz und Cybersicherheit beachten.Einreichungsprotokoll; Zugangskontrollen
Notfallvorsorge
Artikel 25, 47, 65-67
Anlagenleitung; einschlägige Verantwortliche
Vor einschlägigen Tätigkeiten; Bereitschaft aufrechterhalten
Anwendbare Notfallpläne, Ressourcen, Szenarien und Übungen vorbereiten und umsetzen.Pläne; Übungs- und Schulungsunterlagen
Information der Gemeinschaft
Artikel 35
Nukleare Einrichtung und zuständige Behörden
Regelmäßig; nach Bedarf
Erforderliche Sicherheitsinformationen und Verfahren zur Aufnahme von Rückmeldungen der Gemeinschaft bereitstellen.Kommunikations- und Rückmeldungsprotokoll
Inspektion und Verlängerung
Artikel 58-61
Regulierte Organisation und Genehmigungsinhaber
Fortlaufend; vor Ablauf oder betroffener Änderung
Mit Inspektionen kooperieren, Feststellungen beheben, Bedingungen weiterhin erfüllen und erforderliche Änderungen oder Verlängerungen beantragen.Abschluss von Inspektionsfeststellungen; Verlängerungsübersicht
Stilllegung
Artikel 49
Eigentümer und Betreiber des Kernkraftwerks
Von der Auslegung bis zur endgültigen Entlassung
Genehmigten Plan und Finanzierung aufrechterhalten; Beendigungsgenehmigung und förmliche Anerkennung der erfüllten Pflichten einholen.Aktualisierter Plan; Finanzierung; Entlassungsentscheidung

10  Umsetzungsprioritäten und Rechtsquellen

Die rechtliche Prüfung in einen umsetzbaren Plan überführen

Das nützlichste erste Arbeitsergebnis für einen ausländischen Teilnehmer ist eine knappe Tätigkeits- und Eignungsbewertung, ergänzt durch einen Genehmigungszeitplan. Sie sollte die vertragsschließende Einheit, regulierte Tätigkeiten, erforderliche organisatorische und persönliche Genehmigungen, Nachweislücken und Genehmigungsabhängigkeiten benennen. Für Investoren ist ein Finanzmodell zu Versicherung, Sicherung, Abfall und Stilllegung hinzuzufügen. Für Berater sind ein leistungsbezogener Verantwortungsplan sowie eine Prüfung der Qualifikationen und konkurrierenden Mandate aufzunehmen.

Die daraus hervorgehende Entscheidung sollte konkret sein: Welche Arbeiten können jetzt beginnen, welche setzen zunächst eine Genehmigung voraus, welche Verpflichtungen hängen von behördlichen Maßnahmen ab und welche Risiken erfordern eine geänderte Preisgestaltung oder vertraglichen Schutz? Dies schafft eine solide Grundlage für ein regelkonformes Angebot, eine investierbare Projektstruktur und einen realistischen Mobilisierungsplan.

Wesentliche Primärquellen

[1] Gesetz Nr. 94/2025/QH15 vom 27. Juni 2025, in Kraft seit dem 1. Januar 2026. Die bereitgestellte englische Übersetzung dient als Referenz; maßgeblich ist der vietnamesische Gesetzeswortlaut.  Offizielle Quelle  Official source

[2] Konsolidierte Fassung Nr. 64/VBHN-VPQH vom 23. März 2026, unter Einbeziehung der Änderungen durch das Planungsgesetz Nr. 112/2025/QH15 und das Cybersicherheitsgesetz Nr. 116/2025/QH15.  Offizielle Quelle  Official source

[3] Dekret Nr. 316/2025/ND-CP vom 10. Dezember 2025 über Kernkraftwerke und Forschungsreaktoren; in Kraft seit dem 1. Januar 2026.  Offizielle Quelle  Official source

[4] Dekret Nr. 331/2025/ND-CP vom 18. Dezember 2025 über die Entwicklung und Anwendung der Atomenergie; in Kraft seit dem 1. Januar 2026.  Offizielle Quelle  Official source

[5] Dekret Nr. 332/2025/ND-CP vom 18. Dezember 2025 über Sicherheit, Sicherung, Safeguards, Genehmigungen, Notfallmaßnahmen und Entschädigung; in Kraft seit dem 1. Januar 2026.  Offizielle Quelle Official source

[6] Dekret Nr. 71/2026/ND-CP vom 9. März 2026 über Verwaltungssanktionen im Bereich der Atomenergie; in Kraft seit dem 1. Mai 2026.  Offizielle Quelle  Official source

[7] Mitteilung des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie vom 13. Juli 2026 über zwölf neue Verwaltungsverfahren im Bereich Strahlen- und Nuklearsicherheit; sie nennt die Rundschreiben 60/2025/TT-BKHCN und 07/2026/TT-BKHCN.  Offizielle Quelle  Official source

Anwendungsbereich dieses Leitfadens

Artikelverweise beziehen sich auf das Atomenergiegesetz. Dieser Leitfaden stellt den gesetzlichen Rahmen dar und ist keine abschließende Prüfung sämtlicher Durchführungsbestimmungen oder projektspezifischer Genehmigungen. Die jeweils geltenden detaillierten Bedingungen, Entschädigungsbeträge, technischen Vorschriften und Einreichungsverfahren sind für die geplante Tätigkeit zu überprüfen. Vertragskontrollen und Due-Diligence-Schritte sind Empfehlungen. Stand der Informationen: 3. November 2026.

***

Für weitere Informationen zu den vorstehenden Ausführungen wenden Sie sich bitte an den Autor, Dr. Oliver Massmann, unter omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann ist General Director der Duane Morris Vietnam LLC

Vietnam Atomic Energy Law for Foreign Consultants and Investors

Market entry | Project approvals | Compliance and liability

A commercial opportunity that requires a precise legal route

Vietnam’s Atomic Energy Law No. 94/2025/QH15 establishes a framework for participation in the country’s nuclear and radiation sectors. For foreign consultants, technology providers and investors, the commercial task is to match a specific role with the permissions, professional capabilities and financial commitments required to perform it lawfully. Incorporation, a contract award or a foreign technical qualification does not by itself satisfy the nuclear regulatory requirements.

The Law took effect on 1 January 2026. It expressly covers foreign organisations and individuals carrying out atomic energy activities in Vietnam. Its reach extends beyond electricity generation to research, training, industrial and medical radiation applications, transport, materials management and certain support services. [Articles 1, 2, 4(13), 72]

The first investment decision is the choice of role

A commercial adviser, a regulated radiation service provider, a reactor designer, a construction contractor and a plant operator face different obligations. The project should therefore begin with a written activity classification and approval map. That exercise determines who must apply, what evidence is needed, which activities must wait and what costs belong in the business case.

This guide explains the principal statutory duties and translates them into a market entry checklist and a compliance matrix. Recommendations on contracts and internal controls are identified as practical measures; they are not presented as additional statutory requirements.

Use the current legal package

Read the Law with its amendments, applicable implementing instruments and project-specific decisions. Consolidated text No. 64/VBHN-VPQH incorporates changes effective in March and July 2026. Principal implementing instruments include Decrees 316/2025, 331/2025 and 332/2025; administrative sanctions are addressed in Decree 71/2026. A transaction-specific review must also identify relevant circulars and any later amendments. [Sources 1–7]

1. Market access and the consultant opportunity

Foreign participation is recognised but eligibility must be established

The Law encourages international cooperation, training, research, technology transfer and investment supporting nuclear development. Article 13 recognises several ways to mobilise resources, including public-private partnerships, loans, joint ventures, leasing and sponsorship. These provisions are commercially relevant, but they do not establish an unrestricted foreign ownership right, automatic investor selection or an entitlement to operate a nuclear power plant. [Articles 5, 11–13]

A prospective participant should separately establish its permitted business activities, investment and corporate approvals, contractual delivery structure and eligibility under the applicable procurement arrangements. Foreign contractor, construction, employment, immigration, tax, land, environmental and electricity requirements must be assessed where relevant. The Atomic Energy Law itself repeatedly preserves the application of other legislation. [Articles 41–48]

Classify the deliverable rather than relying on the job title

Radiation work under Article 14 generally requires a licence under Article 56(1), unless a prescribed exemption applies. Listed services supporting atomic energy under Article 15 require service registration under Article 56(2), with practising certificates addressed separately in Article 57. The implementing rules determine the detailed eligibility, personnel, equipment, application and validity requirements. [Articles 14, 15, 56–58]

The Article 15 list includes radiation safety training, installation and maintenance of radiation or nuclear equipment, personal dosimetry, radioactivity assessment, equipment inspection, calibration, decontamination, radiation monitoring and testing. General commercial or project management advice is not expressly listed in the supplied statutory list. This is a classification issue, not a blanket exemption: additional prescribed services and the actual technical scope must be checked before work starts.

Regulatory appraisal support is an express opportunity

Article 50 allows competent state appraisal authorities to hire technical support consultants for some or all work supporting appraisal of nuclear plant sites, technology and safety or security matters. These costs are included in total project investment. Article 52(3) extends the appraisal framework to research reactors. This provides a statutory basis for consulting assignments; it does not award an assignment or confirm any particular foreign firm’s eligibility.

Practical recommendation: distinguish an owner’s engineer or developer adviser from an adviser supporting a regulatory appraisal. Review procurement eligibility, competing mandates, independence and confidential information before accepting either role. Build the proposal around the specific approval dossier, technical evidence and deliverables required at the relevant stage.

Do not assume overseas credentials transfer automatically

Map each proposed expert’s duties against Vietnamese certification and construction capacity requirements. Obtain applicable registrations and certificates before performing regulated services; confirm any recognition route for foreign credentials rather than treating a home-country licence as sufficient. [Articles 44(1), 56, 57]

2  Nuclear projects require separate approval stages

For a nuclear power plant, investment approval, site approval, construction permission, commissioning permission and operation permission serve different purposes. The project schedule and contracts should record the dependency between them. The following is a statutory approval map, not a promise that all other approvals have been exhausted.

StageRequired decision or evidenceStatutory basis
Investment pathwayDetermine investment policy and investment decision procedures; prepare the appropriate pre-feasibility and feasibility materials.42, 45
SiteDetailed site assessment and site approval by the Prime Minister; approval may precede or coincide with the investment decision.43
Design and environmentQualified designers, quality controls, nuclear safety appraisal, environmental assessment including radiation impacts.44, 45
ConstructionNuclear construction permit before construction of items relevant to radiation safety, nuclear safety or nuclear security.46
Testing without fuelAppraisal and approval of the commissioning programme before non-fuel testing.47(2)
Fuel loadingCommissioning licence before loading nuclear fuel; satisfy the stage-specific safety, personnel, emergency, security and environmental conditions.47(3)–(4)
OperationNuclear operating licence, followed by the electricity licence application; operating conditions and financial assurance must be met.48, 70
DecommissioningApproved and updated plan, termination licence, adequate funding and formal recognition of completion.49

Keep the safety case continuous

The investor and operator must maintain safety analysis reports that remain consistent and current across site, design, construction, commissioning and operation. These records must be retained until full decommissioning. A dossier prepared for one stage does not remove the evidence requirements at the next stage. [Article 33(3)]

Safety-relevant design changes during construction require reporting and approval before the affected work continues. Commissioning programme changes also require approval. Commercial variation procedures should accommodate both controls. [Articles 46(4), 47(5)]

Research reactors have a distinct route

Articles 52–54 apply many nuclear plant requirements to research reactors, with express differences. Site approval belongs to the central atomic energy authority rather than the Prime Minister under Article 53(3). Research reactor projects should use their own approval schedule, including the special provisions for prolonged shutdown. Decree 316/2025 contains project implementation detail. [Source 3]

3  Safety and supply chain controls start before mobilisation

Management retains the statutory responsibility

The Law assigns primary safety and security responsibility to organisations undertaking radiation work and constructing relevant facilities. Heads of nuclear establishments bear the highest responsibility throughout the facility lifecycle. Hiring an experienced consultant is valuable, but it does not transfer those statutory responsibilities away from the responsible organisation or management. [Articles 6, 25, 34]

For licensed radiation work, management must designate a radiation safety officer and define that person’s authority in writing. Relevant duties include training, health examinations, individual dose monitoring, internal procedures, workplace monitoring, waste control and emergency readiness. Radiation workers must follow safety instructions and report abnormalities. [Articles 20, 25]

Technical standards need an agreed legal basis

Article 33(2)(dd) requires compliance with applicable Vietnamese technical regulations. Where no relevant national technical regulation exists, it allows specified Vietnamese, foreign or international standards subject to compatibility with Vietnamese conditions and IAEA safety and security standards and guidance. A vendor’s preferred international code should therefore be mapped to the applicable Vietnamese requirements and reflected in the regulatory dossiers.

The Law requires advanced and proven technology for nuclear power plant design and defence in depth. Investors must supervise contractors, subcontractors and suppliers and inspect the quality of fabrication of safety-important structures, systems and components. [Articles 44(2), 46(3)]

Practical recommendation: include a documented hierarchy of technical requirements, supplier qualification, traceability, audit access, non-conformance reporting and approval of substitutions in procurement documents. Article 5 supports localisation as policy; it does not itself set a universal numerical local-content quota.

Imports and transport need their own controls

Import and export of regulated radioactive materials and nuclear equipment require the relevant permissions. Transport requires safety, security and incident-response plans, with the transport emergency plan subject to appraisal. Certain transit movements require the Prime Minister’s permission; medium- and low-hazard sources have a separately prescribed treatment. [Articles 28–30]

Do not treat the declaration period after possession as permission to import, possess or use a controlled item without the required approvals. Notification, declaration, licensing and customs compliance are distinct obligations. Importing radioactive waste is prohibited. [Articles 9(5), 30, 55, 56]

The waste route must be credible from the outset

Waste generators must fund the required management activities. Waste facilities require radiation work licences and financial arrangements for operation and termination. Export of waste or spent fuel requires permissions and the receiving country’s consent, capability and legal framework. A proposed vendor take-back clause does not by itself establish a lawful export route. [Articles 36–39]

4  Liability and financial assurance affect bankability

Separate radiation damage from nuclear damage

Radiation damage under Article 68 is governed by civil law as to responsibility, compensation and limitation periods. Nuclear damage falls under the specific statutory regime in Articles 69 and 70. The distinction should be assessed when scoping professional indemnity, construction, transport and nuclear liability cover.

Responsibility changes at the commissioning boundary

Article 69(2)(a) places sole responsibility for qualifying nuclear damage on the investor during commissioning and on the operating organisation during operation, where the necessary causal link to an incident at its facility is established. The provision extends responsibility regardless of where the resulting damage occurs. It should not be read as extending the statutory regime to every incident occurring anywhere in the world; Article 69(1) defines its incident-related territorial scope.

Article 69(4) imposes compensation liability on operating organisations even without fault, subject to its stated exceptions, including war or terrorism and specified victim conduct. The last authorised operating organisation can remain responsible for damage caused by stolen, lost, discarded or abandoned nuclear material. [Article 69(2)(b)]

Transport contracts must allocate the statutory handover

The default rule places responsibility on the consigning organisation until the receiving organisation receives the material. Article 69(3) permits a written agreement allocating responsibility at another transport stage or to a carrier at its request. A carrier assuming responsibility assumes the relevant operator responsibilities. Align the liability agreement, physical handover evidence, transport permits and insurance period; a commercial delivery term alone should not be assumed to resolve all four.

