Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann 

VIETNAMS MARKT FÜR UNTERNEHMENSANLEIHEN TRITT IN EINE NEUE ÄRA EIN: EINE STÄRKERE UND TRANSPARENTERE PLATTFORM ZUR KAPITALBESCHAFFUNG FÜR INLÄNDISCHE UND INTERNATIONALE INVESTOREN

Neue Vorschriften stärken den Anlegerschutz, fördern die Marktdisziplin und schaffen einen klareren Rahmen für vietnamesische Unternehmen beim Zugang zu nationalem und internationalem Fremdkapital.

Vietnam hat einen weiteren bedeutenden Schritt bei der Entwicklung seiner Kapitalmärkte unternommen.

Am 25. September 2026 erließ das Finanzministerium das Rundschreiben Nr. 138/2026/TT-BTC („Rundschreiben 138“) zur Umsetzung des Regierungsdekrets Nr. 200/2026/ND-CP vom 5. Juni 2026 („Dekret 200“), das die Privatplatzierung und den Handel von Unternehmensanleihen in Vietnam sowie die Emission von Unternehmensanleihen auf internationalen Märkten regelt.

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 schafft Rundschreiben 138 den detaillierten operativen Rahmen für das neue Regelwerk.

Für Investoren, Finanzinstitute und vietnamesische Unternehmen auf Kapitalsuche sind die Änderungen von erheblicher Bedeutung. Das neue System verbindet mehr Markttransparenz, strengere Emittentendisziplin, stärkeren Anlegerschutz sowie klarere Verfahren für Emission und Handel.

Die Richtung ist eindeutig: Vietnam strebt danach, seinen Markt für Unternehmensanleihen zu einer transparenteren, nachhaltigeren und glaubwürdigeren Quelle mittel- und langfristiger Finanzierung zu entwickeln und Investoren gleichzeitig deutlich größere Transparenz hinsichtlich der Emittenten, der Mittelverwendung und der Rückzahlungsverpflichtungen zu bieten.

1. Warum der neue Rechtsrahmen wichtig ist

Der vietnamesische Markt für Unternehmensanleihen hat eine erhebliche strategische Bedeutung.

Da vietnamesische Unternehmen weiterhin in Infrastruktur, Fertigung, Technologie, Energie, Immobilien und andere kapitalintensive Sektoren expandieren, wird die klassische Bankfinanzierung allein den langfristigen Finanzierungsbedarf der Wirtschaft voraussichtlich nicht decken können.

Ein tieferer und anspruchsvollerer Anleihemarkt kann daher eine zunehmend wichtige Rolle dabei spielen, den Kapitalbedarf vietnamesischer Unternehmen mit inländischen und internationalen institutionellen Investitionen zu verbinden.

Dekret 200 und Rundschreiben 138 sollen diese Entwicklung fördern und gleichzeitig eine der zentralen Anforderungen professioneller Investoren erfüllen: Vertrauen in Transparenz, Rechenschaftspflicht und durchsetzbare Marktdisziplin.

Das neue Regelwerk legt besonderen Wert auf:

  1. die zulässige Verwendung der Anleiheerlöse;
  2. die finanzielle Leistungsfähigkeit der Emittenten;
  3. die Zulassungsvoraussetzungen für professionelle Investoren;
  4. Offenlegungspflichten;
  5. Bonitätsratings und Besicherungsregelungen in bestimmten Fällen;
  6. Registrierungs- und Verwahrungsanforderungen;
  7. den Sekundärmarkthandel;
  8. die Vertretung der Anleihegläubiger;
  9. die laufende Berichterstattung; sowie
  10. Anforderungen für internationale Emissionen.

Für seriöse Emittenten und professionelle Investoren schafft dies ein strukturierteres regulatorisches Umfeld.

2. Inländische Privatplatzierungen – Ein disziplinierterer Markt

Zulässige Investoren

Privat platzierte Unternehmensanleihen im Inland bleiben grundsätzlich ein Instrument für professionelle Wertpapierinvestoren.

Wandelanleihen und Optionsanleihen können unter den geltenden Voraussetzungen auch strategische Investoren einbeziehen.

Verwahr- und Handelsmitglieder sind dafür verantwortlich, die Anlegerqualifikation vor der Bearbeitung von Übertragungen oder Aufträgen zu überprüfen. Individuelle professionelle Anleger müssen die vorgeschriebenen Nachweise erbringen.

Ziel ist es, eine klare Abgrenzung zwischen Privatplatzierungen und Wertpapierprodukten für den breiten Privatkundenmarkt aufrechtzuerhalten.

Mittelverwendung – Mehr Disziplin

Die Erlöse aus Anleiheemissionen dürfen unter anderem verwendet werden für:

  1. die Finanzierung von Investitionsprojekten;
  2. die Restrukturierung von Verbindlichkeiten des Emittenten; und
  3. andere nach Spezialgesetzen zulässige Zwecke.

Kreditinstituten stehen darüber hinaus weitere zulässige Verwendungszwecke offen, insbesondere die Stärkung des Ergänzungskapitals (Tier-2-Kapital), Kreditvergabe und Investitionen.

Emittenten müssen die Erlöse gesondert überwachen und entsprechend dem offengelegten Emissionsplan verwenden.

Bis zur tatsächlichen Verwendung dürfen vorübergehend nicht benötigte Mittel grundsätzlich nur in Bankeinlagen oder Einlagenzertifikaten angelegt werden.

Dies stellt einen wichtigen Mechanismus zum Schutz der Anleger dar: Investoren erhalten größere Transparenz darüber, warum Kapital aufgenommen wird und wofür es verwendet werden soll.

Wesentliche Änderungen des Verwendungszwecks oder der Laufzeit einer Emission erfordern die entsprechende gesellschaftsrechtliche Genehmigung, die Zustimmung von Anleihegläubigern, die mindestens 65 % der ausstehenden Anleihen derselben Gattung vertreten, sowie gegebenenfalls ein Rückkaufsangebot für widersprechende Anleiheinhaber.

3. Strengere finanzielle Anforderungen an Emittenten

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die stärkere Betonung der finanziellen Leistungsfähigkeit des Emittenten.

Für relevante nicht börsennotierte Unternehmen, die nicht wandelbare und nicht optionsgebundene Anleihen emittieren, gelten unter anderem folgende Voraussetzungen:

  1. Gründung in Vietnam als Aktiengesellschaft (JSC) oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung (LLC);
  2. Erfüllung der geltenden Anforderungen hinsichtlich der Zahlungshistorie;
  3. Einhaltung aufsichtsrechtlicher Kennzahlen, soweit anwendbar;
  4. ein genehmigter Emissionsplan;
  5. geprüfte Jahresabschlüsse des Vorjahres;
  6. qualifizierte Investoren; und
  7. Einhaltung der geltenden Verschuldungsgrenze.

Vorbehaltlich gesetzlicher Ausnahmen dürfen die Gesamtverbindlichkeiten einschließlich der geplanten Anleiheemission grundsätzlich das Fünffache des Eigenkapitals nicht überschreiten. Maßgeblich sind dabei die relevanten geprüften Abschlüsse.

Bestimmte Ausnahmen gelten für einzelne Kategorien von Emittenten, darunter bestimmte Staatsunternehmen, Emittenten von Immobilienprojekten, Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen, Wertpapiergesellschaften und Fondsverwaltungsgesellschaften.

Für Investoren ist die Bedeutung dieser Regelung eindeutig: Der Verschuldungsgrad wird zunehmend zu einem entscheidenden Zulassungskriterium, bevor eine private Anleiheemission den Markt erreicht.

4. Verbesserter Schutz für individuelle professionelle Investoren

Das neue Regelwerk enthält besonders wichtige Schutzmechanismen für Anleiheangebote an individuelle professionelle Investoren.

Für entsprechende Emissionen sind sowohl

  1. ein Bonitätsrating (Credit Rating); als auch
  2. entweder qualifizierte Sicherheiten oder eine Zahlungsgarantie eines Kreditinstituts für die Rückzahlung des Nominalbetrags gemäß den gesetzlichen Vorgaben

erforderlich.

Eigene Aktien, Anleihen oder Kapitalanteile des Emittenten dürfen hierfür nicht als Sicherheiten verwendet werden.

Besicherte Anleihen sowie bestimmte Anleiheangebote an individuelle Investoren erfordern zudem die Bestellung eines Vertreters der Anleihegläubiger.

Diese Anforderungen verschaffen professionellen Investoren zusätzliche Instrumente zur Beurteilung und Steuerung ihres Kreditrisikos.

5. Klarere Anleihebedingungen und Marktinfrastruktur

Inländische Anleihen werden in vietnamesischen Dong denominiert und zurückgezahlt und haben grundsätzlich einen Nennwert von 100 Millionen VND oder ein Vielfaches davon.

Die Verzinsung kann erfolgen als:

  1. Festzins;
  2. variabler Zinssatz; oder
  3. Kombination aus beiden Modellen.

Bei variabel verzinslichen Anleihen muss die Referenzgrundlage offengelegt werden.

Anleihen können in Urkundenform, als Buchwertpapiere oder in elektronischer Form ausgegeben werden.

Emittenten müssen die erforderliche Registrierung bei der Vietnam Securities Depository and Clearing Corporation („VSDC“) durchführen, während der Handel über die regulierte Marktinfrastruktur erfolgt.

Damit wird der Markt für privat platzierte Anleihen weiter institutionalisiert und nicht mehr primär auf bilaterale Vertragsdokumentationen und persönliche Geschäftsbeziehungen gestützt.

6. Offenlegung wird zum zentralen Bestandteil des Investment Case

Die vielleicht wichtigste Botschaft für Investoren ist die zunehmende Bedeutung von Transparenz und Offenlegungspflichten.

Emittenten unterliegen folgenden Offenlegungspflichten:

Offenlegung vor der Emission
Vorgeschriebene Informationen müssen den Investoren sowie der Hanoi Stock Exchange (HNX) vor Beginn des Angebots zur Verfügung gestellt werden.

Regelmäßige Offenlegung
Halbjährliche und jährliche Berichte sind während der gesamten Laufzeit der Anleihe vorzulegen und müssen unter anderem die finanzielle Situation des Emittenten, Zahlungsverpflichtungen, die Verwendung der Emissionserlöse sowie die Einhaltung der Emittentenzusagen behandeln.

Anlassbezogene Offenlegung
Bestimmte wesentliche Ereignisse unterliegen beschleunigten Offenlegungspflichten.

Offenlegung der Rückzahlung
Die vollständige Erfüllung sämtlicher Anleiheverpflichtungen muss ebenfalls innerhalb der vorgeschriebenen Frist gemeldet werden.

Dies ist nicht lediglich eine regulatorische Compliance-Anforderung.

Für institutionelle Investoren ist eine verlässliche und kontinuierliche Berichterstattung eine der grundlegenden Voraussetzungen für das Funktionieren eines effizienten Fremdkapitalmarkts.

7. Internationale Anleiheemissionen – Ein klarerer Weg zum globalen Kapitalmarkt

Die Reformen sind gleichermaßen relevant für vietnamesische Unternehmen, die eine Finanzierung über internationale Fremdkapitalmärkte in Betracht ziehen.

Vietnamesische Aktiengesellschaften (JSCs) und Gesellschaften mit beschränkter Haftung (LLCs) können internationale Anleihemärkte nutzen, sofern die einschlägigen gesellschaftsrechtlichen, wertpapierrechtlichen, außenkreditrechtlichen und devisenrechtlichen Vorschriften eingehalten werden.

Emittenten müssen unter anderem folgende Anforderungen erfüllen:

  1. einen genehmigten Emissionsplan;
  2. die Einhaltung einschlägiger aufsichtsrechtlicher Kennzahlen;
  3. gegebenenfalls sektorspezifische behördliche Genehmigungen;
  4. die Vorschriften für nicht staatlich garantierte Auslandsfinanzierungen;
  5. die geltenden Devisenbestimmungen;
  6. die Anforderungen des jeweiligen ausländischen Kapitalmarkts;
  7. die Vorgaben der State Bank of Vietnam;
  8. die relevanten Finanzberichte;
  9. gegebenenfalls Informationen zu Bonitätsratings; sowie
  10. Registrierungsanforderungen des Auslandsmarkts oder entsprechende internationale Rechtsgutachten.

Internationale Anleihen werden entsprechend den geltenden Vorschriften in der jeweiligen Fremdwährung denominiert und abgewickelt.

Wandelanleihen und optionsgebundene internationale Anleihen bleiben für Aktiengesellschaften verfügbar, unterliegen jedoch insbesondere den vietnamesischen Beschränkungen hinsichtlich ausländischer Beteiligungen.

Für größere vietnamesische Unternehmen schafft dies einen klareren regulatorischen Fahrplan für den Zugang zu internationalem institutionellem Kapital.

8. Warum internationale Investoren aufmerksam sein sollten

Die Bedeutung dieser Reformen geht weit über die bloße Dokumentation von Anleiheemissionen hinaus.

Vietnam entwickelt die rechtlichen Rahmenbedingungen weiter, die für einen modernen und ausgereiften Kapitalmarkt erforderlich sind.

Die Kombination aus:

  1. strengeren Offenlegungspflichten;
  2. klareren Vorgaben zur Verschuldungsdisziplin;
  3. strengeren Kontrollen hinsichtlich der Mittelverwendung;
  4. erweiterten Anforderungen an die Anlegerqualifikation;
  5. Bonitätsrating-Pflichten in bestimmten Fällen;
  6. Anforderungen an Sicherheiten oder Garantien;
  7. einer regulierten Registrierungs-, Verwahrungs- und Handelsinfrastruktur; sowie
  8. klareren Regeln für internationale Emissionen

dürfte die Fähigkeit der Investoren verbessern, Risiken zu bewerten, Due-Diligence-Prüfungen durchzuführen und ihre Investitionen während der gesamten Laufzeit einer Anleihe zu überwachen.

Dies beseitigt weder Investitions- noch Kreditrisiken. Unternehmensanleihen bleiben Schuldverpflichtungen des Emittenten, und Investoren müssen weiterhin angemessene finanzielle, rechtliche und wirtschaftliche Prüfungen vornehmen.

Eine höhere regulatorische Transparenz und Rechenschaftspflicht kann jedoch dazu beitragen, Risiken besser zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten.

Dies stellt eine wichtige Weiterentwicklung des vietnamesischen Investitionsumfelds dar.

9. Was Emittenten jetzt tun sollten

Vietnamesische Unternehmen, die eine Privatplatzierung von Anleihen in Erwägung ziehen, sollten vor der Ansprache potenzieller Investoren eine umfassende Emissionsbereitschaftsprüfung durchführen.

Besonderes Augenmerk sollte dabei auf folgende Punkte gelegt werden:

  1. die gegebenenfalls anwendbare Verschuldungsgrenze von dem Fünffachen des Eigenkapitals;
  2. die Zahlungshistorie des Emittenten während der vergangenen drei Jahre;
  3. die zulässige Verwendung der Emissionserlöse;
  4. die Zulassungsvoraussetzungen der Investoren;
  5. geprüfte Jahresabschlüsse;
  6. Anforderungen an Bonitätsratings;
  7. Anforderungen an Sicherheiten oder Garantien;
  8. die Vertretung der Anleihegläubiger;
  9. gesellschaftsrechtliche Genehmigungen;
  10. Offenlegungs- und Emissionsdokumentation; sowie
  11. den laufenden Compliance-Kalender nach der Emission.

Bei internationalen Emissionen sollten Emittenten frühzeitig die Zusammenarbeit zwischen vietnamesischen Rechtsberatern, internationalen Rechtsberatern, Finanzberatern, Konsortialbanken und den zuständigen Aufsichtsbehörden koordinieren, insbesondere im Hinblick auf Anforderungen der State Bank of Vietnam, Auslandskredite, Devisenvorschriften sowie die Dokumentationsanforderungen des jeweiligen Zielmarktes.

10. Was Investoren tun sollten

Professionelle und institutionelle Investoren sollten den erweiterten Offenlegungsrahmen aktiv nutzen.

Die Due-Diligence-Prüfung sollte sich insbesondere auf folgende Aspekte konzentrieren:

  1. den Verschuldungsgrad des Emittenten und dessen Rückzahlungsfähigkeit;
  2. den bisherigen Schuldendienst;
  3. den rechtlichen Status des zugrunde liegenden Investitionsprojekts;
  4. die konkrete Verwendung der Emissionserlöse;
  5. die Struktur von Sicherheiten und Garantien;
  6. vorhandene Bonitätsratings;
  7. Risiken aus Geschäften mit verbundenen Unternehmen;
  8. Schutzmechanismen für Anleihegläubiger;
  9. Regelungen zur vorzeitigen Rückzahlung und zu Änderungen der Anleihebedingungen; sowie
  10. die laufende Einhaltung der Offenlegungspflichten.

Ausländische Investoren sollten zusätzlich sicherstellen, dass ihre Wertpapierhandelskennungen (Trading Codes), Verwahrungsstrukturen und Handelskonten den vietnamesischen Anforderungen entsprechen.

11. Unmittelbar relevante Übergangsregelung

Emittenten mit bereits ausstehenden Anleihen sollten außerdem ihre bestehenden Registrierungsdaten überprüfen.

Wurden Anleihebedingungen in einer Weise geändert, die zu einer Verringerung der registrierten Anleiheanzahl geführt hat, ohne dass die entsprechenden Registerdaten bei der Vietnam Securities Depository and Clearing Corporation (VSDC) angepasst wurden, muss die erforderliche Aktualisierung bis spätestens zum 31. Oktober 2026 vorgenommen werden.

AUSBLICK – EIN ATTRAKTIVERER VIETNAMESISCHER KAPITALMARKT

Rundschreiben 138 und Dekret 200 sollten nicht lediglich als weitere Compliance-Anpassung betrachtet werden.

Sie sind Teil der fortlaufenden Bemühungen Vietnams, einen Unternehmensanleihemarkt aufzubauen, der den wachsenden Bedarf des Landes an langfristigem privatem Kapital unterstützen kann und gleichzeitig höhere Standards hinsichtlich Transparenz, Verantwortung der Emittenten und Anlegerschutz etabliert.

Für gut vorbereitete vietnamesische Unternehmen schafft der neue Rahmen einen klareren Weg zur Diversifizierung ihrer Finanzierungsquellen über die traditionelle Bankenfinanzierung hinaus.

Für professionelle inländische und internationale Investoren entsteht ein stärker strukturiertes Marktumfeld, in dem Emittentenqualität, Verschuldungsgrad, Mittelverwendung, Besicherung und Rückzahlungsrisiken mit größerer Transparenz bewertet werden können.

Die Investitionschance liegt daher nicht in einer schwächeren Regulierung, sondern in einer stärkeren Marktarchitektur: Glaubwürdige Emittenten erhalten Zugang zu tieferen Kapitalpools, während professionelle Investoren bessere Informationen und stärkere Schutzmechanismen erhalten, um Investitionsmöglichkeiten fundiert beurteilen zu können.

Mit dem weiteren Wachstum der vietnamesischen Wirtschaft und der Vertiefung ihrer Kapitalmärkte werden diejenigen Unternehmen, die sich frühzeitig auf diese höheren Standards einstellen, voraussichtlich besser positioniert sein, um sowohl vietnamesisches als auch internationales Fremdkapital zu erschließen.

Für weitere Informationen zu Unternehmensanleiheemissionen, Investitionsstrukturen oder zum Zugang zu den vietnamesischen Kapitalmärkten wenden Sie sich bitte an:

Dr. Oliver Massmann
Generaldirektor
Duane Morris Vietnam LLC
E-Mail: omassmann@duanemorris.com

LEGAL ALERT

VIETNAM’S CORPORATE BOND MARKET ENTERS A NEW ERA: A STRONGER, MORE TRANSPARENT CAPITAL-RAISING PLATFORM FOR DOMESTIC AND INTERNATIONAL INVESTORS

New rules sharpen investor protection, strengthen market discipline and create a clearer framework for Vietnamese companies accessing domestic and international debt capital

Vietnam has taken another significant step in the development of its capital markets.

On 25 September 2026, the Ministry of Finance issued Circular No. 138/2026/TT-BTC (“Circular 138”), implementing the Government’s Decree No. 200/2026/ND-CP dated 5 June 2026 (“Decree 200”) governing private placements and trading of corporate bonds in Vietnam and corporate bond offerings in international markets.

Effective 1 October 2026, Circular 138 provides the detailed operational framework for the new regime.

For investors, financial institutions and Vietnamese companies seeking capital, the changes are significant. The new framework combines greater market transparency, stronger issuer discipline, tighter investor protections and clearer issuance and trading procedures.

The direction of travel is clear: Vietnam is seeking to develop its corporate bond market into a more transparent, sustainable and credible source of medium- and long-term capital, while providing investors with substantially greater visibility over issuers, use of proceeds and repayment obligations.

1. Why the New Framework Matters

Vietnam’s corporate bond market has considerable strategic importance.

As Vietnamese businesses continue expanding in infrastructure, manufacturing, technology, energy, real estate and other capital-intensive sectors, bank lending alone cannot be expected to satisfy the economy’s long-term financing requirements.

A deeper and more sophisticated bond market can therefore play an increasingly important role in connecting Vietnamese corporate demand for capital with domestic and international institutional investment.

Decree 200 and Circular 138 seek to support that development while addressing one of the central requirements of sophisticated investors: confidence in transparency, accountability and enforceable investment discipline.

The new regime places particular emphasis on:

  • permitted use of bond proceeds;
  • issuer financial capacity;
  • professional-investor eligibility;
  • disclosure;
  • credit ratings and security arrangements in specified cases;
  • registration and depository requirements;
  • secondary-market trading;
  • bondholder representation;
  • ongoing reporting; and
  • international offering requirements.

For serious issuers and professional investors, this creates a more structured regulatory environment.

2. Domestic Private Placements – A More Disciplined Market

Eligible Investors

Domestic privately placed corporate bonds remain principally an instrument for professional securities investors.

Convertible bonds and warrant-linked bonds may also involve strategic investors, subject to applicable requirements.

Depository and trading members have responsibility for verifying investor eligibility before processing transfers or orders, while individual professional investors must provide the prescribed confirmation.

The objective is to maintain a clear distinction between private placements and securities products intended for the wider retail market.

Use of Proceeds – Greater Discipline

Bond proceeds may be used for purposes including:

  • financing investment projects;
  • restructuring the issuer’s debt; and
  • other purposes permitted under specialized legislation.

