ANWALT IN VIETNAM DR. OLIVER MASSMANN – VIETNAM – DAS ERSTE GESETZ ÜBER KÜNSTLICHE INTELLIGENZ – WAS SIE WISSEN MÜSSEN

Am 10. Dezember 2025 verabschiedete die Nationalversammlung von Vietnam das Gesetz Nr. 134/2025/QH15 über Künstliche Intelligenz („KI-Gesetz“). Dieses wegweisende Gesetz tritt am 1. März 2026 in Kraft und macht Vietnam zu einem der ersten Länder in Südostasien, das einen umfassenden, risikobasierten Rechtsrahmen für Forschung, Entwicklung, Bereitstellung, Einsatz und Nutzung von KI-Systemen etabliert. Das KI-Gesetz gilt sowohl für inländische als auch für ausländische Unternehmen und führt strenge Compliance-Verpflichtungen für Hochrisiko-Anwendungen ein, während es gleichzeitig Anreize, Fördermittel und Sandbox-Mechanismen zur Förderung von Innovation schafft.
Wichtige Eckpunkte:
1. Risikobasiertes Klassifizierungssystem
In Anlehnung an globale Regulierungstrends wie den EU-AI-Act kategorisiert das KI-Gesetz KI-Systeme in drei Risikostufen, basierend auf ihrem potenziellen Einfluss auf Menschenrechte, Sicherheit, Schutz und öffentliche Interessen:
• Hochrisiko-KI-Systeme: Systeme mit erheblichem Gefährdungspotenzial für Leben, Gesundheit, nationale Sicherheit oder gesetzliche Rechte. Sie unterliegen strengen Kontrollen, einschließlich verpflichtender Konformitätsprüfungen vor Markteinführung (für bestimmte Systeme, die vom Premierminister festgelegt werden), laufendem Risikomanagement, menschlichen Aufsichtsmechanismen und Registrierung über das nationale KI-Portal.
• Mittleres Risiko: Systeme mit Risiken wie Nutzerverwirrung oder kleineren Marktstörungen. Sie erfordern Überwachung durch Berichte, Stichprobenprüfungen und Transparenzhinweise gegenüber Nutzern.
• Geringes Risiko: Systeme mit minimalen Auswirkungen. Sie unterliegen nur geringer Aufsicht, werden jedoch auf Vorfälle überwacht und zur freiwilligen Einhaltung von Best-Practice-Leitlinien ermutigt.
2. Extraterritoriale Reichweite und lokale Präsenzpflichten
Das KI-Gesetz erfasst auch ausländische Organisationen, die in Vietnam KI-bezogene Aktivitäten durchführen. Anbieter von Hochrisiko-KI-Systemen, die Konformitätsprüfungen vor Markteinführung durchlaufen müssen, sind verpflichtet, eine Niederlassung zu gründen oder einen autorisierten Vertreter in Vietnam zu benennen. Andere Hochrisiko-Anbieter müssen zumindest eine rechtmäßige lokale Kontaktstelle unterhalten.
3. Transparenz und Kennzeichnung von Inhalten
Zur Bekämpfung von Desinformation und Deepfakes schreibt das KI-Gesetz strenge Transparenzregeln vor:
• Nutzer müssen klar informiert werden, wenn sie mit einem automatisierten KI-System interagieren.
• Von KI erzeugte Audio-, Bild- und Videoinhalte müssen deutlich und maschinenlesbar gekennzeichnet sein, um ihre künstliche Herkunft erkennbar zu machen.
• Betreiber müssen Nutzer ausdrücklich darauf hinweisen, wenn KI-generierte Inhalte ein Risiko der Verwechslung mit echten Ereignissen oder Personen bergen.
4. Verbotene KI-Praktiken
Das KI-Gesetz untersagt strikt die Nutzung von KI für rechtswidrige Zwecke, darunter:
• Einsatz gefälschter Elemente oder Simulation realer Personen/Ereignisse zur absichtlichen und systematischen Täuschung oder Manipulation menschlicher Wahrnehmung und Verhaltensweisen.
• Ausnutzung schutzbedürftiger Gruppen.
• Umgehung von Sicherheitskontrollen oder menschlichen Aufsichtsmechanismen.
• Verletzung von Gesetzen zu geistigem Eigentum, Cybersicherheit oder Datenschutz.
5. Vorfallsmeldung
Alle Beteiligten tragen Verantwortung für die Systemsicherheit. Bei einem schwerwiegenden Vorfall (definiert als Ereignis mit erheblichem Schaden oder Risiko für Leben, Eigentum, Cybersicherheit oder kritische Systeme) müssen Unternehmen sofort technische Maßnahmen ergreifen, den Betrieb ggf. aussetzen und den Vorfall über das neu eingerichtete Nationale Single-Window-KI-Portal des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie (MOST) melden.
6. Übergangsfristen für bestehende Systeme
Obwohl das Gesetz am 1. März 2026 in Kraft tritt, gelten Übergangsregelungen für bereits betriebene KI-Systeme:
• 18 Monate Übergangsfrist: Für KI-Systeme in den Bereichen Finanzen, Gesundheitswesen und Bildung (volle Einhaltung bis 1. September 2027).
• 12 Monate Übergangsfrist: Für KI-Systeme in allen anderen Sektoren (volle Einhaltung bis 1. März 2027).
***
Bei Fragen oder für weitere Details wenden Sie sich bitte an Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com.
Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.

ANWALT IN VIETNAM DR OLIVER MASSMANN – VIETNAM 2026: EIN KLARER, KONSTRUKTIVER FAHRPLAN ZUR WIEDERHERSTELLUNG DER EU-STEUERKONFORMITÄT BIS OKTOBER

Am 17. Februar 2026 hat der Rat der Europäischen Union Vietnam in Anhang I der EU-Liste nicht kooperativer Steuerjurisdiktionen aufgenommen.
Diese Entwicklung ist ernst.
Aber sie ist auch handhabbar – und innerhalb weniger Monate lösbar.
Wichtig ist: Die Aufnahme betrifft keine schädlichen Steuerregime oder aggressive Steuerwettbewerbspolitik. Sie bezieht sich auf technische Aspekte des OECD-Rahmens für den Informationsaustausch auf Anfrage (EOIR) – vor allem Transparenz, Zugang zu Informationen und Verwaltungseffizienz.
Mit entschlossenem und koordiniertem Handeln kann Vietnam die Entfernung aus Anhang I im nächsten EU-Überprüfungszyklus im Oktober 2026 erreichen.
Nachfolgend ein konstruktiver, transparenter und lösungsorientierter Fahrplan.
Ziel
Entfernung aus Anhang I im Oktober 2026
durch schnelle technische Angleichung an OECD-Standards und enge Zusammenarbeit mit EU-Partnern.
Notwendigkeit einer gesamtstaatlichen Koordination
Leitbehörde:
Ministerium für Finanzen (MOF)
Operative Leitung:
Generaldirektion für Steuern (GDT)
Wichtige unterstützende Stellen:
• Ministerium für Planung und Investition (Register für Unternehmen & wirtschaftlich Berechtigte)
• Staatsbank von Vietnam (Zugang zu Bankinformationen)
• Justizministerium (rechtliche Angleichung)
• Außenministerium (EU-Kontakte)
• Büro des Premierministers (strategische Aufsicht)
• Finanzministerium
Dies muss als koordinierte nationale Priorität behandelt werden.
Phase 1 (Sofort – nächste 30 Tage)
1. Einrichtung einer hochrangigen interministeriellen Task Force
Klare Vorgabe: Entfernung aus Anhang I bis Oktober 2026.
2. Durchführung einer schnellen Lückenanalyse
Schwerpunkte:
• Transparenz der wirtschaftlich Berechtigten
• Zugang zu Buchhaltungsunterlagen
• Zugang zu Bankinformationen
• Fristgerechte EOIR-Antworten
• Durchsetzungsmechanismen
Ergebnis: Eine klare technische Compliance-Matrix.
Phase 2 (April–Juli 2026): Beschleunigte Korrekturmaßnahmen
Die Regierung muss nicht auf langwierige Gesetzgebungszyklen warten.
Schnelles Handeln ist durch Dekrete, Rundschreiben und Direktiven möglich.
✔ Stärkung der Transparenz der wirtschaftlich Berechtigten
• Zentrales und aktualisiertes Register
• Verpflichtende Melde- und Aktualisierungspflichten
• Direkter Zugang der Steuerbehörden
• Verwaltungssanktionen
• Compliance-Prüfungen
✔ Direkter Zugang zu Bankinformationen sicherstellen
• Klare Befugnisse für die Steuerverwaltung
• Definierte Antwortfristen für Banken
• Sicherer digitaler Anfragekanal
• Sanktionen bei verspäteter Kooperation
✔ Verfügbarkeit von Buchhaltungsunterlagen garantieren
• Klar definierte Aufbewahrungspflichten
• Verpflichtung zur digitalen Dokumentation
• Sanktionen bei Nichteinhaltung
✔ Verbesserung der EOIR-Verwaltungseffizienz
• Einrichtung einer speziellen EOIR-Einheit innerhalb der GDT
• Dashboard zur Fallverfolgung
• Strenge interne Antwortfristen
Phase 3 (Juli–September 2026): Umsetzung nachweisen
Gesetzgebung allein reicht nicht aus.
EU und OECD erwarten Belege für praktische Durchsetzung.
Maßnahmen sollten umfassen:
• Veröffentlichung von EOIR-Antwortstatistiken
• Risikobasierte Überprüfungen zur Transparenz der wirtschaftlich Berechtigten
• Öffentliche Bestätigung von Durchsetzungsmaßnahmen
• Strukturierter technischer Dialog mit OECD- und EU-Gremien
Transparenz schafft Glaubwürdigkeit.
Diplomatische Kontakte
Parallel ist die Zusammenarbeit mit der EU-Verhaltensgruppe und der Europäischen Kommission entscheidend.
Die Kommunikation sollte betonen:
• Volles Bekenntnis zu OECD-Standards
• Technischer Charakter des Problems
• Bereits laufende Korrekturmaßnahmen
• Klarer Zeitplan bis zur Lösung im Oktober 2026
Konstruktiver, zukunftsorientierter Dialog ist der Schlüssel.
Vorgeschlagener Zeitplan
• März 2026 – Task Force eingerichtet
• April 2026 – Lückenanalyse abgeschlossen
• Mai–Juni 2026 – Dekrete & Rundschreiben erlassen
• Juli 2026 – EOIR-Einheit voll funktionsfähig
• August 2026 – Durchsetzung & Statistiken veröffentlicht
• September 2026 – Technische Gespräche mit der EU
• Oktober 2026 – Ziel: Entfernung aus Anhang I
Strategische Perspektive
Dies ist kein strukturelles Steuerpolitikproblem.
Es handelt sich um eine technische Compliance-Frage – und daher lösbar.
Richtig gehandhabt, kann es eine Chance sein:
• Modernisierung der Transparenzsysteme
• Stärkung der interinstitutionellen Koordination
• Stärkung des Investorenvertrauens
• Nachweis des Engagements Vietnams für internationale Standards
Schnelles Handeln heute verhindert Reputationsrisiken morgen.
Vietnam hat bereits erfolgreich EU-Überwachungsmechanismen verlassen.
Mit koordinierter Führung und entschlossener Umsetzung ist Oktober 2026 ein realistischer und erreichbarer Meilenstein.
***
Bitte zögern Sie nicht, Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com zu kontaktieren, wenn Sie Fragen haben oder weitere Details zu den oben genannten Punkten erfahren möchten. Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.
***
#Vietnam #EU #Steuertransparenz #OECD #Investitionsklima #Politikreform #InternationaleZusammenarbeit

VIETNAM – THE FIRST LAW ON ARTIFICIAL INTELLIGENCE – WHAT YOU MUST KNOW

On 10 December 2025, the National Assembly of Vietnam passed Law No. 134/2025/QH15 on Artificial Intelligence (the “AI Law”). Taking effect on 1 March 2026, this landmark legislation makes Vietnam one of the first countries in Southeast Asia to establish a comprehensive, risk-based regulatory framework for the research, development, provision, deployment, and use of AI systems. The AI Law applies to both domestic and foreign entities, introducing stringent compliance obligations for high-risk applications while establishing incentives, funding, and sandbox mechanisms to foster innovation.

Key highlights:

1. Risk-Based Classification System

Mirroring global regulatory trends such as the EU AI Act, the AI Law categorizes AI systems into three risk tiers based on their potential impact on human rights, safety, security, and public interests:

High-Risk AI Systems: Systems that pose significant potential harm to life, health, national security, or lawful rights. These are subject to strict regulatory controls, including mandatory pre-market conformity assessments (for specific systems to be listed by the Prime Minister), ongoing risk management, human oversight mechanisms, and registration via the national AI portal.

Medium-Risk AI Systems: Systems carrying risks such as user confusion or minor market disruptions. These require monitoring via reports, sample audits, and transparency disclosures to users.

Low-Risk AI Systems: Systems with minimal impact. These face minimal regulatory oversight but are monitored for incidents and encouraged to adhere to voluntary best-practice guidelines.

