Anwalt in Vietnam Dr Oliver Massmann VIETNAMS MILLIARDENCHANCE IM ÖFFENTLICHEN BESCHAFFUNGSWESEN: DREI WEGWEISENDE REFORMEN VERÄNDERN INTERNATIONALE VERGABEN, INFRASTRUKTURINVESTITIONEN UND KAPITALMÄRKTE

Vom Marktzugang nach CPTPP, EVFTA und UKVFTA über große Infrastrukturprojekte bis zur modernen Wertpapierabwicklung: Was internationale Investoren, Auftragnehmer, Finanzinstitute und Projektentwickler wissen müssen – einschließlich der unverzichtbaren 25-Punkte-Checkliste für erfolgreiche öffentliche Ausschreibungen in Vietnam.

EXECUTIVE PERSPECTIVE: VIETNAM SCHREIBT DIE REGELN FÜR DEN INTERNATIONALEN MARKTZUGANG NEU

Vietnam tritt in eine wichtige neue Entwicklungsphase als Standort für internationale Investitionen, Infrastrukturentwicklung und grenzüberschreitende Geschäftstätigkeit ein.

Drei bedeutende Rechtsinstrumente, die Ende September und Anfang Oktober 2026 erlassen wurden, verdeutlichen den Anspruch der Regierung, das öffentliche Beschaffungswesen zu modernisieren, Infrastrukturinvestitionen zu beschleunigen und die Finanzmarktinfrastruktur des Landes zu stärken.

Dabei handelt es sich um:

• Dekret Nr. 374/2026/ND-CP vom 30. September 2026, das einen konsolidierten Rahmen für öffentliche Beschaffungen nach dem Umfassenden und Fortschrittlichen Abkommen für eine Transpazifische Partnerschaft (CPTPP), dem Freihandelsabkommen EU–Vietnam (EVFTA) und dem Freihandelsabkommen Vereinigtes Königreich–Vietnam (UKVFTA) schafft.

• Dekret Nr. 377/2026/ND-CP vom 1. Oktober 2026, das die Vorschriften über Investitionen in öffentlich-private Partnerschaften (PPP), die Investorenauswahl und Build-Transfer-Projekte (BT) ändert.

• Rundschreiben Nr. 145/2026/TT-BTC vom 30. September 2026 über die Registrierung, Verwahrung, das Clearing und die Abwicklung von Wertpapieren, einschließlich Regelungen zur Unterstützung des Übergangs zu einem zentralen Kontrahenten-Clearing.

Zusammen könnten diese Reformen das Wettbewerbsumfeld für internationale Ingenieurunternehmen, Bauauftragnehmer, Technologieanbieter, Infrastrukturentwickler, institutionelle Investoren und Finanzinstitute grundlegend verändern.

Die Chancen sind potenziell erheblich. Vietnam benötigt weiterhin Investitionen in Verkehr, Energie, Logistik, industrielle Infrastruktur, Umweltanlagen, öffentliche Dienstleistungen und digitale Infrastruktur.

Der Marktzugang allein garantiert jedoch noch keinen wirtschaftlichen Erfolg.

Ausländische Investoren müssen verstehen, welche öffentlichen Ausschreibungen rechtlich zugänglich sind, wie Beschaffungspräferenzen funktionieren, wann lokale Partnerschaften vorteilhaft sind, wie PPP-Vorschläge bewertet werden und ob Projektfinanzierung sowie Vergütungsstrukturen ausreichend abgesichert sind.

Die zentrale Botschaft ist klar: Auf Vietnams sich wandelndem Beschaffungs- und Infrastrukturmarkt werden diejenigen Bieter erfolgreich sein, die internationale Expertise mit regulatorischer Vorbereitung, solider Finanzierung und glaubwürdiger lokaler Umsetzung verbinden.

1. DEKRET 374: EINE NEUE ÄRA FÜR INTERNATIONALE ÖFFENTLICHE BESCHAFFUNGEN

1.1. Drei internationale Handelsabkommen in einem einheitlichen Rahmen

Dekret 374 stellt eine wichtige Konsolidierung der internationalen Verpflichtungen Vietnams im öffentlichen Beschaffungswesen dar.

Es soll am 14. November 2026 in Kraft treten und ersetzt Dekret Nr. 95/2020/ND-CP, mit dem die Verpflichtungen zum öffentlichen Beschaffungswesen aus dem CPTPP umgesetzt wurden.

Der neue Rahmen erfasst Beschaffungen nach CPTPP, EVFTA und UKVFTA.

Diese Konsolidierung ist insbesondere für Unternehmen mit Sitz in der Europäischen Union, im Vereinigten Königreich und in CPTPP-Mitgliedstaaten sowie für multinationale Unternehmen relevant, die über zulässige Unternehmensstrukturen tätig sind.

Die Reform bietet einen kohärenteren Ausgangspunkt für die Prüfung von Beschaffungsmöglichkeiten, die unter die Abkommen fallen.

Ausländische Unternehmen sollten jedoch nicht davon ausgehen, dass sämtliche öffentlichen Aufträge automatisch dem internationalen Wettbewerb offenstehen.

Ob eine Ausschreibung unter den Rahmen fällt, hängt von mehreren konkreten rechtlichen Voraussetzungen ab.

1.2. Die vier wesentlichen Voraussetzungen für abkommensgebundene Beschaffungen

Eine Beschaffungsmöglichkeit ist nur dann erfasst, wenn vier Voraussetzungen erfüllt sind.

Erstens muss der geschätzte Auftragswert den einschlägigen Schwellenwert erreichen oder überschreiten.

Zweitens muss die Vergabestelle in den maßgeblichen Abdeckungslisten aufgeführt sein.

Drittens müssen die Waren, Dienstleistungen oder Bauleistungen zu den erfassten Beschaffungskategorien gehören.

Viertens darf kein anwendbarer Ausschlusstatbestand die Beschaffung aus dem Geltungsbereich des Abkommens herausnehmen.

Diese Voraussetzungen gelten kumulativ.

Eine Ausschreibung für ein grundsätzlich erfasstes Produkt kann dennoch außerhalb der Verpflichtungen liegen, wenn die Vergabestelle ausgeschlossen ist oder der Auftragswert unter dem Schwellenwert liegt.

Ebenso fällt ein großer öffentlicher Auftrag nicht allein deshalb unter die Abkommen, weil sein finanzieller Wert erheblich ist.

Praktische Empfehlung: Internationale Bieter sollten eine formelle Prüfung der Abkommensdeckung vornehmen, bevor sie erhebliche Ressourcen in die Angebotserstellung investieren.

Dabei sind das einschlägige Abkommen, die Vergabestelle, die Beschaffungskategorie, der anwendbare monetäre Schwellenwert und etwaige Ausschlüsse zu bestimmen.

1.3. Auftragswert: Warum der veröffentlichte Ausschreibungswert irreführend sein kann

Dekret 374 verlangt, dass der geschätzte Beschaffungswert dem höchsten erwarteten Wert über die gesamte Vertragslaufzeit entspricht.

Darin sind anwendbare Gebühren, Provisionen und Kaufoptionen einzubeziehen.

Ein Liefervertrag für Ausrüstung kann beispielsweise Wartungsleistungen, Ersatzteile, optionale Käufe und Verlängerungsrechte umfassen.

Diese Elemente können den für die Abkommensdeckung maßgeblichen Wert erheblich erhöhen.

Kann der Beschaffungswert nicht geschätzt werden, ist die Beschaffung nach dem Dekret als erfasst zu behandeln.

Dieser Ansatz ist wichtig, weil die Abkommensdeckung nicht allein anhand eines künstlich eng gefassten anfänglichen Vertragsbetrags beurteilt werden sollte.

Internationale Bieter sollten daher die gesamte wirtschaftliche Struktur prüfen und sich nicht ausschließlich auf den veröffentlichten Ausgangswert verlassen.

1.4. Gleichbehandlung und Schutz vor diskriminierenden Ausschreibungsanforderungen

Eines der wirtschaftlich wichtigsten Prinzipien des Dekrets ist die Gleichbehandlung.

Zulässige Bieter aus erfassten Vertragsstaaten müssen die nach den einschlägigen internationalen Beschaffungsverpflichtungen vorgesehene Behandlung erhalten.

Auch vietnamesische Bieter dürfen nicht allein wegen ausländischer Beteiligung anders behandelt werden.

Dies ist besonders wichtig für multinationale Unternehmen, die über vietnamesische Tochtergesellschaften tätig sind.

Das Dekret beschränkt zudem bestimmte diskriminierende Ausschreibungsbedingungen.

Ausschreibungsunterlagen dürfen nicht verlangen, dass Bieter frühere Vertragserfahrung speziell in einem bestimmten Land nachweisen.

Wird eine bestimmte Marke als technische Referenz verwendet, müssen gleichwertige Produkte zugelassen und die Kriterien der Gleichwertigkeit angegeben werden.

Diese Bestimmungen können für internationale Auftragnehmer wirtschaftlich wertvoll sein, deren Qualifikationen, Technologien oder Ausrüstungen außerhalb Vietnams entwickelt und erfolgreich eingesetzt wurden.

Praktische Empfehlung: Unternehmen sollten Ausschreibungsunterlagen systematisch auf einschränkende Spezifikationen, unbegründete geografische Erfahrungsanforderungen und markenspezifische Bedingungen prüfen.

Potenziell rechtswidrige Beschränkungen sollten unverzüglich über die einschlägigen Klarstellungs- oder Beschwerdeverfahren aufgegriffen werden.

1.5. Die Beschaffungsschwellenwerte werden schrittweise sinken

Ein wichtiges Merkmal des neuen Rahmens ist die schrittweise Absenkung der Beschaffungsschwellenwerte.

Für die in Anhang I genannten zentralstaatlichen Stellen weist die vorliegende regulatorische Zusammenfassung folgende Änderungen aus.

Für Waren und Dienstleistungen beträgt der Schwellenwert zunächst 1.000.000 SZR und soll ab dem 1. August 2035 auf 130.000 SZR sinken.

Für Bauleistungen beträgt der Schwellenwert zunächst 20.000.000 SZR und soll auf 5.000.000 SZR sinken.

SZR bezeichnet Sonderziehungsrechte, das vom Internationalen Währungsfonds geführte internationale Reserveinstrument.

Das Finanzministerium ist für die Veröffentlichung der anwendbaren Schwellenwerte in vietnamesischen Dong verantwortlich.

Diese Absenkungen sind wirtschaftlich bedeutsam.

Im Laufe der Zeit kann ein breiteres Spektrum öffentlicher Beschaffungen unter die internationalen Verpflichtungen fallen.

Dadurch könnten sich Chancen über außergewöhnlich große Infrastrukturaufträge hinaus auf spezialisierte Ausrüstung, technische Dienstleistungen sowie Ingenieur- und Beratungsprojekte ausweiten.

Die Schwellenwerte unterscheiden sich jedoch je nach Abkommen, Vergabestelle und Beschaffungskategorie. Die Zahlen aus Anhang I dürfen nicht undifferenziert auf jede Ausschreibung angewandt werden.

Strategische Empfehlung: Internationale Unternehmen sollten eine mehrjährige Beschaffungsstrategie entwickeln, die eine künftige Marktöffnung berücksichtigt, anstatt sich ausschließlich auf aktuell verfügbare Ausschreibungen zu konzentrieren.

1.6. Inländische Präferenzen bleiben während des Übergangs relevant

Dekret 374 erhält bestimmte vorübergehende inländische Präferenzen im Rahmen der einschlägigen Abkommensverpflichtungen und rechtlichen Voraussetzungen aufrecht.

Je nach Beschaffung können hierzu Anforderungen an im Inland hergestellte Waren, lokale Unteraufträge, Partnerschaften mit vietnamesischen Unternehmen oder Technologietransfer gehören.

Das Dekret sieht außerdem bestimmte Prioritätsmechanismen zugunsten vietnamesischer Bieter vor.

Nach der vorliegenden regulatorischen Zusammenfassung unterliegen inländische Präferenzen bis zum 13. Januar 2029 einer jährlichen Gesamtobergrenze von 40 % des Gesamtwerts der erfassten Verträge; danach sinkt sie auf 30 %.

Die einschlägigen Übergangspräferenzen sollen für bestimmte Beschaffungen nach den Anhängen I und III am 1. August 2038 und für bestimmte ausschließlich dem CPTPP unterliegende Beschaffungen am 14. Januar 2044 enden.

Diese Zahlen betreffen den zulässigen Gesamteinsatz inländischer Präferenzen. Sie dürfen nicht als automatische Preisvorteile von 40 % oder 30 % in einzelnen Ausschreibungen missverstanden werden.

Die genaue Anwendung ist anhand des jeweiligen Abkommens, der Beschaffungskategorie und der Durchführungsbestimmungen zu prüfen.

Ausländische Bieter sollten Beschaffungen mit inländischen Präferenzen nicht zwangsläufig meiden.

Vielmehr sollten sie prüfen, ob echte vietnamesische Partnerschaften, lokale Produktion, Servicekapazitäten oder Technologietransfer ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können.

Das stärkste internationale Angebot kann jenes sein, das ausländische Technologie und Expertise mit glaubwürdiger vietnamesischer Umsetzungskapazität verbindet.

1.7. Internationale Ausschreibungen, Sprache und Mindestvorbereitungsfristen

Dekret 374 unterscheidet zwischen Beschaffungen, die auf zulässige Vertragsstaaten beschränkt sind, und weiter gefassten internationalen Ausschreibungen.

Innerhalb eines Vertragsraums kann die Teilnahme vorbehaltlich des anwendbaren Rahmens auf Bieter aus den betreffenden Mitgliedstaaten beschränkt werden.

Solche Ausschreibungen werden auf Vietnamesisch durchgeführt.

Internationale Ausschreibungen können auf Englisch oder zweisprachig auf Vietnamesisch und Englisch durchgeführt werden.

Das Dekret legt außerdem Mindestvorbereitungsfristen fest.

Für Interessenbekundungen und Präqualifikationsunterlagen gilt grundsätzlich eine Mindestfrist von 25 Tagen, die in dringenden Fällen auf 10 Tage verkürzt werden kann.

Für Angebote gilt grundsätzlich eine Mindestfrist von 30 Tagen beziehungsweise 25 Tagen bei elektronischer Einreichung.

In bestimmten dringenden Fällen oder bei standardisierten Waren und einfachen Dienstleistungen mit einem Wert von höchstens 10 Milliarden VND kann eine verkürzte Frist von 10 Tagen gelten.

Diese Fristen können die Fähigkeit ausländischer Unternehmen, technisch komplexe Angebote vorzubereiten, erheblich beeinflussen.

Praktische Empfehlung: Bieter sollten Unternehmensnachweise, technische Dokumentation, Übersetzungen, Konsortialvereinbarungen und finanzielle Sicherheiten, soweit wirtschaftlich sinnvoll, bereits vor der formellen Veröffentlichung vorbereiten.

1.8. Ausschlüsse dürfen nicht übersehen werden

Das Dekret enthält wichtige Ausschlüsse.

Die vorliegende Zusammenfassung nennt unter anderem bestimmte Transaktionen mit Grundstücks- und Immobilienrechten, Zuschüsse, Darlehen und Garantien, bestimmte Finanz- und Staatsschuldendienstleistungen, qualifizierte geberfinanzierte Beschaffungen, Beschaffungen zur Nutzung außerhalb Vietnams sowie Verteidigungs- und Sicherheitsanforderungen.

Auch bestimmte Waren sind ausgeschlossen, darunter bestimmte Reiserzeugnisse, Erdöl, Druckerzeugnisse sowie Telekommunikations- und Radarprodukte.

Computer der HS-Position 84.71 sind im Rahmen der Beschaffungsdeckung von EVFTA und UKVFTA als ausgeschlossen ausgewiesen.

Weitere Ausschlüsse können für Kulturerbeprojekte, nationale Reserven, bestimmte Programme für ethnische Minderheiten, Bauvorhaben in benachteiligten oder abgelegenen Gebieten und bestimmte kleinen und mittleren Unternehmen vorbehaltene Beschaffungen gelten.

Bieter dürfen sich daher nicht auf den allgemeinen Geltungsbereich eines Handelsabkommens verlassen, ohne dessen detaillierte Beschaffungslisten und Ausschlüsse zu prüfen.

2. DEKRET 377: PPP-REFORMEN KÖNNTEN VIETNAMS NÄCHSTE GENERATION VON INFRASTRUKTURPROJEKTEN BESCHLEUNIGEN

Öffentliche Beschaffung ist nur ein Bestandteil der vietnamesischen Infrastrukturstrategie.

Öffentlich-private Partnerschaften bieten einen weiteren wichtigen Weg, privates Kapital, internationale Technologie und langfristige Betriebserfahrung zu mobilisieren.

Dekret 377 führt Änderungen ein, die Projektinitiierung, Investorenauswahl, Zuständigkeitsdelegation und Umsetzung verbessern sollen.

2.1. Weitergehende Delegation von Zuständigkeiten

Die Änderungen erweitern die Möglichkeiten von Ministerien und Provinzbehörden, bestimmte Aufgaben der zuständigen Behörde zu delegieren.

Je nach Projektklassifizierung und den rechtlichen Voraussetzungen können nachgeordnete Verwaltungsstellen, Volkskomitees auf Gemeindeebene und öffentliche Dienstleistungseinheiten delegierte Funktionen wahrnehmen.

Dies kann insbesondere für Projekte entsprechend den Gruppen B und C, Betriebs- und Wartungsprojekte sowie andere qualifizierte Projekte relevant sein.

Ziel sind größere administrative Flexibilität und potenziell schnellere Entscheidungen.

Investoren müssen jedoch sorgfältig prüfen, ob die Behörde, die eine Genehmigung erteilt oder einen Projektvertrag schließt, über die erforderliche rechtliche Zuständigkeit verfügt.

Eine schnellere Genehmigung ist wirtschaftlich wertlos, wenn sie später wegen fehlender Zuständigkeit angefochten wird.

2.2. Klarere Fristen für privat initiierte PPP-Projekte

Die Reformen führen festgelegte Verfahrensfristen für von Investoren vorgeschlagene Projekte ein.

Nach der vorliegenden Zusammenfassung werden Vorschläge über das zuständige öffentliche Verwaltungsservicezentrum der Provinz oder den ministeriellen One-Stop-Mechanismus eingereicht.

Die Behörden müssen den Vorschlag innerhalb von 10 Arbeitstagen annehmen oder ablehnen.

Konkurrenzvorschläge können während eines Zeitfensters von 10 Arbeitstagen nach dem ersten Vorschlag angenommen werden.

Anschließend wählt die Behörde vorbehaltlich der anwendbaren Regeln innerhalb weiterer 15 Arbeitstage einen Investorenvorschlag aus.

Diese Fristen schaffen größere Verfahrensvorhersehbarkeit und machen eine frühe Vorbereitung besonders wichtig.

Ein Projektentwickler sollte vor Einreichung über eine kohärente vorläufige Machbarkeitsbewertung, ein technisches Konzept, einen Finanzierungsansatz, eine Grundstücksanalyse und eine Risikoverteilungsstrategie verfügen.

Investoren sollten zudem zwischen der Auswahl eines Vorschlags zur weiteren Prüfung und der späteren Vergabe eines PPP-Vertrags unterscheiden. Dies sind nicht zwingend dieselben rechtlichen Ereignisse.

2.3. Hybridverträge und innovative Projektstrukturen

Dekret 377 erkennt die Möglichkeit an, verschiedene PPP-Vertragsmodelle in hybriden Vertragsgestaltungen zu kombinieren.

Dies kann zusätzliche Flexibilität schaffen, wenn ein Projekt mehrere wirtschaftliche Komponenten umfasst.

Ein Infrastrukturprojekt kann beispielsweise Bauverpflichtungen, Betriebsleistungen sowie weitere Einnahme- oder Zahlungsmechanismen verbinden.

Die rechtliche und finanzielle Struktur muss dennoch mit dem anwendbaren PPP-Recht vereinbar bleiben.

Investoren sollten sorgfältig festlegen, wie Verantwortlichkeiten, Erlösansprüche, Zahlungspflichten, Betriebsrisiken und Kündigungsrechte innerhalb der Vertragsstruktur verteilt werden.

2.4. Grüne Finanzierung und saubere Technologien als Wettbewerbsvorteile

Die Änderungen sehen Bewertungsvorteile im Zusammenhang mit grüner Finanzierung, strategischen Technologien und sauberen Technologien vor.

Dies kann für erneuerbare Energien, Umweltinfrastruktur, effizienten Verkehr, industrielle Modernisierung und andere technologieintensive Projekte relevant sein.

Internationale Investoren sollten prüfen, ob ihre technischen Angebote messbare Vorteile bei Energieeffizienz, Emissionsminderung, Lebenszykluskosten und Technologietransfer nachweisen können.

Ebenso können durch glaubwürdige grüne Finanzierungsstrukturen gestützte Finanzierungsvorschläge ein Angebot stärken, wenn der anwendbare Bewertungsrahmen diese Merkmale anerkennt.

Allgemeine Nachhaltigkeitsaussagen dürfen überprüfbare technische und finanzielle Nachweise jedoch nicht ersetzen.

2.5. Investorenauswahl in Sonderfällen und stärkere Aufsicht

Die Reformen erweitern die Fälle, in denen eine Investorenauswahl im Sonderverfahren in Betracht kommt.

Die vorliegende Zusammenfassung nennt bestimmte dringende Konnektivitätsprojekte sowie qualifizierte Gesundheits-, Bildungs- und Umweltprojekte in benachteiligten Gebieten.

Gleichzeitig unterliegen Direktvergaben und Sonderauswahlverfahren einer zusätzlichen unabhängigen Überwachung.

Investoren sollten eine Sonderauswahl daher nicht als Befreiung von rechtlicher Prüfung betrachten.

Rechtsgrundlage, Qualifikationsvoraussetzungen, Genehmigungsbehörde und Dokumentation des Verfahrens müssen sorgfältig festgestellt werden.

2.6. Digitale PPP-Vergabe und Investorendatenbanken

Die Reformen schaffen einen wichtigen digitalen Umsetzungsfahrplan.

Ab dem 1. Januar 2027 sollen PPP-Projektvorschläge auf das Nationale Elektronische Beschaffungssystem überführt werden.

Ab dem 1. September 2027 soll die offene Online-Ausschreibung zur Auswahl von PPP-Investoren beginnen.

Eine nationale Investorendatenbank wird außerdem Angaben zu Projekterfahrung, Vertragserfüllung und Verstößen erfassen.

Dadurch gewinnen korrekte Unternehmensunterlagen und überprüfbare Projektreferenzen weiter an Bedeutung.

Internationale Bieter sollten ihre digitalen Einreichungssysteme, zeichnungsberechtigten Personen, elektronischen Dokumente und internen Genehmigungsprozesse frühzeitig vorbereiten.

3. BUILD-TRANSFER-PROJEKTE: GRUNDSTÜCKSENTSCHÄDIGUNG UND FINANZIERUNGSSICHERHEIT WERDEN ENTSCHEIDEND

Die Änderungen der Vorschriften für BT-Projekte sind für große Infrastrukturentwickler besonders bedeutsam.

Für viele Investoren ist nicht allein entscheidend, ob ein Infrastrukturprojekt gebaut werden kann.

Entscheidend ist, ob der Vergütungsmechanismus genügend Sicherheit bietet, um die Investition zu rechtfertigen und eine Finanzierung zu ermöglichen.

3.1. Klarstellung des Werts von BT-Projekten

Die vorliegende Zusammenfassung nennt als berücksichtigungsfähige Wertbestandteile unter anderem Umsiedlung, Bau, Ausrüstung, Management, Beratung, Rückstellungen und Zinsen auf Fremdmittel.

Bei durch Grundstücke vergüteten BT-Projekten wird der Eigenkapitalgewinn des Investors aus der genannten Bewertungsberechnung ausgeschlossen.

Diese Unterscheidung erfordert eine sorgfältige Finanzmodellierung.

Investoren müssen berücksichtigungsfähige Projektausgaben, Finanzierungskosten, erwartete Eigenkapitalrenditen und den Wert der Vergütungsvermögenswerte getrennt erfassen.

3.2. Frühere Vertragsunterzeichnung bei Großprojekten

Bei Projekten mit Gesamtinvestitionen von mindestens 20.000 Milliarden VND ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Vertragsunterzeichnung vor der endgültigen Entwurfsgenehmigung zulässig.

Die genehmigte Gesamtinvestition bildet die anfängliche Grundlage.

Nach Genehmigung des einschlägigen Entwurfs und der Kostenschätzungen kann der Vertragswert durch einen Nachtrag aktualisiert werden, jedoch nur bis zur genehmigten Gesamtinvestitionsobergrenze.

Dies kann große Infrastrukturprojekte beschleunigen.

Eine frühere Unterzeichnung schafft jedoch auch Risiken aufgrund von Entwurfsänderungen, Baukostensteigerungen und Anpassungen des Projektumfangs.

Investoren sollten daher klare Vertragsmechanismen für Entwurfsentwicklung, Änderungen, Kostenüberschreitungen und die Zuweisung zusätzlicher Aufwendungen verhandeln.

3.3. Grundstücksentschädigung und Bewertung

Die vorliegende Zusammenfassung nennt folgende allgemeine Methode zur Ermittlung des erwarteten Grundstücksentschädigungswerts:

Erwarteter Wert der Grundstückszahlung = Grundstücksfläche × anwendbare Grundstückspreistabelle × Anpassungskoeffizient.

