本日はベトナムにとって記念すべき日です

フロンティアからエマージング市場へ:新たな章の幕開け

2026年9月21日は、ベトナムにとって歴史的な日です。 本日、FTSEラッセルによるベトナムの市場分類が、フロンティア市場から二次エマージング市場(新興国市場)へと正式に引き上げられます。 長年にわたる準備、規制改革、そして資本市場インフラの改善を経て、ベトナムは国際金融システムへの統合における新たな章に入ります。 これは単なるラベルの変更にとどまりません。 ベトナムがこれまでどれほどの発展を遂げてきたかという国際的な評価であり、今後どこへ向かおうとしているかを示す重要なシグナルでもあります。

8年間の軌跡

ベトナムは、2018年9月に二次エマージング市場への格上げ候補としてFTSEラッセルのウォッチリストに登録されました。 この道のりは決して自動的でも容易なものでもありませんでした。 長年にわたり、海外投資家は対処すべき市場アクセスの課題、特に決済手続きや海外機関投資家に対する証券購入時の事前資金確保の要件を指摘してきました。 ベトナムはこれに対し、抜本的な改革で応えました。 海外機関投資家向けの事前資金確保不要モデルの導入、フェイル(決済不履行)時の手続き改善、そしてグローバルブローカーを通じたアクセスの継続的な取り組みは、ベトナムの市場インフラを国際基準に近づける上で特に重要なステップとなりました。 2025年10月、FTSEラッセルは中間評価を条件として、ベトナムをフロンティア市場から二次エマージング市場へ格上げすると発表しました。 そして、決定的な承認が下されました。 2026年4月7日、FTSEラッセルはベトナムが二次エマージング市場の要件を満たしたことを発表し、2026年9月21日(月)の市場オープン時からこの再分類が発効することを確認しました。 その日が、まさに本日なのです。

その重要性について

エマージング市場への分類により、ベトナムは根本的に異なる国際投資の対象領域に位置づけられることになります。 この再分類に伴い、ベトナムはFTSEラッセルのグローバル・エクイティ・インデックス・シリーズ(GEIS)や、FTSEエマージング・マーケッツ・インデックス、FTSEオール・ワールド・インデックス、FTSEグローバル・オール・キャップ・インデックスといった重要なグローバル・ベンチマークへの組み入れ対象となります。これらのベンチマークは世界中の機関投資家によって注視されており、インデックス連動型投資商品の基準としても使用されています。 国際資本がベンチマークを通じて移動する傾向が強まっているため、これは非常に重要です。 一つの市場が主要な国際インデックスに組み込まれると、グローバルな資産運用会社、年金基金、ETF(上場投資信託)、機関投資家など、より広範な層からの投資対象となります。したがって、その潜在的な重要性はベトナム証券取引所の枠を大きく超えるものです。 ベトナム企業の国際的な認知度の向上、流動性の深化、幅広い機関投資家の参加、さらには透明性、ガバナンス、市場効率のより高い基準に向けた継続的な推進力に貢献する可能性があります。

格上げは責任でもある

ベトナムは今日という日を祝うべきです。 しかし、エマージング市場というステータスは、終点ではなく始まりとみなす必要があります。 FTSEラッセルの決定は、市場へのアクセスとインフラにおける実質的な進歩を反映しています。国際投資家の信頼を維持するためには、ベトナムがその改革プロセスを継続することが不可欠です。 優先課題は明確です。効率的な市場アクセス、透明で予測可能な規制、効果的な決済インフラ、コーポレート・ガバナンスの強化、信頼性の高い情報開示、そして投資家の権利の継続的な保護です。 ベトナムは、明確な長期目標がある場合、困難な改革に取り組む準備ができていることをすでに証明しています。その勢いを止めてはなりません。

慎重に管理された移行プロセス

FTSEラッセルのグローバル・インデックスへの移行は、一度に行われるわけではありません。 FTSEラッセルは、秩序ある移行を支援し、それに伴う国際投資フローを市場が吸収できるように設計された、4段階の実施プロセスを意図的に採用しました。 ベトナムに適用される投資可能ウェイトは、以下のスケジュールで導入される予定です。

  • 2026年9月 – 10%
  • 2027年3月 – 追加の20%
  • 2027年6月 – 追加の35%
  • 2027年9月 – 最後の35%

したがって、このプロセスは本日から始まり、各段階後のインデックス複製のFTSEラッセルによる評価を条件として、2027年9月に適用ウェイトの100%に達する予定です。 この段階的なアプローチは重要です。今日の格上げは一日限りのイベントではなく、国際的な機関投資家の投資環境へより深く統合していくための、1年にわたるプロセスの始まりを意味しています。

より大きな物語:ベトナムの変革

数十年にわりベトナムの発展を見守ってきた私たちにとって、今日のマイルストーンは資本市場にとどまらない意味を持っています。 ベトナムの変革は驚異的です。 比較的閉鎖的な経済体制から、アジアにおいてますます重要性を増す製造、貿易、投資の拠点の一つへと進化しました。 国際貿易協定、製造能力の拡大、インフラ開発、そしてグローバルなサプライチェーンへの統合により、世界経済におけるベトナムの地位は着実に変化してきました。 資本市場の発展も、その変革の重要な一部です。 海外投資家は経済成長だけを見ているわけではありません。アクセスしやすさ、透明性、法的確実性、ガバナンス、そして資本を効率的に展開・回収する能力にも注目しています。 したがって、今回のFTSEラッセルによる格上げは、重要なメッセージを発信しています。 ベトナムは、世界の資本市場の構造にますます統合されつつあるということです。

今後の展望

今日は祝うべき日です。 しかし明日からは、また取り組みが続きます。 ベトナムは現在、エマージング市場というステータスを次世代の改革の起爆剤として活用する機会を得ています。 証券市場の継続的な近代化、機関投資家の参加拡大、ガバナンス基準の強化、金融商品とインフラのさらなる開発、そして投資規制の予測可能な実施によって、ベトナムが懸命に築き上げてきた信頼をさらに強固なものにすることができます。 さらに幅広い機会も存在します。 国内資本市場が深化し、より高度化することで、ベトナム企業は事業拡大、イノベーション、インフラ整備、国際的な成長のための資金を調達しやすくなり、同時に従来の銀行融資への過度な依存を減らすことができます。 これは外国人投資家だけでなく、ベトナム自身の企業や経済にも恩恵をもたらすでしょう。

本日はベトナムにとって記念すべき日です

FTSEラッセルのウォッチリストに登録されてから8年、ついにその時が来ました。 2026年9月21日は、FTSEラッセルの分類基準において、ベトナムがフロンティア市場から二次エマージング市場へと正式に移行した日として歴史に刻まれます。 これは長年の改革が認められた結果です。 国際投資家に対するベトナムの重要性が高まっていることの証でもあります。 そして何よりも、これは大きな機会を表しています。 ベトナムは、この瞬間を資本市場の発展の到達点としてではなく、次のステージへの出発点として活用すべきです。 フロンティアからエマージングへ。 地域の成功事例から、ますます重要性を増すグローバルな投資市場へ。 将来の可能性から、本格的な参加へ。 本日こそが、ベトナムのための日です。

ベトナムにおける投資、買収、合弁事業、法務デューデリジェンス、またはM&A取引に関する詳細については、オリバー・マスマン博士 (omassmann@duanemorris.com) までお問い合わせください。

Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann – KAUFEN IN VIETNAM: DAS M&A-HANDBUCH 2026 FÜR AUSLÄNDISCHE INVESTOREN

Wie man vietnamesische Unternehmen erwirbt, regulatorische Risiken kontrolliert und Transaktionen erfolgreich abschließt

Vietnam ist in eine neue Phase seiner Entwicklung als Investitionsstandort eingetreten. Für internationale Investoren kann der Erwerb eines bestehenden vietnamesischen Unternehmens Vorteile bieten, die eine Greenfield-Investition häufig nicht leisten kann: unmittelbaren Marktzugang, eine bestehende Belegschaft und Kundenbasis, operative Lizenzen, Grundstücke und Anlagen, lokale Vertriebsnetze, etablierte Lieferketten und, nicht zuletzt, eine deutlich schnellere Markteinführung.

Die Chancen sind beträchtlich. Gleichzeitig ist das rechtliche Umfeld komplex und anspruchsvoll. Erfolgreiche Akquisitionen in Vietnam erfordern von ausländischen Investoren, nicht nur den Anteilskaufvertrag zu berücksichtigen, sondern auch die Marktzugangsbedingungen für ausländische Investitionen, die Fusionskontrolle, sektorspezifische Genehmigungen, Landnutzungsrechte, Devisenvorschriften, steuerliche Aspekte, Lizenzierung, wirtschaftlich Berechtigte (Beneficial Ownership), arbeitsrechtliche Fragen, Compliance-Anforderungen sowie bei vielen Transaktionen die regulatorische Vorgeschichte des Zielunternehmens.

In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 zog Vietnam mehr als 40,6 Milliarden USD an registrierten ausländischen Direktinvestitionen an, was einem Anstieg von 55,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Ausländische Investoren führten 2.062 Kapitalbeteiligungs- und Anteilserwerbstransaktionen mit einem Gesamtwert von über 6,7 Milliarden USD durch, was einem Zuwachs von 50,1 % im Jahresvergleich entspricht. Das verarbeitende Gewerbe blieb der größte Empfänger ausländischer Investitionen, während auch die Immobilienwirtschaft, die Energieinfrastruktur, Informations- und Kommunikationsdienstleistungen sowie professionelle und technologiebezogene Tätigkeiten erhebliche Kapitalzuflüsse verzeichneten.

Für Investoren, die den Erwerb eines vietnamesischen Unternehmens in Betracht ziehen, sind die folgenden rechtlichen und strategischen Aspekte von besonderer Bedeutung.

1. Welche wesentlichen Gesetze regeln M&A-Transaktionen in Vietnam?

Vietnam verfügt nicht über ein einheitliches, konsolidiertes M&A-Gesetz. Stattdessen muss jede Akquisition anhand einer Kombination von investitions-, gesellschafts-, wettbewerbs-, wertpapier-, devisen-, steuer-, grundstücks- sowie sektorspezifischen Vorschriften geprüft werden.

Zu den wichtigsten gesetzlichen Grundlagen gehören:

Investitionsgesetz Nr. 143/2025/QH15, in Kraft seit dem 1. März 2026, zusammen mit Dekret Nr. 96/2026/ND-CP. Das Investitionsgesetz regelt den Marktzugang für ausländische Investoren und bestimmt, wann ein Unternehmenskauf durch einen ausländischen Investor vorab bei der zuständigen Investitionsbehörde registriert werden muss.

Nach dem Investitionsgesetz 2025 ist eine vorherige M&A-Registrierung grundsätzlich erforderlich, wenn unter anderem:

  1. der Erwerb zu einer Erhöhung des ausländischen Beteiligungsanteils an einem Unternehmen führt, das in einem für ausländische Investoren nur unter bestimmten Bedingungen zugänglichen Geschäftsfeld tätig ist;
  2. die Transaktion dazu führt, dass ausländische Investoren von einer Beteiligung von 50 % oder weniger auf mehr als 50 % der Anteile gelangen, oder wenn die ausländische Beteiligung erhöht wird, obwohl ausländische Investoren bereits mehr als 50 % halten; oder
  3. das Zielunternehmen Landnutzungsrechte auf bestimmten Inseln, in Grenzregionen, Küstengebieten oder anderen Gebieten besitzt, die für die nationale Verteidigung und Sicherheit von Bedeutung sind.

Eine bedeutende Reform des neuen Investitionsgesetzes besteht darin, dass ein ausländischer Investor bereits vor Abschluss des Verfahrens zur Erteilung oder Änderung eines Investitionsregistrierungszertifikats (Investment Registration Certificate, IRC) für sein Investitionsprojekt eine wirtschaftliche Organisation gründen darf, sofern die geltenden Marktzugangsanforderungen eingehalten werden.

Das Unternehmensgesetz Nr. 59/2020/QH14, zuletzt geändert durch Gesetz Nr. 76/2025/QH15, regelt die Unternehmensorganisation, die Rechte von Aktionären und Mitgliedern, gesellschaftsrechtliche Genehmigungen, Managementstrukturen sowie die Registrierung von Eigentümerwechseln. Das Gesetz Nr. 76/2025/QH15 ist seit dem 1. Juli 2025 in Kraft.

Investoren sollten beachten, dass Gesetz Nr. 24/2026/QH16, das am 24. August 2026 verabschiedet wurde, eine Änderung des Investitionsgesetzes und nicht des Unternehmensgesetzes darstellt. Es tritt erst am 1. März 2027 in Kraft. Transaktionen, deren Unterzeichnung oder Vollzug in diesen Zeitraum fällt, sollten daher hinsichtlich möglicher Übergangsregelungen sorgfältig geprüft werden.

Weitere wichtige Rechtsvorschriften sind:

  1. das Wertpapiergesetz Nr. 54/2019/QH14 in seiner jeweils geänderten Fassung sowie die Dekrete Nr. 155/2020/ND-CP und Nr. 245/2025/ND-CP;
  2. das Wettbewerbsgesetz Nr. 23/2018/QH14;
  3. die von der State Bank of Vietnam verwalteten Devisenvorschriften;
  4. das Bodengesetz, das Wohnungsgesetz und das Gesetz über Immobiliengeschäfte;
  5. das Körperschaftsteuergesetz Nr. 67/2025/QH15 sowie Dekret Nr. 320/2025/ND-CP;
  6. Vietnams Verpflichtungen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) und seiner Freihandelsabkommen, einschließlich des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Vietnam (EVFTA) sowie des Umfassenden und Fortschrittlichen Abkommens für die Transpazifische Partnerschaft (CPTPP); sowie
  7. spezialisierte Gesetze für regulierte Branchen wie Bankwesen, Versicherungen, Telekommunikation, Gesundheitswesen, Pharmazie, Bildung, Logistik, Energie und Immobilien.

Zu den zuständigen Behörden können unter anderem das Finanzministerium und seine Investitionsbehörden, die zuständigen Volkskomitees der Provinzen oder andere zuständige Investitionsbehörden, die Vietnam Competition Commission, die State Securities Commission, die State Bank of Vietnam, das Ministerium für Industrie und Handel sowie weitere Fachministerien und Aufsichtsbehörden gehören.

2. Wie ist die aktuelle Situation des vietnamesischen M&A- und Auslandsinvestitionsmarktes?

Vietnam geht mit einem starken Investitionsmomentum in das letzte Quartal des Jahres 2026.

Bis Ende August 2026 wurden folgende Ergebnisse verzeichnet:

  1. Das gesamte registrierte ausländische Investitionskapital überschritt 40,6 Milliarden USD, was einem Anstieg von 55,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
  2. Die tatsächlich realisierten ausländischen Direktinvestitionen (FDI) erreichten rund 17,25 Milliarden USD, ein Plus von 12 %.
  3. 2.771 neue Investitionsprojekte zogen mehr als 21,7 Milliarden USD an.
  4. Kapitalerhöhungen bestehender Projekte überstiegen 12,2 Milliarden USD.
  5. Ausländische Kapitaleinlagen und Anteilserwerbe beliefen sich auf mehr als 6,7 Milliarden USD, was einer Steigerung von 50,1 % im Jahresvergleich entspricht.

Das verarbeitende Gewerbe und die industrielle Produktion machten mit mehr als 21 Milliarden USD den größten Anteil der registrierten Investitionen aus. Der Immobiliensektor zog mehr als 5,7 Milliarden USD an, während auch die Bereiche Energieinfrastruktur, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie professionelle, wissenschaftliche und technologische Dienstleistungen erhebliche Kapitalzuflüsse verzeichneten.

Singapur und Südkorea blieben die beiden größten Herkunftsländer ausländischer Investitionen, gefolgt von Hongkong, Festlandchina und Malaysia.

Diese Zahlen sind für M&A-Investoren besonders relevant, da sie zeigen, dass Vietnam längst nicht mehr ausschließlich ein Standort für Greenfield-Investitionen in der Produktion ist. Unternehmenskäufe, strategische Beteiligungen, Joint Ventures und der Erwerb bestehender Anteile entwickeln sich zunehmend zu einem wichtigen Weg des Markteintritts.

3. Was treibt den vietnamesischen M&A-Markt im Jahr 2026 an?

Mehrere strukturelle Entwicklungen sind hierbei von besonderer Bedeutung.

Ein neues Investitionsgesetz

Das Investitionsgesetz 2025 modernisiert den Rechtsrahmen für ausländische Investitionen in Vietnam und bestätigt den Grundsatz, dass ausländische Investoren grundsätzlich Zugang zum vietnamesischen Markt haben, sofern die betreffende Tätigkeit nicht auf einer Liste beschränkter oder bedingt zugänglicher Geschäftsbereiche aufgeführt ist.

Aufstufung Vietnams durch FTSE Russell zum Emerging Market

Die Hochstufung Vietnams vom Status eines „Frontier Market“ zum „Secondary Emerging Market“ tritt mit Handelsbeginn am 21. September 2026 in Kraft. FTSE Russell bestätigte diese Aufwertung nach der Feststellung, dass Vietnam die relevanten Anforderungen für die Einstufung als Secondary Emerging Market erfüllt, einschließlich wichtiger Verbesserungen im Bereich des Non-Prefunding-Systems und des Zugangs für ausländische institutionelle Investoren.

Diese Hochstufung beseitigt zwar nicht die gesetzlichen Beschränkungen der Auslandsbeteiligung in regulierten Branchen, erhöht jedoch die Sichtbarkeit Vietnams und dessen Zugänglichkeit für internationales institutionelles Kapital erheblich.

Verbesserter Zugang zum Wertpapiermarkt

Das Dekret Nr. 245/2025/ND-CP hat die bisherige Möglichkeit börsennotierter Gesellschaften abgeschafft, durch ihre Satzung oder einen Beschluss der Hauptversammlung eine niedrigere Obergrenze für ausländische Beteiligungen festzulegen als jene, die nach vietnamesischem Recht und internationalen Verpflichtungen zulässig ist. Für bestehende Gesellschaften gelten jedoch Übergangsregelungen.

Chancen im Bankensektor

Das Dekret Nr. 69/2025/ND-CP schafft größere Flexibilität hinsichtlich ausländischer Beteiligungen an bestimmten vietnamesischen Kreditinstituten, die im Rahmen verpflichtender Übertragungen notleidender Banken tätig sind. Gleichwohl bleibt die Regelung ausländischer Beteiligungen im vietnamesischen Bankensektor insgesamt stark reguliert und bedarf einer transaktionsspezifischen Analyse.

Reformen im Bereich Grundstücke, Infrastruktur und Energie

Die überarbeiteten Gesetze über Grundstücke, Wohnraum und Immobilien, die umfangreichen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, die Erweiterung von Industrieparks, die Energiewende sowie die Umsetzung der nationalen Stromentwicklungsplanung schaffen weiterhin attraktive Erwerbsmöglichkeiten in den Bereichen Industrieimmobilien, Logistik, Produktion und Energie.

4. Welche Sektoren ziehen das größte M&A-Interesse auf sich?

Nach unserer Einschätzung gehören folgende Branchen zu den wichtigsten Zielsektoren für ausländische Akquisitionen:

  1. Fertigungsindustrie und High-Tech-Produktion;
  2. Industrieimmobilien und Logistik;
  3. Konsumgüter und Einzelhandel;
  4. Gesundheitswesen und Pharmaindustrie;
  5. Technologie, Software, digitale Dienstleistungen und datenbezogene Geschäftsmodelle;
  6. Erneuerbare und konventionelle Energieinfrastruktur;
  7. Finanzdienstleistungen;
  8. Lebensmittelwirtschaft und Agrarsektor;
  9. Bildung und Weiterbildung;
  10. Lieferketten- und Zulieferindustrien; sowie
  11. Unternehmen, die von Vietnams umfangreichem Freihandelsabkommensnetz profitieren können.

Besonders attraktiv sind zunehmend Unternehmen, die eine Kombination aus behördlichen Genehmigungen, Grundstücken, einer etablierten Geschäftstätigkeit, einer skalierbaren Belegschaft sowie einer bestehenden nationalen oder internationalen Kundenbasis bieten.