Credit institutions have additional permitted purposes, including raising Tier 2 capital, lending and investment.

Issuers must separately monitor proceeds and deploy them consistently with the disclosed issuance plan.

Pending deployment, temporarily unused proceeds may generally only be placed in bank deposits or certificates of deposit.

This represents an important investor-protection feature: investors receive greater visibility over why capital is being raised and where it is intended to go.

Material changes to the purpose or term of an issuance require the appropriate corporate approval, approval by holders representing at least 65% of outstanding bonds of the same type, and a buy-back mechanism for dissenting holders where required.

3. Stronger Financial Thresholds for Issuers

One of the most significant features is increased emphasis on issuer financial capacity.

For relevant non-public companies issuing non-convertible and non-warrant bonds, conditions include:

  • Vietnamese incorporation as a JSC or LLC;
  • satisfaction of applicable payment-history requirements;
  • compliance with prudential ratios where applicable;
  • an approved issuance plan;
  • audited prior-year financial statements;
  • eligible investors; and
  • compliance with the applicable leverage limitation.

Subject to statutory exemptions, total liabilities including the proposed bond issuance generally may not exceed five times equity, calculated by reference to the relevant audited financial statements.

Specified exemptions apply to certain categories, including particular SOEs, real-estate project issuers, credit institutions, insurers, securities companies and fund managers.

For investors, the significance is straightforward: leverage is becoming an increasingly important gateway consideration before a private bond issuance reaches the market.

4. Enhanced Protection for Individual Professional Investors

The new regime contains particularly important protections where bonds are offered to individual professional investors.

Relevant offerings require both:

  • a credit rating; and
  • either qualifying collateral or a credit-institution payment guarantee covering the principal as prescribed.

An issuer’s own shares, bonds or capital contributions cannot be used as collateral for this purpose.

Secured bonds and relevant offerings to individual investors also require a bondholder representative.

These requirements should give sophisticated investors additional tools for assessing and managing credit exposure.

5. Clearer Bond Terms and Market Infrastructure

Domestic bonds are denominated and paid in Vietnamese dong and generally have a par value of VND 100 million or multiples thereof.

Interest may be:

  • fixed;
  • floating; or
  • a combination of both.

For floating-rate instruments, the reference basis must be disclosed.

Bonds may exist in certificated, book-entry or electronic form.

Issuers must complete the relevant registration with the Vietnam Securities Depository and Clearing Corporation (“VSDC”), while trading takes place through the regulated market infrastructure.

The framework therefore further institutionalizes the privately placed bond market rather than leaving it principally dependent upon bilateral documentation and relationships.

6. Disclosure Becomes Central to the Investment Proposition

Perhaps the most important message for investors is the increased importance of disclosure.

Issuers are subject to:

Pre-offering disclosure – prescribed information must be disclosed to investors and HNX before the offering commences.

Periodic disclosure – semi-annual and annual reporting continues while bonds remain outstanding and covers matters including financial position, payment obligations, use of proceeds and issuer commitments.

Event-driven disclosure – specified material events are subject to accelerated disclosure requirements.

Repayment disclosure – full discharge of bond obligations must also be reported within the prescribed period.

This is important not merely as a compliance exercise.

For institutional investors, reliable and continuing disclosure is one of the fundamental building blocks of a functioning debt capital market.

7. International Bond Offerings – A Clearer Route to Global Capital

The reforms are equally relevant to Vietnamese companies considering international debt markets.

Vietnamese JSCs and LLCs may access international bond markets subject to the applicable corporate, securities, foreign-borrowing and foreign-exchange requirements.

Issuers must address, among other matters:

  • an approved issuance plan;
  • applicable prudential ratios;
  • sector-specific regulatory approvals;
  • regulations governing non-government-guaranteed foreign borrowing;
  • foreign-exchange requirements;
  • conditions imposed by the overseas market;
  • State Bank of Vietnam requirements;
  • relevant financial statements;
  • credit-rating information where applicable; and
  • overseas registration requirements or appropriate international legal opinions.

International bonds are denominated and settled in the relevant foreign currency in accordance with applicable requirements.

Convertible and warrant-linked international bonds remain available to JSCs, subject particularly to Vietnam’s foreign-ownership limitations.

For larger Vietnamese corporates, this provides a clearer regulatory roadmap for accessing international institutional capital.

8. Why International Investors Should Pay Attention

The significance of these reforms extends beyond bond documentation.

Vietnam continues to develop the legal infrastructure required for a more mature capital market.

The combination of:

  • stronger disclosure;
  • clearer leverage discipline;
  • tighter use-of-proceeds controls;
  • enhanced investor qualification;
  • credit-rating requirements in specified circumstances;
  • collateral or guarantee requirements;
  • regulated registration, depository and trading infrastructure; and
  • clearer rules for international offerings

should improve investors’ ability to price risk, conduct due diligence and monitor investments throughout the life of a bond.

That does not eliminate investment or credit risk. Corporate bonds remain debt obligations of the issuer, and investors must undertake appropriate financial, legal and commercial due diligence.

But greater regulatory transparency and accountability can make those risks more identifiable and assessable.

That is an important development for Vietnam’s investment environment.

9. What Issuers Should Do Now

Vietnamese companies contemplating a private bond issuance should conduct a comprehensive pre-issuance readiness review before approaching investors.

Particular attention should be given to:

  • the five-times liabilities-to-equity threshold where applicable;
  • the issuer’s three-year payment history;
  • permitted use of proceeds;
  • investor eligibility;
  • audited financial statements;
  • credit-rating requirements;
  • collateral or guarantee requirements;
  • bondholder representation;
  • corporate approvals;
  • disclosure documentation; and
  • the ongoing compliance calendar following issuance.

For international offerings, issuers should begin early coordination among Vietnamese counsel, international counsel, financial advisers, underwriters and relevant regulatory authorities, particularly in relation to State Bank requirements, foreign borrowing, foreign exchange and host-market documentation.

10. What Investors Should Do

Professional and institutional investors should use the enhanced disclosure framework proactively.

Due diligence should focus particularly on:

  • issuer leverage and repayment capacity;
  • historical debt servicing;
  • legal status of the underlying investment project;
  • precise use of proceeds;
  • collateral and guarantee structure;
  • credit ratings;
  • related-party exposure;
  • bondholder protections;
  • early redemption and amendment provisions; and
  • ongoing compliance with disclosure obligations.

Foreign investors should additionally ensure that their securities trading code, depository arrangements and trading accounts satisfy Vietnamese requirements.

11. Immediate Transitional Point

Issuers with outstanding bonds should also review their existing registration information.

Where bond terms were changed in a manner reducing the registered bond quantity without corresponding adjustment of VSDC records, the required update must be completed by 31 October 2026.

OUTLOOK – A MORE INVESTABLE VIETNAM CAPITAL MARKET

Circular 138 and Decree 200 should be viewed as more than another compliance update.

They form part of Vietnam’s continuing effort to build a corporate bond market capable of supporting the country’s growing requirement for long-term private capital while imposing stronger standards of transparency, issuer responsibility and investor protection.

For well-prepared Vietnamese companies, the framework provides a clearer pathway to diversify financing beyond traditional bank lending.

For professional domestic and international investors, it creates a more structured environment in which issuer quality, leverage, use of proceeds, security and repayment risk can be evaluated with greater transparency.

The investment opportunity therefore lies not in weaker regulation, but in a stronger market architecture: credible issuers gaining access to deeper pools of capital, and sophisticated investors receiving better information and stronger safeguards with which to assess opportunities.

As Vietnam’s economy continues to expand and its capital markets deepen, companies that prepare early for these higher standards should be better positioned to access both Vietnamese and international debt capital.

For further information regarding corporate bond issuances, investment structures or accessing Vietnam’s capital markets, please contact:

Dr. Oliver Massmann
General Director
Duane Morris Vietnam LLC
Email: omassmann@duanemorris.com

Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann – VIETNAM IST NUN EIN SCHWELLENLAND – WAS ÄNDERT SICH KONKRET FÜR AUSLÄNDISCHE INVESTOREN?

Die Hochstufung ist vollzogen. Die entscheidendere Frage für internationale Investoren lautet nun: Was sollten sie jetzt tun?

Vietnam hat einen der wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung seiner Kapitalmärkte erreicht.

Mit Wirkung zur Markteröffnung am 21. September 2026 hat FTSE Russell Vietnam vom Status eines Frontier Market (Grenzmarkt) zum Secondary Emerging Market (sekundären Schwellenmarkt) hochgestuft.

Dies ist weit mehr als nur eine Änderung der Terminologie.

Sie verändert die Stellung Vietnams innerhalb der Architektur internationaler institutioneller Investitionen.

Vietnamische Aktien kommen nun für die Aufnahme in die FTSE Global Equity Index Series (GEIS) infrage, einschließlich bedeutender Benchmarks wie des FTSE Emerging Market Index, des FTSE All-World Index und des FTSE Global All Cap Index.

FTSE Russell bestätigte, dass Vietnam inzwischen sämtliche Kriterien für den Status eines Secondary Emerging Market erfüllt. Dies ist das Ergebnis umfassender Reformen der Marktinfrastruktur sowie einer verbesserten Zugänglichkeit für ausländische Investoren, darunter die Einführung eines Modells ohne Vorfinanzierung (Non-Prefundung-Modell) für ausländische institutionelle Investoren sowie eines formellen Mechanismus zur Abwicklung fehlgeschlagener Transaktionen.

Für Vietnam stellt dies einen historischen Erfolg dar.

Für ausländische Investoren beginnt jedoch nun die wichtigere Frage:

WAS ÄNDERT SICH KONKRET – UND WAS SOLLTEN AUSLÄNDISCHE INVESTOREN ALS NÄCHSTES TUN?

Die Antwort lautet: Vietnam entwickelt sich von einer vorwiegend spezialisierten Frontier-Market-Anlagemöglichkeit zu einem Bestandteil des etablierten globalen Schwellenmarktuniversums.

Die Hochstufung beseitigt jedoch nicht die Notwendigkeit einer sorgfältigen rechtlichen, regulatorischen und investitionsbezogenen Analyse.

Tatsächlich könnte die nächste Phase eine noch intensivere Analyse erforderlich machen.

1. VIETNAM IST TEIL EINES DEUTLICH GRÖSSEREN GLOBALEN INVESTITIONSUNIVERSUMS GEWORDEN

Die erste Konsequenz ist struktureller Natur.

Frontier Markets werden in der Regel von spezialisierten Fonds verfolgt, deren Allokationen vergleichsweise begrenzt sind.

Schwellenländer hingegen sind Teil eines weitaus größeren internationalen Investitionsökosystems, das globale Vermögensverwalter, Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungen, ETFs sowie institutionelle Fonds umfasst, die sich an Schwellenmarktindizes orientieren.

Vietnamische Aktien können nun in die wichtigsten globalen Aktienindizes von FTSE aufgenommen werden.

FTSE hat bestätigt, dass Vietnam nun das 24. Land im FTSE Emerging Index und das 49. Land im FTSE All-World Index ist.

Dies erhöht die Sichtbarkeit Vietnams für internationale Portfoliomanager erheblich.

Für zahlreiche Investmentausschüsse kann Vietnam künftig zunehmend nicht mehr lediglich als

„eine spezialisierte Frontier-Market-Allokation“

sondern vielmehr als Bestandteil von

„Asien / ASEAN / Schwellenmärkten“

betrachtet werden.

Dieser Unterschied ist von enormer Bedeutung.

Er verändert den Kreis der Investoren, die Vietnam überhaupt in Betracht ziehen können, die Benchmarks, an denen Investitionen gemessen werden, sowie potenziell das Volumen institutionellen Kapitals, das vietnamesischen Unternehmen zur Verfügung steht.

2. INTERNATIONALE KAPITALZUFLÜSSE DÜRFTEN ZUNEHMEN – ABER NICHT ÜBER NACHT

Es wird erwartet, dass die Hochstufung erhebliche zusätzliche internationale Portfolioinvestitionen auslösen wird.

Die Weltbank schätzt, dass die FTSE-Hochstufung in den ersten Jahren zusätzliche Portfoliozuflüsse in Höhe von etwa 3 bis 5 Milliarden US-Dollar generieren könnte. Sollten die Reformen fortgesetzt werden, könnten die Kapitalzuflüsse bis 2030 sogar deutlich höhere Niveaus erreichen.

Ausländische Investoren sollten jedoch einen wichtigen Punkt verstehen:

DER 21. SEPTEMBER 2026 WAR DER BEGINN DES PROZESSES – NICHT DESSEN ABSCHLUSS.

FTSE Russell führt vietnamesische Wertpapiere schrittweise in seine globalen Indizes ein.

Der Implementierungsplan sieht wie folgt aus:

  • 21. September 2026: 10 %
  • 22. März 2027: zusätzliche 20 %
  • 21. Juni 2027: zusätzliche 35 %
  • 20. September 2027: abschließende 35 %

Dies bedeutet, dass Vietnam von 10 % auf 30 %, anschließend auf 65 % und schließlich bis September 2027 auf 100 % Umsetzung ansteigt.

Dieser stufenweise Ansatz soll einen geordneten Übergang gewährleisten und insbesondere Liquiditäts- sowie Finanzierungsaspekte berücksichtigen, die mit der Nachbildung von Indizes verbunden sind.

Dieser Umstand ist für Investoren von entscheidender Bedeutung.

Die Hochstufung sollte daher nicht als einmaliges Marktereignis an einem bestimmten Tag betrachtet werden.

Vielmehr sollte sie verstanden werden als:

EINE ZWÖLFMONATIGE INTEGRATION VIETNAMS IN DAS GLOBALE SCHWELLENMARKT-INVESTITIONSSYSTEM.

3. AUSLÄNDISCHE INSTITUTIONELLE INVESTOREN KÖNNEN DEN MARKT NUN EFFIZIENTER NUTZEN

Eines der bedeutendsten Hindernisse für internationale institutionelle Investoren in Vietnam war bislang die Vorfinanzierungspflicht (Prefunding Requirement).

Ausländische institutionelle Investoren mussten in der Praxis häufig die erforderlichen Geldmittel bereitstellen, bevor sie Wertpapierkäufe ausführen konnten.

Für große internationale Vermögensverwalter, die in zahlreichen Märkten tätig sind, führte dies zu Kapitalineffizienzen und zusätzlicher operativer Komplexität.

Vietnam hat dieses Problem durch die Einführung eines Non-Prefundung-Mechanismus für ausländische institutionelle Investoren sowie durch Regelungen zur Abwicklung gescheiterter Transaktionen (Failed Trades) weitgehend gelöst.

FTSE Russell hat diese Verbesserungen der Marktinfrastruktur ausdrücklich anerkannt, als die Eignung Vietnams für die Einstufung als Secondary Emerging Market bestätigt wurde.

Darüber hinaus hat Vietnam den Marktzugang über internationale Broker weiter erleichtert.

Diese Reformen sind deshalb bedeutsam, weil internationale Investoren nicht nur fragen:

„Ist Vietnam attraktiv?“

Sie müssen auch beurteilen:

„Können wir Investitionen innerhalb unserer globalen Systeme tatsächlich effizient eingehen, ausführen, abwickeln, verwahren und wieder veräußern?“

Vietnam hat die Antwort auf diese Frage wesentlich verbessert.

4. PASSIVES KAPITAL IST NUR EIN TEIL DER GESCHICHTE

Ein Großteil der Aufmerksamkeit richtet sich naturgemäß auf indexnachbildende Fonds.

Sobald vietnamesische Wertpapiere in FTSE-Indizes aufgenommen werden, müssen Fonds, die diese Indizes replizieren, ihre Portfolios entsprechend anpassen.

Die möglicherweise größere langfristige Wirkung dürfte jedoch vom aktiv verwalteten institutionellen Kapital ausgehen.

Ein Fondsmanager für Schwellenländer, der bislang kein Mandat oder nur geringe Anreize hatte, Vietnam zu analysieren, hat nun einen deutlich stärkeren Grund, dies zu tun.

Dies bedeutet, dass vietnamesische Unternehmen zunehmend um Kapital im Wettbewerb mit Unternehmen aus etablierten Schwellenländern stehen.

Die Auswirkungen dürften weit über unmittelbare Kapitalzuflüsse hinausgehen.

Langfristig kann die erfolgreiche Integration in globale Schwellenmarktindizes zu Folgendem beitragen:

  1. einer höheren Marktliquidität;
  2. einer breiteren institutionellen Eigentümerbasis;
  3. einer stärkeren internationalen Analystenabdeckung;
  4. einer effizienteren Preisbildung;
  5. einer steigenden Nachfrage nach professionellen Investor-Relations-Strukturen;
  6. höheren Anforderungen an die Corporate Governance; sowie
  7. einem potenziell verbesserten Zugang hochwertiger vietnamesischer Emittenten zu Eigenkapitalfinanzierungen.

Dies könnte besonders wichtig werden, da Vietnam seine Abhängigkeit von der Bankenfinanzierung reduzieren und seine Kapitalmärkte vertiefen möchte.

Auch die vietnamesische Regierung betrachtet die Hochstufung als Chance, qualitativ hochwertiges und langfristig orientiertes internationales Kapital anzuziehen und gleichzeitig Liquidität, Marktinfrastruktur, Marktdisziplin und regulatorische Standards weiter zu verbessern.

5. DIE FTSE-HOCHSTUFUNG BESEITIGT JEDOCH NICHT DIE BESCHRÄNKUNGEN FÜR AUSLÄNDISCHE INVESTITIONEN IN VIETNAM

Dies ist möglicherweise der wichtigste rechtliche Aspekt für internationale Investoren.

DIE FTSE-KLASSIFIZIERUNG IST NICHT GLEICHBEDEUTEND MIT DEM VIETNAMESISCHEN INVESTITIONSRECHT.

Die Hochstufung führt nicht automatisch zur Abschaffung von:

  1. Beschränkungen des ausländischen Eigentums;
  2. bedingten Marktzugangsvoraussetzungen;
  3. Beschränkungen in bestimmten Wirtschaftszweigen;
  4. unternehmensspezifischen Obergrenzen für ausländische Beteiligungen;
  5. Investitionsregistrierungspflichten;
  6. sektorspezifischen Genehmigungen;
  7. Anforderungen des Wertpapierrechts; oder
  8. sonstigen Beschränkungen für ausländische Investoren.

Ein Unternehmen kann daher aus Investitionssicht äußerst attraktiv sein und dennoch rechtliche Einschränkungen hinsichtlich Umfang oder Struktur einer Beteiligung ausländischer Investoren aufweisen.

Ausländische Investoren müssen daher weiterhin jedes Zielunternehmen, den jeweiligen Sektor und die konkrete Transaktion sorgfältig prüfen.

Dies gilt insbesondere dann, wenn das Zielunternehmen mehrere Geschäftsbereiche betreibt, die unterschiedlichen ausländischen Investitionsbedingungen unterliegen.

Die Botschaft ist daher eindeutig:

DER STATUS ALS SCHWELLENLAND ÖFFNET DIE TÜR. ER BESEITIGT NICHT ALLE REGULATORISCHEN SCHRANKEN DAHINTER.

6. WAS SOLLTEN AUSLÄNDISCHE INVESTOREN JETZT TUN?

Hier wird die Hochstufung praktisch relevant.

Unserer Ansicht nach sollten internationale Investoren Vietnam nun nicht länger lediglich beobachten, sondern eine strukturierte Vietnam-Investitionsstrategie entwickeln.

Wir empfehlen sieben unmittelbare Prioritäten.

ERSTENS – DIE EIGENE VIETNAM-ALLOKATIONSSTRATEGIE FESTLEGEN

Investoren sollten entscheiden, ob Vietnam behandelt wird als:

  1. passive Indexexponierung;
  2. Bestandteil eines breiteren Schwellenmarktportfolios;
  3. eigenständige Vietnam-Allokation;
  4. ASEAN-Allokation; oder
  5. strategischer Markt für aktive Investitionen.

Jeder dieser Ansätze erfordert unterschiedliche Niveaus an Research, Infrastruktur und rechtlicher Vorbereitung.

Investoren sollten nicht einfach abwarten, bis Indexgewichtungen ihre Vietnam-Strategie faktisch vorgeben.

ZWEITENS – FESTSTELLEN, WELCHE VIETNAMESISCHEN UNTERNEHMEN TATSÄCHLICH INVESTIERBAR SIND

Die FTSE-Hochstufung bedeutet nicht, dass jedes in Vietnam börsennotierte Unternehmen automatisch für internationale Indexinvestitionen geeignet ist.

Potenzielle Zielunternehmen sollten anhand folgender Kriterien analysiert werden:

  • FTSE-Zulassungskriterien;
  • Liquidität;
  • verfügbare Kapazitäten für ausländisches Eigentum;
  • Corporate Governance;
  • geschäftliche Fundamentaldaten;
  • vietnamesische rechtliche Beschränkungen.

Dies ist besonders wichtig, da selbst attraktive börsennotierte Unternehmen nur über eine begrenzte verbleibende Quote für ausländische Beteiligungen verfügen oder Tätigkeiten ausüben können, die besonderen Marktzugangsbeschränkungen unterliegen.

Die richtige Frage lautet daher nicht lediglich:

„Welche vietnamesischen Aktien profitieren von der Hochstufung?“

Sondern:

„Welche hochwertigen vietnamesischen Unternehmen sind sowohl wirtschaftlich attraktiv als auch tatsächlich für internationales Kapital zugänglich?“

DRITTENS – DEN VERFÜGBAREN SPIELRAUM FÜR AUSLÄNDISCHES EIGENTUM VOR DEM POSITIONSAUFBAU PRÜFEN

Die verfügbaren Quoten für ausländische Beteiligungen dürften mit steigender internationaler Nachfrage zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Institutionelle Investoren, die größere Positionen aufbauen möchten, sollten frühzeitig prüfen:

  1. die gesetzlich zulässige Obergrenze für ausländische Eigentumsanteile;
  2. die unternehmensspezifische Obergrenze;
  3. die aktuelle Auslastung der ausländischen Eigentumsquote;
  4. sektorspezifische Einschränkungen;
  5. mögliche zusätzliche Beschränkungen aufgrund unterschiedlicher Geschäftstätigkeiten; sowie
  6. ob die gewünschte Beteiligungsquote tatsächlich aufgebaut werden kann.