Financial assurance must reflect the implementing rules

The Law delegates compensation amounts to implementing rules. Decree 332/2025, Article 105, provides minimum insurance or other assurance of SDR 150 million per nuclear power plant incident and SDR 5 million for other nuclear facilities and nuclear material transport incidents. It also addresses total incident compensation and state support by reference to SDR 300 million. These are distinct assurance and compensation provisions; they should not be reduced to a single assumed contractual liability cap. [Articles 69, 70; Source 5]

Article 70 requires proof of assurance for the operating licence application. Decree 332/2025, Article 105(1)(c), also requires supporting insurance or financial assurance documents when applying for commissioning permission. Arrange coverage before the relevant exposure starts. State support is subject to statutory limits; it is not an unlimited sovereign project guarantee. [Source 5]

Contractual exposure remains a separate diligence item

Consultants and suppliers should not assume that statutory allocation of nuclear damage eliminates professional negligence, contractual, administrative or other exposure. Review indemnities, recourse, nuclear exclusions, defence costs and enforceability of liability caps. Nuclear damage claims have statutory periods of 30 years for death or injury to health and 10 years for other damage, running from the incident. [Article 69(7)]

5  Compliance continues throughout the project lifecycle

Digital records and information security

Article 7 establishes digital filing, licensing and information management duties and requires timely, complete and accurate data updates. State-secret material is excluded from the ordinary platform rule; access and use must respect state secrets, personal data and cybersecurity requirements. The platform is not a reason to make all technical or security information publicly accessible.

Practical recommendation: classify project records before collection or sharing, control user access and appoint a data owner. Review offshore engineering access, remote support and proposed cross-border transfers under the applicable data and secrecy rules. The Atomic Energy Law alone does not settle every cross-border data question.

Safeguards can apply even without nuclear material on site

The provisions translated as “nuclear inspection” in Articles 62–64 concern nuclear safeguards and non-proliferation verification, including IAEA activity. They are distinct from the domestic regulatory inspection powers in Articles 59–61. Fuel-cycle research and development, including planned activities not involving nuclear materials, can fall within the safeguards scope. [Article 62(3)(c)]

An affected organisation must support verification and the lawful work of international inspectors and national authorities. The safeguards position should be assessed before commencing fuel-cycle research, transferring controlled equipment or organising access to sensitive facilities. [Articles 62, 63]

Reporting and emergency readiness must be operational

Radiation work organisations submit annual safety status reports and reports requested by authorities. Nuclear establishments also submit comprehensive reports every 10 years. Workplace and, where applicable, environmental radiation monitoring require retained records. Abnormal environmental results and loss of security trigger immediate reporting obligations. [Articles 17(3), 19, 20, 23, 34]

Facility response arrangements must address credible scenarios, command structure, mobilisation of resources and drills, and connect with provincial and national plans. Public information and community feedback duties coexist with restrictions on sensitive security information. Inspectors and supervisors can require remedies and suspend dangerous activity. [Articles 25, 35, 51, 59–61, 65–67]

Budget for exit before entry

Decommissioning planning begins at design and must be reviewed and updated. Nuclear plant owners and operators must fund the full decommissioning costs. Safety and security responsibilities end only after the approved plan is completed and termination is formally recognised; closure of the business or expiry of a contract does not achieve that release. [Article 49; radiation establishments: Article 21]

Existing permissions require a transition review

Article 73 preserves certain existing licences, registrations, exemptions, pending amendment or renewal procedures and special project mechanisms. It is not a general waiver for new activities or scope changes. Check the exact historical permission and the current rule governing each proposed change. Apply the current planning framework rather than the superseded wording of the original Article 10(2). [Articles 3, 58, 73; Source 2]

6  Market entry checklist

Use this checklist before committing to delivery dates or mobilising a team. These are practical diligence steps; the legal duties they test are identified in the compliance matrix. Record the evidence, decision owner and any unresolved condition for each item.

01  Define the precise activity. List every advisory, design, installation, inspection, training, monitoring, transport and operating deliverable.

02  Identify the legal role. Specify investor, owner, operator, licence holder, consultant, carrier, importer and waste generator; identify changes between project stages.

03  Confirm market access. Check the foreign participation route, business scope and any required corporate, investment or foreign contractor approvals.

04  Confirm the contracting route. Check the client’s authority, procurement rules, financing conditions and any project-specific mechanism; assess competing mandates.

05  Classify nuclear permissions. Match each activity to Article 14, Article 15 or another applicable category; document any exemption and its legal basis.

06  Verify personnel and capacity. Confirm organisational eligibility, professional certificates, construction capabilities and the lawful mobilisation of foreign experts.

07  Build the approval schedule. Separate investment, site, design, environmental, construction, commissioning, nuclear operation and electricity requirements.

08  Agree the technical basis. Map Vietnamese technical regulations, permitted standards, technology evidence and safety analysis responsibilities.

09  Secure the logistics route. Identify item classifications, exporter and importer, permits, transit route, emergency plans and receiving permissions.

10  Price the full lifecycle. Include compliance staffing, regulatory dossiers, security, insurance, waste, spent fuel and decommissioning costs.

11  Set the liability structure. Check current compensation rules, statutory responsibility, contractual recourse, insurance exclusions and transport handover.

12  Establish the compliance system. Assign safety and data owners, reporting calendars, document controls, supplier audits and emergency escalation.

13  Protect project information. Review state-secret classification, safeguards, cybersecurity, personal data and authorised offshore access.

14  Make delivery conditional. Tie regulated mobilisation and performance to the required effective approvals and verified qualifications.

15  Approve the entry decision. Record the evidence supporting eligibility, permissions, insurability, financing and a feasible waste and exit route.

7  Compliance matrix

Statutory duties apply to the identified role and activity, not automatically to every foreign shareholder or consultant. The evidence column recommends practical records. Confirm detailed forms, exemptions, validity periods and procedures under the applicable implementing instruments.

Duty and basisResponsible party and timingRequired actionEvidence
Activity authorisation
Articles 9(3), 14, 56, 58
Radiation work performer
Before work; scope changes
Obtain the applicable licence before regulated work; document any exemption.Licence and scope register
Support services
Articles 15, 56, 57
Service provider and relevant practitioners
Before regulated services; renewals
Obtain applicable service registration and practising certificates.Registration; certificates
Planned work notice
Articles 55(1), (4)
Person planning radiation work
At planning stage; prescribed procedure
Notify the radiation and nuclear safety authority of the planned activity.Notice and submission receipt
Possession declaration
Articles 55(2)
Relevant material or equipment possessor
Within 10 working days of possession
Declare prescribed materials and equipment, taking applicable exemption thresholds into account.Inventory; declaration receipt
Source transfer
Articles 55(3)
Person planning source transfer
Within 30 days of forming the plan
Declare the intention to transfer radioactive sources.Dated plan; declaration
Safety assessment
Articles 17
Relevant radiation work applicant
Licence application or before construction, as applicable
Prepare the applicable assessment or analysis report; obtain required pre-construction analysis approval.Stage-specific report; approval
Management and personnel
Articles 25
Licensed radiation work management
Before work; ongoing
Appoint safety officer in writing; provide training, health checks and individual dose monitoring.Appointment; training and dose records
Nuclear site and design
Articles 43, 44; 53
Nuclear project investor
Before the relevant project stage
Obtain site approval and required design appraisal; use qualified designers and quality controls.Site decision; design appraisal

8  Compliance matrix continued

Statutory duties apply to the identified role and activity, not automatically to every foreign shareholder or consultant. The evidence column recommends practical records. Confirm detailed forms, exemptions, validity periods and procedures under the applicable implementing instruments.

Duty and basisResponsible party and timingRequired actionEvidence
Nuclear construction
Articles 46
Nuclear plant investor
Before affected work or continuation
Hold construction permit before safety or security relevant construction; control safety-relevant design changes.Permit; approved changes
Commissioning
Articles 47
Nuclear plant investor
Separate pre-test and pre-fuel gates
Obtain programme approval before non-fuel tests and commissioning licence before fuel loading.Approved programme; licence
Operation
Articles 48
Nuclear plant operator
Before operation; continuous
Obtain nuclear operating licence; then apply for electricity licence; comply with operating limits.Licences; operating procedures
Financial assurance
Articles 69, 70
Relevant investor or operator
Exposure period; operating licence application
Maintain insurance or other assurance for nuclear damage; submit proof for regulatory approval.Approved assurance; cover evidence
Workplace monitoring
Articles 20
Radiation work organisation
Regularly and systematically
Monitor radiation systematically; maintain and calibrate equipment; keep monitoring files.Monitoring and calibration logs
Environmental monitoring
Articles 23(2)–(3)
Organisation with potential radioactive releases
Periodic; immediate on abnormality
Monitor and report results; immediately report abnormal results.Monitoring reports; incident alerts
Periodic safety reporting
Articles 17(3), 34(2)(d)
Radiation work body; nuclear establishment head
Annual; 10-year; on request
Submit annual/requested safety reports; nuclear establishment comprehensive report every 10 years.Reporting calendar; filed reports
Security and source loss
Articles 19, 34, 51
Relevant source/material holder
Continuous; immediate event reporting
Maintain protection and inventory controls; immediately report loss or other specified security events.Security plan; inventories; alerts

9  Compliance matrix continued

Statutory duties apply to the identified role and activity, not automatically to every foreign shareholder or consultant. The evidence column recommends practical records. Confirm detailed forms, exemptions, validity periods and procedures under the applicable implementing instruments.

Duty and basisResponsible party and timingRequired actionEvidence
Imports and transport
Articles 28–30
Importer/exporter; transporting party
Before shipment, export/import or transit
Obtain required permits, transit permissions and transport plans; secure appraisal of transport response plan.Permits; plans; handover records
Radioactive waste
Articles 9(5), 36–40
Waste generator; licensed waste organisation
Before generation and throughout handling
Fund lawful management; use licensed facilities; comply with transfer and export rules; no waste imports.Waste plan; licences; transfer records
Safeguards
Articles 62, 63
Entities within Article 62(3)
Before and during applicable activities
Provide required information and permit lawful verification, including relevant fuel-cycle research.Safeguards records; access arrangements
Digital compliance
Articles 7
Participants within Article 7
At filings; timely updates
Provide accurate and timely platform data; respect secrecy, personal data and cybersecurity rules.Submission log; access controls
Emergency preparedness
Articles 25, 47, 65–67
Facility management; relevant responsible parties
Before relevant activities; maintain readiness
Prepare and implement applicable response plans, resources, scenarios and drills.Plans; drill and training records
Community information
Articles 35
Nuclear establishment and relevant authorities
Regularly; as required
Provide required safety information and mechanisms for receiving community feedback.Communications and feedback log
Inspection and renewal
Articles 58–61
Regulated organisation and licence holder
Ongoing; before expiry or affected change
Cooperate with inspections, remedy findings, keep conditions satisfied and seek required revisions or renewals.Inspection close-outs; renewal tracker
Decommissioning
Articles 49
Nuclear plant owner and operator
From design through final release
Maintain approved plan and funding; obtain termination licence and formal recognition of completed obligations.Updated plan; funding; release decision

10  Implementation priorities and legal sources

Turn the legal review into a deliverable plan

The most useful first output for a foreign participant is a concise activity and eligibility assessment supported by an approval schedule. It should identify the contracting entity, regulated activities, required organisational and personal permissions, evidence gaps and approval dependencies. For investors, add a financial model covering insurance, security, waste and decommissioning. For consultants, add a deliverable-by-deliverable responsibility schedule and a review of credentials and competing mandates.

The resulting decision should be specific: which work can begin now, which work requires permission first, which commitments depend on authority action, and which risks require revised pricing or contractual protection. This provides a sound basis for a compliant bid, an investable project structure and a realistic mobilisation plan.

Principal primary sources

[1] Law No. 94/2025/QH15 of 27 June 2025, effective 1 January 2026. The supplied English translation is used as a reference; Vietnamese statutory wording controls.  Official source

[2] Consolidated text No. 64/VBHN-VPQH of 23 March 2026, incorporating Planning Law No. 112/2025/QH15 and Cybersecurity Law No. 116/2025/QH15 amendments.  Official source

[3] Decree No. 316/2025/ND-CP of 10 December 2025, nuclear power plants and research reactors; effective 1 January 2026.  Official source

[4] Decree No. 331/2025/ND-CP of 18 December 2025, development and application of atomic energy; effective 1 January 2026.  Official source

[5] Decree No. 332/2025/ND-CP of 18 December 2025, safety, security, safeguards, licensing, response and compensation; effective 1 January 2026. Official source

[6] Decree No. 71/2026/ND-CP of 9 March 2026, administrative sanctions in atomic energy; effective 1 May 2026.  Official source

[7] Ministry of Science and Technology notice of 13 July 2026 on 12 nuclear administrative procedures; identifies Circulars 60/2025/TT-BKHCN and 07/2026/TT-BKHCN.  Official source

Scope of this guide

Article references are to the Atomic Energy Law. This is a statutory framework guide, not an exhaustive review of every implementing rule or project-specific approval. Current detailed conditions, compensation amounts, technical rules and filing procedures must be verified for the proposed activity. Contract controls and diligence steps are recommendations. Information is stated as of 3 November 2026.

***

For more information on the above, please do not hesitate to contact the author Dr. Oliver Massmann under omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann is the General Director of Duane Morris Vietnam LLC.

ANWALT IN VIETNAM DR. OLIVER MASSMANN – VIETNAMS NEUE REGELUNGEN FÜR AUSLÄNDISCHE ARBEITNEHMER: MEHR FREIHEIT FÜR INTERNATIONALE FACHKRÄFTE – JEDOCH NEUE COMPLIANCE-FALLSTRICKE FÜR INTERNATIONALE ARBEITGEBER

Dekret 393/2026/ND-CP | Vietnam eröffnet internationalen Experten, Führungskräften und Technologiespezialisten neue Möglichkeiten – und erhöht zugleich die Anforderungen an ausländische Arbeitgeber

DUANE MORRIS VIETNAM | STRATEGISCHER RECHTSHINWEIS | OKTOBER 2026

Executive Alert: Ausländische Investoren müssen sich vor dem 5. Dezember 2026 vorbereiten

Vietnam gestaltet die Vorschriften für ausländische Fachkräfte, internationale Führungskräfte und die grenzüberschreitende Mobilität von Arbeitskräften grundlegend neu. Für ausländische Investoren schaffen die Änderungen wichtige Chancen, zugleich aber auch erhebliche neue Compliance-Pflichten.

Am 20. Oktober 2026 erließ die vietnamesische Regierung das Dekret Nr. 393/2026/ND-CP, das einen überarbeiteten Rechtsrahmen für ausländische Staatsangehörige, die in Vietnam arbeiten, einführt.

Das neue Dekret tritt am 5. Dezember 2026 in Kraft, ersetzt das Dekret Nr. 219/2025/ND-CP und hebt bestimmte Regelungen der Resolution Nr. 24/2026/NQ-CP auf.

Die Reform sendet ein klares Signal: Vietnam möchte internationale Expertise anziehen, insbesondere in strategischen Technologien, künstlicher Intelligenz, Forschung, Bildung und Innovation.

Gleichzeitig führt die Regierung präzisere Zulassungsvoraussetzungen, überarbeitete Antragsverfahren und zusätzliche Meldepflichten ein.

Die wirtschaftlichen Folgen sind unmittelbar: Multinationale Unternehmen müssen neu prüfen, wer ohne Arbeitserlaubnis in Vietnam tätig sein darf, wer neue Unterlagen benötigt und welche bestehenden Beschäftigungs- oder Entsendungsmodelle möglicherweise nicht mehr den Vorschriften entsprechen.

Der neue Rechtsrahmen ist nicht lediglich eine verwaltungstechnische Anpassung. Er wirkt sich unmittelbar auf internationale Investitionsprojekte, die Bestellung von Führungskräften, technische Einsätze, Unternehmensumstrukturierungen und den Einsatz ausländischen Personals aus.