Der Anpassungskoeffizient wird im einschlägigen Verfahren unter Beteiligung der Grundstücksbehörden der Provinz festgelegt.

Bei qualifizierten Projekten entsprechend den Gruppen A und B kann die Grundstücksentschädigung in Tranchen erfolgen, die an abgenommene Arbeiten oder fertiggestellte Projektteile geknüpft sind.

Bestimmte Großprojekte und Projekte im Zusammenhang mit national bedeutsamer Infrastruktur können vorbehaltlich von Sicherungsmaßnahmen wie Bankgarantie oder Sperrkonto für eine frühere Zuweisung des gesamten Grundstücksentschädigungsfonds in Betracht kommen.

Die erforderliche Sicherheit richtet sich nach dem Projektwert und kann mit der Abnahme von Arbeiten reduziert werden.

Die Änderungen regeln außerdem die Festsetzung des Grundstückswerts bei staatlicher Zuweisung oder Verpachtung, mögliche jährliche Mietregelungen für bestimmte Flächen sozialer Infrastruktur und Zinsfolgen bei verspäteter Grundstücksübergabe durch den Staat.

Diese Regelungen können die Projektflexibilität verbessern.

Investoren müssen dennoch Landnutzungsrechte, Planungsstatus, Flächenfreimachung, Bewertungsmethode, zulässige Nutzung und tatsächlichen wirtschaftlichen Wert der Entschädigungsflächen prüfen.

Rechtssicherheit des Grundstücks und nicht nur dessen Nominalwert sollte ein zentrales Bankability-Kriterium sein.

3.4. Zahlungsdifferenzen und Berichtspflichten

Liegt der Wert der abgenommenen Arbeiten unter dem Wert der bereits gewährten Grundstücksentschädigung, kann der Investor verpflichtet sein, die Differenz nach dem anwendbaren Mechanismus auszugleichen.

Außerdem ist vierteljährlich über den Projektfortschritt zu berichten.

Für gemischte BT-Strukturen mit Grundstücks- und Haushaltsvergütung legen die geänderten Vorschriften staatliche Zahlungszeiträume in Abhängigkeit von der Projektklassifizierung fest.

Nach der vorliegenden Zusammenfassung betragen diese Zeiträume drei Jahre für Positionen entsprechend Gruppe A, zwei Jahre für Gruppe B und ein Jahr für Gruppe C.

Der genaue Fristbeginn, die Zahlungsbedingungen und die Durchsetzbarkeit dieser Verpflichtungen sind anhand der einschlägigen Rechtsvorschriften und des Projektvertrags zu prüfen.

4. RUNDSCHREIBEN 145: MODERNE WERTPAPIERINFRASTRUKTUR UND DER ÜBERGANG ZUM CLEARING ÜBER EINEN ZENTRALEN KONTRAHENTEN

Rundschreiben Nr. 145/2026/TT-BTC vom 30. September 2026 regelt den rechtlichen und operativen Rahmen für Registrierung, Verwahrung, Clearing und Abwicklung von Wertpapieren.

Es soll am 16. November 2026 in Kraft treten.

Das Rundschreiben ist für die Vietnam Securities Depository and Clearing Corporation (VSDC), deren Clearing-Tochtergesellschaft, Wertpapierbörsen, Wertpapierunternehmen, Depotbanken, Abwicklungsbanken, Emittenten und Investoren relevant.

4.1. Wertpapierregistrierung und Eigentumsnachweise

Das Rundschreiben enthält Regeln zur Registrierung von Emittenten, Wertpapieren und Wertpapierinhabern.

Die VSDC vergibt inländische Wertpapierkennnummern und internationale Wertpapieridentifikationsnummern.

Emittenten müssen genaue und aktuelle Registrierungsdaten führen.

Das Rundschreiben erkennt außerdem elektronische Aufzeichnungen an, die nach den anwendbaren Betriebsregeln ausgetauscht werden.

Für internationale Investoren sind verlässliche Registrierungs- und Eigentumsnachweise für Verwahrung, Kapitalmaßnahmen und die Ausübung von Aktionärsrechten unerlässlich.

4.2. Außerbörsliche Übertragungen

Das Rundschreiben nennt zulässige Fälle für die Übertragung von Wertpapiereigentum außerhalb gewöhnlicher Börsengeschäfte.

Hierzu zählen bestimmte Schenkungen, Erbfälle, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, Umstrukturierungen, Übernahmeangebote, Wertpapierleihen und die Verwertung von Sicherheiten.

Es behandelt auch bestimmte Übertragungen zwischen ausländischen Investoren, wenn die einschlägige Grenze für ausländisches Eigentum erreicht ist.

Diese Mechanismen unterliegen ihren jeweiligen Voraussetzungen und Verfahrensanforderungen.

Sie sind nicht als uneingeschränkte Erlaubnis zu verstehen, Wertpapiere außerhalb der Börse zu übertragen oder Beschränkungen ausländischen Eigentums zu umgehen.

4.3. Verantwortungsverteilung

Das Rundschreiben stellt die Verantwortlichkeiten von Emittenten, Verwahrungsmitgliedern und Wertpapierinfrastrukturinstituten klar.

Die VSDC und ihre Clearing-Tochtergesellschaft haften nach den anwendbaren Regeln für Verluste, die auf eigenes Verschulden zurückzuführen sind.

Emittenten und Mitglieder bleiben für die Richtigkeit der von ihnen eingereichten Unterlagen und Informationen verantwortlich.

Investoren sollten daher angemessene vertragliche Schutzmechanismen und Prüfverfahren vorsehen, wenn sie sich auf Intermediäre verlassen.

4.4. Clearing über einen zentralen Kontrahenten

Eine der bedeutendsten Entwicklungen betrifft den Übergang zu einem Clearing-Modell mit zentralem Kontrahenten (CCP).

In einem solchen Modell übernimmt der zentrale Kontrahent festgelegte Clearingverpflichtungen zwischen den Teilnehmern, vorbehaltlich der anwendbaren Regeln zu Margins, Sicherheiten und Ausfallmanagement.

Die vorliegende Zusammenfassung weist darauf hin, dass Aktien, Fondsanteile und gedeckte Optionsscheine in den CCP-Rahmen fallen werden.

Unternehmensanleihen folgen einem anderen Abwicklungsmechanismus mit Echtzeitabwicklung jedes einzelnen Geschäfts anstelle eines CCP-Clearings.

Die neuen Regelungen sollen die Nachhandelsinfrastruktur stärken und Gegenparteirisiken systematischer steuern.

Der detaillierte Umsetzungszeitplan, die Anforderungen an Clearingmitglieder und die operativen Übergangsregeln sind jedoch anhand des vollständigen Rundschreibens und späterer Durchführungsanweisungen zu prüfen.

4.5. Ausländische institutionelle Investoren und Vorfinanzierungsregelungen

Das Rundschreiben behandelt auch Fälle, in denen qualifizierte ausländische institutionelle Investoren Wertpapiere ohne vollständige Vorfinanzierung erwerben.

Verfügt ein Investor über unzureichende Mittel, kann ein Wertpapierunternehmen die Zahlungsverpflichtung nach dem vorgesehenen Mechanismus erfüllen.

Der Investor bleibt innerhalb der anwendbaren Frist zur Rückzahlung verpflichtet.

Bei ausbleibender Rückzahlung können die Wertpapiere nach den einschlägigen Regeln auf das Eigenhandelskonto des Wertpapierunternehmens übertragen werden.

Diese Regelung kann die Abwicklungsflexibilität für qualifizierte Investoren verbessern.

Sie beseitigt weder die Abwicklungsverpflichtungen noch die Notwendigkeit wirksamen Risikomanagements.

4.6. Auswirkungen auf internationales Kapital

Eine moderne Wertpapierinfrastruktur ist ein wichtiger Bestandteil eines attraktiven Investitionsumfelds.

Verlässliche Registrierungs-, Verwahrungs- und Abwicklungsmechanismen können das operative Vertrauen internationaler Fonds, Verwahrer und Finanzinstitute stärken.

Langfristig können diese Verbesserungen eine breitere Beteiligung an Vietnams Kapitalmärkten unterstützen.

Das Rundschreiben garantiert jedoch nicht aus sich heraus höhere Marktliquidität, erweiterte Grenzen für ausländisches Eigentum oder zusätzliches Kapital für bestimmte Infrastrukturprojekte.

Diese Ergebnisse hängen von den allgemeinen Marktbedingungen, dem Vertrauen der Investoren und einer wirksamen Umsetzung ab.

5. DIE ULTIMATIVE CHECKLISTE FÜR INTERNATIONALE AUSSCHREIBUNGEN: 25 WESENTLICHE FRAGEN VOR DER ABGABE EINES ANGEBOTS IN VIETNAM

Die folgende praktische Checkliste richtet sich an internationale Auftragnehmer, Technologieanbieter, Infrastrukturentwickler, Ingenieurunternehmen, Finanzinstitute und multinationale Investoren.

Sie sollte abgearbeitet werden, bevor erhebliche Ressourcen für eine vietnamesische öffentliche Beschaffung eingesetzt werden.

A. ABKOMMENSDECKUNG UND TEILNAHMEBERECHTIGUNG

1. Welches Beschaffungsregime gilt?

Ermitteln Sie, ob die Ausschreibung dem CPTPP, EVFTA, UKVFTA, dem allgemeinen vietnamesischen Vergaberecht oder einem anderen anwendbaren Rahmen unterliegt.

2. Ist die Vergabestelle erfasst?

Prüfen Sie, ob das betreffende Ministerium, die Behörde oder eine andere Vergabestelle in der einschlägigen Abkommensliste aufgeführt ist.

3. Erreicht der Vertrag den anwendbaren Schwellenwert?

Berechnen Sie den geschätzten Wert über die gesamte Vertragslaufzeit einschließlich relevanter Optionen, Gebühren und Provisionen.

4. Sind die Waren, Dienstleistungen oder Arbeiten erfasst?

Prüfen Sie Produktklassifikationen, Dienstleistungskategorien, Bauleistungsdeckung und relevante Ausschlüsse.

5. Ist der Bieter teilnahmeberechtigt?

Prüfen Sie Nationalität, Rechtsform, anwendbare Ursprungsanforderungen sowie zulässige Konsortial- oder Beteiligungsbedingungen.

B. AUSSCHREIBUNGSUNTERLAGEN UND RECHTLICHE COMPLIANCE

6. Sind die Ausschreibungsbedingungen diskriminierend?

Prüfen Sie die Unterlagen auf ungerechtfertigte Nationalitätsbeschränkungen oder länderspezifische Erfahrungsanforderungen.

7. Sind die technischen Spezifikationen rechtmäßig?

Prüfen Sie Markenverweise, Gleichwertigkeitskriterien und technische Qualifikationen.

8. Welche Sprachanforderungen gelten?

Bestätigen Sie, ob die Einreichung auf Vietnamesisch, Englisch oder in beiden Sprachen erfolgen muss, und bestimmen Sie erforderliche beglaubigte Übersetzungen.

9. Entsprechen die Einreichungsfristen den Vorschriften?

Berechnen Sie die gesetzlich anwendbare Mindestvorbereitungsfrist und sämtliche Fristen für Klarstellungsfragen.

10. Gelten inländische Präferenzen?

Ermitteln Sie lokale Beschaffung, Untervergabe, Partnerschaften, Technologietransfer und andere zulässige Präferenzmechanismen.

C. WIRTSCHAFTLICHE UND TECHNISCHE WETTBEWERBSFÄHIGKEIT

11. Würde ein vietnamesischer Partner das Angebot stärken?

Prüfen Sie, ob ein echtes lokales Konsortium, eine Untervergabe oder eine Servicevereinbarung die Lieferfähigkeit und Compliance verbessert.

12. Kann internationale Erfahrung wirksam nachgewiesen werden?

Bereiten Sie überprüfbare Referenzen, Abnahmebescheinigungen, Kundenbestätigungen und Nachweise vergleichbarer Projekte vor.

13. Können anwendbare Ursprungsanforderungen erfüllt werden?

Dokumentieren Sie Produktionsursprung, Kostenzuordnung und gegebenenfalls die Beteiligung qualifizierter Mitgliedstaaten.

14. Ist das technische Angebot über den gesamten Projektlebenszyklus wettbewerbsfähig?

Bewerten Sie Ausrüstungsqualität, Betriebskosten, Wartung, Garantien, Lieferpläne und technischen Support.

15. Können Nachhaltigkeits- oder Technologievorteile nachgewiesen werden?

Bestimmen Sie messbare Vorteile sauberer Technologie, grüner Finanzierung oder Innovation, soweit diese in den Ausschreibungskriterien anerkannt werden.

D. FINANZIELLE UND VERTRAGLICHE RISIKEN

16. Sind Angebots- und Vertragserfüllungssicherheiten ordnungsgemäß vorbereitet?

Bestätigen Sie erforderliche Garantien, Anforderungen an die ausstellende Bank, Beträge, Gültigkeitsfristen und Freigabebedingungen.

17. Sind Devisen-, Steuer- und Zollrisiken verstanden?

Bewerten Sie Währungsrisiken, anwendbare Steuern, Einfuhrabgaben, Quellensteuerpflichten und Zahlungsregelungen.

18. Sind die vertraglichen Risiken wirtschaftlich vertretbar?

Prüfen Sie Haftungsbegrenzungen, pauschalierten Schadensersatz, Leistungspflichten, höhere Gewalt, Kündigung und Streitbeilegung.

19. Ist das Projekt finanzierbar?

Bewerten Sie bei PPP- und BT-Projekten Finanzierungszusagen, staatliche Zahlungsverpflichtungen, Grundstücksentschädigung, Garantien und Projekt-Cashflow.

20. Wurden Compliance- und Integritätsrisiken bewertet?

Führen Sie Prüfungen zu Korruptionsbekämpfung, Sanktionen, Interessenkonflikten, wirtschaftlich Berechtigten und Dritten durch.

E. BEREITSCHAFT FÜR EINREICHUNG UND ZUSCHLAG

21. Ist die Registrierung für die elektronische Beschaffung abgeschlossen?

Prüfen Sie Kontozugang, digitale Signaturen, Unternehmensvollmachten und die technische Einreichungsfähigkeit.

22. Sind alle Qualifikationsunterlagen gültig?

Prüfen Sie Unternehmensbescheinigungen, Jahresabschlüsse, Projektreferenzen, Berufszulassungen und erforderliche Legalisationen.

23. Wurde das endgültige Angebot unabhängig geprüft?

Führen Sie vor Einreichung eine koordinierte rechtliche, finanzielle, wirtschaftliche und technische Prüfung durch.

24. Gibt es eine Strategie für Klarstellungen und Anfechtungen?

Legen Sie Verfahren für Fragen, die Beseitigung von Unklarheiten und den Umgang mit potenziell rechtswidrigen Ausschreibungsbedingungen fest.

25. Ist das Unternehmen bereit, den Vertrag unmittelbar nach Zuschlag umzusetzen?

Bereiten Sie Umsetzungsteam, Mobilisierungsplan, Garantien, Untervergaben und Vertragsmanagementverfahren vor.

Die entscheidende Frage ist nicht nur, ob ein Unternehmen ein Angebot einreichen kann. Entscheidend ist, ob es ein rechtskonformes, wettbewerbsfähiges, finanziell glaubwürdiges und ausführbares Angebot einreichen kann.

6. SIEBEN STRATEGISCHE EMPFEHLUNGEN FÜR INTERNATIONALE BIETER

Empfehlung 1: Eine Vietnam-Funktion für Beschaffungsinformationen einrichten

Internationale Unternehmen sollten Beschaffungspläne, zuständige Behörden, bevorstehende Infrastrukturprojekte und das Nationale Elektronische Beschaffungssystem systematisch beobachten. Die frühzeitige Erkennung von Chancen schafft Zeit für wettbewerbsfähige Partnerschaften, Finanzierung und technische Dokumentation.

Empfehlung 2: Abkommensrechte vor der Preisbewertung erfassen

Unternehmen sollten ihre Marktzugangsrechte nach CPTPP, EVFTA und UKVFTA bestimmen, bevor sie über eine Teilnahme entscheiden. Dadurch können Möglichkeiten sichtbar werden, einschränkende Bedingungen anzufechten oder eine nicht sofort erkennbare Teilnahmeberechtigung zu begründen.

Empfehlung 3: Vietnamesische Partnerschaften strategisch aufbauen

Lokale Partner können technische Fähigkeiten, Marktkenntnis, Serviceinfrastruktur und Umsetzungskapazität bereitstellen. Partnerschaften müssen jedoch echt, wirtschaftlich begründet und mit den Beschaffungsanforderungen vereinbar sein.

Empfehlung 4: Technisch belastbare Angebote vorbereiten

Internationale Qualifikationen sollten durch glaubwürdige Unterlagen gestützt werden. Technische Gleichwertigkeit, Projektreferenzen, Ausrüstungsspezifikationen und Leistungszusagen sind klar und systematisch darzustellen.

Empfehlung 5: Beschaffung und PPP-Investition unterscheiden

Ein herkömmlicher Liefervertrag, eine PPP-Konzession und ein durch Grundstücke vergütetes BT-Projekt weisen grundlegend unterschiedliche Risikoprofile auf. Unternehmen sollten nicht dieselbe Angebots- und Finanzierungsstrategie auf alle drei Modelle anwenden.

Empfehlung 6: Finanzierbarkeit als Teilnahmevoraussetzung behandeln

Vor der Verfolgung großer Infrastrukturprojekte sollten Investoren die Sicherheit staatlicher Zahlungen, Finanzierungsanforderungen, Grundstücksrisiken, Währungsrisiken und vertragliche Rechtsbehelfe bewerten. Ein attraktiver nomineller Projektwert reicht nicht aus, wenn die zugrunde liegende Zahlungsstruktur keine Finanzierung trägt.

Empfehlung 7: Elektronische Beschaffung vorbereiten, bevor sie verpflichtend wird

Digitale Registrierung, elektronische Signaturen, Dokumentationssysteme und interne Genehmigungsprozesse sollten vor den jeweiligen Umsetzungsfristen betriebsbereit sein. Frühzeitige Vorbereitung kann einen praktischen Vorteil gegenüber Wettbewerbern schaffen, die administrative Probleme erst unmittelbar vor der Einreichung lösen.

7. DIE PERSPEKTIVE VON DUANE MORRIS VIETNAM: VOM RECHTLICHEN MARKTZUGANG ZUM ERFOLGREICHEN VERTRAGSABSCHLUSS

Die wichtigste Frage für internationale Investoren ist nicht mehr nur, ob Vietnam ausländische Beteiligung zulässt.

Entscheidend ist, ob ein Investor rechtliche Marktzugangsrechte in ein wirtschaftlich wettbewerbsfähiges, rechtssicheres und finanziell tragfähiges Projekt umsetzen kann.

Dies erfordert eine koordinierte rechtliche und wirtschaftliche Analyse in mehreren Bereichen, darunter internationale Handelsabkommen, Vergaberecht, Unternehmensstrukturierung, Projektfinanzierung, Bau, Grundstücke, Steuern, Devisenrecht und Streitbeilegung.

Für ein internationales Ingenieurunternehmen kann entscheidend sein, ob seine Projekterfahrung im Ausland in einer erfassten Ausschreibung anerkannt werden muss.

Für einen Ausrüstungshersteller kann es darum gehen, ob technische Spezifikationen eine bestimmte Marke unzulässig begünstigen.

Für einen PPP-Entwickler kann entscheidend sein, ob der staatliche Zahlungsmechanismus und die vertragliche Risikoverteilung hinreichend finanzierbar sind.

Für einen BT-Investor kann die Rechtssicherheit und der tatsächliche wirtschaftliche Wert der Entschädigungsflächen im Mittelpunkt stehen.

Für ein internationales Finanzinstitut kann die Priorität darin liegen, ob Vietnams sich entwickelnde Wertpapierinfrastruktur die Anforderungen an Verwahrung, Clearing und Abwicklung angemessen unterstützt.

Dies sind nicht nur technische Rechtsfragen.

Es sind Investitionsentscheidungen mit unmittelbaren Folgen für Wettbewerbsfähigkeit, Finanzierungskosten, Vertragsrisiken und erwartete Renditen.

Internationale Unternehmen sollten Beschaffungs-Compliance daher als integralen Bestandteil der Geschäftsentwicklung behandeln und nicht als administrative Aufgabe unmittelbar vor Angebotsabgabe.

SCHLUSSFOLGERUNG: VIETNAMS NÄCHSTE GENERATION ERFOLGREICHER BIETER WIRD SICH VORBEREITEN, BEVOR DIE AUSSCHREIBUNG VERÖFFENTLICHT WIRD

Vietnams jüngste regulatorische Reformen sind eine wichtige Entwicklung im Zusammenspiel von internationalen Handelsverpflichtungen, öffentlichen Infrastrukturinvestitionen und Kapitalmarktmodernisierung.

Dekret 374 schafft einen konsolidierten Rahmen für öffentliche Beschaffungen nach CPTPP, EVFTA und UKVFTA.

Dekret 377 führt größere Flexibilität bei PPP-Projektentwicklung, Investorenauswahl und Umsetzung von BT-Projekten ein.

Rundschreiben 145 modernisiert den rechtlichen und operativen Rahmen für Wertpapierregistrierung, Verwahrung, Clearing und Abwicklung.

Zusammen weisen diese Maßnahmen auf eine fortgesetzte Entwicklung hin zu breiterer internationaler Beteiligung, strukturierteren Verfahren für Infrastrukturinvestitionen und einer zunehmend anspruchsvollen Finanzmarktinfrastruktur hin.

Rechtsreformen führen jedoch nicht automatisch zu wirtschaftlichem Erfolg.

Ausländische Investoren müssen weiterhin Abkommensausschlüsse, Beschaffungsschwellenwerte, vorübergehende inländische Präferenzen, technische Qualifikationen, Anforderungen an lokale Partnerschaften, Finanzierungsbeschränkungen, Grundstücksrisiken und vertragliche Verpflichtungen bewältigen.

Am besten positioniert sind Unternehmen, die diese Anforderungen frühzeitig verstehen und in ihre Markteintritts- und Angebotsstrategien integrieren.

Bei Vietnams nächster Generation öffentlicher Beschaffungen und Infrastrukturinvestitionen werden nicht zwangsläufig die Anbieter mit dem niedrigsten Preis gewinnen. Erfolgreich werden jene sein, die international wettbewerbsfähige Technologie, solide Finanzierung, glaubwürdige vietnamesische Umsetzungskapazität und rechtlich belastbare Angebotsstrategien verbinden.

Die Chance beginnt vor der Veröffentlichung der Ausschreibung. Der Wettbewerbsvorteil beginnt mit der Vorbereitung.

***

Für weitere Informationen zu den vorstehenden Themen wenden Sie sich bitte an den Autor Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor der Duane Morris Vietnam LLC.

Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann Vietnams IPO-Moment: Vom Frontier-Markt auf die globale Investitionslandkarte

Warum Vietnams FTSE-Hochstufung zum Emerging Market ein neues Kapitel für Börsengänge, internationales Kapital und Unternehmenswachstum eröffnen könnte

Vietnam hat drei Jahrzehnte damit verbracht, sich als eines der erfolgreichsten Ziele für ausländische Direktinvestitionen (FDI) in Asien zu etablieren. Das nächste Kapitel könnte zunehmend von etwas anderem geprägt sein: ausländischen Portfolioinvestitionen und internationalen Kapitalmärkten.

Dieses Kapitel hat nun begonnen.

FTSE Russell hat Vietnam mit Wirkung zum 21. September 2026 von einem Frontier Market zu einem Secondary Emerging Market hochgestuft. Vietnamesische Aktien sind dadurch für die Aufnahme in die FTSE Global Equity Index Series qualifiziert, einschließlich bedeutender internationaler Referenzindizes wie dem FTSE Emerging Markets Index, dem FTSE All-World Index und dem FTSE Global All Cap Index. Die Umsetzung erfolgt schrittweise bis September 2027.

Dies ist weit mehr als eine bloße Änderung der Klassifizierung.

Für vietnamesische Unternehmen, die einen Börsengang (IPO) erwägen, eröffnet sich damit die Möglichkeit, ihre Equity Story einem völlig neuen Investorenpublikum zu präsentieren.

Von einer FDI-Erfolgsgeschichte zu einer Kapitalmarktgeschichte

Vietnam ist bereits tief in die globale Wirtschaft integriert.

Seit Jahren werden multinationale Unternehmen von Vietnams Fertigungskapazitäten, dem wachsenden Verbrauchermarkt, seiner strategischen Position in asiatischen Lieferketten sowie seinem umfangreichen Netz von Freihandelsabkommen angezogen.

Die vietnamesischen Kapitalmärkte haben jedoch historisch gesehen nicht das gleiche Maß an internationaler Integration erreicht.

Diese Lücke beginnt sich nun zu schließen.

Die Weltbank schätzt, dass Vietnams FTSE-Hochstufung in den ersten Jahren zusätzliche Portfoliozuflüsse von etwa 3 bis 5 Milliarden US-Dollar generieren könnte. Bei fortgesetzten Reformen wären bis 2030 sogar deutlich höhere Kapitalzuflüsse denkbar.

Die Bedeutung dieses Schrittes für Vietnam geht daher weit über zusätzliche Liquidität hinaus.

Er bietet die Chance, einige der vielversprechendsten vietnamesischen Unternehmen mit einem erheblich größeren internationalen Pool institutionellen Kapitals zu verbinden.