Erst nach erfolgter interner Investitionsgenehmigung mit der Prüfung dieser Fragen zu beginnen, kann wertvolle Zeit kosten.

VIERTENS – DIE ERFORDERLICHE MARKTZUGANGS-INFRASTRUKTUR ETABLIEREN

Ausländische institutionelle Investoren sollten sicherstellen, dass ihre operative Infrastruktur für Vietnam funktionsfähig ist.

Hierzu gehören gegebenenfalls:

  1. Wertpapierkonten;
  2. Verwahrstellenvereinbarungen;
  3. Handelsvereinbarungen;
  4. Anbindungen an internationale und lokale Broker;
  5. Identifizierungs- und Registrierungsanforderungen für ausländische Investoren;
  6. Abwicklungsverfahren;
  7. Non-Prefundung-Vereinbarungen;
  8. Devisenabwicklung;
  9. steuerliche Dokumentation; sowie
  10. interne Compliance-Verfahren.

Die regulatorischen Reformen haben die Teilnahme erleichtert.

Investoren benötigen jedoch weiterhin die operative Infrastruktur, um diese Möglichkeiten tatsächlich nutzen zu können.

FÜNFTENS – DIE FTSE-STUFENWEISE UMSETZUNG 2026–2027 ALS STRATEGISCHEN ZEITPLAN NUTZEN

Die vierstufige Umsetzung bietet Investoren einen wesentlichen Vorteil:

Planbarkeit und Transparenz.

Anstatt den September 2026 als abgeschlossenes Ereignis zu betrachten, sollten Investoren jede Phase bis September 2027 sorgfältig beobachten.

Besondere Aufmerksamkeit sollte gelten:

  1. den Kapitalzuflüssen ausländischer Institutionen;
  2. Veränderungen der Marktliquidität;
  3. Indexaufnahmen und -streichungen;
  4. der Auslastung von Eigentumsquoten;
  5. Preiseffekten;
  6. der Effizienz der Abwicklung;
  7. regulatorischen Entwicklungen; und
  8. weiteren Reformen des Marktzugangs.

Die schrittweise Umsetzung ermöglicht aktiven Investoren, die Entwicklung des vietnamesischen Marktes im Zuge einer zunehmenden internationalen Beteiligung fortlaufend zu beurteilen.

7. WAS SOLLTEN GROSSE STRATEGISCHE INVESTOREN ANDERS MACHEN?

Für multinationale Unternehmen, Staatsfonds, Private-Equity-Gesellschaften und große institutionelle Investoren sollte die FTSE-Hochstufung eine umfassendere Neubewertung Vietnams auslösen.

Vietnam sollte künftig zunehmend gleichzeitig unter drei Perspektiven betrachtet werden:

KAPITALMARKT

Welche börsennotierten Investitionsmöglichkeiten werden nun leichter zugänglich?

UNTERNEHMENSBETEILIGUNGEN / M&A

Welche vietnamesischen Unternehmen könnten mit zunehmender Entwicklung der Kapitalmärkte zu attraktiven strategischen Beteiligungs- oder Übernahmezielen werden?

DIREKTINVESTITIONEN

In welchen Bereichen können ausländische Investoren Portfolioinvestitionen mit Investitionen in Produktion, Infrastruktur, Technologie, Energie, Finanzdienstleistungen oder anderen langfristigen Projekten kombinieren?

Die grundlegende Attraktivität Vietnams geht weit über seinen Aktienmarkt hinaus.

Die Bedeutung der FTSE-Hochstufung liegt darin, dass die Finanzmarktarchitektur des Landes nun beginnt, seiner wirtschaftlichen Bedeutung gerecht zu werden.

8. DIE CHANCE GEHT MIT HÖHEREN ERWARTUNGEN EINHER

Der Status als Schwellenland ist nicht lediglich eine Auszeichnung.

Er erhöht zugleich die Erwartungen.

Internationale Investoren werden zunehmend Folgendes erwarten:

  1. stärkere Corporate-Governance-Standards;
  2. verlässliche Finanzberichterstattung;
  3. einen wirksamen Schutz von Minderheitsaktionären;
  4. transparente Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen;
  5. vorhersehbare regulatorische Rahmenbedingungen;
  6. effiziente Abwicklungsprozesse;
  7. verbesserte englischsprachige Unternehmenspublikationen;
  8. eine konsequentere Durchsetzung von Vorschriften; sowie
  9. eine stärkere Angleichung an internationale Marktstandards.

Vietnamesische Regulierungsbehörden und börsennotierte Unternehmen stehen daher vor einer neuen Herausforderung:

Internationales Kapital anzuziehen ist eine Leistung – dieses Kapital durch Vertrauen, Transparenz und nachhaltige Performance zu halten, ist eine andere.

Die Regierung hat ausdrücklich anerkannt, dass die Hochstufung die Erwartungen hinsichtlich Marktqualität und regulatorischer Leistungsfähigkeit erhöht.

9. DER WEG NACH VORN FÜR AUSLÄNDISCHE INVESTOREN

Die praktische Botschaft für ausländische Investoren lässt sich daher klar zusammenfassen:

BETRACHTEN SIE DIE FTSE-HOCHSTUFUNG NICHT ALS DAS ENDE EINER ENTWICKLUNG.

BETRACHTEN SIE SIE ALS DEN BEGINN EINES NEUEN INVESTITIONSZYKLUS.

Von jetzt an bis September 2027 sollten internationale Investoren:

  • ihre Vietnam-Strategie entwickeln;
  • investierbare Unternehmen identifizieren, bevor der Wettbewerb um verfügbare Beteiligungskapazitäten für Ausländer zunimmt;
  • die rechtlichen Grenzen verstehen, bevor Kapital gebunden wird;
  • die notwendige Verwahr-, Broker-, Abwicklungs- und Deviseninfrastruktur schaffen;
  • jede FTSE-Aufnahmestufe verfolgen, anstatt sich ausschließlich auf den 21. September 2026 zu konzentrieren;
  • die nächste Generation von Marktzugangsreformen beobachten; und
  • über passive Indexinvestitionen hinaus auch aktive Aktienanlagen, M&A-Transaktionen und strategische Investitionsmöglichkeiten prüfen.

Und vor allem:

DIE UNTERSCHEIDUNG ZWISCHEN MARKTZUGANG UND RECHTLICHER INVESTIERBARKEIT IST ENTSCHEIDEND.

Vietnam ist heute für globales institutionelles Kapital deutlich zugänglicher als noch vor wenigen Jahren.

Dennoch müssen anspruchsvolle Investoren weiterhin für jede einzelne Investition prüfen,

  • was sie erwerben dürfen,
  • auf welche Weise dies möglich ist,
  • welche Genehmigungen erforderlich sind und
  • wie die Investition rechtlich und steuerlich strukturiert werden sollte.

10. VIETNAM HAT EINE NEUE ENTWICKLUNGSSTUFE ERREICHT

Viele Jahre lang betrachteten internationale Investoren Vietnam als einen der vielversprechendsten Frontier Markets Asiens.

Diese Beschreibung ist inzwischen überholt.

Vietnam ist nun ein FTSE Russell Secondary Emerging Market.

Sein Wertpapiermarkt wird in das globale Benchmark-System für Schwellenländer integriert.

Die Zugänglichkeit für internationale institutionelle Investoren hat sich erheblich verbessert.

Der Integrationsprozess wird schrittweise bis September 2027 fortgesetzt.

Die Weltbank geht davon aus, dass die Hochstufung im Zuge der weiteren Marktentwicklung zusätzliche Portfolioinvestitionen in Milliardenhöhe auslösen könnte.

Die vielleicht wichtigste Veränderung ist jedoch psychologischer und strategischer Natur.

Vietnam bittet internationale Investoren nicht länger darum, daran zu glauben, dass das Land eines Tages ein Schwellenmarkt werden könnte.

VIETNAM IST NUN EIN SCHWELLENLAND.

Damit hat sich auch die entscheidende Frage für ausländische Investoren verändert.

Sie lautet nicht mehr:

„SOLLTEN WIR VIETNAM NÄHER BEOBACHTEN?“

Sondern:

„WIE SIEHT UNSERE VIETNAM-INVESTITIONSSTRATEGIE JETZT AUS?“

Für internationale Investoren, die wirtschaftliche Chancen mit einer disziplinierten rechtlichen, regulatorischen und marktspezifischen Analyse verbinden, dürfte dies die wichtigste Konsequenz der Hochstufung sein.

Bitte zögern Sie nicht, Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com zu kontaktieren, wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen zu den vorstehenden Themen wünschen.

Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor der Duane Morris Vietnam LLC.

VIETNAM IS NOW AN EMERGING MARKET – WHAT EXACTLY CHANGES FOR FOREIGN INVESTORS?

The upgrade is complete. The next question for international investors is much more important: what should they do now?

Vietnam has crossed one of the most important thresholds in the development of its capital markets.

Effective from the opening of the market on 21 September 2026, FTSE Russell reclassified Vietnam from Frontier Market to Secondary Emerging Market status.

This is not merely a change of terminology.

It changes where Vietnam sits within the architecture of international institutional investment.

Vietnamese equities are now eligible for inclusion in the FTSE Global Equity Index Series (GEIS), including major benchmarks such as the FTSE Emerging Market Index, FTSE All-World and FTSE Global All Cap indices.

FTSE Russell confirmed that Vietnam now satisfies all of its criteria for Secondary Emerging Market status following substantial reforms to market infrastructure and foreign investor accessibility, including implementation of a non-prefunding model for foreign institutional investors and a formal mechanism for dealing with failed trades. (LSEG⁠)

For Vietnam, this is a historic achievement.

For foreign investors, however, the more important question begins now:

WHAT EXACTLY CHANGES – AND WHAT SHOULD FOREIGN INVESTORS DO NEXT?

The answer is that Vietnam has moved from being predominantly a specialist frontier-market opportunity toward becoming part of the mainstream global emerging-market investment universe.

But the upgrade does not eliminate the need for careful legal, regulatory and investment analysis.

In fact, the next phase may make that analysis even more important.

1. VIETNAM HAS ENTERED A MUCH LARGER GLOBAL INVESTMENT UNIVERSE

The first consequence is structural.

Frontier markets are typically followed by specialist funds with comparatively limited allocations.

Emerging markets sit within a vastly larger international investment ecosystem comprising global asset managers, pension funds, sovereign investors, insurance companies, ETFs and institutional funds benchmarked against emerging-market indices.

Vietnamese equities can now enter FTSE’s major global equity benchmarks.

FTSE has confirmed that Vietnam becomes the 24th country in the FTSE Emerging Index and the 49th country represented in the FTSE All-World Index. (LSEG⁠)

This substantially increases Vietnam’s visibility to international portfolio managers.

For many investment committees, Vietnam can increasingly be considered not merely as:

“a specialist frontier-market allocation”

but as part of:

“Asia / ASEAN / Emerging Markets.”

That distinction matters enormously.

It changes the universe of investors that can consider Vietnam, the benchmarks against which investments are measured and potentially the amount of institutional capital available to Vietnamese companies.

2. INTERNATIONAL CAPITAL SHOULD INCREASE – BUT NOT OVERNIGHT

The upgrade is expected to generate substantial additional international portfolio investment.

The World Bank estimates that the FTSE upgrade could generate approximately US$3–5 billion in additional portfolio flows in the first few years, with potential capital flows reaching considerably higher levels by 2030 if Vietnam continues its reform programme. (World Bank⁠)

But foreign investors should understand an important point:

21 SEPTEMBER 2026 WAS THE BEGINNING OF THE PROCESS – NOT THE END.

FTSE Russell is introducing Vietnamese securities into its global indices gradually.

The implementation schedule is:

21 September 2026 – 10%

22 March 2027 – additional 20%

21 June 2027 – additional 35%

20 September 2027 – final 35%

This means Vietnam progresses from 10% to 30%, then 65%, and finally 100% implementation by September 2027. The phased approach is designed to facilitate an orderly transition, including liquidity and funding considerations associated with index replication. (Báo Chính Phủ⁠)

This is critically important for investors.

The upgrade should therefore not be viewed as a one-day market event.

It is better understood as a:

TWELVE-MONTH INTEGRATION OF VIETNAM INTO THE GLOBAL EMERGING-MARKET INVESTMENT SYSTEM.

3. FOREIGN INSTITUTIONAL INVESTORS CAN ACCESS THE MARKET MORE EFFICIENTLY

One of the most important obstacles historically facing international institutional investors in Vietnam was the prefunding requirement.

Foreign institutional investors could effectively be required to make cash available before executing securities purchases.

For major international asset managers operating across numerous markets, this created capital inefficiency and operational complexity.

Vietnam has substantially addressed this issue through its non-prefunding mechanism for foreign institutional investors, together with arrangements addressing failed trades.

FTSE Russell specifically recognised these infrastructure improvements when confirming Vietnam’s eligibility for Secondary Emerging Market classification. (LSEG⁠)

Vietnam has also made progress in facilitating access through global brokers.

These reforms matter because an international investor does not consider only:

“Is Vietnam attractive?”

It must also consider:

“Can we actually enter, execute, settle, custody and exit investments efficiently within our global operating systems?”

Vietnam has materially improved the answer to that question.

4. PASSIVE CAPITAL IS ONLY PART OF THE STORY

Much attention naturally focuses on index-tracking funds.

When eligible Vietnamese securities enter FTSE benchmarks, funds that replicate those benchmarks need to adjust their portfolios accordingly.

But the potentially larger long-term effect may come from active institutional capital.

An emerging-market fund manager who previously had no mandate—or limited incentive—to research Vietnam may now have a reason to do so.

That means Vietnamese companies increasingly compete for capital alongside companies from established emerging markets.

The consequences should extend beyond immediate fund flows.

Over time, successful integration into global emerging-market indices can contribute to:

  • deeper market liquidity;
  • broader institutional ownership;
  • increased international analyst coverage;
  • stronger price discovery;
  • greater demand for investor relations;
  • increased corporate-governance expectations; and
  • potentially improved access to equity financing for high-quality Vietnamese issuers.

This could become particularly important as Vietnam seeks to reduce excessive dependence on bank financing and develop deeper capital markets.

The Vietnamese Government itself describes the upgrade as an opportunity to attract higher-quality, long-term international capital while continuing to improve liquidity, infrastructure, market discipline and regulatory standards. (SSC Vietnam⁠)

5. BUT THE FTSE UPGRADE DOES NOT REMOVE VIETNAM’S FOREIGN INVESTMENT RESTRICTIONS

This is perhaps the most important legal point for international investors.

FTSE CLASSIFICATION IS NOT THE SAME THING AS VIETNAMESE INVESTMENT LAW.

The upgrade does not, by itself, abolish:

  • foreign ownership limitations;
  • conditional market-access requirements;
  • restrictions applicable to particular business sectors;
  • company-specific foreign ownership limits;
  • investment registration requirements;
  • sector-specific licences;
  • securities-law requirements; or
  • other restrictions applicable to foreign investors.

A company can therefore be attractive from an investment perspective while still presenting legal limitations on the amount or manner in which a foreign investor may invest.

Foreign investors must continue to examine the specific Vietnamese company, sector and transaction.

This becomes particularly important where the target operates across several business lines, some of which may be subject to different foreign investment conditions.

The message is therefore straightforward:

EMERGING-MARKET STATUS OPENS THE DOOR. IT DOES NOT REMOVE EVERY REGULATORY GATE BEHIND IT.

6. WHAT SHOULD FOREIGN INVESTORS DO NOW?

This is where the upgrade becomes actionable.

In our view, international investors considering Vietnam should now move from a “watch Vietnam” strategy to a structured Vietnam investment strategy.

We recommend seven immediate priorities.

FIRST – DETERMINE YOUR VIETNAM ALLOCATION STRATEGY

Investors should decide whether Vietnam will be treated as:

  • a passive index exposure;
  • part of a broader emerging-market portfolio;
  • a dedicated Vietnam allocation;
  • an ASEAN allocation;
  • or a strategic active-investment market.

These approaches require different levels of research, infrastructure and legal preparation.

Investors should not simply wait for index weights to determine their Vietnam strategy automatically.

SECOND – IDENTIFY WHICH VIETNAMESE COMPANIES ARE ACTUALLY INVESTABLE

FTSE’s upgrade does not mean that every company listed in Vietnam automatically becomes eligible for international index investment.

Investors should analyse potential targets against:

FTSE eligibility

liquidity

available foreign ownership capacity

corporate governance

business fundamentals

Vietnamese legal restrictions.

This is particularly important because an attractive listed company may have limited remaining foreign ownership capacity or conduct activities subject to specific market-access restrictions.

The correct question is therefore not merely:

“Which Vietnamese stocks will benefit from the upgrade?”

It is:

“Which high-quality Vietnamese companies are both commercially attractive and genuinely accessible to international capital?”

THIRD – REVIEW FOREIGN OWNERSHIP HEADROOM BEFORE BUILDING A POSITION

Foreign ownership capacity can become increasingly important as international demand rises.

Institutional investors contemplating significant positions should determine early:

  • the applicable statutory foreign ownership limitation;
  • the company’s own foreign ownership limit;
  • current foreign ownership utilisation;
  • sector-specific restrictions;
  • whether different business activities create additional limitations; and
  • whether the desired position can realistically be accumulated.

Waiting until investment approval has been obtained internally before investigating these issues can waste valuable time.

FOURTH – PUT THE MARKET-ACCESS INFRASTRUCTURE IN PLACE

Foreign institutional investors should ensure that their Vietnam execution architecture is operational.

This includes, as applicable:

  • securities accounts;
  • custody arrangements;
  • trading arrangements;
  • global/local broker connectivity;
  • foreign investor identification/registration requirements;
  • settlement procedures;
  • non-prefunding arrangements;
  • foreign-exchange execution;
  • tax documentation; and
  • internal compliance procedures.

The regulatory reforms have made participation easier.

Investors still need the operational infrastructure to take advantage of them.

FIFTH – USE THE 2026–2027 FTSE PHASING AS A STRATEGIC TIMELINE

The four-stage implementation provides investors with something valuable:

visibility.

Rather than regarding September 2026 as a completed event, investors should monitor each stage through September 2027.

Particular attention should be paid to:

  • foreign institutional flows;
  • liquidity changes;
  • index additions and deletions;
  • foreign ownership utilisation;
  • pricing effects;
  • settlement performance;
  • regulatory developments; and
  • further market-access reforms.

The phased implementation gives active investors an opportunity to evaluate how Vietnam’s market evolves as international participation increases.

SIXTH – LOOK BEYOND THE STOCK MARKET

The implications of emerging-market status extend beyond buying listed Vietnamese shares.

A deeper and more internationally integrated capital market can affect:

M&A

private equity

IPOs

strategic investments

capital raising

corporate governance

Vietnamese companies seeking international investors

and ultimately Vietnam’s broader cost and availability of capital.

International strategic investors should therefore consider the upgrade within their wider Vietnam strategy rather than viewing it purely as a portfolio-investment event.

For Vietnamese businesses, international institutional visibility may also increase pressure to improve disclosure, governance, sustainability practices and investor communications.

SEVENTH – PREPARE FOR VIETNAM’S NEXT REFORM PHASE

Vietnam itself does not regard FTSE Secondary Emerging Market status as the finish line.

The Ministry of Finance and State Securities Commission have made clear that reforms will continue, including improvements in market liquidity, infrastructure, risk management, products, transparency and sustainable attraction of international capital. (SSC Vietnam⁠)

There is another major objective on the horizon:

MSCI EMERGING MARKET STATUS.

The World Bank has specifically identified Vietnam’s ambition to achieve inclusion in MSCI’s Emerging Markets Index, which could further broaden international capital access. (World Bank⁠)

Foreign investors should therefore expect the Vietnamese capital-market regulatory environment to continue evolving.

7. WHAT SHOULD LARGE STRATEGIC INVESTORS DO DIFFERENTLY?

For multinational corporations, sovereign investors, private-equity houses and large institutional investors, the FTSE upgrade should trigger a broader reassessment.

Vietnam should increasingly be evaluated simultaneously through three lenses:

CAPITAL MARKET

What listed investment opportunities are now becoming more accessible?

CORPORATE / M&A

Which Vietnamese companies may become attractive strategic or acquisition targets as capital markets deepen?

DIRECT INVESTMENT

Where can foreign investors combine portfolio exposure with manufacturing, infrastructure, technology, energy, financial services or other long-term investment?

Vietnam’s fundamental attraction remains much broader than its stock exchange.

The significance of the FTSE upgrade is that the country’s financial architecture is beginning to catch up with its economic importance.

8. THE OPPORTUNITY COMES WITH HIGHER EXPECTATIONS

Emerging-market status is not simply a reward.

It also raises expectations.

International investors will increasingly expect:

  • stronger corporate governance;
  • reliable financial disclosure;
  • effective minority-shareholder protection;
  • transparent related-party transactions;
  • predictable regulation;
  • efficient settlement;
  • improved English-language disclosure;
  • stronger enforcement; and
  • greater alignment with international market practices.

Vietnamese regulators and listed companies therefore face a new challenge:

attracting international capital is one achievement; retaining it through confidence, transparency and performance is another.

The Government has expressly recognised that the upgrade increases expectations concerning market quality and regulatory capacity. (SSC Vietnam⁠)

9. THE WAY FORWARD FOR FOREIGN INVESTORS

The practical message for foreign investors can therefore be summarised clearly.

DO NOT TREAT THE FTSE UPGRADE AS THE END OF A STORY.

TREAT IT AS THE BEGINNING OF A NEW INVESTMENT CYCLE.

From now through September 2027, international investors should:

BUILD THEIR VIETNAM STRATEGY.

IDENTIFY INVESTABLE COMPANIES BEFORE COMPETITION FOR FOREIGN OWNERSHIP CAPACITY INCREASES.

UNDERSTAND THE LEGAL LIMITS BEFORE COMMITTING CAPITAL.

ESTABLISH CUSTODY, BROKERAGE, SETTLEMENT AND FOREIGN-EXCHANGE INFRASTRUCTURE.

FOLLOW EACH FTSE INCLUSION TRANCHE RATHER THAN FOCUSING ONLY ON 21 SEPTEMBER 2026.

MONITOR THE NEXT GENERATION OF MARKET-ACCESS REFORMS.

LOOK BEYOND PASSIVE INDEX FLOWS TO ACTIVE EQUITY, M&A AND STRATEGIC INVESTMENT OPPORTUNITIES.

And above all:

DISTINGUISH BETWEEN MARKET ACCESSIBILITY AND LEGAL INVESTABILITY.