5. Welche Faktoren werden die vietnamesische M&A-Landschaft in den nächsten zwei Jahren am stärksten beeinflussen?

Drei Faktoren sind dabei besonders hervorzuheben.

Erstens: Regulatorische Liberalisierung und Rechtsumsetzung. Das Investitionsgesetz 2025, die Reformen des Kapitalmarkts sowie weitere Gesetzesänderungen, die ab 2027 in Kraft treten werden, werden die Struktur von Transaktionen und den Marktzugang für ausländische Investoren maßgeblich beeinflussen.

Zweitens: Die zunehmende Integration Vietnams in globale Lieferketten. Hersteller diversifizieren ihre Produktionsstandorte weiterhin und ziehen zunehmend den Erwerb bestehender vietnamesischer Unternehmen einer vollständigen Neugründung vor.

Drittens: Der Ausbau von Infrastruktur und Energieversorgung. Flughäfen, Seehäfen, Schnellstraßen, Logistikinfrastruktur, Industrieparks, Stromerzeugungskapazitäten sowie Investitionen in das Stromnetz verändern die wirtschaftliche Attraktivität ganzer Regionen und Industriecluster.

Wir erwarten insbesondere ein starkes strategisches Interesse an den Sektoren Produktion, Technologie, Energie, Infrastruktur, Logistik sowie ausgewählten Immobilienprojekten.

6. Wie kann ein ausländischer Investor ein vietnamesisches Unternehmen erwerben?

Die wichtigsten Transaktionsstrukturen sind:

  1. Erwerb bestehender Aktien einer Aktiengesellschaft (Joint-Stock Company);
  2. Erwerb eines bestehenden Kapitalanteils an einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Limited Liability Company);
  3. Zeichnung neu ausgegebener Aktien oder zusätzlicher Stammkapitaleinlagen;
  4. Kombination aus Primärinvestition und Sekundärerwerb;
  5. Verschmelzung oder gesellschaftsrechtliche Restrukturierung;
  6. Erwerb eines Unternehmens oder ausgewählter Vermögenswerte (Asset Deal); oder
  7. Gründung eines Joint Ventures mit bestehenden Gesellschaftern.

Die optimale Struktur hängt von steuerlichen Aspekten, Lizenzanforderungen, Beschränkungen der Auslandsbeteiligung, Landnutzungsrechten, bestehenden Verbindlichkeiten sowie den wirtschaftlichen Zielen des Investors ab.

Ein Anteilserwerb verschafft dem Investor Zugriff auf die bestehende Gesellschaft einschließlich ihrer Lizenzen, Verträge, Mitarbeiter, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Ein Asset Deal kann eine größere Flexibilität bei der Auswahl der zu übernehmenden Vermögenswerte bieten und unter Umständen bestimmte historische Haftungsrisiken vermeiden. Die Übertragung von Lizenzen, Mitarbeitern, Verträgen und insbesondere von Landnutzungsrechten kann jedoch erheblich komplexer sein.

7. Wann ist eine M&A-Genehmigung für ausländische Investoren erforderlich?

Diese Frage sollte bereits zu Beginn der Transaktion geklärt werden und nicht erst kurz vor dem Vollzug (Closing).

Nach dem Investitionsgesetz 2025 ist in bestimmten Fällen eine vorherige Registrierung erforderlich. Dazu gehören insbesondere Transaktionen, die:

  • die ausländische Beteiligung an Unternehmen erhöhen, die Beschränkungen oder besonderen Marktzugangsbedingungen für ausländische Investoren unterliegen;
  • den Schwellenwert von 50 % ausländischer Beteiligung überschreiten oder weiter erhöhen; oder
  • Zielgesellschaften betreffen, die Landnutzungsrechte in sensiblen Gebieten besitzen.

Darüber hinaus können unabhängig davon sektorspezifische Genehmigungen erforderlich sein.

Ausländische Investoren sollten daher bereits auf Term-Sheet-Ebene prüfen:

  1. ob die Geschäftstätigkeit des Zielunternehmens für ausländische Investitionen geöffnet ist;
  2. welche maximale ausländische Beteiligungsquote zulässig ist;
  3. ob eine M&A-Registrierung erforderlich ist;
  4. ob branchenspezifische Genehmigungen eingeholt werden müssen;
  5. ob eine wettbewerbsrechtliche Freigabe erforderlich ist; und
  6. ob eine Überprüfung im Hinblick auf Grundstücksrechte oder nationale Sicherheitsinteressen stattfindet.

Diese Fragen können darüber entscheiden, ob die geplante Transaktionsstruktur überhaupt rechtlich umsetzbar ist.

8. Wie sieht die vietnamesische Fusionskontrolle aus?

Die Analyse der Fusionskontrolle ist inzwischen ein wesentlicher Bestandteil größerer Akquisitionen.

Nach dem vietnamesischen Wettbewerbsrecht kann eine Anmeldepflicht für wirtschaftliche Zusammenschlüsse ausgelöst werden, wenn bestimmte Schwellenwerte in Bezug auf Vermögenswerte, Umsätze, Transaktionswerte oder Marktanteile erreicht werden.

Für gewöhnliche Unternehmen gelten derzeit unter anderem folgende Anmeldeschwellen:

  1. Vermögenswerte in Vietnam von mindestens 3 Billionen VND;
  2. Umsätze oder Einkaufsvolumen in Vietnam von mindestens 3 Billionen VND;
  3. ein Transaktionswert von mindestens 1 Billion VND bei in Vietnam durchgeführten Transaktionen; oder
  4. ein gemeinsamer Marktanteil von mindestens 20 % auf dem relevanten Markt.

Für Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen und Wertpapiergesellschaften gelten besondere Schwellenwerte.

Ein häufiger Fehler besteht darin anzunehmen, dass eine wettbewerbsrechtliche Freigabe nur erforderlich sei, wenn Käufer und Zielunternehmen direkte Wettbewerber sind. Die vietnamesischen Anmeldeschwellen gehen jedoch deutlich über diese Annahme hinaus.

Daher sollte die fusionskontrollrechtliche Prüfung frühzeitig erfolgen und im Zeitplan sowie in den Vollzugsbedingungen der Transaktion berücksichtigt werden.

9. Welche Informationen über ein vietnamesisches Zielunternehmen sind öffentlich verfügbar?

Die Antwort hängt wesentlich davon ab, ob es sich um ein börsennotiertes bzw. öffentliches Unternehmen oder um ein Privatunternehmen handelt.

Börsennotierte Gesellschaften unterliegen umfangreichen Offenlegungspflichten hinsichtlich:

  • Jahres- und Finanzabschlüssen;
  • Corporate Governance;
  • Hauptversammlungen;
  • Wertpapiertransaktionen;
  • Beschränkungen für Auslandsbeteiligungen; sowie
  • wesentlichen Unternehmensereignissen.

Private Unternehmen veröffentlichen dagegen deutlich weniger Informationen.

Bei der Übernahme eines privaten vietnamesischen Unternehmens hängt eine aussagekräftige Due Diligence in der Regel davon ab, dass der Verkäufer einen zuverlässigen Datenraum einrichtet und Unternehmens-, Finanz-, Genehmigungs-, Steuer-, Arbeits-, Vertrags-, Grundstücks-, Prozess- und Compliance-Unterlagen bereitstellt.

Ausländische Investoren sollten daher nicht davon ausgehen, dass öffentlich verfügbare Informationen ein vollständiges Bild des Zielunternehmens vermitteln.

10. Wie wichtig ist die Due Diligence in Vietnam?

Sie ist von außerordentlicher Bedeutung.

Der Erwerb vietnamesischer Unternehmen ist häufig mit Risiken verbunden, die nicht allein durch die Prüfung standardmäßiger Gesellschaftsunterlagen erfasst werden können.

Eine umfassende rechtliche Due Diligence untersucht typischerweise:

  1. Gründung und Unternehmenshistorie;
  2. Eigentumsverhältnisse und wirtschaftlich Berechtigte (Beneficial Owners);
  3. den Status als auslandsinvestiertes Unternehmen;
  4. Investitionsregistrierungszertifikate (IRC) und Unternehmensregistrierungszertifikate (ERC);
  5. Geschäftszwecke und Unterlizenzen;
  6. Landnutzungsrechte und Gebäude;
  7. Baugenehmigungen;
  8. Umwelt-Compliance;
  9. wesentliche Verträge;
  10. Finanzverbindlichkeiten und Sicherheiten;
  11. Geschäfte mit nahestehenden Personen;
  12. Arbeitsverhältnisse;
  13. steuerliche Angelegenheiten;
  14. geistiges Eigentum;
  15. Gerichts- und Verwaltungsverfahren;
  16. Datenschutz und Cybersicherheit;
  17. Wettbewerbsrecht;
  18. Korruptions- und Bestechungsprävention;
  19. Sanktions- und Compliance-Themen;
  20. Versicherungen; sowie
  21. frühere Verstöße gegen regulatorische Vorschriften.

Bei stark regulierten Unternehmen oder vermögensintensiven Zielgesellschaften sollten umweltrechtliche, technische, finanzielle und steuerliche Prüfungen parallel durchgeführt werden.

Die entscheidende Frage lautet nicht nur:

„Besitzt das Zielunternehmen diesen Vermögenswert?“

sondern auch:

„Wurde dieser Vermögenswert rechtmäßig erworben, entwickelt, genehmigt und genutzt, und kann der ausländische Investor ihn nach dem Closing weiterhin rechtmäßig besitzen und betreiben?“

11. Warum sind Betriebsgenehmigungen und Lizenzen besonders wichtig?

Ausländische Investoren erwerben vietnamesische Unternehmen häufig gerade deshalb, weil diese bereits über wertvolle Betriebsgenehmigungen verfügen.

Es darf jedoch niemals automatisch davon ausgegangen werden, dass diese Genehmigungen allein aufgrund der Übertragung der Anteile an der Lizenzinhaberin fortbestehen oder uneingeschränkt nutzbar bleiben.

Der Investor sollte prüfen:

  1. ob ausländische Beteiligungen überhaupt zulässig sind;
  2. ob ein Kontrollwechsel angezeigt oder genehmigt werden muss;
  3. ob die Genehmigungen nach dem Closing geändert oder aktualisiert werden müssen;
  4. ob die Genehmigungen weiterhin wirksam sind;
  5. ob das Unternehmen sämtliche Lizenzauflagen eingehalten hat; und
  6. ob frühere Verstöße zu einer Aussetzung oder einem Widerruf der Genehmigungen führen könnten.

Mängel im Lizenzierungsbereich sollten durch aufschiebende Bedingungen (Conditions Precedent), vertragliche Zusicherungen und Verpflichtungen (Covenants), Freistellungen (Indemnities) oder geeignete Maßnahmen vor dem Vollzug der Transaktion behoben werden.

12. Wie sollten Investoren mit Grundstücks- und Landnutzungsrechten umgehen?

Grundstücke und Landnutzungsrechte zählen zu den wichtigsten und potenziell wertvollsten Bestandteilen einer M&A-Transaktion in Vietnam.

Das vietnamesische Recht erkennt kein Privateigentum an Grund und Boden an. Stattdessen können natürliche oder juristische Personen Landnutzungsrechte auf Grundlage unterschiedlicher rechtlicher Strukturen innehaben.

Ein Investor sollte insbesondere prüfen:

  1. den rechtlichen Ursprung des Grundstücks;
  2. den zulässigen Nutzungszweck;
  3. die Laufzeit des Landnutzungsrechts;
  4. ob die Landpacht jährlich oder als Einmalzahlung entrichtet wurde;
  5. ob die Landnutzungsrechte übertragbar sind;
  6. ob der Zielgesellschaft alle Entwicklungs- und Investitionsverpflichtungen erfüllt hat;
  7. ob das Grundstück belastet oder verpfändet ist;
  8. ob die Bebauung rechtmäßig erfolgt ist;
  9. ob Probleme im Zusammenhang mit Flächennutzungs- oder Bebauungsplänen bestehen;
  10. ob noch finanzielle Verpflichtungen offen sind; sowie
  11. ob sich eine ausländische Beteiligung nach dem Closing auf die Berechtigung der Zielgesellschaft auswirkt, das Grundstück weiterhin zu halten oder zu nutzen.

Eine Transaktion, die auf Basis des Unternehmenswerts attraktiv erscheint, kann wirtschaftlich unattraktiv werden, wenn die zugrunde liegende Grundstücks- oder Landrechtsposition mangelhaft ist.

13. Welche gesellschaftsrechtlichen Genehmigungen sind erforderlich?

Die erforderlichen Genehmigungen hängen insbesondere ab von:

  1. der Rechtsform der Zielgesellschaft (GmbH oder Aktiengesellschaft);
  2. ihrer Satzung;
  3. Gesellschafter- bzw. Aktionärsvereinbarungen;
  4. Umfang und Art der Transaktion;
  5. bestehenden Übertragungsbeschränkungen;
  6. Vorkaufs- oder Bezugsrechten; sowie
  7. der Frage, ob Vorschriften über Geschäfte mit verbundenen Parteien Anwendung finden.

Ausländische Investoren sollten die Satzung und sämtliche Gesellschaftervereinbarungen sorgfältig prüfen, bevor sie davon ausgehen, dass ein Verkäufer seine Beteiligung frei übertragen kann.

14. Welche Schutzmechanismen sollte ein ausländischer Käufer in den Transaktionsdokumenten vorsehen?

Vietnamesische Unternehmenskaufverträge orientieren sich zunehmend an internationalen M&A-Standards.

Ein professioneller Erwerber wird typischerweise folgende Schutzmechanismen berücksichtigen:

  1. aufschiebende Bedingungen (Conditions Precedent);
  2. Garantien und Zusicherungen (Representations and Warranties);
  3. steuerliche Garantien und Steuerfreistellungen;
  4. spezifische Freistellungen für im Rahmen der Due Diligence identifizierte Risiken;
  5. Verpflichtungen zwischen Signing und Closing (Pre-Closing Covenants);
  6. Beschränkungen des gewöhnlichen Geschäftsbetriebs;
  7. Regelungen zu wesentlichen nachteiligen Veränderungen (Material Adverse Change Clauses), soweit angemessen;
  8. Kaufpreisanpassungsmechanismen;
  9. Escrow- oder Holdback-Vereinbarungen;
  10. Warranty-and-Indemnity-Versicherungen, soweit wirtschaftlich sinnvoll;
  11. Verpflichtungen nach dem Closing;
  12. Wettbewerbsverbote und Abwerbeverbote, soweit durchsetzbar;
  13. Streitbeilegungsmechanismen; sowie
  14. Kündigungs- und Rücktrittsrechte.

Die Vertragsdokumentation sollte auf den konkreten Ergebnissen der Due Diligence beruhen und nicht lediglich aus internationalen Musterdokumenten übernommen werden.

15. Werden Conditions Precedent üblicherweise verwendet?

Ja.

Zu den typischen aufschiebenden Bedingungen zählen:

  1. die Genehmigung ausländischer Investitionen;
  2. die fusionskontrollrechtliche Freigabe;
  3. sektorspezifische Genehmigungen;
  4. die Änderung oder Bestätigung bestehender Lizenzen;
  5. gesellschaftsrechtliche Genehmigungen;
  6. die Freigabe von Sicherheiten;
  7. die Rückzahlung bestehender Schulden;
  8. Zustimmungen Dritter aus Vertragsverhältnissen;
  9. die Restrukturierung problematischer Vermögenswerte oder Geschäftsbereiche;
  10. die Umsetzung regulatorischer Korrekturmaßnahmen;
  11. die Bestellung oder Weiterbeschäftigung wichtiger Führungskräfte; sowie
  12. das Ausbleiben bestimmter wesentlicher negativer Ereignisse.

Ein ausländischer Käufer sollte vermeiden, sich vorbehaltlos zum Vollzug zu verpflichten, bevor der regulatorische Genehmigungsweg eindeutig geklärt ist.

16. Wie kann ein Käufer Exklusivität für eine Transaktion sichern?

Exklusivität kann in einem Letter of Intent (LOI), Memorandum of Understanding (MoU), Term Sheet oder in einer gesonderten Exklusivitätsvereinbarung geregelt werden.

Übliche Schutzmechanismen sind:

  1. „No-Shop“-Verpflichtungen;
  2. „No-Talk“-Klauseln;
  3. die Pflicht zur Mitteilung konkurrierender Angebote;
  4. Matching Rights (Anpassungsrechte bei Konkurrenzangeboten);
  5. Break Fees, soweit rechtlich durchsetzbar;
  6. Vertraulichkeitsverpflichtungen;
  7. Beschränkungen hinsichtlich der Weitergabe von Due-Diligence-Informationen an konkurrierende Bieter; sowie
  8. die Erstattung vereinbarter Transaktionskosten.

Dabei sollte sorgfältig zwischen rechtsverbindlichen Regelungen und unverbindlichen kommerziellen Absichtserklärungen unterschieden werden.

17. Wie wird der Kaufpreis üblicherweise strukturiert?

Barzahlung ist nach wie vor die häufigste Gegenleistungsform.

Gängige Kaufpreismechanismen sind:

Locked Box

Der Eigenkapitalwert wird auf Grundlage eines vereinbarten historischen Abschlusses festgelegt und durch sogenannte Leakage-Schutzmechanismen abgesichert.

Completion Accounts

Der endgültige Kaufpreis wird nach dem Closing anhand vereinbarter Kennzahlen zu Liquidität, Verschuldung und Working Capital angepasst.

Earn-Outs

Ein Teil des Kaufpreises hängt von der künftigen Geschäftsentwicklung nach dem Closing ab. Earn-Out-Strukturen können Bewertungsdifferenzen überbrücken, erfordern jedoch eine sorgfältige vertragliche Regelung hinsichtlich Rechnungslegungsgrundsätzen, Geschäftsführung und Kontrollrechten.

Gestundete Kaufpreisbestandteile bzw. Escrow-Lösungen

Ein Teil des Kaufpreises wird zurückbehalten oder später ausgezahlt, um mögliche Garantie- oder Freistellungsansprüche abzusichern.

Welcher Mechanismus geeignet ist, hängt von der Qualität der Rechnungslegung, der Volatilität des Working Capitals und der gewünschten Risikoverteilung zwischen Signing und Closing ab.

18. Welche Devisen- und Zahlungsverkehrsfragen stellen sich?

Die devisenrechtliche Strukturierung sollte bereits vor Unterzeichnung des SPA geklärt werden.

Abhängig von der Investitionsstruktur und dem Status der Zielgesellschaft können Zahlungen über spezielle Investitionskapitalkonten oder andere nach dem vietnamesischen Devisenrecht vorgeschriebene Konten abgewickelt werden müssen.

Die Parteien sollten insbesondere abstimmen:

  1. die Transaktionswährung;
  2. das verwendete Zahlungskonto;
  3. die Identität des Zahlenden und des Zahlungsempfängers;
  4. den Zahlungszeitpunkt;
  5. die Dokumentationsanforderungen der zuständigen Bank; sowie
  6. die Modalitäten der Kapitalrückführung ins Ausland.

Vietnamesische Geschäftsbanken übernehmen hierbei eine zentrale Kontrollfunktion.

Selbst ein hervorragend formulierter Unternehmenskaufvertrag ist wenig wert, wenn die vereinbarte Zahlungsstruktur nicht rechtskonform über das vietnamesische Bankensystem abgewickelt werden kann.

19. Wie werden Anteilsübertragungen besteuert?

Mit den Körperschaftsteuerreformen des Jahres 2025 hat die steuerliche Behandlung von Anteilsverkäufen erheblich an Bedeutung gewonnen.

Für ausländische Unternehmensverkäufer wurde das System grundlegend geändert.

Nach dem Körperschaftsteuergesetz Nr. 67/2025/QH15, Dekret Nr. 320/2025/ND-CP sowie den hierzu erlassenen Durchführungsbestimmungen unterliegen ausländische Unternehmen, die direkte oder indirekte Beteiligungen an vietnamesischen Gesellschaften veräußern, seit dem 15. Dezember 2025 grundsätzlich einer Körperschaftsteuer in Höhe von 2 % des Bruttoverkaufserlöses bei Kapitalübertragungen, vorbehaltlich bestimmter Ausnahmen.