Genau deshalb werden IPOs nun besonders interessant.

Eine neue Gleichung für vietnamesische Börsengänge

Historisch gesehen stellte sich für ein attraktives vietnamesisches Unternehmen mit IPO-Plänen vor allem die Frage:

Können wir erfolgreich Zugang zum inländischen Kapitalmarkt Vietnams erhalten?

Zunehmend sollten Management und Anteilseigner jedoch eine umfassendere Frage stellen:

Wie strukturieren wir unser Unternehmen und unseren Börsengang so, dass wir für internationale institutionelle Investoren investierbar werden?

Dies ist eine grundlegend andere Perspektive.

Die Einstufung als Emerging Market rückt Vietnam auf den Radar einer wesentlich größeren Gruppe globaler Vermögensverwalter, Emerging-Market-Fonds und indexorientierter Investoren.

Die Entscheidung von FTSE Russell folgt zudem auf wichtige Verbesserungen der Marktzugänglichkeit, darunter die Einführung eines Non-Prefundings für ausländische institutionelle Investoren, die Etablierung eines formellen Verfahrens für fehlgeschlagene Wertpapiergeschäfte (Failed Trades) sowie die Vereinfachung der Eröffnung von Investorenkonten.

Für potenzielle Emittenten besteht die Chance daher nicht lediglich darin, einen IPO erfolgreich abzuschließen.

Das größere Ziel sollte darin bestehen, ein international investierbares vietnamesisches börsennotiertes Unternehmen zu schaffen.

IPO → Liquidität → Internationale Investoren → Indexfähigkeit

Dabei ist eine wichtige Unterscheidung zu treffen.

Die FTSE-Hochstufung bedeutet nicht, dass jedes Unternehmen, das in Vietnam an die Börse geht, automatisch internationale institutionelle Investoren anzieht oder in einen FTSE-Index aufgenommen wird.

Jedes Unternehmen muss die jeweiligen Anforderungen hinsichtlich Marktkapitalisierung, Liquidität, Streubesitz (Free Float) und Investierbarkeit erfüllen.

Gerade deshalb gewinnt die strategische Vorbereitung eines IPOs erheblich an Bedeutung.

Für einen ausreichend großen und attraktiven Emittenten könnte der Weg künftig wie folgt aussehen:

Unternehmensrestrukturierung → IPO-Readiness → institutionstaugliche Corporate Governance → IPO → ausreichender Free Float → Liquidität → Beteiligung internationaler Investoren → potenzielle Indexaufnahme

Dadurch wird der Börsengang von einem reinen Finanzierungsereignis zu einem zentralen Bestandteil der langfristigen internationalen Kapitalmarktstrategie eines Unternehmens.

Internationale Investoren werden höhere Anforderungen stellen

Die Chancen haben allerdings auch eine andere Seite.

Der Emerging-Market-Status wird die Anforderungen an vietnamesische Emittenten nicht senken.

Vielmehr ist davon auszugehen, dass diese steigen werden.

Internationale institutionelle Investoren werden Corporate Governance, Finanzberichterstattung, Transparenz, Geschäfte mit nahestehenden Personen, Aktionärsschutz, Beschränkungen ausländischer Beteiligungen, Managementqualität, ESG-Themen sowie die nach dem Börsengang verfügbare Liquidität sorgfältig prüfen.

Vietnamesische Unternehmen, die internationales Kapital anziehen möchten, sollten daher lange vor der Einreichung eines IPO-Antrags mit den Vorbereitungen beginnen.

Die stärksten Kandidaten werden zunehmend jene Unternehmen sein, die eine überzeugende vietnamesische Wachstumsgeschichte mit Governance- und Offenlegungsstandards verbinden können, die internationale Institutionen verstehen und denen sie vertrauen.

Eine solche Vorbereitung kann einen Zeitraum von 12 bis 24 Monaten erfordern und nicht erst wenige Monate unmittelbar vor dem Börsengang beginnen.

Eine besonders interessante Chance für FDI-Unternehmen

Eine potenziell transformative Entwicklung betrifft ausländisch investierte Unternehmen in Vietnam.

Trotz der enormen Bedeutung des FDI-Sektors für die vietnamesische Wirtschaft sind ausländisch investierte Unternehmen an Vietnams Börsen weiterhin deutlich unterrepräsentiert.

Die vietnamesischen Behörden prüfen inzwischen, wie mehr hochwertige FDI-Unternehmen am heimischen Kapitalmarkt teilnehmen können.

Jüngste Zahlen der vietnamesischen Wertpapieraufsichtsbehörde (State Securities Commission) zeigen, dass historisch nur eine sehr geringe Anzahl von FDI-Unternehmen an einer Börse notiert oder zum Handel registriert wurde, obwohl dieser Sektor einen enormen Beitrag zur Wirtschaft leistet.

Dies stellt eine bedeutende Chance dar.

Welche Sektoren könnten internationales Interesse auf sich ziehen?

Die nächste Generation vietnamesischer IPO-Kandidaten dürfte zunehmend den strukturellen Wandel der vietnamesischen Wirtschaft widerspiegeln.

Besonders interessante Bereiche könnten sein:

  • Technologie und digitale Infrastruktur
  • Halbleiter- und Elektroniklieferketten
  • Rechenzentren
  • Erneuerbare und konventionelle Energieinfrastruktur
  • Logistik und Hafenwirtschaft
  • Gesundheitswesen
  • Hochentwickelte Fertigungsindustrie
  • Konsumgüterunternehmen
  • Finanzdienstleistungen
  • Industrieimmobilien
  • Unternehmen, die die rasch wachsende vietnamesische Mittelschicht bedienen

Die eigene Analyse von FTSE Russell hebt Vietnams industriegetriebene wirtschaftliche Transformation, die zunehmende Rolle des Landes in globalen Technologieschöpfungsketten, anhaltende Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen (FDI), Urbanisierung sowie steigende Haushaltseinkommen als wesentliche strukturelle Merkmale des Marktes hervor.

Dies bedeutet, dass internationalen Investoren nicht lediglich eine weitere Börse angeboten wird.

Vielmehr erhalten sie einen besseren Zugang zu einer der bedeutendsten wirtschaftlichen Transformationsgeschichten Asiens.

Das Fenster öffnet sich jetzt

Der Zeitpunkt ist besonders interessant.

Die Aufnahme Vietnams in die FTSE Global Equity Index Series erfolgt schrittweise in vier Etappen zwischen September 2026 und September 2027. Zunächst werden 10 % des relevanten Investierbarkeitsgewichts berücksichtigt, gefolgt von weiteren Tranchen von 20 %, 35 % und 35 %.

Dadurch entsteht eine Übergangsphase, in der globale Investoren, Broker, Investmentbanken und die Unternehmen selbst Vietnam zunehmend aus der Perspektive eines Emerging Markets betrachten werden.

Für Unternehmen, die einen Börsengang im Jahr 2027, 2028 oder später planen, sollten die Vorbereitungen daher bereits jetzt beginnen.

Unternehmen müssen ihre Konzernstruktur, Genehmigungen und Lizenzen, die Situation hinsichtlich ausländischer Beteiligungen, Corporate Governance, Jahresabschlüsse, Offenlegungssysteme, wesentliche Verträge, Landnutzungsrechte, steuerliche Risiken sowie die regulatorische Compliance lange vor dem Beginn des formellen IPO-Prozesses überprüfen.

Das Ziel sollte klar sein:

Wenn internationales Kapital kommt, sollte das Unternehmen bereit sein.

Vietnams größere Kapitalmarktambitionen

Die FTSE-Hochstufung sollte zudem eher als Meilenstein denn als Endpunkt betrachtet werden.

Vietnam verfolgt ehrgeizige Ziele für den Ausbau seines Aktienmarktes. Fortgesetzte Kapitalmarktreformen könnten langfristig auch die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Vietnam künftig von MSCI als Emerging Market anerkannt wird.

Das ist bedeutsam, weil Vietnams wirtschaftliche Entwicklung enorme Mengen privaten Kapitals erfordern wird.

Historisch wurde ein großer Teil dieser Finanzierung über Banken oder ausländische Direktinvestitionen bereitgestellt.

Ein tieferer und liquiderer Aktienmarkt eröffnet einen dritten Finanzierungskanal: Er ermöglicht es wachsenden vietnamesischen Unternehmen, langfristiges Kapital direkt von inländischen und internationalen Investoren einzuwerben.

Dies könnte insbesondere für Infrastruktur-, Technologie- und Energieprojekte sowie für die nächste Generation vietnamesischer „National Champions“ von großer Bedeutung sein.

Vietnams IPO-Moment

Für internationale Investoren liefert die Hochstufung Vietnams zum Emerging Market einen weiteren Grund, ein Land genauer zu betrachten, das bereits heute ein unverzichtbarer Bestandteil der asiatischen Fertigungsindustrie und globaler Lieferketten ist.

Für vietnamesische Unternehmen könnte die Botschaft jedoch noch wichtiger sein.

Das potenzielle Investorenuniversum wird größer.

Die Unternehmen, die am meisten profitieren werden, sind nicht zwangsläufig diejenigen, die als Erste an den Markt gehen.

Es werden jene sein, die sich am besten vorbereiten.

Unternehmen, die Vietnams außergewöhnliche Wachstumsgeschichte mit internationalen Standards in den Bereichen Corporate Governance, Transparenz, Liquidität und Anlegerschutz verbinden können, werden am besten positioniert sein, um die neuen Kapitalströme anzuziehen, die sich zunehmend auf Vietnam richten.

Vietnam hat die vergangenen drei Jahrzehnte damit verbracht, die Welt davon zu überzeugen, Fabriken, Unternehmen und Lieferketten im Land aufzubauen.

Die nächste Herausforderung besteht darin, die Welt davon zu überzeugen, direkt in vietnamesische Unternehmen zu investieren.

Die Hochstufung zum FTSE Emerging Market könnte sich als einer jener entscheidenden Momente erweisen, in denen dieses neue Kapitel tatsächlich begonnen hat.

Kontakt

Für weitere Informationen zu den vorstehenden Themen wenden Sie sich bitte jederzeit an den Autor, Dr. Oliver Massmann, unter omassmann@duanemorris.com.

Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor der Duane Morris Vietnam LLC.

VIETNAM’S BILLION-DOLLAR PROCUREMENT OPPORTUNITY: THREE LANDMARK REFORMS TRANSFORMING INTERNATIONAL BIDDING, INFRASTRUCTURE INVESTMENT AND CAPITAL MARKETS

From CPTPP, EVFTA and UKVFTA market access to major infrastructure projects and modern securities settlement: What international investors, contractors, financial institutions and project developers must know — including the essential 25-point checklist for winning government tenders in Vietnam.

EXECUTIVE PERSPECTIVE: VIETNAM IS REWRITING THE RULES OF INTERNATIONAL MARKET ACCESS

Vietnam is entering an important new phase in its development as a destination for international investment, infrastructure development and cross-border business.

Three major regulatory instruments issued at the end of September and beginning of October 2026 illustrate the Government’s ambition to modernize public procurement, accelerate infrastructure investment and strengthen the country’s financial-market infrastructure.

These instruments are:

  1. Decree No. 374/2026/ND-CP, dated 30 September 2026, establishing a consolidated government procurement framework under the Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership (CPTPP), the EU–Vietnam Free Trade Agreement (EVFTA) and the UK–Vietnam Free Trade Agreement (UKVFTA).
  2. Decree No. 377/2026/ND-CP, dated 1 October 2026, amending regulations governing public-private partnership (PPP) investments, investor selection and build-transfer (BT) projects.
  3. Circular No. 145/2026/TT-BTC, dated 30 September 2026, regulating securities registration, depository, clearing and settlement activities, including arrangements supporting the transition toward central counterparty clearing.

Together, these reforms could reshape the competitive environment for international engineering companies, construction contractors, technology suppliers, infrastructure developers, institutional investors and financial institutions.

The opportunities are potentially substantial. Vietnam continues to require investment in transportation, energy, logistics, industrial infrastructure, environmental facilities, public services and digital infrastructure.

However, market access alone does not guarantee commercial success.

Foreign investors must understand which government tenders are legally accessible, how procurement preferences operate, when local partnerships are advantageous, how PPP proposals are evaluated and whether project financing and compensation structures are sufficiently secure.

The central message is straightforward: In Vietnam’s evolving procurement and infrastructure market, successful bidders will be those who combine international expertise with regulatory preparedness, strong financing and credible local execution.

1. DECREE 374: A NEW ERA FOR INTERNATIONAL GOVERNMENT PROCUREMENT

1.1. Three international trade agreements under one framework

Decree 374 represents an important consolidation of Vietnam’s international government procurement commitments.

Scheduled to take effect on 14 November 2026, it replaces Decree No. 95/2020/ND-CP, which implemented government procurement commitments under the CPTPP.

The new framework addresses procurement covered by the CPTPP, EVFTA and UKVFTA.

This consolidation is particularly relevant for companies headquartered in the European Union, the United Kingdom and CPTPP member countries, as well as multinational businesses operating through eligible corporate structures.

The reform offers a more coherent starting point for evaluating treaty-covered procurement opportunities.

Nevertheless, foreign companies should not assume that all government contracts are automatically open to international competition.

Whether a tender falls within the framework depends on several specific legal requirements.

1.2. The four essential conditions for treaty-covered procurement

A procurement opportunity is covered only when four requirements are satisfied.

First, the estimated contract value must meet or exceed the applicable threshold.

Second, the procuring entity must be included in the relevant coverage schedules.

Third, the goods, services or construction works must fall within the covered procurement categories.

Fourth, no applicable exclusion must remove the procurement from treaty coverage.

These conditions are cumulative.

A tender involving a covered product may nevertheless fall outside the relevant commitments because the procuring entity is excluded or the contract value is below the threshold.

Similarly, a large government procurement contract is not automatically covered merely because its financial value is substantial.

Practical recommendation: International bidders should conduct a formal treaty-coverage assessment before investing significant resources in preparing a proposal.

This assessment should identify the relevant agreement, procuring entity, procurement category, applicable monetary threshold and exclusions.

1.3. Contract valuation: why the headline tender price may be misleading

Decree 374 requires the estimated procurement value to reflect the maximum anticipated value throughout the contract’s duration.

This includes applicable fees, commissions and purchase options.

For example, an equipment supply contract may contain maintenance services, replacement components, optional purchases and extension rights.

These elements may materially increase the value relevant to determining whether the procurement falls within treaty coverage.

Where the procurement value cannot be estimated, the decree provides for the procurement to be treated as covered.

This approach is important because procurement coverage should not be assessed solely by reference to an artificially narrow initial contract amount.

For international bidders, the practical lesson is to examine the entire commercial structure rather than rely exclusively on the published headline value.

1.4. Equal treatment and protection against discriminatory tender requirements

One of the decree’s most commercially important principles concerns equal treatment.

Eligible bidders from covered treaty member countries must receive the treatment required by the applicable international procurement commitments.

Vietnamese bidders also cannot be treated differently merely because they have foreign ownership.

This is particularly important for multinational companies operating through Vietnamese subsidiaries.

The decree also restricts certain discriminatory tender conditions.

Tender documents may not require bidders to demonstrate past contractual experience specifically in a particular country.

Where a particular brand is used as a technical reference, equivalent products must be permitted, with the relevant equivalence criteria specified.

These provisions can be commercially valuable for international contractors whose qualifications, technologies or equipment have been developed and successfully deployed outside Vietnam.

Practical recommendation: Companies should systematically review tender documents for restrictive specifications, unjustified geographic experience requirements and brand-specific conditions.

Potentially unlawful restrictions should be raised promptly through the applicable clarification or complaint procedures.

1.5. Procurement thresholds will progressively decline

An important feature of the new framework is the gradual reduction of procurement thresholds.

For the specified Appendix I central-government entities, the supplied regulatory summary identifies the following changes.

For goods and services, the threshold initially stands at SDR 1,000,000 and is scheduled to decline to SDR 130,000 from 1 August 2035.

For construction procurement, the threshold initially stands at SDR 20,000,000 and is scheduled to decline to SDR 5,000,000.

SDR refers to Special Drawing Rights, the international reserve asset maintained by the International Monetary Fund.

The Ministry of Finance is responsible for publishing the applicable thresholds in Vietnamese dong.

These threshold reductions are commercially significant.

Over time, a broader range of government procurement opportunities may fall within the relevant international procurement commitments.

This could expand opportunities beyond exceptionally large infrastructure contracts to more specialized equipment, technical services, engineering and consulting projects.

However, thresholds differ according to the relevant agreement, procuring entity and procurement category. The Appendix I figures should not be applied indiscriminately to every tender.

Strategic recommendation: International companies should establish a multi-year procurement strategy that anticipates future market opening rather than focusing exclusively on currently available tenders.

1.6. Domestic preferences remain relevant during the transition

Decree 374 preserves certain transitional domestic preferences, subject to the applicable treaty commitments and legal conditions.

Depending on the procurement, these may include requirements concerning domestically produced goods, local subcontracting, partnerships with Vietnamese enterprises or technology transfer.

The decree also provides for certain priority mechanisms benefiting Vietnamese bidders.

According to the supplied regulatory summary, domestic preferences are subject to an annual aggregate ceiling of 40% of total covered contract value until 13 January 2029, falling to 30% thereafter.

The relevant transitional preferences are scheduled to end on 1 August 2038 for specified Appendix I and III procurement and on 14 January 2044 for specified CPTPP-only procurement.

These figures concern the permitted aggregate use of domestic preferences. They should not be misunderstood as automatic price advantages of 40% or 30% in individual tenders.

The precise application must be verified against the relevant agreement, procurement category and implementing provisions.

For foreign bidders, the commercial response should not necessarily be to avoid procurement involving domestic preferences.

Instead, companies should evaluate whether legitimate Vietnamese partnerships, local manufacturing, service capacity or technology-transfer arrangements can strengthen their competitiveness.

The strongest international bid may be the one combining foreign technology and expertise with credible Vietnamese execution capacity.

1.7. International tendering, language and minimum preparation periods

Decree 374 distinguishes between procurement limited to eligible treaty member countries and broader international tendering.

Intra-bloc tenders may restrict participation to bidders from the relevant member countries, subject to the applicable framework.

Such tenders are conducted in Vietnamese.

International tenders may be conducted in English or in both Vietnamese and English.

The decree also establishes minimum preparation periods.

For expressions of interest and prequalification submissions, the general minimum period is 25 days, potentially reduced to 10 days in urgent cases.

For bid submissions, the general minimum is 30 days, or 25 days where bids are submitted electronically.

A shorter 10-day period may apply in specified urgent circumstances or for standardized goods and simple services with a value not exceeding VND 10 billion.

These deadlines can materially affect the ability of foreign companies to prepare technically complex submissions.

Practical recommendation: Bidders should begin preparing corporate qualifications, technical documentation, translations, consortium arrangements and financial guarantees before the formal tender publication whenever commercially appropriate.

1.8. Exclusions must not be overlooked

The decree contains important exclusions.

The supplied summary identifies, among others, certain transactions involving land and real estate rights, grants, loans and guarantees, specified financial and public-debt services, qualifying donor-funded procurement, procurement for use outside Vietnam and defense or security requirements.

Certain goods are also excluded, including specified rice, petroleum, printed publications, telecommunications and radar products.

Computers under HS heading 84.71 are identified as excluded under the EVFTA and UKVFTA procurement coverage.

Additional exclusions may apply to cultural heritage projects, national reserves, specified ethnic-minority programs, construction in disadvantaged or remote areas and certain procurement reserved for small and medium-sized enterprises.

Consequently, bidders must avoid relying on the general scope of a trade agreement without examining its detailed procurement schedules and exclusions.

2. DECREE 377: PPP REFORMS COULD ACCELERATE VIETNAM’S NEXT GENERATION OF INFRASTRUCTURE PROJECTS

Government procurement is only one component of Vietnam’s infrastructure development strategy.

Public-private partnerships provide another important route for mobilizing private capital, international technology and long-term operational expertise.

Decree 377 introduces amendments intended to improve project initiation, investor selection, delegation of authority and implementation arrangements.

2.1. Wider delegation of authority

The amendments expand the ability of ministries and provincial authorities to delegate certain competent-authority responsibilities.

Depending on the applicable project classification and legal conditions, subordinate administrative bodies, commune-level People’s Committees and public service units may exercise delegated functions.

This may be particularly relevant to Group B- and Group C-equivalent projects, operation-and-maintenance projects and other qualifying projects.

The intended benefit is greater administrative flexibility and potentially faster decision-making.

However, investors must carefully establish whether the authority issuing an approval or entering into a project agreement possesses the necessary legal competence.

A faster approval is not commercially useful if it is subsequently challenged because the issuing authority lacked jurisdiction.

2.2. Clearer deadlines for privately proposed PPP projects

The reforms introduce defined procedural periods for investor-proposed projects.

According to the supplied summary, proposals are submitted through the relevant provincial Public Administrative Service Center or ministerial one-stop mechanism.

Authorities must accept or reject the proposal within 10 working days.

Competing proposals may be accepted during a 10-working-day window following the first proposal.

The authority then selects one investor proposal within a further 15-working-day period, subject to the applicable rules.

These deadlines introduce greater procedural predictability.

They also make early preparation particularly important.

A project developer should have a coherent preliminary feasibility assessment, technical concept, financing approach, land analysis and risk allocation strategy before submitting its proposal.

Investors should also distinguish between the selection of a proposal for further consideration and the eventual award of a PPP contract. These are not necessarily the same legal event.

2.3. Hybrid contracts and innovative project structures

Decree 377 recognizes the possibility of combining different PPP contract models through hybrid contractual arrangements.

This may create additional flexibility where a project involves multiple commercial components.

For example, an infrastructure project may combine construction obligations, operational services and other revenue or payment mechanisms.

The legal and financial structure must nevertheless remain consistent with the applicable PPP legislation.

Investors should carefully determine how responsibilities, revenue entitlements, payment obligations, operating risks and termination rights are allocated across the contractual structure.

2.4. Green finance and clean technology as competitive advantages

The amendments introduce evaluation advantages associated with green financing, strategic technologies and clean technologies.

This could be relevant for renewable energy, environmental infrastructure, efficient transportation, industrial modernization and other technology-intensive projects.

International investors should evaluate whether their technical proposals can demonstrate measurable advantages in energy efficiency, emissions reduction, lifecycle costs and technology transfer.

Similarly, financing proposals supported by credible green financing arrangements may strengthen a bid where the applicable evaluation framework recognizes those characteristics.

However, general sustainability statements should not replace verifiable technical and financial evidence.

2.5. Special-case investor selection and stronger oversight

The reforms expand the circumstances in which special-case investor selection may be considered.

The supplied summary identifies certain urgent connectivity projects and qualifying health, education and environmental projects in disadvantaged areas.

At the same time, direct appointment and special-case selection procedures are subject to additional independent monitoring.

Investors should therefore avoid treating special-case selection as an exemption from legal scrutiny.

The legal basis for the procedure, qualification conditions, approval authority and documentary record must be carefully established.

2.6. Digital PPP procurement and investor databases

The reforms establish an important digital implementation roadmap.

From 1 January 2027, PPP project proposals are scheduled to move to the National E-Procurement System.

From 1 September 2027, online open bidding for PPP investor selection is scheduled to commence.

A national investor database will also record information concerning project experience, contractual performance and violations.

These developments make accurate corporate records and verifiable project references increasingly important.

International bidders should prepare their digital submission systems, authorized signatories, electronic documentation and internal approval processes in advance.

3. BUILD-TRANSFER PROJECTS: LAND COMPENSATION AND FINANCING SECURITY BECOME CRITICAL

The amendments to BT project regulations are particularly significant for large infrastructure developers.

For many investors, the decisive question is not simply whether an infrastructure project can be constructed.

It is whether the compensation mechanism provides sufficient certainty to justify the investment and obtain financing.

3.1. Clarification of BT project value

The supplied summary identifies eligible project value components including resettlement, construction, equipment, management, consultancy, contingencies and interest on borrowed funds.

For land-paid BT projects, investor equity profit is excluded from the specified valuation calculation.

This distinction requires careful financial modeling.

Investors must separate eligible project expenditure, financing costs, expected equity returns and the value of compensation assets.

3.2. Earlier contract signing for major projects

For projects with total investment of VND 20,000 billion or more, the amendments permit contract signing before final design approval under specified conditions.

The approved total investment provides the initial basis.

Following approval of the relevant design and estimates, the contract value may be updated through an appendix, subject to the approved total investment ceiling.

This may accelerate major infrastructure projects.

However, earlier signing also creates potential exposure to design changes, construction cost escalation and project-scope adjustments.

Investors should therefore negotiate clear contractual mechanisms addressing design development, variations, cost overruns and allocation of additional expenditure.

3.3. Land compensation and valuation

The supplied summary identifies the following general methodology for expected land compensation value:

Expected land payment value = Land area × Applicable land price table × Adjustment coefficient.

The adjustment coefficient is determined through the relevant process involving provincial land authorities.

For qualifying Group A- and Group B-equivalent projects, land compensation may be delivered in tranches linked to accepted work or completed project components.

Certain large projects and projects associated with nationally important infrastructure may qualify for earlier allocation of the entire compensation land fund, subject to security arrangements such as a bank guarantee or blocked account.

The required security is linked to project value and may be reduced as works are accepted.

The amendments also address the fixing of land value upon State allocation or lease, possible annual rental arrangements for certain social-infrastructure land and interest consequences where the State delays land handover.