Vietnam is substantially more accessible to global institutional capital than it was only a few years ago.

But sophisticated investors will still need to determine, investment by investment, what they can own, how they can own it, what approvals apply and how the investment should be structured.

10. VIETNAM HAS CROSSED THE LINE

For many years, international investors regarded Vietnam as one of Asia’s most promising frontier markets.

That description is now outdated.

Vietnam is a FTSE Russell Secondary Emerging Market.

Its securities market is entering the global emerging-market benchmark system.

Its accessibility to international institutional investors has materially improved.

Its integration will continue in stages until September 2027.

And the World Bank estimates that the upgrade could generate billions of dollars of additional portfolio investment as the market develops. (World Bank⁠)

But perhaps the most important change is psychological and strategic.

Vietnam is no longer asking international investors simply to believe that it can become an emerging market.

VIETNAM IS NOW AN EMERGING MARKET.

The question for foreign investors has therefore changed.

It is no longer:

“SHOULD WE START WATCHING VIETNAM?”

It is:

“WHAT IS OUR VIETNAM INVESTMENT STRATEGY NOW?”

For international investors willing to combine commercial opportunity with disciplined legal, regulatory and market analysis, that may be the most important consequence of the upgrade.

***

Please do not hesitate to contact Dr. Oliver Massmann under omassmann@duanemorris.com if you have any questions or want to know more details on the above. Dr. Oliver Massmann is the General Director of Duane Morris Vietnam LLC.

Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann – VIETNAM LEGAL ALERT – VIETNAMS NEUES DEKRET 283/2026/NĐ-CP: WAS JOINT VENTURES UND UNTERNEHMEN MIT AUSLÄNDISCHEM INVESTITIONSKAPITAL WISSEN MÜSSEN

Neue Verwaltungssanktionen erfordern eine sorgfältige Überprüfung von Auslandsrekrutierung, Entsendungen, Schulungen und Personalstrukturen

Vietnam hat ein aktualisiertes System von Verwaltungssanktionen eingeführt, das die Bereiche Arbeitsrecht, Sozialversicherung sowie vietnamesische Arbeitnehmer betrifft, die auf Vertragsbasis im Ausland tätig sind.

Das von der Regierung am 15. Juli 2026 erlassene und seit dem 10. September 2026 geltende Dekret Nr. 283/2026/NĐ-CP („Dekret 283“) ersetzt das Dekret Nr. 12/2022/NĐ-CP und bildet nun den maßgeblichen Rechtsrahmen für Verwaltungssanktionen in diesen Bereichen.

Für ausländische Investoren, Joint Ventures („JVs“), multinationale Unternehmensgruppen sowie vietnamesische Unternehmen, die an der Rekrutierung für Auslandseinsätze, internationaler Personalvermittlung, Mitarbeiterentsendungen, Auslandsprojekten oder beruflicher Ausbildung im Ausland beteiligt sind, verdient das Dekret besondere Aufmerksamkeit.

Insbesondere schafft Artikel 53 potenziell erhebliche Risiken für Organisationen oder Einzelpersonen, die an bestimmten Aktivitäten im Zusammenhang mit der Entsendung vietnamesischer Arbeitnehmer ins Ausland beteiligt sind, ohne hierzu über die gesetzlich vorgeschriebene Funktion oder Berechtigung zu verfügen.

Die zentrale Compliance-Frage lautet daher:

Führt das vietnamesische Unternehmen oder einer seiner JV-Partner, Gesellschafter, verbundenen Unternehmen, Vertreter, Berater oder Vermittler Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Entsendung vietnamesischer Arbeitnehmer ins Ausland durch, ohne über die hierfür gesetzlich erforderliche Funktion oder Befugnis zu verfügen?

Falls diese Frage möglicherweise mit „Ja“ beantwortet werden muss, sollte die bestehende Struktur sorgfältig überprüft werden.

1. WAS REGELT DAS DEKRET 283?

Das Dekret 283 sieht Verwaltungssanktionen in drei wesentlichen Bereichen vor:

  1. Arbeitsrecht und Beschäftigung;
  2. Sozialversicherung; und
  3. vietnamesische Arbeitnehmer, die auf Vertragsbasis im Ausland tätig sind.

Das Dekret ist nicht nur für klassische Unternehmen relevant, die Dienstleistungen im Bereich der Auslandsbeschäftigung erbringen. Je nach Sachverhalt können die Bestimmungen über im Ausland tätige Arbeitnehmer auch für Unternehmen von Bedeutung sein, die Mitarbeiter ins Ausland entsenden, Auslandsprojekte durchführen, berufliche Ausbildungsmaßnahmen im Ausland organisieren oder anderweitig an Aktivitäten im Zusammenhang mit der Beschäftigung vietnamesischer Arbeitnehmer im Ausland beteiligt sind.

Daher sollte das Dekret nicht nur aus arbeitsrechtlicher Perspektive betrachtet werden, sondern auch als Teil einer umfassenden Compliance-Prüfung grenzüberschreitender Unternehmens- und Joint-Venture-Strukturen.

2. ARTIKEL 53: DAS ZENTRALE COMPLIANCE-THEMA

Artikel 53 behandelt Verstöße im Zusammenhang mit vietnamesischen Arbeitnehmern, die im Ausland tätig sind, sowie mit sonstigen beteiligten Organisationen und Einzelpersonen.

Von besonderer Bedeutung für Unternehmen ist Artikel 53 Absatz 3.

Dieser sieht Verwaltungssanktionen gegen Organisationen oder Einzelpersonen vor, die bestimmte Tätigkeiten ausüben, ohne hierfür über die erforderliche Funktion oder Berechtigung zu verfügen.

Hierzu zählen insbesondere:

  1. die Bereitstellung von Informationen über Arbeitnehmer, die ins Ausland gehen;
  2. Werbung im Zusammenhang mit Arbeitnehmern, die im Ausland tätig werden sollen;
  3. die Beratung von Arbeitnehmern hinsichtlich einer Beschäftigung im Ausland;
  4. die Organisation der Rekrutierung vietnamesischer Arbeitnehmer für eine Beschäftigung im Ausland; sowie
  5. die Entgegennahme von Zahlungen vietnamesischer Arbeitnehmer zum Zweck einer Beschäftigung im Ausland.

Artikel 53 erfasst darüber hinaus weitere, schwerwiegendere Verhaltensweisen im Zusammenhang mit vietnamesischen Arbeitnehmern im Ausland, darunter bestimmte Formen unzulässiger Anwerbung, Täuschungshandlungen sowie Verstöße gegen lizenzrechtliche Vorschriften.

Ein wesentlicher Compliance-Aspekt besteht darin, dass Unternehmen über die bloße Bezeichnung einer vertraglichen oder geschäftlichen Struktur hinausblicken sollten.

Entscheidend sind vielmehr die tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten sowie die rechtliche Befugnis derjenigen Einheit, die diese Tätigkeiten ausführt.

Die bloße Bezeichnung einer Struktur als „Entsendung“, „Ausbildungsprogramm“, „Personalregelung innerhalb eines Joint Ventures“, „konzerninterne Versetzung“ oder „technische Unterstützungsvereinbarung“ bestimmt für sich genommen nicht deren rechtliche Einordnung nach vietnamesischem Recht.

3. WARUM ARTIKEL 53 FÜR EIN JOINT VENTURE VON BEDEUTUNG SEIN KANN

Diese Thematik wird besonders relevant, wenn ein vietnamesisches Joint Venture, einer seiner Gesellschafter oder ein anderes Konzernunternehmen an einer Struktur beteiligt ist, im Rahmen derer vietnamesische Arbeitskräfte letztlich ins Ausland entsandt werden.

Ein potenzielles Compliance-Risiko sollte daher insbesondere dann geprüft werden, wenn das JV, ein Gesellschafter, ein verbundenes Unternehmen, ein Berater oder ein Vermittler:

  1. vietnamesische Arbeitskräfte für Positionen im Ausland identifiziert;
  2. Beschäftigungsmöglichkeiten im Ausland bewirbt;
  3. Bewerber hinsichtlich einer Tätigkeit im Ausland berät;
  4. vietnamesische Arbeitnehmer für eine Beschäftigung im Ausland interviewt, prüft, auswählt oder rekrutiert;
  5. Kautionen, Dienstleistungsgebühren, Vermittlungsgebühren oder sonstige Zahlungen von Arbeitnehmern entgegennimmt;
  6. die Beschäftigung vietnamesischer Arbeitnehmer bei einem ausländischen Gesellschafter oder verbundenen Unternehmen organisiert;
  7. an einer Auslandsvermittlung mitwirkt, obwohl ein anderes Unternehmen formal den Arbeitsvertrag mit dem Arbeitnehmer abschließt;
  8. die Beschäftigung im Ausland über Agenten oder andere Vermittler erleichtert;
  9. vietnamesisches Personal im Rahmen von als Schulung oder Entsendung bezeichneten Programmen ins Ausland schickt; oder
  10. faktisch Tätigkeiten ausübt, die über die registrierten oder gesetzlich zulässigen Geschäftsfunktionen des Unternehmens hinausgehen.

Dies ist insbesondere für Joint-Venture-Strukturen von Bedeutung, da unterschiedliche Phasen des Rekrutierungs- und Einsatzprozesses auf mehrere Unternehmen verteilt sein können.

Beispielsweise kann das vietnamesische JV Kandidaten identifizieren, ein ausländischer Gesellschafter die endgültige Einstellungsentscheidung treffen, ein verbundenes Unternehmen Schulungen durchführen und ein weiterer Vermittler die Platzierung im Ausland organisieren.

Die rechtliche Bewertung sollte daher die gesamte Kette der Aktivitäten berücksichtigen, anstatt jede einzelne Vertragsbeziehung isoliert zu betrachten.

4. DAS FINANZIELLE RISIKO KANN ERHEBLICH SEIN

Artikel 53 Absatz 3 sieht Geldbußen in Höhe von:

80 Millionen VND bis 100 Millionen VND

für die betreffenden Verstöße vor.

Dieser Betrag sollte jedoch nicht isoliert betrachtet werden.

Nach Artikel 7 des Dekrets 283 gelten die in den Kapiteln II, III und IV vorgesehenen Bußgelder grundsätzlich für natürliche Personen, vorbehaltlich bestimmter Ausnahmen. Für Organisationen beträgt das Bußgeld in der Regel das Doppelte des für natürliche Personen vorgesehenen Betrags.

Artikel 53 Absatz 3 gehört nicht zu den in Artikel 7 Absatz 1 genannten Ausnahmen.

Dementsprechend kann die potenzielle Verwaltungssanktion für Organisationen nach Artikel 53 Absatz 3 folgende Höhe erreichen:

160 MILLIONEN VND BIS 200 MILLIONEN VND

je nach Art des Verstoßes und Anwendung des Dekrets.

Artikel 53 Absatz 4 sieht gesondert Geldbußen von 180 Millionen VND bis 200 Millionen VND für bestimmte Verstöße von Zweigniederlassungen lizenzierter Unternehmen vor, die Dienstleistungen zur Entsendung vietnamesischer Arbeitnehmer ins Ausland erbringen. Artikel 7 stellt ausdrücklich klar, dass die in Artikel 53 Absatz 4 genannten Bußgelder bereits für Organisationen gelten.

Diese Unterscheidung ist bei der Beurteilung möglicher Unternehmensrisiken von erheblicher Bedeutung.

5. DAS RISIKO BESCHRÄNKT SICH NICHT AUF ARTIKEL 53

Unternehmen sollten Artikel 53 nicht isoliert betrachten.

Kapitel IV des Dekrets 283 enthält einen umfassenderen Sanktionsrahmen für vietnamesische Arbeitnehmer, die im Ausland tätig sind.

Abhängig von der tatsächlichen und vertraglichen Ausgestaltung können weitere Vorschriften Anwendung finden auf:

  1. lizenzierte Unternehmen, die Dienstleistungen zur Entsendung vietnamesischer Arbeitnehmer ins Ausland anbieten;
  2. vietnamesische Unternehmen, die Verträge oder Projekte im Ausland durchführen;
  3. vietnamesische Organisationen und Einzelpersonen mit Auslandsinvestitionen;
  4. Unternehmen, die vietnamesische Arbeitnehmer zum Zwecke der beruflichen Bildung, Ausbildung oder Qualifizierung ins Ausland entsenden;
  5. vietnamesische Arbeitnehmer, die unmittelbar Arbeitsverträge mit ausländischen Arbeitgebern abschließen; und
  6. sonstige Organisationen oder Einzelpersonen, die an Modellen zur Beschäftigung vietnamesischer Arbeitnehmer im Ausland beteiligt sind.

Die erste rechtliche Frage sollte daher nicht lediglich lauten:

„Ist Artikel 53 anwendbar?“

Die treffendere Frage lautet:

„Wie ist die konkrete Struktur des Auslandseinsatzes von Arbeitskräften nach vietnamesischem Recht rechtlich einzuordnen und welches Regulierungssystem gilt für die jeweiligen Beteiligten?“

Diese Einordnung kann erhebliche Auswirkungen auf Lizenzanforderungen, vertragliche Verpflichtungen, Meldepflichten und das administrative Haftungsrisiko der Beteiligten haben.

6. BESONDERE ASPEKTE FÜR UNTERNEHMEN MIT AUSLÄNDISCHEM INVESTITIONSKAPITAL UND JOINT VENTURES

Unternehmen mit ausländischem Investitionskapital und Joint Ventures sollten klar zwischen der bloßen Beschäftigung von Personal in Vietnam und der Beteiligung an einem regulierten Verfahren unterscheiden, durch das vietnamesische Arbeitnehmer im Ausland tätig werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei folgende Konstellationen:

Ausländische Gesellschafter und verbundene Unternehmen im Ausland

Vietnamesische Arbeitnehmer können in Vietnam ausgewählt und anschließend einem ausländischen Gesellschafter, einer Muttergesellschaft oder einem verbundenen Unternehmen im Ausland zugewiesen werden.

Die jeweiligen Rollen des vietnamesischen Unternehmens und der ausländischen Einheit sollten klar definiert sein.

Konzerninterne Entsendungen

Multinationale Unternehmensgruppen versetzen regelmäßig Mitarbeiter vorübergehend zwischen verbundenen Gesellschaften.

Die Zugehörigkeit der beteiligten Unternehmen zu derselben Unternehmensgruppe befreit nicht von der Pflicht, die rechtliche Grundlage der Auslandsentsendung ordnungsgemäß zu bestimmen.

Unterstützung bei der Rekrutierung

Ein vietnamesisches JV betrachtet sich möglicherweise nicht als Unternehmen für Auslandsvermittlung, kann jedoch dennoch vietnamesische Bewerber für Stellen im Ausland identifizieren, interviewen, empfehlen oder anderweitig unterstützen.

Solche Tätigkeiten sollten anhand der einschlägigen gesetzlichen Anforderungen überprüft werden.

Ausbildungsprogramme

Vietnamesische Arbeitnehmer können für berufliche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen ins Ausland reisen.

Unternehmen sollten sicherstellen, dass die Maßnahme tatsächlich und rechtlich korrekt als Ausbildungsprogramm ausgestaltet ist und den besonderen regulatorischen Anforderungen für vietnamesische Arbeitnehmer im Rahmen von Auslandsfortbildungen entspricht.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die betreffenden Personen während ihres Auslandsaufenthalts produktive Arbeit leisten.

Agenten, Personalvermittler und Berater

Das Joint Venture kann selbst nur eine begrenzte Rolle übernehmen und stattdessen auf Personalvermittler, Berater, Recruiting-Agenturen oder sonstige Vermittler zurückgreifen.

Auch die rechtliche Befugnis dieser Vermittler sollte sorgfältig überprüft werden.

Die Auslagerung einzelner Prozessschritte beseitigt Compliance-Risiken nicht zwangsläufig.

Zahlungen durch Arbeitnehmer

Unternehmen sollten prüfen, ob Arbeitnehmer Zahlungen im Zusammenhang mit ihrer Beschäftigung im Ausland leisten, und gegebenenfalls feststellen:

  1. wer die Zahlung erhält;
  2. auf welcher rechtlichen Grundlage die Zahlung erfolgt;
  3. auf welche Dienstleistung sich die Zahlung bezieht; und
  4. ob der Empfänger rechtlich befugt ist, diese Zahlung entgegenzunehmen.

Neben direkten Zahlungen der Arbeitnehmer sollten auch indirekte Zahlungsstrukturen berücksichtigt werden.

7. VERLASSEN SIE SICH NICHT AUSSCHLIESSLICH AUF DEN JOINT-VENTURE-VERTRAG

Bei bestehenden Joint Ventures wird die Prüfung des Joint-Venture-Vertrags allein in der Regel nicht ausreichend sein.

Die rechtlichen Dokumente sollten mit der tatsächlichen Geschäftspraxis abgeglichen werden.

Eine gezielte Compliance-Prüfung sollte daher, soweit einschlägig, insbesondere folgende Dokumente und Prozesse umfassen:

  1. den Joint-Venture-Vertrag und Gesellschaftervereinbarungen;
  2. das Unternehmensregistrierungszertifikat (Enterprise Registration Certificate);
  3. das Investitionsregistrierungszertifikat (Investment Registration Certificate);
  4. die registrierten Geschäftstätigkeiten des vietnamesischen Unternehmens;
  5. einschlägige Lizenzen, Genehmigungen und behördliche Zustimmungen;
  6. Arbeitsverträge;
  7. Entsende- und Versetzungsvereinbarungen;
  8. Vereinbarungen mit ausländischen Gesellschaftern, Muttergesellschaften und verbundenen Unternehmen;
  9. Vereinbarungen über Rekrutierung und Vermittlung ins Ausland;
  10. Regelungen zu beruflicher Aus- und Weiterbildung;
  11. Verträge mit Personalvermittlern, Beratern und anderen Vermittlern;
  12. Kommunikations- und Rekrutierungsmaterialien für Arbeitnehmer;
  13. von Arbeitnehmern erhobene Zahlungen oder Gebühren; sowie
  14. den tatsächlich angewendeten operativen Prozess bei Auswahl und Entsendung vietnamesischer Arbeitnehmer ins Ausland.

Dadurch kann ein Unternehmen nicht nur feststellen, was seine Unternehmensdokumente erlauben, sondern auch beurteilen, ob sein tatsächliches Geschäftsmodell mit dem vietnamesischen Recht im Einklang steht.

8. EINE PRAKTISCHE COMPLIANCE-PRÜFUNG IN SECHS SCHRITTEN

Unternehmen mit potenziell betroffenen Strukturen sollten zeitnah eine gezielte Überprüfung durchführen.

Schritt 1 – Die Struktur erfassen

Identifizieren Sie sämtliche am Prozess beteiligten Parteien und stellen Sie präzise fest:

  1. wer die Stellenangebote bewirbt;
  2. wer Informationen bereitstellt;
  3. wer Bewerber berät;
  4. wer rekrutiert;
  5. wer Interviews führt und die Auswahl trifft;
  6. wer den Arbeitsvertrag mit dem Arbeitnehmer abschließt;
  7. wer den Arbeitnehmer vergütet;
  8. wer Zahlungen vom Arbeitnehmer entgegennimmt;
  9. wer Visa und Reiseorganisation übernimmt;
  10. wer den Arbeitnehmer im Ausland beaufsichtigt; und
  11. wer letztlich von den Leistungen des Arbeitnehmers profitiert.

Schritt 2 – Die rechtliche Einordnung bestimmen

Klären Sie, ob die Struktur beispielsweise als folgende Konstellation zu qualifizieren ist:

  1. Beschäftigung im Ausland über ein lizenziertes Dienstleistungsunternehmen;
  2. Einsatz im Zusammenhang mit einem Auslandsprojekt oder -vertrag;
  3. Einsatz im Zusammenhang mit einer Auslandsinvestition;
  4. berufliche Aus- und Weiterbildung oder Qualifizierungsmaßnahmen im Ausland;
  5. direkte Beschäftigung im Ausland; oder
  6. eine andere gesetzlich anerkannte Struktur.

Schritt 3 – Die rechtliche Befugnis prüfen

Stellen Sie fest, ob jede beteiligte Einheit rechtlich berechtigt ist, die tatsächlich von ihr ausgeübte Rolle wahrzunehmen.

Dabei sollten nicht nur vorhandene Lizenzen berücksichtigt werden, sondern auch die Unternehmensregistrierung, Investitionsgenehmigungen, zulässigen Geschäftstätigkeiten sowie etwaige branchenspezifische Anforderungen.

Schritt 4 – Die Verträge überprüfen

Der vertragliche Rahmen sollte die tatsächliche Struktur zutreffend widerspiegeln.

Besondere Aufmerksamkeit sollte folgenden Dokumenten gewidmet werden:

  1. Joint-Venture-Verträgen;
  2. Arbeitsverträgen;
  3. Entsendevereinbarungen;
  4. Vereinbarungen über Auslandseinsätze;
  5. Ausbildungsvereinbarungen;
  6. konzerninternen Vereinbarungen;
  7. Rekrutierungsvereinbarungen; sowie
  8. Vereinbarungen mit Vermittlern.

Schritt 5 – Den Geldfluss nachvollziehen

Ermitteln Sie sämtliche Zahlungen im Zusammenhang mit der Vermittlung oder Entsendung ins Ausland.

Dies ist besonders wichtig, da Artikel 53 ausdrücklich die Entgegennahme von Zahlungen vietnamesischer Arbeitnehmer für eine Tätigkeit im Ausland durch Personen oder Organisationen ohne die erforderliche Berechtigung sanktioniert.

Schritt 6 – Compliance-Lücken beseitigen

Werden bei der Prüfung Defizite festgestellt, können unter anderem folgende Maßnahmen in Betracht kommen:

  1. Neuverteilung von Verantwortlichkeiten zwischen den JV-Partnern;
  2. Anpassung des Geschäftsmodells;
  3. Änderung bestehender Verträge;
  4. Anpassung von Rekrutierungsverfahren;
  5. Einschaltung eines ordnungsgemäß lizenzierten Dienstleisters;
  6. Einholung oder Aktualisierung notwendiger gesellschaftsrechtlicher oder behördlicher Genehmigungen;
  7. Anpassung von Zahlungsregelungen für Arbeitnehmer; oder
  8. Umstrukturierung des Mechanismus für Auslandseinsätze.