2. Extraterritorial Reach and Local Presence Requirements

The AI Law captures foreign organizations participating in AI-related activities in Vietnam. Notably, foreign providers of High-Risk AI systems that are subject to pre-market conformity assessments must establish a commercial presence or appoint an authorized representative in Vietnam. Providers of other High-Risk systems must, at a minimum, maintain a lawful local contact point.

3. Transparency and Content Labeling

To combat misinformation and deepfakes, the AI Law imposes strict transparency rules across the digital landscape:

– Users must be clearly informed when they are interacting with an automated AI system.

– Audio, image, and video content generated by AI must be conspicuously marked or labeled in a machine-readable format to ensure users can identify its artificial origin.

– Deployers must clearly notify users if AI-generated content poses a risk of confusion regarding the authenticity of real events or characters.

4. Prohibited AI Practices

The AI Law strictly bans the use of AI for unlawful purposes, including:

– Using fabricated elements or simulating real persons/events to intentionally and systematically deceive or manipulate human perception and behavior.

– Exploiting vulnerable groups.

– Circumventing safety controls or human oversight mechanisms.

– Violating intellectual property, cybersecurity, or personal data protection laws.

5. Incident Reporting

All stakeholders share responsibility for system safety. In the event of a serious incident (defined as events causing or risking significant damage to life, property, cybersecurity, or critical systems), entities must immediately implement technical fixes, suspend operations if necessary, and report the incident through the newly established National Single-Window AI Portal overseen by the Ministry of Science and Technology (MOST).

6. Grace Period for Existing Systems

While the law officially enters into force on 1 March 2026, transitional relief is available for AI systems already in operation before this date:

– 18-Month Grace Period: For AI systems deployed in the fields of finance, healthcare, and education (full compliance required by 1 September 2027).

– 12-Month Grace Period: For AI systems operating in all other sectors (full compliance required by 1 March 2027).

***
Please do not hesitate to contact Dr. Oliver Massmann under omassmann@duanemorris.com if you have any questions or want to know more details on the above. Dr. Oliver Massmann is the General Director of Duane Morris Vietnam LLC.

VIET NAM 2026: A CLEAR, CONSTRUCTIVE ROADMAP TO RESTORE EU TAX COMPLIANCE BY OCTOBER

On 17 February 2026, the Council of the European Union placed Viet Nam on Annex I of the EU list of non-cooperative jurisdictions for tax purposes.
This development is serious.
But it is also manageable — and resolvable within months.
Importantly, the listing does not relate to harmful tax regimes or aggressive tax competition. It concerns technical aspects of the OECD Exchange of Information on Request (EOIR) framework — primarily transparency, access to information, and administrative efficiency.
With decisive and coordinated action, Viet Nam can secure removal from Annex I at the next EU review cycle in October 2026.
Below is a constructive, transparent and solution-oriented roadmap.
The Objective
Removal from Annex I in October 2026
through rapid technical alignment with OECD standards and close cooperation with EU counterparts.
Whole-of-Government Coordination Is Essential
Lead Authority:
Ministry of Finance (MOF)
Operational Lead:
General Department of Taxation (GDT)
Key Supporting Bodies:
• Ministry of Planning and Investment (corporate & beneficial ownership registry)
• State Bank of Viet Nam (banking information access)
• Ministry of Justice (legal alignment)
• Ministry of Foreign Affairs (EU engagement)
• Prime Minister’s Office (strategic oversight)
• Ministry of Finance
This must be treated as a coordinated national priority.
Phase 1 (Immediate – Next 30 Days)
1️. Establish a High-Level Inter-Ministerial Task Force
Clear mandate: removal from Annex I by October 2026.
2️. Conduct a Rapid Gap Analysis
Focus areas:
• Beneficial ownership transparency
• Access to accounting records
• Access to banking information
• Timeliness of EOIR responses
• Enforcement mechanisms
Outcome: A clear technical compliance matrix.
Phase 2 (April–July 2026): Fast-Track Corrective Measures
The Government does not need to wait for lengthy legislative cycles.
Swift action is possible through Decrees, Circulars and Directives.
✔ Strengthen Beneficial Ownership Transparency
• Centralized and updated BO registry
• Mandatory reporting and updating obligations
• Direct tax authority access
• Administrative sanctions
• Compliance audits
✔ Ensure Direct Access to Banking Information
• Clear authority for tax administration
• Defined response timelines for banks
• Secure digital request channel
• Penalties for delayed cooperation
✔ Guarantee Availability of Accounting Records
• Clarified retention requirements
• Digital record obligations
• Sanctions for non-compliance
✔ Improve EOIR Administrative Efficiency
• Dedicated EOIR unit within GDT
• Case tracking dashboard
• Strict internal response timelines
Phase 3 (July–September 2026): Demonstrate Implementation
Legislation alone is not sufficient.
The EU and OECD expect evidence of practical enforcement.
Actions should include:
• Publication of EOIR response statistics
• Risk-based beneficial ownership compliance reviews
• Public confirmation of enforcement steps
• Structured technical dialogue with OECD and EU bodies
Transparency builds credibility.
Diplomatic Engagement
Parallel engagement with the EU Code of Conduct Group and the European Commission is essential.
Messaging should emphasize:
• Full commitment to OECD standards
• Technical nature of the issue
• Corrective measures already underway
• Clear timeline toward October 2026 resolution
Constructive, forward-looking dialogue is key.
Proposed Timeline
March 2026 – Task force established
April 2026 – Gap analysis completed
May–June 2026 – Decrees & circulars issued
July 2026 – EOIR unit fully operational
August 2026 – Enforcement & statistics published
September 2026 – Technical engagement with EU
October 2026 – Target: Removal from Annex I
Strategic Perspective
This situation is not a structural tax policy issue.
It is a technical compliance matter — and therefore solvable.
Handled correctly, it can become an opportunity to:
• Modernize transparency systems
• Strengthen inter-agency coordination
• Reinforce investor confidence
• Demonstrate Viet Nam’s commitment to international standards
Swift action today prevents reputational risk tomorrow.
Viet Nam has successfully exited EU monitoring mechanisms before.
With coordinated leadership and decisive implementation, October 2026 is a realistic and achievable milestone.
***
Please do not hesitate to contact Dr. Oliver Massmann under omassmann@duanemorris.com if you have any questions or want to know more details on the above. Dr. Oliver Massmann is the General Director of Duane Morris Vietnam LLC.
***
#Vietnam #EU #TaxTransparency #OECD #InvestmentClimate #PolicyReform #InternationalCooperation

ANWALT IN VIETNAM DR. OLIVER MASSMANN – FUSIONEN & ÜBERNAHMEN IN VIETNAM – AUSGABE 2026

ANWALT IN VIETNAM DR. OLIVER MASSMANN – FUSIONEN & ÜBERNAHMEN IN VIETNAM – AUSGABE 2026

1. Welche zentralen Regeln/Gesetze sind für M&A relevant und wer sind die wichtigsten Aufsichts- und Regulierungsbehörden?
Es gibt kein einzelnes Dokument, das M&A-Aktivitäten in Vietnam regelt. Die relevanten Vorschriften finden sich vielmehr in mehreren Gesetzen und Verordnungen, die allgemeine gesellschafts- und investitionsrechtliche Fragen betreffen. Zu diesen Gesetzen und Verordnungen gehören:
1. Investitionsgesetz und Unternehmensgesetz
Investment Law Nr. 61/2020/QH14[1] und Enterprise Law Nr. 59/2020/QH14[2], erlassen von der Nationalversammlung am 17. Juni 2020, sowie deren Durchführungs-/Leitdokumente, namentlich Dekret Nr. 31/2021/ND-CP[3] und Dekret Nr. 01/2021/ND-CP. Diese Gesetze legen den allgemeinen Rechtsrahmen, bedingte/zulassungspflichtige Sektoren sowie Investitionsverfahren fest. Zuständige Behörden für die Durchsetzung dieser Gesetze sind:
1. der Premierminister;
2. die Nationalversammlung Vietnams;
3. das örtliche Volkskomitee;
4. die Verwaltungsbehörde für Industriegebiete;
5. das Finanzministerium;
6. das Ministerium für Industrie und Handel;
7. das Gesundheitsministerium; und
8. andere Ministerien, abhängig von den Geschäftstätigkeiten der Zielgesellschaften.
2. Wertpapiergesetz
Law on Securities Nr. 54/2019/QH14, erlassen von der Nationalversammlung am 26. November 2019, in der Fassung geändert durch Gesetz Nr. 56/2024/QH15, erlassen von der Nationalversammlung am 29. November 2024, sowie die Durchführungsbestimmungen, insbesondere Dekret Nr. 155/2020/ND-CP der Regierung vom 31. Dezember 2020, geändert durch Dekret Nr. 245/2025/ND-CP der Regierung vom 11. September 2025. Dieses Gesetz regelt den Erwerb von Aktien in öffentlichen und privaten Gesellschaften in Vietnam, einschließlich öffentlicher Übernahmeangebote (Tender Offers). Zu den zuständigen Behörden für die Durchsetzung gehören:
1. die State Securities Commission (SSC);
2. das Vietnam Securities Depository Centre; und
3. das Finanzministerium.
3. Wettbewerbsgesetz
Competition Law Nr. 23/2018/QH14, erlassen von der Nationalversammlung am 12. Juni 2018, das durch die Vietnam Competition Commission (VCC) beim Ministerium für Industrie und Handel durchgesetzt wird. Nach diesem Gesetz ist jede M&A-Transaktion verboten, die erhebliche wettbewerbsbeschränkende Auswirkungen auf dem vietnamesischen Markt verursacht oder voraussichtlich verursacht.
4. Devisenrechtliche Vorschriften
Devisenrechtliche Regelungen. Ein Investitionskapitalkonto in vietnamesischen Dong ist u. a. Voraussetzung für Kapitalbeiträge, Aktienkäufe oder Zeichnungen. Diese Vorschriften werden von Geschäftsbanken und der Staatsbank Vietnams durchgesetzt.
5. Internationale Verpflichtungen Vietnams (WTO und Freihandelsabkommen)
Vietnams WTO-Verzeichnis spezifischer Dienstleistungsverpflichtungen sowie Vietnams Dienstleistungsverpflichtungen in verschiedenen Freihandelsabkommen, einschließlich des EU-Vietnam Free Trade Agreement und des Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership. Diese legen fest, welchen Anteil an Aktien ausländische Investoren in bestimmten Sektoren besitzen dürfen.
6. Weitere sektorspezifische Regelungen
Weitere spezielle Vorschriften für den Erwerb von Anteilen an vietnamesischen Unternehmen, die in besonderen Sektoren tätig sind, z. B. Bankwesen und Finanzdienstleistungen, Versicherung usw. Diese Sektoren werden von den zuständigen Behörden stark reguliert.