These arrangements may improve project flexibility.

Nevertheless, investors must examine land-use rights, planning status, site clearance, valuation methodology, permitted land use and the actual commercial value of the compensation land.

Land certainty, rather than nominal land value alone, should be a central bankability test.

3.4. Payment differences and reporting obligations

Where the value of accepted works is lower than the corresponding land compensation already provided, the investor may be required to settle the difference under the applicable mechanism.

Quarterly project progress reporting is also required.

For mixed land-and-budget BT structures, the amendments to the relevant regulations establish State payment periods linked to project classification.

According to the supplied summary, these periods are three years for Group A-equivalent items, two years for Group B-equivalent items and one year for Group C-equivalent items.

The precise starting point, payment conditions and enforceability of these obligations should be examined in the applicable legal provisions and project agreement.

4. CIRCULAR 145: MODERN SECURITIES INFRASTRUCTURE AND THE TRANSITION TOWARD CENTRAL COUNTERPARTY CLEARING

Circular No. 145/2026/TT-BTC, dated 30 September 2026, addresses the legal and operational framework for securities registration, depository, clearing and settlement activities.

It is scheduled to take effect on 16 November 2026.

The Circular is relevant to the Vietnam Securities Depository and Clearing Corporation (VSDC), its clearing subsidiary, securities exchanges, securities companies, custodian banks, settlement banks, issuers and investors.

4.1. Securities registration and ownership records

The Circular establishes rules concerning the registration of issuers, securities and securities holders.

VSDC assigns domestic securities codes and international securities identification numbers.

Issuers must maintain accurate and current registration information.

The Circular also recognizes electronic records exchanged in accordance with applicable operating rules.

For international investors, reliable securities registration and ownership records are essential to custody arrangements, corporate actions and the exercise of shareholder rights.

4.2. Off-exchange transfers

The Circular identifies permitted circumstances for transferring securities ownership outside ordinary exchange transactions.

These include specified gifts, inheritance, employee share ownership plan transactions, restructurings, tender offers, securities lending and enforcement of collateral.

It also addresses certain transfers between foreign investors where the applicable foreign ownership limit has been reached.

These mechanisms remain subject to their respective conditions and procedural requirements.

They should not be interpreted as unrestricted permission to transfer securities outside the exchange or circumvent foreign ownership limitations.

4.3. Allocation of responsibility

The Circular clarifies responsibilities among issuers, depository members and securities infrastructure institutions.

VSDC and its clearing subsidiary are responsible for losses attributable to their own fault under the applicable rules.

Issuers and members remain responsible for the accuracy of the documents and information they submit.

Investors should therefore maintain appropriate contractual protections and verification procedures when relying on intermediaries.

4.4. Central counterparty clearing

One of the most significant developments concerns the transition toward a central counterparty, or CCP, clearing model.

Under such a model, the central counterparty assumes defined clearing obligations between participants, subject to applicable margin, collateral and default-management arrangements.

The supplied summary indicates that shares, fund certificates and covered warrants will fall within the CCP framework.

Corporate bonds will follow a different settlement mechanism involving trade-by-trade real-time settlement rather than CCP clearing.

The new arrangements are intended to strengthen post-trade infrastructure and manage counterparty exposure more systematically.

However, the detailed implementation schedule, clearing membership requirements and operational transition rules must be verified against the complete Circular and subsequent implementing instructions.

4.5. Foreign institutional investors and pre-funding arrangements

The Circular also addresses circumstances in which qualifying foreign institutional investors purchase securities without full advance funding.

Where an investor has insufficient funds, a securities company may meet the payment obligation under the prescribed mechanism.

The investor remains responsible for repayment within the applicable deadline.

Failure to repay may result in the securities being transferred to the securities company’s proprietary account under the relevant rules.

This arrangement can improve settlement flexibility for qualifying investors.

It does not eliminate settlement obligations or the need for effective risk management.

4.6. Implications for international capital

Modern securities infrastructure is an important component of an attractive investment environment.

Reliable registration, custody and settlement mechanisms can improve operational confidence among international funds, custodians and financial institutions.

Over time, these improvements may support broader participation in Vietnam’s capital markets.

However, the Circular does not itself guarantee greater market liquidity, expanded foreign ownership limits or additional capital for particular infrastructure projects.

Those outcomes depend on wider market conditions, investor confidence and effective implementation.

5. THE ULTIMATE INTERNATIONAL BIDDING CHECKLIST: 25 ESSENTIAL QUESTIONS BEFORE SUBMITTING A TENDER IN VIETNAM

The following practical checklist is intended for international contractors, technology suppliers, infrastructure developers, engineering companies, financial institutions and multinational investors.

It should be completed before committing substantial resources to a Vietnamese government procurement opportunity.

A. TREATY COVERAGE AND ELIGIBILITY

1. Which procurement regime applies?

Determine whether the tender falls under the CPTPP, EVFTA, UKVFTA, Vietnam’s general bidding legislation or another applicable framework.

2. Is the procuring entity covered?

Verify that the relevant ministry, agency or other procuring entity is included in the applicable treaty schedule.

3. Does the contract meet the applicable threshold?

Calculate the estimated value over the full contract duration, including relevant options, fees and commissions.

4. Are the goods, services or works covered?

Review product classifications, service categories, construction coverage and relevant exclusions.

5. Is the bidder eligible?

Verify nationality, corporate status, applicable origin requirements and any permitted consortium or ownership conditions.

B. TENDER DOCUMENTATION AND LEGAL COMPLIANCE

6. Are the tender conditions discriminatory?

Examine whether the documents contain unjustified nationality restrictions or country-specific experience requirements.

7. Are the technical specifications lawful?

Review brand references, equivalence criteria and technical qualifications.

8. What language requirements apply?

Confirm whether the submission must be in Vietnamese, English or both, and identify necessary certified translations.

9. Are the submission deadlines compliant?

Calculate the legally applicable minimum preparation period and all clarification deadlines.

10. Are domestic preferences applicable?

Identify local sourcing, subcontracting, partnership, technology-transfer and other permitted preference mechanisms.

C. COMMERCIAL AND TECHNICAL COMPETITIVENESS

11. Would a Vietnamese partner strengthen the bid?

Assess whether a genuine local consortium, subcontracting or service arrangement improves delivery capability and compliance.

12. Can international experience be demonstrated effectively?

Prepare verifiable references, completion certificates, client confirmations and evidence of comparable projects.

13. Can applicable origin requirements be satisfied?

Document production origin, cost allocation and qualifying member-country participation where relevant.

14. Is the technical proposal competitive over the entire project lifecycle?

Assess equipment quality, operating costs, maintenance, warranties, delivery schedules and technical support.

15. Can sustainability or technology advantages be demonstrated?

Identify measurable clean-technology, green-financing or innovation benefits where recognized by the tender criteria.

D. FINANCIAL AND CONTRACTUAL RISK

16. Are bid and performance securities properly arranged?

Confirm required guarantees, issuing-bank qualifications, amounts, validity periods and release conditions.

17. Are foreign-exchange, tax and customs risks understood?

Assess currency exposure, applicable taxes, import duties, withholding obligations and payment arrangements.

18. Are contractual risks commercially acceptable?

Review liability limitations, liquidated damages, performance obligations, force majeure, termination and dispute resolution.

19. Is the project bankable?

For PPP and BT projects, assess financing commitments, government payment obligations, land compensation, guarantees and project cash flow.

20. Have compliance and integrity risks been assessed?

Conduct anti-corruption, sanctions, conflicts-of-interest, beneficial-ownership and third-party due diligence.

E. SUBMISSION AND CONTRACT AWARD READINESS

21. Is electronic procurement registration complete?

Verify account access, digital signatures, corporate authorizations and technical submission capability.

22. Are all qualification documents valid?

Check corporate certificates, financial statements, project references, professional licenses and required legalizations.

23. Has the final bid undergone independent review?

Conduct coordinated legal, financial, commercial and technical verification before submission.

24. Is there a strategy for clarifications and challenges?

Establish procedures for raising questions, correcting ambiguities and addressing potentially unlawful tender conditions.

25. Is the company ready to execute the contract immediately after award?

Prepare the implementation team, mobilization schedule, guarantees, subcontracting arrangements and contract-management procedures.

The decisive question is not merely whether a company can submit a bid. It is whether the company can submit a compliant, competitive, financially credible and executable bid.

6. SEVEN STRATEGIC RECOMMENDATIONS FOR INTERNATIONAL BIDDERS

Recommendation 1: Establish a Vietnam procurement intelligence function

International companies should systematically monitor procurement plans, relevant government agencies, forthcoming infrastructure projects and the National E-Procurement System.

Early identification of opportunities provides time to prepare competitive partnerships, financing and technical documentation.

Recommendation 2: Map treaty rights before evaluating price

Companies should identify their market-access rights under the CPTPP, EVFTA and UKVFTA before determining whether to participate.

This may reveal opportunities to challenge restrictive tender conditions or establish eligibility that is not immediately apparent.

Recommendation 3: Build Vietnamese partnerships strategically

Local partners can provide engineering capabilities, market knowledge, service infrastructure and execution capacity.

However, partnerships must be genuine, commercially justified and consistent with procurement requirements.

Recommendation 4: Prepare technically defensible submissions

International qualifications should be supported by credible documentation.

Technical equivalence, project references, equipment specifications and performance commitments should be presented clearly and systematically.

Recommendation 5: Distinguish procurement from PPP investment

A conventional supply contract, a PPP concession and a land-compensated BT project have fundamentally different risk profiles.

Companies should not apply the same bidding and financing strategy to all three.

Recommendation 6: Treat bankability as a condition of participation

Before pursuing major infrastructure projects, investors should evaluate government payment certainty, financing requirements, land risks, foreign-exchange exposure and contractual remedies.

An attractive headline project value is insufficient if the underlying payment structure cannot support financing.

Recommendation 7: Prepare for electronic procurement before it becomes mandatory

Digital registration, electronic signatures, documentation systems and internal approval procedures should be operational before the applicable implementation deadlines.

Companies that prepare early may enjoy a practical advantage over competitors attempting to resolve administrative problems immediately before submission.

7. THE DUANE MORRIS VIETNAM PERSPECTIVE: FROM LEGAL MARKET ACCESS TO WINNING CONTRACTS

The most important question for international investors is no longer simply whether Vietnam permits foreign participation.

It is whether an investor can translate legal market-access rights into a commercially competitive, legally secure and financially viable project.

This requires coordinated legal and commercial analysis across several disciplines, including international trade agreements, procurement law, corporate structuring, project finance, construction, land, taxation, foreign exchange and dispute resolution.

For an international engineering company, the decisive issue may be whether its overseas project experience must be accepted in a covered tender.

For an equipment manufacturer, it may be whether technical specifications improperly favor a particular brand.

For a PPP developer, it may be whether the government payment mechanism and contractual risk allocation are sufficiently bankable.

For a BT investor, the central issue may be the legal certainty and actual economic value of compensation land.

For an international financial institution, the priority may be whether Vietnam’s evolving securities infrastructure adequately supports custody, clearing and settlement requirements.

These are not merely technical legal questions.

They are investment decisions with direct consequences for competitiveness, financing costs, contractual risk and expected returns.

International companies should therefore treat procurement compliance as an integral part of business development rather than an administrative exercise undertaken immediately before bid submission.

CONCLUSION: VIETNAM’S NEXT GENERATION OF WINNING BIDDERS WILL BE THOSE WHO PREPARE BEFORE THE TENDER IS ANNOUNCED

Vietnam’s latest regulatory reforms represent an important development in the relationship between international trade commitments, public infrastructure investment and capital-market modernization.

Decree 374 establishes a consolidated framework for government procurement covered by the CPTPP, EVFTA and UKVFTA.

Decree 377 introduces greater flexibility in PPP project development, investor selection and BT project implementation.

Circular 145 modernizes the legal and operational framework for securities registration, custody, clearing and settlement.

Together, these measures indicate a continued movement toward broader international participation, more structured infrastructure investment procedures and increasingly sophisticated financial-market infrastructure.

Nevertheless, legal reform does not automatically translate into commercial success.

Foreign investors must still navigate treaty exclusions, procurement thresholds, transitional domestic preferences, technical qualifications, local partnership requirements, financing constraints, land risks and contractual obligations.

The companies best positioned to succeed will be those that understand these requirements early and integrate them into their market-entry and bidding strategies.

In Vietnam’s next generation of government procurement and infrastructure investment, the winners will not necessarily be those offering the lowest price. They will be those combining internationally competitive technology, sound financing, credible Vietnamese execution capacity and legally resilient bidding strategies.

The opportunity begins before the tender is published. The competitive advantage begins with preparation.

***

For more information on the above, please do not hesitate to contact the author Dr. Oliver Massmann under omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann is the General Director of Duane Morris Vietnam LLC.

Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann VIETNAMS RECHENZENTREN – WAS SIE VOR INVESTITION, BAU UND BETRIEB UNBEDINGT WISSEN MÜSSEN

Vietnam bewegt sich rasch in die nächste Phase seiner digitalen Entwicklung.

Künstliche Intelligenz, Cloud Computing, digitales Banking, E-Commerce, intelligente Fertigung, 5G und das Internet der Dinge erzeugen einen enormen Bedarf an Rechenkapazitäten und sicherer Datenspeicherung. Gleichzeitig strebt Vietnam danach, in der technologischen Wertschöpfungskette weiter aufzusteigen und sich als zunehmend bedeutende digitale und Hightech-Wirtschaft in Südostasien zu etablieren.

All dies erfordert etwas, das bei Diskussionen über die digitale Wirtschaft häufig übersehen wird: physische Infrastruktur.

Und einer der wichtigsten Bestandteile dieser Infrastruktur werden Rechenzentren sein.

Für internationale Investoren, Hyperscaler, Cloud-Anbieter, Infrastrukturfonds und Technologieunternehmen verdient Vietnam daher besondere Aufmerksamkeit. Wer jedoch eine größere Investition in ein Rechenzentrum plant, sollte von Anfang an verstehen, dass es sich dabei nicht lediglich um ein Immobilienentwicklungsprojekt mit einigen Servern darin handelt.

Ein Rechenzentrum in Vietnam vereint Investitionsrecht, Telekommunikationsregulierung, Grundstücksrecht, Stromversorgung, Baurecht, Umweltanforderungen, Brandschutz, Cybersicherheit, Datenschutz und steuerliche Fragestellungen.

Alle diese Themen sind wichtig.

Wenn ich jedoch den Aspekt benennen müsste, der für Großprojekte künftig immer entscheidender werden dürfte, wäre die Antwort sehr einfach:

Strom.

Vietnam öffnet die Tür

Die rechtliche und politische Ausrichtung Vietnams hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert.

Das Telekommunikationsgesetz von 2023 hat erstmals einen spezifischen regulatorischen Rahmen für Rechenzentrums- und Cloud-Computing-Dienstleistungen geschaffen. Besonders wichtig für internationale Investoren ist, dass Vietnam keine ausdrückliche Obergrenze für ausländische Beteiligungen an Unternehmen vorsieht, die diese Dienstleistungen erbringen.

Das bedeutet, dass ein ausländischer Investor grundsätzlich ein zu 100 % ausländisch gehaltenes Rechenzentrumsunternehmen in Vietnam gründen kann, abhängig von den konkreten Tätigkeiten des jeweiligen Projekts.

Dies ist ein wichtiges Signal.

Vietnam hat zudem den allgemeinen Rechtsrahmen für die digitale Wirtschaft weiter gestärkt. Das Gesetz über die digitale Technologieindustrie, das im Jahr 2025 verabschiedet wurde und am 1. Januar 2026 in Kraft trat, schafft eine weitere rechtliche Grundlage für die Entwicklung digitaler Technologieinfrastrukturen.

Auch das neue Investitionsgesetz, das am 1. März 2026 in Kraft trat, sowie die hierzu erlassenen Durchführungsbestimmungen sind für Investoren relevant, die groß angelegte digitale Infrastrukturprojekte in Betracht ziehen.

Die Richtung ist klar: Vietnam möchte mehr Investitionen in hochentwickelte digitale Infrastruktur anziehen.

Ein offenes Investitionsumfeld bedeutet jedoch nicht, dass die Entwicklung eines Rechenzentrums einfach ist.

Die Frage der ausländischen Beteiligung ist lediglich der erste Schritt.

Die Investitionsstruktur auf das Projekt ausrichten

Eine der frühesten Entscheidungen betrifft die Strukturierung der Investition.

Ein ausländischer Investor kann eine eigene vietnamesische Projektgesellschaft gründen, mit einem vietnamesischen Partner zusammenarbeiten, ein bestehendes Unternehmen oder Projekt erwerben oder eine andere geeignete Investitionsstruktur wählen.

Es gibt keine allgemeingültig richtige Lösung.

Ein vietnamesischer Partner kann lokale Entwicklungsexpertise, bestehende Beziehungen zu Grundstücken oder Infrastruktur sowie Erfahrung im Umgang mit den zuständigen Behörden einbringen. Ein vollständig ausländisch kontrolliertes Unternehmen kann hingegen größere Kontrolle über Unternehmensführung, Betrieb und Technologie ermöglichen. Ein Erwerb kann die Entwicklungszeit verkürzen, bringt jedoch historische Haftungsrisiken und Due-Diligence-Herausforderungen mit sich.

Der entscheidende Punkt ist, die Wahl der Unternehmensstruktur nicht isoliert zu treffen.

Bevor eine Entscheidung getroffen wird, sollte der Investor verstehen, wer die Kontrolle über das Grundstück ausübt, wem die Rechenzentrumsanlagen gehören werden, wer den Stromanschluss sichert, wer die Verträge mit den Kunden abschließt, wer gegebenenfalls regulierte Dienstleistungen erbringt und wer für die Einholung und Aufrechterhaltung der erforderlichen Genehmigungen verantwortlich sein wird.

Die rechtliche Struktur sollte der wirtschaftlichen und technischen Realität des Projekts folgen – nicht umgekehrt.

Das richtige Grundstück bedeutet weit mehr als nur die Lage

Bei einer klassischen Immobilieninvestition kann die Lage der entscheidende Faktor sein.

Bei einem Rechenzentrum ist die Analyse deutlich komplexer.

Selbstverständlich benötigt der Investor gesicherte Grundstücksrechte, einen geeigneten Nutzungszweck und eine ausreichende Restlaufzeit für die wirtschaftliche Lebensdauer des Projekts. Raumplanung, Baurechte, Zufahrtsmöglichkeiten, Umweltauflagen und bestehende Belastungen erfordern eine sorgfältige Due Diligence.

Doch die physischen Eigenschaften des Standorts sind ebenso wichtig.

Kann ausreichend Strom bereitgestellt werden? Gibt es genügend Platz für Umspannwerke und andere Infrastruktureinrichtungen? Kann das Projekt über mehrere Glasfaseranbindungen verfügen? Besteht ein Hochwasserrisiko? Welche Kühllösung wird erforderlich sein? Kann die Anlage später erweitert werden?

Diese Fragen müssen gemeinsam betrachtet werden.

Ein Standort kann auf dem Papier hervorragend aussehen und dennoch für ein großes Rechenzentrum ungeeignet sein.

Bei einem langfristigen Projekt sollte der Investor außerdem sicherstellen, dass die Laufzeit der Grundstücksnutzungsrechte dem erwarteten Investitionshorizont entspricht. Hunderte Millionen US-Dollar in hochentwickelte digitale Infrastruktur zu investieren, während Unsicherheit über die zugrunde liegenden Grundstücksrechte besteht, würde ein offensichtliches strukturelles Risiko schaffen.

Ein Standort kann auf dem Papier hervorragend erscheinen und sich dennoch als ungeeignet für ein großes Rechenzentrumsprojekt erweisen.

Bei einem langfristigen Projekt sollte der Investor zudem sicherstellen, dass die Laufzeit der Grundstücksnutzungsrechte dem erwarteten Investitionshorizont entspricht. Hunderte Millionen Dollar in hochentwickelte digitale Infrastruktur zu investieren, während Unsicherheit hinsichtlich der zugrunde liegenden Grundstücksrechte besteht, würde ein offensichtliches strukturelles Risiko schaffen.

Strom kommt vor dem Gebäude

Dies ist meines Erachtens einer der wichtigsten Punkte für jeden, der eine größere Investition in ein Rechenzentrum in Vietnam in Betracht zieht.

Sichern Sie sich nicht zuerst ein Grundstück und stellen Sie die Frage nach der Stromversorgung erst danach.

Große Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen an Elektrizität. Der Ausbau künstlicher Intelligenz wird diese Thematik noch weiter in den Vordergrund rücken.

Bevor ein Investor daher erhebliche finanzielle Mittel bindet, muss er wissen, wie viel Strom tatsächlich verfügbar ist, wann dieser bereitgestellt werden kann, welche Netzinfrastruktur erforderlich ist, wer notwendige Netzausbauten finanzieren wird und welcher Grad an Redundanz realistisch erreicht werden kann.

Das Versprechen, dass Strom irgendwann verfügbar sein wird, ist nicht gleichbedeutend mit einer bankfähigen und verlässlichen Stromversorgung.

Die Fragestellung verändert sich zudem dadurch, dass große internationale Technologieunternehmen zunehmend eigene Verpflichtungen hinsichtlich erneuerbarer Energien und der Reduzierung von CO₂-Emissionen verfolgen.

Vietnam hat einen Rechtsrahmen für direkte Stromabnahmeverträge zwischen Erzeugern erneuerbarer Energien und großen Stromverbrauchern geschaffen. Dieser durch das Dekret Nr. 57/2025/ND-CP eingeführte und anschließend weiterentwickelte Rahmen könnte für große digitale Infrastrukturprojekte zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Dadurch verändert sich die Frage, die Investoren stellen sollten.

Sie lautet nicht mehr lediglich:

Kann ich ausreichend Strom beziehen?

Vielmehr sollte sie lauten:

Kann ich während der gesamten Laufzeit dieser Investition ausreichend zuverlässigen, wettbewerbsfähig bepreisten und zunehmend CO₂-armen Strom beziehen?

Für ein Hyperscale-Rechenzentrum kann die Antwort auf diese Frage über die Wirtschaftlichkeit des gesamten Projekts entscheiden.

Verstehen Sie genau, welches Geschäft Sie tatsächlich betreiben

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unterscheidung zwischen dem Eigentum an der Infrastruktur und der Erbringung von Dienstleistungen über diese Infrastruktur.

Das vietnamesische Telekommunikationsgesetz regelt ausdrücklich Rechenzentrums- und Cloud-Computing-Dienstleistungen. Investoren müssen daher sorgfältig prüfen, welche Tätigkeiten die vietnamesische Gesellschaft tatsächlich ausüben wird.

Wird sie lediglich Eigentümerin des Gebäudes sein und Flächen vermieten?

Wird sie Colocation-Dienstleistungen anbieten?

Wird sie Cloud-Computing-Dienstleistungen erbringen?

Wird sie Konnektivitäts- oder Managed Services anbieten?

Werden Telekommunikationsdienste Bestandteil des Leistungsangebots sein?

Die Antworten sind wichtig, da unterschiedliche Tätigkeiten zu unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen führen können.

Daher würde ich jeden Investor dazu ermutigen, vor der endgültigen Festlegung der Investitionsstruktur drei einfache Fragen zu stellen:

Was bauen wir? Was betreiben wir? Was verkaufen wir?

Diese Fragen klingen ähnlich, können rechtlich jedoch zu völlig unterschiedlichen Antworten führen.

Cybersicherheit und Datenschutz müssen Teil der Planung sein

Ein Rechenzentrum dient der Speicherung, Verarbeitung und Übertragung von Informationen. Datenregulierung und Cybersicherheit stehen daher im Mittelpunkt des Geschäftsmodells.

Der regulatorische Rahmen Vietnams hat sich in diesem Bereich erheblich weiterentwickelt.

Das Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten trat am 1. Januar 2026 in Kraft. Das neue Cybersicherheitsgesetz Vietnams wurde am 1. Juli 2026 wirksam. Zusammen mit weiteren datenschutzrechtlichen Regelungen und Durchführungsbestimmungen bilden diese Gesetze ein zunehmend anspruchsvolles regulatorisches Umfeld für Unternehmen, die Daten verarbeiten.

Ein Betreiber muss daher verstehen, welche Daten verarbeitet werden, ob personenbezogene Daten betroffen sind, wer diese Daten kontrolliert und verarbeitet, ob Informationen grenzüberschreitend übertragen werden und ob bestimmte Kunden oder Datenkategorien zusätzlichen Anforderungen unterliegen.

Dies wird besonders wichtig, wenn die Kunden Banken, Finanzinstitute, Unternehmen des Gesundheitswesens, Telekommunikationsunternehmen oder staatliche Stellen sind.

Cybersicherheit und Datenschutz sollten daher nicht erst kurz vor Betriebsaufnahme der Rechtsabteilung überlassen werden.

Sie sollten von Anfang an in die technische Planung, die Betriebsabläufe und die Kundenverträge integriert werden.

Bau und Genehmigungen erfordern eine integrierte Strategie

Obwohl das Produkt digital ist, bleibt die Anlage selbst ein bedeutendes Infrastrukturprojekt.

Je nach konkreter Ausgestaltung des Projekts müssen Investoren Investitionsverfahren, Grundstücksfragen, Raumplanung, Bauwesen, Umweltauflagen, Brandschutz, Brandbekämpfung, Strominfrastruktur, Netzanschluss und betriebliche Anforderungen berücksichtigen.