Welche Lösung geeignet ist, hängt von den jeweiligen Umständen des Einzelfalls ab.

9. BEDEUTET DAS DEKRET 283, DASS BESTEHENDE JOINT VENTURES UMGESTRUKTURIERT WERDEN MÜSSEN?

Nicht zwingend.

Die bloße Existenz eines Joint Ventures mit vietnamesischen Arbeitnehmern oder einer Auslandsbeziehung begründet für sich genommen noch keinen Rechtsverstoß.

Ebenso sollte nicht jede Entsendung, jedes Ausbildungsprogramm oder jede konzerninterne Versetzung automatisch als Dienstleistung zur Auslandsvermittlung von Arbeitskräften eingestuft werden.

Die zutreffende rechtliche Bewertung hängt von den tatsächlichen Umständen, der Vertragsstruktur, den von den Beteiligten ausgeübten Tätigkeiten sowie den einschlägigen gesetzlichen Befugnissen ab.

Diese Unterscheidung ist von zentraler Bedeutung.

Das Dekret 283 ist ein Dekret über Verwaltungssanktionen. Es muss im Zusammenhang mit den zugrunde liegenden materiell-rechtlichen Vorschriften über vietnamesische Arbeitnehmer im Ausland sowie dem jeweils einschlägigen Rechtsrahmen der betreffenden Struktur analysiert werden.

Ziel einer Compliance-Prüfung sollte daher sein, festzustellen, ob tatsächlich ein regulatorisches Risiko besteht, und nicht automatisch davon auszugehen, dass jede bestehende Struktur umgestaltet werden muss.

10. WARUM UNTERNEHMEN IHRE STRUKTUREN JETZT ÜBERPRÜFEN SOLLTEN

Das Dekret 283 ist seit dem 10. September 2026 in Kraft.

Es ersetzt den bisherigen Sanktionsrahmen gemäß Dekret Nr. 12/2022/NĐ-CP und passt die Verwaltungssanktionen an den neueren gesetzgeberischen Rahmen Vietnams in Bereichen wie Arbeitsrecht und Sozialversicherung an.

Für Unternehmen ist die praktische Konsequenz eindeutig.

Wenn vietnamesische Arbeitnehmer rekrutiert, ausgewählt, ausgebildet, entsandt oder anderweitig ins Ausland geschickt werden, sollte das Unternehmen in der Lage sein zu erläutern:

Wer führt welche Tätigkeit aus, auf welcher rechtlichen Grundlage, innerhalb welcher Vertragsstruktur und entspricht diese Struktur noch dem geltenden vietnamesischen Recht?

Eine vergleichsweise kurze rechtliche Überprüfung kann ergeben, dass die bestehende Struktur weiterhin angemessen und rechtskonform ist.

Besteht jedoch tatsächlich ein Compliance-Risiko, ermöglicht dessen frühzeitige Identifizierung eine proaktive Behebung, anstatt erst im Rahmen einer behördlichen Prüfung, eines Verwaltungsverfahrens oder eines Rechtsstreits darauf reagieren zu müssen.

WESENTLICHE ERKENNTNISSE

Erstens, ist das Dekret 283/2026/NĐ-CP seit dem 10. September 2026 in Kraft und bildet nun den maßgeblichen Sanktionsrahmen Vietnams für Arbeitsrecht, Sozialversicherung sowie vietnamesische Arbeitnehmer, die auf Vertragsbasis im Ausland tätig sind.

Zweitens, ist Artikel 53 Absatz 3 von besonderer Bedeutung, da er Organisationen und Einzelpersonen sanktioniert, die ohne die hierfür erforderliche Berechtigung Tätigkeiten wie Informationsbereitstellung, Werbung, Beratung, Rekrutierung oder die Entgegennahme von Zahlungen im Zusammenhang mit vietnamesischen Arbeitnehmern im Ausland ausüben.

Drittens, sieht Artikel 53 Absatz 3 zwar Geldbußen von 80 bis 100 Millionen VND vor, durch den Mechanismus zur Verdoppelung von Geldbußen für Organisationen nach Artikel 7 kann das finanzielle Risiko für Unternehmen jedoch auf 160 bis 200 Millionen VND ansteigen.

Viertens, sollten Unternehmen mit ausländischem Investitionskapital und Joint Ventures nicht davon ausgehen, dass die Bezeichnung einer Struktur als Entsendung, Ausbildungsprogramm oder konzerninterne Versetzung ihre rechtliche Einordnung bereits bestimmt.

Fünftens, darf Artikel 53 nicht isoliert betrachtet werden. Auch das umfassendere Regelungssystem des Kapitels IV sowie die materiell-rechtlichen Vorschriften für vietnamesische Arbeitnehmer im Ausland müssen berücksichtigt werden.

Schließlich besteht die wirksamste Reaktion in einer gezielten Überprüfung des tatsächlichen Geschäftsmodells, einschließlich der Joint-Venture-Struktur, gesellschaftsrechtlicher Genehmigungen, Rekrutierungsprozesse, Vertragsbeziehungen, Vermittler sowie Zahlungsströme.

DAS WESENTLICHE AUF EINEN BLICK

Für internationale Unternehmen und Joint Ventures lautet die zentrale Frage unter dem Dekret 283 nicht lediglich, wie eine Struktur bezeichnet wird.

Vielmehr lautet sie:

WAS TUT JEDE BETEILIGTE PARTEI TATSÄCHLICH – UND IST SIE RECHTLICH BEFUGT, DIES ZU TUN?

Genau diese Frage sollten Unternehmen heute beantworten können.

***

DUANE MORRIS VIETNAM LLC

Duane Morris Vietnam berät multinationale Unternehmen, ausländische Investoren und Joint Ventures in den Bereichen vietnamesisches Arbeitsrecht, Auslandsinvestitionen, Unternehmensstrukturierung, Lizenzierung, regulatorische Compliance sowie grenzüberschreitende Personalstrukturen.

Unser Vietnam-Team kann eine erste übergeordnete Bewertung bestehender Joint Ventures, Entsendungs-, Rekrutierungs-, Ausbildungs- oder Auslandspersonalstrukturen im Hinblick auf das Dekret 283/2026/NĐ-CP, einschließlich Artikel 53, durchführen und beurteilen, ob Maßnahmen in den Bereichen Compliance, Vertragsgestaltung, Lizenzierung oder Restrukturierung erforderlich sind.

Dieser Legal Alert dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Die Anwendung des Dekrets 283/2026/NĐ-CP sowie der zugrunde liegenden Rechtsvorschriften hängt von den tatsächlichen Umständen und der rechtlichen Struktur jedes Einzelfalls ab.

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Für weitere Informationen zu Investitionen, Unternehmenskäufen, Joint Ventures, Legal Due Diligence oder M&A-Transaktionen in Vietnam wenden Sie sich bitte an Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com.

本日はベトナムにとって記念すべき日です

フロンティアからエマージング市場へ:新たな章の幕開け

2026年9月21日は、ベトナムにとって歴史的な日です。 本日、FTSEラッセルによるベトナムの市場分類が、フロンティア市場から二次エマージング市場(新興国市場)へと正式に引き上げられます。 長年にわたる準備、規制改革、そして資本市場インフラの改善を経て、ベトナムは国際金融システムへの統合における新たな章に入ります。 これは単なるラベルの変更にとどまりません。 ベトナムがこれまでどれほどの発展を遂げてきたかという国際的な評価であり、今後どこへ向かおうとしているかを示す重要なシグナルでもあります。

8年間の軌跡

ベトナムは、2018年9月に二次エマージング市場への格上げ候補としてFTSEラッセルのウォッチリストに登録されました。 この道のりは決して自動的でも容易なものでもありませんでした。 長年にわたり、海外投資家は対処すべき市場アクセスの課題、特に決済手続きや海外機関投資家に対する証券購入時の事前資金確保の要件を指摘してきました。 ベトナムはこれに対し、抜本的な改革で応えました。 海外機関投資家向けの事前資金確保不要モデルの導入、フェイル(決済不履行)時の手続き改善、そしてグローバルブローカーを通じたアクセスの継続的な取り組みは、ベトナムの市場インフラを国際基準に近づける上で特に重要なステップとなりました。 2025年10月、FTSEラッセルは中間評価を条件として、ベトナムをフロンティア市場から二次エマージング市場へ格上げすると発表しました。 そして、決定的な承認が下されました。 2026年4月7日、FTSEラッセルはベトナムが二次エマージング市場の要件を満たしたことを発表し、2026年9月21日(月)の市場オープン時からこの再分類が発効することを確認しました。 その日が、まさに本日なのです。

その重要性について

エマージング市場への分類により、ベトナムは根本的に異なる国際投資の対象領域に位置づけられることになります。 この再分類に伴い、ベトナムはFTSEラッセルのグローバル・エクイティ・インデックス・シリーズ(GEIS)や、FTSEエマージング・マーケッツ・インデックス、FTSEオール・ワールド・インデックス、FTSEグローバル・オール・キャップ・インデックスといった重要なグローバル・ベンチマークへの組み入れ対象となります。これらのベンチマークは世界中の機関投資家によって注視されており、インデックス連動型投資商品の基準としても使用されています。 国際資本がベンチマークを通じて移動する傾向が強まっているため、これは非常に重要です。 一つの市場が主要な国際インデックスに組み込まれると、グローバルな資産運用会社、年金基金、ETF(上場投資信託)、機関投資家など、より広範な層からの投資対象となります。したがって、その潜在的な重要性はベトナム証券取引所の枠を大きく超えるものです。 ベトナム企業の国際的な認知度の向上、流動性の深化、幅広い機関投資家の参加、さらには透明性、ガバナンス、市場効率のより高い基準に向けた継続的な推進力に貢献する可能性があります。

格上げは責任でもある

ベトナムは今日という日を祝うべきです。 しかし、エマージング市場というステータスは、終点ではなく始まりとみなす必要があります。 FTSEラッセルの決定は、市場へのアクセスとインフラにおける実質的な進歩を反映しています。国際投資家の信頼を維持するためには、ベトナムがその改革プロセスを継続することが不可欠です。 優先課題は明確です。効率的な市場アクセス、透明で予測可能な規制、効果的な決済インフラ、コーポレート・ガバナンスの強化、信頼性の高い情報開示、そして投資家の権利の継続的な保護です。 ベトナムは、明確な長期目標がある場合、困難な改革に取り組む準備ができていることをすでに証明しています。その勢いを止めてはなりません。

慎重に管理された移行プロセス

FTSEラッセルのグローバル・インデックスへの移行は、一度に行われるわけではありません。 FTSEラッセルは、秩序ある移行を支援し、それに伴う国際投資フローを市場が吸収できるように設計された、4段階の実施プロセスを意図的に採用しました。 ベトナムに適用される投資可能ウェイトは、以下のスケジュールで導入される予定です。

  • 2026年9月 – 10%
  • 2027年3月 – 追加の20%
  • 2027年6月 – 追加の35%
  • 2027年9月 – 最後の35%

したがって、このプロセスは本日から始まり、各段階後のインデックス複製のFTSEラッセルによる評価を条件として、2027年9月に適用ウェイトの100%に達する予定です。 この段階的なアプローチは重要です。今日の格上げは一日限りのイベントではなく、国際的な機関投資家の投資環境へより深く統合していくための、1年にわたるプロセスの始まりを意味しています。

より大きな物語:ベトナムの変革

数十年にわりベトナムの発展を見守ってきた私たちにとって、今日のマイルストーンは資本市場にとどまらない意味を持っています。 ベトナムの変革は驚異的です。 比較的閉鎖的な経済体制から、アジアにおいてますます重要性を増す製造、貿易、投資の拠点の一つへと進化しました。 国際貿易協定、製造能力の拡大、インフラ開発、そしてグローバルなサプライチェーンへの統合により、世界経済におけるベトナムの地位は着実に変化してきました。 資本市場の発展も、その変革の重要な一部です。 海外投資家は経済成長だけを見ているわけではありません。アクセスしやすさ、透明性、法的確実性、ガバナンス、そして資本を効率的に展開・回収する能力にも注目しています。 したがって、今回のFTSEラッセルによる格上げは、重要なメッセージを発信しています。 ベトナムは、世界の資本市場の構造にますます統合されつつあるということです。

今後の展望

今日は祝うべき日です。 しかし明日からは、また取り組みが続きます。 ベトナムは現在、エマージング市場というステータスを次世代の改革の起爆剤として活用する機会を得ています。 証券市場の継続的な近代化、機関投資家の参加拡大、ガバナンス基準の強化、金融商品とインフラのさらなる開発、そして投資規制の予測可能な実施によって、ベトナムが懸命に築き上げてきた信頼をさらに強固なものにすることができます。 さらに幅広い機会も存在します。 国内資本市場が深化し、より高度化することで、ベトナム企業は事業拡大、イノベーション、インフラ整備、国際的な成長のための資金を調達しやすくなり、同時に従来の銀行融資への過度な依存を減らすことができます。 これは外国人投資家だけでなく、ベトナム自身の企業や経済にも恩恵をもたらすでしょう。

本日はベトナムにとって記念すべき日です

FTSEラッセルのウォッチリストに登録されてから8年、ついにその時が来ました。 2026年9月21日は、FTSEラッセルの分類基準において、ベトナムがフロンティア市場から二次エマージング市場へと正式に移行した日として歴史に刻まれます。 これは長年の改革が認められた結果です。 国際投資家に対するベトナムの重要性が高まっていることの証でもあります。 そして何よりも、これは大きな機会を表しています。 ベトナムは、この瞬間を資本市場の発展の到達点としてではなく、次のステージへの出発点として活用すべきです。 フロンティアからエマージングへ。 地域の成功事例から、ますます重要性を増すグローバルな投資市場へ。 将来の可能性から、本格的な参加へ。 本日こそが、ベトナムのための日です。

ベトナムにおける投資、買収、合弁事業、法務デューデリジェンス、またはM&A取引に関する詳細については、オリバー・マスマン博士 (omassmann@duanemorris.com) までお問い合わせください。

Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann – KAUFEN IN VIETNAM: DAS M&A-HANDBUCH 2026 FÜR AUSLÄNDISCHE INVESTOREN

Wie man vietnamesische Unternehmen erwirbt, regulatorische Risiken kontrolliert und Transaktionen erfolgreich abschließt

Vietnam ist in eine neue Phase seiner Entwicklung als Investitionsstandort eingetreten. Für internationale Investoren kann der Erwerb eines bestehenden vietnamesischen Unternehmens Vorteile bieten, die eine Greenfield-Investition häufig nicht leisten kann: unmittelbaren Marktzugang, eine bestehende Belegschaft und Kundenbasis, operative Lizenzen, Grundstücke und Anlagen, lokale Vertriebsnetze, etablierte Lieferketten und, nicht zuletzt, eine deutlich schnellere Markteinführung.

Die Chancen sind beträchtlich. Gleichzeitig ist das rechtliche Umfeld komplex und anspruchsvoll. Erfolgreiche Akquisitionen in Vietnam erfordern von ausländischen Investoren, nicht nur den Anteilskaufvertrag zu berücksichtigen, sondern auch die Marktzugangsbedingungen für ausländische Investitionen, die Fusionskontrolle, sektorspezifische Genehmigungen, Landnutzungsrechte, Devisenvorschriften, steuerliche Aspekte, Lizenzierung, wirtschaftlich Berechtigte (Beneficial Ownership), arbeitsrechtliche Fragen, Compliance-Anforderungen sowie bei vielen Transaktionen die regulatorische Vorgeschichte des Zielunternehmens.

In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 zog Vietnam mehr als 40,6 Milliarden USD an registrierten ausländischen Direktinvestitionen an, was einem Anstieg von 55,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Ausländische Investoren führten 2.062 Kapitalbeteiligungs- und Anteilserwerbstransaktionen mit einem Gesamtwert von über 6,7 Milliarden USD durch, was einem Zuwachs von 50,1 % im Jahresvergleich entspricht. Das verarbeitende Gewerbe blieb der größte Empfänger ausländischer Investitionen, während auch die Immobilienwirtschaft, die Energieinfrastruktur, Informations- und Kommunikationsdienstleistungen sowie professionelle und technologiebezogene Tätigkeiten erhebliche Kapitalzuflüsse verzeichneten.

Für Investoren, die den Erwerb eines vietnamesischen Unternehmens in Betracht ziehen, sind die folgenden rechtlichen und strategischen Aspekte von besonderer Bedeutung.

1. Welche wesentlichen Gesetze regeln M&A-Transaktionen in Vietnam?

Vietnam verfügt nicht über ein einheitliches, konsolidiertes M&A-Gesetz. Stattdessen muss jede Akquisition anhand einer Kombination von investitions-, gesellschafts-, wettbewerbs-, wertpapier-, devisen-, steuer-, grundstücks- sowie sektorspezifischen Vorschriften geprüft werden.

Zu den wichtigsten gesetzlichen Grundlagen gehören:

Investitionsgesetz Nr. 143/2025/QH15, in Kraft seit dem 1. März 2026, zusammen mit Dekret Nr. 96/2026/ND-CP. Das Investitionsgesetz regelt den Marktzugang für ausländische Investoren und bestimmt, wann ein Unternehmenskauf durch einen ausländischen Investor vorab bei der zuständigen Investitionsbehörde registriert werden muss.

Nach dem Investitionsgesetz 2025 ist eine vorherige M&A-Registrierung grundsätzlich erforderlich, wenn unter anderem:

  1. der Erwerb zu einer Erhöhung des ausländischen Beteiligungsanteils an einem Unternehmen führt, das in einem für ausländische Investoren nur unter bestimmten Bedingungen zugänglichen Geschäftsfeld tätig ist;
  2. die Transaktion dazu führt, dass ausländische Investoren von einer Beteiligung von 50 % oder weniger auf mehr als 50 % der Anteile gelangen, oder wenn die ausländische Beteiligung erhöht wird, obwohl ausländische Investoren bereits mehr als 50 % halten; oder
  3. das Zielunternehmen Landnutzungsrechte auf bestimmten Inseln, in Grenzregionen, Küstengebieten oder anderen Gebieten besitzt, die für die nationale Verteidigung und Sicherheit von Bedeutung sind.

Eine bedeutende Reform des neuen Investitionsgesetzes besteht darin, dass ein ausländischer Investor bereits vor Abschluss des Verfahrens zur Erteilung oder Änderung eines Investitionsregistrierungszertifikats (Investment Registration Certificate, IRC) für sein Investitionsprojekt eine wirtschaftliche Organisation gründen darf, sofern die geltenden Marktzugangsanforderungen eingehalten werden.

Das Unternehmensgesetz Nr. 59/2020/QH14, zuletzt geändert durch Gesetz Nr. 76/2025/QH15, regelt die Unternehmensorganisation, die Rechte von Aktionären und Mitgliedern, gesellschaftsrechtliche Genehmigungen, Managementstrukturen sowie die Registrierung von Eigentümerwechseln. Das Gesetz Nr. 76/2025/QH15 ist seit dem 1. Juli 2025 in Kraft.

Investoren sollten beachten, dass Gesetz Nr. 24/2026/QH16, das am 24. August 2026 verabschiedet wurde, eine Änderung des Investitionsgesetzes und nicht des Unternehmensgesetzes darstellt. Es tritt erst am 1. März 2027 in Kraft. Transaktionen, deren Unterzeichnung oder Vollzug in diesen Zeitraum fällt, sollten daher hinsichtlich möglicher Übergangsregelungen sorgfältig geprüft werden.

Weitere wichtige Rechtsvorschriften sind:

  1. das Wertpapiergesetz Nr. 54/2019/QH14 in seiner jeweils geänderten Fassung sowie die Dekrete Nr. 155/2020/ND-CP und Nr. 245/2025/ND-CP;
  2. das Wettbewerbsgesetz Nr. 23/2018/QH14;
  3. die von der State Bank of Vietnam verwalteten Devisenvorschriften;
  4. das Bodengesetz, das Wohnungsgesetz und das Gesetz über Immobiliengeschäfte;
  5. das Körperschaftsteuergesetz Nr. 67/2025/QH15 sowie Dekret Nr. 320/2025/ND-CP;
  6. Vietnams Verpflichtungen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) und seiner Freihandelsabkommen, einschließlich des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Vietnam (EVFTA) sowie des Umfassenden und Fortschrittlichen Abkommens für die Transpazifische Partnerschaft (CPTPP); sowie
  7. spezialisierte Gesetze für regulierte Branchen wie Bankwesen, Versicherungen, Telekommunikation, Gesundheitswesen, Pharmazie, Bildung, Logistik, Energie und Immobilien.

Zu den zuständigen Behörden können unter anderem das Finanzministerium und seine Investitionsbehörden, die zuständigen Volkskomitees der Provinzen oder andere zuständige Investitionsbehörden, die Vietnam Competition Commission, die State Securities Commission, die State Bank of Vietnam, das Ministerium für Industrie und Handel sowie weitere Fachministerien und Aufsichtsbehörden gehören.

2. Wie ist die aktuelle Situation des vietnamesischen M&A- und Auslandsinvestitionsmarktes?

Vietnam geht mit einem starken Investitionsmomentum in das letzte Quartal des Jahres 2026.

Bis Ende August 2026 wurden folgende Ergebnisse verzeichnet:

  1. Das gesamte registrierte ausländische Investitionskapital überschritt 40,6 Milliarden USD, was einem Anstieg von 55,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
  2. Die tatsächlich realisierten ausländischen Direktinvestitionen (FDI) erreichten rund 17,25 Milliarden USD, ein Plus von 12 %.
  3. 2.771 neue Investitionsprojekte zogen mehr als 21,7 Milliarden USD an.
  4. Kapitalerhöhungen bestehender Projekte überstiegen 12,2 Milliarden USD.
  5. Ausländische Kapitaleinlagen und Anteilserwerbe beliefen sich auf mehr als 6,7 Milliarden USD, was einer Steigerung von 50,1 % im Jahresvergleich entspricht.

Das verarbeitende Gewerbe und die industrielle Produktion machten mit mehr als 21 Milliarden USD den größten Anteil der registrierten Investitionen aus. Der Immobiliensektor zog mehr als 5,7 Milliarden USD an, während auch die Bereiche Energieinfrastruktur, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie professionelle, wissenschaftliche und technologische Dienstleistungen erhebliche Kapitalzuflüsse verzeichneten.

Singapur und Südkorea blieben die beiden größten Herkunftsländer ausländischer Investitionen, gefolgt von Hongkong, Festlandchina und Malaysia.