Bei der Veräußerung von Wertpapieren gilt grundsätzlich ein Steuersatz von 0,1 % des Bruttoverkaufserlöses.

Dies ist ein wesentlicher Aspekt der Transaktionsplanung, da die 2-%-Steuer auf den Bruttoerlös und nicht auf den tatsächlichen Veräußerungsgewinn erhoben wird. Dadurch kann eine Steuerbelastung selbst dann entstehen, wenn der Verkäufer keinen oder nur einen geringen wirtschaftlichen Gewinn erzielt.

Für natürliche Personen gelten gesonderte einkommensteuerliche Vorschriften, abhängig von der Art der Beteiligung und dem steuerlichen Status des Verkäufers.

Die steuerliche Analyse sollte darüber hinaus Folgendes umfassen:

  1. indirekte Anteilsübertragungen;
  2. Doppelbesteuerungsabkommen;
  3. Quellensteuer- und Erklärungspflichten;
  4. historische Steuerverbindlichkeiten;
  5. Verrechnungspreise;
  6. Earn-Out-Modelle und gestundete Kaufpreisbestandteile; sowie
  7. steueroptimierte Umstrukturierungen.

20. Welches anwendbare Recht sollte gewählt werden?

Die Parteien verfügen insbesondere bei grenzüberschreitenden Transaktionen über einen erheblichen Gestaltungsspielraum bei der Wahl des anwendbaren Rechts.

Zwingendes vietnamesisches Recht bleibt jedoch insbesondere maßgeblich für:

  1. die Eigentumsverhältnisse an Anteilen oder Kapitalbeteiligungen vietnamesischer Gesellschaften;
  2. gesellschaftsrechtliche Registrierungen;
  3. Genehmigungen für ausländische Investitionen;
  4. Land- und Grundstücksrechte;
  5. Lizenzierungsfragen;
  6. Arbeitsrecht;
  7. Steuerrecht;
  8. Wettbewerbsrecht; sowie
  9. sonstige zwingend vietnamesisch geregelte Sachverhalte.

Bei vielen Unternehmenskäufen wird das SPA daher vietnamesischem Recht unterstellt. Bei größeren grenzüberschreitenden Transaktionen wählen die Parteien häufig ausländisches Recht für bestimmte vertragliche Aspekte, während die Umsetzung in Vietnam weiterhin den zwingenden vietnamesischen Vorschriften entsprechen muss.

21. Welcher Streitbeilegungsmechanismus ist in der Regel geeignet?

Ausländische Investoren ziehen häufig folgende Streitbeilegungsforen in Betracht:

  1. vietnamesische Gerichte;
  2. das Vietnam International Arbitration Centre (VIAC);
  3. das Singapore International Arbitration Centre (SIAC);
  4. Schiedsverfahren der International Chamber of Commerce (ICC); oder
  5. andere vereinbarte internationale Schiedsgerichte.

Die Wahl sollte sich nach Art und Wert der Transaktion, dem Standort der Vermögenswerte, der Identität der Verkäufer, der Vollstreckungsstrategie sowie der Frage richten, ob einstweilige Maßnahmen erforderlich sein könnten.

Bei größeren grenzüberschreitenden Unternehmenskäufen wird häufig die internationale Schiedsgerichtsbarkeit bevorzugt.

22. Wie werden Übernahmen börsennotierter Gesellschaften reguliert?

Eine vietnamesische Publikumsgesellschaft (Public Company) umfasst grundsätzlich:

  • eine Aktiengesellschaft mit einem eingezahlten Stammkapital von mindestens 30 Milliarden VND, deren stimmberechtigte Aktien zu mindestens 10 % von mindestens 100 nicht beherrschenden Aktionären gehalten werden; oder
  • eine Gesellschaft, die erfolgreich einen registrierten Börsengang (IPO) durchgeführt hat.

Übernahmen solcher Gesellschaften können insbesondere folgende Pflichten auslösen:

  1. Pflichtangebote (Public Tender Offers);
  2. Offenlegungspflichten;
  3. Mitteilungspflichten für Großaktionäre;
  4. Anforderungen hinsichtlich der Wertpapierverwahrung;
  5. Börsen- und Handelsplatzvorschriften; sowie
  6. Beschränkungen für Auslandsbeteiligungen.

Ein Aktionär mit mindestens 5 % der stimmberechtigten Aktien gilt im Allgemeinen als Großaktionär im Sinne des Wertpapiergesetzes.

23. Wann ist ein Pflichtangebot erforderlich?

Das Wertpapiergesetz schreibt Pflichtangebote vor, wenn bestimmte Beteiligungsschwellen überschritten werden.

Hierzu zählen insbesondere Fälle, in denen ein Erwerber zusammen mit verbundenen Personen seinen Anteil von unter 25 % auf 25 % oder mehr der stimmberechtigten Aktien einer Publikumsgesellschaft erhöht, sowie weitere Erwerbe, die gesetzlich definierte Beteiligungsschwellen überschreiten.

Investoren sollten die aktuellen Regelungen des Wertpapiergesetzes sowie des Dekrets Nr. 155/2020/ND-CP in der durch Dekret Nr. 245/2025/ND-CP geänderten Fassung sorgfältig prüfen, bevor sie eine Beteiligung an einer Publikumsgesellschaft aufbauen.

Eine schrittweise Aufstockung der Beteiligung in der Annahme, regulatorische Pflichten entstünden erst bei Erlangung der Mehrheitskontrolle, ist nicht empfehlenswert.

24. Sind feindliche Übernahmen verbreitet?

Nein.

Vietnam verfügt über kein ausgereiftes gesetzliches Regelwerk für feindliche Übernahmen, wie es in einigen entwickelten Kapitalmärkten üblich ist.

Praktische Hindernisse sind insbesondere:

  1. konzentrierte Beteiligungsstrukturen;
  2. ein begrenzter Streubesitz vieler Gesellschaften;
  3. Beschränkungen für Auslandsbeteiligungen;
  4. eingeschränkter Zugang zu nicht öffentlichen Informationen;
  5. Beziehungen zwischen Großaktionären;
  6. Lizenz- und Genehmigungsfragen; sowie
  7. die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Management und Anteilseignern.

Daher überwiegen weiterhin einvernehmliche und verhandelte Transaktionen.

25. Welche Rechte haben Minderheitsinvestoren?

Minderheitsgesellschafter verfügen über gesetzliche Rechte und können darüber hinaus umfangreiche vertragliche Schutzrechte vereinbaren.

Nach dem Unternehmensgesetz können qualifizierte Aktionäre oder Aktionärsgruppen insbesondere berechtigt sein:

  • bestimmte Unternehmensunterlagen einzusehen,
  • die Einberufung von Gesellschafter- oder Hauptversammlungen zu verlangen und
  • Untersuchungen hinsichtlich der Unternehmensführung anzuregen.

Für ausländische Investoren mit einer bedeutenden Minderheitsbeteiligung sind vertragliche Schutzrechte oftmals ebenso wichtig wie gesetzliche Ansprüche.

Dazu gehören insbesondere:

  1. Entsendungsrechte für Verwaltungsrats- oder Vorstandsmitglieder;
  2. Vetorechte bzw. Reserved Matters;
  3. Informationsrechte;
  4. Zustimmungserfordernisse für Geschäftspläne;
  5. Kontrolle von Geschäften mit verbundenen Parteien;
  6. Vorkaufs- und Bezugsrechte;
  7. Verwässerungsschutz;
  8. Tag-Along-Rechte;
  9. Drag-Along-Regelungen;
  10. Exit-Rechte;
  11. Deadlock-Mechanismen; sowie
  12. Regelungen für IPOs oder Unternehmensverkäufe.

Eine Beteiligung von 30 % mit sorgfältig ausgehandelten Governance-Rechten kann erheblich stärkeren Schutz bieten als eine größere wirtschaftliche Beteiligung ohne wirksame Gesellschaftervereinbarung.

26. Kann ein Käufer die verbleibenden Minderheitsaktionäre ausschließen (Squeeze-out)?

Das vietnamesische Recht kennt keinen allgemeinen Squeeze-out-Mechanismus, der es einem Erwerber erlauben würde, allein aufgrund des Erreichens einer bestimmten Beteiligungsquote sämtliche verbleibenden Aktionäre zum Verkauf zu zwingen.

In bestimmten Pflichtangebotssituationen kann ein Investor, der eine relevante gesetzliche Schwelle erreicht, jedoch verpflichtet sein, den verbleibenden Aktionären ein Erwerbsangebot zu unterbreiten.

Ein ausländischer Käufer, der 100 % der Gesellschaft erwerben möchte, sollte daher die Exit-Mechanismen für Minderheitsgesellschafter bereits vor Abschluss der Transaktion detailliert analysieren.

27. Was sind die wichtigsten praktischen Erkenntnisse für ausländische Investoren?

Die erfolgreichsten Unternehmenskäufe in Vietnam folgen in der Regel fünf Grundprinzipien:

1. Die Struktur vor dem Preis festlegen

Marktzugang, Beteiligungsgrenzen, Fusionskontrolle, Lizenzierung, Steuern, Grundstücksrechte und Zahlungsmechanismen sollten geklärt sein, bevor über den Preis verhandelt wird.

2. Die Due Diligence niemals unterschätzen

Historische regulatorische Mängel verschwinden nicht dadurch, dass die Gesellschaft den Eigentümer wechselt.

3. Lizenzen und Grundstücke als transaktionskritische Vermögenswerte behandeln

Diese sollten unabhängig verifiziert werden und nicht lediglich in einem Datenraum aufgelistet sein.

4. Das SPA an die vietnamesische Regulierungsrealität anpassen

Conditions Precedent, Garantien, Freistellungen, Escrow-Strukturen und Kaufpreisregelungen sollten gezielt auf die identifizierten vietnamesischen Risiken zugeschnitten werden.

5. Die Post-Closing-Integration bereits vor Unterzeichnung planen

Gesellschaftsrechtliche Registrierungen, Lizenzänderungen, Bankvollmachten, Managementwechsel, Personalintegration, Steuer- und Rechnungslegungsfragen, Datenschutz und Compliance sollten bereits Teil des Closing- und Integrationsplans sein.

Ausblick: Warum Vietnam weiterhin zu den attraktivsten Akquisitionsmärkten Asiens gehört

Vietnam bietet ausländischen Investoren eine Kombination von Vorteilen, die in dieser Form nur schwer anderswo zu finden ist: einen großen und zunehmend anspruchsvollen Binnenmarkt, die Einbindung in globale Lieferketten der Industrie, ein umfangreiches Netz von Freihandelsabkommen, eine wachsende Mittelschicht, wettbewerbsfähige industrielle Kapazitäten sowie massive Infrastrukturinvestitionen.

Die Investitionszahlen unterstreichen diese Attraktivität. Allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 überstiegen ausländische Kapitaleinlagen und Anteilserwerbe 6,7 Milliarden USD, während das gesamte registrierte ausländische Investitionsvolumen mehr als 40,6 Milliarden USD erreichte.

Gleichzeitig entwickelt sich Vietnam zu einem zunehmend anspruchsvollen M&A-Markt. Investoren müssen sich in einem komplexen regulatorischen Umfeld aus Auslandsbeteiligungsrecht, Wettbewerbsrecht, Steuerrecht, Grundstücksrecht, Lizenzierungsrecht, Kapitalmarktrecht und Devisenrecht bewegen.

Diese Komplexität sollte jedoch nicht abschrecken. Sie verändert lediglich die Anforderungen an erfolgreiche Investitionen.

Für einen gut vorbereiteten ausländischen Investor kann die Übernahme des richtigen vietnamesischen Unternehmens einen sofortigen Marktzugang, bestehende Infrastruktur, wertvolle Lizenzen, qualifiziertes Personal, einen etablierten Kundenstamm und eine Plattform für regionales Wachstum schaffen, deren organischer Aufbau andernfalls Jahre dauern würde.

Der Schlüssel liegt nicht allein darin, ein attraktives vietnamesisches Zielunternehmen zu identifizieren.

Der Schlüssel ist, das richtige Unternehmen, über die richtige Struktur, nach einer sorgfältigen Due Diligence zu erwerben und sicherzustellen, dass das, was der Investor zu erwerben glaubt, auch nach dem Closing rechtlich und wirtschaftlich dauerhaft gesichert ist.

Für weitere Informationen zu Investitionen, Unternehmenskäufen, Joint Ventures, Legal Due Diligence oder M&A-Transaktionen in Vietnam wenden Sie sich bitte an Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com.

VIETNAM LEGAL ALERT – VIETNAM’S NEW DECREE 283/2026/NĐ-CP: WHAT JOINT VENTURES AND FOREIGN-INVESTED COMPANIES NEED TO KNOW

New administrative sanctions require careful review of overseas recruitment, secondment, training and workforce arrangements

Vietnam has introduced an updated administrative sanctions regime governing labour, social insurance and Vietnamese employees working overseas under contract.

Decree No. 283/2026/NĐ-CP (“Decree 283”), issued by the Government on 15 July 2026 and effective from 10 September 2026, replaces Decree No. 12/2022/NĐ-CP and establishes the current administrative sanctions framework in these areas.

For foreign investors, joint ventures (“JVs”), multinational groups and Vietnamese companies involved in overseas recruitment, international staffing, employee secondments, overseas projects or vocational training abroad, the Decree deserves immediate attention.

In particular, Article 53 creates potentially significant exposure where organisations or individuals participate in certain activities connected with Vietnamese workers going abroad without having the legally required function to do so.

The essential compliance question is:

Does the Vietnamese company – or any JV partner, shareholder, affiliate, agent, consultant or intermediary – perform activities connected with sending Vietnamese workers overseas without having the legally required function or authority to perform those activities?

Where the answer may be yes, the structure should be reviewed carefully.

1. WHAT DOES DECREE 283 COVERS?

Decree 283 establishes administrative sanctions across three principal areas:

  • labour and employment;
  • social insurance; and
  • Vietnamese workers working overseas under contract.

The Decree is significant not merely for traditional overseas employment service enterprises. Depending on the circumstances, its overseas-worker provisions may also be relevant to businesses sending employees abroad, companies undertaking projects overseas, enterprises arranging overseas vocational training, and other organisations and individuals participating in activities connected with Vietnamese workers working abroad.

The Decree should therefore be considered not only from a conventional employment-law perspective, but also as part of the regulatory compliance analysis for cross-border corporate and JV structures.

2. ARTICLE 53: THE KEY COMPLIANCE ISSUE

Article 53 addresses violations involving Vietnamese workers working overseas and other related organisations and individuals.

Of particular importance to companies is Article 53.3.

It provides for administrative sanctions against organisations or individuals engaging in specified activities without having the required function to do so.

These include:

  • providing information concerning workers going abroad;
  • advertising in relation to workers going abroad;
  • providing counselling to workers going abroad;
  • organising recruitment of Vietnamese workers for overseas employment; and
  • collecting money from Vietnamese workers for the purpose of working overseas.

Article 53 also deals with other, more serious conduct relating to Vietnamese workers abroad, including certain unlawful inducement, deception and licensing-related conduct.

The important compliance point is that companies should look beyond the description given to a commercial arrangement.

The substance of the activities actually being performed – and the legal authority of the entity performing them – is critical.

Calling an arrangement a “secondment,” “training programme,” “JV personnel arrangement,” “intra-group assignment” or “technical support arrangement” does not by itself determine its treatment under Vietnamese law.

3. WHY ARTICLE 53 CAN MATTER TO A JOINT VENTURE

The issue becomes particularly important where a Vietnamese JV, one of its shareholders or another group company participates in an arrangement under which Vietnamese personnel are ultimately sent overseas.

A potential compliance issue should therefore be investigated where the JV, shareholder, affiliate, consultant or intermediary:

  • identifies Vietnamese personnel for overseas positions;
  • advertises overseas employment opportunities;
  • advises or counsels candidates regarding overseas work;
  • interviews, screens, selects or recruits Vietnamese workers for foreign employment;
  • collects deposits, service charges, recruitment fees or other amounts from workers;
  • arranges for Vietnamese employees to work for a foreign shareholder or affiliate;
  • participates in an overseas placement arrangement even though another company formally contracts with the worker;
  • facilitates overseas employment through agents or other intermediaries;
  • sends Vietnamese personnel overseas under arrangements characterised as training or secondment; or
  • performs activities in practice that extend beyond the company’s registered or legally permitted functions.

This is particularly relevant to JV structures because different parts of the recruitment and deployment process may be divided among several entities.

For example, the Vietnamese JV might identify candidates, a foreign shareholder might make the final employment decision, an affiliate might provide training, and another intermediary might organise the overseas placement.

The legal analysis should therefore examine the entire chain of activities, rather than considering each contractual relationship in isolation.

4. FINANCIAL EXPOSURE CAN BE SIGNIFICANT

Article 53.3 provides for fines of:

VND 80 million to VND 100 million

for the relevant violations.

However, this figure should not be considered in isolation.

Under Article 7 of Decree 283, the fine levels prescribed for violations under Chapters II, III and IV generally apply to individuals, subject to specified exceptions. For organisations, the applicable fine is generally twice the fine imposed on an individual.

Article 53.3 is not among the exceptions identified in Article 7.1.

Accordingly, where the offending party is an organisation, the potential administrative fine under Article 53.3 may reach:

VND 160 MILLION TO VND 200 MILLION

depending upon the particular violation and application of the Decree.

Article 53.4 separately establishes fines of VND 180 million to VND 200 million for specified violations by branches of licensed enterprises providing services for sending Vietnamese workers overseas. Article 7 expressly identifies Article 53.4 as one of the provisions where the stated penalty is already the penalty applicable to an organisation.

The distinction is important when assessing potential corporate exposure.

5. THE RISK DOES NOT STOP AT ARTICLE 53

Companies should not review Article 53 in isolation.

Chapter IV of Decree 283 contains a broader sanctions framework relating to Vietnamese workers working abroad.

Depending upon the factual and contractual structure, separate provisions may apply to:

  • licensed enterprises providing services for sending Vietnamese workers overseas;
  • Vietnamese enterprises undertaking contracts or projects overseas;
  • Vietnamese organisations and individuals investing overseas;
  • enterprises sending Vietnamese workers abroad for vocational education, training or skills development;
  • Vietnamese workers entering directly into employment contracts with overseas employers; and
  • other organisations or individuals participating in overseas-worker arrangements.

The first legal question should therefore not simply be:

“Does Article 53 apply?”

The better question is:

“How should the particular overseas workforce arrangement be legally classified under Vietnamese law, and which regulatory regime applies to each participant?”

That classification can materially affect the licensing requirements, contractual obligations, reporting requirements and administrative exposure of the parties.

6. PARTICULAR ISSUES FOR FOREIGN-INVESTED COMPANIES AND JVs

Foreign-invested companies and JVs should distinguish between simply employing personnel in Vietnam and participating in a regulated process through which Vietnamese personnel work overseas.

Several situations merit particular attention.

Foreign shareholders and overseas affiliates

Vietnamese personnel may be selected in Vietnam and subsequently assigned to a foreign shareholder, parent company or overseas affiliate.

The respective roles of the Vietnamese company and foreign entity should be clearly identified.

Intra-group secondments

Multinational groups frequently transfer personnel temporarily between affiliated companies.

The fact that the companies belong to the same corporate group does not eliminate the need to determine the proper legal basis for the employee’s overseas assignment.

Recruitment support

A Vietnamese JV may not regard itself as an overseas employment business but may nevertheless identify, interview, recommend or otherwise facilitate Vietnamese candidates for positions abroad.

Those activities should be tested against the applicable statutory requirements.

Training programmes

Vietnamese employees may travel abroad for vocational training or skills development.

Companies should verify that the arrangement is genuinely and properly structured as training and complies with the separate regulatory framework applicable to Vietnamese employees undertaking training abroad.

Particular care is appropriate where personnel undertake productive work while overseas.

Agents, recruiters and consultants

The JV may itself perform only a limited role while relying upon an employment agency, consultant, recruiter or other intermediary.

The legal authority of those intermediaries should also be verified.

Outsourcing part of the process does not necessarily eliminate compliance risk.