Die Herausforderung liegt häufig nicht in einer einzelnen Genehmigung, sondern im Zusammenspiel verschiedener Genehmigungen und Anforderungen.

Eine Planungsänderung kann Auswirkungen auf die Einhaltung von Brandschutzvorschriften haben. Eine andere Kühllösung kann umweltrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Eine Änderung der Stromversorgungskonfiguration kann technische Planung und Bauausführung beeinflussen.

Aus diesem Grund sollte das Genehmigungsverfahren nicht in voneinander isolierte Arbeitsstränge aufgeteilt werden, die erst dann miteinander kommunizieren, wenn Probleme auftreten.

Ein großes Rechenzentrumsprojekt benötigt vielmehr einen integrierten rechtlichen, technischen und genehmigungsrechtlichen Fahrplan, der Abhängigkeiten sowie den kritischen Pfad von der Standortauswahl über den Bau bis hin zur kommerziellen Inbetriebnahme identifiziert.

Aus diesem Grund sollte das Genehmigungsverfahren nicht in voneinander isolierte Arbeitsstränge aufgeteilt werden, die erst dann zusammenkommen, wenn Probleme auftreten.

Ein großes Rechenzentrumsprojekt benötigt vielmehr einen integrierten rechtlichen, technischen und genehmigungsrechtlichen Fahrplan, der die Abhängigkeiten sowie den kritischen Pfad von der Standortauswahl über die Bauphase bis hin zur kommerziellen Inbetriebnahme aufzeigt.

Brandschutz verdient besondere Aufmerksamkeit

Rechenzentren vereinen hohe elektrische Lasten, Batteriesysteme, Notstromgeneratoren, Treibstoffe, Kühleinrichtungen und äußerst wertvolle elektronische Infrastruktur.

Daher müssen Anforderungen an Brandverhütung und Brandbekämpfung bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden.

Internationale Entwickler bringen naturgemäß internationale Ingenieur- und Sicherheitsstandards nach Vietnam. Das ist grundsätzlich positiv. Internationale Standards ersetzen jedoch nicht automatisch die Anforderungen des vietnamesischen Rechts.

Das Projekt muss gleichzeitig drei Anforderungen erfüllen:

  • Vietnamesisches Recht,
  • internationale technische Standards und
  • Kundenanforderungen.

Eine Planung, die von Anfang an alle drei Aspekte berücksichtigt, ist erheblich einfacher und kostengünstiger als die nachträgliche Umgestaltung einer Anlage, nachdem regulatorische Probleme aufgetreten sind.

Nachhaltigkeit wird zu einem wirtschaftlichen Faktor

Die Umweltleistung entwickelt sich zunehmend von einer reinen Compliance-Frage zu einem wirtschaftlich relevanten Wettbewerbsvorteil.

Stromeffizienz, Kühlsysteme, Wasserverbrauch, die Nutzung erneuerbarer Energien und die CO₂-Intensität beeinflussen zunehmend sowohl Finanzierungsentscheidungen als auch die Nachfrage der Kunden.

Für internationale Hyperscaler kann die Umweltperformance sogar ein entscheidendes Kriterium dafür sein, ob Kapazitäten in einer bestimmten Anlage angemietet werden.

Nachhaltigkeit besitzt damit zunehmend einen unmittelbaren wirtschaftlichen Wert.

Eine vietnamesische Anlage, die eine zuverlässige Stromversorgung, effiziente Kühlung, eine wettbewerbsfähige Power Usage Effectiveness (PUE) und glaubwürdigen Zugang zu erneuerbaren Energien nachweisen kann, kann einen erheblichen Vorteil gegenüber einer Anlage haben, die lediglich die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt.

Im Rechenzentrumssektor wird Nachhaltigkeit zunehmend zu einem Bestandteil der Wettbewerbsfähigkeit.

Investitionsanreize vor der Investition prüfen

Der sich weiterentwickelnde Investitionsrahmen Vietnams kann auch bedeutende Chancen für förderfähige digitale Infrastrukturprojekte bieten.

Das neue Investitionsgesetz und seine Durchführungsbestimmungen sollten daher bereits während der Strukturierungsphase sorgfältig geprüft werden, ebenso wie das Gesetz über die digitale Technologieindustrie sowie die einschlägigen steuer- und grundstücksrechtlichen Vorschriften.

Abhängig von Größe, Technologie, Standort und weiteren gesetzlichen Voraussetzungen des Projekts können Investitionsanreize oder Fördermaßnahmen verfügbar sein.

Der entscheidende praktische Aspekt ist dabei der Zeitpunkt.

Entwickeln Sie das Projekt nicht erst und fragen Sie anschließend, ob Förderungen verfügbar gewesen wären.

Der bessere Ansatz besteht darin, mögliche Anreize frühzeitig zu identifizieren, zu prüfen, ob das Projekt die Voraussetzungen erfüllt, und diese Analyse anschließend in die Investitionsstruktur einzubeziehen.

Soweit Förderungen einen wesentlichen Einfluss auf das Finanzmodell haben, sollte der Investor vor der endgültigen Investitionsentscheidung ein ausreichendes Maß an Rechtssicherheit schaffen.

Ein finanzierbares Projekt ist mehr als ein fertiggestelltes Gebäude

Finanzierungsinstitute werden weit über die Frage hinausblicken, ob das Rechenzentrum technisch errichtet werden kann.

Sie verlangen Sicherheit hinsichtlich der Grundstücksrechte, der Stromversorgung, des Netzanschlusses, der Baurisiken, der erforderlichen Genehmigungen, des Versicherungsschutzes, der Kundenverträge, des Fremdwährungsrisikos, der Sicherheitsstrukturen sowie der Fähigkeit des Projekts, seine Verbindlichkeiten zu bedienen.

Langfristige Verträge mit starken Ankerkunden können dabei von besonderer Bedeutung sein.

Dies ist ein weiterer Grund, weshalb technische, kommerzielle, finanzielle und rechtliche Arbeitsstränge parallel und abgestimmt entwickelt werden sollten.

Auch der Kundenvertrag selbst kann von entscheidender Bedeutung sein.

Hyperscale-Kunden verlangen häufig strenge Zusagen hinsichtlich Verfügbarkeit (Uptime), Stromversorgung, Sicherheit, Zugang, Notfallwiederherstellung (Disaster Recovery), Cybersicherheit, Wartung, Haftung und Business Continuity.

Ein Entwickler sollte diese Anforderungen verstehen, bevor das Anlagendesign endgültig festgelegt wird.

Es hat wenig Wert, ein technisch hervorragendes Rechenzentrum zu errichten, das die Anforderungen der vorgesehenen Kunden nicht erfüllt.

Die Übernahme eines bestehenden Rechenzentrums kann schneller sein – aber nicht unbedingt einfacher

Einige Investoren werden den Erwerb eines bestehenden vietnamesischen Rechenzentrumsunternehmens oder einer bestehenden Anlage dem Aufbau eines Greenfield-Projekts vorziehen.

Dies kann den Markteintritt sicherlich beschleunigen.

Die Due Diligence muss jedoch weit über den Umfang einer gewöhnlichen Unternehmensübernahme hinausgehen.

Zu prüfen sind insbesondere Grundstücksrechte, baurechtliche Aspekte, Telekommunikations-Compliance, Stromversorgungsregelungen, Umweltfragen, Brandschutz, Cybersicherheit, Datenschutz, Kundenverträge, Eigentumsverhältnisse an Ausrüstungen, Steuerfragen, Finanzierung sowie die bisherige regulatorische Compliance.

Eine Frage verdient besondere Aufmerksamkeit:

Decken die bestehenden Lizenzen und Genehmigungen tatsächlich die heute ausgeübten Geschäftsaktivitäten ab?

Eine Übernahme überträgt ein Unternehmen. Sie beseitigt nicht automatisch dessen historische Compliance-Probleme.

Für die Zukunft bauen, nicht nur für die Gegenwart

Schließlich sollten Investoren bereits vor der Installation des ersten Servers über spätere Erweiterungen nachdenken.

Wenn die erste Projektphase erfolgreich ist, kann die Anlage weiter wachsen?

Steht zusätzliches Grundstück zur Verfügung? Kann zusätzliche Stromkapazität realistisch gesichert werden? Kann das Umspannwerk erweitert werden? Besteht ausreichende Glasfaserkapazität? Werden planungs- und umweltrechtliche Rahmenbedingungen eine weitere Ausbauphase zulassen?

Diese Fragen können den langfristigen Wert eines Projekts erheblich beeinflussen.

Ein Standort, der zunächst 20 MW unterstützt, langfristig jedoch auf 100 MW erweitert werden kann, besitzt möglicherweise einen völlig anderen strategischen Wert als ein Standort, der dauerhaft auf seine ursprüngliche Kapazität beschränkt bleibt.

Skalierbarkeit sollte daher Teil der ursprünglichen Investitionsentscheidung sein und kein nachträglicher Gedanke.

Fazit – Vietnams Chance ist real, aber die Umsetzung wird über die Gewinner entscheiden

Vietnam verfügt über viele der Voraussetzungen, um sich zu einem bedeutenden Rechenzentrumsmarkt in Südostasien zu entwickeln.

Das Land besitzt eine große und zunehmend digitalisierte Wirtschaft. Die Nutzung von Cloud-Diensten nimmt kontinuierlich zu. Künstliche Intelligenz wird erheblich höhere Rechenkapazitäten erfordern. Vietnam verfügt bereits über eine bedeutende Elektronik- und Technologieindustrie, während digitales Banking, E-Commerce und intelligente Fertigung weiter expandieren.

Ebenso wichtig ist, dass sich das rechtliche und politische Umfeld positiv entwickelt hat.

Ausländische Investoren verfügen heute über einen deutlich klareren Zugang zu Rechenzentrums- und Cloud-Computing-Dienstleistungen. Digitale Infrastruktur ist zu einem wichtigen Bestandteil der vietnamesischen Technologiestrategie geworden. Der Investitionsrahmen wurde weiterentwickelt. Die Datenschutz- und Cybersicherheitsgesetzgebung ist deutlich anspruchsvoller geworden. Darüber hinaus eröffnet die Entwicklung direkter Stromabnahmevereinbarungen für erneuerbare Energien neue Möglichkeiten für Großverbraucher.

Dies sollte jedoch nicht missverstanden werden.

Ein attraktiver Markt führt nicht automatisch zu einem erfolgreichen Projekt.

Die eigentliche Herausforderung in Vietnam wird die Umsetzung sein.

Für eine erfolgreiche Großinvestition in ein Rechenzentrum müssen fünf Faktoren zusammenkommen: die richtige Investitionsstruktur, gesicherte Grundstücksrechte, ausreichende und zuverlässige Stromversorgung, ein praktikabler regulatorischer Weg und finanzierungsfähige Kunden.

Von diesen Faktoren könnte die Stromversorgung zunehmend das wertvollste Gut werden.

Der beste Standort für ein Rechenzentrum in Vietnam wird daher nicht zwangsläufig das günstigste Grundstück oder der Standort in unmittelbarer Nähe zu Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt sein.

Vielmehr könnte es der Standort sein, der die beste Kombination aus Stromkapazität, Versorgungssicherheit, Zugang zu erneuerbaren Energien, Glasfaseranbindung, gesicherten Grundstücksrechten, regulatorischer Unterstützung und langfristiger Skalierbarkeit bietet.

Daraus ergibt sich das aus meiner Sicht wichtigste praktische Leitprinzip für Investoren in Vietnam:

Beginnen Sie nicht mit dem Gebäude.

Beginnen Sie mit der Stromversorgung, dem Grundstück, der regulatorischen Struktur und dem Kunden.

Erst danach sollte das Gebäude um diese Faktoren herum geplant werden.

Die Chancen im vietnamesischen Rechenzentrumsmarkt sind beträchtlich, und wir befinden uns noch in einer vergleichsweise frühen Entwicklungsphase.

Gerade das macht diesen Markt so interessant.

Investoren, die jetzt in den Markt eintreten, haben die Möglichkeit, nicht nur Gebäude zu errichten, sondern an der Schaffung einer Infrastruktur mitzuwirken, die Vietnams digitale Wirtschaft über Jahrzehnte hinweg tragen und unterstützen wird.

Die Gewinner werden jedoch nicht zwangsläufig diejenigen sein, die als Erste eintreffen.

Es werden jene sein, die Vietnam verstehen, die richtigen Grundlagen sichern und für das Vietnam der nächsten zwanzig Jahre bauen – und nicht lediglich für das Vietnam von heute.

Für weitere Informationen zu den vorstehenden Themen steht Ihnen der Autor, Dr. Oliver Massmann, gerne unter omassmann@duanemorris.com zur Verfügung. Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor der Duane Morris Vietnam LLC.

Vietnam’s IPO Moment: From Frontier Market to the Global Investment Map

Why Vietnam’s FTSE Emerging Market Upgrade Could Open a New Chapter for IPOs, International Capital and Corporate Growth

Vietnam has spent three decades establishing itself as one of Asia’s most successful destinations for foreign direct investment. The next chapter may increasingly be about something different: foreign portfolio investment and international capital markets.

That chapter has now begun.

FTSE Russell has reclassified Vietnam from Frontier Market to Secondary Emerging Market, effective from 21 September 2026. Vietnamese equities are consequently becoming eligible for inclusion in the FTSE Global Equity Index Series, including major international benchmarks such as the FTSE Emerging Markets Index, FTSE All-World and FTSE Global All Cap. Implementation is being phased through September 2027. (LSEG⁠)

This is much more than a change of label.

For Vietnamese companies considering an initial public offering, it has the potential to change the audience to which they can tell their equity story.

From an FDI Success Story to a Capital-Markets Story

Vietnam is already deeply integrated into the global economy.

For years, multinational companies have been attracted by Vietnam’s manufacturing capabilities, expanding consumer market, strategic position in Asian supply chains and extensive network of trade agreements.

Its capital markets, however, have not historically achieved the same level of international integration.

That gap is beginning to narrow.

The World Bank estimates that Vietnam’s FTSE upgrade could generate approximately US$3–5 billion of additional portfolio inflows in the first few years, with considerably greater flows potentially possible by 2030 if further reforms continue. (World Bank⁠)

The significance for Vietnam therefore extends beyond additional liquidity.

It represents an opportunity to connect some of Vietnam’s most promising companies with a much deeper international pool of institutional capital.

And that makes IPOs particularly interesting.

A New Equation for Vietnamese IPOs

Historically, an attractive Vietnamese company contemplating an IPO principally had to ask:

Can we successfully access Vietnam’s domestic capital market?

Increasingly, management and shareholders should be asking a broader question:

How do we structure our company and our IPO so that we can become investable for international institutional investors?

That is a fundamentally different proposition.

Emerging-market classification puts Vietnam onto the radar of a broader universe of global asset managers, emerging-market funds and index-oriented investors.

FTSE Russell’s decision also follows important improvements to market accessibility, including the non-prefunding mechanism for foreign institutional investors, a formal failed-trade process and simplification of investor account opening. (LSEG⁠)

For prospective issuers, therefore, the opportunity is not simply to complete an IPO.

The greater ambition should be to create an internationally investable Vietnamese public company.

IPO → Liquidity → International Investors → Index Eligibility

There is an important distinction.

FTSE’s upgrade does not mean that every company conducting an IPO in Vietnam will automatically receive international institutional investment or enter an FTSE index.

Individual companies must satisfy applicable requirements relating to matters such as market capitalization, liquidity, free float and investability.

But precisely because of this, the strategic preparation of an IPO becomes considerably more important.

For a sufficiently large and attractive issuer, management can begin thinking about a pathway that looks like this:

Corporate restructuring → IPO readiness → institutional-quality governance → IPO → meaningful free float → liquidity → international investor participation → potential index eligibility

This transforms the IPO from a financing event into part of a company’s longer-term international capital strategy.

The International Investor Will Demand More

There is another side to the opportunity.

Emerging-market status will not lower the standards expected from Vietnamese issuers.

It is likely to raise them.

International institutional investors will scrutinize corporate governance, financial reporting, transparency, related-party transactions, shareholder protections, foreign ownership restrictions, management quality, ESG issues and the liquidity available following listing.

Vietnamese companies seeking international capital therefore need to start preparing well before filing an IPO application.

The strongest candidates will increasingly be companies capable of combining a compelling Vietnam growth story with governance and disclosure standards that international institutions can understand and trust.

That preparation may require 12–24 months rather than several months immediately preceding an IPO.

A Particularly Interesting Opportunity for FDI Companies

One potentially transformative development concerns foreign-invested enterprises operating in Vietnam.

Despite the enormous importance of the FDI sector to Vietnam’s economy, foreign-invested companies remain dramatically underrepresented on Vietnam’s stock exchanges.

Vietnamese authorities are now examining how more high-quality FDI enterprises can participate in the domestic capital market. Recent figures cited by Vietnam’s State Securities Commission show that only a very small number of FDI enterprises have historically become listed or registered for trading, despite the FDI sector’s enormous contribution to the economy. (Bizhub⁠)

That represents an opportunity.

Vietnam hosts sophisticated businesses in manufacturing, technology, logistics, healthcare, consumer products, renewable energy and industrial supply chains.

If even part of this corporate universe ultimately becomes accessible through Vietnam’s public equity markets, the composition and international perception of the Vietnamese stock market could change substantially.

Which Sectors Could Attract International Attention?

The next generation of Vietnamese IPO candidates may increasingly reflect the structural transformation of the economy itself.

Potentially interesting areas include:

Technology and digital infrastructure; semiconductor and electronics supply chains; data centers; renewable and conventional energy infrastructure; logistics and ports; healthcare; advanced manufacturing; consumer businesses; financial services; industrial real estate; and businesses serving Vietnam’s rapidly expanding middle class.

FTSE Russell’s own research highlights Vietnam’s manufacturing-driven economic transformation, its growing role in global technology supply chains, continuing FDI inflows, urbanization and rising household incomes as important structural characteristics of the market. (LSEG⁠)

This means that international investors are not simply being offered another stock exchange.

They are gaining greater access to one of Asia’s major economic transformation stories.

The Window Is Opening Now

The timing is particularly interesting.

Vietnam’s inclusion in the FTSE Global Equity Index Series is being implemented in four stages between September 2026 and September 2027, with 10% of the applicable investability weight introduced initially, followed by 20%, 35% and 35% in subsequent tranches. (LSEG⁠)

This creates a transition period during which global investors, brokers, investment banks and companies themselves will increasingly examine Vietnam through an emerging-market lens.

For companies contemplating an IPO in 2027, 2028 or thereafter, the preparation should therefore begin now.

Companies need to examine their corporate structures, licenses, foreign ownership position, governance, financial statements, disclosure systems, material contracts, land rights, tax exposures and regulatory compliance long before entering the formal IPO process.

The objective should be straightforward:

When international capital arrives, be ready for it.

Vietnam’s Bigger Capital-Market Ambition

The FTSE upgrade should also be viewed as a milestone rather than an endpoint.

Vietnam has set ambitious objectives for expanding its equity market, while continued capital-market reform could ultimately support the country’s longer-term ambition of achieving Emerging Market recognition from MSCI as well. (World Bank⁠)

That matters because Vietnam’s economic development will require enormous amounts of private capital.

Historically, much of that financing has come through banks or foreign direct investment.

A deeper equity market creates a third channel: allowing growing Vietnamese businesses to raise long-term capital directly from domestic and international investors.

That could prove particularly important for infrastructure, technology, energy and the next generation of Vietnamese national champions.

Vietnam’s IPO Moment

For international investors, Vietnam’s Emerging Market upgrade provides another reason to examine a country that has already become an essential part of Asian manufacturing and global supply chains.

For Vietnamese companies, however, the message may be even more important.

The potential investor universe is becoming larger.

The companies that benefit most will not necessarily be those that rush to market first.

They will be those that prepare best.

Companies capable of combining Vietnam’s extraordinary growth story with international standards of governance, transparency, liquidity and investor protection will be best positioned to attract the new pools of capital looking at the country.

Vietnam spent the past three decades convincing the world to build factories, businesses and supply chains here.

The next challenge is to convince the world to invest in Vietnam’s companies themselves.

The FTSE Emerging Market upgrade may prove to be one of the moments when that next chapter truly began.

For more information on the above, please do not hesitate to contact the author Dr. Oliver Massmann under omassmann@duanemorris.com;  Dr. Oliver Massmann is the General Director of Duane Morris Vietnam LLC.

VIETNAM DATA CENTERS – WHAT YOU MUST KNOW BEFORE INVESTING, BUILDING & OPERATING

Vietnam is moving rapidly into the next stage of its digital development.

Artificial intelligence, cloud computing, digital banking, e-commerce, smart manufacturing, 5G and the Internet of Things are all creating enormous demand for computing capacity and secure data storage. At the same time, Vietnam wants to move further up the technology value chain and establish itself as an increasingly important digital and high-tech economy in Southeast Asia.

All of this requires one thing that is sometimes overlooked when we talk about the digital economy: physical infrastructure.

And one of the most important parts of that infrastructure will be data centers.

For international investors, hyperscalers, cloud providers, infrastructure funds and technology companies, Vietnam therefore deserves serious attention. But anyone considering a major data-center investment should understand from the outset that this is not simply a real-estate development with servers inside.

A data center in Vietnam brings together investment law, telecommunications regulation, land, electricity, construction, environmental requirements, fire safety, cybersecurity, personal-data protection and tax considerations.

All of these issues matter.

But if I had to identify the issue that is likely to become increasingly decisive for major projects, it would be very simple:

Power.

Vietnam Is Opening the Door

Vietnam’s legal and policy direction has changed considerably in recent years.

The Telecommunications Law 2023 established a specific regulatory framework for data-center and cloud-computing services. Importantly for international investors, Vietnam does not impose a specific foreign ownership ceiling on enterprises providing these services.

This means that, depending on the exact activities of the project, a foreign investor can in principle establish a 100% foreign-owned data-center business in Vietnam.

That is an important signal.

Vietnam has also continued to strengthen the broader legal framework for the digital economy. The Law on Digital Technology Industry, adopted in 2025 and effective from 1 January 2026, provides a further legal foundation for the development of digital technology infrastructure.

The new Law on Investment, effective from 1 March 2026, together with its implementing regulations, is also relevant for investors considering large-scale digital infrastructure.

The overall direction is clear: Vietnam wants more investment in sophisticated digital infrastructure.

But an open investment environment does not mean that developing a data center is simple.

Foreign ownership is only the first question.

Structure the Investment Around the Project

One of the earliest decisions will be how to structure the investment.

A foreign investor may establish its own Vietnamese project company, cooperate with a Vietnamese partner, acquire an existing company or project, or consider another suitable investment structure.

There is no universally correct answer.

A Vietnamese partner may contribute local development expertise, existing land or infrastructure relationships and experience dealing with the relevant authorities. A wholly foreign-owned company may provide greater control over governance, operations and technology. An acquisition can shorten the development period but brings historical liabilities and due-diligence risks.

The important point is to avoid choosing a corporate structure in isolation.

Before doing so, the investor should understand who will control the land, who will own the data-center assets, who will secure the electricity connection, who will contract with customers, who will provide any regulated services and who will be responsible for obtaining and maintaining the necessary approvals.

The legal structure should follow the commercial and technical reality of the project—not the other way around.

The Right Land Is About Much More Than Location

For a conventional property investment, location may be the dominant consideration.

For a data center, the analysis is considerably more complicated.

Of course, the investor needs secure land rights, an appropriate land-use purpose and sufficient tenure for the economic life of the project. Planning, construction rights, access, environmental restrictions and existing encumbrances all require careful due diligence.

But the physical characteristics of the site are equally important.

Can it obtain sufficient electricity? Is there enough room for substations and other infrastructure? Can the project obtain diverse fiber connections? Is the site exposed to flooding? What cooling solution will be required? Can the facility expand later?

These questions need to be considered together.

A site can look excellent on paper and still be unsuitable for a major data center.

For a long-term project, the investor should also make sure that the land tenure corresponds to the expected investment horizon. Spending hundreds of millions of dollars on sophisticated digital infrastructure while having uncertainty over the underlying land would create an obvious structural risk.

Power Comes Before the Building

This is, in my view, one of the most important points for anyone considering a major data-center investment in Vietnam.

Do not secure a site first and ask about electricity later.

Large data centers consume enormous amounts of electricity. Artificial-intelligence infrastructure will make this issue even more important.

The investor therefore needs to know, before committing substantial capital, how much power is actually available, when it can be supplied, what grid infrastructure is required, who will finance any necessary upgrades and what degree of redundancy can realistically be achieved.

A promise that electricity will eventually become available is not the same as bankable power availability.

The issue is also changing because major international technology companies increasingly have their own renewable-energy and carbon-reduction commitments.

Vietnam has established a framework for direct power purchase arrangements between renewable-energy generators and large electricity consumers. The framework, introduced under Decree No. 57/2025/ND-CP and subsequently developed further, could become increasingly relevant to large digital infrastructure projects.

This changes the question investors should ask.

It is no longer simply:

Can I obtain enough electricity?

It should be:

Can I obtain enough reliable, competitively priced and increasingly low-carbon electricity for the entire life of this investment?

For a hyperscale data center, the answer to that question may determine the viability of the entire project.

Understand Exactly What Business You Are Operating

Another important point is the distinction between owning the infrastructure and providing services from it.

Vietnam’s Telecommunications Law expressly regulates data-center and cloud-computing services. Investors therefore need to examine carefully what the Vietnamese entity will actually do.

Will it simply own the building and lease space?

Will it provide colocation?