2. Wie ist der aktuelle Stand des Marktes?
Vietnam ist weiterhin ein attraktives Ziel für ausländische Investoren: Bis Ende 2025 erreichte das insgesamt registrierte FDI-Kapital rund USD 38,42 Mrd., was einem Anstieg von 0,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die tatsächlich ausgezahlten/realisierten FDI stiegen auf USD 27,62 Mrd., 9 % mehr als 2024, und stellten den höchsten Stand im Zeitraum 2021–2025 dar. Das neu registrierte Kapital sank jedoch auf USD 17,32 Mrd., ein Rückgang um 12,2 %gegenüber dem Vorjahr, trotz eines Anstiegs der Zahl neuer Projekte um 20,1 %; im Jahr 2025 wurden 4.054 Projekte genehmigt. Das angepasste Kapital zeigte weiterhin Stabilität und erreichte USD 14,07 Mrd., 0,8 % mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen Kapitalbeiträge und Aktienkäufe deutlich auf insgesamt USD 7,03 Mrd., ein Anstieg um 54,8 %gegenüber dem Vorjahr.
Ausländische Investitionen flossen vor allem in die Verarbeitung und Industrieproduktion (USD 9,8 Mrd.) sowie in den Immobiliensektor (USD 3,67 Mrd.). Andere Sektoren, darunter professionelle, wissenschaftliche und technologische Tätigkeiten, verzeichneten ebenfalls steigende Investitionen.
Singapur blieb der größte Investor und trug USD 4,84 Mrd. ( 27,9 % des neu registrierten Kapitals) bei, gefolgt von China (USD 3,64 Mrd.), Hongkong (USD 1,73 Mrd.) und Japan. Diese Verteilung spiegelt eine fortlaufende Diversifizierung unter ausländischen Investoren und ein anhaltendes Vertrauen in Vietnams wirtschaftliches Umfeld wider.
Die wichtigsten Treiber des vietnamesischen M&A-Marktes sind:
1. Einführung des Investitionsgesetzes 2025, das bestimmte bedingte Sektoren liberalisiert und Beschränkungen für ausländische Investitionen in bestimmten Bereichen lockert.
2. Abschaffung der Vorfinanzierungsanforderung (Pre-funding): Am 3. Februar 2026 erließ das Finanzministerium Rundschreiben Nr. 08/2026/TT-BTC („Circular 08“), das mehrere Artikel der Rundschreiben 96, 120 und 121 zum Wertpapiermarkt ändert und ergänzt. Circular 08 beseitigt faktisch die Anforderung einer 100%-Vorfinanzierung für ausländische institutionelle Investoren – ein langjähriger Engpass auf Vietnams Weg zu einer Marktaufwertung. Das neue Non-Prefunding (NPF)-Modell, das eingeführt wurde, um Vietnam diesen Status zu ermöglichen, erlaubt Investoren eine Abwicklung ähnlich wie in entwickelten Märkten (T+2) und beseitigt damit den größten Reibungspunkt beim Kapitalzufluss. Dieses Rechtsinstrument ist die direkte Antwort auf die technischen Kriterien von FTSE Russell und zielt auf eine offizielle Hochstufung zum Emerging Market im September 2026 ab. Für ausländische Investoren ist dies nicht mehr ein „ob“, sondern ein „wann“. Das Zeitfenster, Kapital zu positionieren, bevor eine massive Liquiditätswelle einsetzt, schließt sich schnell. Die Hochstufung ist eine strukturelle Transformation, nicht nur eine Etikettenänderung: Sie verändert grundlegend die „Leitungen“/Mechanik, wie ausländisches Geld nach Vietnam gelangt – über Gesetzesänderungen, die Vietnam diesen Status verschaffen sollen. Außerdem führt die Aufnahme in den FTSE Emerging Index dazu, dass passive Fonds (ETFs), die diesen Index nachbilden, automatisch vietnamesische Aktien kaufen. Dadurch entsteht eine garantierte Nachfrage-„Untergrenze“, die es zuvor nicht gab.
Was sich NICHT ändert: Es werden nicht sofort alle Foreign Ownership Limits (FOL) flächendeckend abgeschafft. Auch wenn sich die Liquidität verbessert, bleiben die gesetzlichen Obergrenzen dafür, wie viel man z. B. an einer Bank oder einem Telekommunikationsunternehmen halten darf, bestehen. Investoren müssen weiterhin diese „Räume“/Quoten beachten und ihre Investments beim Markteintritt entsprechend strukturieren.
3. Handelsliberalisierung als Folge von CPTPP, EU-Vietnam FTA usw.
4. Dekret Nr. 69/2025/ND-CP, das die ausländischen Beteiligungsobergrenzen bei angeschlagenen privaten Banken von 30 % auf 49 % anhebt.
5. Das Trio neuer Gesetze (Landgesetz, Wohnungsgesetz, Gesetz über Immobiliengeschäft), die kürzlich in Kraft getreten sind, hat den rechtlichen Stau aufgelöst, aber die Compliance-Anforderungen erhöht. Nach den neuen Gesetzen ist der Zugang zu Land klarer/„sauberer“, aber aufgrund marktbasierten Bodenwerts teurer.
6. Vietnams National Power Development Plan 8 (PDP 8) sowie weitere Politiken zur Investition und Entwicklung erneuerbarer Energien.
Große Deals im Jahr 2025:
1. Birch’ Erwerb von Eastern Real Estate für USD 365 Mio.;
2. AEONs Übernahme (Buyout) von Post & Telecommunication Finance Co., Ltd. für USD 162 Mio.;
3. Ares Managements Erwerb der Medlatec Group für USD 150 Mio.;
4. Erwerb eines Krankenhauses in Ho-Chi-Minh-Stadt durch die Southeast Asian Healthcare Group für USD 517 Mio.;
5. Erwerb eines 49%-Anteils an einem vietnamesischen Industriepark durch einen singapurischen REIT für mehr als USD 220 Mio..

3. Welche Marktsektoren waren zuletzt besonders aktiv?
1. Erneuerbare Energien
2. Fertigung/Produktion, Verarbeitungsindustrie
3. Immobilien
4. Gesundheitswesen
5. Groß- und Einzelhandel
6. Technologie und digitale Dienstleistungen
7. Logistik und Industrieinfrastruktur

4. Welche drei wichtigsten Faktoren werden M&A-Aktivitäten in den nächsten 2 Jahren beeinflussen?
Die drei wichtigsten Faktoren, die M&A-Aktivitäten in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich beeinflussen werden, sind: Wirtschaftswachstum, regulatorische Entwicklung und Infrastrukturentwicklung.
Erstens wird Vietnams BIP für 2026 voraussichtlich um über 6 % wachsen. Die Exporte stiegen 2024 um 15,5 %, und die Inflation dürfte stabil bleiben und von einem Höchststand von 4,4 % im Mai 2024 auf etwa 3,1 % bis April 2025 fallen; die Asian Development Bank prognostiziert 3,9 % Inflation 2025 und 3,8 % in 2026. Die Weltbank erwartet, dass die FDI-Auszahlungen in den nächsten zwei Jahren bei rund USD 25 Mrd. jährlich stabil bleiben.
Zweitens werden sektorspezifische Vorschriften – wie der PDP8 für erneuerbare Energien und die überarbeiteten Landgesetze – Investitionen in diese Schlüsselindustrien prägen. Auch Green Finance wächst weiter: Vietnam hat grüne Kreditvergabe im Finanzsystem priorisiert, und obwohl die neuesten offiziellen Zahlen für 2024–2025 noch nicht veröffentlicht sind, bleibt der Trend aufwärtsgerichtet, da die Regierung die Energiewende-Politik vorantreibt.
Drittens hat sich die Infrastrukturentwicklung, die früher als Engpass für Vietnams Wachstum galt, inzwischen zu einem Wachstumstreiber entwickelt – unterstützt durch Großprojekte wie den internationalen Flughafen Long Thanh und die Nord-Süd-Bahnstrecke.
Die wichtigsten erwarteten Trends am vietnamesischen M&A-Markt umfassen:
1. Immobilien
2. Technologie
3. Erneuerbare Energien

5. Was sind die wichtigsten Wege zur Übernahme einer börsennotierten Gesellschaft?
In Vietnam bezeichnet der Begriff „Public Company“ eine Aktiengesellschaft, die eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt:
a) Das Unternehmen verfügt über ein eingezahltes Stamm-/Satzungskapital von mindestens VND 30 Mrd., ein Eigenkapital von mindestens VND 30 Mrd., und mindestens 10 % der stimmberechtigten Aktien werden von mindestens 100 nicht-Großaktionären gehalten; oder
b) Das Unternehmen hat sein IPO erfolgreich durchgeführt, indem es sich bei der SSC registriert hat.
Die gängigsten Wege, Kontrolle über eine öffentliche Gesellschaft zu erlangen, sind:
1. Erwerb von Aktien/Satzungskapital durch:
2. Kauf von Aktien/Satzungskapital von bestehenden Aktionären;
3. Kauf von Aktien/Satzungskapital einer gelisteten Gesellschaft über die Börse; und
4. öffentliches Angebot zum Aktienerwerb (Public Share Purchase Offer).
5. Durch eine Verschmelzung (Merger). Das Unternehmensgesetz 2020 regelt die Verfahren für Unternehmensverschmelzungen durch Übertragung aller rechtmäßigen Vermögenswerte, Rechte, Pflichten und Interessen auf das übernehmende Unternehmen sowie die gleichzeitige Beendigung der übertragenden Unternehmen.
6. Durch den Erwerb von Vermögenswerten (Asset Deal).
Für den Erwerb von Aktien/Satzungskapital lokaler Unternehmen durch ausländische Investoren bestehen in bestimmten sensiblen Sektoren Beschränkungen. Zudem schweigt das Gesetz zu Transaktionen der Verschmelzung oder des Vermögenserwerbs (z. B. Unternehmens-Spin-off), an denen ein ausländischer Investor beteiligt ist. Bei anderen Asset-Transaktionen gilt: Handelt es sich um Immobilien, ist das Eigentumsrecht ausländischer Investoren nach dem Immobilienrecht beschränkt.
Wertpapiere öffentlicher Gesellschaften müssen vor dem Handel beim Vietnam Securities Depository Centre registriert und hinterlegt werden.
Je nach Zahl der erworbenen Aktien kann ein Investor ein beherrschender Aktionär werden. Nach dem vietnamesischen Wertpapiergesetz ist ein Aktionär, der direkt oder indirekt 5 % oder mehr der stimmberechtigten Aktien eines Emittenten hält, ein Großaktionär (major shareholder).

6. Welche Informationen über eine Zielgesellschaft sind öffentlich verfügbar und in welchem Umfang muss die Zielgesellschaft due-diligence-relevante Informationen offenlegen?
Wenn die Zielgesellschaft eine öffentliche Gesellschaft ist, muss sie folgende Informationen öffentlich bekanntmachen:
1. geprüfte Jahresabschlüsse, auditierte durch eine zugelassene Prüfungsgesellschaft;
2. Informationen zur jährlichen Hauptversammlung (General Meeting of Shareholders);
3. Bericht über den Stand der Corporate Governance;
4. außerordentliche/abnormale Informationen öffentlicher Gesellschaften am Aktienmarkt;
5. Informationen zum letzten Registrierungstag zur Ausübung von Rechten bestehender Aktionäre;
6. Informationen zu Prüfungsvermerken, Review-Schlussfolgerungen und Ergebnissen rückwirkender Anpassungen von Abschlüssen;
7. Informationen über einen Wechsel der Abschlussprüfungsperiode;
8. Informationen zu Angebot, Emission, Listing, Handelsregistrierung und Bericht über die Verwendung des Kapitals;
9. Informationen zur maximalen ausländischen Eigentumsquote und Änderungen hierzu;
10. Informationen über den Rückkauf eigener Aktien oder den Verkauf eigener (Treasury-)Aktien.
Unternehmen, die keine öffentlichen gelisteten Gesellschaften sind, unterliegen nicht den oben genannten Veröffentlichungspflichten.

7. In welchem Detaillierungsgrad wird eine Due Diligence üblicherweise durchgeführt?
Bevor der Käufer offiziell Kontakt mit dem potenziellen Ziel aufnimmt, führt er eine vorläufige Bewertung auf Grundlage öffentlich verfügbarer Informationen durch. Anschließend kontaktiert der Käufer das Ziel, bekundet seine Absicht, Aktien zu kaufen oder Aktien zu zeichnen, und die Parteien unterzeichnen vor dem Due-Diligence-Prozess eine Vertraulichkeitsvereinbarung. Diese Vereinbarung enthält im Wesentlichen Vertraulichkeitspflichten bei der Durchführung der Transaktion. Die gerichtliche Durchsetzbarkeit von Vertraulichkeitsvereinbarungen in Vietnam ist bisher nicht erprobt.
Die rechtliche Due Diligence eines Käufers umfasst in der Regel:
1. Gesellschaftsrechtliche Details des Ziels sowie seiner Tochtergesellschaften, verbundenen Unternehmen und sonstigen Unternehmen, die Teil des Zielkomplexes sind.
2. Eventualverbindlichkeiten (aus früheren oder laufenden Rechtsstreitigkeiten).
3. Arbeitsrechtliche Angelegenheiten.
4. Vertragliche Vereinbarungen des Ziels.
5. Gesetzliche Genehmigungen und Lizenzen bezüglich der Geschäftstätigkeit des Ziels.
6. Versicherungs-, Steuer-, IP-, Schulden- und landbezogene Themen.
7. Kartellrecht, Korruption und sonstige regulatorische Themen.

8. Welche zentralen Entscheidungsorgane hat eine Zielgesellschaft und welche Zustimmungsrechte haben Aktionäre?
Die Zustimmung der Hauptversammlung ist erforderlich, wenn innerhalb von drei Jahren nach Ausstellung des Unternehmensregistrierungszertifikats ein Gründeraktionär einer Aktiengesellschaft Aktien überträgt. Die Zustimmung umfasst üblicherweise:
1. die Anzahl der angebotenen Aktien;
2. den Angebotspreis;
3. die Bedingungen des Angebots.
Es gibt keine gesetzliche Vorschrift, die den Vorstand des Ziels daran hindert, vor Abschluss einer Transaktion andere Angebote einzuholen oder zu empfehlen. In der Praxis können die Parteien jedoch entsprechende Beschränkungen vereinbaren.

9. Welche Pflichten haben Direktoren und beherrschende Aktionäre einer Zielgesellschaft?
Aktionäre einer öffentlichen Gesellschaft müssen (i) den Status als Großaktionär nicht dazu missbrauchen, Rechte und Interessen der Gesellschaft und anderer Aktionäre entgegen Gesetz oder Satzung zu beeinflussen; (ii) gesetzlich vorgeschriebene Informationen offenlegen; und (iii) weitere Pflichten erfüllen, die sich aus Gesetz und Satzung ergeben.

10. Haben Arbeitnehmer/andere Stakeholder besondere Zustimmungs-, Konsultations- oder sonstige Rechte?
Nach vietnamesischem Recht müssen Arbeitnehmer nicht über das Angebot konsultiert werden. Wenn jedoch Entlassungen (Layoffs) durchgeführt werden sollen, muss der Arbeitgeber:
1. einen Arbeitskräfteeinsatz-/Personalnutzungsplan erstellen;
2. den Arbeitnehmervertreter konsultieren;
3. die zuständige Arbeitsbehörde über die Umsetzung des Personalnutzungsplans informieren.