Payments by workers

Companies should identify whether workers make any payments connected with their overseas employment and, if so:

  • who receives the payment;
  • the legal basis for the payment;
  • what service it relates to; and
  • whether the recipient is legally authorised to collect it.

Indirect payment structures should be considered as well as direct collections from workers.

7. DO NOT RELY ONLY ON THE JV AGREEMENT

For existing JVs, reviewing the Joint Venture Agreement alone will normally be insufficient.

The legal documents should be compared against how the business actually operates.

A focused compliance review should therefore examine, as relevant:

  1. the Joint Venture Agreement and shareholders’ agreements;
  2. the Enterprise Registration Certificate;
  3. the Investment Registration Certificate;
  4. registered business activities of the Vietnamese company;
  5. relevant licences, permits and approvals;
  6. employment agreements;
  7. secondment and assignment agreements;
  8. agreements with foreign shareholders, parents and affiliates;
  9. overseas recruitment and placement arrangements;
  10. vocational training arrangements;
  11. contracts with recruitment agencies, consultants and intermediaries;
  12. worker communications and recruitment materials;
  13. payments or fees collected from workers; and
  14. the actual operational process followed when Vietnamese personnel are selected and sent overseas.

This allows the company to determine not only what its corporate documents permit, but whether its actual operating model complies with Vietnamese law.

8. A PRACTICAL SIX-STEP COMPLIANCE REVIEW

Companies with potentially affected arrangements should consider conducting a targeted review now.

Step 1 – Map the arrangement

Identify every party participating in the process and determine precisely:

  • who advertises;
  • who provides information;
  • who counsels candidates;
  • who recruits;
  • who interviews and selects;
  • who contracts with the employee;
  • who pays the employee;
  • who collects money from the employee;
  • who arranges visas and travel;
  • who supervises the employee abroad; and
  • who ultimately benefits from the employee’s services.

Step 2 – Determine the legal classification

Establish whether the arrangement constitutes, for example:

  • overseas employment through a licensed service enterprise;
  • deployment connected with an overseas project or contract;
  • deployment connected with overseas investment;
  • overseas vocational training or skills development;
  • direct overseas employment; or
  • another legally recognised arrangement.

Step 3 – Verify legal authority

Determine whether each participating entity is legally entitled to perform the role it actually performs.

The analysis should consider not only licences but also the entity’s corporate registration, investment approvals, permitted business activities and any sector-specific requirements.

Step 4 – Review the contracts

The contractual framework should accurately reflect the actual arrangement.

Particular attention should be given to:

  • JV agreements;
  • employment contracts;
  • secondment agreements;
  • overseas assignment agreements;
  • training agreements;
  • intercompany agreements;
  • recruitment agreements; and
  • arrangements with intermediaries.

Step 5 – Follow the money

Identify every payment connected with the overseas placement or assignment.

This is particularly important because Article 53 expressly addresses the collection of money from Vietnamese workers for working overseas by persons or organisations without the required function.

Step 6 – Remediate any compliance gap

If the review identifies a gap, possible responses may include:

  • reallocating responsibilities between JV partners;
  • modifying the operating model;
  • amending contracts;
  • changing recruitment procedures;
  • engaging an appropriately licensed service provider;
  • obtaining or updating necessary corporate or regulatory approvals;
  • modifying worker-payment arrangements; or
  • restructuring the overseas assignment mechanism.

The appropriate solution will depend on the circumstances.

9. DOES DECREE 283 MEAN EXISTING JVs MUST BE RESTRUCTURED?

Not necessarily.

The existence of a JV involving Vietnamese employees or an overseas component does not itself establish a violation.

Nor should every overseas secondment, training programme or group-company assignment automatically be characterised as an overseas employment service.

The correct legal analysis depends upon the actual facts, contractual structure, activities undertaken by each participant and applicable legal authority.

This distinction is important.

Decree 283 is an administrative sanctions decree. It should be analysed together with the underlying substantive legislation governing Vietnamese workers working overseas and the particular legal framework applicable to the arrangement.

The objective of a compliance review should therefore be to determine whether there is a genuine regulatory exposure – not to assume that every existing arrangement requires restructuring.

10. WHY COMPANIES SHOULD REVIEW THEIR STRUCTURES NOW

Decree 283 has been effective since 10 September 2026.

It replaces the previous administrative sanctions framework under Decree No. 12/2022/NĐ-CP and aligns the sanctions regime with Vietnam’s more recent legislative framework in areas including employment and social insurance.

For businesses, the practical consequence is clear.

Where Vietnamese personnel are recruited, selected, trained, seconded or otherwise sent overseas, companies should be able to explain:

who is performing each activity, under what legal authority, pursuant to which contractual structure, and whether that structure remains compliant with current Vietnamese law.

A relatively short legal review may establish that the existing arrangement remains appropriate.

Where a compliance issue does exist, however, identifying it early allows the company to address it proactively rather than doing so during an inspection, administrative proceeding or dispute.

KEY TAKEAWAYS

First, Decree 283/2026/NĐ-CP has been effective since 10 September 2026 and now provides Vietnam’s administrative sanctions framework for labour, social insurance and Vietnamese workers working overseas under contract.

Second, Article 53.3 is particularly important because it sanctions organisations and individuals that, without the required function, undertake activities including information provision, advertising, counselling, recruitment or collection of money relating to Vietnamese workers going abroad.

Third, although Article 53.3 specifies fines of VND 80–100 million, Article 7’s organisational-fine mechanism means potential exposure for an organisation may reach VND 160–200 million.

Fourth, foreign-invested companies and JVs should not assume that describing an arrangement as a secondment, training programme or intra-group assignment determines its legal classification.

Fifth, Article 53 should not be analysed alone. The broader Chapter IV framework and the substantive legislation governing Vietnamese workers working abroad must also be considered.

Finally, the most effective response is a focused review of the actual operating model, including the JV structure, corporate authorisations, recruitment process, contractual arrangements, intermediaries and payment flows.

THE BOTTOM LINE

For international companies and JVs, the central question under Decree 283 is not simply what the arrangement is called.

It is:

WHAT DOES EACH PARTY ACTUALLY DO – AND IS IT LEGALLY AUTHORIZED TO DO IT?

That is the question companies should now be able to answer.

***

DUANE MORRIS VIETNAM LLC

Duane Morris Vietnam advises multinational companies, foreign investors and joint ventures on Vietnamese labour and employment law, foreign investment, corporate structuring, licensing, regulatory compliance and cross-border workforce arrangements.

Our Vietnam team can conduct an initial high-level assessment of an existing JV, secondment, recruitment, training or overseas personnel arrangement against Decree 283/2026/NĐ-CP, including Article 53, and advise whether any compliance, contractual, licensing or restructuring measures are required.

This Legal Alert is intended for general information only and does not constitute legal advice. The application of Decree 283/2026/NĐ-CP and the underlying legislation depends upon the facts and legal structure of each individual arrangement.

***

For further information regarding investments, acquisitions, joint ventures, legal due diligence or M&A transactions in Vietnam, please contact Dr. Oliver Massmann at omassmann@duanemorris.com.

HEUTE IST EIN MEILENSTEIN FÜR VIETNAM

Vom Frontier Market zum Emerging Market: Ein neues Kapitel beginnt

Der 21. September 2026 ist ein historischer Tag für Vietnam.

Heute tritt die von FTSE Russell beschlossene Höherstufung Vietnams vom Frontier Market zum Secondary Emerging Market offiziell in Kraft.

Nach Jahren der Vorbereitung, regulatorischer Reformen und Verbesserungen der vietnamesischen Kapitalmarktinfrastruktur beginnt für das Land ein neues Kapitel seiner Integration in das internationale Finanzsystem.

Dies ist weit mehr als nur eine Änderung der Marktklassifizierung.

Es ist eine internationale Anerkennung dessen, wie weit Vietnam gekommen ist, und zugleich ein wichtiges Signal dafür, wohin sich das Land als Nächstes entwickeln will.

Acht Jahre bis zum Ziel

Vietnam wurde im September 2018 von FTSE Russell auf die Beobachtungsliste für eine mögliche Einstufung als Secondary Emerging Market gesetzt.

Der Weg dorthin war weder automatisch noch einfach.

Über Jahre hinweg wiesen internationale Investoren auf Marktzugangsprobleme hin, die gelöst werden mussten, insbesondere bei den Abwicklungsverfahren sowie bei der Verpflichtung ausländischer institutioneller Investoren, Wertpapierkäufe vorzufinanzieren.

Vietnam reagierte mit umfassenden Reformen.

Besonders bedeutsam waren die Einführung des Non-Prefunding-Modells für ausländische institutionelle Investoren, Verbesserungen bei der Behandlung fehlgeschlagener Transaktionen sowie weitere Maßnahmen zur Erleichterung des Marktzugangs über globale Broker. Dadurch wurde die vietnamesische Marktinfrastruktur deutlich näher an internationale Standards herangeführt.

Im Oktober 2025 kündigte FTSE Russell an, Vietnam vorbehaltlich einer Zwischenprüfung vom Frontier Market zum Secondary Emerging Market hochzustufen.

Anschließend folgte die entscheidende Bestätigung.

Am 7. April 2026 gab FTSE Russell bekannt, dass Vietnam sämtliche Anforderungen für den Status eines Secondary Emerging Market erfüllt habe, und bestätigte, dass die Neuklassifizierung mit Handelsbeginn am Montag, dem 21. September 2026, wirksam werde.

Dieser Tag ist heute.

Warum diese Hochstufung wichtig ist

Mit der Einstufung als Emerging Market wird Vietnam Teil eines grundlegend anderen internationalen Investitionsuniversums.

Nach der Reklassifizierung ist Vietnam für die Aufnahme in die FTSE Russell Global Equity Index Series (GEIS) sowie in bedeutende globale Referenzindizes wie den FTSE Emerging Markets Index, den FTSE All-World Index und den FTSE Global All Cap Index qualifiziert. Diese Indizes werden weltweit von institutionellen Investoren verfolgt und dienen zugleich als Grundlage für indexbasierte Anlageprodukte.

Dies ist deshalb von großer Bedeutung, weil sich internationale Kapitalströme zunehmend an Referenzindizes orientieren.

Wenn ein Markt in bedeutende internationale Indizes aufgenommen wird, rückt er in den Fokus eines erheblich größeren Kreises globaler Vermögensverwalter, Pensionsfonds, börsengehandelter Fonds (ETFs) und institutioneller Investoren.

Die Tragweite dieser Entwicklung geht daher weit über die vietnamesische Börse hinaus.

Sie kann zu einer höheren internationalen Sichtbarkeit vietnamesischer Unternehmen, größerer Marktliquidität, einer breiteren Beteiligung institutioneller Investoren sowie zu einem anhaltenden Druck für mehr Transparenz, bessere Unternehmensführung und größere Markteffizienz beitragen.

Die Hochstufung ist zugleich eine Verpflichtung

Vietnam sollte diesen Tag feiern.

Der Status als Emerging Market sollte jedoch eher als Beginn einer neuen Entwicklungsphase denn als Endziel betrachtet werden.

Die Entscheidung von FTSE Russell spiegelt die erheblichen Fortschritte des Landes bei Marktzugang und Infrastruktur wider. Das Vertrauen internationaler Investoren langfristig zu sichern, wird jedoch erfordern, dass Vietnam seinen Reformkurs konsequent fortsetzt.

Die Prioritäten sind klar: effizienter Marktzugang, transparente und verlässliche Regulierung, leistungsfähige Abwicklungsstrukturen, stärkere Corporate Governance, verlässliche Offenlegungspflichten und ein fortgesetzter Schutz der Anlegerrechte.

Vietnam hat bereits bewiesen, dass es bereit ist, schwierige Reformen umzusetzen, wenn ein klares langfristiges Ziel vor Augen steht.

Dieser Reformschwung sollte fortgesetzt werden.

Ein sorgfältig gesteuerter Übergang

Die Aufnahme Vietnams in die globalen FTSE-Russell-Indizes wird nicht auf einen Schlag erfolgen.

FTSE Russell hat bewusst einen vierstufigen Implementierungsprozess gewählt, um einen geordneten Übergang zu gewährleisten und dem Markt ausreichend Zeit zu geben, die damit verbundenen internationalen Kapitalzuflüsse aufzunehmen.

Die anwendbare Investierbarkeitsgewichtung Vietnams wird schrittweise wie folgt eingeführt:

  • September 2026: 10 %
  • März 2027: zusätzliche 20 %
  • Juni 2027: zusätzliche 35 %
  • September 2027: abschließende 35 %

Der Prozess beginnt somit heute und soll vorbehaltlich der Bewertung der Indexnachbildung durch FTSE Russell nach jeder einzelnen Tranche im September 2027 eine Investierbarkeitsgewichtung von 100 % erreichen.

Dieser schrittweise Ansatz ist von großer Bedeutung.

Er verdeutlicht, dass die heutige Hochstufung kein einmaliges Ereignis ist, sondern den Beginn eines mehr als einjährigen Prozesses markiert, in dessen Verlauf Vietnam immer tiefer in die Landschaft des internationalen institutionellen Investierens integriert wird.

Die größere Geschichte: Vietnams Transformation

Für diejenigen von uns, die Vietnams Entwicklung über mehrere Jahrzehnte hinweg verfolgt haben, reicht die Bedeutung dieses heutigen Meilensteins weit über die Kapitalmärkte hinaus.

Vietnams Wandel ist bemerkenswert.

Das Land hat sich von einer vergleichsweise geschlossenen Volkswirtschaft zu einem der zunehmend bedeutenden Produktions-, Handels- und Investitionsstandorte Asiens entwickelt.

Internationale Handelsabkommen, der Ausbau der industriellen Produktionskapazitäten, die Entwicklung der Infrastruktur sowie die Integration in globale Lieferketten haben Vietnams Stellung in der Weltwirtschaft Schritt für Schritt verändert.

Die Entwicklung des Kapitalmarktes ist ein weiterer wichtiger Bestandteil dieser Transformation.

Internationale Investoren bewerten nicht allein das Wirtschaftswachstum. Sie achten ebenso auf Marktzugänglichkeit, Transparenz, Rechtssicherheit, gute Unternehmensführung sowie auf die Möglichkeit, Kapital effizient zu investieren und wieder abzuziehen.

Die Hochstufung durch FTSE Russell sendet daher eine wichtige Botschaft:

Vietnam wird zunehmend zu einem integralen Bestandteil der globalen Kapitalmarktarchitektur.

Wie geht es nun weiter?

Heute ist ein Tag zum Feiern.

Morgen geht die Arbeit weiter.

Vietnam hat nun die Chance, den Status als Emerging Market als Katalysator für die nächste Reformgeneration zu nutzen.

Die fortgesetzte Modernisierung des Wertpapiermarktes, eine stärkere Beteiligung institutioneller Investoren, höhere Standards der Corporate Governance, die weitere Entwicklung von Finanzprodukten und Marktinfrastruktur sowie eine verlässliche Umsetzung von Investitionsvorschriften können die Glaubwürdigkeit weiter stärken, die Vietnam sich über viele Jahre hinweg erarbeitet hat.

Darüber hinaus bietet sich eine noch größere Chance.

Ein tieferer und anspruchsvollerer inländischer Kapitalmarkt kann vietnamesischen Unternehmen helfen, Kapital für Expansion, Innovation, Infrastrukturprojekte und internationales Wachstum zu beschaffen und gleichzeitig die übermäßige Abhängigkeit von der traditionellen Bankfinanzierung zu verringern.

Davon würden nicht nur ausländische Investoren profitieren, sondern auch Vietnams Unternehmen und die gesamte Volkswirtschaft.

HEUTE IST DER TAG VIETNAMS

Nach acht Jahren auf der Beobachtungsliste von FTSE Russell hat das Warten ein Ende.

Der 21. September 2026 markiert offiziell den Übergang Vietnams vom Frontier Market zum Secondary Emerging Market im Klassifizierungssystem von FTSE Russell.

Dies ist die Anerkennung jahrelanger Reformen.

Es ist die Anerkennung der wachsenden Bedeutung Vietnams für internationale Investoren.

Und vor allem stellt es eine große Chance dar.

Vietnam sollte diesen Moment nicht als Höhepunkt seiner Kapitalmarktentwicklung betrachten, sondern als Ausgangspunkt für die nächste Entwicklungsphase.

Vom Frontier Market zum Emerging Market.

Von einer regionalen Erfolgsgeschichte zu einem zunehmend bedeutenden globalen Investitionsmarkt.

Vom Versprechen zur aktiven Teilhabe.

Heute ist Vietnams Tag.

Für weitere Informationen zu Investitionen, Unternehmenskäufen, Joint Ventures, Legal Due Diligence oder M&A-Transaktionen in Vietnam kontaktieren Sie bitte Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com.

TODAY IS THE DAY FOR VIETNAM

From Frontier to Emerging Market: A New Chapter Begins

21 September 2026 is a landmark day for Vietnam.

Today, Vietnam’s reclassification by FTSE Russell from Frontier Market to Secondary Emerging Market status officially takes effect.

After years of preparation, regulatory reform and improvements to Vietnam’s capital-market infrastructure, the country enters a new chapter in its integration into the international financial system.

This is much more than a change of label.

It is international recognition of how far Vietnam has come – and an important signal of where the country intends to go next.

Eight years in the making

Vietnam was placed on FTSE Russell’s Watch List for possible promotion to Secondary Emerging Market status in September 2018.

The journey was neither automatic nor easy.

For years, international investors identified market-access issues that needed to be addressed, particularly settlement procedures and the requirement for foreign institutional investors to pre-fund securities purchases.

Vietnam responded with substantial reforms.

The introduction of the non-prefunding model for Foreign Institutional Investors, improvements to procedures for failed trades and subsequent work on access through global brokers were particularly important steps in bringing Vietnam’s market infrastructure closer to international practice. (LSEG⁠)

In October 2025, FTSE Russell announced that Vietnam would be promoted from Frontier to Secondary Emerging Market status, subject to an interim assessment.

Then came the decisive confirmation.

On 7 April 2026, FTSE Russell announced that Vietnam had satisfied the requirements for Secondary Emerging Market status and confirmed that the reclassification would become effective from the opening of the market on Monday, 21 September 2026. (LSEG⁠)

That day is today.

Why it matters

Emerging-market classification places Vietnam within a fundamentally different international investment universe.

Following the reclassification, Vietnam becomes eligible for inclusion in FTSE Russell’s Global Equity Index Series (GEIS) and important global benchmarks including the FTSE Emerging Markets Index, FTSE All-World Index and FTSE Global All Cap Index. These benchmarks are followed internationally by institutional investors and are also used as the basis for index-tracking investment products. (LSEG⁠)

That matters because international capital increasingly moves through benchmarks.

When a market enters major international indices, it becomes relevant to a much broader universe of global asset managers, pension funds, exchange-traded funds and institutional investors.

The potential significance therefore extends well beyond Vietnam’s stock exchange.

It can contribute to greater international visibility for Vietnamese companies, deeper liquidity, broader institutional participation and continued pressure for higher standards of transparency, governance and market efficiency.

The upgrade is also a responsibility

Vietnam should celebrate today.

But emerging market status should be regarded as a beginning rather than an endpoint.

FTSE Russell’s decision reflects substantial progress in market accessibility and infrastructure. Maintaining international investor confidence will require Vietnam to continue that reform process.

The priorities are clear: efficient market access, transparent and predictable regulation, effective settlement infrastructure, stronger corporate governance, reliable disclosure and continued protection of investor rights.

Vietnam has already demonstrated that it is prepared to undertake difficult reforms when there is a clear long-term objective.

That momentum should continue.

A carefully managed transition

The transition into FTSE Russell’s global indices will not occur all at once.

FTSE Russell has deliberately adopted a four-stage implementation process designed to support an orderly transition and allow the market to absorb the associated international investment flows.

Vietnam’s applicable investability weight is scheduled to be introduced as follows:

September 2026 – 10%
March 2027 – additional 20%
June 2027 – additional 35%
September 2027 – final 35%

The process therefore begins today and is scheduled to reach 100% of the applicable investability weight in September 2027, subject to FTSE Russell’s evaluation of index replication following each tranche. (LSEG⁠)

This phased approach is important. It means that today’s upgrade is not a one-day event but the beginning of a year-long process of deeper integration into the international institutional investment landscape.