Diese Zahlen sind für M&A-Investoren besonders relevant, da sie zeigen, dass Vietnam längst nicht mehr ausschließlich ein Standort für Greenfield-Investitionen in der Produktion ist. Unternehmenskäufe, strategische Beteiligungen, Joint Ventures und der Erwerb bestehender Anteile entwickeln sich zunehmend zu einem wichtigen Weg des Markteintritts.

3. Was treibt den vietnamesischen M&A-Markt im Jahr 2026 an?

Mehrere strukturelle Entwicklungen sind hierbei von besonderer Bedeutung.

Ein neues Investitionsgesetz

Das Investitionsgesetz 2025 modernisiert den Rechtsrahmen für ausländische Investitionen in Vietnam und bestätigt den Grundsatz, dass ausländische Investoren grundsätzlich Zugang zum vietnamesischen Markt haben, sofern die betreffende Tätigkeit nicht auf einer Liste beschränkter oder bedingt zugänglicher Geschäftsbereiche aufgeführt ist.

Aufstufung Vietnams durch FTSE Russell zum Emerging Market

Die Hochstufung Vietnams vom Status eines „Frontier Market“ zum „Secondary Emerging Market“ tritt mit Handelsbeginn am 21. September 2026 in Kraft. FTSE Russell bestätigte diese Aufwertung nach der Feststellung, dass Vietnam die relevanten Anforderungen für die Einstufung als Secondary Emerging Market erfüllt, einschließlich wichtiger Verbesserungen im Bereich des Non-Prefunding-Systems und des Zugangs für ausländische institutionelle Investoren.

Diese Hochstufung beseitigt zwar nicht die gesetzlichen Beschränkungen der Auslandsbeteiligung in regulierten Branchen, erhöht jedoch die Sichtbarkeit Vietnams und dessen Zugänglichkeit für internationales institutionelles Kapital erheblich.

Verbesserter Zugang zum Wertpapiermarkt

Das Dekret Nr. 245/2025/ND-CP hat die bisherige Möglichkeit börsennotierter Gesellschaften abgeschafft, durch ihre Satzung oder einen Beschluss der Hauptversammlung eine niedrigere Obergrenze für ausländische Beteiligungen festzulegen als jene, die nach vietnamesischem Recht und internationalen Verpflichtungen zulässig ist. Für bestehende Gesellschaften gelten jedoch Übergangsregelungen.

Chancen im Bankensektor

Das Dekret Nr. 69/2025/ND-CP schafft größere Flexibilität hinsichtlich ausländischer Beteiligungen an bestimmten vietnamesischen Kreditinstituten, die im Rahmen verpflichtender Übertragungen notleidender Banken tätig sind. Gleichwohl bleibt die Regelung ausländischer Beteiligungen im vietnamesischen Bankensektor insgesamt stark reguliert und bedarf einer transaktionsspezifischen Analyse.

Reformen im Bereich Grundstücke, Infrastruktur und Energie

Die überarbeiteten Gesetze über Grundstücke, Wohnraum und Immobilien, die umfangreichen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, die Erweiterung von Industrieparks, die Energiewende sowie die Umsetzung der nationalen Stromentwicklungsplanung schaffen weiterhin attraktive Erwerbsmöglichkeiten in den Bereichen Industrieimmobilien, Logistik, Produktion und Energie.

4. Welche Sektoren ziehen das größte M&A-Interesse auf sich?

Nach unserer Einschätzung gehören folgende Branchen zu den wichtigsten Zielsektoren für ausländische Akquisitionen:

  1. Fertigungsindustrie und High-Tech-Produktion;
  2. Industrieimmobilien und Logistik;
  3. Konsumgüter und Einzelhandel;
  4. Gesundheitswesen und Pharmaindustrie;
  5. Technologie, Software, digitale Dienstleistungen und datenbezogene Geschäftsmodelle;
  6. Erneuerbare und konventionelle Energieinfrastruktur;
  7. Finanzdienstleistungen;
  8. Lebensmittelwirtschaft und Agrarsektor;
  9. Bildung und Weiterbildung;
  10. Lieferketten- und Zulieferindustrien; sowie
  11. Unternehmen, die von Vietnams umfangreichem Freihandelsabkommensnetz profitieren können.

Besonders attraktiv sind zunehmend Unternehmen, die eine Kombination aus behördlichen Genehmigungen, Grundstücken, einer etablierten Geschäftstätigkeit, einer skalierbaren Belegschaft sowie einer bestehenden nationalen oder internationalen Kundenbasis bieten.

5. Welche Faktoren werden die vietnamesische M&A-Landschaft in den nächsten zwei Jahren am stärksten beeinflussen?

Drei Faktoren sind dabei besonders hervorzuheben.

Erstens: Regulatorische Liberalisierung und Rechtsumsetzung. Das Investitionsgesetz 2025, die Reformen des Kapitalmarkts sowie weitere Gesetzesänderungen, die ab 2027 in Kraft treten werden, werden die Struktur von Transaktionen und den Marktzugang für ausländische Investoren maßgeblich beeinflussen.

Zweitens: Die zunehmende Integration Vietnams in globale Lieferketten. Hersteller diversifizieren ihre Produktionsstandorte weiterhin und ziehen zunehmend den Erwerb bestehender vietnamesischer Unternehmen einer vollständigen Neugründung vor.

Drittens: Der Ausbau von Infrastruktur und Energieversorgung. Flughäfen, Seehäfen, Schnellstraßen, Logistikinfrastruktur, Industrieparks, Stromerzeugungskapazitäten sowie Investitionen in das Stromnetz verändern die wirtschaftliche Attraktivität ganzer Regionen und Industriecluster.

Wir erwarten insbesondere ein starkes strategisches Interesse an den Sektoren Produktion, Technologie, Energie, Infrastruktur, Logistik sowie ausgewählten Immobilienprojekten.

6. Wie kann ein ausländischer Investor ein vietnamesisches Unternehmen erwerben?

Die wichtigsten Transaktionsstrukturen sind:

  1. Erwerb bestehender Aktien einer Aktiengesellschaft (Joint-Stock Company);
  2. Erwerb eines bestehenden Kapitalanteils an einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Limited Liability Company);
  3. Zeichnung neu ausgegebener Aktien oder zusätzlicher Stammkapitaleinlagen;
  4. Kombination aus Primärinvestition und Sekundärerwerb;
  5. Verschmelzung oder gesellschaftsrechtliche Restrukturierung;
  6. Erwerb eines Unternehmens oder ausgewählter Vermögenswerte (Asset Deal); oder
  7. Gründung eines Joint Ventures mit bestehenden Gesellschaftern.

Die optimale Struktur hängt von steuerlichen Aspekten, Lizenzanforderungen, Beschränkungen der Auslandsbeteiligung, Landnutzungsrechten, bestehenden Verbindlichkeiten sowie den wirtschaftlichen Zielen des Investors ab.

Ein Anteilserwerb verschafft dem Investor Zugriff auf die bestehende Gesellschaft einschließlich ihrer Lizenzen, Verträge, Mitarbeiter, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Ein Asset Deal kann eine größere Flexibilität bei der Auswahl der zu übernehmenden Vermögenswerte bieten und unter Umständen bestimmte historische Haftungsrisiken vermeiden. Die Übertragung von Lizenzen, Mitarbeitern, Verträgen und insbesondere von Landnutzungsrechten kann jedoch erheblich komplexer sein.

7. Wann ist eine M&A-Genehmigung für ausländische Investoren erforderlich?

Diese Frage sollte bereits zu Beginn der Transaktion geklärt werden und nicht erst kurz vor dem Vollzug (Closing).

Nach dem Investitionsgesetz 2025 ist in bestimmten Fällen eine vorherige Registrierung erforderlich. Dazu gehören insbesondere Transaktionen, die:

  • die ausländische Beteiligung an Unternehmen erhöhen, die Beschränkungen oder besonderen Marktzugangsbedingungen für ausländische Investoren unterliegen;
  • den Schwellenwert von 50 % ausländischer Beteiligung überschreiten oder weiter erhöhen; oder
  • Zielgesellschaften betreffen, die Landnutzungsrechte in sensiblen Gebieten besitzen.

Darüber hinaus können unabhängig davon sektorspezifische Genehmigungen erforderlich sein.

Ausländische Investoren sollten daher bereits auf Term-Sheet-Ebene prüfen:

  1. ob die Geschäftstätigkeit des Zielunternehmens für ausländische Investitionen geöffnet ist;
  2. welche maximale ausländische Beteiligungsquote zulässig ist;
  3. ob eine M&A-Registrierung erforderlich ist;
  4. ob branchenspezifische Genehmigungen eingeholt werden müssen;
  5. ob eine wettbewerbsrechtliche Freigabe erforderlich ist; und
  6. ob eine Überprüfung im Hinblick auf Grundstücksrechte oder nationale Sicherheitsinteressen stattfindet.

Diese Fragen können darüber entscheiden, ob die geplante Transaktionsstruktur überhaupt rechtlich umsetzbar ist.

8. Wie sieht die vietnamesische Fusionskontrolle aus?

Die Analyse der Fusionskontrolle ist inzwischen ein wesentlicher Bestandteil größerer Akquisitionen.

Nach dem vietnamesischen Wettbewerbsrecht kann eine Anmeldepflicht für wirtschaftliche Zusammenschlüsse ausgelöst werden, wenn bestimmte Schwellenwerte in Bezug auf Vermögenswerte, Umsätze, Transaktionswerte oder Marktanteile erreicht werden.

Für gewöhnliche Unternehmen gelten derzeit unter anderem folgende Anmeldeschwellen:

  1. Vermögenswerte in Vietnam von mindestens 3 Billionen VND;
  2. Umsätze oder Einkaufsvolumen in Vietnam von mindestens 3 Billionen VND;
  3. ein Transaktionswert von mindestens 1 Billion VND bei in Vietnam durchgeführten Transaktionen; oder
  4. ein gemeinsamer Marktanteil von mindestens 20 % auf dem relevanten Markt.

Für Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen und Wertpapiergesellschaften gelten besondere Schwellenwerte.

Ein häufiger Fehler besteht darin anzunehmen, dass eine wettbewerbsrechtliche Freigabe nur erforderlich sei, wenn Käufer und Zielunternehmen direkte Wettbewerber sind. Die vietnamesischen Anmeldeschwellen gehen jedoch deutlich über diese Annahme hinaus.

Daher sollte die fusionskontrollrechtliche Prüfung frühzeitig erfolgen und im Zeitplan sowie in den Vollzugsbedingungen der Transaktion berücksichtigt werden.

9. Welche Informationen über ein vietnamesisches Zielunternehmen sind öffentlich verfügbar?

Die Antwort hängt wesentlich davon ab, ob es sich um ein börsennotiertes bzw. öffentliches Unternehmen oder um ein Privatunternehmen handelt.

Börsennotierte Gesellschaften unterliegen umfangreichen Offenlegungspflichten hinsichtlich:

  • Jahres- und Finanzabschlüssen;
  • Corporate Governance;
  • Hauptversammlungen;
  • Wertpapiertransaktionen;
  • Beschränkungen für Auslandsbeteiligungen; sowie
  • wesentlichen Unternehmensereignissen.

Private Unternehmen veröffentlichen dagegen deutlich weniger Informationen.

Bei der Übernahme eines privaten vietnamesischen Unternehmens hängt eine aussagekräftige Due Diligence in der Regel davon ab, dass der Verkäufer einen zuverlässigen Datenraum einrichtet und Unternehmens-, Finanz-, Genehmigungs-, Steuer-, Arbeits-, Vertrags-, Grundstücks-, Prozess- und Compliance-Unterlagen bereitstellt.

Ausländische Investoren sollten daher nicht davon ausgehen, dass öffentlich verfügbare Informationen ein vollständiges Bild des Zielunternehmens vermitteln.

10. Wie wichtig ist die Due Diligence in Vietnam?

Sie ist von außerordentlicher Bedeutung.

Der Erwerb vietnamesischer Unternehmen ist häufig mit Risiken verbunden, die nicht allein durch die Prüfung standardmäßiger Gesellschaftsunterlagen erfasst werden können.

Eine umfassende rechtliche Due Diligence untersucht typischerweise:

  1. Gründung und Unternehmenshistorie;
  2. Eigentumsverhältnisse und wirtschaftlich Berechtigte (Beneficial Owners);
  3. den Status als auslandsinvestiertes Unternehmen;
  4. Investitionsregistrierungszertifikate (IRC) und Unternehmensregistrierungszertifikate (ERC);
  5. Geschäftszwecke und Unterlizenzen;
  6. Landnutzungsrechte und Gebäude;
  7. Baugenehmigungen;
  8. Umwelt-Compliance;
  9. wesentliche Verträge;
  10. Finanzverbindlichkeiten und Sicherheiten;
  11. Geschäfte mit nahestehenden Personen;
  12. Arbeitsverhältnisse;
  13. steuerliche Angelegenheiten;
  14. geistiges Eigentum;
  15. Gerichts- und Verwaltungsverfahren;
  16. Datenschutz und Cybersicherheit;
  17. Wettbewerbsrecht;
  18. Korruptions- und Bestechungsprävention;
  19. Sanktions- und Compliance-Themen;
  20. Versicherungen; sowie
  21. frühere Verstöße gegen regulatorische Vorschriften.

Bei stark regulierten Unternehmen oder vermögensintensiven Zielgesellschaften sollten umweltrechtliche, technische, finanzielle und steuerliche Prüfungen parallel durchgeführt werden.

Die entscheidende Frage lautet nicht nur:

„Besitzt das Zielunternehmen diesen Vermögenswert?“

sondern auch:

„Wurde dieser Vermögenswert rechtmäßig erworben, entwickelt, genehmigt und genutzt, und kann der ausländische Investor ihn nach dem Closing weiterhin rechtmäßig besitzen und betreiben?“

11. Warum sind Betriebsgenehmigungen und Lizenzen besonders wichtig?

Ausländische Investoren erwerben vietnamesische Unternehmen häufig gerade deshalb, weil diese bereits über wertvolle Betriebsgenehmigungen verfügen.

Es darf jedoch niemals automatisch davon ausgegangen werden, dass diese Genehmigungen allein aufgrund der Übertragung der Anteile an der Lizenzinhaberin fortbestehen oder uneingeschränkt nutzbar bleiben.

Der Investor sollte prüfen:

  1. ob ausländische Beteiligungen überhaupt zulässig sind;
  2. ob ein Kontrollwechsel angezeigt oder genehmigt werden muss;
  3. ob die Genehmigungen nach dem Closing geändert oder aktualisiert werden müssen;
  4. ob die Genehmigungen weiterhin wirksam sind;
  5. ob das Unternehmen sämtliche Lizenzauflagen eingehalten hat; und
  6. ob frühere Verstöße zu einer Aussetzung oder einem Widerruf der Genehmigungen führen könnten.

Mängel im Lizenzierungsbereich sollten durch aufschiebende Bedingungen (Conditions Precedent), vertragliche Zusicherungen und Verpflichtungen (Covenants), Freistellungen (Indemnities) oder geeignete Maßnahmen vor dem Vollzug der Transaktion behoben werden.

12. Wie sollten Investoren mit Grundstücks- und Landnutzungsrechten umgehen?

Grundstücke und Landnutzungsrechte zählen zu den wichtigsten und potenziell wertvollsten Bestandteilen einer M&A-Transaktion in Vietnam.

Das vietnamesische Recht erkennt kein Privateigentum an Grund und Boden an. Stattdessen können natürliche oder juristische Personen Landnutzungsrechte auf Grundlage unterschiedlicher rechtlicher Strukturen innehaben.

Ein Investor sollte insbesondere prüfen:

  1. den rechtlichen Ursprung des Grundstücks;
  2. den zulässigen Nutzungszweck;
  3. die Laufzeit des Landnutzungsrechts;
  4. ob die Landpacht jährlich oder als Einmalzahlung entrichtet wurde;
  5. ob die Landnutzungsrechte übertragbar sind;
  6. ob der Zielgesellschaft alle Entwicklungs- und Investitionsverpflichtungen erfüllt hat;
  7. ob das Grundstück belastet oder verpfändet ist;
  8. ob die Bebauung rechtmäßig erfolgt ist;
  9. ob Probleme im Zusammenhang mit Flächennutzungs- oder Bebauungsplänen bestehen;
  10. ob noch finanzielle Verpflichtungen offen sind; sowie
  11. ob sich eine ausländische Beteiligung nach dem Closing auf die Berechtigung der Zielgesellschaft auswirkt, das Grundstück weiterhin zu halten oder zu nutzen.

Eine Transaktion, die auf Basis des Unternehmenswerts attraktiv erscheint, kann wirtschaftlich unattraktiv werden, wenn die zugrunde liegende Grundstücks- oder Landrechtsposition mangelhaft ist.

13. Welche gesellschaftsrechtlichen Genehmigungen sind erforderlich?

Die erforderlichen Genehmigungen hängen insbesondere ab von:

  1. der Rechtsform der Zielgesellschaft (GmbH oder Aktiengesellschaft);
  2. ihrer Satzung;
  3. Gesellschafter- bzw. Aktionärsvereinbarungen;
  4. Umfang und Art der Transaktion;
  5. bestehenden Übertragungsbeschränkungen;
  6. Vorkaufs- oder Bezugsrechten; sowie
  7. der Frage, ob Vorschriften über Geschäfte mit verbundenen Parteien Anwendung finden.

Ausländische Investoren sollten die Satzung und sämtliche Gesellschaftervereinbarungen sorgfältig prüfen, bevor sie davon ausgehen, dass ein Verkäufer seine Beteiligung frei übertragen kann.

14. Welche Schutzmechanismen sollte ein ausländischer Käufer in den Transaktionsdokumenten vorsehen?

Vietnamesische Unternehmenskaufverträge orientieren sich zunehmend an internationalen M&A-Standards.

Ein professioneller Erwerber wird typischerweise folgende Schutzmechanismen berücksichtigen:

  1. aufschiebende Bedingungen (Conditions Precedent);
  2. Garantien und Zusicherungen (Representations and Warranties);
  3. steuerliche Garantien und Steuerfreistellungen;
  4. spezifische Freistellungen für im Rahmen der Due Diligence identifizierte Risiken;
  5. Verpflichtungen zwischen Signing und Closing (Pre-Closing Covenants);
  6. Beschränkungen des gewöhnlichen Geschäftsbetriebs;
  7. Regelungen zu wesentlichen nachteiligen Veränderungen (Material Adverse Change Clauses), soweit angemessen;
  8. Kaufpreisanpassungsmechanismen;
  9. Escrow- oder Holdback-Vereinbarungen;
  10. Warranty-and-Indemnity-Versicherungen, soweit wirtschaftlich sinnvoll;
  11. Verpflichtungen nach dem Closing;
  12. Wettbewerbsverbote und Abwerbeverbote, soweit durchsetzbar;
  13. Streitbeilegungsmechanismen; sowie
  14. Kündigungs- und Rücktrittsrechte.

Die Vertragsdokumentation sollte auf den konkreten Ergebnissen der Due Diligence beruhen und nicht lediglich aus internationalen Musterdokumenten übernommen werden.

15. Werden Conditions Precedent üblicherweise verwendet?

Ja.

Zu den typischen aufschiebenden Bedingungen zählen:

  1. die Genehmigung ausländischer Investitionen;
  2. die fusionskontrollrechtliche Freigabe;
  3. sektorspezifische Genehmigungen;
  4. die Änderung oder Bestätigung bestehender Lizenzen;
  5. gesellschaftsrechtliche Genehmigungen;
  6. die Freigabe von Sicherheiten;
  7. die Rückzahlung bestehender Schulden;
  8. Zustimmungen Dritter aus Vertragsverhältnissen;
  9. die Restrukturierung problematischer Vermögenswerte oder Geschäftsbereiche;
  10. die Umsetzung regulatorischer Korrekturmaßnahmen;
  11. die Bestellung oder Weiterbeschäftigung wichtiger Führungskräfte; sowie
  12. das Ausbleiben bestimmter wesentlicher negativer Ereignisse.

Ein ausländischer Käufer sollte vermeiden, sich vorbehaltlos zum Vollzug zu verpflichten, bevor der regulatorische Genehmigungsweg eindeutig geklärt ist.

16. Wie kann ein Käufer Exklusivität für eine Transaktion sichern?

Exklusivität kann in einem Letter of Intent (LOI), Memorandum of Understanding (MoU), Term Sheet oder in einer gesonderten Exklusivitätsvereinbarung geregelt werden.

Übliche Schutzmechanismen sind:

  1. „No-Shop“-Verpflichtungen;
  2. „No-Talk“-Klauseln;
  3. die Pflicht zur Mitteilung konkurrierender Angebote;
  4. Matching Rights (Anpassungsrechte bei Konkurrenzangeboten);
  5. Break Fees, soweit rechtlich durchsetzbar;
  6. Vertraulichkeitsverpflichtungen;
  7. Beschränkungen hinsichtlich der Weitergabe von Due-Diligence-Informationen an konkurrierende Bieter; sowie
  8. die Erstattung vereinbarter Transaktionskosten.

Dabei sollte sorgfältig zwischen rechtsverbindlichen Regelungen und unverbindlichen kommerziellen Absichtserklärungen unterschieden werden.

17. Wie wird der Kaufpreis üblicherweise strukturiert?

Barzahlung ist nach wie vor die häufigste Gegenleistungsform.

Gängige Kaufpreismechanismen sind:

Locked Box

Der Eigenkapitalwert wird auf Grundlage eines vereinbarten historischen Abschlusses festgelegt und durch sogenannte Leakage-Schutzmechanismen abgesichert.

Completion Accounts

Der endgültige Kaufpreis wird nach dem Closing anhand vereinbarter Kennzahlen zu Liquidität, Verschuldung und Working Capital angepasst.

Earn-Outs

Ein Teil des Kaufpreises hängt von der künftigen Geschäftsentwicklung nach dem Closing ab. Earn-Out-Strukturen können Bewertungsdifferenzen überbrücken, erfordern jedoch eine sorgfältige vertragliche Regelung hinsichtlich Rechnungslegungsgrundsätzen, Geschäftsführung und Kontrollrechten.

Gestundete Kaufpreisbestandteile bzw. Escrow-Lösungen

Ein Teil des Kaufpreises wird zurückbehalten oder später ausgezahlt, um mögliche Garantie- oder Freistellungsansprüche abzusichern.