11. In welchem Umfang ist „Conditionality“ ein akzeptiertes Marktmerkmal bei Übernahmen?
Ein Übernahmeangebot enthält üblicherweise folgende Bedingungen:
1. Die Bedingungen des Angebots gelten gleichermaßen für alle Aktionäre des Ziels.
2. Den relevanten Parteien wird voller Zugang zu den Kauf-/Transaktionsinformationen gewährt.
3. Die Aktionäre haben volle Rechte, ihre Aktien zu verkaufen.
4. Das anwendbare Recht wird vollständig beachtet.
Ein Angebot kann außerdem Bedingungen precedent (aufschiebende Bedingungen) enthalten. Diese werden im Aktienkaufvertrag oder im Vertrag über die Übertragung von Kapitalanteilen festgelegt. Es gibt keine spezifische Beschränkung für Conditions Precedent, außer dass sie nicht rechtswidrig sein und nicht mit der sozialen Moral/Sozialethik kollidieren dürfen (wobei die rechtliche Definition sozialer Ethik unklar ist). Die häufigsten Conditions Precedent sind:
1. Änderungen der Satzung/der relevanten Lizenz des Ziels.
2. Einholung notwendiger Genehmigungen zur Durchführung der Transaktion.
3. Änderungen der Leitungsorgane des Ziels.
Die Zahlung des Kaufpreises erfolgt erst, nachdem die Conditions Precedent erfüllt sind.

12. Welche Schritte kann ein Erwerber unternehmen, um Exklusivität zu sichern?
Der Erwerber kann eine Exklusivitätsvereinbarung, ein Term Sheet, einen Letter of Intent oder ein Memorandum of Understanding (MOU) schließen, das eine rechtlich bindende Exklusivitätsklausel enthält. Zudem kann der Erwerber Deal-Protection-Mechanismen nutzen, wie etwa:
1. No-Shop-Klausel: in einer Vereinbarung zwischen Verkäufer und Käufer, die den Verkäufer daran hindert, innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach Unterzeichnung des Letter of Intent Kaufangebote Dritter einzuholen.
2. Termination-/Break-up-Fees: nimmt der Verkäufer ein Angebot eines Dritten an, muss er dem ursprünglichen Käufer eine Gebühr zahlen, die der Break-up-Fee entspricht.
3. Lock-ups: dem Käufer wird eine Teilbeteiligung an Aktien oder wichtigen Vermögenswerten des Ziels eingeräumt.
4. Aktienoptionen: erlauben dem Käufer, eine bestimmte Anzahl Aktien zu erwerben, wenn ein vorab vereinbartes Ereignis eintritt.

13. Welche weiteren Deal-Protection- und Kostenabdeckungsmechanismen werden am häufigsten verwendet?
Neben den vorgenannten Mechanismen kann ein Erwerber Matching- oder Topping-Rights nutzen: Der Verkäufer muss den Käufer über jedes Drittangebot informieren, und der Käufer ist berechtigt, dieses Angebot zu matchen oder zu überbieten.
Kostenabdeckungsmechanismen umfassen:
1. Locked-Box-Mechanismus: Verkäufer und Käufer vereinbaren im Kaufvertrag im Voraus einen Nettokaufpreis, der bis zum Financial Closing/Completion-Datum gilt – empfohlen für schnell wachsende Zielgesellschaften.
2. Completion-Accounts-Mechanismus: Basiskaufpreis plus Cash minus Debt plus Überschuss/Minus Fehlbetrag beim Working Capital.

14. Welche Gegenleistungsformen sind am häufigsten?
Nach vietnamesischem Recht können Aktien durch Angebot von Bargeld, Gold, Landnutzungsrechten, IP-Rechten, Technologie, technischem Know-how oder anderen Vermögenswerten erworben werden. In der Praxis erfolgen Erwerbe meist gegen Barzahlung.

15. Ab welchen Beteiligungshöhen ist eine öffentliche Offenlegung erforderlich?
Der zeitliche Ablauf eines Angebots ist wie folgt:
1. Der Bieter erstellt Registrierungsunterlagen für sein öffentliches Angebot zum Aktienkauf.
2. Der Bieter sendet die Registrierungsunterlagen zur Genehmigung an die SSC und gleichzeitig an das Ziel.
3. Die SSC prüft die Tender-Unterlagen innerhalb von 30 Tagen.
4. Der Bieter muss das Übernahmeangebot innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt der Stellungnahme der SSC zur Registrierung des Angebots öffentlich bekanntmachen.
5. Das Angebot wird in den Massenmedien veröffentlicht.
6. Die Angebotsfrist beträgt zwischen 20 und 120 Tagen.
7. Der Bieter meldet das Ergebnis des Angebots innerhalb von 10 Tagen nach Abschluss an die SSC.
Unternehmen in speziellen Sektoren (z. B. Banken, Versicherungen usw.) können einem abweichenden Zeitplan unterliegen.

16. In welcher Verhandlungsphase ist eine öffentliche Bekanntmachung erforderlich oder üblich?
Der Bieter muss das Übernahmeangebot innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt der SSC-Stellungnahme zur Registrierung des Übernahmeangebots öffentlich bekanntmachen.

17. Gibt es eine maximale Dauer für Verhandlungen oder Due Diligence?
Nach vietnamesischem Recht gibt es keine Begrenzungen (weder maximal noch minimal) für den Zeitraum, in dem die Parteien Verhandlungen und/oder Due Diligence durchführen müssen.

18. Gibt es Umstände, in denen ein Mindestpreis für Aktien festgelegt werden kann?
Es gibt keine allgemeinen Anforderungen nach vietnamesischem Recht, die einen bestimmten Mindestpreis festlegen. Es ist jedoch Praxis, dass der Aktienpreis nicht unter dem Nennwert (par value) je Aktie liegen sollte.

19. Können Zielgesellschaften finanzielle Unterstützung gewähren?
Es gibt kein allgemeines Verbot nach vietnamesischem Recht, wonach Zielgesellschaften Erwerbern finanzielle Unterstützung gewähren dürften. Eine solche Unterstützung kann jedoch zu einer Verletzung der Treue-/Sorgfaltspflichten (fiduciary duties) der Direktoren der Zielgesellschaft führen. Direktoren sollten daher ihre Pflichten gegenüber der Zielgesellschaft beachten, da finanzielle Unterstützung für einen Erwerber – je nach Art der Unterstützung – als Schädigung der Zielgesellschaft zugunsten der Mehrheitsaktionäre der Zielgesellschaft oder des Erwerbers angesehen werden kann.
20. Welches Recht wird bei Übernahmen üblicherweise als anwendbares Recht gewählt?
Käufer und Verkäufer können das anwendbare Recht der Transaktionsverträge frei bestimmen. Bei Transaktionen mit einer vietnamesischen Zielgesellschaft ist jedoch üblicherweise vietnamesisches Recht das anwendbare Recht.
21. Welche öffentlich zugänglichen Dokumente muss ein Käufer im Zusammenhang mit der Übernahme einer gelisteten Gesellschaft erstellen?
Aktien können vor der Bekanntmachung des Angebots gekauft werden, sofern die Anzahl der gekauften Aktien die Schwellenwerte, die ein Tender Offer auslösen, nicht überschreitet. Ein Tender Offer ist in folgenden Fällen erforderlich:
1. Erwerb frei umlaufender Aktien, wodurch ein Käufer, der keine Beteiligung oder weniger als 25 % hält, eine Beteiligung von 25 % oder mehr erwirbt.
2. Erwerb frei umlaufender Aktien, wodurch ein Käufer (und mit ihm verbundene Personen), der/die bereits 25 % oder mehr hält/halten, weitere 10 % oder mehr der frei umlaufenden Aktien erwirbt/erwerben, bis die Schwelle von 75 % erreicht ist.
3. Nach einem Tender Offer: Wenn die genannten Einheiten 80 % oder mehr der gesamten stimmberechtigten Aktien einer gelisteten Gesellschaft oder ausstehender Fondsanteile eines Closed-End-Fonds erworben haben, ist der Erwerb der von den verbleibenden Aktionären gehaltenen Aktien/Fondsanteile verpflichtend, es sei denn, alle stimmberechtigten Aktien bzw. alle Fondsanteile wurden bereits angeboten.
Es gibt keine Anleitung/Regelung zum Aufbau einer Beteiligung mittels Derivaten. Außerdem darf der Bieter während der Angebotsfrist keine Aktien oder Aktienkaufrechte außerhalb des Angebotsprozesses erwerben.
Der Bieter muss das Tender Offer in drei aufeinanderfolgenden Ausgaben einer elektronischen Zeitung oder einer gedruckten Zeitung und (nur bei einer gelisteten Gesellschaft) an der zuständigen Börse innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt der SSC-Stellungnahme zur Registrierung des Tender Offers öffentlich bekanntmachen. Das Tender Offer darf erst umgesetzt werden, nachdem die SSC ihre Stellungnahme abgegeben hat und der Bieter die öffentliche Bekanntmachung vorgenommen hat.
22. Welche Formalitäten sind zur Dokumentation einer Aktienübertragung erforderlich, einschließlich lokaler Steuern oder Abgaben?
Je nachdem, ob der Verkäufer eine Privatperson oder eine juristische Person ist, fallen folgende Steuern an:
1. Kapitalertragsteuer (Capital gains tax). Dies ist eine Form der Einkommensteuer, die auf jede Prämie/Mehrerlös über den ursprünglichen tatsächlichen Kapitalbeitrag des Investors bzw. über dessen Anschaffungskosten für dieses Kapital zu zahlen ist.[4] Ausländische Unternehmen und lokale juristische Personen unterliegen einer Körperschaftsteuer von 20 %. Werden jedoch Wertpapiere übertragen, unterliegt ein ausländischer Unternehmensverkäufer einer Körperschaftsteuer von 0,1 % auf den Brutto-Übertragungspreis.
2. Einkommensteuer natürlicher Personen (Personal income tax). Ist der Verkäufer eine ansässige Privatperson, wird eine Einkommensteuer in Höhe von 20 % auf den erzielten Gewinn erhoben sowie 0,1 % auf den Verkaufspreis, wenn die übertragenen Vermögenswerte Wertpapiere sind. Als steuerlich ansässige Person gilt, wer:
3. sich 183 Tage oder länger innerhalb eines Kalenderjahres in Vietnam aufhält;
4. sich für einen Zeitraum von 12 aufeinanderfolgenden Monaten ab Einreise in Vietnam aufhält;
5. einen registrierten ständigen Wohnsitz in Vietnam hat; oder
6. ein Haus in Vietnam auf Grundlage eines Mietvertrags mit einer Laufzeit von mindestens 90 Tagen in einem Steuerjahr mietet.
Ist der Verkäufer eine nicht ansässige Privatperson, unterliegt er einer Einkommensteuer von 0,1 % auf den Brutto-Übertragungspreis, unabhängig davon, ob ein Kapitalgewinn erzielt wurde.
Die Zahlung der vorstehenden Übertragungssteuern ist in Vietnam verpflichtend.

23. Sind feindliche Übernahmen ein häufiges Merkmal?
Feindliche Übernahmen (hostile bids) sind nach vietnamesischem Recht weder definiert noch geregelt. Es gibt auch kein ausdrückliches Verbot dieser Transaktionsart. Empfohlene (friendly) Angebote überwiegen häufig feindliche Angebote, da nur begrenzt öffentliche Informationen über das Ziel verfügbar sind und eine Zurückhaltung besteht, Informationen offenzulegen.
Allerdings nimmt die Zahl feindlicher Übernahmen in Vietnam seit 2011 zu, z. B.:
1. Das in Singapur ansässige Unternehmen Platinum Victory Ptl Ltd wurde größter Aktionär der Refrigeration Electrical Engineering Corp (REE) und baute eine Beteiligung von 10,2 % auf.
2. Chiles CFR International Spa erwarb einen 46%-Anteil an dem Medizingeräteunternehmen Domesco Medical Import-Export Co (DMC) und schloss damit den ersten ausländischen Deal im Pharmasektor ab.
In den Jahren 2010 und 2011 gab es zwei Übernahmedeals in Vietnam:
1. die Übernahme von Ha Tay Pharmacy im Jahr 2010;
2. die Übernahme von Descon (Bauunternehmen) im Jahr 2011: Die Binh Thien An Company erwarb eine 35%-Beteiligung an Descon, übernahm Descon offiziell und nahm erhebliche Änderungen an den Leitungsorganen vor.
Das Regierungsdekret Nr. 155/2020/ND-CP hob die Obergrenze für ausländische Beteiligungen bei öffentlichen Gesellschaften an (mit einigen Ausnahmen; zuvor galt eine 49%-Obergrenze). Die Regeln zur ausländischen Beteiligung an einer gelisteten Gesellschaft lassen sich allgemein in folgende fünf Gruppen einteilen:
1. Wenn vietnamesisches Recht, einschließlich internationaler Verträge, eine spezifische Obergrenze vorsieht, darf die maximale ausländische Beteiligung (MFO) diese nicht überschreiten (Gruppe 1).
2. Wenn vietnamesisches Recht eine Geschäftstätigkeit als bedingt für ausländische Investitionen einstuft (gemäß der Liste bedingter Sektoren nach dem Investitionsgesetz), aber noch keine Beteiligungsobergrenze festlegt, darf MFO 50 % nicht überschreiten (Gruppe 2).
3. In Fällen, die nicht unter Gruppe 1 oder 2 fallen, kann MFO bis zu 100 % betragen (Gruppe 3).
4. Betreibt eine öffentliche Gesellschaft mehrere Branchen/Tätigkeiten mit unterschiedlichen Regeln zur ausländischen Beteiligungsquote, darf die ausländische Beteiligung den niedrigsten Wert unter den Branchen/Tätigkeiten mit festgelegten Quoten nicht überschreiten (Gruppe 4).
5. Legt eine öffentliche Gesellschaft eine maximale ausländische Beteiligungsquote fest, die niedriger ist als die vorgenannten Quoten, muss diese Quote durch die Hauptversammlung genehmigt und in der Satzung verankert werden.
Diese Anhebung/Lockerung der ausländischen Beteiligungsgrenze kann zu mehr feindlichen Übernahmen in Vietnam führen.
24. Welche Schutzmechanismen haben die Direktoren einer Zielgesellschaft gegen einen feindlichen Übernahmeversuch?
Nach vietnamesischem Recht gibt es keine Vorschriften, die feindliche Übernahmeangebote (hostile bids) regeln.