The bigger story: Vietnam’s transformation

For those of us who have watched Vietnam develop over several decades, today’s milestone has a significance extending beyond capital markets.

Vietnam’s transformation has been extraordinary.

The country has evolved from a relatively closed economy into one of Asia’s increasingly important manufacturing, trading and investment destinations.

International trade agreements, expanding manufacturing capabilities, infrastructure development and integration into global supply chains have progressively changed Vietnam’s position in the world economy.

Capital-market development is another important part of that transformation.

International investors do not look only at economic growth. They also look at accessibility, transparency, legal certainty, governance and the ability to deploy and repatriate capital efficiently.

The FTSE Russell upgrade therefore sends an important message:

Vietnam is becoming increasingly integrated into the architecture of global capital markets.

What comes next?

Today is a day for celebration.

Tomorrow, the work will continue.

Vietnam now has an opportunity to use Emerging Market status as a catalyst for the next generation of reforms.

Continued modernization of the securities market, deeper institutional participation, stronger governance standards, further development of financial products and infrastructure, and predictable implementation of investment regulations can reinforce the credibility that Vietnam has worked so hard to establish.

There is also a wider opportunity.

A deeper and more sophisticated domestic capital market can help Vietnamese companies obtain capital for expansion, innovation, infrastructure and international growth while reducing excessive dependence on traditional bank financing.

That would benefit not merely foreign investors but Vietnam’s own businesses and economy.

TODAY IS THE DAY FOR VIETNAM

After eight years on FTSE Russell’s Watch List, the waiting is over.

21 September 2026 marks Vietnam’s official transition from Frontier Market to Secondary Emerging Market status under the FTSE Russell classification framework. (LSEG⁠)

It is recognition of years of reform.

It is recognition of Vietnam’s growing importance to international investors.

And, above all, it represents an opportunity.

Vietnam should use this moment not as the culmination of its capital-market development, but as the starting point for the next stage.

From Frontier to Emerging.
From regional success story to increasingly important global investment market.
From promise to participation.

Today is the day for Vietnam.


For further information regarding investments, acquisitions, joint ventures, legal due diligence or M&A transactions in Vietnam, please contact Dr. Oliver Massmann at omassmann@duanemorris.com;

BUYING INTO VIETNAM: THE 2026 FOREIGN INVESTOR’S M&A PLAYBOOK

How to Acquire Vietnamese Companies, Control Regulatory Risk and Close Successfully

BUYING INTO VIETNAM: THE 2026 FOREIGN INVESTOR’S M&A PLAYBOOK

Vietnam has entered a new phase of its development as an investment destination. For international investors, acquiring an existing Vietnamese business can provide something that a greenfield investment often cannot: immediate market access, an existing workforce and customer base, operating licences, land and facilities, local distribution networks, established supply chains and, critically, speed to market.

The opportunity is substantial. It is also legally sophisticated. Successful acquisitions in Vietnam require foreign investors to address not merely the share purchase agreement, but also foreign-investment market-access conditions, merger control, sector-specific approvals, land rights, foreign-exchange rules, tax, licensing, beneficial ownership, employment, compliance and—in many transactions—the regulatory history of the target.

As of the first eight months of 2026, Vietnam had attracted more than USD 40.6 billion in registered foreign investment, up 55.4% year-on-year. Foreign investors completed 2,062 capital-contribution and share-purchase transactions with an aggregate value exceeding USD 6.7 billion, an increase of 50.1% year-on-year. Manufacturing remained the largest recipient of foreign investment, while real estate, energy infrastructure, information and communications, and professional and technology activities also attracted significant capital. (Ministry of Finance – FIA⁠)

For investors considering the acquisition of a Vietnamese business, the following are the key legal and strategic issues.

1. What are the principal laws governing M&A transactions in Vietnam?

Vietnam does not have a single consolidated M&A statute. An acquisition must instead be analysed under a combination of investment, corporate, competition, securities, foreign-exchange, tax, land and sector-specific legislation.

The principal legislation includes:

Investment Law No. 143/2025/QH15, effective from 1 March 2026, together with Decree No. 96/2026/ND-CP. The Investment Law establishes the foreign-investor market-access regime and determines when a foreign acquisition requires prior registration with the investment authority. (Chinh Phu Document System⁠)

Under the 2025 Investment Law, prior M&A registration is generally required where, among other circumstances:

  • the acquisition increases foreign ownership in a company carrying on a business subject to conditional market access for foreign investors;
  • the transaction causes foreign investors to move from 50% or less to more than 50% ownership, or increases foreign ownership where foreign investors already hold more than 50%; or
  • the target holds land-use rights in certain islands, border areas, coastal areas or other areas relevant to national defence and security. (en.baochinhphu.vn⁠)

A significant reform under the new Investment Law is that a foreign investor may establish an economic organisation before completing the procedure for issuance or amendment of an Investment Registration Certificate for its investment project, subject to applicable market-access requirements. (THƯ VIỆN PHÁP LUẬT⁠)

The Enterprise Law No. 59/2020/QH14, as amended most recently by Law No. 76/2025/QH15, governs corporate organisation, shareholder and member rights, corporate approvals, management structures and registration of changes to ownership. Law No. 76/2025/QH15 has been effective since 1 July 2025. (Chinh Phu Document System⁠)

Investors should note that Law No. 24/2026/QH16, adopted on 24 August 2026, is an amendment to the Investment Law—not the Enterprise Law—and does not take effect until 1 March 2027. Transactions signing or closing around that date should therefore be reviewed for transitional consequences. (Chinh Phu Document System⁠)

Other important legislation includes:

  • the Securities Law No. 54/2019/QH14, as amended, together with Decree No. 155/2020/ND-CP and Decree No. 245/2025/ND-CP;
  • Competition Law No. 23/2018/QH14;
  • foreign-exchange regulations administered by the State Bank of Vietnam;
  • the Land Law, Housing Law and Real Estate Business Law;
  • Corporate Income Tax Law No. 67/2025/QH15 and Decree No. 320/2025/ND-CP;
  • Vietnam’s WTO commitments and free trade agreements, including the EU-Vietnam Free Trade Agreement and the Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership; and
  • specialised legislation applicable to regulated sectors such as banking, insurance, telecommunications, healthcare, pharmaceuticals, education, logistics, energy and real estate.

Relevant authorities may include the Ministry of Finance and its investment authorities, the relevant provincial People’s Committee or competent investment authority, the Vietnam Competition Commission, State Securities Commission, State Bank of Vietnam, Ministry of Industry and Trade and specialised ministries or regulators.

2. What is the current state of Vietnam’s M&A and foreign-investment market?

Vietnam enters the final quarter of 2026 with strong foreign-investment momentum.

By the end of August 2026:

  • total registered foreign investment exceeded USD 40.6 billion, up 55.4%;
  • realised FDI reached approximately USD 17.25 billion, up 12%;
  • 2,771 new projects attracted more than USD 21.7 billion;
  • capital increases in existing projects exceeded USD 12.2 billion; and
  • foreign capital contributions and share purchases exceeded USD 6.7 billion, up 50.1%. (Ministry of Finance – FIA⁠)

Manufacturing and processing accounted for more than USD 21 billion of total registered investment. Real estate attracted more than USD 5.7 billion, while energy infrastructure, information and communications and professional/scientific/technology activities also recorded significant inflows. (Ministry of Finance – FIA⁠)

Singapore and South Korea remained the two largest sources of registered investment during the period, followed by Hong Kong, mainland China and Malaysia. (Ministry of Finance – FIA⁠)

These figures matter to M&A investors because they demonstrate that Vietnam is no longer merely a greenfield manufacturing destination. Acquisitions, strategic investments, joint ventures and secondary share purchases are becoming an increasingly important route into the market.

3. What is driving Vietnam’s M&A market in 2026?

Several structural developments are particularly important.

A new Investment Law

The Investment Law 2025 modernises Vietnam’s foreign-investment framework and preserves the general principle that foreign investors may access the Vietnamese market unless an activity appears on the restricted or conditional market-access lists. (Chinh Phu Document System⁠)

Vietnam’s FTSE Russell emerging-market upgrade

Vietnam’s reclassification from Frontier Market to Secondary Emerging Market status becomes effective from the opening of the market on 21 September 2026. FTSE Russell confirmed the upgrade after concluding that Vietnam satisfied the applicable Secondary Emerging Market criteria, including important improvements relating to the non-prefunding framework and access for foreign institutional investors. (LSEG⁠)

This does not eliminate statutory foreign-ownership restrictions in regulated businesses, but it materially increases Vietnam’s visibility and accessibility to global institutional capital.

More favourable securities-market access

Decree No. 245/2025/ND-CP removed the previous ability of a public company, solely through its charter or shareholders’ meeting, to impose a foreign-ownership ceiling below the ceiling otherwise permitted by law and Vietnam’s international commitments, subject to transitional arrangements for existing companies. (SSC⁠)

Banking-sector opportunities

Decree No. 69/2025/ND-CP introduced greater flexibility regarding foreign ownership in certain Vietnamese credit institutions involved in mandatory transfers of distressed banks. The general banking foreign-ownership regime nevertheless remains highly regulated and requires transaction-specific analysis. (Chinh Phu Document System⁠)

Land, infrastructure and energy reforms

Vietnam’s revised land, housing and real-estate legislation, major transport infrastructure investment, industrial-zone expansion, energy transition and implementation of national power planning continue to create acquisition opportunities in industrial real estate, logistics, manufacturing and energy.

4. Which sectors attract the most M&A interest?

In our view, the most important sectors for inbound acquisitions include:

  • manufacturing and advanced manufacturing;
  • industrial real estate and logistics;
  • consumer goods and retail;
  • healthcare and pharmaceuticals;
  • technology, software, digital services and data-related businesses;
  • renewable and conventional energy infrastructure;
  • financial services;
  • food and agriculture;
  • education and training;
  • supply-chain and supporting industries; and
  • businesses capable of benefiting from Vietnam’s extensive free-trade-agreement network.

The strongest targets are increasingly those that combine licences, land, an operating track record, a scalable workforce and an established domestic or export customer base.

5. What will most influence Vietnamese M&A over the next two years?

Three factors are particularly significant.

First, regulatory liberalisation and implementation. The Investment Law 2025, securities-market reforms and further amendments taking effect in 2027 will affect transaction structures and foreign-investor market access.

Second, Vietnam’s integration into global supply chains. Manufacturers are continuing to diversify production locations and increasingly consider acquiring established Vietnamese companies rather than building operations entirely from scratch.

Third, infrastructure and energy development. Airports, ports, expressways, logistics infrastructure, industrial zones, electricity generation and grid investment are changing the commercial attractiveness of entire regions and industrial clusters.

We expect particularly strong strategic interest in manufacturing, technology, energy, infrastructure, logistics and selected real-estate assets.

6. How can a foreign investor acquire a Vietnamese company?

The principal structures are:

  • acquisition of existing shares in a joint-stock company;
  • acquisition of an existing capital contribution in a limited liability company;
  • subscription for newly issued shares or additional charter capital;
  • a combination of primary investment and secondary acquisition;
  • merger or corporate restructuring;
  • acquisition of a business or selected assets; or
  • establishment of a joint venture with existing shareholders.

The optimal structure depends upon tax, licensing, foreign-ownership restrictions, land rights, existing liabilities and the investor’s commercial objective.

A share acquisition gives the investor the existing corporate vehicle- including its licences, contracts, employees, assets and liabilities.

An asset acquisition may offer greater ability to select assets and avoid certain historical liabilities, but transferring licences, employees, contracts and especially land-use rights can be significantly more complicated.

7. When is foreign-investor M&A approval required?

This question should be answered at the beginning of the transaction—not shortly before closing.

Under the Investment Law 2025, prior registration is required in specified situations, including acquisitions that increase foreign ownership in businesses subject to conditional foreign-investor market access, acquisitions that cross or increase ownership above the 50% threshold, and certain acquisitions involving targets holding land-use rights in sensitive locations. (en.baochinhphu.vn⁠)

Sector-specific approvals may apply independently.

Foreign investors should therefore determine at term-sheet stage:

  1. whether the target’s activities are open to foreign investment;
  2. the maximum permissible foreign ownership;
  3. whether M&A registration is required;
  4. whether sectoral approval is necessary;
  5. whether competition clearance is required; and
  6. whether any land or national-security review applies.

These questions can determine whether a transaction is legally achievable in the contemplated structure.

8. What about Vietnamese merger control?

Merger-control analysis is now a critical workstream for larger acquisitions.

Under Vietnam’s competition regime, economic-concentration notification can be triggered by thresholds based on Vietnamese assets, Vietnamese turnover, transaction value or combined market share.

For ordinary enterprises, notification thresholds currently include, among other criteria:

  • assets in Vietnam of VND 3 trillion or more;
  • sales revenue or purchase turnover in Vietnam of VND 3 trillion or more;
  • transaction value of VND 1 trillion or more for transactions carried out in Vietnam; or
  • combined market share of 20% or more in the relevant market.

Special thresholds apply to credit institutions, insurers and securities companies. (Dich Vu Cong⁠)

A common mistake is to consider competition approval only where the buyer and target are direct competitors. Vietnam’s notification thresholds are broader than that assumption.

Merger-control assessment should therefore be conducted at an early stage and reflected in the transaction timetable and conditions precedent.

9. What information about a Vietnamese target is publicly available?

The answer differs considerably between listed/public companies and private companies.

Public companies are subject to substantial disclosure obligations regarding financial statements, corporate governance, shareholder meetings, securities transactions, foreign-ownership limits and material events.

Private companies disclose far less publicly.

For acquisitions of private Vietnamese companies, meaningful due diligence generally depends on the seller establishing a reliable data room and providing corporate, financial, licensing, tax, employment, contractual, land, litigation and compliance documentation.

Foreign investors should not assume that publicly available corporate information provides a complete picture of the target.

10. How important is due diligence in Vietnam?

It is exceptionally important.

Vietnamese acquisitions often involve risks that cannot be adequately addressed by a standard corporate-document review.

Comprehensive legal due diligence normally examines:

  • establishment and corporate history;
  • ownership and beneficial ownership;
  • foreign-investment status;
  • Investment Registration Certificates and Enterprise Registration Certificates;
  • business lines and sub-licences;
  • land-use rights and buildings;
  • construction approvals;
  • environmental compliance;
  • material contracts;
  • debt and security interests;
  • related-party transactions;
  • employment;
  • tax;
  • intellectual property;
  • litigation and administrative proceedings;
  • data protection and cybersecurity;
  • competition;
  • anti-bribery and anti-corruption;
  • sanctions and compliance;
  • insurance; and
  • historical regulatory breaches.

For regulated or asset-heavy targets, environmental, technical, financial and tax due diligence should run in parallel.

The key question is not merely “Does the target own this asset?” but also “Was it acquired, developed, licensed and used lawfully, and can the foreign investor continue to own and operate it after closing?”

11. Why are licences particularly important?

Foreign investors frequently acquire Vietnamese companies because the target already possesses valuable operating licences.

But licences should never be assumed to transfer automatically merely because the shares of the licensee are transferred.

The investor should verify:

  • whether foreign ownership is permitted;
  • whether a change of control requires notification or approval;
  • whether licences must be amended following closing;
  • whether the licence remains valid;
  • whether the company has complied with its licence conditions; and
  • whether any historical non-compliance could trigger suspension or revocation.

Licensing deficiencies should be addressed through conditions precedent, covenants, indemnities or pre-closing remediation.

12. How should investors deal with land?

Land is one of the most important—and potentially most valuable—components of Vietnamese M&A.

Vietnam does not recognize private ownership of land. Instead, entities may hold land-use rights under different legal arrangements.

An investor should establish:

  • the legal origin of the land;
  • land-use purpose;
  • duration;
  • whether land rent has been paid annually or in a lump sum;
  • whether the land-use rights are transferable;
  • whether the target has satisfied development obligations;
  • whether the land is mortgaged;
  • whether construction is lawful;
  • whether there are zoning issues;
  • whether there are outstanding financial obligations; and
  • whether foreign ownership following closing changes the target’s ability to retain or use the land.

A transaction that looks attractive based on enterprise value can become commercially unattractive if the target’s underlying land position is defective.

13. What corporate approvals are required?

Required approvals depend upon:

  • whether the target is an LLC or joint-stock company;
  • its charter;
  • shareholders’ or members’ agreements;
  • the size and nature of the transaction;
  • transfer restrictions;
  • rights of first refusal or pre-emption rights; and
  • whether related-party transaction rules apply.

Foreign investors should review the target’s charter and shareholder arrangements before assuming that a seller can freely transfer its interest.

14. What protections should a foreign buyer seek in the transaction documents?

Vietnamese acquisition agreements increasingly resemble international M&A documentation.

A sophisticated buyer will normally consider:

  • conditions precedent;
  • representations and warranties;
  • tax warranties and tax indemnities;
  • specific indemnities for identified due-diligence issues;
  • pre-closing covenants;
  • ordinary-course restrictions;
  • material-adverse-change provisions where appropriate;
  • purchase-price adjustment mechanisms;
  • escrow or holdback arrangements;
  • warranty-and-indemnity insurance where commercially viable;
  • post-closing covenants;
  • non-compete and non-solicitation provisions to the extent enforceable;
  • dispute-resolution mechanisms; and
  • termination rights.

The transaction documents should be designed around the actual findings of due diligence—not simply imported from an international precedent.

15. Are conditions precedent commonly used?

Yes.

Typical conditions precedent include:

  • foreign-investment approval;
  • merger-control clearance;
  • sector-specific approvals;
  • amendment or confirmation of licences;
  • corporate approvals;
  • release of security interests;
  • debt repayment;
  • third-party contractual consents;
  • restructuring of problematic assets or business lines;
  • completion of regulatory remediation;
  • replacement or retention of key management; and
  • absence of specified material adverse events.

A foreign buyer should avoid becoming unconditionally obliged to close before the regulatory pathway is clear.

16. How can a buyer obtain exclusive deal?

Exclusivity can be established in a letter of intent, memorandum of understanding, term sheet or separate exclusivity agreement.

Common protections include:

  • no-shop obligations;
  • no-talk provisions;
  • notification of competing approaches;
  • matching rights;
  • break fees, subject to enforceability analysis;
  • confidentiality;
  • restrictions on providing due-diligence information to competing bidders; and
  • reimbursement of agreed transaction expenses.

Care should be taken to distinguish provisions intended to be legally binding from non-binding commercial terms.

17. How is the purchase price usually structured?

Cash remains the most common form of consideration.

Price mechanisms commonly include:

Locked box: the equity value is fixed by reference to an agreed historical balance sheet, supported by leakage protections.

Completion accounts: the final price is adjusted after closing by reference to agreed cash, debt and working-capital metrics.

Earn-outs: part of the consideration depends upon post-closing performance. These can bridge valuation gaps but require careful drafting regarding accounting principles, business conduct and control.

Deferred consideration or escrow: part of the purchase price is retained or deferred to secure warranty or indemnity claims.

The appropriate mechanism depends on the quality of the target’s accounts, volatility of working capital and allocation of economic risk between signing and closing.

18. What foreign exchange issues arise?

Foreign exchange structuring should be considered before the SPA is signed.

Depending upon the investment structure and status of the target, transaction payments may be required to pass through an appropriate investment capital account or other account prescribed by foreign exchange regulations.

The parties should confirm:

  • transaction currency;
  • payment account;
  • identity of payer and recipient;
  • timing;
  • documentary requirements of the servicing bank; and
  • repatriation mechanics.

Vietnamese commercial banks play an important gatekeeping role in reviewing foreign-investment payment documentation.

A perfectly drafted SPA is of little use if the agreed payment mechanism cannot lawfully be processed through the Vietnamese banking system.

19. How are capital transfers taxed?

Tax has become particularly important following Vietnam’s 2025 corporate income tax reforms.

For foreign corporate sellers, the regime changed materially.