Will it provide cloud-computing services?

Will it provide connectivity or managed services?

Will telecommunications services form part of the offering?

The answers matter because different activities can lead to different regulatory requirements.

For this reason, I would encourage any investor to ask three simple questions before finalizing the investment structure:

What are we building? What are we operating? What are we selling?

They sound similar, but legally they may produce very different answers.

Cybersecurity and Data Protection Must Be Part of the Design

A data center exists to store, process and transmit information. Data regulation and cybersecurity therefore go to the heart of the business.

Vietnam’s regulatory framework has developed substantially.

The Law on Personal Data Protection came into effect on 1 January 2026. Vietnam’s new Cybersecurity Law became effective on 1 July 2026. Together with Vietnam’s wider data legislation and implementing regulations, these laws form an increasingly sophisticated regulatory environment for companies handling data.

An operator therefore needs to understand what data will be processed, whether personal data is involved, who controls and processes that data, whether information will move across borders and whether particular customers or categories of information are subject to additional requirements.

This becomes especially important when customers are banks, financial institutions, healthcare companies, telecommunications businesses or government bodies.

Cybersecurity and data protection should therefore not be left to the legal department shortly before operations commence.

They should be incorporated into the technical design, operating procedures and customer contracts from the beginning.

Construction and Permitting Need One Integrated Strategy

Although the product is digital, the facility itself remains a major infrastructure project.

Depending on the particular development, investors may need to address investment procedures, land matters, planning, construction, environmental requirements, fire prevention and firefighting, electricity infrastructure, grid connection and operational requirements.

The challenge is often not one individual approval. It is the interaction between them.

A design change can affect fire-safety compliance. A different cooling solution may have environmental consequences. A change in power configuration may affect technical design and construction.

For this reason, the permitting process should not be divided into isolated workstreams that only meet when something goes wrong.

A major data-center project needs one integrated legal, technical and permitting roadmap, identifying dependencies and the critical path from site selection through construction to commercial operation.

Fire Safety Deserves Particular Attention

Data centers combine high electrical loads, battery systems, backup generators, fuel, cooling equipment and extremely valuable electronic infrastructure.

Fire prevention and firefighting requirements therefore need to be addressed at the design stage.

International developers naturally bring international engineering and safety standards to Vietnam. That is positive, but international standards do not automatically replace Vietnamese legal requirements.

The project needs to satisfy three things simultaneously:

Vietnamese law, international technical standards and customer requirements.

Designing for all three from the outset is considerably easier and less expensive than redesigning a facility after regulatory issues arise.

Sustainability Is Becoming Commercial

Environmental performance is also becoming much more than a compliance exercise.

Electricity efficiency, cooling technology, water consumption, renewable-energy sourcing and carbon intensity increasingly influence financing decisions and customer demand.

For international hyperscalers, environmental performance may form part of the decision whether to contract capacity from a particular facility.

That means sustainability increasingly has a direct commercial value.

A Vietnamese facility that can demonstrate reliable electricity, efficient cooling, competitive Power Usage Effectiveness and credible access to renewable energy may have a significant advantage over a facility that merely complies with minimum regulatory standards.

In the data-center sector, sustainability is becoming part of competitiveness.

Look at Investment Incentives Before Making the Investment

Vietnam’s evolving investment framework may also provide important opportunities for qualifying digital infrastructure projects.

The new Investment Law and its implementing regulations should therefore be reviewed carefully at the structuring stage, together with the Law on Digital Technology Industry and the applicable tax and land legislation.

Depending on the project’s size, technology, location and other statutory conditions, investment incentives or support may be available.

The important practical point is timing.

Do not develop the project and only afterwards ask whether incentives were available.

The better approach is to identify the potentially available incentives first, test whether the project qualifies and then incorporate that analysis into the investment structure.

Where incentives materially affect the financial model, the investor should seek sufficient certainty before taking the final investment decision.

A Bankable Project Is More Than a Completed Building

Financing institutions will look far beyond whether the data center can physically be constructed.

They will want certainty over land tenure, power availability, grid connection, construction risk, regulatory approvals, insurance, customer contracts, foreign-exchange exposure, security arrangements and the ability of the project to service its debt.

Long-term contracts with strong anchor customers can be particularly important.

This is another reason why the technical, commercial, financing and legal workstreams should develop together.

The customer contract itself can be critical.

Hyperscale customers may demand strict commitments regarding uptime, power, security, access, disaster recovery, cybersecurity, maintenance, liability and business continuity.

A developer should understand these requirements before the facility’s design is frozen.

There is little value in constructing a technically excellent data center that does not meet the requirements of the customers expected to use it.

Acquiring an Existing Data Center Can Be Faster—but Not Necessarily Easier

Some investors will prefer to acquire an existing Vietnamese data-center business or facility rather than develop a greenfield project.

That can certainly accelerate market entry.

But due diligence needs to go considerably beyond an ordinary corporate acquisition.

Land, construction, telecommunications compliance, electricity arrangements, environmental matters, fire safety, cybersecurity, data protection, customer contracts, equipment ownership, tax, financing and historical regulatory compliance all need to be examined.

One question deserves particular attention:

Do the existing licenses and approvals actually cover what the business is doing today?

An acquisition transfers a business. It does not automatically cure its historical compliance problems.

Build for Tomorrow, Not Only for Today

Finally, investors should think about expansion before the first server is installed.

If the first phase is successful, can the facility grow?

Is additional land available? Can additional electricity capacity realistically be secured? Can the substation be expanded? Is there sufficient fiber capacity? Will planning and environmental conditions permit another phase?

This can dramatically affect the long-term value of a project.

A site capable of supporting an initial 20 MW but ultimately scaling to 100 MW may have very different strategic value from a site permanently constrained at its original capacity.

Scalability should therefore be part of the original investment decision—not an afterthought.

Conclusion – Vietnam’s Opportunity Is Real, but Execution Will Decide the Winners

Vietnam has many of the ingredients necessary to become an important data-center market in Southeast Asia.

It has a large and increasingly digital economy. Cloud adoption continues to grow. Artificial intelligence will require much greater computing capacity. Vietnam already has an important electronics and technology manufacturing base, while digital banking, e-commerce and smart manufacturing continue to expand.

Just as importantly, the legal and policy environment has moved in a favorable direction.

Foreign investors have a much clearer route into data-center and cloud-computing services. Digital infrastructure has become an important element of Vietnam’s technology strategy. The investment framework has evolved. Personal-data protection and cybersecurity legislation has become more sophisticated. And the development of direct renewable-power arrangements creates new possibilities for large electricity consumers.

But this should not be misunderstood.

A favorable market does not automatically produce a successful project.

The real challenge in Vietnam will be execution.

For a major data-center investment, five things need to come together: the right investment structure, secure land, sufficient and reliable power, a workable regulatory pathway and bankable customers.

Of these, power may increasingly become the most valuable asset.

The best data-center location in Vietnam will therefore not necessarily be the cheapest land or the site closest to Hanoi or Ho Chi Minh City.

It may instead be the location offering the best combination of power capacity, reliability, renewable-energy access, fiber connectivity, secure land rights, regulatory support and long-term scalability.

That leads to what I consider the most important practical advice for investors looking at Vietnam:

Do not begin with the building.

Begin with the power, the land, the regulatory structure and the customer.

Then design the building around them.

Vietnam’s data-center opportunity is substantial, and we are still relatively early in its development.

That is precisely what makes the market interesting.

Investors entering now have an opportunity not simply to construct buildings, but to participate in the creation of infrastructure that will support Vietnam’s digital economy for decades.

The winners, however, will not necessarily be those who arrive first.

They will be those who understand Vietnam, secure the right fundamentals and build for the Vietnam of the next twenty years-not merely the Vietnam of today.

For more information on the above, please do not hesitate to contact the author Dr. Oliver Massmann under omassmann@duanemorris.com;  Dr. Oliver Massmann is the General Director of Duane Morris Vietnam LLC.

Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann 

VIETNAMS MARKT FÜR UNTERNEHMENSANLEIHEN TRITT IN EINE NEUE ÄRA EIN: EINE STÄRKERE UND TRANSPARENTERE PLATTFORM ZUR KAPITALBESCHAFFUNG FÜR INLÄNDISCHE UND INTERNATIONALE INVESTOREN

Neue Vorschriften stärken den Anlegerschutz, fördern die Marktdisziplin und schaffen einen klareren Rahmen für vietnamesische Unternehmen beim Zugang zu nationalem und internationalem Fremdkapital.

Vietnam hat einen weiteren bedeutenden Schritt bei der Entwicklung seiner Kapitalmärkte unternommen.

Am 25. September 2026 erließ das Finanzministerium das Rundschreiben Nr. 138/2026/TT-BTC („Rundschreiben 138“) zur Umsetzung des Regierungsdekrets Nr. 200/2026/ND-CP vom 5. Juni 2026 („Dekret 200“), das die Privatplatzierung und den Handel von Unternehmensanleihen in Vietnam sowie die Emission von Unternehmensanleihen auf internationalen Märkten regelt.

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 schafft Rundschreiben 138 den detaillierten operativen Rahmen für das neue Regelwerk.

Für Investoren, Finanzinstitute und vietnamesische Unternehmen auf Kapitalsuche sind die Änderungen von erheblicher Bedeutung. Das neue System verbindet mehr Markttransparenz, strengere Emittentendisziplin, stärkeren Anlegerschutz sowie klarere Verfahren für Emission und Handel.

Die Richtung ist eindeutig: Vietnam strebt danach, seinen Markt für Unternehmensanleihen zu einer transparenteren, nachhaltigeren und glaubwürdigeren Quelle mittel- und langfristiger Finanzierung zu entwickeln und Investoren gleichzeitig deutlich größere Transparenz hinsichtlich der Emittenten, der Mittelverwendung und der Rückzahlungsverpflichtungen zu bieten.

1. Warum der neue Rechtsrahmen wichtig ist

Der vietnamesische Markt für Unternehmensanleihen hat eine erhebliche strategische Bedeutung.

Da vietnamesische Unternehmen weiterhin in Infrastruktur, Fertigung, Technologie, Energie, Immobilien und andere kapitalintensive Sektoren expandieren, wird die klassische Bankfinanzierung allein den langfristigen Finanzierungsbedarf der Wirtschaft voraussichtlich nicht decken können.

Ein tieferer und anspruchsvollerer Anleihemarkt kann daher eine zunehmend wichtige Rolle dabei spielen, den Kapitalbedarf vietnamesischer Unternehmen mit inländischen und internationalen institutionellen Investitionen zu verbinden.

Dekret 200 und Rundschreiben 138 sollen diese Entwicklung fördern und gleichzeitig eine der zentralen Anforderungen professioneller Investoren erfüllen: Vertrauen in Transparenz, Rechenschaftspflicht und durchsetzbare Marktdisziplin.

Das neue Regelwerk legt besonderen Wert auf:

  1. die zulässige Verwendung der Anleiheerlöse;
  2. die finanzielle Leistungsfähigkeit der Emittenten;
  3. die Zulassungsvoraussetzungen für professionelle Investoren;
  4. Offenlegungspflichten;
  5. Bonitätsratings und Besicherungsregelungen in bestimmten Fällen;
  6. Registrierungs- und Verwahrungsanforderungen;
  7. den Sekundärmarkthandel;
  8. die Vertretung der Anleihegläubiger;
  9. die laufende Berichterstattung; sowie
  10. Anforderungen für internationale Emissionen.

Für seriöse Emittenten und professionelle Investoren schafft dies ein strukturierteres regulatorisches Umfeld.

2. Inländische Privatplatzierungen – Ein disziplinierterer Markt

Zulässige Investoren

Privat platzierte Unternehmensanleihen im Inland bleiben grundsätzlich ein Instrument für professionelle Wertpapierinvestoren.

Wandelanleihen und Optionsanleihen können unter den geltenden Voraussetzungen auch strategische Investoren einbeziehen.

Verwahr- und Handelsmitglieder sind dafür verantwortlich, die Anlegerqualifikation vor der Bearbeitung von Übertragungen oder Aufträgen zu überprüfen. Individuelle professionelle Anleger müssen die vorgeschriebenen Nachweise erbringen.

Ziel ist es, eine klare Abgrenzung zwischen Privatplatzierungen und Wertpapierprodukten für den breiten Privatkundenmarkt aufrechtzuerhalten.

Mittelverwendung – Mehr Disziplin

Die Erlöse aus Anleiheemissionen dürfen unter anderem verwendet werden für:

  1. die Finanzierung von Investitionsprojekten;
  2. die Restrukturierung von Verbindlichkeiten des Emittenten; und
  3. andere nach Spezialgesetzen zulässige Zwecke.

Kreditinstituten stehen darüber hinaus weitere zulässige Verwendungszwecke offen, insbesondere die Stärkung des Ergänzungskapitals (Tier-2-Kapital), Kreditvergabe und Investitionen.

Emittenten müssen die Erlöse gesondert überwachen und entsprechend dem offengelegten Emissionsplan verwenden.

Bis zur tatsächlichen Verwendung dürfen vorübergehend nicht benötigte Mittel grundsätzlich nur in Bankeinlagen oder Einlagenzertifikaten angelegt werden.

Dies stellt einen wichtigen Mechanismus zum Schutz der Anleger dar: Investoren erhalten größere Transparenz darüber, warum Kapital aufgenommen wird und wofür es verwendet werden soll.

Wesentliche Änderungen des Verwendungszwecks oder der Laufzeit einer Emission erfordern die entsprechende gesellschaftsrechtliche Genehmigung, die Zustimmung von Anleihegläubigern, die mindestens 65 % der ausstehenden Anleihen derselben Gattung vertreten, sowie gegebenenfalls ein Rückkaufsangebot für widersprechende Anleiheinhaber.

3. Strengere finanzielle Anforderungen an Emittenten

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die stärkere Betonung der finanziellen Leistungsfähigkeit des Emittenten.

Für relevante nicht börsennotierte Unternehmen, die nicht wandelbare und nicht optionsgebundene Anleihen emittieren, gelten unter anderem folgende Voraussetzungen:

  1. Gründung in Vietnam als Aktiengesellschaft (JSC) oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung (LLC);
  2. Erfüllung der geltenden Anforderungen hinsichtlich der Zahlungshistorie;
  3. Einhaltung aufsichtsrechtlicher Kennzahlen, soweit anwendbar;
  4. ein genehmigter Emissionsplan;
  5. geprüfte Jahresabschlüsse des Vorjahres;
  6. qualifizierte Investoren; und
  7. Einhaltung der geltenden Verschuldungsgrenze.

Vorbehaltlich gesetzlicher Ausnahmen dürfen die Gesamtverbindlichkeiten einschließlich der geplanten Anleiheemission grundsätzlich das Fünffache des Eigenkapitals nicht überschreiten. Maßgeblich sind dabei die relevanten geprüften Abschlüsse.

Bestimmte Ausnahmen gelten für einzelne Kategorien von Emittenten, darunter bestimmte Staatsunternehmen, Emittenten von Immobilienprojekten, Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen, Wertpapiergesellschaften und Fondsverwaltungsgesellschaften.

Für Investoren ist die Bedeutung dieser Regelung eindeutig: Der Verschuldungsgrad wird zunehmend zu einem entscheidenden Zulassungskriterium, bevor eine private Anleiheemission den Markt erreicht.

4. Verbesserter Schutz für individuelle professionelle Investoren

Das neue Regelwerk enthält besonders wichtige Schutzmechanismen für Anleiheangebote an individuelle professionelle Investoren.

Für entsprechende Emissionen sind sowohl

  1. ein Bonitätsrating (Credit Rating); als auch
  2. entweder qualifizierte Sicherheiten oder eine Zahlungsgarantie eines Kreditinstituts für die Rückzahlung des Nominalbetrags gemäß den gesetzlichen Vorgaben

erforderlich.

Eigene Aktien, Anleihen oder Kapitalanteile des Emittenten dürfen hierfür nicht als Sicherheiten verwendet werden.

Besicherte Anleihen sowie bestimmte Anleiheangebote an individuelle Investoren erfordern zudem die Bestellung eines Vertreters der Anleihegläubiger.

Diese Anforderungen verschaffen professionellen Investoren zusätzliche Instrumente zur Beurteilung und Steuerung ihres Kreditrisikos.

5. Klarere Anleihebedingungen und Marktinfrastruktur

Inländische Anleihen werden in vietnamesischen Dong denominiert und zurückgezahlt und haben grundsätzlich einen Nennwert von 100 Millionen VND oder ein Vielfaches davon.

Die Verzinsung kann erfolgen als:

  1. Festzins;
  2. variabler Zinssatz; oder
  3. Kombination aus beiden Modellen.

Bei variabel verzinslichen Anleihen muss die Referenzgrundlage offengelegt werden.

Anleihen können in Urkundenform, als Buchwertpapiere oder in elektronischer Form ausgegeben werden.

Emittenten müssen die erforderliche Registrierung bei der Vietnam Securities Depository and Clearing Corporation („VSDC“) durchführen, während der Handel über die regulierte Marktinfrastruktur erfolgt.

Damit wird der Markt für privat platzierte Anleihen weiter institutionalisiert und nicht mehr primär auf bilaterale Vertragsdokumentationen und persönliche Geschäftsbeziehungen gestützt.

6. Offenlegung wird zum zentralen Bestandteil des Investment Case

Die vielleicht wichtigste Botschaft für Investoren ist die zunehmende Bedeutung von Transparenz und Offenlegungspflichten.

Emittenten unterliegen folgenden Offenlegungspflichten:

Offenlegung vor der Emission
Vorgeschriebene Informationen müssen den Investoren sowie der Hanoi Stock Exchange (HNX) vor Beginn des Angebots zur Verfügung gestellt werden.

Regelmäßige Offenlegung
Halbjährliche und jährliche Berichte sind während der gesamten Laufzeit der Anleihe vorzulegen und müssen unter anderem die finanzielle Situation des Emittenten, Zahlungsverpflichtungen, die Verwendung der Emissionserlöse sowie die Einhaltung der Emittentenzusagen behandeln.

Anlassbezogene Offenlegung
Bestimmte wesentliche Ereignisse unterliegen beschleunigten Offenlegungspflichten.

Offenlegung der Rückzahlung
Die vollständige Erfüllung sämtlicher Anleiheverpflichtungen muss ebenfalls innerhalb der vorgeschriebenen Frist gemeldet werden.

Dies ist nicht lediglich eine regulatorische Compliance-Anforderung.

Für institutionelle Investoren ist eine verlässliche und kontinuierliche Berichterstattung eine der grundlegenden Voraussetzungen für das Funktionieren eines effizienten Fremdkapitalmarkts.

7. Internationale Anleiheemissionen – Ein klarerer Weg zum globalen Kapitalmarkt

Die Reformen sind gleichermaßen relevant für vietnamesische Unternehmen, die eine Finanzierung über internationale Fremdkapitalmärkte in Betracht ziehen.

Vietnamesische Aktiengesellschaften (JSCs) und Gesellschaften mit beschränkter Haftung (LLCs) können internationale Anleihemärkte nutzen, sofern die einschlägigen gesellschaftsrechtlichen, wertpapierrechtlichen, außenkreditrechtlichen und devisenrechtlichen Vorschriften eingehalten werden.

Emittenten müssen unter anderem folgende Anforderungen erfüllen:

  1. einen genehmigten Emissionsplan;
  2. die Einhaltung einschlägiger aufsichtsrechtlicher Kennzahlen;
  3. gegebenenfalls sektorspezifische behördliche Genehmigungen;
  4. die Vorschriften für nicht staatlich garantierte Auslandsfinanzierungen;
  5. die geltenden Devisenbestimmungen;
  6. die Anforderungen des jeweiligen ausländischen Kapitalmarkts;
  7. die Vorgaben der State Bank of Vietnam;
  8. die relevanten Finanzberichte;
  9. gegebenenfalls Informationen zu Bonitätsratings; sowie
  10. Registrierungsanforderungen des Auslandsmarkts oder entsprechende internationale Rechtsgutachten.

Internationale Anleihen werden entsprechend den geltenden Vorschriften in der jeweiligen Fremdwährung denominiert und abgewickelt.

Wandelanleihen und optionsgebundene internationale Anleihen bleiben für Aktiengesellschaften verfügbar, unterliegen jedoch insbesondere den vietnamesischen Beschränkungen hinsichtlich ausländischer Beteiligungen.

Für größere vietnamesische Unternehmen schafft dies einen klareren regulatorischen Fahrplan für den Zugang zu internationalem institutionellem Kapital.

8. Warum internationale Investoren aufmerksam sein sollten

Die Bedeutung dieser Reformen geht weit über die bloße Dokumentation von Anleiheemissionen hinaus.

Vietnam entwickelt die rechtlichen Rahmenbedingungen weiter, die für einen modernen und ausgereiften Kapitalmarkt erforderlich sind.

Die Kombination aus:

  1. strengeren Offenlegungspflichten;
  2. klareren Vorgaben zur Verschuldungsdisziplin;
  3. strengeren Kontrollen hinsichtlich der Mittelverwendung;
  4. erweiterten Anforderungen an die Anlegerqualifikation;
  5. Bonitätsrating-Pflichten in bestimmten Fällen;
  6. Anforderungen an Sicherheiten oder Garantien;
  7. einer regulierten Registrierungs-, Verwahrungs- und Handelsinfrastruktur; sowie
  8. klareren Regeln für internationale Emissionen

dürfte die Fähigkeit der Investoren verbessern, Risiken zu bewerten, Due-Diligence-Prüfungen durchzuführen und ihre Investitionen während der gesamten Laufzeit einer Anleihe zu überwachen.

Dies beseitigt weder Investitions- noch Kreditrisiken. Unternehmensanleihen bleiben Schuldverpflichtungen des Emittenten, und Investoren müssen weiterhin angemessene finanzielle, rechtliche und wirtschaftliche Prüfungen vornehmen.

Eine höhere regulatorische Transparenz und Rechenschaftspflicht kann jedoch dazu beitragen, Risiken besser zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten.

Dies stellt eine wichtige Weiterentwicklung des vietnamesischen Investitionsumfelds dar.

9. Was Emittenten jetzt tun sollten

Vietnamesische Unternehmen, die eine Privatplatzierung von Anleihen in Erwägung ziehen, sollten vor der Ansprache potenzieller Investoren eine umfassende Emissionsbereitschaftsprüfung durchführen.

Besonderes Augenmerk sollte dabei auf folgende Punkte gelegt werden:

  1. die gegebenenfalls anwendbare Verschuldungsgrenze von dem Fünffachen des Eigenkapitals;
  2. die Zahlungshistorie des Emittenten während der vergangenen drei Jahre;
  3. die zulässige Verwendung der Emissionserlöse;
  4. die Zulassungsvoraussetzungen der Investoren;
  5. geprüfte Jahresabschlüsse;
  6. Anforderungen an Bonitätsratings;
  7. Anforderungen an Sicherheiten oder Garantien;
  8. die Vertretung der Anleihegläubiger;
  9. gesellschaftsrechtliche Genehmigungen;
  10. Offenlegungs- und Emissionsdokumentation; sowie
  11. den laufenden Compliance-Kalender nach der Emission.

Bei internationalen Emissionen sollten Emittenten frühzeitig die Zusammenarbeit zwischen vietnamesischen Rechtsberatern, internationalen Rechtsberatern, Finanzberatern, Konsortialbanken und den zuständigen Aufsichtsbehörden koordinieren, insbesondere im Hinblick auf Anforderungen der State Bank of Vietnam, Auslandskredite, Devisenvorschriften sowie die Dokumentationsanforderungen des jeweiligen Zielmarktes.

10. Was Investoren tun sollten

Professionelle und institutionelle Investoren sollten den erweiterten Offenlegungsrahmen aktiv nutzen.

Die Due-Diligence-Prüfung sollte sich insbesondere auf folgende Aspekte konzentrieren:

  1. den Verschuldungsgrad des Emittenten und dessen Rückzahlungsfähigkeit;
  2. den bisherigen Schuldendienst;
  3. den rechtlichen Status des zugrunde liegenden Investitionsprojekts;
  4. die konkrete Verwendung der Emissionserlöse;
  5. die Struktur von Sicherheiten und Garantien;
  6. vorhandene Bonitätsratings;
  7. Risiken aus Geschäften mit verbundenen Unternehmen;
  8. Schutzmechanismen für Anleihegläubiger;
  9. Regelungen zur vorzeitigen Rückzahlung und zu Änderungen der Anleihebedingungen; sowie
  10. die laufende Einhaltung der Offenlegungspflichten.

Ausländische Investoren sollten zusätzlich sicherstellen, dass ihre Wertpapierhandelskennungen (Trading Codes), Verwahrungsstrukturen und Handelskonten den vietnamesischen Anforderungen entsprechen.

11. Unmittelbar relevante Übergangsregelung

Emittenten mit bereits ausstehenden Anleihen sollten außerdem ihre bestehenden Registrierungsdaten überprüfen.

Wurden Anleihebedingungen in einer Weise geändert, die zu einer Verringerung der registrierten Anleiheanzahl geführt hat, ohne dass die entsprechenden Registerdaten bei der Vietnam Securities Depository and Clearing Corporation (VSDC) angepasst wurden, muss die erforderliche Aktualisierung bis spätestens zum 31. Oktober 2026 vorgenommen werden.

AUSBLICK – EIN ATTRAKTIVERER VIETNAMESISCHER KAPITALMARKT

Rundschreiben 138 und Dekret 200 sollten nicht lediglich als weitere Compliance-Anpassung betrachtet werden.