25. Gibt es Umstände, in denen ein Käufer verpflichtet sein kann, ein Pflicht- oder Zwangsangebot für eine Zielgesellschaft abzugeben?
Ein öffentliches Übernahmeangebot (Tender Offer) ist zwingend von jedem Investor und dessen verbundenen Personen (ausgenommen Investmentfonds und Fondsmanagementgesellschaften) in den folgenden Fällen abzugeben:
1. Absicht, frei umlaufende stimmberechtigte Aktien zu erwerben, wenn diese Einheiten keine oder weniger als 25 % Beteiligung halten und der Erwerb dazu führt, dass sie direkt oder indirekt 25 % oder mehr der gesamten stimmberechtigten Aktien der Zielgesellschaft halten;
2. Absicht, frei umlaufende stimmberechtigte Aktien zu erwerben, wenn diese Einheiten bereits 25 % oder mehrBeteiligung halten und der Erwerb dazu führt, dass die direkte oder indirekte Beteiligung die Schwellenwerte von 35 %, 45 %, 55 %, 65 % und 75 % der gesamten stimmberechtigten Aktien der Zielgesellschaft erreicht oder überschreitet; und
3. nach einem Tender Offer: Wenn diese Einheiten 80 % oder mehr der gesamten stimmberechtigten Aktien einer gelisteten Gesellschaft oder ausstehender Fondsanteile eines Closed-End-Fonds erworben haben, ist es verpflichtend, die von den verbleibenden Aktionären gehaltenen Aktien bzw. Fondsanteile zu erwerben, es sei denn, sämtliche stimmberechtigten Aktien bzw. sämtliche ausstehenden Fondsanteile wurden im Angebot angedient.

26. Wenn ein Erwerber nicht die vollständige Kontrolle über eine Zielgesellschaft erlangt, welche Rechte haben Minderheitsaktionäre?
Minderheitsaktionäre behalten weiterhin die vollen Aktionärsrechte, wie etwa Stimmrechte und das Recht, Dividendenausschüttungen zu erhalten. Da Aktionäre jedoch nur indirekt über einen Aktionärsbeschluss an der Leitung/Verwaltung einer Gesellschaft mitwirken können, haben Minderheitsaktionäre nur begrenzte Möglichkeiten, die Unternehmensführung tatsächlich zu beeinflussen.
Nach dem Unternehmensgesetz 2020 (Enterprise Law 2020) hat ein Aktionär oder eine Gruppe von Aktionären, die mindestens 5 % der Stammaktien hält (oder einen geringeren Anteil, der in der Satzung der Gesellschaft festgelegt ist), das Recht:
1. Einsicht zu nehmen und Auszüge zu erhalten aus den Protokollen von Sitzungen, Beschlüssen und Entscheidungen des Verwaltungsrats (Board of Directors), aus Halbjahres- und Jahresabschlüssen, Berichten des Kontrollorgans (Board of Controllers), Verträgen und Transaktionen, die der Genehmigung des Verwaltungsrats unterliegen, sowie aus anderen Dokumenten – mit Ausnahme solcher, die Geschäftsgeheimnisse der Gesellschaft betreffen;
2. die Einberufung einer Hauptversammlung (GMS) zu verlangen, wenn
1. der Verwaltungsrat schwerwiegend die Rechte der Aktionäre verletzt, Pflichten der Geschäftsleitung/Executives verletzt oder Entscheidungen außerhalb seiner Zuständigkeit (ultra vires) erlässt;
2. andere Fälle eintreten, die in der Satzung der Gesellschaft vorgesehen sind.
3. das Kontrollorgan (Board of Controllers) zu ersuchen, erforderlichenfalls bestimmte Angelegenheiten zu untersuchen, die für die Unternehmensführung/Verwaltung der Gesellschaft relevant sind.

27. Gibt es einen Mechanismus, um Minderheitsbeteiligungen zwangsweise zu erwerben?
Wenn der Bieter 80 % oder mehr der Aktien einer öffentlichen Gesellschaft erwirbt, muss er die verbleibenden Aktien derselben Art von den übrigen Aktionären (sofern diese dies verlangen) innerhalb von 30 Tagen zum Angebotspreis erwerben. Es gibt jedoch keine „Squeeze-out“-Rechte, mit denen die verbleibenden Aktionäre zum Verkauf ihrer Aktien gezwungen werden könnten.
***
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann ist der Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.

ANWALT IN VIETNAM DR OLIVER MASSMANN – VIETNAM: INVESTIEREN IN SOLARPROJEKTE MIT DPPA UND BESS – WAS SIE WISSEN MÜSSEN

Wie Geschäfte heute tatsächlich abgeschlossen werden
Ein anderer Markt nach der FiT-Ära
Der Solarsektor in Vietnam ist in eine neue Phase eingetreten. Der Boom der Einspeisevergütung ist vorbei. Projekte werden nicht mehr auf der Grundlage staatlich garantierter Tarife gebaut, sondern auf der Basis vertraglich gesicherter Unternehmensnachfrage.
Heute basieren bankfähige Solartransaktionen auf zwei Säulen:
• Direct Power Purchase Agreements (DPPA) – ermöglichen es erneuerbaren Erzeugern, Strom direkt an Großverbraucher zu verkaufen, gemäß Dekret 57/2025.
• Battery Energy Storage Systems (BESS) – machen Solarstrom planbar, zuverlässig und wirtschaftlich tragfähig in einem komplexeren Netzumfeld.
Investoren, die verstehen, wie diese beiden Elemente zusammenwirken, schließen Geschäfte ab. Wer sie getrennt betrachtet, hat meist Schwierigkeiten.
DPPA: Der Abnehmer ist das Projekt
Im aktuellen regulatorischen Rahmen können erneuerbare Erzeuger direkt mit großen Stromverbrauchern Verträge schließen, entweder über:
• Eine private Leitung, oder
• Eine netzgestützte Struktur, bei der der Strom durch das nationale Netz fließt, die kommerzielle Abrechnung jedoch direkt zwischen Erzeuger und Verbraucher erfolgt.
Praktisch bedeutet das eines:
Der Abnehmer ersetzt den Staat als Anker des Projekts.
Die Bankfähigkeit hängt nun ab von:
• Der Kreditqualität des industriellen Käufers
• Der Klarheit der Preisformel
• Der Zuweisung von Abregelungs- und Ungleichgewichtsrisiken
• Der Durchsetzbarkeit von Kündigungsbestimmungen
Ein modernes DPPA in Vietnam ist nicht nur ein ESG-Instrument. Es ist das zentrale Finanzdokument des Projekts. Kreditgeber prüfen es mit derselben Strenge wie ein traditionelles Versorgungs-PPA.
BESS: Vom technischen Zusatz zum Einnahmeinstrument
Batteriespeicher sind kein technisches Anhängsel mehr. In vielen Provinzen sind sie der Unterschied zwischen einem theoretischen Solarvermögen und einem kommerziell tragfähigen Projekt.
BESS schafft Wert auf drei Arten:
1. Zeitverschiebung – Stromlieferung während Spitzenlastzeiten
2. Profilanpassung – Angleichung der Solarproduktion an industrielle Verbrauchsmuster
3. Risikoreduktion – Minderung von Abregelungs- und Planungsrisiken
Speicher wird jedoch nur finanzierbar, wenn seine wirtschaftliche Rolle klar im Vertrag definiert ist.
Wenn Einnahmen aus BESS auf zukünftigen Nebenmärkten oder regulatorischen Annahmen beruhen, werden Kreditgeber sie stark abwerten. Wenn Kapazität, Verfügbarkeit und Einsatzrechte klar innerhalb der DPPA-Struktur bepreist sind, wird Speicher zu einem bankfähigen Vermögenswert.
Die drei Ebenen einer finanzierbaren Struktur
1. Projektfundament
• Sicherung von Land und Standortkontrolle
• Realistische Netzanschlussstrategie
• Starker EPC-Vertrag mit Leistungsgarantien
• Angemessene Sicherheits- und Brandschutzplanung für BESS
• Klarer Bau- und Inbetriebnahmeplan
Entwicklungsunsicherheit ist der häufigste Grund, warum DPPAs vor dem finanziellen Abschluss scheitern.
2. Vertragsarchitektur
Ein bankfähiges DPPA muss klar definieren:
• Vertraglich vereinbarte Mengen und Lieferfenster
• Preisstruktur (fix, indexiert, zeitabhängig)
• Mess- und Abrechnungsmethodik
• Abregelungszuweisung
• Schutz bei Gesetzesänderungen
• Kündigungsentschädigung
Für BESS sollte die Vereinbarung festlegen:
• Verpflichtete MW-Kapazität
• Garantierte Entladedauer
• Verfügbarkeitsniveaus
• Verantwortlichkeiten für Degradation und Erweiterung
Unklarheiten in diesen Bereichen führen direkt zu höheren Finanzierungskosten.
3. Risiko- und Finanzierungsabgleich
Kreditgeber konzentrieren sich auf:
• Kreditsicherheiten des Abnehmers (LC, Patronatserklärung, Treuhandkonto)
• Vorhersehbare Kündigungszahlungen
• Step-in-Rechte
• Versicherungsschutz, insbesondere für Speichersysteme
• Konservative Annahmen zu Netzbeschränkungen
In Vietnams sich wandelndem regulatorischem Umfeld zählt die Klarheit der Risikoallokation mehr als theoretische Chancen.
Wie Geschäfte tatsächlich abgeschlossen werden
Erfolgreiche Projektträger folgen typischerweise einer disziplinierten Reihenfolge:
1. Zuerst einen glaubwürdigen industriellen Abnehmer sichern
2. Früh das DPPA-Modell wählen (private Leitung vs. netzgestützt)
3. Technisches Design mit vertraglichen Verpflichtungen abstimmen
4. BESS-Ökonomie in das Kernpreismodell integrieren
5. Das DPPA so entwerfen, als würde ein Kreditkomitee jede Klausel prüfen
6. Kündigungs- und Sicherheitsbestimmungen vor der Ansprache von Kreditgebern strukturieren
Projekte, die Finanzierung als Nebensache behandeln, landen oft in Neuverhandlungen. Projekte, die von Anfang an auf Bankfähigkeit ausgerichtet sind, kommen schneller voran.
Fazit: Bankfähigkeit ist die Strategie
Der Solarmarkt in Vietnam schrumpft nicht – er reift.
Das regulatorische Umfeld erlaubt nun direkte Unternehmensbeschaffung. Nationale Planungen signalisieren starke Unterstützung für Speicher. Die industrielle Nachfrage nach erneuerbarem Strom wächst weiter.
Doch der entscheidende Faktor ist nicht mehr politische Begeisterung, sondern Vertragsstärke.
Ein Projekt wird bankfähig, wenn:
• Der Abnehmer kreditwürdig und verpflichtet ist
• Das DPPA operative und regulatorische Risiken klar zuweist
• Speicherökonomie vertraglich gesichert ist
• Kündigungsszenarien finanziell definiert sind
• Entwicklungsschritte realistisch erreichbar sind
Im heutigen vietnamesischen Markt kommt Erfolg nicht durch schnelles Bauen von Megawatt. Er kommt durch die Strukturierung von Projekten, die einer Kreditprüfung standhalten.
Solar plus DPPA plus BESS ist nicht nur eine technische Kombination.
Es ist eine Finanzierungsstrategie.
Bitte zögern Sie nicht, Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com zu kontaktieren, wenn Sie Fragen haben oder weitere Details zu den oben genannten Punkten erfahren möchten. Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.