Under Corporate Income Tax Law No. 67/2025/QH15, Decree No. 320/2025/ND-CP and subsequent guidance, foreign enterprises transferring direct or indirect interests in Vietnamese companies are generally subject, from 15 December 2025, to corporate income tax calculated at 2% of gross transfer proceeds for capital transfers, subject to applicable exceptions. Transfers of securities are generally subject to a 0.1% rate on gross transfer proceeds. (EY⁠)

This is a major transaction-planning point because the 2% tax applies to gross proceeds rather than net capital gain and can therefore arise even where the foreign seller realises little or no economic profit.

Individual sellers are subject to separate personal-income-tax rules depending upon the character of the interest transferred and the seller’s tax status.

Tax analysis should also consider:

  • indirect transfers;
  • double-tax treaties;
  • withholding and declaration responsibilities;
  • historical tax liabilities;
  • transfer pricing;
  • earn-outs and deferred consideration; and
  • transaction restructuring.

20. What governing law should be used?

Parties have significant freedom to negotiate governing law, particularly in cross-border contractual arrangements.

However, Vietnamese mandatory law will continue to govern matters such as:

  • legal ownership of shares or capital interests in Vietnamese entities;
  • corporate registration;
  • foreign investment approvals;
  • land rights;
  • licensing;
  • employment;
  • tax;
  • competition; and
  • other matters subject to mandatory Vietnamese regulation.

For many acquisitions, Vietnamese law governs the SPA. In larger cross-border transactions, parties may select foreign law for certain contractual arrangements while ensuring that implementation in Vietnam remains compliant with Vietnamese mandatory law.

21. What dispute-resolution mechanism is normally appropriate?

Foreign investors commonly consider:

  • Vietnamese courts;
  • the Vietnam International Arbitration Centre;
  • Singapore International Arbitration Centre;
  • International Chamber of Commerce arbitration; or
  • another agreed international arbitration forum.

The choice should reflect the nature and value of the transaction, location of assets, identity of sellers, enforcement strategy and whether interim relief may be required.

International arbitration is frequently preferred for substantial cross-border acquisitions.

22. How are acquisitions of public companies regulated?

A Vietnamese public company generally includes a joint-stock company with at least VND 30 billion of contributed charter capital where at least 10% of voting shares are held by at least 100 non-major shareholders, or a company that has successfully completed a registered initial public offering. (THƯ VIỆN PHÁP LUẬT⁠)

Acquisitions involving public companies may trigger:

  • public-tender-offer requirements;
  • disclosure obligations;
  • major-shareholder reporting;
  • securities-depository requirements;
  • stock-exchange procedures; and
  • foreign-ownership limits.

A shareholder holding 5% or more of voting shares is generally regarded as a major shareholder under the Securities Law. (THƯ VIỆN PHÁP LUẬT⁠)

23. When is a mandatory tender offer required?

The Securities Law imposes mandatory tender-offer requirements when specified ownership thresholds are crossed.

These include transactions where an acquirer and related persons move from below 25% to 25% or more of the voting shares of a public company, as well as subsequent acquisitions that cross statutory ownership thresholds.

The tender-offer rules should be checked carefully against the current Securities Law and Decree No. 155/2020/ND-CP as amended by Decree No. 245/2025/ND-CP before building a stake in a public company.

Investors should not accumulate shares incrementally on the assumption that regulatory requirements arise only when majority control is obtained.

24. Are hostile takeovers common?

No.

Vietnam has no developed statutory hostile-takeover regime comparable with some mature public M&A markets.

Practical obstacles include:

  • concentrated shareholdings;
  • limited free float in many companies;
  • foreign-ownership restrictions;
  • limited access to non-public information;
  • relationships among major shareholders;
  • licensing considerations; and
  • the importance of management and shareholder cooperation.

Accordingly, negotiated acquisitions remain considerably more common.

25. What rights do minority investors have?

Minority shareholders retain statutory shareholder rights and can negotiate substantial additional contractual protections.

Under the Enterprise Law, qualifying shareholders or shareholder groups may enjoy rights to inspect specified company records, request meetings in prescribed circumstances and request investigation of matters relating to company management.

For a foreign investor acquiring a significant minority position, contractual protections are often just as important as statutory rights.

These may include:

  • board appointment rights;
  • reserved matters/veto rights;
  • information rights;
  • business-plan approval;
  • related-party transaction controls;
  • pre-emption rights;
  • anti-dilution protection;
  • tag-along rights;
  • drag-along arrangements;
  • exit rights;
  • deadlock mechanisms; and
  • IPO or trade-sale provisions.

A 30% investment with properly negotiated governance rights can provide substantially greater protection than a larger economic stake without an effective shareholders’ agreement.

26. Can a buyer squeeze out remaining minority shareholders?

Vietnam does not provide a general squeeze-out mechanism under which an acquirer can automatically force all remaining shareholders of a public company to sell merely because a specified ownership percentage has been reached.

In certain tender-offer circumstances, an investor reaching the relevant statutory threshold may become obliged to offer to acquire remaining shares from shareholders who wish to sell.

Foreign buyers seeking 100% ownership should therefore analyse minority-shareholder exit mechanics before committing to the acquisition.

27. What are the most important practical lessons for a foreign investor acquiring a Vietnamese company?

The most successful Vietnam acquisitions usually follow five principles.

1. Structure before negotiating price

Determine market access, foreign-ownership limits, merger control, licensing, tax, land and payment mechanics before committing to the commercial structure.

2. Never underestimate due diligence

Historic regulatory defects in a Vietnamese target do not disappear when the company changes shareholders.

3. Treat licences and land as transaction-critical assets

They should be verified independently, not merely listed in a data room.

4. Design the SPA around Vietnamese regulatory reality

Conditions precedent, warranties, indemnities, escrow and purchase-price mechanisms should respond directly to identified Vietnamese risks.

5. Plan the post-closing integration before signing

Corporate registrations, licence amendments, bank mandates, management changes, employment integration, tax, accounting, data protection and compliance should be incorporated into the closing and post-closing roadmap.

Outlook: Why Vietnam remains one of Asia’s most compelling acquisition markets

Vietnam offers foreign investors a combination that remains difficult to replicate elsewhere: a large and increasingly sophisticated domestic market, integration into global manufacturing supply chains, an extensive network of free trade agreements, an expanding middle class, competitive industrial capability and substantial infrastructure investment.

The investment statistics underline that attraction. In the first eight months of 2026 alone, foreign capital contributions and share purchases exceeded USD 6.7 billion, while overall registered foreign investment exceeded USD 40.6 billion. (Ministry of Finance – FIA⁠)

At the same time, Vietnam is becoming a more sophisticated M&A jurisdiction. Investors must navigate a genuine regulatory matrix involving foreign ownership, competition, tax, land, licensing, securities and foreign exchange.

That complexity should not discourage investment. It changes the nature of successful investment.

For a well-prepared foreign investor, acquiring the right Vietnamese company can provide immediate market presence, operating infrastructure, licences, human capital, customers and a platform for regional growth that would otherwise take years to build organically.

The key is not simply to identify an attractive Vietnamese target.

The key is to acquire the right target, through the right structure, after the right due diligence—and to ensure that what the investor believes it is buying can legally and commercially be retained after closing.

***
For further information regarding investments, acquisitions, joint ventures, legal due diligence or M&A transactions in Vietnam, please contact Dr. Oliver Massmann at omassmann@duanemorris.com.

Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann – Vietnams Energiechance: Vom Marktpotenzial zu investierbaren Projekten

Ein praktischer Aktionsplan für einen erfolgreichen Markteintritt

Vietnam tritt in eine der bedeutendsten Phasen der Energieexpansion in Südostasien ein. Rasches Wirtschaftswachstum, Industrialisierung, steigender Strombedarf, die fortgesetzte Verlagerung und Ausweitung internationaler Produktion nach Vietnam, wachsende Nachfrage von Rechenzentren sowie die Dekarbonisierungsanforderungen multinationaler Unternehmen treffen auf eine beispiellose Erweiterung des Stromsystems des Landes.

Der überarbeitete Stromentwicklungsplan VIII (PDP8), genehmigt durch Entscheidung Nr. 768/QD-TTg vom 15. April 2025, hat die Ambitionen des Landes für erneuerbare Energien, Batteriespeicher, Netzinfrastruktur und Kernkraft erheblich ausgeweitet. Der überarbeitete Planungsrahmen sieht Investitionen von rund 134,7 Mrd. USD bis 2030 und möglicherweise über 500 Mrd. USD bis 2050 vor.

Für internationale Investoren, Entwickler, Energieversorger, Infrastrukturfonds, Ingenieurunternehmen, Technologieanbieter und Projektmanagement-Spezialisten lautet die zentrale Frage daher nicht mehr nur, ob Vietnam eine attraktive Energiechance bietet. Die eigentliche Frage ist: Wie kann ein internationaler Teilnehmer in den vietnamesischen Energiemarkt eintreten – kommerziell tragfähig, skalierbar, rechtlich abgesichert und in der Lage, ein investierbares Projekt hervorzubringen?

Die Antwort besteht nicht einfach darin, eine vietnamesische Tochtergesellschaft zu gründen und nach Gelegenheiten zu suchen. Der effektivere Ablauf ist:

  • Die Gelegenheit identifizieren.
  • Den Partner verifizieren.
  • Das Projekt validieren.
  • Den Marktzugang sichern.
  • Die Investition strukturieren.
  • Dann Kapital einsetzen.

Dieser Unterschied ist grundlegend.

1. Beginnen Sie mit der Investitionsthese – nicht mit der Gesellschaftsstruktur

Vietnam sollte nicht zunächst wie ein klassischer Greenfield-Markt betrachtet werden. Bevor eine endgültige Investitionsstruktur geschaffen wird, sollte ein Investor genau bestimmen, welcher Teil des vietnamesischen Energiewandels am besten zu seinem Kapital, seiner Technologie, seiner Expertise und seiner Risikobereitschaft passt.

Die Chancen gehen weit über konventionelle Solar- und Windkraft hinaus. Der überarbeitete PDP8 hat die Ziele für Onshore- und Nearshore-Wind, Offshore-Wind und Batteriespeicher deutlich erhöht. Zudem wurde die Kernkraft wieder eingeführt und ein erheblicher Ausbau von Übertragungs- und anderer Energieinfrastruktur gefordert.

Mögliche Eintrittsbereiche sind daher:

  • Erneuerbare Erzeugung, insbesondere Wind und Solar
  • Batteriespeichersysteme (BESS)
  • Netz- und Übertragungsinfrastruktur
  • Direkte Stromkaufverträge (DPPA)
  • Energieinfrastruktur für Industrieparks
  • LNG und Gas-to-Power
  • Offshore-Wind und zugehörige maritime Infrastruktur
  • Engineering, Programm- und Projektmanagement
  • Smart-Grid- und digitale Energielösungen
  • Energieinfrastruktur für Rechenzentren und Hightech-Fertigung
  • Ausrüstungs- und Technologielieferung
  • Energieeffizienzlösungen
  • Langfristige Chancen im Bereich Kerntechnik, Bau, Technologie, Ausbildung und Lieferketten

Der erste Schritt sollte daher die Erstellung einer Vietnam Energy Investment Thesis sein, die definiert:

  • In welchen Sektor wollen wir eintreten?
  • Wie viel Kapital sind wir bereit einzusetzen?
  • Welches Entwicklungsrisiko akzeptieren wir?
  • Streben wir Kontrolle, eine strategische Minderheitsbeteiligung oder eine Dienstleistungsposition an?
  • Welche Rendite erwarten wir?
  • Welchen Anlagehorizont haben wir?
  • Und wie kann Vietnam zu einer skalierbaren regionalen Plattform werden, statt nur zu einer einzelnen Transaktion?

Erst nach Beantwortung dieser Fragen sollten Projekte und Partner in die engere Auswahl kommen.

2. Der schnellste Weg ist oft Kauf oder Partnerschaft statt Aufbau von Null

Für viele internationale Investoren ist der effizienteste Eintrittsweg eine Akquisition, ein Joint Venture oder eine strategische Entwicklungs­partnerschaft mit einem etablierten vietnamesischen Entwickler – anstatt das erste Projekt vollständig als Greenfield‑Entwicklung aufzubauen.

Ein fähiger vietnamesischer Entwickler kann wertvolle lokale Kompetenzen einbringen:

  • einen bestehenden Entwicklungspipeline,
  • Kenntnisse der Genehmigungsumgebung,
  • etablierte Erfahrung in der Flächenentwicklung,
  • lokale Umsetzungskapazität,
  • Verständnis für Provinzverfahren,
  • Vertrautheit mit Institutionen des Energiesektors,
  • Zugang zu bestehenden Projektmöglichkeiten.

Der ausländische Investor kann beitragen:

  • Kapital,
  • Technologie,
  • internationale Projekterfahrung,
  • Finanzierungskompetenz,
  • internationale Governance‑Standards,
  • Expertise im Großprojektmanagement,
  • globale Kundenbeziehungen,
  • Zugang zu internationalen strategischen Partnern.

Wenn diese Kombination richtig strukturiert ist, kann sie den Weg vom Markteintritt bis zu einem bankfähigen Projekt erheblich verkürzen. Doch eine Beteiligung oder Partnerschaft in einem „Energieprojekt“ allein reicht nicht aus. Der Investor muss das richtige Projekt erwerben – und noch wichtiger: mit dem richtigen Partner arbeiten.

3. Strenge Investitionsprüfung vor Kapitalbindung

Die Energiechance Vietnams ist beträchtlich, doch sowohl Projektqualität als auch Partnerqualität können stark variieren. Ein disziplinierter Investor sollte daher ein striktes Investment‑Gate‑System anwenden, bevor er substanzielle Partnerschaften eingeht oder Kapital bindet.

Gate 1 – Vollständige Due Diligence des potenziellen Partners

Dies ist eines der wichtigsten Elemente der gesamten Markteintrittsstrategie. Eine umfassende Due‑Diligence‑Prüfung des vorgeschlagenen vietnamesischen Partners, Sponsors, Entwicklers oder Aktionärskreises sollte erfolgen, bevor die Partnerschaftsgespräche weit fortgeschritten sind.

Der Investor muss genau wissen, mit wem er es zu tun hat, bevor er über die Art seiner Investition entscheidet. Die Partnerprüfung darf nicht erst nach kommerzieller Einigung über die JV‑Struktur erfolgen – sie sollte vielmehr bestimmen, ob diese Diskussion überhaupt stattfinden sollte.

Die Prüfung sollte u. a. folgende Punkte umfassen:

  • wirtschaftlich Berechtigter und tatsächliche Kontrolle,
  • Eigentumshistorie und unerklärte Veränderungen im Aktionärskreis,
  • Unternehmensstruktur und verbundene Gesellschaften,
  • finanzielle Lage und Finanzierungskapazität,
  • bestehende Verschuldung und Sicherheiten,
  • steuerliche Situation,
  • Prozess‑ und Schiedsverlauf,
  • Vollstreckungs‑ und Insolvenzgeschichte,
  • regulatorische und Compliance‑Historie,
  • Risiken von Bestechung und Korruption,
  • Sanktionsrisiken,
  • politisch exponierte Personen und problematische Beziehungen,
  • Beziehungen zu verbundenen Parteien,
  • tatsächliche Entwicklungserfahrung,
  • Genehmigungserfahrung (Energie, Investition, Bau, Land),
  • historische Beziehungen zu Provinz‑ und Zentralbehörden,
  • Streitigkeiten mit früheren Investoren, Banken, Auftragnehmern, Lieferanten oder JV‑Partnern,
  • Markt­ruf,
  • technische und Management­kompetenz,
  • Genauigkeit der behaupteten Projekterfolge,
  • tatsächliche Eigentums‑ oder Kontrollrechte an Projekten,
  • Bereitschaft, unter transparenten internationalen Governance‑, Reporting‑, Audit‑ und Compliance‑Standards zu arbeiten.

Diese Untersuchung sollte weit genug fortgeschritten sein, bevor der Investor:

  • vertrauliche Informationen teilt,
  • Exklusivität eingeht,
  • ein verbindliches JV‑Rahmenwerk unterzeichnet,
  • Entwicklungsfinanzierung bereitstellt,
  • eine erhebliche Anzahlung leistet,
  • von dem Partner abhängig wird,
  • seinen Ruf öffentlich mit diesem Partner verbindet.

Ein gutes Projekt mit dem falschen Partner kann sehr schnell zu einer schlechten Investition werden. Ebenso kann ein gut vernetzter Partner ein fehlerhaftes Projekt nicht in ein bankfähiges verwandeln.

Gate 2 – Vollständige Due Diligence des Projekts

Erst wenn der vorgeschlagene Partner die erste Prüfung bestanden hat, sollte der Investor zur detaillierten Bewertung des tatsächlichen Vermögenswerts oder der Entwicklungschance übergehen.

Mindestens sollte geprüft werden:

  • Planung: Ist das Projekt korrekt in nationale, regionale oder provinzielle Pläne eingebunden?
  • Genehmigungen: Sind die relevanten Investitionsgenehmigungen gültig, vollständig und tragfähig?
  • Eigentum: Besitzt der Verkäufer/Sponsor/JV‑Partner tatsächlich die Gesellschaft, Rechte, Vermögenswerte und Position?
  • Land: Sind Standort und Nutzungsrechte gesichert? Gibt es offene Entschädigungs‑, Räumungs‑, Miet‑ oder Nutzungsfragen?
  • Netz: Gibt es eine realistische Netzanschlusslösung? Welche Upgrades sind nötig, wer trägt die Kosten, welche Risiken bestehen?
  • Abnahme: Wer zahlt letztlich für den Strom, unter welcher Vertragsstruktur, mit welcher Bonität?
  • DPPA: Kann das Projekt am direkten Stromhandelsregime teilnehmen?
  • Genehmigungen: Welche Umwelt‑, Bau‑, Strom‑, Brandschutz‑ und andere Genehmigungen liegen vor, welche fehlen?
  • Technische Machbarkeit: Unterstützen Ressourcen, Design, Ausrüstung und Standort die prognostizierte Leistung?
  • Finanzierung: Können Kreditgeber ein akzeptables Sicherungspaket erhalten? Ist das Erlösmodell bankfähig?
  • Verbindlichkeiten: Enthält die Projektgesellschaft historische Steuer‑, Arbeits‑, Prozess‑ oder Gesellschafterrisiken?
  • Zeitplan: Sind alle Genehmigungen und Meilensteine realistisch erreichbar?
  • Wirtschaftlichkeit: Bleibt das Projekt bei realistischen Annahmen zu Kosten, Verzögerungen und Steuern finanziell tragfähig?

Der Investor sollte die Chance dann klassifizieren:

  • GRÜN – Partner und Projekt sind investierbar.
  • GELB – Investition nur nach Erfüllung klarer Bedingungen und Risikominderung.
  • ROT – Keine Partnerschaft, keine Investition.

Diese vorgezogene Due Diligence kann Monate an Verhandlungen und erhebliche Kosten sparen. Das Prinzip ist einfach: In Vietnam sollte Due Diligence nicht erst beginnen, nachdem die Partnerschaft praktisch vereinbart ist – sie sollte bestimmen, ob die Diskussion überhaupt beginnen sollte.

4. Dem Kunden folgen – Der Direktstrommarkt verändert das Investitionsmodell

Eine der bedeutendsten Entwicklungen im vietnamesischen Stromsektor ist die Einführung des direkten Stromhandels. Das Dekret Nr. 57/2025/ND‑CP schuf den regulatorischen Mechanismus für den direkten Stromhandel zwischen Erzeugern erneuerbarer Energien und großen Stromverbrauchern – einschließlich Regelungen über private Anschlussleitungen und über das nationale Netz. Dieses Regime wurde anschließend durch das Dekret Nr. 243/2026/ND‑CP, erlassen und in Kraft getreten am 26. Juni 2026, geändert.

Die kommerzielle Bedeutung ist erheblich. Anstatt mit der Frage zu beginnen: „Wo können wir ein weiteres Kraftwerk bauen?“ sollten Investoren zunehmend mit der Frage beginnen: „Wo befinden sich Vietnams stärkste Stromverbraucher – und welche Erzeugung, Speicherung und Infrastruktur benötigen sie?“

Dies verändert die Projektentwicklung grundlegend. Industrieparks, große Produktionszentren, Elektronikhersteller, Rechenzentren und multinationale Unternehmen legen zunehmend Wert auf den Zugang zu zuverlässiger und sauberer Energie.