Sie sind Teil der fortlaufenden Bemühungen Vietnams, einen Unternehmensanleihemarkt aufzubauen, der den wachsenden Bedarf des Landes an langfristigem privatem Kapital unterstützen kann und gleichzeitig höhere Standards hinsichtlich Transparenz, Verantwortung der Emittenten und Anlegerschutz etabliert.

Für gut vorbereitete vietnamesische Unternehmen schafft der neue Rahmen einen klareren Weg zur Diversifizierung ihrer Finanzierungsquellen über die traditionelle Bankenfinanzierung hinaus.

Für professionelle inländische und internationale Investoren entsteht ein stärker strukturiertes Marktumfeld, in dem Emittentenqualität, Verschuldungsgrad, Mittelverwendung, Besicherung und Rückzahlungsrisiken mit größerer Transparenz bewertet werden können.

Die Investitionschance liegt daher nicht in einer schwächeren Regulierung, sondern in einer stärkeren Marktarchitektur: Glaubwürdige Emittenten erhalten Zugang zu tieferen Kapitalpools, während professionelle Investoren bessere Informationen und stärkere Schutzmechanismen erhalten, um Investitionsmöglichkeiten fundiert beurteilen zu können.

Mit dem weiteren Wachstum der vietnamesischen Wirtschaft und der Vertiefung ihrer Kapitalmärkte werden diejenigen Unternehmen, die sich frühzeitig auf diese höheren Standards einstellen, voraussichtlich besser positioniert sein, um sowohl vietnamesisches als auch internationales Fremdkapital zu erschließen.

Für weitere Informationen zu Unternehmensanleiheemissionen, Investitionsstrukturen oder zum Zugang zu den vietnamesischen Kapitalmärkten wenden Sie sich bitte an:

Dr. Oliver Massmann
Generaldirektor
Duane Morris Vietnam LLC
E-Mail: omassmann@duanemorris.com

LEGAL ALERT

VIETNAM’S CORPORATE BOND MARKET ENTERS A NEW ERA: A STRONGER, MORE TRANSPARENT CAPITAL-RAISING PLATFORM FOR DOMESTIC AND INTERNATIONAL INVESTORS

New rules sharpen investor protection, strengthen market discipline and create a clearer framework for Vietnamese companies accessing domestic and international debt capital

Vietnam has taken another significant step in the development of its capital markets.

On 25 September 2026, the Ministry of Finance issued Circular No. 138/2026/TT-BTC (“Circular 138”), implementing the Government’s Decree No. 200/2026/ND-CP dated 5 June 2026 (“Decree 200”) governing private placements and trading of corporate bonds in Vietnam and corporate bond offerings in international markets.

Effective 1 October 2026, Circular 138 provides the detailed operational framework for the new regime.

For investors, financial institutions and Vietnamese companies seeking capital, the changes are significant. The new framework combines greater market transparency, stronger issuer discipline, tighter investor protections and clearer issuance and trading procedures.

The direction of travel is clear: Vietnam is seeking to develop its corporate bond market into a more transparent, sustainable and credible source of medium- and long-term capital, while providing investors with substantially greater visibility over issuers, use of proceeds and repayment obligations.

1. Why the New Framework Matters

Vietnam’s corporate bond market has considerable strategic importance.

As Vietnamese businesses continue expanding in infrastructure, manufacturing, technology, energy, real estate and other capital-intensive sectors, bank lending alone cannot be expected to satisfy the economy’s long-term financing requirements.

A deeper and more sophisticated bond market can therefore play an increasingly important role in connecting Vietnamese corporate demand for capital with domestic and international institutional investment.

Decree 200 and Circular 138 seek to support that development while addressing one of the central requirements of sophisticated investors: confidence in transparency, accountability and enforceable investment discipline.

The new regime places particular emphasis on:

  • permitted use of bond proceeds;
  • issuer financial capacity;
  • professional-investor eligibility;
  • disclosure;
  • credit ratings and security arrangements in specified cases;
  • registration and depository requirements;
  • secondary-market trading;
  • bondholder representation;
  • ongoing reporting; and
  • international offering requirements.

For serious issuers and professional investors, this creates a more structured regulatory environment.

2. Domestic Private Placements – A More Disciplined Market

Eligible Investors

Domestic privately placed corporate bonds remain principally an instrument for professional securities investors.

Convertible bonds and warrant-linked bonds may also involve strategic investors, subject to applicable requirements.

Depository and trading members have responsibility for verifying investor eligibility before processing transfers or orders, while individual professional investors must provide the prescribed confirmation.

The objective is to maintain a clear distinction between private placements and securities products intended for the wider retail market.

Use of Proceeds – Greater Discipline

Bond proceeds may be used for purposes including:

  • financing investment projects;
  • restructuring the issuer’s debt; and
  • other purposes permitted under specialized legislation.

Credit institutions have additional permitted purposes, including raising Tier 2 capital, lending and investment.

Issuers must separately monitor proceeds and deploy them consistently with the disclosed issuance plan.

Pending deployment, temporarily unused proceeds may generally only be placed in bank deposits or certificates of deposit.

This represents an important investor-protection feature: investors receive greater visibility over why capital is being raised and where it is intended to go.

Material changes to the purpose or term of an issuance require the appropriate corporate approval, approval by holders representing at least 65% of outstanding bonds of the same type, and a buy-back mechanism for dissenting holders where required.

3. Stronger Financial Thresholds for Issuers

One of the most significant features is increased emphasis on issuer financial capacity.

For relevant non-public companies issuing non-convertible and non-warrant bonds, conditions include:

  • Vietnamese incorporation as a JSC or LLC;
  • satisfaction of applicable payment-history requirements;
  • compliance with prudential ratios where applicable;
  • an approved issuance plan;
  • audited prior-year financial statements;
  • eligible investors; and
  • compliance with the applicable leverage limitation.

Subject to statutory exemptions, total liabilities including the proposed bond issuance generally may not exceed five times equity, calculated by reference to the relevant audited financial statements.

Specified exemptions apply to certain categories, including particular SOEs, real-estate project issuers, credit institutions, insurers, securities companies and fund managers.

For investors, the significance is straightforward: leverage is becoming an increasingly important gateway consideration before a private bond issuance reaches the market.

4. Enhanced Protection for Individual Professional Investors

The new regime contains particularly important protections where bonds are offered to individual professional investors.

Relevant offerings require both:

  • a credit rating; and
  • either qualifying collateral or a credit-institution payment guarantee covering the principal as prescribed.

An issuer’s own shares, bonds or capital contributions cannot be used as collateral for this purpose.

Secured bonds and relevant offerings to individual investors also require a bondholder representative.

These requirements should give sophisticated investors additional tools for assessing and managing credit exposure.

5. Clearer Bond Terms and Market Infrastructure

Domestic bonds are denominated and paid in Vietnamese dong and generally have a par value of VND 100 million or multiples thereof.

Interest may be:

  • fixed;
  • floating; or
  • a combination of both.

For floating-rate instruments, the reference basis must be disclosed.

Bonds may exist in certificated, book-entry or electronic form.

Issuers must complete the relevant registration with the Vietnam Securities Depository and Clearing Corporation (“VSDC”), while trading takes place through the regulated market infrastructure.

The framework therefore further institutionalizes the privately placed bond market rather than leaving it principally dependent upon bilateral documentation and relationships.

6. Disclosure Becomes Central to the Investment Proposition

Perhaps the most important message for investors is the increased importance of disclosure.

Issuers are subject to:

Pre-offering disclosure – prescribed information must be disclosed to investors and HNX before the offering commences.

Periodic disclosure – semi-annual and annual reporting continues while bonds remain outstanding and covers matters including financial position, payment obligations, use of proceeds and issuer commitments.

Event-driven disclosure – specified material events are subject to accelerated disclosure requirements.

Repayment disclosure – full discharge of bond obligations must also be reported within the prescribed period.

This is important not merely as a compliance exercise.

For institutional investors, reliable and continuing disclosure is one of the fundamental building blocks of a functioning debt capital market.

7. International Bond Offerings – A Clearer Route to Global Capital

The reforms are equally relevant to Vietnamese companies considering international debt markets.

Vietnamese JSCs and LLCs may access international bond markets subject to the applicable corporate, securities, foreign-borrowing and foreign-exchange requirements.

Issuers must address, among other matters:

  • an approved issuance plan;
  • applicable prudential ratios;
  • sector-specific regulatory approvals;
  • regulations governing non-government-guaranteed foreign borrowing;
  • foreign-exchange requirements;
  • conditions imposed by the overseas market;
  • State Bank of Vietnam requirements;
  • relevant financial statements;
  • credit-rating information where applicable; and
  • overseas registration requirements or appropriate international legal opinions.

International bonds are denominated and settled in the relevant foreign currency in accordance with applicable requirements.

Convertible and warrant-linked international bonds remain available to JSCs, subject particularly to Vietnam’s foreign-ownership limitations.

For larger Vietnamese corporates, this provides a clearer regulatory roadmap for accessing international institutional capital.

8. Why International Investors Should Pay Attention

The significance of these reforms extends beyond bond documentation.

Vietnam continues to develop the legal infrastructure required for a more mature capital market.

The combination of:

  • stronger disclosure;
  • clearer leverage discipline;
  • tighter use-of-proceeds controls;
  • enhanced investor qualification;
  • credit-rating requirements in specified circumstances;
  • collateral or guarantee requirements;
  • regulated registration, depository and trading infrastructure; and
  • clearer rules for international offerings

should improve investors’ ability to price risk, conduct due diligence and monitor investments throughout the life of a bond.

That does not eliminate investment or credit risk. Corporate bonds remain debt obligations of the issuer, and investors must undertake appropriate financial, legal and commercial due diligence.

But greater regulatory transparency and accountability can make those risks more identifiable and assessable.

That is an important development for Vietnam’s investment environment.

9. What Issuers Should Do Now

Vietnamese companies contemplating a private bond issuance should conduct a comprehensive pre-issuance readiness review before approaching investors.

Particular attention should be given to:

  • the five-times liabilities-to-equity threshold where applicable;
  • the issuer’s three-year payment history;
  • permitted use of proceeds;
  • investor eligibility;
  • audited financial statements;
  • credit-rating requirements;
  • collateral or guarantee requirements;
  • bondholder representation;
  • corporate approvals;
  • disclosure documentation; and
  • the ongoing compliance calendar following issuance.

For international offerings, issuers should begin early coordination among Vietnamese counsel, international counsel, financial advisers, underwriters and relevant regulatory authorities, particularly in relation to State Bank requirements, foreign borrowing, foreign exchange and host-market documentation.

10. What Investors Should Do

Professional and institutional investors should use the enhanced disclosure framework proactively.

Due diligence should focus particularly on:

  • issuer leverage and repayment capacity;
  • historical debt servicing;
  • legal status of the underlying investment project;
  • precise use of proceeds;
  • collateral and guarantee structure;
  • credit ratings;
  • related-party exposure;
  • bondholder protections;
  • early redemption and amendment provisions; and
  • ongoing compliance with disclosure obligations.

Foreign investors should additionally ensure that their securities trading code, depository arrangements and trading accounts satisfy Vietnamese requirements.

11. Immediate Transitional Point

Issuers with outstanding bonds should also review their existing registration information.

Where bond terms were changed in a manner reducing the registered bond quantity without corresponding adjustment of VSDC records, the required update must be completed by 31 October 2026.

OUTLOOK – A MORE INVESTABLE VIETNAM CAPITAL MARKET

Circular 138 and Decree 200 should be viewed as more than another compliance update.

They form part of Vietnam’s continuing effort to build a corporate bond market capable of supporting the country’s growing requirement for long-term private capital while imposing stronger standards of transparency, issuer responsibility and investor protection.

For well-prepared Vietnamese companies, the framework provides a clearer pathway to diversify financing beyond traditional bank lending.

For professional domestic and international investors, it creates a more structured environment in which issuer quality, leverage, use of proceeds, security and repayment risk can be evaluated with greater transparency.

The investment opportunity therefore lies not in weaker regulation, but in a stronger market architecture: credible issuers gaining access to deeper pools of capital, and sophisticated investors receiving better information and stronger safeguards with which to assess opportunities.

As Vietnam’s economy continues to expand and its capital markets deepen, companies that prepare early for these higher standards should be better positioned to access both Vietnamese and international debt capital.

For further information regarding corporate bond issuances, investment structures or accessing Vietnam’s capital markets, please contact:

Dr. Oliver Massmann
General Director
Duane Morris Vietnam LLC
Email: omassmann@duanemorris.com

Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann – VIETNAM IST NUN EIN SCHWELLENLAND – WAS ÄNDERT SICH KONKRET FÜR AUSLÄNDISCHE INVESTOREN?

Die Hochstufung ist vollzogen. Die entscheidendere Frage für internationale Investoren lautet nun: Was sollten sie jetzt tun?

Vietnam hat einen der wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung seiner Kapitalmärkte erreicht.

Mit Wirkung zur Markteröffnung am 21. September 2026 hat FTSE Russell Vietnam vom Status eines Frontier Market (Grenzmarkt) zum Secondary Emerging Market (sekundären Schwellenmarkt) hochgestuft.

Dies ist weit mehr als nur eine Änderung der Terminologie.

Sie verändert die Stellung Vietnams innerhalb der Architektur internationaler institutioneller Investitionen.

Vietnamische Aktien kommen nun für die Aufnahme in die FTSE Global Equity Index Series (GEIS) infrage, einschließlich bedeutender Benchmarks wie des FTSE Emerging Market Index, des FTSE All-World Index und des FTSE Global All Cap Index.

FTSE Russell bestätigte, dass Vietnam inzwischen sämtliche Kriterien für den Status eines Secondary Emerging Market erfüllt. Dies ist das Ergebnis umfassender Reformen der Marktinfrastruktur sowie einer verbesserten Zugänglichkeit für ausländische Investoren, darunter die Einführung eines Modells ohne Vorfinanzierung (Non-Prefundung-Modell) für ausländische institutionelle Investoren sowie eines formellen Mechanismus zur Abwicklung fehlgeschlagener Transaktionen.

Für Vietnam stellt dies einen historischen Erfolg dar.

Für ausländische Investoren beginnt jedoch nun die wichtigere Frage:

WAS ÄNDERT SICH KONKRET – UND WAS SOLLTEN AUSLÄNDISCHE INVESTOREN ALS NÄCHSTES TUN?

Die Antwort lautet: Vietnam entwickelt sich von einer vorwiegend spezialisierten Frontier-Market-Anlagemöglichkeit zu einem Bestandteil des etablierten globalen Schwellenmarktuniversums.

Die Hochstufung beseitigt jedoch nicht die Notwendigkeit einer sorgfältigen rechtlichen, regulatorischen und investitionsbezogenen Analyse.

Tatsächlich könnte die nächste Phase eine noch intensivere Analyse erforderlich machen.

1. VIETNAM IST TEIL EINES DEUTLICH GRÖSSEREN GLOBALEN INVESTITIONSUNIVERSUMS GEWORDEN

Die erste Konsequenz ist struktureller Natur.

Frontier Markets werden in der Regel von spezialisierten Fonds verfolgt, deren Allokationen vergleichsweise begrenzt sind.

Schwellenländer hingegen sind Teil eines weitaus größeren internationalen Investitionsökosystems, das globale Vermögensverwalter, Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungen, ETFs sowie institutionelle Fonds umfasst, die sich an Schwellenmarktindizes orientieren.

Vietnamische Aktien können nun in die wichtigsten globalen Aktienindizes von FTSE aufgenommen werden.

FTSE hat bestätigt, dass Vietnam nun das 24. Land im FTSE Emerging Index und das 49. Land im FTSE All-World Index ist.

Dies erhöht die Sichtbarkeit Vietnams für internationale Portfoliomanager erheblich.

Für zahlreiche Investmentausschüsse kann Vietnam künftig zunehmend nicht mehr lediglich als

„eine spezialisierte Frontier-Market-Allokation“

sondern vielmehr als Bestandteil von

„Asien / ASEAN / Schwellenmärkten“

betrachtet werden.

Dieser Unterschied ist von enormer Bedeutung.

Er verändert den Kreis der Investoren, die Vietnam überhaupt in Betracht ziehen können, die Benchmarks, an denen Investitionen gemessen werden, sowie potenziell das Volumen institutionellen Kapitals, das vietnamesischen Unternehmen zur Verfügung steht.

2. INTERNATIONALE KAPITALZUFLÜSSE DÜRFTEN ZUNEHMEN – ABER NICHT ÜBER NACHT

Es wird erwartet, dass die Hochstufung erhebliche zusätzliche internationale Portfolioinvestitionen auslösen wird.

Die Weltbank schätzt, dass die FTSE-Hochstufung in den ersten Jahren zusätzliche Portfoliozuflüsse in Höhe von etwa 3 bis 5 Milliarden US-Dollar generieren könnte. Sollten die Reformen fortgesetzt werden, könnten die Kapitalzuflüsse bis 2030 sogar deutlich höhere Niveaus erreichen.

Ausländische Investoren sollten jedoch einen wichtigen Punkt verstehen:

DER 21. SEPTEMBER 2026 WAR DER BEGINN DES PROZESSES – NICHT DESSEN ABSCHLUSS.

FTSE Russell führt vietnamesische Wertpapiere schrittweise in seine globalen Indizes ein.

Der Implementierungsplan sieht wie folgt aus:

  • 21. September 2026: 10 %
  • 22. März 2027: zusätzliche 20 %
  • 21. Juni 2027: zusätzliche 35 %
  • 20. September 2027: abschließende 35 %

Dies bedeutet, dass Vietnam von 10 % auf 30 %, anschließend auf 65 % und schließlich bis September 2027 auf 100 % Umsetzung ansteigt.

Dieser stufenweise Ansatz soll einen geordneten Übergang gewährleisten und insbesondere Liquiditäts- sowie Finanzierungsaspekte berücksichtigen, die mit der Nachbildung von Indizes verbunden sind.

Dieser Umstand ist für Investoren von entscheidender Bedeutung.

Die Hochstufung sollte daher nicht als einmaliges Marktereignis an einem bestimmten Tag betrachtet werden.

Vielmehr sollte sie verstanden werden als:

EINE ZWÖLFMONATIGE INTEGRATION VIETNAMS IN DAS GLOBALE SCHWELLENMARKT-INVESTITIONSSYSTEM.

3. AUSLÄNDISCHE INSTITUTIONELLE INVESTOREN KÖNNEN DEN MARKT NUN EFFIZIENTER NUTZEN

Eines der bedeutendsten Hindernisse für internationale institutionelle Investoren in Vietnam war bislang die Vorfinanzierungspflicht (Prefunding Requirement).

Ausländische institutionelle Investoren mussten in der Praxis häufig die erforderlichen Geldmittel bereitstellen, bevor sie Wertpapierkäufe ausführen konnten.

Für große internationale Vermögensverwalter, die in zahlreichen Märkten tätig sind, führte dies zu Kapitalineffizienzen und zusätzlicher operativer Komplexität.

Vietnam hat dieses Problem durch die Einführung eines Non-Prefundung-Mechanismus für ausländische institutionelle Investoren sowie durch Regelungen zur Abwicklung gescheiterter Transaktionen (Failed Trades) weitgehend gelöst.

FTSE Russell hat diese Verbesserungen der Marktinfrastruktur ausdrücklich anerkannt, als die Eignung Vietnams für die Einstufung als Secondary Emerging Market bestätigt wurde.

Darüber hinaus hat Vietnam den Marktzugang über internationale Broker weiter erleichtert.

Diese Reformen sind deshalb bedeutsam, weil internationale Investoren nicht nur fragen:

„Ist Vietnam attraktiv?“

Sie müssen auch beurteilen:

„Können wir Investitionen innerhalb unserer globalen Systeme tatsächlich effizient eingehen, ausführen, abwickeln, verwahren und wieder veräußern?“

Vietnam hat die Antwort auf diese Frage wesentlich verbessert.

4. PASSIVES KAPITAL IST NUR EIN TEIL DER GESCHICHTE

Ein Großteil der Aufmerksamkeit richtet sich naturgemäß auf indexnachbildende Fonds.

Sobald vietnamesische Wertpapiere in FTSE-Indizes aufgenommen werden, müssen Fonds, die diese Indizes replizieren, ihre Portfolios entsprechend anpassen.

Die möglicherweise größere langfristige Wirkung dürfte jedoch vom aktiv verwalteten institutionellen Kapital ausgehen.

Ein Fondsmanager für Schwellenländer, der bislang kein Mandat oder nur geringe Anreize hatte, Vietnam zu analysieren, hat nun einen deutlich stärkeren Grund, dies zu tun.

Dies bedeutet, dass vietnamesische Unternehmen zunehmend um Kapital im Wettbewerb mit Unternehmen aus etablierten Schwellenländern stehen.

Die Auswirkungen dürften weit über unmittelbare Kapitalzuflüsse hinausgehen.

Langfristig kann die erfolgreiche Integration in globale Schwellenmarktindizes zu Folgendem beitragen:

  1. einer höheren Marktliquidität;
  2. einer breiteren institutionellen Eigentümerbasis;
  3. einer stärkeren internationalen Analystenabdeckung;
  4. einer effizienteren Preisbildung;
  5. einer steigenden Nachfrage nach professionellen Investor-Relations-Strukturen;
  6. höheren Anforderungen an die Corporate Governance; sowie
  7. einem potenziell verbesserten Zugang hochwertiger vietnamesischer Emittenten zu Eigenkapitalfinanzierungen.

Dies könnte besonders wichtig werden, da Vietnam seine Abhängigkeit von der Bankenfinanzierung reduzieren und seine Kapitalmärkte vertiefen möchte.

Auch die vietnamesische Regierung betrachtet die Hochstufung als Chance, qualitativ hochwertiges und langfristig orientiertes internationales Kapital anzuziehen und gleichzeitig Liquidität, Marktinfrastruktur, Marktdisziplin und regulatorische Standards weiter zu verbessern.

5. DIE FTSE-HOCHSTUFUNG BESEITIGT JEDOCH NICHT DIE BESCHRÄNKUNGEN FÜR AUSLÄNDISCHE INVESTITIONEN IN VIETNAM

Dies ist möglicherweise der wichtigste rechtliche Aspekt für internationale Investoren.

DIE FTSE-KLASSIFIZIERUNG IST NICHT GLEICHBEDEUTEND MIT DEM VIETNAMESISCHEN INVESTITIONSRECHT.

Die Hochstufung führt nicht automatisch zur Abschaffung von:

  1. Beschränkungen des ausländischen Eigentums;
  2. bedingten Marktzugangsvoraussetzungen;
  3. Beschränkungen in bestimmten Wirtschaftszweigen;
  4. unternehmensspezifischen Obergrenzen für ausländische Beteiligungen;
  5. Investitionsregistrierungspflichten;
  6. sektorspezifischen Genehmigungen;
  7. Anforderungen des Wertpapierrechts; oder
  8. sonstigen Beschränkungen für ausländische Investoren.

Ein Unternehmen kann daher aus Investitionssicht äußerst attraktiv sein und dennoch rechtliche Einschränkungen hinsichtlich Umfang oder Struktur einer Beteiligung ausländischer Investoren aufweisen.

Ausländische Investoren müssen daher weiterhin jedes Zielunternehmen, den jeweiligen Sektor und die konkrete Transaktion sorgfältig prüfen.

Dies gilt insbesondere dann, wenn das Zielunternehmen mehrere Geschäftsbereiche betreibt, die unterschiedlichen ausländischen Investitionsbedingungen unterliegen.

Die Botschaft ist daher eindeutig:

DER STATUS ALS SCHWELLENLAND ÖFFNET DIE TÜR. ER BESEITIGT NICHT ALLE REGULATORISCHEN SCHRANKEN DAHINTER.

6. WAS SOLLTEN AUSLÄNDISCHE INVESTOREN JETZT TUN?

Hier wird die Hochstufung praktisch relevant.

Unserer Ansicht nach sollten internationale Investoren Vietnam nun nicht länger lediglich beobachten, sondern eine strukturierte Vietnam-Investitionsstrategie entwickeln.

Wir empfehlen sieben unmittelbare Prioritäten.

ERSTENS – DIE EIGENE VIETNAM-ALLOKATIONSSTRATEGIE FESTLEGEN

Investoren sollten entscheiden, ob Vietnam behandelt wird als:

  1. passive Indexexponierung;
  2. Bestandteil eines breiteren Schwellenmarktportfolios;
  3. eigenständige Vietnam-Allokation;
  4. ASEAN-Allokation; oder
  5. strategischer Markt für aktive Investitionen.

Jeder dieser Ansätze erfordert unterschiedliche Niveaus an Research, Infrastruktur und rechtlicher Vorbereitung.

Investoren sollten nicht einfach abwarten, bis Indexgewichtungen ihre Vietnam-Strategie faktisch vorgeben.

ZWEITENS – FESTSTELLEN, WELCHE VIETNAMESISCHEN UNTERNEHMEN TATSÄCHLICH INVESTIERBAR SIND

Die FTSE-Hochstufung bedeutet nicht, dass jedes in Vietnam börsennotierte Unternehmen automatisch für internationale Indexinvestitionen geeignet ist.

Potenzielle Zielunternehmen sollten anhand folgender Kriterien analysiert werden:

  • FTSE-Zulassungskriterien;
  • Liquidität;
  • verfügbare Kapazitäten für ausländisches Eigentum;
  • Corporate Governance;
  • geschäftliche Fundamentaldaten;
  • vietnamesische rechtliche Beschränkungen.