MERGERS & ACQUISITIONS IN VIETNAM – 2026 EDITION

1. What are the key rules/laws relevant to M&A and who are the key regulatory authorities?
There is no single document regulating M&A activities in Vietnam. The relevant rules are contained in several laws and regulations governing general corporate and investment issues. These laws and regulations include:
· Investment Law No. 61/2020/QH14 and Enterprise Law No. 59/2020/QH14 issued by the National Assembly on 17 June 2020, and their guiding documents, namely Decree No. 31/2021/ND-CP and Decree No. 01/2021/ND-CP. These laws set out the general legal framework, conditional sectors and investment procedures. The authorities responsible for enforcing these laws are the:
 Prime Minister;
 National Assembly of Vietnam;
 Local People’s Committee;
 Industrial Zone Management Authority;
 Ministry of Finance;
 Ministry of Industry and Trade;
 Ministry of Health; and
 Other ministries depending on the business activities of the target companies.
· Law on Securities No. 54/2019/QH14 issued by the National Assembly on 26 November 2019, as amended by Law No. 56/2024/QH15 issued by the National Assembly on 29 November 2024, and its implementing documents, in particular Decree No. 155/2020/ND-CP issued by the Government on 31 December 2020, as amended by Decree No. 245/2025/ND-CP issued by the Government on 11 September 2025. This Law regulates the acquisition of shares in public and private companies in Vietnam, including public tender offers. The authorities responsible for enforcing the Law include the:
 State Securities Commission (SSC);
 Vietnam Securities Depository Centre; and
 Ministry of Finance.
· Competition Law No. 23/2018/QH14 issued by the National Assembly on 12 June 2018, which is enforced by the Vietnam Competition Commission (VCC) of the Ministry of Industry and Trade. Under this Law, any M&A transaction that causes or likely causes substantial anti-competitive effects on the Vietnamese market will be prohibited.
· Foreign exchange regulations. An investment capital account in Vietnamese dong is a condition, among others, for capital contribution/share purchase or subscription. These regulations are enforced by commercial banks and the State Bank of Vietnam.
· Vietnam’s WTO Schedule of Specific Commitments on Services and Vietnam’s commitments on services in various free trade agreements, including the EU- Vietnam Free Trade Agreement and the Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership. These set out the ratio of shares that can be owned by foreign investors in various specific sectors.
· Other specific regulations for the acquisition of shares in Vietnamese companies operating in special sectors, such as banking and finance, insurance, and so on. These sectors are highly regulated by the relevant authorities.
2. What is the current state of the market?
Vietnam has remained an attractive destination for foreign investors: By the end of 2025, total registered FDI capital reached approximately USD 38.42 billion, marking a 0.5% year on year increase. Disbursed FDI rose to USD 27.62 billion, up 9% from 2024, representing the highest level recorded in the 2021–2025 period. Newly registered capital, however, declined to USD 17.32 billion, a 12.2% drop year on year, despite an increase of 20.1% in new project numbers, with 4,054 projects licensed in 2025. Adjusted capital continued to demonstrate stability, reaching USD 14.07 billion, up 0.8% compared to the previous year. Meanwhile, capital contributions and share purchases surged significantly, totaling USD 7.03 billion, an increase of 54.8% year on year.
Foreign investment amount poured into processing and manufacturing (USD 9.8 billion) as well as real estate sector (USD 3.67 billion). Other sectors, including professional, scientific and technological activities, also saw increased investment.
Singapore remained the largest investor, contributing USD 4.84 billion (27.9% of newly registered capital), followed by China (USD 3.64 billion), Hong Kong (USD 1.73 billion), and Japan. This distribution reflects ongoing diversification among foreign investors and sustained confidence in Vietnam’s economic environment.
The main drivers of Vietnam’s M&A market are:
· Introduction of the 2025 Investment Law, which liberalizes certain conditional sectors and eases restrictions on foreign investment in certain sectors.
· Removal of pre-funding requirement: On 3 February 2026, the Ministry of Finance issued Circular No. 08/2026/TT-BTC (“Circular 08”), which amends and supplements several articles of Circular 96, Circular 120, and Circular 121 regarding the securities market. Circular 08 effectively removes the requirement for 100% pre-funding for foreign institutional investors, a long-standing bottleneck in Vietnam’s market upgrade journey. The new Non-Prefunding (NPF) model introduced to get the status for Vietnam allows investors to settle trades similar to developed markets (T+2), removing the single biggest friction point for capital entry. This legal instrument is the direct response to the technical criteria set by FTSE Russell, aiming for an official Emerging Market upgrade in September 2026. For foreign investors, this is no longer a “if” but a “when.” The window to position capital before the massive liquidity wave hits is closing fast. The upgrade is a structural transformation, not just a label change. It fundamentally alters the “plumbing” of how foreign money enters Vietnam via changes in legislation made for Vietnam to gain the status. In addition, inclusion in the FTSE Emerging Index forces passive funds (ETFs) that track this index to automatically buy Vietnamese stocks. This creates a guaranteed “floor” of demand that did not exist before.
What it DOESN’T Change: It does not immediately remove all Foreign Ownership Limits (FOL) across the board. While liquidity will improve, the legal caps on how much of a bank or telecom company you can own remain in place. Investors must still navigate these “rooms” and structure their investments upon entering into Vietnam.
· Trade liberalization as a result of CPTPP, EU- Vietnam FTA, and so on.
· Decree No. 69/2025/ND-CP, raising foreign ownership caps in distressed private banks from 30% to 49%.
· The trio of new laws (Law on Land, Law on Housing, Law on Real Estate Business) effective recently has cleared the legal logjam but raised compliance bars. According to the new laws, access to land is cleaner but more expensive due to market-based land valuation.
· Vietnam’s National Power Development Plan 8 (PDP 8) along with other policies on investment and development of renewable energy.
Major deals in 2025:
· Birch’s Acquisition of Eastern Real Estate at USD 365 million;
· AEON’s Buyout of Post & Telecommunication Finance Co., Ltd. at USD 162 million;
· Ares Management’s Acquisition of Medlatec Group at USD 150 million;
· Southeast Asian Healthcare Group’s Acquisition of a Ho Chi Minh City Hospital at USD 517 million;
· Singaporean REIT’s Acquisition of 49% Stake in a Vietnamese Industrial Park at more than USD 220 million.
3. Which market sectors have been particularly active recently?
• Renewable energy
• Manufacturing, processing industry
• Real estate
• Healthcare
• Wholesale and retail
• Technology and digital services
• Logistics and industrial infrastructure.
4. What do you believe will be the three most significant factors influencing M&A activity over the next 2 years?
The three most significant factors likely to influence M&A activity over the next 2 years are: economic growth, regulatory development and infrastructure development.
First, Vietnam’s GDP is projected to grow by over 6% in 2026. Exports rose by 15.5% in 2024, and inflation is expected to remain stable, falling from a peak of 4.4% in May 2024 to around 3.1% by April 2025, with the Asian Development Bank forecasting 3.9% inflation in 2025 and 3.8% in 2026. FDI disbursements is forecasted by World Bank to stay steady at around USD 25 billion annually over the next two years.
Second, sector-specific regulations, such as the PDP8 for renewable energy and revised land laws, will shape investment in these key industries. Green finance also continues to expand – Vietnam has prioritized green lending within its financial system, and although the most recent official figures for 2024–2025 are not yet published, the trend remains upward as the government advances energy transition policies.
Third, infrastructure development, which was formerly seen as a bottleneck in Vietnam’s growth, has now become a growth driver, supported by major projects such as Long Thanh international airport and the North-South railway.
The major expected trends in the Vietnam M&A market include:
· Real Estate
· Technology
· Renewable Energy
5. What are the key means of effecting the acquisition of a publicly traded company?
In Vietnam, the term public company refers to a joint stock company that meets one of the following conditions:
a) The company has a contributed charter capital of at least VND 30 billion, equity capital of at least VND 30 billion, and at least 10% of the voting shares are being held by at least 100 non-major shareholders; or
b) The company has successfully made its IPO by registration with SSC.
The most common means of obtaining control over a public company are as follows:
· The acquisition of shares/charter capital through:
 buying shares/charter capital from the existing shareholders of the company;
 buying shares/charter capital of a listed company on the stock exchange; and
 public share purchase offer.
· Through a merger. The 2020 Law on Enterprises sets out the procedures for company mergers by way of a transfer of all lawful assets, rights, obligations and interests to the merged company, and for the simultaneous termination of the merging companies.
· Through the acquisition of assets.
There are restrictions on the purchase of shares/charter capital of local companies by foreign investors in certain sensitive sectors. In addition, the law is silent on merger or assets acquisition (for example, business spin-off) transactions where a foreign investor is a party. Regarding other assets acquisition transactions, if the asset is a real property, foreign ownership right will be restricted according to real estate laws.
Securities of public companies must be registered and deposited at the Vietnam Securities Depository Centre before being traded.
Depending on the numbers of shares purchased, an investor can become a controlling shareholder. Under the Vietnam Law on Securities, a shareholder that directly or indirectly owns 5% or more of the voting shares of an issuing organisation is a major shareholder.
6. What information relating to a target company will be publicly available and to what extent is a target company obliged to disclose diligence related information to a potential acquirer?
In case a target company is a public company, it must publicly announce the following information:
• Annual financial statements audited by an approved auditing firm;
• Information on annual General Meeting of Shareholders;
• Report on the status of company governance;
• Abnormal information of public companies on the stock market;
• Information related to the last registration date to exercise rights for existing shareholders;
• Information on audit opinions, review conclusions, and results of retroactive adjustments to financial statements;
• Information on change of auditing term;
• Information on offering, issuance, listing, trading registration activities and report on capital use;
• Information on the maximum foreign ownership ratio of the company and changes related to such ownership ratio;
• Information on buying back the company’s own shares or selling treasury stocks.
Companies other than public listed companies are not subject to the above information publication requirements.
7. To what level of detail is due diligence customarily undertaken?
Before officially contacting the potential target, the buyer conducts a preliminary assessment based on publicly available information. The buyer then contacts the target, expresses its intention of buying shares/subscribing for its shares and the parties sign a confidentiality agreement before the due diligence process. The confidentiality agreement basically includes confidentiality obligations in performing the transaction. The enforcement of confidentiality agreements by courts in Vietnam remains untested.
A buyer’s legal due diligence usually covers the following matters:
· Corporate details of the target and its subsidiaries, affiliates and other companies that form part of the target.
· Contingent liabilities (from past or pending litigation).
· Employment matters.
· Contractual agreements of the target.
· Statutory approvals and permits regarding the business activities of the target.
· Insurance, tax, intellectual property, debts, and land-related issues.
· Anti-trust, corruption and other regulatory issues.
8. What are the key decision-making organs of a target company and what approval rights do shareholders have?
It is necessary to obtain the approval of the general meeting of shareholders when there is a share transfer of a founding shareholder of a joint stock company within three years from the issuance of the Enterprise Registration Certificate. The approval normally includes the:
· Number of shares offered.
· Price of the offer.
· Conditions of the offer.
There is no statutory requirement that prohibits a target board from soliciting or recommending other offers before completion of a transaction. However, in practice, the parties can agree on such restrictions.
9. What are the duties of the directors and controlling shareholders of a target company?
Shareholders of a public company must (i) not take advantage of the major shareholder’s status to influence rights and interests of the company and other shareholders as prescribed by law and the company’s charter; (ii) disclose information as prescribed by law; and (iii) other obligations prescribed by law and the company’s charter.
10. Do employees/other stakeholders have any specific approval, consultation or other rights?
There is no requirement under Vietnamese law that the employees must be consulted about the offer. However, if a layoff is to be conducted, the employer must:
· Prepare a labour usage plan.
· Consult with the employee representative.
· Notify the competent labour authority on the implementation of the labour usage plan.
11. To what degree is conditionality an accepted market feature on acquisitions?
A takeover offer usually contains the following conditions:
· The terms and conditions of the offer apply equally to all shareholders of the target.
· The relevant parties are allowed full access to the purchase information.
· The shareholders have full rights to sell the shares.
· Applicable laws are fully respected.
An offer can also be subject to conditions precedent. Conditions precedent are set out in the share sale and purchase agreement or the capital contribution transfer agreement. There is no specific restriction on conditions precedent other than the requirement that they cannot be contrary to law and conflict with social ethics (although the legal definition of social ethics is unclear). The most common conditions precedent are:
· Amendments to the charter/relevant licence of the target.
· Obtaining necessary approvals to conduct the transaction.
· Changes to the target’s management body.
Payment of the contract price will only be made after the conditions precedent are met.
12. What steps can an acquirer of a target company take to secure deal exclusivity?
The acquirer can enter into an exclusivity agreement, terms sheet or letter of intent or MOU that includes a legally binding exclusivity clause. The acquirer can also make use of deal protection mechanisms such as:
• No Shop Provision: included in an agreement between the seller and the buyer that prevents the latter from seeking purchase proposals from third parties in a time frame after the signing of the Letter of Intent
• Termination or Breakup Fees: if the seller accepts a bid from a third party, then they will have to pay the original buyer a fee equivalent to the breakup fee
• Lock-ups: seller is given part-ownership of stock or important assets in the target company
• Stock options: allow the buyer to purchase a number of shares in the target company if a particular pre-agreed event occurs
13. What other deal protection and costs coverage mechanisms are most frequently used by acquirers?
Besides the aforementioned, a deal protection mechanism an acquirer can make use of is matching or topping rights where the seller has to notify the buyer of any third party proposal, and the seller is entitled to match or better such a proposal.
Cost coverage mechanisms include:
• Locked Box mechanism: where the seller and buyer agree on a net purchase price upfront in the Sales Purchase Agreement and this price remains effective until the financial closing/completion date of the transaction – recommended for fast-growing target companies
• Completion Account mechanism: base purchase price, plus cash, less debt, plus excess or less shortfall in working capital
14. Which forms of consideration are most commonly used?
Under Vietnamese law, shares can be purchased by offering cash, gold, land use rights, intellectual property rights, technology, technical know-how or other assets. In practice, acquisitions are most commonly made for cash consideration.
15. At what ownership levels by an acquirer is public disclosure required (whether acquiring a target company as a whole or a minority stake)?
The offer timetable is as follows:
· The bidder prepares registration documents for its public bid to purchase shares.
· The bidder sends the bid registration documents to the State Securities Commission (SSC) for approval and, at the same time, sends the registration documents to the target.
· The SSC reviews the tender documents within thirty days.
· The bidder must publicly announce the tender offer within seven days from receipt of the State Securities Commission’s opinion regarding the registration of the tender offer.
· The bid is announced in the mass media.
· The length of the offer period is between 20 and 120 days.
· The bidder reports the results of the tender to the SSC within 10 days of completion.
Companies operating in specific sectors (such as banking, insurance, and so on) can be subject to a different timetable.
16. At what stage of negotiation is public disclosure required or customary?
The bidder must publicly announce the tender offer within seven days from receipt of the State Securities Commission’s opinion regarding the registration of the tender offer.
17. Is there any maximum time period for negotiations or due diligence?
There are no limitations (maximum or minimum) under Vietnam law on the time period in which the parties are required to conduct negotiations and/or due diligence.
18. Are there any circumstances where a minimum price may be set for the shares in a target company?
There are no general requirements under Vietnam law that set certain minimum price for shares in a target company. However, it is a practice that the share price must not be lower than the par value of each share.
19. Is it possible for target companies to provide financial assistance?
There is no general prohibition under Vietnam law on target companies providing financial assistance to acquirers. However, such provision of financial assistance to acquirers may result in breach of fiduciary duties of directors of the target company. In this regard, the directors of the target company should be mindful of their duties to the target company because, providing financial assistance to an acquirer may be considered to be harming the target company while benefiting the majority shareholders of the target company or the acquirer, depending on the nature of such assistance.
20. Which governing law is customarily used on acquisitions?
Buyer and sellers are free to decide on the governing law of the transaction agreements. Nevertheless, in deals that involve a Vietnamese target company, the governing law is customarily Vietnam laws.
21. What public-facing documentation must a buyer produce in connection with the acquisition of a listed company?
Shares can be bought before the bid announcement provided that the number of shares sold does not exceed the thresholds requiring a tender offer. A tender offer is required in the following cases:
· Purchase of a company’s circulating shares that result in a purchaser, with no shareholding or less than a 25% shareholding, acquiring a 25% shareholding or more.
· Purchase of a company’s circulating shares that results in a purchaser (and affiliated persons of the purchaser), with a 25% or more shareholding, acquiring a further 10% or more of circulating shares of the company until it reaches 75% threshold.
· After a tender offer, if said entities have acquired 80% or more of the total voting shares of a listed company or outstanding fund certificates of a closed-end fund then it is mandatory to purchase the shares or fund being held by the remaining shareholders, unless all voting shares or outstanding fund have been bid for.
There is no guidance on building a stake by using derivatives. In addition, the bidder cannot purchase shares or share purchase rights outside the offer process during the tender offer period.
The bidder must publicly announce the tender offer in three consecutive editions of one electronic newspaper or one written newspaper and (for a listed company only) on the relevant stock exchange within seven days from the receipt of the State Securities Commission’s (SSC’s) opinion regarding the registration of the tender offer. The tender offer can only be implemented after the SSC has provided its opinion and following the public announcement by the bidder.
22. What formalities are required in order to document a transfer of shares, including any local transfer taxes or duties?
Depending on whether the seller is an individual or a corporate entity, the following taxes will apply:
· Capital gains tax. Capital gains tax is a form of income tax that is payable on any premium on the original investor’s actual contribution to capital or its costs to purchase such capital. Foreign companies and local corporate entities are subject to a corporate income tax of 20%. However, if the assets transferred are securities, a foreign corporate seller is subject to corporate income tax of 0.1% on the gross transfer price.
· Personal income tax. If the seller is an individual resident, personal income tax will be imposed at the rate of 20% of the gains made, and 0.1% on the sales price if the transferred assets are securities. An individual tax resident is defined as a person who:
 stays in Vietnam for 183 days or longer within a calendar year;
 stays in Vietnam for a period of 12 consecutive months from his arrival in Vietnam;
 has a registered permanent residence in Vietnam; or
 rents a house in Vietnam under a lease contract of a term of at least 90 days in a tax year.
If the seller is an individual non-resident, he is subject to personal income tax at 0.1% on the gross transfer price, regardless of whether there is any capital gain.
Payment of the above transfer taxes is mandatory in Vietnam.
23. Are hostile acquisitions a common feature?
Hostile bids are neither defined nor regulated under Vietnamese law. There is also no express prohibition on this type of transaction. Recommended bids often outnumber hostile bids due to limited publicly available information about the target and reluctance to disclose information.
However, the number of hostile bids in Vietnam has been increasing since 2011, for example:
· Singapore-based Platinum Victory Ptl Ltd became Refrigeration Electrical Engineering Corp (REE)’s largest shareholder, accumulating a 10.2% interest in the company.
· Chile’s CFR International Spa acquired a 46% stake in healthcare equipment company Domesco Medical Import-Export Co (DMC), making it the first foreign deal in the pharma sector.
During 2010 and 2011, there were two takeover deals in Vietnam:
· The acquisition of Ha Tay Pharmacy in 2010.
· The acquisition of Descon, a construction company, in 2011. Binh Thien An Company acquired a 35% shareholding in Descon, officially took over Descon and made significant changes to its management body.
The Government’s Decree No. 155/2020/ND-CP lifted the foreign equity cap regarding public companies, with some exceptions (a 49% cap was previously in force). Specifically, the rules on foreign ownership in a listed company can be generally classified into the five following groups:
· If Vietnamese law, including international treaties, provides for a specific ownership cap, the maximum foreign ownership (MFO) must not exceed such a cap (group 1).
· If Vietnamese law treats a business activity as conditional on foreign investment (pursuant to the list of conditional sectors under the Investment Law) but does not yet provide any ownership limit, MFO must not exceed 50% (group 2).
· In cases that do not fall within group 1 and group 2, MFO can be up to 100% (group 3).
· In case a public company operates in multiple industries and trades with different regulations on the foreign ownership rate, the foreign ownership rate must not exceed the lowest level in the industries and trades with determined foreign ownership rates (group 4).
· Where a public company decides on the maximum foreign ownership ratio lower than the rate specified above, the specific rate must be approved by the General Meeting of Shareholders and included in the company’s charter.
This lift of the foreign equity cap can introduce more hostile bids in Vietnam.
24. What protections do directors of a target company have against a hostile approach?
There are no provisions regulating hostile bids under Vietnamese law.
25. Are there circumstances where a buyer may have to make a mandatory or compulsory offer for a target company?
It is mandatory for a tender offer to be made by any investor and its related persons (except investment funds and funds management companies) in the following cases:
· intention to purchase of circulating voting shares by said entities with no or less than 25% shareholding, which results in the direct or indirect ownership of 25% or more of the total voting shares of the company targeted for acquisition;
· intention to purchase of circulating voting shares by said entities with pre-existing 25% or more shareholding, which results in the direct or indirect ownership reaching or exceeding the 35%, 45%, 55%, 65%, and 75% thresholds of the total voting shares of the target company; and
· after a tender offer, if said entities have acquired 80% or more of the total voting shares of a listed company or outstanding fund certificates of a closed-end fund then it is mandatory to purchase the shares or fund being held by the remaining shareholders, unless all voting shares or outstanding fund have been bid for.
26. If an acquirer does not obtain full control of a target company, what rights do minority shareholders enjoy?
Minority shareholders continue to enjoy full rights as shareholders, such as voting rights and rights to receive distributions of dividends. However, as shareholders may only participate in the management of a company indirectly through a shareholders’ resolution, minority shareholders have limited right to affect the management of the company.
Under Enterprise Law 2020, a shareholder or group of shareholders that holds at least 5% of the ordinary shares (or a smaller ratio specified in the company’s charter) shall have the rights to:
• Access, extract the minutes of meetings, resolutions and decisions of the Board of Directors, mid-year and annual financial statements, reports of the Board of Controllers, contracts and transactions subject to approval by the Board of Directors and other documents except those that involve the company’s business secrets;
• Demand that a GMS be convened in case
 the Board of Directors seriously violates the shareholders’ rights, obligations of executives or issues decisions ultra vires;
 other cases prescribed by the company’s charter.