1. Bedeutende Chance: Vietnam erweitert die Befreiungen von der Arbeitserlaubnispflicht

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Erweiterung der Kategorien für Befreiungen von der Arbeitserlaubnispflicht von 15 auf 18.

Der neue Rechtsrahmen eröffnet zusätzliche Möglichkeiten für internationale Fachkräfte, darunter:

  • Ausländische Experten, die in bestimmten strategischen Technologien und an strategischen Technologieprodukten arbeiten, sowie deren berechtigte Angehörige.
  • Ausländische Fachkräfte, die im Rahmen des nationalen vietnamesischen Programms zur Entwicklung von KI-Fachkräften eingestellt werden.
  • Qualifizierte ausländische Wissenschaftler, Professoren, Forscher und MINT-Fachkräfte.
  • Bestimmte Inhaber eines Master- oder Doktorgrades, die Lehr- oder Forschungstätigkeiten ausüben.
  • Ausländische Staatsangehörige mit bestimmten besonderen Visumbefreiungskarten.

Diese Befreiungen sind insbesondere für internationale Technologieunternehmen, Forschungseinrichtungen, Universitäten, Ingenieurunternehmen und Investoren relevant, die hochwertige Geschäftstätigkeiten in Vietnam aufbauen.

Strategische Chance: Ausländische Investoren sollten nicht länger davon ausgehen, dass jede internationale Fachkraft eine herkömmliche Arbeitserlaubnis benötigt.

Die korrekte Feststellung einer einschlägigen Befreiung kann den Verwaltungsaufwand verringern und den rechtzeitigen Einsatz wesentlicher Mitarbeiter erleichtern.

Eine Befreiung von der Arbeitserlaubnispflicht beseitigt jedoch nicht automatisch sämtliche einschlägigen Bescheinigungs-, Melde-, Einwanderungs- oder Beschäftigungspflichten.

2. Wichtiger Hinweis: Konzerninterne Versetzungen werden restriktiver

Für multinationale Unternehmen betrifft eine der folgenreichsten Änderungen konzernintern versetzte Mitarbeiter.

Nach dem bisherigen Rechtsrahmen konnten Manager, Führungskräfte, Experten und technische Arbeitnehmer die einschlägige Befreiung für konzerninterne Versetzungen in Anspruch nehmen.

Das Dekret 393 beschränkt diese Kategorie nun auf Manager, Führungskräfte und Experten, die mindestens zwölf aufeinanderfolgende Monate bei dem ausländischen Unternehmen beschäftigt waren.

Technische Arbeitnehmer sind in dieser Befreiungskategorie nicht mehr erfasst.

Bestehende Arbeitserlaubnisse und Befreiungsbescheinigungen, die nach dem bisherigen Rechtsrahmen ausgestellt wurden, bleiben vorbehaltlich der Übergangsbestimmungen bis zu ihrem Ablauf gültig.

Betroffene technische Arbeitnehmer, die ihre Tätigkeit künftig unter der einschlägigen Expertenkategorie fortsetzen möchten, müssen jedoch die geltenden Qualifikationsvoraussetzungen erfüllen, einschließlich gegebenenfalls des vorgeschriebenen Nachweises von fünf Jahren Berufserfahrung.

Warum dies wichtig ist: Internationale Unternehmen aus den Bereichen Fertigung, Ingenieurwesen, Energie, Infrastruktur und Industrie sind häufig auf technische Mitarbeiter angewiesen, die von ausländischen verbundenen Unternehmen entsandt werden.

Unternehmen sollten dringend prüfen, ob ihre bestehenden technischen Einsätze nach Ablauf der Übergangszeit fortgeführt werden können.

Es sollte nicht davon ausgegangen werden, dass ein bislang zulässiger Einsatz automatisch auch für eine Verlängerung in Betracht kommt.

3. Vietnam schafft neue Möglichkeiten für hochqualifizierte Experten

Das Dekret 393 führt zudem flexiblere Möglichkeiten für die Anerkennung ausländischer Experten ein.

Je nach einschlägiger Kategorie können Qualifikationen auf folgende Weise nachgewiesen werden:

  • Ein Hochschulabschluss und mindestens zwei Jahre einschlägige Berufserfahrung.
  • Abschlüsse in bestimmten strategischen Technologien oder im Rahmen qualifizierter staatlicher Kooperationsprogramme.
  • Bestimmte leistungsstarke Absolventen naturwissenschaftlicher oder technologischer Studiengänge international anerkannter Hochschulen in Verbindung mit einschlägiger Erfahrung.
  • Anerkannte akademische, wissenschaftliche, kulturelle oder fachliche Qualifikationen.
  • Mindestens fünf Jahre einschlägige Berufserfahrung im Rahmen der jeweils geltenden alternativen Regelung.

Die erforderliche Berufserfahrung für bestimmte Einstufungen als Executive Director wird ebenfalls von drei auf zwei Jahre reduziert.

Diese Änderungen könnten ausländisch investierten Unternehmen zugutekommen, die internationale Fachkräfte einstellen möchten, deren berufliche Expertise nicht den traditionellen Anforderungen an Abschluss und Berufserfahrung entspricht.

Strategische Bedeutung: Unternehmen sollten bisher schwierige Rekrutierungsfälle erneut prüfen, anstatt sich auf überholte Beurteilungen der Zulassung ausländischer Arbeitnehmer zu verlassen.

Bei technologieintensiven Investitionen könnten die überarbeiteten Definitionen die Personalplanung erheblich verbessern.

4. Die 90-Tage-Regel: Kurzfristige Einsätze erfordern besondere Aufmerksamkeit

Das Dekret 393 stellt die Behandlung kurzfristiger Einsätze ausländischer Arbeitnehmer klar.

Qualifizierte Manager, Executive Directors, Experten und technische Arbeitnehmer können unter die Befreiung für kurzfristige Einsätze fallen, sofern ihre kumulierte Tätigkeit in Vietnam 90 Tage innerhalb eines Kalenderjahres nicht überschreitet.

Wichtig ist, dass die Berechnung Tätigkeiten für einen oder mehrere vietnamesische Arbeitgeber umfasst.

Das Dekret legt außerdem eine wichtige Einschränkung fest: Entsteht ein lokales Beschäftigungs-, Einstellungs- oder Vergütungsverhältnis, kann die Befreiung für kurzfristige Einsätze nicht ohne Weiteres anstelle der geltenden Anforderungen an eine Arbeitserlaubnis in Anspruch genommen werden.

Dies schafft besondere Risiken für multinationale Konzerne, die regelmäßig ausländische Fachkräfte für technische Unterstützung, Inbetriebnahmen, Inspektionen, Projektmanagement oder vorübergehende operative Einsätze nach Vietnam entsenden.

Empfohlene Maßnahme: Arbeitgeber sollten zentrale Aufzeichnungen über Arbeitstage, vertragliche Vereinbarungen, Vergütung und die Identität der vietnamesischen Unternehmen führen, die die Leistungen erhalten.

Ein kurzer Einsatz ist nicht zwangsläufig ein Einsatz mit geringem Risiko.

5. Neue Compliance-Fristen: Arbeitgeber müssen ihre internen Verfahren aktualisieren

Das Dekret führt mehrere wichtige Verfahrensänderungen ein.

Stellenausschreibung: Bei bestimmten erstmaligen Anträgen auf Erteilung einer Arbeitserlaubnis müssen Arbeitgeber die Stelle mindestens fünf Arbeitstage vor Antragstellung für vietnamesische Arbeitnehmer ausschreiben. Es gelten entsprechende Ausnahmen.

Änderung des Arbeitsortes: Wechselt ein ausländischer Arbeitnehmer bei demselben Arbeitgeber den Arbeitsort, können Meldungen sowohl an die Behörde am neuen Arbeitsort als auch an die ursprünglich ausstellende Behörde mindestens drei Arbeitstage vor dem Wechsel erforderlich sein.

Neuausstellung: Änderungen hinsichtlich maßgeblicher Niederlassungen oder Betriebsstätten des Arbeitgebers können eine Neuausstellung von Arbeitserlaubnissen oder Befreiungsbescheinigungen auslösen.

Verlängerung von Arbeitserlaubnissen: Anträge müssen innerhalb des überarbeiteten Zeitfensters von 10 bis 90 Tagen vor Ablauf eingereicht werden.

Neuanträge nach einer Verlängerung: Nähert sich eine bereits verlängerte Arbeitserlaubnis ihrem Ablauf, kann innerhalb des jeweils geltenden Zeitfensters von 10 bis 60 Arbeitstagen ein neuer Antrag erforderlich sein.

Widerruf: Das Dekret ändert die Widerrufsgründe und verkürzt in den einschlägigen Fällen die Frist des Arbeitgebers für die Rückgabe auf zehn Arbeitstage.

Digitale Verfahren: Arbeitgeber können von einer datenbankgestützten Überprüfung von Führungszeugnissen und sonstigen Nachweisen profitieren, sofern die zuständigen Behörden auf die betreffenden Daten zugreifen können.

Diese Änderungen machen eine interne Abstimmung zwischen Personal-, Rechts-, Einwanderungs- und operativen Abteilungen zunehmend wichtig.

Eine versäumte Meldung, eine fehlerhafte Einstufung eines Arbeitnehmers oder eine übersehene Verlängerungsfrist kann vermeidbare Störungen des Geschäftsbetriebs verursachen.

6. Bestehende Arbeitserlaubnisse: Übergangsschutz beseitigt künftige Risiken nicht

Das neue Dekret sieht Übergangsregelungen für bestehende Arbeitserlaubnisse und Befreiungsbescheinigungen vor.

Nach dem bisherigen Rechtsrahmen ordnungsgemäß ausgestellte Dokumente bleiben grundsätzlich bis zu ihrem Ablauf verwendbar, vorbehaltlich der einschlägigen Übergangsbestimmungen.

Anträge, die vor dem 5. Dezember 2026 eingereicht wurden, werden grundsätzlich nach dem bisherigen Rechtsrahmen bearbeitet.

Dies sorgt für begrüßenswerte Kontinuität.

Arbeitgeber sollten jedoch sorgfältig zwischen der fortbestehenden Gültigkeit einer bestehenden Genehmigung und der Berechtigung zu deren späterer Verlängerung, Neuausstellung oder Ersetzung unterscheiden.

Das unmittelbare Risiko besteht nicht zwingend darin, dass bestehende ausländische Arbeitnehmer ihre Tätigkeit am 5. Dezember einstellen müssen. Das größere Risiko liegt darin, dass Unternehmen die nächste Verlängerung, Versetzung oder Änderung der Position nicht rechtzeitig vorbereiten.

7. Was ausländische Investoren und internationale Arbeitgeber jetzt tun sollten

Duane Morris Vietnam empfiehlt Unternehmen, vor Inkrafttreten des neuen Dekrets eine gezielte Compliance-Prüfung ihrer ausländischen Belegschaft durchzuführen.

Erstens – Bestehendes Personal prüfen. Erfassen Sie jeden ausländischen Arbeitnehmer, Entsandten, jede Führungskraft, jeden technischen Spezialisten und jeden kurzfristig eingesetzten Mitarbeiter, der derzeit in Vietnam tätig ist.

Zweitens – Befreiungen neu bewerten. Prüfen Sie, ob neue Befreiungskategorien Möglichkeiten zur Vereinfachung künftiger Einsätze schaffen oder ob bisher verfügbare Befreiungen eingeschränkt wurden.

Drittens – Technische Einsätze absichern. Überprüfen Sie konzernintern versetzte Mitarbeiter, insbesondere technische Arbeitnehmer, deren bestehende Genehmigungen möglicherweise nicht auf derselben Grundlage verlängert werden können.

Viertens – Rekrutierungsstrategien überprüfen. Bewerten Sie, ob die überarbeiteten Expertendefinitionen neue Möglichkeiten zur Gewinnung internationaler Fachkräfte eröffnen.

Fünftens – Compliance-Kalender aktualisieren. Nehmen Sie die neuen Fristen für Ausschreibungen, Meldungen, Neuausstellungen, Verlängerungen und Anträge in die internen Personalverfahren auf.

Sechstens – Unternehmens- und Einwanderungsplanung koordinieren. Änderungen von Unternehmensstandorten, Zweigniederlassungen, Investitionsprojekten und Betriebsstrukturen sollten auf ihre möglichen Auswirkungen auf Genehmigungen für ausländische Arbeitnehmer geprüft werden.

Siebtens – Vor der Umsetzung vorbereiten. Arbeitgeber sollten Dokumentationslücken und Einstufungsfragen erkennen und klären, bevor daraus dringende operative Probleme entstehen.

FAZIT: VIETNAM ÖFFNET INTERNATIONALEN FACHKRÄFTEN DIE TÜR – AUSLÄNDISCHE INVESTOREN MÜSSEN JEDOCH DIE RECHTLICHE STRUKTUR RICHTIG GESTALTEN

Das Dekret 393 stellt eine bedeutende Weiterentwicklung des vietnamesischen Ansatzes in Bezug auf internationale Fachkräfte und ausländische Investitionen dar.

Die Regierung erleichtert es strategisch wichtigen Experten, Forschern, Technologiespezialisten und hochqualifizierten Fachkräften, zur wirtschaftlichen Entwicklung Vietnams beizutragen.

Dies sind positive Nachrichten für internationale Investoren, die anspruchsvolle Geschäftstätigkeiten in Vietnam aufbauen oder erweitern möchten.

Die Reform schafft jedoch auch eine entscheidende Unterscheidung zwischen Unternehmen, die ihre internationale Belegschaft aktiv steuern, und solchen, die weiterhin auf überholte Einwanderungs- und Beschäftigungspraktiken setzen.

Für ausländische Investoren besteht die Herausforderung nicht mehr nur darin, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten. Vielmehr geht es darum, eine rechtlich tragfähige Personalstrategie zu entwickeln, die internationale Rekrutierung, grenzüberschreitende Einsätze, Investitionserweiterungen und einen ununterbrochenen Geschäftsbetrieb unterstützt.

Die neuen Vorschriften sollten daher nicht nur als Compliance-Pflicht, sondern auch als Gelegenheit verstanden werden, neu zu bewerten, wie internationale Fachkräfte in Vietnam am wirksamsten eingesetzt werden können.

Unsere Empfehlung ist eindeutig: Warten Sie nicht, bis eine Arbeitserlaubnis abläuft, ein internationaler Einsatz verzögert wird oder ein regulatorisches Problem entsteht. Überprüfen Sie jetzt Ihre Regelungen für ausländische Arbeitskräfte, ermitteln Sie die durch das Dekret 393 eröffneten Möglichkeiten und beheben Sie potenzielle Compliance-Risiken vor dem 5. Dezember 2026.

Im zunehmend wettbewerbsintensiven Investitionsumfeld Vietnams wird die Fähigkeit, internationale Expertise schnell, rechtmäßig und ohne Unterbrechung einzusetzen, zu einem strategischen Geschäftsvorteil.

Über den Autor

Dr. Oliver Massmann – Partner und General Director, Duane Morris Vietnam LLC

Dr. Oliver Massmann ist deutscher Rechtsanwalt und internationaler Investitionsrechtler und berät seit nahezu drei Jahrzehnten ausländische Investoren und multinationale Unternehmen in Vietnam.

Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen ausländische Direktinvestitionen, Marktzugang, Gesellschaftsrecht und M&A-Transaktionen, Arbeitsrecht und regulatorische Compliance, Energie, Infrastruktur und internationales Wirtschaftsrecht.

Er berät regelmäßig internationale Unternehmen bei der Gründung, Erweiterung und Absicherung ihrer Investitionen in Vietnam, einschließlich komplexer regulatorischer Angelegenheiten, die ausländisch investierte Unternehmen betreffen.