Dies ist besonders wichtig, da selbst attraktive börsennotierte Unternehmen nur über eine begrenzte verbleibende Quote für ausländische Beteiligungen verfügen oder Tätigkeiten ausüben können, die besonderen Marktzugangsbeschränkungen unterliegen.

Die richtige Frage lautet daher nicht lediglich:

„Welche vietnamesischen Aktien profitieren von der Hochstufung?“

Sondern:

„Welche hochwertigen vietnamesischen Unternehmen sind sowohl wirtschaftlich attraktiv als auch tatsächlich für internationales Kapital zugänglich?“

DRITTENS – DEN VERFÜGBAREN SPIELRAUM FÜR AUSLÄNDISCHES EIGENTUM VOR DEM POSITIONSAUFBAU PRÜFEN

Die verfügbaren Quoten für ausländische Beteiligungen dürften mit steigender internationaler Nachfrage zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Institutionelle Investoren, die größere Positionen aufbauen möchten, sollten frühzeitig prüfen:

  1. die gesetzlich zulässige Obergrenze für ausländische Eigentumsanteile;
  2. die unternehmensspezifische Obergrenze;
  3. die aktuelle Auslastung der ausländischen Eigentumsquote;
  4. sektorspezifische Einschränkungen;
  5. mögliche zusätzliche Beschränkungen aufgrund unterschiedlicher Geschäftstätigkeiten; sowie
  6. ob die gewünschte Beteiligungsquote tatsächlich aufgebaut werden kann.

Erst nach erfolgter interner Investitionsgenehmigung mit der Prüfung dieser Fragen zu beginnen, kann wertvolle Zeit kosten.

VIERTENS – DIE ERFORDERLICHE MARKTZUGANGS-INFRASTRUKTUR ETABLIEREN

Ausländische institutionelle Investoren sollten sicherstellen, dass ihre operative Infrastruktur für Vietnam funktionsfähig ist.

Hierzu gehören gegebenenfalls:

  1. Wertpapierkonten;
  2. Verwahrstellenvereinbarungen;
  3. Handelsvereinbarungen;
  4. Anbindungen an internationale und lokale Broker;
  5. Identifizierungs- und Registrierungsanforderungen für ausländische Investoren;
  6. Abwicklungsverfahren;
  7. Non-Prefundung-Vereinbarungen;
  8. Devisenabwicklung;
  9. steuerliche Dokumentation; sowie
  10. interne Compliance-Verfahren.

Die regulatorischen Reformen haben die Teilnahme erleichtert.

Investoren benötigen jedoch weiterhin die operative Infrastruktur, um diese Möglichkeiten tatsächlich nutzen zu können.

FÜNFTENS – DIE FTSE-STUFENWEISE UMSETZUNG 2026–2027 ALS STRATEGISCHEN ZEITPLAN NUTZEN

Die vierstufige Umsetzung bietet Investoren einen wesentlichen Vorteil:

Planbarkeit und Transparenz.

Anstatt den September 2026 als abgeschlossenes Ereignis zu betrachten, sollten Investoren jede Phase bis September 2027 sorgfältig beobachten.

Besondere Aufmerksamkeit sollte gelten:

  1. den Kapitalzuflüssen ausländischer Institutionen;
  2. Veränderungen der Marktliquidität;
  3. Indexaufnahmen und -streichungen;
  4. der Auslastung von Eigentumsquoten;
  5. Preiseffekten;
  6. der Effizienz der Abwicklung;
  7. regulatorischen Entwicklungen; und
  8. weiteren Reformen des Marktzugangs.

Die schrittweise Umsetzung ermöglicht aktiven Investoren, die Entwicklung des vietnamesischen Marktes im Zuge einer zunehmenden internationalen Beteiligung fortlaufend zu beurteilen.

7. WAS SOLLTEN GROSSE STRATEGISCHE INVESTOREN ANDERS MACHEN?

Für multinationale Unternehmen, Staatsfonds, Private-Equity-Gesellschaften und große institutionelle Investoren sollte die FTSE-Hochstufung eine umfassendere Neubewertung Vietnams auslösen.

Vietnam sollte künftig zunehmend gleichzeitig unter drei Perspektiven betrachtet werden:

KAPITALMARKT

Welche börsennotierten Investitionsmöglichkeiten werden nun leichter zugänglich?

UNTERNEHMENSBETEILIGUNGEN / M&A

Welche vietnamesischen Unternehmen könnten mit zunehmender Entwicklung der Kapitalmärkte zu attraktiven strategischen Beteiligungs- oder Übernahmezielen werden?

DIREKTINVESTITIONEN

In welchen Bereichen können ausländische Investoren Portfolioinvestitionen mit Investitionen in Produktion, Infrastruktur, Technologie, Energie, Finanzdienstleistungen oder anderen langfristigen Projekten kombinieren?

Die grundlegende Attraktivität Vietnams geht weit über seinen Aktienmarkt hinaus.

Die Bedeutung der FTSE-Hochstufung liegt darin, dass die Finanzmarktarchitektur des Landes nun beginnt, seiner wirtschaftlichen Bedeutung gerecht zu werden.

8. DIE CHANCE GEHT MIT HÖHEREN ERWARTUNGEN EINHER

Der Status als Schwellenland ist nicht lediglich eine Auszeichnung.

Er erhöht zugleich die Erwartungen.

Internationale Investoren werden zunehmend Folgendes erwarten:

  1. stärkere Corporate-Governance-Standards;
  2. verlässliche Finanzberichterstattung;
  3. einen wirksamen Schutz von Minderheitsaktionären;
  4. transparente Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen;
  5. vorhersehbare regulatorische Rahmenbedingungen;
  6. effiziente Abwicklungsprozesse;
  7. verbesserte englischsprachige Unternehmenspublikationen;
  8. eine konsequentere Durchsetzung von Vorschriften; sowie
  9. eine stärkere Angleichung an internationale Marktstandards.

Vietnamesische Regulierungsbehörden und börsennotierte Unternehmen stehen daher vor einer neuen Herausforderung:

Internationales Kapital anzuziehen ist eine Leistung – dieses Kapital durch Vertrauen, Transparenz und nachhaltige Performance zu halten, ist eine andere.

Die Regierung hat ausdrücklich anerkannt, dass die Hochstufung die Erwartungen hinsichtlich Marktqualität und regulatorischer Leistungsfähigkeit erhöht.

9. DER WEG NACH VORN FÜR AUSLÄNDISCHE INVESTOREN

Die praktische Botschaft für ausländische Investoren lässt sich daher klar zusammenfassen:

BETRACHTEN SIE DIE FTSE-HOCHSTUFUNG NICHT ALS DAS ENDE EINER ENTWICKLUNG.

BETRACHTEN SIE SIE ALS DEN BEGINN EINES NEUEN INVESTITIONSZYKLUS.

Von jetzt an bis September 2027 sollten internationale Investoren:

  • ihre Vietnam-Strategie entwickeln;
  • investierbare Unternehmen identifizieren, bevor der Wettbewerb um verfügbare Beteiligungskapazitäten für Ausländer zunimmt;
  • die rechtlichen Grenzen verstehen, bevor Kapital gebunden wird;
  • die notwendige Verwahr-, Broker-, Abwicklungs- und Deviseninfrastruktur schaffen;
  • jede FTSE-Aufnahmestufe verfolgen, anstatt sich ausschließlich auf den 21. September 2026 zu konzentrieren;
  • die nächste Generation von Marktzugangsreformen beobachten; und
  • über passive Indexinvestitionen hinaus auch aktive Aktienanlagen, M&A-Transaktionen und strategische Investitionsmöglichkeiten prüfen.

Und vor allem:

DIE UNTERSCHEIDUNG ZWISCHEN MARKTZUGANG UND RECHTLICHER INVESTIERBARKEIT IST ENTSCHEIDEND.

Vietnam ist heute für globales institutionelles Kapital deutlich zugänglicher als noch vor wenigen Jahren.

Dennoch müssen anspruchsvolle Investoren weiterhin für jede einzelne Investition prüfen,

  • was sie erwerben dürfen,
  • auf welche Weise dies möglich ist,
  • welche Genehmigungen erforderlich sind und
  • wie die Investition rechtlich und steuerlich strukturiert werden sollte.

10. VIETNAM HAT EINE NEUE ENTWICKLUNGSSTUFE ERREICHT

Viele Jahre lang betrachteten internationale Investoren Vietnam als einen der vielversprechendsten Frontier Markets Asiens.

Diese Beschreibung ist inzwischen überholt.

Vietnam ist nun ein FTSE Russell Secondary Emerging Market.

Sein Wertpapiermarkt wird in das globale Benchmark-System für Schwellenländer integriert.

Die Zugänglichkeit für internationale institutionelle Investoren hat sich erheblich verbessert.

Der Integrationsprozess wird schrittweise bis September 2027 fortgesetzt.

Die Weltbank geht davon aus, dass die Hochstufung im Zuge der weiteren Marktentwicklung zusätzliche Portfolioinvestitionen in Milliardenhöhe auslösen könnte.

Die vielleicht wichtigste Veränderung ist jedoch psychologischer und strategischer Natur.

Vietnam bittet internationale Investoren nicht länger darum, daran zu glauben, dass das Land eines Tages ein Schwellenmarkt werden könnte.

VIETNAM IST NUN EIN SCHWELLENLAND.

Damit hat sich auch die entscheidende Frage für ausländische Investoren verändert.

Sie lautet nicht mehr:

„SOLLTEN WIR VIETNAM NÄHER BEOBACHTEN?“

Sondern:

„WIE SIEHT UNSERE VIETNAM-INVESTITIONSSTRATEGIE JETZT AUS?“

Für internationale Investoren, die wirtschaftliche Chancen mit einer disziplinierten rechtlichen, regulatorischen und marktspezifischen Analyse verbinden, dürfte dies die wichtigste Konsequenz der Hochstufung sein.

Bitte zögern Sie nicht, Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com zu kontaktieren, wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen zu den vorstehenden Themen wünschen.

Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor der Duane Morris Vietnam LLC.

VIETNAM IS NOW AN EMERGING MARKET – WHAT EXACTLY CHANGES FOR FOREIGN INVESTORS?

The upgrade is complete. The next question for international investors is much more important: what should they do now?

Vietnam has crossed one of the most important thresholds in the development of its capital markets.

Effective from the opening of the market on 21 September 2026, FTSE Russell reclassified Vietnam from Frontier Market to Secondary Emerging Market status.

This is not merely a change of terminology.

It changes where Vietnam sits within the architecture of international institutional investment.

Vietnamese equities are now eligible for inclusion in the FTSE Global Equity Index Series (GEIS), including major benchmarks such as the FTSE Emerging Market Index, FTSE All-World and FTSE Global All Cap indices.

FTSE Russell confirmed that Vietnam now satisfies all of its criteria for Secondary Emerging Market status following substantial reforms to market infrastructure and foreign investor accessibility, including implementation of a non-prefunding model for foreign institutional investors and a formal mechanism for dealing with failed trades. (LSEG⁠)

For Vietnam, this is a historic achievement.

For foreign investors, however, the more important question begins now:

WHAT EXACTLY CHANGES – AND WHAT SHOULD FOREIGN INVESTORS DO NEXT?

The answer is that Vietnam has moved from being predominantly a specialist frontier-market opportunity toward becoming part of the mainstream global emerging-market investment universe.

But the upgrade does not eliminate the need for careful legal, regulatory and investment analysis.

In fact, the next phase may make that analysis even more important.

1. VIETNAM HAS ENTERED A MUCH LARGER GLOBAL INVESTMENT UNIVERSE

The first consequence is structural.

Frontier markets are typically followed by specialist funds with comparatively limited allocations.

Emerging markets sit within a vastly larger international investment ecosystem comprising global asset managers, pension funds, sovereign investors, insurance companies, ETFs and institutional funds benchmarked against emerging-market indices.

Vietnamese equities can now enter FTSE’s major global equity benchmarks.

FTSE has confirmed that Vietnam becomes the 24th country in the FTSE Emerging Index and the 49th country represented in the FTSE All-World Index. (LSEG⁠)

This substantially increases Vietnam’s visibility to international portfolio managers.

For many investment committees, Vietnam can increasingly be considered not merely as:

“a specialist frontier-market allocation”

but as part of:

“Asia / ASEAN / Emerging Markets.”

That distinction matters enormously.

It changes the universe of investors that can consider Vietnam, the benchmarks against which investments are measured and potentially the amount of institutional capital available to Vietnamese companies.

2. INTERNATIONAL CAPITAL SHOULD INCREASE – BUT NOT OVERNIGHT

The upgrade is expected to generate substantial additional international portfolio investment.

The World Bank estimates that the FTSE upgrade could generate approximately US$3–5 billion in additional portfolio flows in the first few years, with potential capital flows reaching considerably higher levels by 2030 if Vietnam continues its reform programme. (World Bank⁠)

But foreign investors should understand an important point:

21 SEPTEMBER 2026 WAS THE BEGINNING OF THE PROCESS – NOT THE END.

FTSE Russell is introducing Vietnamese securities into its global indices gradually.

The implementation schedule is:

21 September 2026 – 10%

22 March 2027 – additional 20%

21 June 2027 – additional 35%

20 September 2027 – final 35%

This means Vietnam progresses from 10% to 30%, then 65%, and finally 100% implementation by September 2027. The phased approach is designed to facilitate an orderly transition, including liquidity and funding considerations associated with index replication. (Báo Chính Phủ⁠)

This is critically important for investors.

The upgrade should therefore not be viewed as a one-day market event.

It is better understood as a:

TWELVE-MONTH INTEGRATION OF VIETNAM INTO THE GLOBAL EMERGING-MARKET INVESTMENT SYSTEM.

3. FOREIGN INSTITUTIONAL INVESTORS CAN ACCESS THE MARKET MORE EFFICIENTLY

One of the most important obstacles historically facing international institutional investors in Vietnam was the prefunding requirement.

Foreign institutional investors could effectively be required to make cash available before executing securities purchases.

For major international asset managers operating across numerous markets, this created capital inefficiency and operational complexity.

Vietnam has substantially addressed this issue through its non-prefunding mechanism for foreign institutional investors, together with arrangements addressing failed trades.

FTSE Russell specifically recognised these infrastructure improvements when confirming Vietnam’s eligibility for Secondary Emerging Market classification. (LSEG⁠)

Vietnam has also made progress in facilitating access through global brokers.

These reforms matter because an international investor does not consider only:

“Is Vietnam attractive?”

It must also consider:

“Can we actually enter, execute, settle, custody and exit investments efficiently within our global operating systems?”

Vietnam has materially improved the answer to that question.

4. PASSIVE CAPITAL IS ONLY PART OF THE STORY

Much attention naturally focuses on index-tracking funds.

When eligible Vietnamese securities enter FTSE benchmarks, funds that replicate those benchmarks need to adjust their portfolios accordingly.

But the potentially larger long-term effect may come from active institutional capital.

An emerging-market fund manager who previously had no mandate—or limited incentive—to research Vietnam may now have a reason to do so.

That means Vietnamese companies increasingly compete for capital alongside companies from established emerging markets.

The consequences should extend beyond immediate fund flows.

Over time, successful integration into global emerging-market indices can contribute to:

  • deeper market liquidity;
  • broader institutional ownership;
  • increased international analyst coverage;
  • stronger price discovery;
  • greater demand for investor relations;
  • increased corporate-governance expectations; and
  • potentially improved access to equity financing for high-quality Vietnamese issuers.

This could become particularly important as Vietnam seeks to reduce excessive dependence on bank financing and develop deeper capital markets.

The Vietnamese Government itself describes the upgrade as an opportunity to attract higher-quality, long-term international capital while continuing to improve liquidity, infrastructure, market discipline and regulatory standards. (SSC Vietnam⁠)

5. BUT THE FTSE UPGRADE DOES NOT REMOVE VIETNAM’S FOREIGN INVESTMENT RESTRICTIONS

This is perhaps the most important legal point for international investors.

FTSE CLASSIFICATION IS NOT THE SAME THING AS VIETNAMESE INVESTMENT LAW.

The upgrade does not, by itself, abolish:

  • foreign ownership limitations;
  • conditional market-access requirements;
  • restrictions applicable to particular business sectors;
  • company-specific foreign ownership limits;
  • investment registration requirements;
  • sector-specific licences;
  • securities-law requirements; or
  • other restrictions applicable to foreign investors.

A company can therefore be attractive from an investment perspective while still presenting legal limitations on the amount or manner in which a foreign investor may invest.

Foreign investors must continue to examine the specific Vietnamese company, sector and transaction.

This becomes particularly important where the target operates across several business lines, some of which may be subject to different foreign investment conditions.

The message is therefore straightforward:

EMERGING-MARKET STATUS OPENS THE DOOR. IT DOES NOT REMOVE EVERY REGULATORY GATE BEHIND IT.

6. WHAT SHOULD FOREIGN INVESTORS DO NOW?

This is where the upgrade becomes actionable.

In our view, international investors considering Vietnam should now move from a “watch Vietnam” strategy to a structured Vietnam investment strategy.

We recommend seven immediate priorities.

FIRST – DETERMINE YOUR VIETNAM ALLOCATION STRATEGY

Investors should decide whether Vietnam will be treated as:

  • a passive index exposure;
  • part of a broader emerging-market portfolio;
  • a dedicated Vietnam allocation;
  • an ASEAN allocation;
  • or a strategic active-investment market.

These approaches require different levels of research, infrastructure and legal preparation.

Investors should not simply wait for index weights to determine their Vietnam strategy automatically.

SECOND – IDENTIFY WHICH VIETNAMESE COMPANIES ARE ACTUALLY INVESTABLE

FTSE’s upgrade does not mean that every company listed in Vietnam automatically becomes eligible for international index investment.

Investors should analyse potential targets against:

FTSE eligibility

liquidity

available foreign ownership capacity

corporate governance

business fundamentals

Vietnamese legal restrictions.

This is particularly important because an attractive listed company may have limited remaining foreign ownership capacity or conduct activities subject to specific market-access restrictions.

The correct question is therefore not merely:

“Which Vietnamese stocks will benefit from the upgrade?”

It is:

“Which high-quality Vietnamese companies are both commercially attractive and genuinely accessible to international capital?”

THIRD – REVIEW FOREIGN OWNERSHIP HEADROOM BEFORE BUILDING A POSITION

Foreign ownership capacity can become increasingly important as international demand rises.

Institutional investors contemplating significant positions should determine early:

  • the applicable statutory foreign ownership limitation;
  • the company’s own foreign ownership limit;
  • current foreign ownership utilisation;
  • sector-specific restrictions;
  • whether different business activities create additional limitations; and
  • whether the desired position can realistically be accumulated.

Waiting until investment approval has been obtained internally before investigating these issues can waste valuable time.

FOURTH – PUT THE MARKET-ACCESS INFRASTRUCTURE IN PLACE

Foreign institutional investors should ensure that their Vietnam execution architecture is operational.

This includes, as applicable:

  • securities accounts;
  • custody arrangements;
  • trading arrangements;
  • global/local broker connectivity;
  • foreign investor identification/registration requirements;
  • settlement procedures;
  • non-prefunding arrangements;
  • foreign-exchange execution;
  • tax documentation; and
  • internal compliance procedures.

The regulatory reforms have made participation easier.

Investors still need the operational infrastructure to take advantage of them.

FIFTH – USE THE 2026–2027 FTSE PHASING AS A STRATEGIC TIMELINE

The four-stage implementation provides investors with something valuable:

visibility.

Rather than regarding September 2026 as a completed event, investors should monitor each stage through September 2027.

Particular attention should be paid to:

  • foreign institutional flows;
  • liquidity changes;
  • index additions and deletions;
  • foreign ownership utilisation;
  • pricing effects;
  • settlement performance;
  • regulatory developments; and
  • further market-access reforms.

The phased implementation gives active investors an opportunity to evaluate how Vietnam’s market evolves as international participation increases.

SIXTH – LOOK BEYOND THE STOCK MARKET

The implications of emerging-market status extend beyond buying listed Vietnamese shares.

A deeper and more internationally integrated capital market can affect:

M&A

private equity

IPOs

strategic investments

capital raising

corporate governance

Vietnamese companies seeking international investors

and ultimately Vietnam’s broader cost and availability of capital.

International strategic investors should therefore consider the upgrade within their wider Vietnam strategy rather than viewing it purely as a portfolio-investment event.

For Vietnamese businesses, international institutional visibility may also increase pressure to improve disclosure, governance, sustainability practices and investor communications.

SEVENTH – PREPARE FOR VIETNAM’S NEXT REFORM PHASE

Vietnam itself does not regard FTSE Secondary Emerging Market status as the finish line.

The Ministry of Finance and State Securities Commission have made clear that reforms will continue, including improvements in market liquidity, infrastructure, risk management, products, transparency and sustainable attraction of international capital. (SSC Vietnam⁠)

There is another major objective on the horizon:

MSCI EMERGING MARKET STATUS.

The World Bank has specifically identified Vietnam’s ambition to achieve inclusion in MSCI’s Emerging Markets Index, which could further broaden international capital access. (World Bank⁠)

Foreign investors should therefore expect the Vietnamese capital-market regulatory environment to continue evolving.

7. WHAT SHOULD LARGE STRATEGIC INVESTORS DO DIFFERENTLY?

For multinational corporations, sovereign investors, private-equity houses and large institutional investors, the FTSE upgrade should trigger a broader reassessment.

Vietnam should increasingly be evaluated simultaneously through three lenses:

CAPITAL MARKET

What listed investment opportunities are now becoming more accessible?

CORPORATE / M&A

Which Vietnamese companies may become attractive strategic or acquisition targets as capital markets deepen?

DIRECT INVESTMENT

Where can foreign investors combine portfolio exposure with manufacturing, infrastructure, technology, energy, financial services or other long-term investment?

Vietnam’s fundamental attraction remains much broader than its stock exchange.

The significance of the FTSE upgrade is that the country’s financial architecture is beginning to catch up with its economic importance.

8. THE OPPORTUNITY COMES WITH HIGHER EXPECTATIONS

Emerging-market status is not simply a reward.

It also raises expectations.

International investors will increasingly expect:

  • stronger corporate governance;
  • reliable financial disclosure;
  • effective minority-shareholder protection;
  • transparent related-party transactions;
  • predictable regulation;
  • efficient settlement;
  • improved English-language disclosure;
  • stronger enforcement; and
  • greater alignment with international market practices.

Vietnamese regulators and listed companies therefore face a new challenge:

attracting international capital is one achievement; retaining it through confidence, transparency and performance is another.

The Government has expressly recognised that the upgrade increases expectations concerning market quality and regulatory capacity. (SSC Vietnam⁠)

9. THE WAY FORWARD FOR FOREIGN INVESTORS

The practical message for foreign investors can therefore be summarised clearly.

DO NOT TREAT THE FTSE UPGRADE AS THE END OF A STORY.

TREAT IT AS THE BEGINNING OF A NEW INVESTMENT CYCLE.

From now through September 2027, international investors should:

BUILD THEIR VIETNAM STRATEGY.

IDENTIFY INVESTABLE COMPANIES BEFORE COMPETITION FOR FOREIGN OWNERSHIP CAPACITY INCREASES.

UNDERSTAND THE LEGAL LIMITS BEFORE COMMITTING CAPITAL.

ESTABLISH CUSTODY, BROKERAGE, SETTLEMENT AND FOREIGN-EXCHANGE INFRASTRUCTURE.

FOLLOW EACH FTSE INCLUSION TRANCHE RATHER THAN FOCUSING ONLY ON 21 SEPTEMBER 2026.

MONITOR THE NEXT GENERATION OF MARKET-ACCESS REFORMS.

LOOK BEYOND PASSIVE INDEX FLOWS TO ACTIVE EQUITY, M&A AND STRATEGIC INVESTMENT OPPORTUNITIES.

And above all:

DISTINGUISH BETWEEN MARKET ACCESSIBILITY AND LEGAL INVESTABILITY.

Vietnam is substantially more accessible to global institutional capital than it was only a few years ago.

But sophisticated investors will still need to determine, investment by investment, what they can own, how they can own it, what approvals apply and how the investment should be structured.

10. VIETNAM HAS CROSSED THE LINE

For many years, international investors regarded Vietnam as one of Asia’s most promising frontier markets.

That description is now outdated.

Vietnam is a FTSE Russell Secondary Emerging Market.

Its securities market is entering the global emerging-market benchmark system.

Its accessibility to international institutional investors has materially improved.

Its integration will continue in stages until September 2027.

And the World Bank estimates that the upgrade could generate billions of dollars of additional portfolio investment as the market develops. (World Bank⁠)

But perhaps the most important change is psychological and strategic.

Vietnam is no longer asking international investors simply to believe that it can become an emerging market.

VIETNAM IS NOW AN EMERGING MARKET.

The question for foreign investors has therefore changed.

It is no longer:

“SHOULD WE START WATCHING VIETNAM?”

It is:

“WHAT IS OUR VIETNAM INVESTMENT STRATEGY NOW?”

For international investors willing to combine commercial opportunity with disciplined legal, regulatory and market analysis, that may be the most important consequence of the upgrade.

***

Please do not hesitate to contact Dr. Oliver Massmann under omassmann@duanemorris.com if you have any questions or want to know more details on the above. Dr. Oliver Massmann is the General Director of Duane Morris Vietnam LLC.

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The opinions expressed on this blog are those of the author and are not to be construed as legal advice.

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