• Request the Board of Controllers to investigate into specific matters relevant to the company’s administration where necessary
27. Is a mechanism available to compulsorily acquire minority stakes?
If the bidder acquires 80% or more of the shares of a public company, it must buy the remaining shares of the same type of other shareholders (if they so request) at the bid price within 30 days. However, there are no “squeeze-out” rights that can force the remaining shareholders to sell their shares.
***
If you have any question on the above, please do not hesitate to contact Dr. Oliver Massmann under omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann is the general director of Duane Morris Vietnam LLC.

VIETNAM: INVESTING IN SOLAR PROJECTS WITH DPPA AND BESS – WHAT YOU MUST KNOW

How Deals Actually Get Done Today

A Different Market After the FiT Era

Vietnam’s solar sector has moved into a new phase. The feed-in tariff boom is over. Projects are no longer built on the back of state-guaranteed tariffs, but on the strength of contracted corporate demand.

Today, bankable solar transactions are built around two pillars:

• Direct Power Purchase Agreements (DPPA) – allowing renewable generators to sell electricity directly to large consumers under Decree 57/2025.
• Battery Energy Storage Systems (BESS) – enabling solar power to become schedulable, reliable, and commercially viable in a more complex grid environment.

Investors who understand how these two elements interact will close deals. Those who treat them separately usually struggle.

DPPA: The Offtaker Is the Project

Under the current regulatory framework, renewable generators may contract directly with large electricity users, either through:

• A private wire connection, or
• A grid-enabled structure, where electricity flows through the national grid but commercial settlement occurs directly between generator and consumer.

In practical terms, this means one thing:

The offtaker replaces the state as the anchor of the project.

Bankability now depends on:

• The credit quality of the industrial buyer
• The clarity of the pricing formula
• The allocation of curtailment and imbalance risk
• The enforceability of termination provisions

A modern DPPA in Vietnam is not merely an ESG instrument. It is the core financial document of the project. Lenders will review it with the same rigor as a traditional utility PPA.

BESS: From Technical Add-On to Revenue Instrument

Battery storage is no longer a technical afterthought. In many provinces, it is the difference between a theoretical solar asset and a commercially viable one.

BESS creates value in three main ways:

1. Time shifting – delivering power during peak demand periods
2. Profile shaping – aligning solar output with industrial consumption patterns
3. Risk reduction – mitigating curtailment and scheduling exposure

However, storage only becomes financeable when its economic role is clearly defined in the contract.

If BESS revenues rely on future ancillary markets or regulatory assumptions, debt providers will heavily discount them. If storage capacity, availability, and dispatch rights are clearly priced within the DPPA structure, it becomes a bankable asset.

The Three Layers of a Financeable Structure

1. Project Foundation

• Secure land and site control
• Realistic grid interconnection strategy
• Strong EPC wrap with performance guarantees
• Proper safety and fire compliance planning for BESS
• Clear construction and commissioning pathway

Development uncertainty is the most common reason DPPAs fail before financial close.

2. Contract Architecture

A bankable DPPA must clearly define:

• Contracted volumes and delivery windows
• Pricing structure (fixed, indexed, time-of-use)
• Metering and settlement methodology
• Curtailment allocation
• Change-in-law protection
• Termination compensation

For BESS, the agreement should specify:

• Committed MW capacity
• Guaranteed discharge duration
• Availability levels
• Degradation and augmentation responsibilities

Ambiguity in any of these areas translates directly into higher financing costs.

3. Risk and Finance Alignment

Debt providers will focus on:

• Offtaker credit support (LC, parent guarantee, escrow)
• Predictable termination payments
• Step-in rights
• Insurance coverage, particularly for storage systems
• Conservative assumptions regarding grid constraints

In Vietnam’s evolving regulatory landscape, clarity of risk allocation matters more than theoretical upside.

How Deals Actually Close

Successful sponsors typically follow a disciplined sequence:

1. Secure a credible industrial offtaker first
2. Choose the DPPA model early (private wire vs grid-enabled)
3. Align technical design with contractual obligations
4. Integrate BESS economics into the core pricing model
5. Draft the DPPA as if a credit committee will read every clause
6. Structure termination and security provisions before approaching lenders

Projects that treat financing as an afterthought often return to renegotiation. Projects structured for bankability from day one move faster.

Conclusion: Bankability Is the Strategy

Vietnam’s solar market is not shrinking—it is maturing.