Für weitere Informationen, strategische Beratung oder Unterstützung zu Vietnams neuen Vorschriften für ausländische Arbeitnehmer wenden Sie sich bitte an:

Dr. Oliver Massmann – Partner und General Director – Duane Morris Vietnam LLC
E-Mail: OMassmann@duanemorris.com

Dieser Artikel enthält allgemeine rechtliche Informationen und stellt keine Rechtsberatung für einen konkreten Einzelfall dar.

VIETNAM’S NEW FOREIGN WORKER RULES: MORE FREEDOM FOR GLOBAL TALENT – BUT NEW COMPLIANCE TRAPS FOR INTERNATIONAL EMPLOYERS

Decree 393/2026/ND-CP | Vietnam Opens New Doors for International Experts, Executives and Technology Specialists – While Raising the Stakes for Foreign Employers

DUANE MORRIS VIETNAM | STRATEGIC LEGAL ALERT | OCTOBER 2026

Executive Alert: Foreign Investors Must Prepare Before 5 December 2026

Vietnam is fundamentally reshaping the rules governing foreign professionals, international executives and multinational workforce mobility. For foreign investors, the changes create important opportunities – but also significant new compliance responsibilities.

On 20 October 2026, the Vietnamese Government issued Decree No. 393/2026/ND-CP, introducing a revised legal framework for foreign nationals working in Vietnam.

Effective 5 December 2026, the new decree replaces Decree No. 219/2025/ND-CP and supersedes specified provisions of Resolution No. 24/2026/NQ-CP.

The reform sends a clear message: Vietnam wants to attract international expertise, particularly in strategic technologies, artificial intelligence, research, education and innovation.

At the same time, the Government is introducing more precise eligibility requirements, revised application procedures and additional notification obligations.

The commercial consequences are immediate: multinational companies must reassess who can work in Vietnam without a permit, who requires new documentation and which existing employment or secondment arrangements may become non-compliant.

The new framework is not simply an administrative adjustment. It directly affects international investment projects, management appointments, technical assignments, corporate restructuring and the deployment of foreign personnel.

1. Major Opportunity: Vietnam Expands Work Permit Exemptions

One of the most significant developments is the expansion of work permit exemption categories from 15 to 18.

The new framework provides additional pathways for international talent, including:

  • Foreign experts working in designated strategic technologies and strategic technology products, together with qualifying relatives.
  • Foreign professionals recruited under Vietnam’s national AI human resources development programme.
  • Qualified foreign academics, professors, researchers and STEM specialists.
  • Certain master’s degree and PhD holders undertaking teaching or research activities.
  • Foreign nationals holding qualifying special visa-exemption cards.

These exemptions are particularly relevant to international technology companies, research institutions, universities, engineering businesses and investors establishing high-value operations in Vietnam.

Strategic opportunity: Foreign investors should no longer assume that every international specialist requires a conventional work permit.

Properly identifying an applicable exemption could reduce administrative burdens and facilitate the timely deployment of essential personnel.

However, exemption from the work permit requirement does not automatically eliminate every applicable certification, notification, immigration or employment obligation.

2. Important Warning: Intra-Company Transfers Become More Restrictive

For multinational companies, one of the most consequential changes concerns intra-company transferees.

Under the previous framework, managers, executives, experts and technical workers could qualify under the relevant intra-company transfer exemption.

Decree 393 narrows this category to managers, executives and experts who have been employed by the overseas enterprise for at least 12 consecutive months.

Technical workers are no longer included in that exemption category.

Existing permits and exemption certificates issued under the previous framework remain valid until expiry, subject to the transitional provisions.

However, affected technical workers seeking to continue under the relevant expert classification will need to satisfy the applicable qualification requirements, including the specified five-year experience route where required.

Why this matters: International manufacturing, engineering, energy, infrastructure and industrial companies frequently rely on technical personnel transferred from overseas affiliates.

Companies should urgently review whether their existing technical assignments remain viable after the transitional period.

A previously compliant assignment should not be assumed to qualify automatically for renewal.

3. Vietnam Creates New Opportunities for Highly Qualified Experts

Decree 393 also introduces more flexible routes for recognizing foreign experts.

Depending on the applicable category, qualifications may be established through:

  • A university degree and at least two years of relevant professional experience.
  • Degrees in designated strategic technologies or qualifying Government cooperation programmes.
  • Certain high-performing science or technology graduates from internationally ranked universities, together with relevant experience.
  • Recognized academic, research, cultural or specialist qualifications.
  • At least five years of relevant professional experience under the applicable alternative route.

The experience requirement for certain executive-director classifications is also reduced from three years to two years.

These changes could benefit foreign-invested enterprises recruiting international specialists whose professional expertise does not fit traditional degree-and-experience requirements.

Strategic implication: Companies should reconsider previously difficult recruitment cases rather than relying on outdated assessments of foreign-worker eligibility.

For technology-intensive investments, the revised definitions could materially improve workforce planning.

4. The 90-Day Rule: Short-Term Assignments Require Particular Attention

Decree 393 clarifies the treatment of short-term foreign assignments.

Qualifying managers, executive directors, experts and technical workers may fall within the short-term exemption where their cumulative work in Vietnam does not exceed 90 days during a calendar year.

Importantly, the calculation covers work for one or more Vietnamese employers.

The decree also establishes an important limitation: where a local employment, hiring or wage relationship arises, the short-term exemption cannot simply be relied upon in place of the applicable work permit requirements.

This creates particular risks for multinational groups that frequently send foreign specialists to Vietnam for technical support, commissioning, inspections, project management or temporary operational assignments.

Recommended action: Employers should maintain centralized records of workdays, contractual arrangements, remuneration and the identity of the Vietnamese entities receiving services.

A short assignment is not necessarily a low-risk assignment.

5. New Compliance Deadlines: Employers Must Update Their Internal Procedures

The decree introduces several important procedural changes.

Recruitment advertising: For specified initial work permit applications, employers must advertise the position to Vietnamese workers at least five working days before filing. Relevant exceptions apply.

Location changes: Where a foreign worker changes work location under the same employer, notifications may be required to both the new-location authority and the original issuing authority at least three working days before the change.

Re-issuance: Changes involving relevant employer offices or operating locations can trigger re-issuance requirements for work permits or exemption certificates.

Permit extensions: Applications must be submitted within the revised window of 10 to 90 days before expiry.

New applications following extension: Where a previously extended permit is approaching expiry, a fresh application may be required within the applicable 10-to-60-working-day window.

Revocation: The decree revises revocation grounds and shortens the employer’s return deadline to 10 working days in relevant circumstances.

Digital procedures: Employers may benefit from database-linked verification of criminal records and other supporting information where the competent authorities can retrieve the relevant data.

These changes make internal coordination between HR, legal, immigration and operational departments increasingly important.

A missed notification, an incorrect worker classification or an overlooked renewal deadline can create avoidable disruption to business operations.

6. Existing Permits: Transitional Protection Does Not Remove Future Risk

The new decree provides transitional arrangements for existing permits and exemption certificates.

Documents validly issued under the previous framework generally remain usable until expiry, subject to the relevant transitional rules.

Applications submitted before 5 December 2026 are generally processed under the preceding regime.

This provides welcome continuity.

However, employers should distinguish carefully between the continued validity of an existing authorization and eligibility for its subsequent extension, re-issuance or replacement.

The immediate risk is not necessarily that existing foreign employees must stop working on 5 December. The greater risk is that companies fail to prepare for the next renewal, reassignment or change of position.

7. What Foreign Investors and International Employers Should Do Now

Duane Morris Vietnam recommends that companies undertake a targeted foreign-workforce compliance review before the new decree takes effect.

First – Review existing personnel. Identify every foreign employee, secondee, executive, technical specialist and short-term assignee currently working in Vietnam.

Second – Reassess exemptions. Determine whether new exemption categories create opportunities to simplify future assignments or whether previously available exemptions have narrowed.

Third – Protect technical assignments. Review intra-company transferees, especially technical workers whose existing authorizations may not qualify for renewal on the same basis.

Fourth – Revisit recruitment strategies. Assess whether the revised expert definitions create new opportunities for attracting international specialists.

Fifth – Update compliance calendars. Incorporate the new advertising, notification, re-issuance, extension and application deadlines into internal HR procedures.

Sixth – Coordinate corporate and immigration planning. Changes in company locations, branches, investment projects and operating structures should be assessed for their potential effects on foreign-worker authorizations.

Seventh – Prepare before implementation. Employers should identify documentation gaps and resolve classification issues before they become urgent operational problems.

CONCLUSION: VIETNAM IS OPENING THE DOOR TO GLOBAL TALENT – BUT FOREIGN INVESTORS MUST GET THE LEGAL STRUCTURE RIGHT

Decree 393 marks an important evolution in Vietnam’s approach to international talent and foreign investment.

The Government is making it easier for strategically important experts, researchers, technology specialists and highly qualified professionals to contribute to Vietnam’s economic development.

That is positive news for international investors seeking to establish or expand sophisticated operations in Vietnam.

But the reform also creates a critical distinction between companies that actively manage their international workforce and those that continue relying on outdated immigration and employment practices.

For foreign investors, the challenge is no longer simply obtaining a work permit. It is designing a legally sustainable workforce strategy that supports international recruitment, cross-border assignments, investment expansion and uninterrupted business operations.

The new rules should therefore be viewed not merely as a compliance obligation, but as an opportunity to reassess how international talent can most effectively be deployed in Vietnam.

Our recommendation is clear: Do not wait until a work permit expires, an international assignment is delayed or a regulatory problem arises. Review your foreign workforce arrangements now, identify the opportunities created by Decree 393 and resolve potential compliance risks before 5 December 2026.

In Vietnam’s increasingly competitive investment environment, the ability to deploy international expertise quickly, lawfully and without disruption is becoming a strategic business advantage.

About the Author

Dr. Oliver Massmann – Partner and General Director, Duane Morris Vietnam LLC

Dr. Oliver Massmann is a German attorney-at-law and international investment lawyer who has advised foreign investors and multinational corporations in Vietnam for nearly three decades.

His practice focuses on foreign direct investment, market access, corporate and M&A transactions, employment and regulatory compliance, energy, infrastructure and international business law.

He regularly advises international companies on establishing, expanding and protecting their investments in Vietnam, including complex regulatory matters affecting foreign-invested enterprises.

For further information, strategic advice or assistance with Vietnam’s new foreign-worker regulations, please contact:

Dr. Oliver Massmann – Partner and General Director – Duane Morris Vietnam LLC
Email: OMassmann@duanemorris.com

This article provides general legal information and does not constitute legal advice for any particular situation.

Anwalt in Vietnam Dr Oliver Massmann – Vietnam von der EU-Steuer-Blacklist gestrichen – Ein bedeutender Impuls für europäische Investitionen, Handel und Geschäftsvertrauen

Am 9. Oktober 2026 hat die Europäische Union Vietnam offiziell von ihrer „schwarzen Liste“ nicht kooperativer Steuergebiete gestrichen. Vietnam war ursprünglich im Februar 2026 in diese Liste aufgenommen worden. Die schnelle Streichung und die Überführung Vietnams in die sogenannte „Grey List“ (Anhang II) zeigen, dass Vietnam aktiv daran arbeitet, internationale Steuerstandards zu erfüllen.

Erleichterungen für deutsche Investoren

Für deutsche Unternehmen bedeutet diese Entwicklung eine erhebliche Entlastung im Hinblick auf das deutsche Steueroasen-Abwehrgesetz (StAbwG). Dieses Gesetz sieht weitreichende steuerliche Maßnahmen für Geschäftsbeziehungen mit Ländern vor, die auf der EU-Liste nicht kooperativer Steuergebiete stehen. Da Vietnam lediglich acht Monate auf der schwarzen Liste stand, konnten deutsche Investoren die schwerwiegendsten steuerlichen Konsequenzen vermeiden. Insbesondere drohen ihnen keine strengeren zusätzlichen Besteuerungsmaßnahmen, keine neue Quellensteuer von 15 % und kein Verlust des Rechts, reguläre Betriebsausgaben steuerlich abzuziehen.

Vorteile für europäische Unternehmen

Für europäische Unternehmen insgesamt erleichtert diese Änderung die Geschäftstätigkeit in Vietnam und erhöht die Planungssicherheit. Unternehmen, die in Vietnam produzieren, Materialien beschaffen oder Lieferketten steuern, müssen nicht mit unerwarteten zusätzlichen Steuerbelastungen oder erheblichem administrativem Mehraufwand rechnen. Dies trägt dazu bei, die Effizienz und Rentabilität europäischer Geschäftstätigkeiten in Vietnam zu erhalten.

Vietnams zunehmende internationale Reputation

Die schnelle Lösung dieser Angelegenheit zeigt, dass Vietnam die Einführung fairer und transparenter Steuerregelungen ernst nimmt. Indem Vietnam die Bedenken der EU innerhalb kurzer Zeit aufgegriffen hat, unterstreicht das Land seine Rolle als verlässlicher Partner und seine Bereitschaft, internationale Standards einzuhalten.

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Europäische Unternehmen können ihre Geschäftstätigkeit in Vietnam nun mit größerer Planungssicherheit ausbauen, neue Produktionsstätten errichten und weitere Investitionen tätigen. Unternehmen, die zwischen Februar und Oktober 2026 besondere vorsorgliche steuerliche Maßnahmen eingeführt haben, sollten diese gemeinsam mit ihren Steuer- und Rechtsberatern überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Gleichzeitig müssen Unternehmen weiterhin eine sorgfältige und vollständige Dokumentation sämtlicher grenzüberschreitender Geschäftsvorgänge und Zahlungen sicherstellen.

Was weiterhin zu beachten ist

Die Aufnahme Vietnams in die „Grey List“ bedeutet, dass die EU die weiteren Fortschritte Vietnams weiterhin beobachtet. Dieser Schritt ist ein positives Signal, bedeutet jedoch keine vollständige Entwarnung. Unternehmen müssen daher weiterhin sämtliche geltenden steuerlichen Erklärungs-, Dokumentations-, Berichts- und Verrechnungspreisvorschriften sorgfältig einhalten.

Die Perspektive von Duane Morris Vietnam

Wir bei Duane Morris Vietnam begrüßen diese Entwicklung ausdrücklich. Sie bestätigt erneut, dass Vietnam langfristig ein äußerst attraktiver Standort für europäische Investitionen ist. Für deutsche und andere europäische Unternehmen, die einen sicheren und wettbewerbsfähigen Standort für den Auf- und Ausbau ihrer Lieferketten in Asien suchen, zeigt Vietnams schnelle Reaktion, dass die Regierung großen Wert auf ein stabiles, transparentes und investitionsfreundliches Geschäftsumfeld legt.

***

Für weitere Informationen zu den oben genannten Themen wenden Sie sich bitte an den Autor, Dr. Oliver Massmann, unter omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann ist General Director von Duane Morris Vietnam LLC.

Vietnam Removed from EU Tax Blacklist – A Major Boost for European Investment, Trade and Business Confidence

On October 9, 2026, the European Union officially removed Vietnam from its tax blacklist. Vietnam was originally added to this list in February 2026. The quick removal and shift to the EU’s “Grey List” (Annex II) shows that Vietnam is actively working to meet global tax standards.

Relief for German Investors For German companies, this brings major relief from Germany’s Tax Haven Defence Act (StAbwG). This law places heavy tax penalties on businesses dealing with blacklisted countries. Because Vietnam was on the blacklist for only eight months, German investors avoided the most severe penalties. They will not face strict extra taxes, a new 15% withholding tax, or the loss of their right to deduct ordinary business expenses.