Welcher Mechanismus geeignet ist, hängt von der Qualität der Rechnungslegung, der Volatilität des Working Capitals und der gewünschten Risikoverteilung zwischen Signing und Closing ab.

18. Welche Devisen- und Zahlungsverkehrsfragen stellen sich?

Die devisenrechtliche Strukturierung sollte bereits vor Unterzeichnung des SPA geklärt werden.

Abhängig von der Investitionsstruktur und dem Status der Zielgesellschaft können Zahlungen über spezielle Investitionskapitalkonten oder andere nach dem vietnamesischen Devisenrecht vorgeschriebene Konten abgewickelt werden müssen.

Die Parteien sollten insbesondere abstimmen:

  1. die Transaktionswährung;
  2. das verwendete Zahlungskonto;
  3. die Identität des Zahlenden und des Zahlungsempfängers;
  4. den Zahlungszeitpunkt;
  5. die Dokumentationsanforderungen der zuständigen Bank; sowie
  6. die Modalitäten der Kapitalrückführung ins Ausland.

Vietnamesische Geschäftsbanken übernehmen hierbei eine zentrale Kontrollfunktion.

Selbst ein hervorragend formulierter Unternehmenskaufvertrag ist wenig wert, wenn die vereinbarte Zahlungsstruktur nicht rechtskonform über das vietnamesische Bankensystem abgewickelt werden kann.

19. Wie werden Anteilsübertragungen besteuert?

Mit den Körperschaftsteuerreformen des Jahres 2025 hat die steuerliche Behandlung von Anteilsverkäufen erheblich an Bedeutung gewonnen.

Für ausländische Unternehmensverkäufer wurde das System grundlegend geändert.

Nach dem Körperschaftsteuergesetz Nr. 67/2025/QH15, Dekret Nr. 320/2025/ND-CP sowie den hierzu erlassenen Durchführungsbestimmungen unterliegen ausländische Unternehmen, die direkte oder indirekte Beteiligungen an vietnamesischen Gesellschaften veräußern, seit dem 15. Dezember 2025 grundsätzlich einer Körperschaftsteuer in Höhe von 2 % des Bruttoverkaufserlöses bei Kapitalübertragungen, vorbehaltlich bestimmter Ausnahmen.

Bei der Veräußerung von Wertpapieren gilt grundsätzlich ein Steuersatz von 0,1 % des Bruttoverkaufserlöses.

Dies ist ein wesentlicher Aspekt der Transaktionsplanung, da die 2-%-Steuer auf den Bruttoerlös und nicht auf den tatsächlichen Veräußerungsgewinn erhoben wird. Dadurch kann eine Steuerbelastung selbst dann entstehen, wenn der Verkäufer keinen oder nur einen geringen wirtschaftlichen Gewinn erzielt.

Für natürliche Personen gelten gesonderte einkommensteuerliche Vorschriften, abhängig von der Art der Beteiligung und dem steuerlichen Status des Verkäufers.

Die steuerliche Analyse sollte darüber hinaus Folgendes umfassen:

  1. indirekte Anteilsübertragungen;
  2. Doppelbesteuerungsabkommen;
  3. Quellensteuer- und Erklärungspflichten;
  4. historische Steuerverbindlichkeiten;
  5. Verrechnungspreise;
  6. Earn-Out-Modelle und gestundete Kaufpreisbestandteile; sowie
  7. steueroptimierte Umstrukturierungen.

20. Welches anwendbare Recht sollte gewählt werden?

Die Parteien verfügen insbesondere bei grenzüberschreitenden Transaktionen über einen erheblichen Gestaltungsspielraum bei der Wahl des anwendbaren Rechts.

Zwingendes vietnamesisches Recht bleibt jedoch insbesondere maßgeblich für:

  1. die Eigentumsverhältnisse an Anteilen oder Kapitalbeteiligungen vietnamesischer Gesellschaften;
  2. gesellschaftsrechtliche Registrierungen;
  3. Genehmigungen für ausländische Investitionen;
  4. Land- und Grundstücksrechte;
  5. Lizenzierungsfragen;
  6. Arbeitsrecht;
  7. Steuerrecht;
  8. Wettbewerbsrecht; sowie
  9. sonstige zwingend vietnamesisch geregelte Sachverhalte.

Bei vielen Unternehmenskäufen wird das SPA daher vietnamesischem Recht unterstellt. Bei größeren grenzüberschreitenden Transaktionen wählen die Parteien häufig ausländisches Recht für bestimmte vertragliche Aspekte, während die Umsetzung in Vietnam weiterhin den zwingenden vietnamesischen Vorschriften entsprechen muss.

21. Welcher Streitbeilegungsmechanismus ist in der Regel geeignet?

Ausländische Investoren ziehen häufig folgende Streitbeilegungsforen in Betracht:

  1. vietnamesische Gerichte;
  2. das Vietnam International Arbitration Centre (VIAC);
  3. das Singapore International Arbitration Centre (SIAC);
  4. Schiedsverfahren der International Chamber of Commerce (ICC); oder
  5. andere vereinbarte internationale Schiedsgerichte.

Die Wahl sollte sich nach Art und Wert der Transaktion, dem Standort der Vermögenswerte, der Identität der Verkäufer, der Vollstreckungsstrategie sowie der Frage richten, ob einstweilige Maßnahmen erforderlich sein könnten.

Bei größeren grenzüberschreitenden Unternehmenskäufen wird häufig die internationale Schiedsgerichtsbarkeit bevorzugt.

22. Wie werden Übernahmen börsennotierter Gesellschaften reguliert?

Eine vietnamesische Publikumsgesellschaft (Public Company) umfasst grundsätzlich:

  • eine Aktiengesellschaft mit einem eingezahlten Stammkapital von mindestens 30 Milliarden VND, deren stimmberechtigte Aktien zu mindestens 10 % von mindestens 100 nicht beherrschenden Aktionären gehalten werden; oder
  • eine Gesellschaft, die erfolgreich einen registrierten Börsengang (IPO) durchgeführt hat.

Übernahmen solcher Gesellschaften können insbesondere folgende Pflichten auslösen:

  1. Pflichtangebote (Public Tender Offers);
  2. Offenlegungspflichten;
  3. Mitteilungspflichten für Großaktionäre;
  4. Anforderungen hinsichtlich der Wertpapierverwahrung;
  5. Börsen- und Handelsplatzvorschriften; sowie
  6. Beschränkungen für Auslandsbeteiligungen.

Ein Aktionär mit mindestens 5 % der stimmberechtigten Aktien gilt im Allgemeinen als Großaktionär im Sinne des Wertpapiergesetzes.

23. Wann ist ein Pflichtangebot erforderlich?

Das Wertpapiergesetz schreibt Pflichtangebote vor, wenn bestimmte Beteiligungsschwellen überschritten werden.

Hierzu zählen insbesondere Fälle, in denen ein Erwerber zusammen mit verbundenen Personen seinen Anteil von unter 25 % auf 25 % oder mehr der stimmberechtigten Aktien einer Publikumsgesellschaft erhöht, sowie weitere Erwerbe, die gesetzlich definierte Beteiligungsschwellen überschreiten.

Investoren sollten die aktuellen Regelungen des Wertpapiergesetzes sowie des Dekrets Nr. 155/2020/ND-CP in der durch Dekret Nr. 245/2025/ND-CP geänderten Fassung sorgfältig prüfen, bevor sie eine Beteiligung an einer Publikumsgesellschaft aufbauen.

Eine schrittweise Aufstockung der Beteiligung in der Annahme, regulatorische Pflichten entstünden erst bei Erlangung der Mehrheitskontrolle, ist nicht empfehlenswert.

24. Sind feindliche Übernahmen verbreitet?

Nein.

Vietnam verfügt über kein ausgereiftes gesetzliches Regelwerk für feindliche Übernahmen, wie es in einigen entwickelten Kapitalmärkten üblich ist.

Praktische Hindernisse sind insbesondere:

  1. konzentrierte Beteiligungsstrukturen;
  2. ein begrenzter Streubesitz vieler Gesellschaften;
  3. Beschränkungen für Auslandsbeteiligungen;
  4. eingeschränkter Zugang zu nicht öffentlichen Informationen;
  5. Beziehungen zwischen Großaktionären;
  6. Lizenz- und Genehmigungsfragen; sowie
  7. die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Management und Anteilseignern.

Daher überwiegen weiterhin einvernehmliche und verhandelte Transaktionen.

25. Welche Rechte haben Minderheitsinvestoren?

Minderheitsgesellschafter verfügen über gesetzliche Rechte und können darüber hinaus umfangreiche vertragliche Schutzrechte vereinbaren.

Nach dem Unternehmensgesetz können qualifizierte Aktionäre oder Aktionärsgruppen insbesondere berechtigt sein:

  • bestimmte Unternehmensunterlagen einzusehen,
  • die Einberufung von Gesellschafter- oder Hauptversammlungen zu verlangen und
  • Untersuchungen hinsichtlich der Unternehmensführung anzuregen.

Für ausländische Investoren mit einer bedeutenden Minderheitsbeteiligung sind vertragliche Schutzrechte oftmals ebenso wichtig wie gesetzliche Ansprüche.

Dazu gehören insbesondere:

  1. Entsendungsrechte für Verwaltungsrats- oder Vorstandsmitglieder;
  2. Vetorechte bzw. Reserved Matters;
  3. Informationsrechte;
  4. Zustimmungserfordernisse für Geschäftspläne;
  5. Kontrolle von Geschäften mit verbundenen Parteien;
  6. Vorkaufs- und Bezugsrechte;
  7. Verwässerungsschutz;
  8. Tag-Along-Rechte;
  9. Drag-Along-Regelungen;
  10. Exit-Rechte;
  11. Deadlock-Mechanismen; sowie
  12. Regelungen für IPOs oder Unternehmensverkäufe.

Eine Beteiligung von 30 % mit sorgfältig ausgehandelten Governance-Rechten kann erheblich stärkeren Schutz bieten als eine größere wirtschaftliche Beteiligung ohne wirksame Gesellschaftervereinbarung.

26. Kann ein Käufer die verbleibenden Minderheitsaktionäre ausschließen (Squeeze-out)?

Das vietnamesische Recht kennt keinen allgemeinen Squeeze-out-Mechanismus, der es einem Erwerber erlauben würde, allein aufgrund des Erreichens einer bestimmten Beteiligungsquote sämtliche verbleibenden Aktionäre zum Verkauf zu zwingen.

In bestimmten Pflichtangebotssituationen kann ein Investor, der eine relevante gesetzliche Schwelle erreicht, jedoch verpflichtet sein, den verbleibenden Aktionären ein Erwerbsangebot zu unterbreiten.

Ein ausländischer Käufer, der 100 % der Gesellschaft erwerben möchte, sollte daher die Exit-Mechanismen für Minderheitsgesellschafter bereits vor Abschluss der Transaktion detailliert analysieren.

27. Was sind die wichtigsten praktischen Erkenntnisse für ausländische Investoren?

Die erfolgreichsten Unternehmenskäufe in Vietnam folgen in der Regel fünf Grundprinzipien:

1. Die Struktur vor dem Preis festlegen

Marktzugang, Beteiligungsgrenzen, Fusionskontrolle, Lizenzierung, Steuern, Grundstücksrechte und Zahlungsmechanismen sollten geklärt sein, bevor über den Preis verhandelt wird.

2. Die Due Diligence niemals unterschätzen

Historische regulatorische Mängel verschwinden nicht dadurch, dass die Gesellschaft den Eigentümer wechselt.

3. Lizenzen und Grundstücke als transaktionskritische Vermögenswerte behandeln

Diese sollten unabhängig verifiziert werden und nicht lediglich in einem Datenraum aufgelistet sein.

4. Das SPA an die vietnamesische Regulierungsrealität anpassen

Conditions Precedent, Garantien, Freistellungen, Escrow-Strukturen und Kaufpreisregelungen sollten gezielt auf die identifizierten vietnamesischen Risiken zugeschnitten werden.

5. Die Post-Closing-Integration bereits vor Unterzeichnung planen

Gesellschaftsrechtliche Registrierungen, Lizenzänderungen, Bankvollmachten, Managementwechsel, Personalintegration, Steuer- und Rechnungslegungsfragen, Datenschutz und Compliance sollten bereits Teil des Closing- und Integrationsplans sein.

Ausblick: Warum Vietnam weiterhin zu den attraktivsten Akquisitionsmärkten Asiens gehört

Vietnam bietet ausländischen Investoren eine Kombination von Vorteilen, die in dieser Form nur schwer anderswo zu finden ist: einen großen und zunehmend anspruchsvollen Binnenmarkt, die Einbindung in globale Lieferketten der Industrie, ein umfangreiches Netz von Freihandelsabkommen, eine wachsende Mittelschicht, wettbewerbsfähige industrielle Kapazitäten sowie massive Infrastrukturinvestitionen.

Die Investitionszahlen unterstreichen diese Attraktivität. Allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 überstiegen ausländische Kapitaleinlagen und Anteilserwerbe 6,7 Milliarden USD, während das gesamte registrierte ausländische Investitionsvolumen mehr als 40,6 Milliarden USD erreichte.

Gleichzeitig entwickelt sich Vietnam zu einem zunehmend anspruchsvollen M&A-Markt. Investoren müssen sich in einem komplexen regulatorischen Umfeld aus Auslandsbeteiligungsrecht, Wettbewerbsrecht, Steuerrecht, Grundstücksrecht, Lizenzierungsrecht, Kapitalmarktrecht und Devisenrecht bewegen.

Diese Komplexität sollte jedoch nicht abschrecken. Sie verändert lediglich die Anforderungen an erfolgreiche Investitionen.

Für einen gut vorbereiteten ausländischen Investor kann die Übernahme des richtigen vietnamesischen Unternehmens einen sofortigen Marktzugang, bestehende Infrastruktur, wertvolle Lizenzen, qualifiziertes Personal, einen etablierten Kundenstamm und eine Plattform für regionales Wachstum schaffen, deren organischer Aufbau andernfalls Jahre dauern würde.

Der Schlüssel liegt nicht allein darin, ein attraktives vietnamesisches Zielunternehmen zu identifizieren.

Der Schlüssel ist, das richtige Unternehmen, über die richtige Struktur, nach einer sorgfältigen Due Diligence zu erwerben und sicherzustellen, dass das, was der Investor zu erwerben glaubt, auch nach dem Closing rechtlich und wirtschaftlich dauerhaft gesichert ist.

Für weitere Informationen zu Investitionen, Unternehmenskäufen, Joint Ventures, Legal Due Diligence oder M&A-Transaktionen in Vietnam wenden Sie sich bitte an Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com.

VIETNAM LEGAL ALERT – VIETNAM’S NEW DECREE 283/2026/NĐ-CP: WHAT JOINT VENTURES AND FOREIGN-INVESTED COMPANIES NEED TO KNOW

New administrative sanctions require careful review of overseas recruitment, secondment, training and workforce arrangements

Vietnam has introduced an updated administrative sanctions regime governing labour, social insurance and Vietnamese employees working overseas under contract.

Decree No. 283/2026/NĐ-CP (“Decree 283”), issued by the Government on 15 July 2026 and effective from 10 September 2026, replaces Decree No. 12/2022/NĐ-CP and establishes the current administrative sanctions framework in these areas.

For foreign investors, joint ventures (“JVs”), multinational groups and Vietnamese companies involved in overseas recruitment, international staffing, employee secondments, overseas projects or vocational training abroad, the Decree deserves immediate attention.

In particular, Article 53 creates potentially significant exposure where organisations or individuals participate in certain activities connected with Vietnamese workers going abroad without having the legally required function to do so.

The essential compliance question is:

Does the Vietnamese company – or any JV partner, shareholder, affiliate, agent, consultant or intermediary – perform activities connected with sending Vietnamese workers overseas without having the legally required function or authority to perform those activities?

Where the answer may be yes, the structure should be reviewed carefully.

1. WHAT DOES DECREE 283 COVERS?

Decree 283 establishes administrative sanctions across three principal areas:

  • labour and employment;
  • social insurance; and
  • Vietnamese workers working overseas under contract.

The Decree is significant not merely for traditional overseas employment service enterprises. Depending on the circumstances, its overseas-worker provisions may also be relevant to businesses sending employees abroad, companies undertaking projects overseas, enterprises arranging overseas vocational training, and other organisations and individuals participating in activities connected with Vietnamese workers working abroad.

The Decree should therefore be considered not only from a conventional employment-law perspective, but also as part of the regulatory compliance analysis for cross-border corporate and JV structures.

2. ARTICLE 53: THE KEY COMPLIANCE ISSUE

Article 53 addresses violations involving Vietnamese workers working overseas and other related organisations and individuals.

Of particular importance to companies is Article 53.3.

It provides for administrative sanctions against organisations or individuals engaging in specified activities without having the required function to do so.

These include:

  • providing information concerning workers going abroad;
  • advertising in relation to workers going abroad;
  • providing counselling to workers going abroad;
  • organising recruitment of Vietnamese workers for overseas employment; and
  • collecting money from Vietnamese workers for the purpose of working overseas.

Article 53 also deals with other, more serious conduct relating to Vietnamese workers abroad, including certain unlawful inducement, deception and licensing-related conduct.

The important compliance point is that companies should look beyond the description given to a commercial arrangement.

The substance of the activities actually being performed – and the legal authority of the entity performing them – is critical.

Calling an arrangement a “secondment,” “training programme,” “JV personnel arrangement,” “intra-group assignment” or “technical support arrangement” does not by itself determine its treatment under Vietnamese law.

3. WHY ARTICLE 53 CAN MATTER TO A JOINT VENTURE

The issue becomes particularly important where a Vietnamese JV, one of its shareholders or another group company participates in an arrangement under which Vietnamese personnel are ultimately sent overseas.

A potential compliance issue should therefore be investigated where the JV, shareholder, affiliate, consultant or intermediary:

  • identifies Vietnamese personnel for overseas positions;
  • advertises overseas employment opportunities;
  • advises or counsels candidates regarding overseas work;
  • interviews, screens, selects or recruits Vietnamese workers for foreign employment;
  • collects deposits, service charges, recruitment fees or other amounts from workers;
  • arranges for Vietnamese employees to work for a foreign shareholder or affiliate;
  • participates in an overseas placement arrangement even though another company formally contracts with the worker;
  • facilitates overseas employment through agents or other intermediaries;
  • sends Vietnamese personnel overseas under arrangements characterised as training or secondment; or
  • performs activities in practice that extend beyond the company’s registered or legally permitted functions.

This is particularly relevant to JV structures because different parts of the recruitment and deployment process may be divided among several entities.

For example, the Vietnamese JV might identify candidates, a foreign shareholder might make the final employment decision, an affiliate might provide training, and another intermediary might organise the overseas placement.

The legal analysis should therefore examine the entire chain of activities, rather than considering each contractual relationship in isolation.

4. FINANCIAL EXPOSURE CAN BE SIGNIFICANT

Article 53.3 provides for fines of:

VND 80 million to VND 100 million

for the relevant violations.

However, this figure should not be considered in isolation.

Under Article 7 of Decree 283, the fine levels prescribed for violations under Chapters II, III and IV generally apply to individuals, subject to specified exceptions. For organisations, the applicable fine is generally twice the fine imposed on an individual.

Article 53.3 is not among the exceptions identified in Article 7.1.

Accordingly, where the offending party is an organisation, the potential administrative fine under Article 53.3 may reach:

VND 160 MILLION TO VND 200 MILLION

depending upon the particular violation and application of the Decree.

Article 53.4 separately establishes fines of VND 180 million to VND 200 million for specified violations by branches of licensed enterprises providing services for sending Vietnamese workers overseas. Article 7 expressly identifies Article 53.4 as one of the provisions where the stated penalty is already the penalty applicable to an organisation.

The distinction is important when assessing potential corporate exposure.

5. THE RISK DOES NOT STOP AT ARTICLE 53

Companies should not review Article 53 in isolation.

Chapter IV of Decree 283 contains a broader sanctions framework relating to Vietnamese workers working abroad.

Depending upon the factual and contractual structure, separate provisions may apply to:

  • licensed enterprises providing services for sending Vietnamese workers overseas;
  • Vietnamese enterprises undertaking contracts or projects overseas;
  • Vietnamese organisations and individuals investing overseas;
  • enterprises sending Vietnamese workers abroad for vocational education, training or skills development;
  • Vietnamese workers entering directly into employment contracts with overseas employers; and
  • other organisations or individuals participating in overseas-worker arrangements.

The first legal question should therefore not simply be:

“Does Article 53 apply?”

The better question is:

“How should the particular overseas workforce arrangement be legally classified under Vietnamese law, and which regulatory regime applies to each participant?”

That classification can materially affect the licensing requirements, contractual obligations, reporting requirements and administrative exposure of the parties.

6. PARTICULAR ISSUES FOR FOREIGN-INVESTED COMPANIES AND JVs

Foreign-invested companies and JVs should distinguish between simply employing personnel in Vietnam and participating in a regulated process through which Vietnamese personnel work overseas.

Several situations merit particular attention.

Foreign shareholders and overseas affiliates

Vietnamese personnel may be selected in Vietnam and subsequently assigned to a foreign shareholder, parent company or overseas affiliate.

The respective roles of the Vietnamese company and foreign entity should be clearly identified.

Intra-group secondments

Multinational groups frequently transfer personnel temporarily between affiliated companies.

The fact that the companies belong to the same corporate group does not eliminate the need to determine the proper legal basis for the employee’s overseas assignment.

Recruitment support

A Vietnamese JV may not regard itself as an overseas employment business but may nevertheless identify, interview, recommend or otherwise facilitate Vietnamese candidates for positions abroad.

Those activities should be tested against the applicable statutory requirements.

Training programmes

Vietnamese employees may travel abroad for vocational training or skills development.

Companies should verify that the arrangement is genuinely and properly structured as training and complies with the separate regulatory framework applicable to Vietnamese employees undertaking training abroad.

Particular care is appropriate where personnel undertake productive work while overseas.

Agents, recruiters and consultants

The JV may itself perform only a limited role while relying upon an employment agency, consultant, recruiter or other intermediary.

The legal authority of those intermediaries should also be verified.

Outsourcing part of the process does not necessarily eliminate compliance risk.

Payments by workers

Companies should identify whether workers make any payments connected with their overseas employment and, if so:

  • who receives the payment;
  • the legal basis for the payment;
  • what service it relates to; and
  • whether the recipient is legally authorised to collect it.