Dies ermöglicht es anspruchsvollen Investoren, über eine isolierte Erzeugungsanlage hinauszudenken und ein integriertes Geschäftsmodell zu entwickeln, das kombiniert: Erzeugung + Speicherung + Netzzugang + Unternehmensnachfrage + vertragliche Abnahme.

5. Ein Portfolio um die Nachfrage herum aufbauen – nicht eine Sammlung unzusammenhängender Projekte

Eine starke Vietnam‑Energiestrategie sollte darauf abzielen, eine kohärente Plattform zu schaffen, anstatt unverbundene Vermögenswerte zu akkumulieren.

Der Investor sollte kartieren: Große Lastzentren → Industriegebiete → große Stromverbraucher → verfügbare Erzeugung → Netzkapazität → Speicherbedarf → Direktstrom/Abnahmechancen.

Dies kann eine wesentlich größere kommerzielle Widerstandsfähigkeit erzeugen, als in isolierte Projekte zu investieren, nur weil sie gerade zum Verkauf stehen.

Beispiel: Ein Portfolio aus erneuerbarer Erzeugung kombiniert mit BESS und strategisch platzierter industrieller Nachfrage kann langfristig attraktiver sein als eine einzelne Anlage mit nur einem konventionellen Absatzweg.

Das ultimative Ziel sollte sein, ein Energieökosystem rund um die Nachfrage aufzubauen.

6. Den vietnamesischen Partner ebenso sorgfältig auswählen wie das Projekt

Nachdem die erste Partnerprüfung bestanden ist, stellt sich die Frage, ob die Parteien eine dauerhafte Arbeitsbeziehung aufbauen können.

Die Joint‑Venture‑Dokumentation sollte daher als Investitionsschutzinstrument behandelt werden – nicht nur als Gründungsdokument.

Je nach Struktur sollten Schutzmechanismen umfassen:

  • klar definierte Kapitalverpflichtungen,
  • vorbehaltene Angelegenheiten,
  • Vertretung im Vorstand,
  • Minderheitenschutz,
  • Informationsrechte,
  • Prüfungsrechte,
  • Anti‑Verwässerungsmechanismen,
  • Kontrollen bei verbundenen Parteien,
  • Anti‑Korruptions‑ und Compliance‑Zusagen,
  • Beschränkungen konkurrierender Aktivitäten,
  • Übertragungsbeschränkungen,
  • Regelungen bei Kontrollwechsel,
  • Deadlock‑Verfahren,
  • Default‑Bestimmungen,
  • Bewertungsmechanismen,
  • Call‑ und Put‑Rechte, wo angebracht,
  • Ausstiegsrechte,
  • Streitbeilegungsregelungen,
  • robuste Rechtswahl‑ und Durchsetzungsbestimmungen.

Das Prinzip lautet: Lokale Kompetenz ist wertvoll. Lokale Abhängigkeit ist gefährlich.

Ein internationaler Investor sollte von den Stärken seines vietnamesischen Partners profitieren, ohne dabei die Fähigkeit zu verlieren, seine Investition zu schützen oder sich daraus zurückzuziehen.

7. Strukturieren Sie die Investition erst, nachdem die Gelegenheit validiert wurde

Sobald Partner und Projekt die vorläufigen Investitionsprüfungen bestanden haben, kann der Investor die geeignetste Transaktionsstruktur auswählen.

Je nach Gelegenheit kann dies umfassen:

  • Anteilsübernahme Erwerb einer Beteiligung an einem bestehenden vietnamesischen Projektunternehmen.
  • Joint Venture Gründung oder Beteiligung an einer vietnamesischen Entwicklungsplattform zusammen mit einem glaubwürdigen lokalen Partner.
  • Portfoliobeteiligung Erwerb oder Entwicklung von Beteiligungen an mehreren Projekten unter einer einzigen strategischen Plattform.
  • Stufenweise Entwicklungspartnerschaft Bereitstellung von Entwicklungskapital gegen klar definierte Meilensteine, mit weiterer Eigenkapitalbereitstellung nur bei Erfüllung vereinbarter Bedingungen.
  • Strategische Minderheitsbeteiligung Übernahme einer geschützten Minderheitsposition bei gleichzeitiger Wahrung von Rechten über wesentliche Entscheidungen.
  • Dienstleistungsorientierter Markteintritt Für Ingenieur‑, Projektmanagement‑, Technologie‑ und Infrastrukturunternehmen kann der erste Eintritt über Verträge und Mandate erfolgen, anstatt über Kapitalinvestitionen.

Dies kann besonders effektiv sein: Ein Unternehmen kann Markt­glaubwürdigkeit aufbauen, Beziehungen entwickeln und proprietäres Wissen über Vietnam erlangen, bevor es eine größere Investitionsentscheidung trifft.

Das Prinzip bleibt: Die Unternehmensstruktur sollte der kommerziellen Gelegenheit folgen – nicht sie bestimmen.

8. Netz und Speicher nicht ignorieren

Ein Stromprojekt ist nicht allein deshalb wertvoll, weil es Strom erzeugen kann. Dieser Strom muss jemanden erreichen, der ihn nutzen und bezahlen kann.

Die sich schnell verändernde Erzeugungsmischung Vietnams macht Übertragung, Netzmanagement und Speicher zunehmend wichtig.

Im überarbeiteten PDP8‑Rahmen strebt Vietnam bis 2030 etwa 10.000–16.300 MW Batteriespeicherkapazität an. Das Ministerium für Industrie und Handel hat zudem angegeben, dass konzentrierte Solarprojekte Speicher mit einem Mindestverhältnis von 10 % der installierten Kapazität für zwei Stunden integrieren sollen.

Dies schafft eine bedeutende Investitionschance. BESS sollte daher nicht nur als Zubehör zu Solar oder Wind betrachtet werden, sondern als Teil der wirtschaftlichen Architektur des Projekts.

Ebenso sollte die Netz­analyse vor der Investitionsentscheidung erfolgen – nicht danach. Ein Projekt mit hervorragenden erneuerbaren Ressourcen, aber gravierenden Übertragungsengpässen, kann eine schlechte Investition sein. Ein Projekt mit etwas geringeren natürlichen Ressourcen, aber ausgezeichnetem Netzzugang, Speicherfähigkeit und starker Kundenbasis kann erheblich wertvoller sein.

9. Über die reine Erzeugung hinausdenken

Die Energie­transformation Vietnams geht weit über Wind‑ und Solarparks hinaus. Der überarbeitete PDP8 verdeutlicht den Umfang der erforderlichen Entwicklung über Erzeugung, Speicherung, Übertragung, neue Technologien und das gesamte Stromsystem.

Dies eröffnet große Chancen für Unternehmen, die nicht unbedingt Erzeugungsanlagen besitzen möchten.

Mögliche Eintrittspunkte sind:

  • Programmmanagement
  • Projektmanagement
  • Owner’s Engineering
  • EPC und Bauleitung
  • Netzengineering
  • Übertragungsinfrastruktur
  • BESS
  • Offshore-Wind-Infrastruktur
  • Hafen- und Marineinfrastruktur
  • Industrielle Energiesysteme
  • Rechenzentrumsinfrastruktur
  • Smart-Grid-Technologien
  • Digitale Energiesteuerung
  • Technische Beratung
  • Spezialausrüstungen
  • Projektkontrollen

Für viele internationale Ingenieur‑ und Infrastrukturunternehmen kann ein dienstleistungsorientierter Einstieg der risikoärmste erste Schritt in den vietnamesischen Energiemarkt sein. Diese lokale operative Position kann später zur Plattform werden, von der aus Investitionsmöglichkeiten entstehen.

10. Kernenergie – Jetzt positionieren, später investieren

Das wiederbelebte Kernenergieprogramm Vietnams sollte anders behandelt werden als konventionelle Investitionen in erneuerbare Energien. Der überarbeitete PDP8 brachte die Kernkraft zurück in die langfristige Erzeugungsstrategie Vietnams, einschließlich der Projekte in Ninh Thuan.

Für viele internationale Unternehmen besteht die unmittelbare Chance nicht unbedingt in einer direkten Investition in ein komplettes Kernkraftwerk. Die realistischere Strategie ist eine frühzeitige Positionierung im umgebenden Ökosystem, etwa in:

  • Engineering
  • Projekt- und Programmmanagement
  • Projektkontrollen
  • Bauleistungen
  • Technologie
  • Nukleare Sicherheit
  • Spezialausrüstung
  • Personalentwicklung
  • Training
  • Lokalisierung
  • Qualitätssicherung
  • Lieferkettenentwicklung

Große Infrastrukturmärkte belohnen in der Regel eine frühe Positionierung. Unternehmen, die während der Vorbereitungsphase Glaubwürdigkeit und Beziehungen aufbauen, sind erheblich besser aufgestellt, wenn bedeutende Ausschreibungspakete auf den Markt kommen.

11. Der 100‑Tage‑Plan für den Markteintritt in Vietnams Energiemarkt

Ein ernsthafter Investor sollte in der Lage sein, innerhalb von etwa 100 Tagen von allgemeinem Marktinteresse zu einer klar definierten Investitionsstrategie zu gelangen.

Tage 1–30: Kartieren und Sichten

  • Vietnam‑Investitionsthese definieren
  • Prioritäre Energiesektoren auswählen
  • Kapitalgrenzen und Renditeanforderungen festlegen
  • Große Stromverbrauchszentren identifizieren
  • Industrieparks, Produktionscluster und andere Großverbraucher kartieren
  • 10–15 potenzielle Projekte und vietnamesische Partner identifizieren
  • Sofortige Vorprüfung von Integrität und Hintergrund jedes potenziellen Partners
  • Ungeeignete Gegenparteien frühzeitig ausschließen
  • Vorprüfung von Planung, Eigentum, Land, Netz, Genehmigungen, Projektstatus und Abnahme

Tage 31–60: Testen und Verifizieren

  • Nur mit den ausgewählten Partnern treffen
  • Vertraulichkeitsvereinbarungen abschließen
  • Projektdokumentation und Datenraumzugang erhalten
  • Red‑Flag‑Due‑Diligence durchführen (rechtlich, regulatorisch, technisch, steuerlich, finanziell, Compliance, kommerziell)
  • Partnerangaben unabhängig verifizieren
  • Netzverfügbarkeit und Abregelungsrisiken testen
  • DPPA‑ oder andere Abnahmestrukturen analysieren
  • Potenzielle Stromverbraucher treffen
  • Projektbewertung und Kapitalbedarf schätzen
  • Vorläufige Transaktionsstrukturen entwickeln
  • 1–2 bevorzugte Chancen auswählen

Tage 61–100: Strukturieren und Umsetzen

  • MoU, Term Sheet oder Exklusivität erst nach bestandenen Due‑Diligence‑Prüfungen verhandeln
  • Vollständige Transaktions‑Due‑Diligence starten
  • Investitions- und Genehmigungsanforderungen bestätigen
  • Optimale Akquisitions‑ oder JV‑Struktur bestimmen
  • Finanzierungsstrategie entwickeln
  • Gesellschaftervereinbarungen verhandeln
  • Abnahmestrategie sichern oder vorantreiben
  • Vietnamesisches Investitionsvehikel gründen, falls erforderlich
  • Regierungs‑ und Regulierungsstrategie entwickeln
  • Transaktionszeitplan vereinbaren
  • Ankerinvestition zur Unterzeichnung führen

Bis Tag 100 sollte der Investor nicht mehr „Vietnam studieren“, sondern:

  • einen verifizierten Partner,
  • ein ausgewähltes Projekt,
  • eine klare Netzstrategie,
  • einen identifizierten Kunden oder Absatzweg,
  • eine regulatorische Roadmap,
  • eine Transaktionsstruktur,
  • einen Finanzierungsplan,
  • und einen definierten Investitionspfad haben.

Schlussfolgerung – Nicht einfach nach Vietnam eintreten, sondern durch das richtige Projekt

Die Energie­transformation Vietnams bietet eine außergewöhnliche Kombination aus steigender Stromnachfrage, industriellem Wachstum, enormem Infrastrukturbedarf, internationalem Dekarbonisierungsdruck und einer Politik, die zunehmend private Investitionen mobilisieren soll.

Doch ein großer Markt bedeutet nicht automatisch eine gute Investition. Der erfolgreiche Investor sollte der Versuchung widerstehen, mit einer Gesellschaft, einem Büro oder einer generischen lokalen Partnerschaft zu beginnen.

Beginnen Sie mit der Investitionsmöglichkeit

Folgen Sie dann einer disziplinierten Reihenfolge:

1. Nachfrage identifizieren Bestimmen Sie die industriellen Verbraucher, Produktionscluster, Rechenzentren und andere große Nutzer, um ein wirtschaftlich widerstandsfähiges Energiegeschäft aufzubauen.

2. Projekt finden Wählen Sie Projekte, die tatsächlich in Vietnams Planungs‑, Netz‑ und Regulierungsrahmen passen.

3. Partner verifizieren – vor substanziellen Partnerschaftsgesprächen Führen Sie eine vollständige Due Diligence in rechtlicher, finanzieller, Compliance‑, Eigentums‑, Reputations‑ und Track‑Record‑Hinsicht durch. Wenn der Partner den Integritätstest nicht besteht: stoppen.

4. Netz verifizieren Eine Erzeugungsanlage ohne realistischen kommerziellen Zugang zum Kunden ist kein Investitionsangebot.

5. Abnahme sichern Verstehen Sie genau, wer den Strom kaufen wird, über welchen Mechanismus und mit welchem kommerziellen Risiko.

6. Projekt‑Due‑Diligence abschließen Validieren Sie Land, Genehmigungen, Eigentum, technische Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Lizenzen und Umsetzungszeitplan.

7. Struktur für Kontrolle und Schutz wählen Wählen Sie Erwerb, Joint Venture, stufenweise Investition oder eine andere Struktur, die Kapital schützt und gleichzeitig Projektfortschritt ermöglicht.

8. Stufenweise investieren Binden Sie Kapitalbereitstellung an messbare regulatorische, technische und kommerzielle Meilensteine.

9. Erste Transaktion als Anker – nicht als Endpunkt Nutzen Sie die erste Investition, um aufzubauen:

  • lokale Umsetzungskompetenz,
  • Regierungs‑ und Branchenbeziehungen,
  • Projektentwicklungswissen,
  • Kundenbeziehungen,
  • Finanzierungskompetenz,
  • eine glaubwürdige operative Erfolgsbilanz.

Dann skalieren.

Die effektivste Formel für den Eintritt in den vietnamesischen Energiemarkt lässt sich in einer Linie zusammenfassen:

Nachfrage → Partner‑Due‑Diligence → Projekt → Netz → Abnahme → Vollständige Due‑Diligence → Struktur → Kapital → Skalierung

Diese Reihenfolge ist entscheidend. Setzen Sie kein Kapital ein, um erst danach die Risiken zu entdecken. Identifizieren Sie die Risiken zuerst – und lassen Sie die Ergebnisse bestimmen, ob Kapital eingesetzt werden sollte.

Für viele internationale Investoren wird die optimale erste Transaktion daher weder eine spekulative Greenfield‑Entwicklung noch eine blinde Akquisition sein. Es wird eine sorgfältig geprüfte Investition, Übernahme oder ein Joint Venture in einem fortgeschrittenen Projekt oder einer Plattform sein – mit einem vollständig geprüften Partner, glaubwürdiger regulatorischer Position, realistischem Netzzugang und identifizierbarer, bankfähiger Nachfrage.

Und die erste Transaktion sollte niemals nur als ein vietnamesisches Energieprojekt betrachtet werden. Sie sollte als Anker für eine langfristige Vietnam‑Energieplattform konzipiert sein.

Von diesem Anker aus kann der Investor expandieren in:

  • Erneuerbare Erzeugung,
  • Speicherung,
  • Unternehmensstromversorgung,
  • Netzinfrastruktur,
  • Industrielle Energielösungen,
  • Offshore-Wind,
  • Großprojekt-Dienstleistungen,
  • und langfristig auch in Vietnams breiteres Kernenergie- und Energiesystem.

Vietnam mangelt es nicht an Energiechancen. Was fehlt – und was anspruchsvolle Investoren bieten können – ist die disziplinierte Umwandlung dieser Chancen in ordnungsgemäß geprüfte, finanzierbare und umsetzbare Investitionen.

Der Wettbewerbsvorteil wird daher nicht dem Investor gehören, der zuerst nach Vietnam kommt, sondern dem, der richtig eintritt: durch die richtige Gelegenheit, mit dem richtigen Partner, nach der richtigen Due Diligence, mit der richtigen Struktur – und mit einem klaren Skalierungsplan.

Das ist der praktische Weg in den vietnamesischen Energiemarkt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den Autor Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.

VIETNAM’S ENERGY OPPORTUNITY: FROM MARKET POTENTIAL TO INVESTABLE PROJECTS

A Practical Action Plan for Successful Market Entry

Vietnam is entering one of the most consequential periods of energy-sector expansion in Southeast Asia.

Rapid economic growth, industrialization, increasing electricity demand, the continuing relocation and expansion of international manufacturing into Vietnam, growing data-centre demand, and the decarbonization requirements of multinational corporations are converging with an unprecedented expansion of the country’s power system.

Vietnam’s revised Power Development Plan VIII (“PDP8”), approved under Decision No. 768/QD-TTg dated 15 April 2025, significantly expanded the country’s ambitions for renewable energy, battery storage, grid infrastructure and nuclear power. The revised planning framework envisages approximately USD 134.7 billion of investment through 2030 and potentially more than USD 500 billion through 2050. (moit.gov.vn⁠)

For international investors, developers, utilities, infrastructure funds, engineering companies, technology providers and project-management specialists, however, the key question is no longer simply whether Vietnam offers an attractive energy opportunity.

The real question is: how should an international participant enter Vietnam’s energy market in a manner that is commercially viable, scalable, legally secure and capable of producing an investable project?

The answer is not simply to establish a Vietnamese subsidiary and start looking for opportunities.

The more effective sequence is:

Identify the opportunity.
Verify the partner.
Validate the project.
Secure the route to market.
Structure the investment.
Then deploy capital.

That distinction is fundamental.

1. START WITH THE INVESTMENT THESIS – NOT THE CORPORATE VEHICLE

Vietnam should not initially be approached as a conventional greenfield market.

Before establishing a final investment structure, an investor should determine precisely which part of Vietnam’s energy transition best matches its capital, technology, expertise and risk appetite.

The opportunity extends considerably beyond conventional solar and wind generation.

The revised PDP8 substantially increased targets for onshore and nearshore wind, offshore wind and battery storage. It also reintroduced nuclear power and calls for very substantial development of transmission and other energy infrastructure. (Trade.gov⁠)

Potential areas of market entry therefore include:

  • renewable generation, particularly wind and solar;
  • battery energy storage systems (“BESS”);
  • grid and transmission infrastructure;
  • corporate renewable-power and direct power purchase arrangements;
  • industrial-zone energy infrastructure;
  • LNG and gas-to-power;
  • offshore wind and associated marine infrastructure;
  • engineering, programme and project management;
  • smart-grid and digital energy solutions;
  • energy infrastructure for data centres and advanced manufacturing;
  • equipment and technology supply;
  • energy-efficiency solutions; and
  • longer-term nuclear engineering, construction, technology, training and supply-chain opportunities.

The first step should therefore be the preparation of a Vietnam Energy Investment Thesis defining:

What sector do we want to enter?
How much capital are we prepared to deploy?
What level of development risk are we prepared to accept?
Do we seek control, a strategic minority investment or a service position?
What return do we require?
What is our investment horizon?
And how can Vietnam become a scalable regional platform rather than a single isolated transaction?

Only after answering those questions should projects and partners be shortlisted.

2. THE FASTEST ROUTE MAY BE TO BUY OR PARTNER RATHER THAN BUILD FROM ZERO

For many international investors, the most efficient entry route will be an acquisition, joint venture or strategic development partnership with an established Vietnamese developer, rather than developing the first project entirely from greenfield stage.