Benefits for European Businesses For all European companies, this change makes doing business in Vietnam safer and less complicated. Companies that manufacture goods, source materials, or manage supply chains in Vietnam will not have to deal with surprise tax costs or heavy paperwork. This keeps European operations in Vietnam efficient and profitable.

Vietnam’s Improving Global Reputation This quick resolution proves that Vietnam is serious about fair and open tax rules. By addressing the EU’s concerns so fast, Vietnam shows it is a reliable partner that is willing to cooperate with international standards.

What Companies Should Do Now European businesses can now confidently expand their operations, open new factories, and invest more money in Vietnam. Companies that set up special, defensive tax measures between February and October 2026 should review and adjust them with their advisors. At the same time, companies must continue to keep highly accurate records for all cross-border business deals and payments.

Things to Keep in Mind Being moved to the “Grey List” means the EU is still monitoring Vietnam’s progress. It is a sign of good faith, but it is not a complete free pass. Companies must still follow all standard tax filing, reporting, and pricing rules very carefully.

The Duane Morris Vietnam Perspective At Duane Morris Vietnam, we see this as excellent news. It proves once again that Vietnam is a highly attractive, long-term home for European investment. For German and European businesses looking for a safe and competitive place to build their supply chains in Asia, Vietnam’s quick action shows the government is deeply dedicated to supporting a healthy, transparent business environment.

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For more information on the above, please do not hesitate to contact the author Dr. Oliver Massmann under omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann is the General Director of Duane Morris Vietnam LLC.

ベトナムの数十億ドル規模の調達機会:国際入札、インフラ投資、資本市場を変える3つの大きな改革

CPTPP、EVFTA、UKVFTAの市場アクセスから、大規模インフラプロジェクトや最新の証券決済まで:国際的な投資家、請負業者、金融機関、プロジェクト開発者が知っておくべきこと(ベトナムの政府入札を勝ち抜くための25の必須チェックリストを含みます)

エグゼクティブの視点:ベトナムは国際市場アクセスのルールを書き換えています

ベトナムは、国際投資、インフラ開発、クロスボーダービジネスの目的地として、新しい重要な発展段階に入っています。 2026年9月末から10月初旬に出された3つの主要な規制文書は、公共調達を近代化し、インフラ投資を加速させ、国の金融市場インフラを強化するという政府の目標を示しています。 これらの文書は以下の通りです。

  • 2026年9月30日付 政令第374/2026/ND-CP号:CPTPP、EVFTA、UKVFTAに基づく、統合された政府調達の枠組みを設立します。
  • 2026年10月1日付 政令第377/2026/ND-CP号:官民パートナーシップ(PPP)投資、投資家選定、建設・譲渡(BT)プロジェクトに関する規制を改正します。
  • 2026年9月30日付 通達第145/2026/TT-BTC号:中央清算機関(CCP)への移行を支援する取り決めを含み、証券の登録、預託、清算、決済活動を規制します。

これらの改革は、国際的なエンジニアリング企業、建設請負業者、技術サプライヤー、インフラ開発者、機関投資家、金融機関の競争環境を大きく変える可能性があります。 ここには非常に大きなチャンスがあります。 ベトナムは引き続き、交通、エネルギー、物流、産業インフラ、環境施設、公共サービス、デジタルインフラへの投資を必要としています。 しかし、市場にアクセスできるだけでは商業的な成功は保証されません。 外国人投資家は、どの政府入札が法的に参加可能か、優遇措置がどう機能するか、いつ現地パートナーシップが有利か、PPPの提案がどう評価されるか、そしてプロジェクト資金と補償構造が十分に安全かを理解する必要があります。 重要なメッセージはシンプルです。ベトナムの進化する調達・インフラ市場で成功するのは、国際的な専門知識と、規制への理解、強固な資金調達、確実な現地実行力を組み合わせることができる企業です。

1. 政令第374号:国際政府調達の新しい時代

1.1. 1つの枠組みの下にある3つの国際貿易協定

政令第374号は、ベトナムの国際的な政府調達の約束をまとめた重要なものです。 2026年11月14日に発効予定で、CPTPPの政府調達を実施していた政令第95/2020/ND-CP号の代わりになります。 新しい枠組みは、CPTPP、EVFTA、UKVFTAの対象となる調達を扱います。 この統合は、EU、英国、CPTPP加盟国に本社を置く企業や、適切な企業構造を持つ多国籍企業にとって特に関係があります。 ただし、外国企業はすべての政府契約が自動的に国際競争に開かれていると思い込んではいけません。 入札が対象になるかどうかは、特定の法的要件によります。

1.2. 条約対象の調達に関する4つの必須条件

調達の機会は、次の4つの要件を満たした場合にのみ対象となります。

  1. 見積契約額が基準額を満たすか超えていること。
  2. 調達機関が対象リストに含まれていること。
  3. 商品、サービス、または建設工事が対象カテゴリーに入っていること。
  4. 除外規定に当てはまらないこと。

これらの条件はすべて満たす必要があります。 契約額が大きくても、調達機関が除外されていれば対象外になります。 実務上のアドバイス: 国際的な入札者は、提案書の作成に時間と費用をかける前に、正式な対象範囲の評価を行うべきです。

1.3. 契約評価:入札価格の見出しに注意

政令第374号では、調達の見積額は契約期間中の最大予想額を反映する必要があります。 これには手数料やオプションの購入も含まれます。 たとえば、機器の供給契約には、保守サービスや交換部品が含まれる場合があります。 これらの要素は、調達が条約の対象になるかを決める際に重要です。 実務上のアドバイス: 公表された金額だけを見るのではなく、商業構造の全体を確認してください。

1.4. 平等待遇と差別的な条件の禁止

対象となる条約加盟国の入札者は、国際的な約束に従って平等に扱われます。 外国資本が入っているという理由だけでベトナムの入札者が差別されることもありません。 入札書類で特定の国での経験を求めたり、特定のブランドだけを指定したりすることは制限されます(同等品の許可が必要です)。 実務上のアドバイス: 入札書類に不当な制限がないか確認し、問題があれば早めに質問や苦情の手続きを行ってください。

1.5. 調達基準額の段階的な引き下げ

調達の基準額は徐々に引き下げられます。 商品・サービスの場合、最初は1,000,000 SDRですが、2035年8月1日からは130,000 SDRに下がります。 建設の場合は、20,000,000 SDRから5,000,000 SDRに下がります。 これにより、将来はより多くのプロジェクトが国際入札の対象になります。 戦略上のアドバイス: 現在の入札だけでなく、将来の市場開放を見据えた長期的な戦略を立ててください。

1.6. 移行期間中の国内優遇措置

一定の期間は、国内生産品やベトナム企業とのパートナーシップを優遇する措置が残ります。 2029年1月13日までは総契約額の40%、それ以降は30%が上限となります。 これらの優遇措置は2038年または2044年に終了する予定です。 外国企業はこれを避けるのではなく、現地での製造やパートナーシップが自社の競争力を高めるかどうかを検討すべきです。

1.7. 国際入札、言語、準備期間

条約加盟国内の入札はベトナム語で行われますが、広く開かれた国際入札は英語、または英語とベトナム語で行われます。 準備期間の最低日数は、関心表明や事前資格審査で25日(緊急時は10日)、入札書の提出で30日(電子提出は25日)です。 実務上のアドバイス: 準備期間が短いことがあるため、入札が公表される前から書類の準備を始めてください。

1.8. 除外事項に注意

土地取引、防衛・安全保障関連、特定の農産物、石油、電気通信製品などは対象外です。 貿易協定の一般的な内容だけでなく、詳しい除外リストを必ず確認してください。

2. 政令第377号:PPP改革と次世代インフラ

2.1. 権限の委任

省庁や地方当局が、下部機関にプロジェクトの承認権限を委任しやすくなりました。 これにより手続きが早くなる可能性がありますが、投資家は承認する機関に本当に権限があるかをしっかり確認する必要があります。

2.2. 民間提案プロジェクトの明確な期限

投資家が提案するプロジェクトの審査期限が決まりました。 当局は10営業日以内に提案を受理・拒否し、その後15営業日以内に投資家を選定します。 事前の綿密な準備がより重要になります。

2.3. ハイブリッド契約

複数のPPP契約モデルを組み合わせることが可能になり、柔軟性が増しました。 リスクや責任の分担を慎重に決める必要があります。

2.4. グリーンファイナンスとクリーンテクノロジー

環境に優しい技術や資金調達を提案すると、評価で有利になる仕組みが導入されました。 具体的なデータで証明することが大切です。

2.5. 特例的な投資家選定

緊急のプロジェクトなどでは特例での選定が認められますが、監視が厳しくなります。 法的根拠をしっかり確認してください。

2.6. デジタル化の推進

2027年からPPPプロジェクトの提案やオンライン入札が開始されます。 電子提出の準備を早めに進めてください。

3. 建設・譲渡(BT)プロジェクト:土地補償と資金調達

3.1. プロジェクト価値の明確化

土地払いのBTプロジェクトでは、投資家の利益は評価計算から除外されます。 支出と利益を分けて財務モデルを作る必要があります。

3.2. 大規模プロジェクトの早期契約

20兆ドン以上のプロジェクトは、最終設計の前に契約を結ぶことができます。 ただし、設計変更やコスト上昇のリスクに注意して契約を交渉してください。

3.3. 土地の補償と評価

土地の支払額は、「面積 × 地価 × 調整係数」で計算されます。 プロジェクトの進行に合わせて土地が分割して提供されることもあります。 投資家は、土地の法的状況や実際の商業価値をよく確認する必要があります。

3.4. 支払いの差額と報告

提供された土地の価値が工事の価値を上回る場合、投資家は差額を支払う必要があります。 また、四半期ごとの報告義務があります。

4. 通達第145号:最新の証券インフラとCCPへの移行

4.1. 証券の登録と所有権

ベトナム証券預託清算公社(VSDC)が証券コードを割り当て、発行体は正確な情報を維持する義務があります。 電子記録も認められます。

4.2. 取引所外での移転

贈与、相続、企業再編など、取引所を通さない証券の移転が認められるケースが明確になりました。 ただし、外国人保有枠を回避するためのものではありません。

4.3. 中央清算機関(CCP)への移行

株式やファンド証券などがCCPの対象になります。 社債は別のリアルタイム決済方式になります。 これにより、取引後のリスク管理が強化されます。

4.4. 事前資金なしの購入

条件を満たす外国機関投資家は、全額の資金がなくても証券を購入できる場合があります(証券会社が立て替えます)。 もちろん期限内の返済が必要です。

5. 究極の国際入札チェックリスト:25の必須質問

A. 条約対象と参加資格

  1. どの調達ルール(CPTPP、EVFTAなど)が適用されますか?
  2. 調達機関はリストに入っていますか?
  3. 契約額は基準を満たしていますか?
  4. 商品・サービスは対象ですか?
  5. 入札者の資格(国籍など)はありますか?

B. 入札書類と法令遵守

6. 差別的な条件はありませんか? 7. 技術仕様(特定のブランド指定など)は適法ですか? 8. 言語の指定(英語、ベトナム語)はどうなっていますか? 9. 提出期限はルール通りですか? 10. 国内企業への優遇措置はありますか?

C. 競争力

11. ベトナムのパートナーと組むメリットはありますか? 12. 国際的な実績を証明できますか? 13. 原産地の要件を満たせますか? 14. コストや技術面でプロジェクト全体を通して競争力がありますか? 15. 環境面や技術面での強み(グリーン技術など)をアピールできますか?

D. リスク管理

16. 入札保証や履行保証の準備はできていますか? 17. 為替、税金、関税のリスクを理解していますか? 18. 契約上のリスク(損害賠償、契約解除など)は受け入れ可能ですか? 19. プロジェクトの資金計画は成り立ちますか(バンカブルですか)? 20. コンプライアンス(汚職防止など)のチェックはしましたか?

E. 提出の準備

21. 電子入札システムの登録は終わっていますか? 22. 資格を証明する書類はすべて揃っていますか? 23. 提出前に専門家による最終チェックをしましたか? 24. 不明点や問題点について質問・抗議する戦略はありますか? 25. 落札後、すぐに実行に移る準備はできていますか?

6. 国際的な入札者のための7つのアドバイス

  1. 情報を早く集める: 調達システムを定期的に監視し、早めに準備を始めます。
  2. 条約の権利を確認する: 貿易協定のメリットを理解してから入札に参加します。
  3. 現地のパートナーを戦略的に選ぶ: 実行力のあるベトナム企業と組みます。
  4. しっかりした技術書類を作る: 実績や技術力を明確な証拠で示します。
  5. プロジェクトの違いを理解する: 普通の調達、PPP、BTはリスクが違うため、戦略を変えます。
  6. 資金計画を最優先する: 政府からの支払いや土地の価値が確実かを確認します。
  7. 電子化の準備をする: 義務化される前に電子署名やシステムの準備を終わらせます。

7. Duane Morris Vietnamの視点:法律の権利から実際の契約獲得へ

外国企業がベトナムの入札に参加できるかという問題から、今は「どうやってその権利を使い、安全で利益の出るプロジェクトを勝ち取るか」に焦点が移っています。 これには、貿易協定、調達ルール、税金、法律などを総合的に分析する必要があります。 「海外での実績が認められるか」「仕様書が特定のブランドに偏っていないか」「資金調達は可能か」といった問題は、単なる法的な手続きではなく、企業の利益に直結する重要な投資判断です。

結論:勝者は、入札が発表される前に準備をしている企業です

ベトナムの法改正は、国際的な参加を広げ、インフラ投資の手続きを整え、金融市場を近代化するものです。しかし、法律が変わったからといって自動的に成功できるわけではありません。 外国企業は依然として、ルールの例外、国内優遇措置、現地パートナーの要件、資金調達の制限などの課題をクリアする必要があります。 ベトナムの次の入札で勝つのは、一番安い価格を提示した企業ではなく、「世界レベルの技術」「確かな資金」「ベトナムでの実行力」そして「安全な法的戦略」を組み合わせた企業です。 勝負は入札が発表される前から始まっています。

詳しい情報については、著者のオリバー・マスマン博士(omassmann@duanemorris.com)に連絡してください。 (Duane Morris Vietnam LLC 総局長)

Anwalt in Vietnam Dr Oliver Massmann VIETNAMS MILLIARDENCHANCE IM ÖFFENTLICHEN BESCHAFFUNGSWESEN: DREI WEGWEISENDE REFORMEN VERÄNDERN INTERNATIONALE VERGABEN, INFRASTRUKTURINVESTITIONEN UND KAPITALMÄRKTE

Vom Marktzugang nach CPTPP, EVFTA und UKVFTA über große Infrastrukturprojekte bis zur modernen Wertpapierabwicklung: Was internationale Investoren, Auftragnehmer, Finanzinstitute und Projektentwickler wissen müssen – einschließlich der unverzichtbaren 25-Punkte-Checkliste für erfolgreiche öffentliche Ausschreibungen in Vietnam.

EXECUTIVE PERSPECTIVE: VIETNAM SCHREIBT DIE REGELN FÜR DEN INTERNATIONALEN MARKTZUGANG NEU

Vietnam tritt in eine wichtige neue Entwicklungsphase als Standort für internationale Investitionen, Infrastrukturentwicklung und grenzüberschreitende Geschäftstätigkeit ein.

Drei bedeutende Rechtsinstrumente, die Ende September und Anfang Oktober 2026 erlassen wurden, verdeutlichen den Anspruch der Regierung, das öffentliche Beschaffungswesen zu modernisieren, Infrastrukturinvestitionen zu beschleunigen und die Finanzmarktinfrastruktur des Landes zu stärken.