Indirect payment structures should be considered as well as direct collections from workers.

7. DO NOT RELY ONLY ON THE JV AGREEMENT

For existing JVs, reviewing the Joint Venture Agreement alone will normally be insufficient.

The legal documents should be compared against how the business actually operates.

A focused compliance review should therefore examine, as relevant:

  1. the Joint Venture Agreement and shareholders’ agreements;
  2. the Enterprise Registration Certificate;
  3. the Investment Registration Certificate;
  4. registered business activities of the Vietnamese company;
  5. relevant licences, permits and approvals;
  6. employment agreements;
  7. secondment and assignment agreements;
  8. agreements with foreign shareholders, parents and affiliates;
  9. overseas recruitment and placement arrangements;
  10. vocational training arrangements;
  11. contracts with recruitment agencies, consultants and intermediaries;
  12. worker communications and recruitment materials;
  13. payments or fees collected from workers; and
  14. the actual operational process followed when Vietnamese personnel are selected and sent overseas.

This allows the company to determine not only what its corporate documents permit, but whether its actual operating model complies with Vietnamese law.

8. A PRACTICAL SIX-STEP COMPLIANCE REVIEW

Companies with potentially affected arrangements should consider conducting a targeted review now.

Step 1 – Map the arrangement

Identify every party participating in the process and determine precisely:

  • who advertises;
  • who provides information;
  • who counsels candidates;
  • who recruits;
  • who interviews and selects;
  • who contracts with the employee;
  • who pays the employee;
  • who collects money from the employee;
  • who arranges visas and travel;
  • who supervises the employee abroad; and
  • who ultimately benefits from the employee’s services.

Step 2 – Determine the legal classification

Establish whether the arrangement constitutes, for example:

  • overseas employment through a licensed service enterprise;
  • deployment connected with an overseas project or contract;
  • deployment connected with overseas investment;
  • overseas vocational training or skills development;
  • direct overseas employment; or
  • another legally recognised arrangement.

Step 3 – Verify legal authority

Determine whether each participating entity is legally entitled to perform the role it actually performs.

The analysis should consider not only licences but also the entity’s corporate registration, investment approvals, permitted business activities and any sector-specific requirements.

Step 4 – Review the contracts

The contractual framework should accurately reflect the actual arrangement.

Particular attention should be given to:

  • JV agreements;
  • employment contracts;
  • secondment agreements;
  • overseas assignment agreements;
  • training agreements;
  • intercompany agreements;
  • recruitment agreements; and
  • arrangements with intermediaries.

Step 5 – Follow the money

Identify every payment connected with the overseas placement or assignment.

This is particularly important because Article 53 expressly addresses the collection of money from Vietnamese workers for working overseas by persons or organisations without the required function.

Step 6 – Remediate any compliance gap

If the review identifies a gap, possible responses may include:

  • reallocating responsibilities between JV partners;
  • modifying the operating model;
  • amending contracts;
  • changing recruitment procedures;
  • engaging an appropriately licensed service provider;
  • obtaining or updating necessary corporate or regulatory approvals;
  • modifying worker-payment arrangements; or
  • restructuring the overseas assignment mechanism.

The appropriate solution will depend on the circumstances.

9. DOES DECREE 283 MEAN EXISTING JVs MUST BE RESTRUCTURED?

Not necessarily.

The existence of a JV involving Vietnamese employees or an overseas component does not itself establish a violation.

Nor should every overseas secondment, training programme or group-company assignment automatically be characterised as an overseas employment service.

The correct legal analysis depends upon the actual facts, contractual structure, activities undertaken by each participant and applicable legal authority.

This distinction is important.

Decree 283 is an administrative sanctions decree. It should be analysed together with the underlying substantive legislation governing Vietnamese workers working overseas and the particular legal framework applicable to the arrangement.

The objective of a compliance review should therefore be to determine whether there is a genuine regulatory exposure – not to assume that every existing arrangement requires restructuring.

10. WHY COMPANIES SHOULD REVIEW THEIR STRUCTURES NOW

Decree 283 has been effective since 10 September 2026.

It replaces the previous administrative sanctions framework under Decree No. 12/2022/NĐ-CP and aligns the sanctions regime with Vietnam’s more recent legislative framework in areas including employment and social insurance.

For businesses, the practical consequence is clear.

Where Vietnamese personnel are recruited, selected, trained, seconded or otherwise sent overseas, companies should be able to explain:

who is performing each activity, under what legal authority, pursuant to which contractual structure, and whether that structure remains compliant with current Vietnamese law.

A relatively short legal review may establish that the existing arrangement remains appropriate.

Where a compliance issue does exist, however, identifying it early allows the company to address it proactively rather than doing so during an inspection, administrative proceeding or dispute.

KEY TAKEAWAYS

First, Decree 283/2026/NĐ-CP has been effective since 10 September 2026 and now provides Vietnam’s administrative sanctions framework for labour, social insurance and Vietnamese workers working overseas under contract.

Second, Article 53.3 is particularly important because it sanctions organisations and individuals that, without the required function, undertake activities including information provision, advertising, counselling, recruitment or collection of money relating to Vietnamese workers going abroad.

Third, although Article 53.3 specifies fines of VND 80–100 million, Article 7’s organisational-fine mechanism means potential exposure for an organisation may reach VND 160–200 million.

Fourth, foreign-invested companies and JVs should not assume that describing an arrangement as a secondment, training programme or intra-group assignment determines its legal classification.

Fifth, Article 53 should not be analysed alone. The broader Chapter IV framework and the substantive legislation governing Vietnamese workers working abroad must also be considered.

Finally, the most effective response is a focused review of the actual operating model, including the JV structure, corporate authorisations, recruitment process, contractual arrangements, intermediaries and payment flows.

THE BOTTOM LINE

For international companies and JVs, the central question under Decree 283 is not simply what the arrangement is called.

It is:

WHAT DOES EACH PARTY ACTUALLY DO – AND IS IT LEGALLY AUTHORIZED TO DO IT?

That is the question companies should now be able to answer.

***

DUANE MORRIS VIETNAM LLC

Duane Morris Vietnam advises multinational companies, foreign investors and joint ventures on Vietnamese labour and employment law, foreign investment, corporate structuring, licensing, regulatory compliance and cross-border workforce arrangements.

Our Vietnam team can conduct an initial high-level assessment of an existing JV, secondment, recruitment, training or overseas personnel arrangement against Decree 283/2026/NĐ-CP, including Article 53, and advise whether any compliance, contractual, licensing or restructuring measures are required.

This Legal Alert is intended for general information only and does not constitute legal advice. The application of Decree 283/2026/NĐ-CP and the underlying legislation depends upon the facts and legal structure of each individual arrangement.

***

For further information regarding investments, acquisitions, joint ventures, legal due diligence or M&A transactions in Vietnam, please contact Dr. Oliver Massmann at omassmann@duanemorris.com.

HEUTE IST EIN MEILENSTEIN FÜR VIETNAM

Vom Frontier Market zum Emerging Market: Ein neues Kapitel beginnt

Der 21. September 2026 ist ein historischer Tag für Vietnam.

Heute tritt die von FTSE Russell beschlossene Höherstufung Vietnams vom Frontier Market zum Secondary Emerging Market offiziell in Kraft.

Nach Jahren der Vorbereitung, regulatorischer Reformen und Verbesserungen der vietnamesischen Kapitalmarktinfrastruktur beginnt für das Land ein neues Kapitel seiner Integration in das internationale Finanzsystem.

Dies ist weit mehr als nur eine Änderung der Marktklassifizierung.

Es ist eine internationale Anerkennung dessen, wie weit Vietnam gekommen ist, und zugleich ein wichtiges Signal dafür, wohin sich das Land als Nächstes entwickeln will.

Acht Jahre bis zum Ziel

Vietnam wurde im September 2018 von FTSE Russell auf die Beobachtungsliste für eine mögliche Einstufung als Secondary Emerging Market gesetzt.

Der Weg dorthin war weder automatisch noch einfach.

Über Jahre hinweg wiesen internationale Investoren auf Marktzugangsprobleme hin, die gelöst werden mussten, insbesondere bei den Abwicklungsverfahren sowie bei der Verpflichtung ausländischer institutioneller Investoren, Wertpapierkäufe vorzufinanzieren.

Vietnam reagierte mit umfassenden Reformen.

Besonders bedeutsam waren die Einführung des Non-Prefunding-Modells für ausländische institutionelle Investoren, Verbesserungen bei der Behandlung fehlgeschlagener Transaktionen sowie weitere Maßnahmen zur Erleichterung des Marktzugangs über globale Broker. Dadurch wurde die vietnamesische Marktinfrastruktur deutlich näher an internationale Standards herangeführt.

Im Oktober 2025 kündigte FTSE Russell an, Vietnam vorbehaltlich einer Zwischenprüfung vom Frontier Market zum Secondary Emerging Market hochzustufen.

Anschließend folgte die entscheidende Bestätigung.

Am 7. April 2026 gab FTSE Russell bekannt, dass Vietnam sämtliche Anforderungen für den Status eines Secondary Emerging Market erfüllt habe, und bestätigte, dass die Neuklassifizierung mit Handelsbeginn am Montag, dem 21. September 2026, wirksam werde.

Dieser Tag ist heute.

Warum diese Hochstufung wichtig ist

Mit der Einstufung als Emerging Market wird Vietnam Teil eines grundlegend anderen internationalen Investitionsuniversums.

Nach der Reklassifizierung ist Vietnam für die Aufnahme in die FTSE Russell Global Equity Index Series (GEIS) sowie in bedeutende globale Referenzindizes wie den FTSE Emerging Markets Index, den FTSE All-World Index und den FTSE Global All Cap Index qualifiziert. Diese Indizes werden weltweit von institutionellen Investoren verfolgt und dienen zugleich als Grundlage für indexbasierte Anlageprodukte.

Dies ist deshalb von großer Bedeutung, weil sich internationale Kapitalströme zunehmend an Referenzindizes orientieren.

Wenn ein Markt in bedeutende internationale Indizes aufgenommen wird, rückt er in den Fokus eines erheblich größeren Kreises globaler Vermögensverwalter, Pensionsfonds, börsengehandelter Fonds (ETFs) und institutioneller Investoren.

Die Tragweite dieser Entwicklung geht daher weit über die vietnamesische Börse hinaus.

Sie kann zu einer höheren internationalen Sichtbarkeit vietnamesischer Unternehmen, größerer Marktliquidität, einer breiteren Beteiligung institutioneller Investoren sowie zu einem anhaltenden Druck für mehr Transparenz, bessere Unternehmensführung und größere Markteffizienz beitragen.

Die Hochstufung ist zugleich eine Verpflichtung

Vietnam sollte diesen Tag feiern.

Der Status als Emerging Market sollte jedoch eher als Beginn einer neuen Entwicklungsphase denn als Endziel betrachtet werden.

Die Entscheidung von FTSE Russell spiegelt die erheblichen Fortschritte des Landes bei Marktzugang und Infrastruktur wider. Das Vertrauen internationaler Investoren langfristig zu sichern, wird jedoch erfordern, dass Vietnam seinen Reformkurs konsequent fortsetzt.

Die Prioritäten sind klar: effizienter Marktzugang, transparente und verlässliche Regulierung, leistungsfähige Abwicklungsstrukturen, stärkere Corporate Governance, verlässliche Offenlegungspflichten und ein fortgesetzter Schutz der Anlegerrechte.

Vietnam hat bereits bewiesen, dass es bereit ist, schwierige Reformen umzusetzen, wenn ein klares langfristiges Ziel vor Augen steht.

Dieser Reformschwung sollte fortgesetzt werden.

Ein sorgfältig gesteuerter Übergang

Die Aufnahme Vietnams in die globalen FTSE-Russell-Indizes wird nicht auf einen Schlag erfolgen.

FTSE Russell hat bewusst einen vierstufigen Implementierungsprozess gewählt, um einen geordneten Übergang zu gewährleisten und dem Markt ausreichend Zeit zu geben, die damit verbundenen internationalen Kapitalzuflüsse aufzunehmen.

Die anwendbare Investierbarkeitsgewichtung Vietnams wird schrittweise wie folgt eingeführt:

  • September 2026: 10 %
  • März 2027: zusätzliche 20 %
  • Juni 2027: zusätzliche 35 %
  • September 2027: abschließende 35 %

Der Prozess beginnt somit heute und soll vorbehaltlich der Bewertung der Indexnachbildung durch FTSE Russell nach jeder einzelnen Tranche im September 2027 eine Investierbarkeitsgewichtung von 100 % erreichen.

Dieser schrittweise Ansatz ist von großer Bedeutung.

Er verdeutlicht, dass die heutige Hochstufung kein einmaliges Ereignis ist, sondern den Beginn eines mehr als einjährigen Prozesses markiert, in dessen Verlauf Vietnam immer tiefer in die Landschaft des internationalen institutionellen Investierens integriert wird.

Die größere Geschichte: Vietnams Transformation

Für diejenigen von uns, die Vietnams Entwicklung über mehrere Jahrzehnte hinweg verfolgt haben, reicht die Bedeutung dieses heutigen Meilensteins weit über die Kapitalmärkte hinaus.

Vietnams Wandel ist bemerkenswert.

Das Land hat sich von einer vergleichsweise geschlossenen Volkswirtschaft zu einem der zunehmend bedeutenden Produktions-, Handels- und Investitionsstandorte Asiens entwickelt.

Internationale Handelsabkommen, der Ausbau der industriellen Produktionskapazitäten, die Entwicklung der Infrastruktur sowie die Integration in globale Lieferketten haben Vietnams Stellung in der Weltwirtschaft Schritt für Schritt verändert.

Die Entwicklung des Kapitalmarktes ist ein weiterer wichtiger Bestandteil dieser Transformation.

Internationale Investoren bewerten nicht allein das Wirtschaftswachstum. Sie achten ebenso auf Marktzugänglichkeit, Transparenz, Rechtssicherheit, gute Unternehmensführung sowie auf die Möglichkeit, Kapital effizient zu investieren und wieder abzuziehen.

Die Hochstufung durch FTSE Russell sendet daher eine wichtige Botschaft:

Vietnam wird zunehmend zu einem integralen Bestandteil der globalen Kapitalmarktarchitektur.

Wie geht es nun weiter?

Heute ist ein Tag zum Feiern.

Morgen geht die Arbeit weiter.

Vietnam hat nun die Chance, den Status als Emerging Market als Katalysator für die nächste Reformgeneration zu nutzen.

Die fortgesetzte Modernisierung des Wertpapiermarktes, eine stärkere Beteiligung institutioneller Investoren, höhere Standards der Corporate Governance, die weitere Entwicklung von Finanzprodukten und Marktinfrastruktur sowie eine verlässliche Umsetzung von Investitionsvorschriften können die Glaubwürdigkeit weiter stärken, die Vietnam sich über viele Jahre hinweg erarbeitet hat.

Darüber hinaus bietet sich eine noch größere Chance.

Ein tieferer und anspruchsvollerer inländischer Kapitalmarkt kann vietnamesischen Unternehmen helfen, Kapital für Expansion, Innovation, Infrastrukturprojekte und internationales Wachstum zu beschaffen und gleichzeitig die übermäßige Abhängigkeit von der traditionellen Bankfinanzierung zu verringern.

Davon würden nicht nur ausländische Investoren profitieren, sondern auch Vietnams Unternehmen und die gesamte Volkswirtschaft.

HEUTE IST DER TAG VIETNAMS

Nach acht Jahren auf der Beobachtungsliste von FTSE Russell hat das Warten ein Ende.

Der 21. September 2026 markiert offiziell den Übergang Vietnams vom Frontier Market zum Secondary Emerging Market im Klassifizierungssystem von FTSE Russell.

Dies ist die Anerkennung jahrelanger Reformen.

Es ist die Anerkennung der wachsenden Bedeutung Vietnams für internationale Investoren.

Und vor allem stellt es eine große Chance dar.

Vietnam sollte diesen Moment nicht als Höhepunkt seiner Kapitalmarktentwicklung betrachten, sondern als Ausgangspunkt für die nächste Entwicklungsphase.

Vom Frontier Market zum Emerging Market.

Von einer regionalen Erfolgsgeschichte zu einem zunehmend bedeutenden globalen Investitionsmarkt.

Vom Versprechen zur aktiven Teilhabe.

Heute ist Vietnams Tag.

Für weitere Informationen zu Investitionen, Unternehmenskäufen, Joint Ventures, Legal Due Diligence oder M&A-Transaktionen in Vietnam kontaktieren Sie bitte Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com.

TODAY IS THE DAY FOR VIETNAM

From Frontier to Emerging Market: A New Chapter Begins

21 September 2026 is a landmark day for Vietnam.

Today, Vietnam’s reclassification by FTSE Russell from Frontier Market to Secondary Emerging Market status officially takes effect.

After years of preparation, regulatory reform and improvements to Vietnam’s capital-market infrastructure, the country enters a new chapter in its integration into the international financial system.

This is much more than a change of label.

It is international recognition of how far Vietnam has come – and an important signal of where the country intends to go next.

Eight years in the making

Vietnam was placed on FTSE Russell’s Watch List for possible promotion to Secondary Emerging Market status in September 2018.

The journey was neither automatic nor easy.

For years, international investors identified market-access issues that needed to be addressed, particularly settlement procedures and the requirement for foreign institutional investors to pre-fund securities purchases.

Vietnam responded with substantial reforms.

The introduction of the non-prefunding model for Foreign Institutional Investors, improvements to procedures for failed trades and subsequent work on access through global brokers were particularly important steps in bringing Vietnam’s market infrastructure closer to international practice. (LSEG⁠)

In October 2025, FTSE Russell announced that Vietnam would be promoted from Frontier to Secondary Emerging Market status, subject to an interim assessment.

Then came the decisive confirmation.

On 7 April 2026, FTSE Russell announced that Vietnam had satisfied the requirements for Secondary Emerging Market status and confirmed that the reclassification would become effective from the opening of the market on Monday, 21 September 2026. (LSEG⁠)

That day is today.

Why it matters

Emerging-market classification places Vietnam within a fundamentally different international investment universe.

Following the reclassification, Vietnam becomes eligible for inclusion in FTSE Russell’s Global Equity Index Series (GEIS) and important global benchmarks including the FTSE Emerging Markets Index, FTSE All-World Index and FTSE Global All Cap Index. These benchmarks are followed internationally by institutional investors and are also used as the basis for index-tracking investment products. (LSEG⁠)

That matters because international capital increasingly moves through benchmarks.

When a market enters major international indices, it becomes relevant to a much broader universe of global asset managers, pension funds, exchange-traded funds and institutional investors.

The potential significance therefore extends well beyond Vietnam’s stock exchange.

It can contribute to greater international visibility for Vietnamese companies, deeper liquidity, broader institutional participation and continued pressure for higher standards of transparency, governance and market efficiency.

The upgrade is also a responsibility

Vietnam should celebrate today.

But emerging market status should be regarded as a beginning rather than an endpoint.

FTSE Russell’s decision reflects substantial progress in market accessibility and infrastructure. Maintaining international investor confidence will require Vietnam to continue that reform process.

The priorities are clear: efficient market access, transparent and predictable regulation, effective settlement infrastructure, stronger corporate governance, reliable disclosure and continued protection of investor rights.

Vietnam has already demonstrated that it is prepared to undertake difficult reforms when there is a clear long-term objective.

That momentum should continue.

A carefully managed transition

The transition into FTSE Russell’s global indices will not occur all at once.

FTSE Russell has deliberately adopted a four-stage implementation process designed to support an orderly transition and allow the market to absorb the associated international investment flows.

Vietnam’s applicable investability weight is scheduled to be introduced as follows:

September 2026 – 10%
March 2027 – additional 20%
June 2027 – additional 35%
September 2027 – final 35%

The process therefore begins today and is scheduled to reach 100% of the applicable investability weight in September 2027, subject to FTSE Russell’s evaluation of index replication following each tranche. (LSEG⁠)

This phased approach is important. It means that today’s upgrade is not a one-day event but the beginning of a year-long process of deeper integration into the international institutional investment landscape.

The bigger story: Vietnam’s transformation

For those of us who have watched Vietnam develop over several decades, today’s milestone has a significance extending beyond capital markets.

Vietnam’s transformation has been extraordinary.

The country has evolved from a relatively closed economy into one of Asia’s increasingly important manufacturing, trading and investment destinations.

International trade agreements, expanding manufacturing capabilities, infrastructure development and integration into global supply chains have progressively changed Vietnam’s position in the world economy.

Capital-market development is another important part of that transformation.

International investors do not look only at economic growth. They also look at accessibility, transparency, legal certainty, governance and the ability to deploy and repatriate capital efficiently.

The FTSE Russell upgrade therefore sends an important message:

Vietnam is becoming increasingly integrated into the architecture of global capital markets.

What comes next?

Today is a day for celebration.

Tomorrow, the work will continue.

Vietnam now has an opportunity to use Emerging Market status as a catalyst for the next generation of reforms.

Continued modernization of the securities market, deeper institutional participation, stronger governance standards, further development of financial products and infrastructure, and predictable implementation of investment regulations can reinforce the credibility that Vietnam has worked so hard to establish.

There is also a wider opportunity.

A deeper and more sophisticated domestic capital market can help Vietnamese companies obtain capital for expansion, innovation, infrastructure and international growth while reducing excessive dependence on traditional bank financing.

That would benefit not merely foreign investors but Vietnam’s own businesses and economy.

TODAY IS THE DAY FOR VIETNAM

After eight years on FTSE Russell’s Watch List, the waiting is over.

21 September 2026 marks Vietnam’s official transition from Frontier Market to Secondary Emerging Market status under the FTSE Russell classification framework. (LSEG⁠)

It is recognition of years of reform.

It is recognition of Vietnam’s growing importance to international investors.

And, above all, it represents an opportunity.

Vietnam should use this moment not as the culmination of its capital-market development, but as the starting point for the next stage.

From Frontier to Emerging.
From regional success story to increasingly important global investment market.
From promise to participation.

Today is the day for Vietnam.


For further information regarding investments, acquisitions, joint ventures, legal due diligence or M&A transactions in Vietnam, please contact Dr. Oliver Massmann at omassmann@duanemorris.com;

© 2009- Duane Morris LLP. Duane Morris is a registered service mark of Duane Morris LLP.

The opinions expressed on this blog are those of the author and are not to be construed as legal advice.

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