The regulatory framework now allows direct corporate procurement. National planning signals strong support for storage. Industrial demand for renewable electricity continues to grow.

But the decisive factor is no longer policy enthusiasm. It is contract strength.

A project becomes bankable when:

• The offtaker is creditworthy and committed
• The DPPA clearly allocates operational and regulatory risk
• Storage economics are contractually secured
• Termination scenarios are financially defined
• Development milestones are realistically achievable

In today’s Vietnam market, success does not come from building megawatts quickly. It comes from structuring projects that can survive credit analysis.

Solar plus DPPA plus BESS is not merely a technical combination.

It is a financing strategy
***
Please do not hesitate to contact Dr. Oliver Massmann under omassmann@duanemorris.com if you have any questions or want to know more details on the above. Dr. Oliver Massmann is the General Director of Duane Morris Vietnam LLC.

ANWALT IN VIETNAM DR. OLIVER MASSMANN – VIETNAMS AUFSTIEG ZUM STATUS „EMERGING MARKET“: WAS ES FÜR INSTITUTIONELLE INVESTOREN UND KAPITALALLOKATOREN BEDEUTET

Von Dr. Oliver Massmann (Architekt des Marktzugangs)

Der Aufstieg Vietnams zum Status eines Emerging Market (EM) stellt eine strukturelle Veränderung im Investierbarkeitsprofil des Landes dar. Für globale Fonds und Banken geht es bei diesem Upgrade weniger um Symbolik, sondern vielmehr um Mechanismen der Kapitalallokation, Liquiditätstiefe und Ausführungssicherheit.
Der Übergang verändert grundlegend, wie Vietnam in institutionelle Portfolios passt.

1. Von taktischer Allokation zu strukturellem Gewicht
Als Frontier Market wurde Vietnam häufig erschlossen durch:
• Spezielle Frontier-Mandate
• Aktive Hochrisiko-/Hochwachstumsstrategien
• Opportunistische Allokationen
Die EM-Klassifizierung verändert diese Dynamik.
Vietnam wird nun zugänglich für:
• Aktiv gemanagte Fonds mit EM-Benchmark
• Passives, indexbasiertes Kapital
• Pensions- und Staatsfonds mit EM-Mandaten
• Große Asset Manager, die zuvor durch Klassifizierungsregeln eingeschränkt waren
Der entscheidende Unterschied liegt nicht nur in höheren Zuflüssen – sondern im Übergang von diskretionärer zu struktureller Allokation.
Kapital wird systematisch.

2. Liquidität und Markttiefe: Die Kernfrage
Institutionelle Investoren werden drei unmittelbare Variablen prüfen:
2.1 Handelskapazität
• Können große Positionen aufgebaut werden, ohne Preise zu verzerren?
• Sind tägliche Handelsvolumina ausreichend für institutionellen Ein- und Ausstieg?
• Ist die Block-Trade-Infrastruktur effizient?
EM-Inklusion erhöht typischerweise:
• Ausländische Beteiligung
• Research-Abdeckung
• Engagement von Market Makern
• Disziplin beim institutionellen Free Float
Für Banken bedeutet dies:
• Erweiterte ECM-Pipelines
• Größere Bookbuild-Kapazität
• Mehr tragfähige Sekundärplatzierungen

3. Corporate Governance als Bewertungsmultiplikator
Mit EM-Status steigt die Prüfung.
Institutionelle Investoren werden bewerten:
• Schutz von Minderheitsaktionären
• Transparenz der Offenlegung
• ESG-Compliance-Standards
• Unabhängigkeit des Boards und Prüfungsstrenge
Unternehmen, die globales Kapital suchen, müssen:
• Governance-Rahmenwerke verbessern
• Investor Relations professionalisieren
• Berichtsstandards an globale Erwartungen anpassen
Die Bewertungslücke zwischen gut und schlecht geführten Emittenten dürfte sich vergrößern.

4. Ausländerbesitzgrenzen und strukturelle Barrieren
Für Fonds bleiben praktische Einschränkungen entscheidend:
• Ausländerbesitzgrenzen in regulierten Sektoren
• Aktienklassenstrukturen
• Abwicklungszyklen und Clearing-Effizienz
• Verwahrungsinfrastruktur
• Transparenz beim wirtschaftlichen Eigentum
EM-Status erhöht den Druck, diese Themen zu adressieren.
Märkte, die sich nicht modernisieren, riskieren trotz Upgrade eine Abwertung.
Für Banken ist Klarheit in diesen Bereichen entscheidend für erfolgreiche internationale Platzierungen.

5. IPO-Pipeline und Exit-Kanäle
Private Equity und strategische Investoren erhalten potenziell robustere Exit-Möglichkeiten.
Erwartete Entwicklungen:
• Wiederbelebung verzögerter IPO-Kandidaten
• Privatisierungen staatseigener Unternehmen
• Größere Dealgrößen durch tiefere Liquidität
• Zunehmendes grenzüberschreitendes Bookbuilding
Die vietnamesische Börse könnte sich zu einer glaubwürdigen Liquiditätsplattform entwickeln – über eine rein inländische Listungsstätte hinaus.

6. Debt Capital Markets: Unterschätztes Potenzial
Der Anleihemarkt könnte erheblich vom EM-Status profitieren:
• Größere Nachfrage nach VND-denominierten Instrumenten
• Ausbau von Green Bonds und Sustainability-linked Bonds
• Infrastrukturfinanzierung über Kapitalmärkte
• Höhere Beteiligung internationaler Asset Manager
Dies unterstützt eine schrittweise Diversifizierung weg von bankdominierter Finanzierung.
Für Banken könnten Strukturierungsmandate sowohl in Lokalwährung als auch grenzüberschreitend wachsen.

7. Volatilität, Erwartungen und Kapitaldisziplin
Emerging-Market-Status beseitigt Volatilität nicht.
Kurzfristige Risiken:
• Vorweggenommene Zuflüsse, gefolgt von Normalisierung
• Konzentration auf Large Caps
• Engpässe in der Infrastruktur
Mittelfristig führt der Wandel jedoch typischerweise zu:
• Verbesserter Preisfindung
• Breiterer Sektorvertretung
• Disziplinierterem Kapitalmanagement der Unternehmen

8. Strategische Positionierung für institutionelle Investoren
Vietnam vereint:
• Starkes BIP-Wachstum
• Rückenwind durch Produktionsverlagerungen
• Wachsende Mittelschicht
• Zunehmende Integration in globale Handelsrahmen
Mit EM-Klassifizierung beginnen die Kapitalmärkte nun, die Stärke der Realwirtschaft widerzuspiegeln.
Für Fonds und Banken lautet die zentrale Frage nicht mehr, ob Vietnam investierbar ist.
Sondern wie schnell institutionelle Infrastruktur, regulatorische Verfeinerung und Governance-Disziplin mit globalen Erwartungen übereinstimmen.
Frühzeitige Akteure könnten von Bewertungsasymmetrien in der Übergangsphase profitieren.

Fazit
Der Aufstieg Vietnams zum Emerging Market ist kein kurzfristiger Trading-Katalysator.
Es ist eine strukturelle Neupositionierung des Landes im globalen Kapitalallokationssystem.
Die nächste Phase wird belohnen:
• Anspruchsvolle Investoren
• Langfristige Allokatoren
• Institutionen, die regulatorische Nuancen meistern können
Wenn Reformen fortgesetzt und Infrastruktur parallel modernisiert wird, könnten Vietnams Kapitalmärkte in ein Jahrzehnt eintreten, das nicht nur von Wachstum geprägt ist – sondern von institutioneller Glaubwürdigkeit.

***
Bitte zögern Sie nicht, Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com zu kontaktieren, wenn Sie Fragen haben oder weitere Details zu den oben genannten Punkten wünschen. Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.

ANWALT IN VIETNAM DR. OLIVER MASSMANN – DIE SCHIFFBAUINDUSTRIE – WAS 2026 GETAN WERDEN MUSS!

Die Umstrukturierung der vietnamesischen Schiffbauindustrie gemäß Politbüro-Beschluss 220 stellt sowohl eine strategische Chance als auch einen zeitkritischen Wendepunkt dar. Angesichts der geografischen Lage Vietnams, seiner maritimen Entwicklungsambitionen und der zunehmenden Integration in globale Lieferketten birgt der Sektor erhebliches langfristiges Potenzial. Dieses Potenzial kann jedoch nur durch entschlossene, koordinierte und rechtzeitige Reformen realisiert werden.
Eine erfolgreiche Modernisierungsstrategie sollte auf fünf zentralen Säulen beruhen:

1. Finanzielle und rechtliche Bereinigung als Grundlage für die Erneuerung
Die Glaubwürdigkeit des Restrukturierungsprozesses hängt von einer transparenten und zügigen Lösung der Altlasten ab. Dazu gehören die Abwicklung nicht rentabler Projekte, die Klärung von Gläubigeransprüchen sowie der vollständige und rechtlich endgültige Abschluss laufender Insolvenzverfahren.
Das Timing ist entscheidend. Insolvenzverfahren müssen effizient abgeschlossen und formell beendet werden, um Rechtssicherheit zu schaffen. Nur wenn Eigentumsstrukturen, Verbindlichkeiten und Vermögensrechte eindeutig geklärt sind, kann neues Kapital – insbesondere ausländische Investitionen – mit Vertrauen in den Sektor fließen. Verzögerungen bergen das Risiko weiterer Vermögensverluste, verpasster Investitionsfenster und anhaltender Reputationsschäden. Ein sauberer rechtlicher und finanzieller Neustart ist daher die unverzichtbare Voraussetzung für eine nachhaltige Modernisierung.

2. Strategische Neuausrichtung auf höherwertige Marktsegmente
Vietnam sollte vermeiden, hauptsächlich im margenarmen, standardisierten Schiffbau zu konkurrieren. Stattdessen könnte sich der Sektor neu positionieren auf:
• Spezialschiffe (z. B. Offshore-Wind-Installationsschiffe, LNG-Unterstützungsschiffe, Küstenlogistikschiffe),
• Grüne und emissionsarme Schiffe,
• Reparatur-, Retrofit- und Umrüstungsdienste,
• Digitalisierte und modulare Schiffbauprozesse.
Diese Segmente stehen im Einklang mit globalen Dekarbonisierungstrends und bieten ein höheres Wertschöpfungspotenzial.

3. Technologietransfer und strategische ausländische Partnerschaften
Sobald Insolvenzverfahren abgeschlossen und Vermögensstrukturen geklärt sind, sollte Vietnam aktiv strategische Investoren mit technologischem Know-how und Zugang zu internationalen Auftragsbüchern anziehen.
Gemeinschaftsunternehmen oder Minderheitsbeteiligungen starker ausländischer Partner können:
• Fortschrittliche Automatisierungs- und Produktionstechnologien einführen,
• Internationale ESG-Standards implementieren,
• Vietnamesische Werften in globale Lieferketten integrieren.
Substanzielle Auslandsinvestitionen werden jedoch nur dann erfolgen, wenn die Restrukturierung rechtlich abgeschlossen, transparent und kommerziell strukturiert ist.

4. Stärkung der Unternehmensführung und professionelles Management
Langfristige Wettbewerbsfähigkeit erfordert moderne Managementsysteme, internationale Rechnungslegungsstandards und transparente Beschaffungspraktiken. Professionelle Aufsichtsstrukturen, klare Verantwortlichkeiten und leistungsorientiertes Management sind entscheidend, um Vertrauen bei Banken, Kunden und Investoren wiederherzustellen.

5. Entwicklung von Humankapital und Stärkung des industriellen Ökosystems
Vietnam verfügt bereits über eine solide industrielle Belegschaft. Dennoch ist gezielte Weiterbildung erforderlich in Bereichen wie digitale Schiffsplanung, automatisiertes Schweißen, fortschrittliche Materialien und alternative Antriebssysteme. Gleichzeitig wird die Stärkung der inländischen Zulieferbasis die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und externe Abhängigkeiten verringern.

Fazit
Der Beschluss 220 eröffnet ein wichtiges politisches Zeitfenster für einen echten Neustart des Sektors. Restrukturierungsbemühungen dürfen jedoch nicht in langwierigen Verfahren stecken bleiben. Der rechtzeitige und endgültige Abschluss von Insolvenzverfahren ist der Schlüssel zur Freisetzung von Investorenvertrauen und zur Gewinnung ausländischen Kapitals, das der Branche neuen Schwung verleihen kann.
Wenn entschlossen und ohne Verzögerung gehandelt wird, kann sich die vietnamesische Schiffbauindustrie von einem Restrukturierungsfall zu einer modernen, wettbewerbsfähigen und zukunftsorientierten maritimen Industrie entwickeln, die im Einklang mit globaler Nachhaltigkeit und Handelsdynamik steht.

Bitte zögern Sie nicht, Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com zu kontaktieren, wenn Sie Fragen haben oder weitere Details zu den oben genannten Punkten erfahren möchten. Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.

© 2009- Duane Morris LLP. Duane Morris is a registered service mark of Duane Morris LLP.

The opinions expressed on this blog are those of the author and are not to be construed as legal advice.

Proudly powered by WordPress