Dabei handelt es sich um:

• Dekret Nr. 374/2026/ND-CP vom 30. September 2026, das einen konsolidierten Rahmen für öffentliche Beschaffungen nach dem Umfassenden und Fortschrittlichen Abkommen für eine Transpazifische Partnerschaft (CPTPP), dem Freihandelsabkommen EU–Vietnam (EVFTA) und dem Freihandelsabkommen Vereinigtes Königreich–Vietnam (UKVFTA) schafft.

• Dekret Nr. 377/2026/ND-CP vom 1. Oktober 2026, das die Vorschriften über Investitionen in öffentlich-private Partnerschaften (PPP), die Investorenauswahl und Build-Transfer-Projekte (BT) ändert.

• Rundschreiben Nr. 145/2026/TT-BTC vom 30. September 2026 über die Registrierung, Verwahrung, das Clearing und die Abwicklung von Wertpapieren, einschließlich Regelungen zur Unterstützung des Übergangs zu einem zentralen Kontrahenten-Clearing.

Zusammen könnten diese Reformen das Wettbewerbsumfeld für internationale Ingenieurunternehmen, Bauauftragnehmer, Technologieanbieter, Infrastrukturentwickler, institutionelle Investoren und Finanzinstitute grundlegend verändern.

Die Chancen sind potenziell erheblich. Vietnam benötigt weiterhin Investitionen in Verkehr, Energie, Logistik, industrielle Infrastruktur, Umweltanlagen, öffentliche Dienstleistungen und digitale Infrastruktur.

Der Marktzugang allein garantiert jedoch noch keinen wirtschaftlichen Erfolg.

Ausländische Investoren müssen verstehen, welche öffentlichen Ausschreibungen rechtlich zugänglich sind, wie Beschaffungspräferenzen funktionieren, wann lokale Partnerschaften vorteilhaft sind, wie PPP-Vorschläge bewertet werden und ob Projektfinanzierung sowie Vergütungsstrukturen ausreichend abgesichert sind.

Die zentrale Botschaft ist klar: Auf Vietnams sich wandelndem Beschaffungs- und Infrastrukturmarkt werden diejenigen Bieter erfolgreich sein, die internationale Expertise mit regulatorischer Vorbereitung, solider Finanzierung und glaubwürdiger lokaler Umsetzung verbinden.

1. DEKRET 374: EINE NEUE ÄRA FÜR INTERNATIONALE ÖFFENTLICHE BESCHAFFUNGEN

1.1. Drei internationale Handelsabkommen in einem einheitlichen Rahmen

Dekret 374 stellt eine wichtige Konsolidierung der internationalen Verpflichtungen Vietnams im öffentlichen Beschaffungswesen dar.

Es soll am 14. November 2026 in Kraft treten und ersetzt Dekret Nr. 95/2020/ND-CP, mit dem die Verpflichtungen zum öffentlichen Beschaffungswesen aus dem CPTPP umgesetzt wurden.

Der neue Rahmen erfasst Beschaffungen nach CPTPP, EVFTA und UKVFTA.

Diese Konsolidierung ist insbesondere für Unternehmen mit Sitz in der Europäischen Union, im Vereinigten Königreich und in CPTPP-Mitgliedstaaten sowie für multinationale Unternehmen relevant, die über zulässige Unternehmensstrukturen tätig sind.

Die Reform bietet einen kohärenteren Ausgangspunkt für die Prüfung von Beschaffungsmöglichkeiten, die unter die Abkommen fallen.

Ausländische Unternehmen sollten jedoch nicht davon ausgehen, dass sämtliche öffentlichen Aufträge automatisch dem internationalen Wettbewerb offenstehen.

Ob eine Ausschreibung unter den Rahmen fällt, hängt von mehreren konkreten rechtlichen Voraussetzungen ab.

1.2. Die vier wesentlichen Voraussetzungen für abkommensgebundene Beschaffungen

Eine Beschaffungsmöglichkeit ist nur dann erfasst, wenn vier Voraussetzungen erfüllt sind.

Erstens muss der geschätzte Auftragswert den einschlägigen Schwellenwert erreichen oder überschreiten.

Zweitens muss die Vergabestelle in den maßgeblichen Abdeckungslisten aufgeführt sein.

Drittens müssen die Waren, Dienstleistungen oder Bauleistungen zu den erfassten Beschaffungskategorien gehören.

Viertens darf kein anwendbarer Ausschlusstatbestand die Beschaffung aus dem Geltungsbereich des Abkommens herausnehmen.

Diese Voraussetzungen gelten kumulativ.

Eine Ausschreibung für ein grundsätzlich erfasstes Produkt kann dennoch außerhalb der Verpflichtungen liegen, wenn die Vergabestelle ausgeschlossen ist oder der Auftragswert unter dem Schwellenwert liegt.

Ebenso fällt ein großer öffentlicher Auftrag nicht allein deshalb unter die Abkommen, weil sein finanzieller Wert erheblich ist.

Praktische Empfehlung: Internationale Bieter sollten eine formelle Prüfung der Abkommensdeckung vornehmen, bevor sie erhebliche Ressourcen in die Angebotserstellung investieren.

Dabei sind das einschlägige Abkommen, die Vergabestelle, die Beschaffungskategorie, der anwendbare monetäre Schwellenwert und etwaige Ausschlüsse zu bestimmen.

1.3. Auftragswert: Warum der veröffentlichte Ausschreibungswert irreführend sein kann

Dekret 374 verlangt, dass der geschätzte Beschaffungswert dem höchsten erwarteten Wert über die gesamte Vertragslaufzeit entspricht.

Darin sind anwendbare Gebühren, Provisionen und Kaufoptionen einzubeziehen.

Ein Liefervertrag für Ausrüstung kann beispielsweise Wartungsleistungen, Ersatzteile, optionale Käufe und Verlängerungsrechte umfassen.

Diese Elemente können den für die Abkommensdeckung maßgeblichen Wert erheblich erhöhen.

Kann der Beschaffungswert nicht geschätzt werden, ist die Beschaffung nach dem Dekret als erfasst zu behandeln.

Dieser Ansatz ist wichtig, weil die Abkommensdeckung nicht allein anhand eines künstlich eng gefassten anfänglichen Vertragsbetrags beurteilt werden sollte.

Internationale Bieter sollten daher die gesamte wirtschaftliche Struktur prüfen und sich nicht ausschließlich auf den veröffentlichten Ausgangswert verlassen.

1.4. Gleichbehandlung und Schutz vor diskriminierenden Ausschreibungsanforderungen

Eines der wirtschaftlich wichtigsten Prinzipien des Dekrets ist die Gleichbehandlung.

Zulässige Bieter aus erfassten Vertragsstaaten müssen die nach den einschlägigen internationalen Beschaffungsverpflichtungen vorgesehene Behandlung erhalten.

Auch vietnamesische Bieter dürfen nicht allein wegen ausländischer Beteiligung anders behandelt werden.

Dies ist besonders wichtig für multinationale Unternehmen, die über vietnamesische Tochtergesellschaften tätig sind.

Das Dekret beschränkt zudem bestimmte diskriminierende Ausschreibungsbedingungen.

Ausschreibungsunterlagen dürfen nicht verlangen, dass Bieter frühere Vertragserfahrung speziell in einem bestimmten Land nachweisen.

Wird eine bestimmte Marke als technische Referenz verwendet, müssen gleichwertige Produkte zugelassen und die Kriterien der Gleichwertigkeit angegeben werden.

Diese Bestimmungen können für internationale Auftragnehmer wirtschaftlich wertvoll sein, deren Qualifikationen, Technologien oder Ausrüstungen außerhalb Vietnams entwickelt und erfolgreich eingesetzt wurden.

Praktische Empfehlung: Unternehmen sollten Ausschreibungsunterlagen systematisch auf einschränkende Spezifikationen, unbegründete geografische Erfahrungsanforderungen und markenspezifische Bedingungen prüfen.

Potenziell rechtswidrige Beschränkungen sollten unverzüglich über die einschlägigen Klarstellungs- oder Beschwerdeverfahren aufgegriffen werden.

1.5. Die Beschaffungsschwellenwerte werden schrittweise sinken

Ein wichtiges Merkmal des neuen Rahmens ist die schrittweise Absenkung der Beschaffungsschwellenwerte.

Für die in Anhang I genannten zentralstaatlichen Stellen weist die vorliegende regulatorische Zusammenfassung folgende Änderungen aus.

Für Waren und Dienstleistungen beträgt der Schwellenwert zunächst 1.000.000 SZR und soll ab dem 1. August 2035 auf 130.000 SZR sinken.

Für Bauleistungen beträgt der Schwellenwert zunächst 20.000.000 SZR und soll auf 5.000.000 SZR sinken.

SZR bezeichnet Sonderziehungsrechte, das vom Internationalen Währungsfonds geführte internationale Reserveinstrument.

Das Finanzministerium ist für die Veröffentlichung der anwendbaren Schwellenwerte in vietnamesischen Dong verantwortlich.

Diese Absenkungen sind wirtschaftlich bedeutsam.

Im Laufe der Zeit kann ein breiteres Spektrum öffentlicher Beschaffungen unter die internationalen Verpflichtungen fallen.

Dadurch könnten sich Chancen über außergewöhnlich große Infrastrukturaufträge hinaus auf spezialisierte Ausrüstung, technische Dienstleistungen sowie Ingenieur- und Beratungsprojekte ausweiten.

Die Schwellenwerte unterscheiden sich jedoch je nach Abkommen, Vergabestelle und Beschaffungskategorie. Die Zahlen aus Anhang I dürfen nicht undifferenziert auf jede Ausschreibung angewandt werden.

Strategische Empfehlung: Internationale Unternehmen sollten eine mehrjährige Beschaffungsstrategie entwickeln, die eine künftige Marktöffnung berücksichtigt, anstatt sich ausschließlich auf aktuell verfügbare Ausschreibungen zu konzentrieren.

1.6. Inländische Präferenzen bleiben während des Übergangs relevant

Dekret 374 erhält bestimmte vorübergehende inländische Präferenzen im Rahmen der einschlägigen Abkommensverpflichtungen und rechtlichen Voraussetzungen aufrecht.

Je nach Beschaffung können hierzu Anforderungen an im Inland hergestellte Waren, lokale Unteraufträge, Partnerschaften mit vietnamesischen Unternehmen oder Technologietransfer gehören.

Das Dekret sieht außerdem bestimmte Prioritätsmechanismen zugunsten vietnamesischer Bieter vor.

Nach der vorliegenden regulatorischen Zusammenfassung unterliegen inländische Präferenzen bis zum 13. Januar 2029 einer jährlichen Gesamtobergrenze von 40 % des Gesamtwerts der erfassten Verträge; danach sinkt sie auf 30 %.

Die einschlägigen Übergangspräferenzen sollen für bestimmte Beschaffungen nach den Anhängen I und III am 1. August 2038 und für bestimmte ausschließlich dem CPTPP unterliegende Beschaffungen am 14. Januar 2044 enden.

Diese Zahlen betreffen den zulässigen Gesamteinsatz inländischer Präferenzen. Sie dürfen nicht als automatische Preisvorteile von 40 % oder 30 % in einzelnen Ausschreibungen missverstanden werden.

Die genaue Anwendung ist anhand des jeweiligen Abkommens, der Beschaffungskategorie und der Durchführungsbestimmungen zu prüfen.

Ausländische Bieter sollten Beschaffungen mit inländischen Präferenzen nicht zwangsläufig meiden.

Vielmehr sollten sie prüfen, ob echte vietnamesische Partnerschaften, lokale Produktion, Servicekapazitäten oder Technologietransfer ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können.

Das stärkste internationale Angebot kann jenes sein, das ausländische Technologie und Expertise mit glaubwürdiger vietnamesischer Umsetzungskapazität verbindet.

1.7. Internationale Ausschreibungen, Sprache und Mindestvorbereitungsfristen

Dekret 374 unterscheidet zwischen Beschaffungen, die auf zulässige Vertragsstaaten beschränkt sind, und weiter gefassten internationalen Ausschreibungen.

Innerhalb eines Vertragsraums kann die Teilnahme vorbehaltlich des anwendbaren Rahmens auf Bieter aus den betreffenden Mitgliedstaaten beschränkt werden.

Solche Ausschreibungen werden auf Vietnamesisch durchgeführt.

Internationale Ausschreibungen können auf Englisch oder zweisprachig auf Vietnamesisch und Englisch durchgeführt werden.

Das Dekret legt außerdem Mindestvorbereitungsfristen fest.

Für Interessenbekundungen und Präqualifikationsunterlagen gilt grundsätzlich eine Mindestfrist von 25 Tagen, die in dringenden Fällen auf 10 Tage verkürzt werden kann.

Für Angebote gilt grundsätzlich eine Mindestfrist von 30 Tagen beziehungsweise 25 Tagen bei elektronischer Einreichung.

In bestimmten dringenden Fällen oder bei standardisierten Waren und einfachen Dienstleistungen mit einem Wert von höchstens 10 Milliarden VND kann eine verkürzte Frist von 10 Tagen gelten.

Diese Fristen können die Fähigkeit ausländischer Unternehmen, technisch komplexe Angebote vorzubereiten, erheblich beeinflussen.

Praktische Empfehlung: Bieter sollten Unternehmensnachweise, technische Dokumentation, Übersetzungen, Konsortialvereinbarungen und finanzielle Sicherheiten, soweit wirtschaftlich sinnvoll, bereits vor der formellen Veröffentlichung vorbereiten.

1.8. Ausschlüsse dürfen nicht übersehen werden

Das Dekret enthält wichtige Ausschlüsse.

Die vorliegende Zusammenfassung nennt unter anderem bestimmte Transaktionen mit Grundstücks- und Immobilienrechten, Zuschüsse, Darlehen und Garantien, bestimmte Finanz- und Staatsschuldendienstleistungen, qualifizierte geberfinanzierte Beschaffungen, Beschaffungen zur Nutzung außerhalb Vietnams sowie Verteidigungs- und Sicherheitsanforderungen.

Auch bestimmte Waren sind ausgeschlossen, darunter bestimmte Reiserzeugnisse, Erdöl, Druckerzeugnisse sowie Telekommunikations- und Radarprodukte.

Computer der HS-Position 84.71 sind im Rahmen der Beschaffungsdeckung von EVFTA und UKVFTA als ausgeschlossen ausgewiesen.

Weitere Ausschlüsse können für Kulturerbeprojekte, nationale Reserven, bestimmte Programme für ethnische Minderheiten, Bauvorhaben in benachteiligten oder abgelegenen Gebieten und bestimmte kleinen und mittleren Unternehmen vorbehaltene Beschaffungen gelten.

Bieter dürfen sich daher nicht auf den allgemeinen Geltungsbereich eines Handelsabkommens verlassen, ohne dessen detaillierte Beschaffungslisten und Ausschlüsse zu prüfen.

2. DEKRET 377: PPP-REFORMEN KÖNNTEN VIETNAMS NÄCHSTE GENERATION VON INFRASTRUKTURPROJEKTEN BESCHLEUNIGEN

Öffentliche Beschaffung ist nur ein Bestandteil der vietnamesischen Infrastrukturstrategie.

Öffentlich-private Partnerschaften bieten einen weiteren wichtigen Weg, privates Kapital, internationale Technologie und langfristige Betriebserfahrung zu mobilisieren.

Dekret 377 führt Änderungen ein, die Projektinitiierung, Investorenauswahl, Zuständigkeitsdelegation und Umsetzung verbessern sollen.

2.1. Weitergehende Delegation von Zuständigkeiten

Die Änderungen erweitern die Möglichkeiten von Ministerien und Provinzbehörden, bestimmte Aufgaben der zuständigen Behörde zu delegieren.

Je nach Projektklassifizierung und den rechtlichen Voraussetzungen können nachgeordnete Verwaltungsstellen, Volkskomitees auf Gemeindeebene und öffentliche Dienstleistungseinheiten delegierte Funktionen wahrnehmen.

Dies kann insbesondere für Projekte entsprechend den Gruppen B und C, Betriebs- und Wartungsprojekte sowie andere qualifizierte Projekte relevant sein.

Ziel sind größere administrative Flexibilität und potenziell schnellere Entscheidungen.

Investoren müssen jedoch sorgfältig prüfen, ob die Behörde, die eine Genehmigung erteilt oder einen Projektvertrag schließt, über die erforderliche rechtliche Zuständigkeit verfügt.

Eine schnellere Genehmigung ist wirtschaftlich wertlos, wenn sie später wegen fehlender Zuständigkeit angefochten wird.

2.2. Klarere Fristen für privat initiierte PPP-Projekte

Die Reformen führen festgelegte Verfahrensfristen für von Investoren vorgeschlagene Projekte ein.

Nach der vorliegenden Zusammenfassung werden Vorschläge über das zuständige öffentliche Verwaltungsservicezentrum der Provinz oder den ministeriellen One-Stop-Mechanismus eingereicht.

Die Behörden müssen den Vorschlag innerhalb von 10 Arbeitstagen annehmen oder ablehnen.

Konkurrenzvorschläge können während eines Zeitfensters von 10 Arbeitstagen nach dem ersten Vorschlag angenommen werden.

Anschließend wählt die Behörde vorbehaltlich der anwendbaren Regeln innerhalb weiterer 15 Arbeitstage einen Investorenvorschlag aus.

Diese Fristen schaffen größere Verfahrensvorhersehbarkeit und machen eine frühe Vorbereitung besonders wichtig.

Ein Projektentwickler sollte vor Einreichung über eine kohärente vorläufige Machbarkeitsbewertung, ein technisches Konzept, einen Finanzierungsansatz, eine Grundstücksanalyse und eine Risikoverteilungsstrategie verfügen.

Investoren sollten zudem zwischen der Auswahl eines Vorschlags zur weiteren Prüfung und der späteren Vergabe eines PPP-Vertrags unterscheiden. Dies sind nicht zwingend dieselben rechtlichen Ereignisse.

2.3. Hybridverträge und innovative Projektstrukturen

Dekret 377 erkennt die Möglichkeit an, verschiedene PPP-Vertragsmodelle in hybriden Vertragsgestaltungen zu kombinieren.

Dies kann zusätzliche Flexibilität schaffen, wenn ein Projekt mehrere wirtschaftliche Komponenten umfasst.

Ein Infrastrukturprojekt kann beispielsweise Bauverpflichtungen, Betriebsleistungen sowie weitere Einnahme- oder Zahlungsmechanismen verbinden.

Die rechtliche und finanzielle Struktur muss dennoch mit dem anwendbaren PPP-Recht vereinbar bleiben.

Investoren sollten sorgfältig festlegen, wie Verantwortlichkeiten, Erlösansprüche, Zahlungspflichten, Betriebsrisiken und Kündigungsrechte innerhalb der Vertragsstruktur verteilt werden.

2.4. Grüne Finanzierung und saubere Technologien als Wettbewerbsvorteile

Die Änderungen sehen Bewertungsvorteile im Zusammenhang mit grüner Finanzierung, strategischen Technologien und sauberen Technologien vor.

Dies kann für erneuerbare Energien, Umweltinfrastruktur, effizienten Verkehr, industrielle Modernisierung und andere technologieintensive Projekte relevant sein.

Internationale Investoren sollten prüfen, ob ihre technischen Angebote messbare Vorteile bei Energieeffizienz, Emissionsminderung, Lebenszykluskosten und Technologietransfer nachweisen können.

Ebenso können durch glaubwürdige grüne Finanzierungsstrukturen gestützte Finanzierungsvorschläge ein Angebot stärken, wenn der anwendbare Bewertungsrahmen diese Merkmale anerkennt.

Allgemeine Nachhaltigkeitsaussagen dürfen überprüfbare technische und finanzielle Nachweise jedoch nicht ersetzen.

2.5. Investorenauswahl in Sonderfällen und stärkere Aufsicht

Die Reformen erweitern die Fälle, in denen eine Investorenauswahl im Sonderverfahren in Betracht kommt.

Die vorliegende Zusammenfassung nennt bestimmte dringende Konnektivitätsprojekte sowie qualifizierte Gesundheits-, Bildungs- und Umweltprojekte in benachteiligten Gebieten.

Gleichzeitig unterliegen Direktvergaben und Sonderauswahlverfahren einer zusätzlichen unabhängigen Überwachung.

Investoren sollten eine Sonderauswahl daher nicht als Befreiung von rechtlicher Prüfung betrachten.

Rechtsgrundlage, Qualifikationsvoraussetzungen, Genehmigungsbehörde und Dokumentation des Verfahrens müssen sorgfältig festgestellt werden.

2.6. Digitale PPP-Vergabe und Investorendatenbanken

Die Reformen schaffen einen wichtigen digitalen Umsetzungsfahrplan.

Ab dem 1. Januar 2027 sollen PPP-Projektvorschläge auf das Nationale Elektronische Beschaffungssystem überführt werden.

Ab dem 1. September 2027 soll die offene Online-Ausschreibung zur Auswahl von PPP-Investoren beginnen.

Eine nationale Investorendatenbank wird außerdem Angaben zu Projekterfahrung, Vertragserfüllung und Verstößen erfassen.

Dadurch gewinnen korrekte Unternehmensunterlagen und überprüfbare Projektreferenzen weiter an Bedeutung.

Internationale Bieter sollten ihre digitalen Einreichungssysteme, zeichnungsberechtigten Personen, elektronischen Dokumente und internen Genehmigungsprozesse frühzeitig vorbereiten.

3. BUILD-TRANSFER-PROJEKTE: GRUNDSTÜCKSENTSCHÄDIGUNG UND FINANZIERUNGSSICHERHEIT WERDEN ENTSCHEIDEND

Die Änderungen der Vorschriften für BT-Projekte sind für große Infrastrukturentwickler besonders bedeutsam.

Für viele Investoren ist nicht allein entscheidend, ob ein Infrastrukturprojekt gebaut werden kann.

Entscheidend ist, ob der Vergütungsmechanismus genügend Sicherheit bietet, um die Investition zu rechtfertigen und eine Finanzierung zu ermöglichen.

3.1. Klarstellung des Werts von BT-Projekten

Die vorliegende Zusammenfassung nennt als berücksichtigungsfähige Wertbestandteile unter anderem Umsiedlung, Bau, Ausrüstung, Management, Beratung, Rückstellungen und Zinsen auf Fremdmittel.

Bei durch Grundstücke vergüteten BT-Projekten wird der Eigenkapitalgewinn des Investors aus der genannten Bewertungsberechnung ausgeschlossen.

Diese Unterscheidung erfordert eine sorgfältige Finanzmodellierung.

Investoren müssen berücksichtigungsfähige Projektausgaben, Finanzierungskosten, erwartete Eigenkapitalrenditen und den Wert der Vergütungsvermögenswerte getrennt erfassen.

3.2. Frühere Vertragsunterzeichnung bei Großprojekten

Bei Projekten mit Gesamtinvestitionen von mindestens 20.000 Milliarden VND ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Vertragsunterzeichnung vor der endgültigen Entwurfsgenehmigung zulässig.

Die genehmigte Gesamtinvestition bildet die anfängliche Grundlage.

Nach Genehmigung des einschlägigen Entwurfs und der Kostenschätzungen kann der Vertragswert durch einen Nachtrag aktualisiert werden, jedoch nur bis zur genehmigten Gesamtinvestitionsobergrenze.

Dies kann große Infrastrukturprojekte beschleunigen.

Eine frühere Unterzeichnung schafft jedoch auch Risiken aufgrund von Entwurfsänderungen, Baukostensteigerungen und Anpassungen des Projektumfangs.

Investoren sollten daher klare Vertragsmechanismen für Entwurfsentwicklung, Änderungen, Kostenüberschreitungen und die Zuweisung zusätzlicher Aufwendungen verhandeln.

3.3. Grundstücksentschädigung und Bewertung

Die vorliegende Zusammenfassung nennt folgende allgemeine Methode zur Ermittlung des erwarteten Grundstücksentschädigungswerts:

Erwarteter Wert der Grundstückszahlung = Grundstücksfläche × anwendbare Grundstückspreistabelle × Anpassungskoeffizient.

Der Anpassungskoeffizient wird im einschlägigen Verfahren unter Beteiligung der Grundstücksbehörden der Provinz festgelegt.

Bei qualifizierten Projekten entsprechend den Gruppen A und B kann die Grundstücksentschädigung in Tranchen erfolgen, die an abgenommene Arbeiten oder fertiggestellte Projektteile geknüpft sind.

Bestimmte Großprojekte und Projekte im Zusammenhang mit national bedeutsamer Infrastruktur können vorbehaltlich von Sicherungsmaßnahmen wie Bankgarantie oder Sperrkonto für eine frühere Zuweisung des gesamten Grundstücksentschädigungsfonds in Betracht kommen.

Die erforderliche Sicherheit richtet sich nach dem Projektwert und kann mit der Abnahme von Arbeiten reduziert werden.

Die Änderungen regeln außerdem die Festsetzung des Grundstückswerts bei staatlicher Zuweisung oder Verpachtung, mögliche jährliche Mietregelungen für bestimmte Flächen sozialer Infrastruktur und Zinsfolgen bei verspäteter Grundstücksübergabe durch den Staat.

Diese Regelungen können die Projektflexibilität verbessern.

Investoren müssen dennoch Landnutzungsrechte, Planungsstatus, Flächenfreimachung, Bewertungsmethode, zulässige Nutzung und tatsächlichen wirtschaftlichen Wert der Entschädigungsflächen prüfen.

Rechtssicherheit des Grundstücks und nicht nur dessen Nominalwert sollte ein zentrales Bankability-Kriterium sein.

3.4. Zahlungsdifferenzen und Berichtspflichten

Liegt der Wert der abgenommenen Arbeiten unter dem Wert der bereits gewährten Grundstücksentschädigung, kann der Investor verpflichtet sein, die Differenz nach dem anwendbaren Mechanismus auszugleichen.

Außerdem ist vierteljährlich über den Projektfortschritt zu berichten.

Für gemischte BT-Strukturen mit Grundstücks- und Haushaltsvergütung legen die geänderten Vorschriften staatliche Zahlungszeiträume in Abhängigkeit von der Projektklassifizierung fest.

Nach der vorliegenden Zusammenfassung betragen diese Zeiträume drei Jahre für Positionen entsprechend Gruppe A, zwei Jahre für Gruppe B und ein Jahr für Gruppe C.

Der genaue Fristbeginn, die Zahlungsbedingungen und die Durchsetzbarkeit dieser Verpflichtungen sind anhand der einschlägigen Rechtsvorschriften und des Projektvertrags zu prüfen.

4. RUNDSCHREIBEN 145: MODERNE WERTPAPIERINFRASTRUKTUR UND DER ÜBERGANG ZUM CLEARING ÜBER EINEN ZENTRALEN KONTRAHENTEN

Rundschreiben Nr. 145/2026/TT-BTC vom 30. September 2026 regelt den rechtlichen und operativen Rahmen für Registrierung, Verwahrung, Clearing und Abwicklung von Wertpapieren.

Es soll am 16. November 2026 in Kraft treten.

Das Rundschreiben ist für die Vietnam Securities Depository and Clearing Corporation (VSDC), deren Clearing-Tochtergesellschaft, Wertpapierbörsen, Wertpapierunternehmen, Depotbanken, Abwicklungsbanken, Emittenten und Investoren relevant.

4.1. Wertpapierregistrierung und Eigentumsnachweise

Das Rundschreiben enthält Regeln zur Registrierung von Emittenten, Wertpapieren und Wertpapierinhabern.

Die VSDC vergibt inländische Wertpapierkennnummern und internationale Wertpapieridentifikationsnummern.

Emittenten müssen genaue und aktuelle Registrierungsdaten führen.

Das Rundschreiben erkennt außerdem elektronische Aufzeichnungen an, die nach den anwendbaren Betriebsregeln ausgetauscht werden.

Für internationale Investoren sind verlässliche Registrierungs- und Eigentumsnachweise für Verwahrung, Kapitalmaßnahmen und die Ausübung von Aktionärsrechten unerlässlich.

4.2. Außerbörsliche Übertragungen

Das Rundschreiben nennt zulässige Fälle für die Übertragung von Wertpapiereigentum außerhalb gewöhnlicher Börsengeschäfte.

Hierzu zählen bestimmte Schenkungen, Erbfälle, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, Umstrukturierungen, Übernahmeangebote, Wertpapierleihen und die Verwertung von Sicherheiten.

Es behandelt auch bestimmte Übertragungen zwischen ausländischen Investoren, wenn die einschlägige Grenze für ausländisches Eigentum erreicht ist.

Diese Mechanismen unterliegen ihren jeweiligen Voraussetzungen und Verfahrensanforderungen.

Sie sind nicht als uneingeschränkte Erlaubnis zu verstehen, Wertpapiere außerhalb der Börse zu übertragen oder Beschränkungen ausländischen Eigentums zu umgehen.

4.3. Verantwortungsverteilung

Das Rundschreiben stellt die Verantwortlichkeiten von Emittenten, Verwahrungsmitgliedern und Wertpapierinfrastrukturinstituten klar.

Die VSDC und ihre Clearing-Tochtergesellschaft haften nach den anwendbaren Regeln für Verluste, die auf eigenes Verschulden zurückzuführen sind.

Emittenten und Mitglieder bleiben für die Richtigkeit der von ihnen eingereichten Unterlagen und Informationen verantwortlich.

Investoren sollten daher angemessene vertragliche Schutzmechanismen und Prüfverfahren vorsehen, wenn sie sich auf Intermediäre verlassen.

4.4. Clearing über einen zentralen Kontrahenten

Eine der bedeutendsten Entwicklungen betrifft den Übergang zu einem Clearing-Modell mit zentralem Kontrahenten (CCP).

In einem solchen Modell übernimmt der zentrale Kontrahent festgelegte Clearingverpflichtungen zwischen den Teilnehmern, vorbehaltlich der anwendbaren Regeln zu Margins, Sicherheiten und Ausfallmanagement.

Die vorliegende Zusammenfassung weist darauf hin, dass Aktien, Fondsanteile und gedeckte Optionsscheine in den CCP-Rahmen fallen werden.

Unternehmensanleihen folgen einem anderen Abwicklungsmechanismus mit Echtzeitabwicklung jedes einzelnen Geschäfts anstelle eines CCP-Clearings.

Die neuen Regelungen sollen die Nachhandelsinfrastruktur stärken und Gegenparteirisiken systematischer steuern.

Der detaillierte Umsetzungszeitplan, die Anforderungen an Clearingmitglieder und die operativen Übergangsregeln sind jedoch anhand des vollständigen Rundschreibens und späterer Durchführungsanweisungen zu prüfen.

4.5. Ausländische institutionelle Investoren und Vorfinanzierungsregelungen

Das Rundschreiben behandelt auch Fälle, in denen qualifizierte ausländische institutionelle Investoren Wertpapiere ohne vollständige Vorfinanzierung erwerben.

Verfügt ein Investor über unzureichende Mittel, kann ein Wertpapierunternehmen die Zahlungsverpflichtung nach dem vorgesehenen Mechanismus erfüllen.

Der Investor bleibt innerhalb der anwendbaren Frist zur Rückzahlung verpflichtet.

Bei ausbleibender Rückzahlung können die Wertpapiere nach den einschlägigen Regeln auf das Eigenhandelskonto des Wertpapierunternehmens übertragen werden.

Diese Regelung kann die Abwicklungsflexibilität für qualifizierte Investoren verbessern.

Sie beseitigt weder die Abwicklungsverpflichtungen noch die Notwendigkeit wirksamen Risikomanagements.

4.6. Auswirkungen auf internationales Kapital

Eine moderne Wertpapierinfrastruktur ist ein wichtiger Bestandteil eines attraktiven Investitionsumfelds.

Verlässliche Registrierungs-, Verwahrungs- und Abwicklungsmechanismen können das operative Vertrauen internationaler Fonds, Verwahrer und Finanzinstitute stärken.

Langfristig können diese Verbesserungen eine breitere Beteiligung an Vietnams Kapitalmärkten unterstützen.

Das Rundschreiben garantiert jedoch nicht aus sich heraus höhere Marktliquidität, erweiterte Grenzen für ausländisches Eigentum oder zusätzliches Kapital für bestimmte Infrastrukturprojekte.

Diese Ergebnisse hängen von den allgemeinen Marktbedingungen, dem Vertrauen der Investoren und einer wirksamen Umsetzung ab.

5. DIE ULTIMATIVE CHECKLISTE FÜR INTERNATIONALE AUSSCHREIBUNGEN: 25 WESENTLICHE FRAGEN VOR DER ABGABE EINES ANGEBOTS IN VIETNAM

Die folgende praktische Checkliste richtet sich an internationale Auftragnehmer, Technologieanbieter, Infrastrukturentwickler, Ingenieurunternehmen, Finanzinstitute und multinationale Investoren.

Sie sollte abgearbeitet werden, bevor erhebliche Ressourcen für eine vietnamesische öffentliche Beschaffung eingesetzt werden.

A. ABKOMMENSDECKUNG UND TEILNAHMEBERECHTIGUNG

1. Welches Beschaffungsregime gilt?

Ermitteln Sie, ob die Ausschreibung dem CPTPP, EVFTA, UKVFTA, dem allgemeinen vietnamesischen Vergaberecht oder einem anderen anwendbaren Rahmen unterliegt.

2. Ist die Vergabestelle erfasst?

Prüfen Sie, ob das betreffende Ministerium, die Behörde oder eine andere Vergabestelle in der einschlägigen Abkommensliste aufgeführt ist.

3. Erreicht der Vertrag den anwendbaren Schwellenwert?

Berechnen Sie den geschätzten Wert über die gesamte Vertragslaufzeit einschließlich relevanter Optionen, Gebühren und Provisionen.

4. Sind die Waren, Dienstleistungen oder Arbeiten erfasst?

Prüfen Sie Produktklassifikationen, Dienstleistungskategorien, Bauleistungsdeckung und relevante Ausschlüsse.

5. Ist der Bieter teilnahmeberechtigt?

Prüfen Sie Nationalität, Rechtsform, anwendbare Ursprungsanforderungen sowie zulässige Konsortial- oder Beteiligungsbedingungen.

B. AUSSCHREIBUNGSUNTERLAGEN UND RECHTLICHE COMPLIANCE

6. Sind die Ausschreibungsbedingungen diskriminierend?

Prüfen Sie die Unterlagen auf ungerechtfertigte Nationalitätsbeschränkungen oder länderspezifische Erfahrungsanforderungen.

7. Sind die technischen Spezifikationen rechtmäßig?

Prüfen Sie Markenverweise, Gleichwertigkeitskriterien und technische Qualifikationen.

8. Welche Sprachanforderungen gelten?

Bestätigen Sie, ob die Einreichung auf Vietnamesisch, Englisch oder in beiden Sprachen erfolgen muss, und bestimmen Sie erforderliche beglaubigte Übersetzungen.

9. Entsprechen die Einreichungsfristen den Vorschriften?

Berechnen Sie die gesetzlich anwendbare Mindestvorbereitungsfrist und sämtliche Fristen für Klarstellungsfragen.

10. Gelten inländische Präferenzen?

Ermitteln Sie lokale Beschaffung, Untervergabe, Partnerschaften, Technologietransfer und andere zulässige Präferenzmechanismen.

C. WIRTSCHAFTLICHE UND TECHNISCHE WETTBEWERBSFÄHIGKEIT

11. Würde ein vietnamesischer Partner das Angebot stärken?

Prüfen Sie, ob ein echtes lokales Konsortium, eine Untervergabe oder eine Servicevereinbarung die Lieferfähigkeit und Compliance verbessert.

12. Kann internationale Erfahrung wirksam nachgewiesen werden?

Bereiten Sie überprüfbare Referenzen, Abnahmebescheinigungen, Kundenbestätigungen und Nachweise vergleichbarer Projekte vor.

13. Können anwendbare Ursprungsanforderungen erfüllt werden?

Dokumentieren Sie Produktionsursprung, Kostenzuordnung und gegebenenfalls die Beteiligung qualifizierter Mitgliedstaaten.

14. Ist das technische Angebot über den gesamten Projektlebenszyklus wettbewerbsfähig?

Bewerten Sie Ausrüstungsqualität, Betriebskosten, Wartung, Garantien, Lieferpläne und technischen Support.

15. Können Nachhaltigkeits- oder Technologievorteile nachgewiesen werden?

Bestimmen Sie messbare Vorteile sauberer Technologie, grüner Finanzierung oder Innovation, soweit diese in den Ausschreibungskriterien anerkannt werden.

D. FINANZIELLE UND VERTRAGLICHE RISIKEN

16. Sind Angebots- und Vertragserfüllungssicherheiten ordnungsgemäß vorbereitet?

Bestätigen Sie erforderliche Garantien, Anforderungen an die ausstellende Bank, Beträge, Gültigkeitsfristen und Freigabebedingungen.

17. Sind Devisen-, Steuer- und Zollrisiken verstanden?

Bewerten Sie Währungsrisiken, anwendbare Steuern, Einfuhrabgaben, Quellensteuerpflichten und Zahlungsregelungen.

18. Sind die vertraglichen Risiken wirtschaftlich vertretbar?

Prüfen Sie Haftungsbegrenzungen, pauschalierten Schadensersatz, Leistungspflichten, höhere Gewalt, Kündigung und Streitbeilegung.

19. Ist das Projekt finanzierbar?

Bewerten Sie bei PPP- und BT-Projekten Finanzierungszusagen, staatliche Zahlungsverpflichtungen, Grundstücksentschädigung, Garantien und Projekt-Cashflow.

20. Wurden Compliance- und Integritätsrisiken bewertet?

Führen Sie Prüfungen zu Korruptionsbekämpfung, Sanktionen, Interessenkonflikten, wirtschaftlich Berechtigten und Dritten durch.

E. BEREITSCHAFT FÜR EINREICHUNG UND ZUSCHLAG

21. Ist die Registrierung für die elektronische Beschaffung abgeschlossen?

Prüfen Sie Kontozugang, digitale Signaturen, Unternehmensvollmachten und die technische Einreichungsfähigkeit.

22. Sind alle Qualifikationsunterlagen gültig?

Prüfen Sie Unternehmensbescheinigungen, Jahresabschlüsse, Projektreferenzen, Berufszulassungen und erforderliche Legalisationen.

23. Wurde das endgültige Angebot unabhängig geprüft?

Führen Sie vor Einreichung eine koordinierte rechtliche, finanzielle, wirtschaftliche und technische Prüfung durch.

24. Gibt es eine Strategie für Klarstellungen und Anfechtungen?

Legen Sie Verfahren für Fragen, die Beseitigung von Unklarheiten und den Umgang mit potenziell rechtswidrigen Ausschreibungsbedingungen fest.

25. Ist das Unternehmen bereit, den Vertrag unmittelbar nach Zuschlag umzusetzen?

Bereiten Sie Umsetzungsteam, Mobilisierungsplan, Garantien, Untervergaben und Vertragsmanagementverfahren vor.

Die entscheidende Frage ist nicht nur, ob ein Unternehmen ein Angebot einreichen kann. Entscheidend ist, ob es ein rechtskonformes, wettbewerbsfähiges, finanziell glaubwürdiges und ausführbares Angebot einreichen kann.

6. SIEBEN STRATEGISCHE EMPFEHLUNGEN FÜR INTERNATIONALE BIETER

Empfehlung 1: Eine Vietnam-Funktion für Beschaffungsinformationen einrichten

Internationale Unternehmen sollten Beschaffungspläne, zuständige Behörden, bevorstehende Infrastrukturprojekte und das Nationale Elektronische Beschaffungssystem systematisch beobachten. Die frühzeitige Erkennung von Chancen schafft Zeit für wettbewerbsfähige Partnerschaften, Finanzierung und technische Dokumentation.

Empfehlung 2: Abkommensrechte vor der Preisbewertung erfassen

Unternehmen sollten ihre Marktzugangsrechte nach CPTPP, EVFTA und UKVFTA bestimmen, bevor sie über eine Teilnahme entscheiden. Dadurch können Möglichkeiten sichtbar werden, einschränkende Bedingungen anzufechten oder eine nicht sofort erkennbare Teilnahmeberechtigung zu begründen.

Empfehlung 3: Vietnamesische Partnerschaften strategisch aufbauen

Lokale Partner können technische Fähigkeiten, Marktkenntnis, Serviceinfrastruktur und Umsetzungskapazität bereitstellen. Partnerschaften müssen jedoch echt, wirtschaftlich begründet und mit den Beschaffungsanforderungen vereinbar sein.

Empfehlung 4: Technisch belastbare Angebote vorbereiten

Internationale Qualifikationen sollten durch glaubwürdige Unterlagen gestützt werden. Technische Gleichwertigkeit, Projektreferenzen, Ausrüstungsspezifikationen und Leistungszusagen sind klar und systematisch darzustellen.

Empfehlung 5: Beschaffung und PPP-Investition unterscheiden

Ein herkömmlicher Liefervertrag, eine PPP-Konzession und ein durch Grundstücke vergütetes BT-Projekt weisen grundlegend unterschiedliche Risikoprofile auf. Unternehmen sollten nicht dieselbe Angebots- und Finanzierungsstrategie auf alle drei Modelle anwenden.

Empfehlung 6: Finanzierbarkeit als Teilnahmevoraussetzung behandeln

Vor der Verfolgung großer Infrastrukturprojekte sollten Investoren die Sicherheit staatlicher Zahlungen, Finanzierungsanforderungen, Grundstücksrisiken, Währungsrisiken und vertragliche Rechtsbehelfe bewerten. Ein attraktiver nomineller Projektwert reicht nicht aus, wenn die zugrunde liegende Zahlungsstruktur keine Finanzierung trägt.

Empfehlung 7: Elektronische Beschaffung vorbereiten, bevor sie verpflichtend wird

Digitale Registrierung, elektronische Signaturen, Dokumentationssysteme und interne Genehmigungsprozesse sollten vor den jeweiligen Umsetzungsfristen betriebsbereit sein. Frühzeitige Vorbereitung kann einen praktischen Vorteil gegenüber Wettbewerbern schaffen, die administrative Probleme erst unmittelbar vor der Einreichung lösen.

7. DIE PERSPEKTIVE VON DUANE MORRIS VIETNAM: VOM RECHTLICHEN MARKTZUGANG ZUM ERFOLGREICHEN VERTRAGSABSCHLUSS

Die wichtigste Frage für internationale Investoren ist nicht mehr nur, ob Vietnam ausländische Beteiligung zulässt.

Entscheidend ist, ob ein Investor rechtliche Marktzugangsrechte in ein wirtschaftlich wettbewerbsfähiges, rechtssicheres und finanziell tragfähiges Projekt umsetzen kann.

Dies erfordert eine koordinierte rechtliche und wirtschaftliche Analyse in mehreren Bereichen, darunter internationale Handelsabkommen, Vergaberecht, Unternehmensstrukturierung, Projektfinanzierung, Bau, Grundstücke, Steuern, Devisenrecht und Streitbeilegung.

Für ein internationales Ingenieurunternehmen kann entscheidend sein, ob seine Projekterfahrung im Ausland in einer erfassten Ausschreibung anerkannt werden muss.

Für einen Ausrüstungshersteller kann es darum gehen, ob technische Spezifikationen eine bestimmte Marke unzulässig begünstigen.

Für einen PPP-Entwickler kann entscheidend sein, ob der staatliche Zahlungsmechanismus und die vertragliche Risikoverteilung hinreichend finanzierbar sind.

Für einen BT-Investor kann die Rechtssicherheit und der tatsächliche wirtschaftliche Wert der Entschädigungsflächen im Mittelpunkt stehen.

Für ein internationales Finanzinstitut kann die Priorität darin liegen, ob Vietnams sich entwickelnde Wertpapierinfrastruktur die Anforderungen an Verwahrung, Clearing und Abwicklung angemessen unterstützt.

Dies sind nicht nur technische Rechtsfragen.

Es sind Investitionsentscheidungen mit unmittelbaren Folgen für Wettbewerbsfähigkeit, Finanzierungskosten, Vertragsrisiken und erwartete Renditen.

Internationale Unternehmen sollten Beschaffungs-Compliance daher als integralen Bestandteil der Geschäftsentwicklung behandeln und nicht als administrative Aufgabe unmittelbar vor Angebotsabgabe.

SCHLUSSFOLGERUNG: VIETNAMS NÄCHSTE GENERATION ERFOLGREICHER BIETER WIRD SICH VORBEREITEN, BEVOR DIE AUSSCHREIBUNG VERÖFFENTLICHT WIRD

Vietnams jüngste regulatorische Reformen sind eine wichtige Entwicklung im Zusammenspiel von internationalen Handelsverpflichtungen, öffentlichen Infrastrukturinvestitionen und Kapitalmarktmodernisierung.

Dekret 374 schafft einen konsolidierten Rahmen für öffentliche Beschaffungen nach CPTPP, EVFTA und UKVFTA.

Dekret 377 führt größere Flexibilität bei PPP-Projektentwicklung, Investorenauswahl und Umsetzung von BT-Projekten ein.

Rundschreiben 145 modernisiert den rechtlichen und operativen Rahmen für Wertpapierregistrierung, Verwahrung, Clearing und Abwicklung.

Zusammen weisen diese Maßnahmen auf eine fortgesetzte Entwicklung hin zu breiterer internationaler Beteiligung, strukturierteren Verfahren für Infrastrukturinvestitionen und einer zunehmend anspruchsvollen Finanzmarktinfrastruktur hin.

Rechtsreformen führen jedoch nicht automatisch zu wirtschaftlichem Erfolg.

Ausländische Investoren müssen weiterhin Abkommensausschlüsse, Beschaffungsschwellenwerte, vorübergehende inländische Präferenzen, technische Qualifikationen, Anforderungen an lokale Partnerschaften, Finanzierungsbeschränkungen, Grundstücksrisiken und vertragliche Verpflichtungen bewältigen.

Am besten positioniert sind Unternehmen, die diese Anforderungen frühzeitig verstehen und in ihre Markteintritts- und Angebotsstrategien integrieren.

Bei Vietnams nächster Generation öffentlicher Beschaffungen und Infrastrukturinvestitionen werden nicht zwangsläufig die Anbieter mit dem niedrigsten Preis gewinnen. Erfolgreich werden jene sein, die international wettbewerbsfähige Technologie, solide Finanzierung, glaubwürdige vietnamesische Umsetzungskapazität und rechtlich belastbare Angebotsstrategien verbinden.

Die Chance beginnt vor der Veröffentlichung der Ausschreibung. Der Wettbewerbsvorteil beginnt mit der Vorbereitung.

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Für weitere Informationen zu den vorstehenden Themen wenden Sie sich bitte an den Autor Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor der Duane Morris Vietnam LLC.

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