A capable Vietnamese developer may bring valuable local capabilities:

  • an existing development pipeline;
  • knowledge of the permitting environment;
  • established land-development experience;
  • local implementation capacity;
  • understanding of provincial procedures;
  • familiarity with power-sector institutions; and
  • access to existing project opportunities.

The foreign investor can contribute:

  • capital;
  • technology;
  • international project-development expertise;
  • financing capability;
  • international governance standards;
  • major-project management expertise;
  • global customer relationships; and
  • access to international strategic partners.

If properly structured, that combination can significantly shorten the route from market entry to a bankable project.

But acquiring or partnering in an “energy project” is not enough.

The investor must acquire the right project – and, even more importantly, work with the right partner.

3. APPLY A STRICT INVESTMENT GATE BEFORE CAPITAL IS COMMITTED

Vietnam’s energy opportunity is considerable, but both project quality and partner quality can vary substantially.

A disciplined investor should therefore apply a strict investment-gate system before entering into substantive partnership arrangements or committing material capital.

GATE 1 – COMPLETE DUE DILIGENCE ON THE POTENTIAL PARTNER

This is one of the most important elements of the entire market-entry strategy.

A complete due diligence review of the proposed Vietnamese partner, project sponsor, developer or shareholder group should take place before substantive partnership discussions become advanced.

The investor should know exactly who it is dealing with before deciding how it wishes to invest with them.

This means that partner due diligence should not be postponed until after a joint-venture structure has already been commercially agreed.

It should help determine whether that discussion should take place at all.

The review should examine, among other matters:

  • ultimate beneficial ownership and actual control;
  • ownership history and unexplained changes in shareholders;
  • corporate structure and related companies;
  • financial standing;
  • funding capability;
  • outstanding indebtedness and security arrangements;
  • tax position where material;
  • litigation and arbitration history;
  • enforcement and insolvency history;
  • regulatory and compliance history;
  • anti-bribery and anti-corruption risks;
  • sanctions exposure;
  • politically exposed persons and relationships presenting compliance or reputational concerns;
  • relationships with related parties;
  • actual development track record;
  • experience obtaining and maintaining energy, investment, construction and land approvals;
  • historical dealings with provincial and central authorities;
  • disputes with previous investors, banks, contractors, suppliers or JV partners;
  • market reputation;
  • technical and management capability;
  • the accuracy of claimed project-development achievements;
  • whether the partner genuinely owns or controls the projects or development rights it claims to control; and
  • willingness to operate under transparent international governance, reporting, audit and compliance standards.

This investigation should be sufficiently advanced before the investor:

  • shares substantial commercially sensitive information;
  • enters exclusivity;
  • signs a binding joint-venture framework;
  • advances development funding;
  • pays a significant deposit;
  • becomes dependent upon the proposed partner; or
  • publicly associates its reputation with that partner.

A good project attached to the wrong partner can become a bad investment very quickly.

Likewise, a well-connected partner cannot transform a fundamentally defective project into a bankable one.

GATE 2 – COMPLETE DUE DILIGENCE ON THE PROJECT

Only after the proposed partner has passed preliminary diligence should the investor proceed to detailed assessment of the actual asset or development opportunity.

At minimum, the investor should verify:

Planning:
Is the project properly included within the applicable national, regional or provincial planning and implementation framework?

Investment approvals:
Are the relevant investment approvals valid, complete, current and capable of supporting the contemplated transaction?

Project ownership:
Does the proposed seller, sponsor or joint-venture partner actually own the relevant company, rights, assets and development position?

Land:
Are the project site and land-use arrangements legally secured? Are there outstanding compensation, clearance, lease, land-use-purpose or term issues?

Grid:
Is there a realistic grid-connection solution? What transmission upgrades are required? Who bears their cost? What are the congestion and curtailment risks?

Offtake:
Who ultimately pays for the electricity? Under what contractual structure? What is the credit quality of the counterparty?

DPPA:
Can the project and intended electricity consumers participate in the applicable direct power trading regime?

Permitting:
What environmental, construction, electricity, fire-safety and other approvals have been obtained, and which remain outstanding?

Technical feasibility:
Do resource, design, equipment and site conditions support the projected output?

Financing:
Can lenders obtain an acceptable security package? Is the proposed revenue model sufficiently bankable?

Corporate liabilities:
Does the project company contain historical tax, employment, litigation, shareholder, related-party or other liabilities?

Development timetable:
Can all remaining approvals and implementation milestones realistically be achieved?

Economics:
Does the project remain financially viable when realistic assumptions are applied for connection costs, curtailment, construction costs, financing, taxation and delays?

The investor should then classify the opportunity:

GREEN – partner and project are investable.

AMBER – investment may proceed only after clearly identified conditions are satisfied and risks mitigated.

RED – do not enter the partnership and do not invest.

This front-loaded due diligence can save months of negotiations and substantial professional fees.

The principle should be simple: in Vietnam, due diligence should not begin after the partnership has effectively been agreed. It should determine whether the partnership discussion should begin at all.

4. FOLLOW THE CUSTOMER – THE DIRECT POWER MARKET CHANGES THE INVESTMENT MODEL

One of the most significant developments in Vietnam’s electricity sector is the development of direct electricity trading.

Decree No. 57/2025/ND-CP created the regulatory mechanism for direct electricity trading between renewable-energy generators and large electricity consumers, including arrangements through private connection lines and through the national grid. (Chính Phủ⁠)

That regime was subsequently amended by Decree No. 243/2026/ND-CP, issued and effective on 26 June 2026. (Vanban Chinh Phu⁠)

The commercial significance is substantial.

Instead of beginning with the question:

“Where can we build another power plant?”

investors should increasingly begin with:

“Where are Vietnam’s strongest electricity consumers – and what generation, storage and infrastructure do they need?”

This fundamentally changes project origination.

Industrial parks, major manufacturing centres, electronics producers, data centres and multinational companies increasingly value access to reliable and cleaner electricity.

That allows sophisticated investors to think beyond an isolated generation asset and towards an integrated business model combining:

Generation + Storage + Grid Access + Corporate Demand + Contractual Offtake.

5. BUILD A PORTFOLIO AROUND DEMAND – NOT A COLLECTION OF UNRELATED PROJECTS

A strong Vietnam energy strategy should aim to create a coherent platform rather than accumulate disconnected assets.

The investor should map:

Major load centres → industrial zones → large electricity consumers → available generation → grid capacity → storage requirements → direct power/offtake opportunities.

This may produce substantially greater commercial resilience than investing in isolated projects purely because they happen to be available for sale.

For example, a renewable-generation portfolio combined with BESS and strategically located industrial demand may create a more attractive long-term proposition than a stand-alone generation facility with a single conventional route to market.

The ultimate objective should be to build an energy ecosystem around demand.

6. SELECT THE VIETNAMESE PARTNER AS CAREFULLY AS THE PROJECT

Once the initial partner diligence has been passed, the question becomes whether the parties can construct a durable working relationship.

The joint-venture documentation should therefore be treated as an investment-protection instrument, not merely a company-formation document.

Depending upon the structure, protections should include:

  • clearly defined capital obligations;
  • reserved matters;
  • board representation;
  • minority protections;
  • information rights;
  • audit rights;
  • anti-dilution mechanisms;
  • related-party controls;
  • anti-corruption and compliance undertakings;
  • restrictions on competing activities;
  • transfer restrictions;
  • change-of-control provisions;
  • deadlock procedures;
  • default provisions;
  • valuation mechanisms;
  • call and put rights where appropriate;
  • exit rights;
  • dispute-resolution provisions; and
  • robust governing-law and enforcement arrangements.

The principle is:

Local capability is valuable. Local dependency is dangerous.

An international investor should benefit from its Vietnamese partner’s strengths without becoming unable to protect or exit its own investment.

7. STRUCTURE THE INVESTMENT ONLY AFTER THE OPPORTUNITY HAS BEEN VALIDATED

Once the partner and project have passed preliminary investment gates, the investor can select the most suitable transaction structure.

Depending upon the opportunity, this might include:

Share Acquisition

Acquire an equity interest in an existing Vietnamese project company.

Joint Venture

Establish or invest in a Vietnamese development platform together with a credible domestic partner.

Portfolio Investment

Acquire or develop interests in several projects under a single strategic platform.

Staged Development Partnership

Provide development capital against clearly defined milestones, with further equity deployed only when agreed conditions have been achieved.

Strategic Minority Investment

Take a protected minority interest while retaining rights over material decisions.

Service-Led Market Entry

For engineering, project-management, technology and infrastructure companies, the first entry may be through contracts and mandates rather than capital investment.

This can be particularly effective.

A company can establish market credibility, build relationships and develop proprietary knowledge of Vietnam before making a larger investment decision.

The principle remains:

The corporate structure should follow the commercial opportunity – not determine it.

8. DO NOT IGNORE GRID AND STORAGE

A power project is not valuable merely because it can generate electricity.

That electricity must reach somebody who can use and pay for it.

Vietnam’s rapidly changing generation mix makes transmission, grid management and storage increasingly important.

Under the revised PDP8 framework, Vietnam targets approximately 10,000–16,300 MW of battery storage capacity by 2030. The Ministry of Industry and Trade has also indicated that concentrated solar projects are expected to incorporate storage at a minimum ratio of 10% of installed capacity for two hours. (moit.gov.vn⁠)

This creates a significant investment opportunity in its own right.

BESS should therefore not merely be viewed as an accessory to solar or wind.

It should be analysed as part of the economic architecture of the project.

Likewise, grid analysis should happen before the acquisition decision, not after it.

A project with exceptional renewable resources but serious transmission constraints may be a poor investment.

A project with slightly lower natural resources but excellent grid access, storage capability and a strong customer base may be substantially more valuable.

9. THINK BEYOND RENEWABLE GENERATION

Vietnam’s energy transformation is much broader than the development of wind and solar farms.

The revised PDP8 itself illustrates the scale of required development across generation, storage, transmission, new technologies and the broader electricity system. (Trade.gov⁠)

This creates major opportunities for businesses that do not necessarily wish to own generation assets.

Potential entry points include:

  • programme management;
  • project management;
  • owner’s engineering;
  • EPC and construction management;
  • grid engineering;
  • transmission infrastructure;
  • BESS;
  • offshore-wind supporting infrastructure;
  • port and marine infrastructure;
  • industrial energy systems;
  • data-centre electricity infrastructure;
  • smart-grid technologies;
  • digital energy management;
  • technical consulting;
  • specialist equipment supply; and
  • project controls.

For many international engineering and infrastructure businesses, service-led entry may be the lowest-risk first step into the Vietnamese energy market.

That local operating position can later become the platform from which investment opportunities are originated.

10. NUCLEAR – POSITION NOW, INVEST LATER

Vietnam’s revived nuclear programme should be treated differently from conventional renewable investments.

The revised PDP8 brought nuclear power back into Vietnam’s long-term generation strategy, including the Ninh Thuan nuclear projects. (Trade.gov⁠)

For many international businesses, the immediate opportunity is not necessarily direct investment in an entire nuclear plant.

The more realistic strategy may be to position early in the surrounding ecosystem:

  • engineering;
  • project and programme management;
  • project controls;
  • construction services;
  • technology;
  • nuclear safety;
  • specialist equipment;
  • workforce development;
  • training;
  • localisation;
  • quality assurance; and
  • supply-chain development.

Major infrastructure markets tend to reward early positioning.

Companies that establish credibility and relationships during the preparatory stages may be considerably better placed when significant procurement packages enter the market.

11. THE 100-DAY VIETNAM ENERGY MARKET ENTRY PLAN

A serious investor should be capable of moving from general market interest to a defined investment strategy within approximately 100 days.

DAYS 1–30: MAP AND SCREEN

Define the Vietnam investment thesis.

Select priority energy subsectors.

Define capital limits and required returns.

Identify major electricity-demand centres.

Map industrial parks, manufacturing clusters and other major users.

Identify approximately 10–15 prospective projects and Vietnamese partners.

Immediately undertake preliminary integrity and background diligence on every potential partner.

Eliminate unsuitable counterparties before serious negotiations begin.

Conduct preliminary:

  • planning review;
  • ownership review;
  • land review;
  • grid review;
  • licensing review;
  • project-status review; and
  • offtake analysis.

Reduce the initial universe to approximately three to five credible opportunities.

DAYS 31–60: TEST AND VERIFY

Meet only the shortlisted partners.

Execute appropriate confidentiality arrangements.

Obtain project documentation and data-room access.

Undertake red-flag:

  • legal due diligence;
  • regulatory due diligence;
  • technical due diligence;
  • tax due diligence;
  • financial due diligence;
  • compliance due diligence; and
  • commercial due diligence.

Verify the partner’s claims independently.

Test grid availability and curtailment risk.

Analyse DPPA or other offtake structures.

Meet potential electricity consumers where appropriate.

Determine indicative project valuation.

Estimate the required capital.

Develop preliminary transaction structures.

Select one or two preferred opportunities.

DAYS 61–100: STRUCTURE AND EXECUTE

Negotiate an MoU, term sheet or exclusivity arrangement only after the principal due-diligence gates have been satisfied.

Launch full transaction due diligence.

Confirm the required investment and regulatory approvals.

Determine the optimal acquisition or JV structure.

Develop the financing strategy.

Negotiate the shareholder arrangements.

Secure or advance the offtake strategy.

Establish the Vietnamese investment vehicle where necessary.

Develop the government and regulatory engagement strategy.

Agree the transaction timetable.

Move the selected anchor investment toward signing.

By Day 100, the investor should no longer be “studying Vietnam.”

It should have:

a verified partner;
a selected project;
a clear grid strategy;
an identified customer or route to market;
a regulatory roadmap;
a transaction structure;
a financing plan; and
a defined path toward investment.

CONCLUSION – DO NOT SIMPLY ENTER VIETNAM: ENTER THROUGH THE RIGHT PROJECT

Vietnam’s energy transition presents an exceptional combination of rapidly increasing electricity demand, major industrial growth, enormous infrastructure requirements, international decarbonisation pressure and a policy environment increasingly designed to mobilise substantial private investment.

But a large market does not automatically produce a good investment.

The successful international investor should therefore avoid the temptation to start with a company, office or generic local partnership.

Start with the investment opportunity.

Then follow a disciplined sequence:

1. FIND THE DEMAND

Identify the industrial consumers, manufacturing clusters, data centres and other major users around which an economically resilient energy business can be built.

2. FIND THE PROJECT

Select projects that genuinely fit Vietnam’s planning, grid and regulatory framework.

3. VERIFY THE PARTNER – BEFORE SUBSTANTIVE PARTNERSHIP DISCUSSIONS

Conduct complete legal, financial, compliance, ownership, reputation and track-record due diligence.

If the partner fails the integrity test, stop.

4. VERIFY THE GRID

A generation asset without a commercially realistic route to the customer is not an investment proposition.

5. SECURE THE OFFTAKE

Understand exactly who will buy the electricity, under which mechanism and at what commercial risk.

6. COMPLETE PROJECT DUE DILIGENCE

Validate land, approvals, corporate ownership, technical feasibility, project economics, licensing and implementation timetable.

7. STRUCTURE FOR CONTROL AND PROTECTION

Choose acquisition, JV, staged investment or another structure that protects capital while allowing the project to move forward.

8. INVEST IN STAGES

Where appropriate, tie capital deployment to measurable regulatory, technical and commercial milestones.

9. MAKE THE FIRST TRANSACTION AN ANCHOR – NOT AN END POINT

Use the first investment to establish:

  • local execution capability;
  • government and industry relationships;
  • project-development knowledge;
  • customer relationships;
  • financing capability; and
  • a credible operating track record.

Then scale.

The most effective formula for entering Vietnam’s energy market can therefore be summarized in one line:

Demand → Partner Due Diligence → Project → Grid → Offtake → Full Due Diligence → Structure → Capital → Scale.

That sequence matters.

Do not commit capital and then discover the risks.
Identify the risks first – and let the results determine whether capital should be committed at all.

For many international investors, the optimum first transaction will therefore not be a speculative greenfield development and not a blind acquisition.

It will be a carefully screened investment, acquisition or joint venture in an advanced project or platform, with a fully diligence partner, credible regulatory position, realistic grid access and identifiable bankable demand.

And the first transaction should never be viewed simply as one Vietnamese energy project.

It should be designed as the anchor for a long-term Vietnam energy platform.

From that anchor, the investor can expand into renewable generation, storage, corporate power supply, grid infrastructure, industrial energy solutions, offshore wind, major-project services and, over time, Vietnam’s wider nuclear and energy infrastructure ecosystem.

Vietnam does not lack energy opportunities.

What it lacks—and what sophisticated investors can provide—is the disciplined conversion of those opportunities into properly diligence, financeable and executable investments.

The competitive advantage will therefore belong not to the investor who enters Vietnam first, but to the investor who enters correctly: through the right opportunity, with the right partner, after the right due diligence, using the right structure—and with a clear plan to scale.

That is the practical route into Vietnam’s energy market.

***

For more information on the above, please do not hesitate to contact the author Dr. Oliver Massmann under omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann is the General Director of Duane Morris Vietnam LLC.

ベトナムにおけるバイオマス発電 2026年 – 融資可能なPPAを巡る競争 第12号通達が外国人投資家にとってゲームチェンジャーとなる理由 – そしてPPAの背後にいる機関や人物を把握することが、プロジェクトの資金調達完了を左右する理由 

執筆:オリバー・マスマン博士 (Dr. Oliver Massmann) デュアン・モリス・ベトナムLLC パートナー兼総支配人

ベトナムのバイオマス発電セクターは、根本的に新たな局面を迎えています。

長年にわたり、外国人投資家は主に固定価格買取制度(FIT)、投資ライセンス、および利用可能な農業残渣という観点からベトナムのバイオマスを評価してきました。 しかし、そのアプローチはもはや十分ではありません。

現在、ベトナムははるかに洗練された電力市場へと移行しつつあります。プロジェクトごとの価格設定、交渉による電力販売契約(PPA)、直接電力購入契約(DPPA)、競争的電力市場への参加、系統へのアクセス、原料の確保、そしてプロジェクト・ファイナンスにおける融資適格性(バンカビリティ)が、バイオマスプロジェクトの成否を決定づけるようになっています。

外国人ディベロッパー、インフラファンド、電力会社、戦略的投資家、および金融機関にとって、これは機会と複雑さの双方をもたらします。

今日における極めて重要な問いは、もはや単なる「ベトナムでバイオマス発電所を開発できるか?」ではありません。 真に問われるべきは以下の点です。

  • 融資可能な(バンカブルな)PPAを交渉できるか?
  • その売電価格でプロジェクト・ファイナンスを支えることができるか?
  • 金融機関は、出力制御、法令変更、契約解除、支払い、および為替リスクに対して十分な保護を得られるか?
  • 債務返済期間およびプロジェクトの全期間を通じて、十分かつ安定した原料確保が可能か?
  • ベトナムのDPPA制度を通じて、プロジェクトは企業のオフテイカー(電力引取者)にアクセスできるか?

そして、おそらく最も重要な問いは次の通りです。 投資家は、ベトナムのどの機関の、どの責任ある意思決定者が、重要な商業的および規制上の課題を実際にコントロールしているかを正確に理解しているか?

本格的な投資家にとって、これらの疑問は、すでに数百万ドルの資金が投じられた後ではなく、プロジェクト開発の初期段階で対処されるべきものです。

1. ベトナムはバイオマス発電の大幅な拡大を計画しています

2025年4月15日付の首相決定第768号/QĐ-TTgにより承認された「改訂版第8次国家電力開発計画(PDP8)」において、バイオマスは将来の電源構成において重要な役割を与えられています。

ベトナムは以下の目標を掲げています。

  • 2030年までに 約1,523~2,699 MWのバイオマス発電
  • 2050年までに 4,829~6,960 MW

政府は、農業、林業、木材加工の残渣を利用し、環境保護とサーキュラーエコノミー(循環型経済)に同時に貢献するバイオマスおよび廃棄物発電プロジェクトを特に奨励しています。(政府方針) これはベトナムにとって特に重要です。

ベトナムには、以下から発生する豊富なバイオマス資源があります。

  • 米の生産
  • サトウキビ
  • コーヒー
  • キャッサバ
  • ココナッツ
  • 林業
  • 木材加工
  • 畜産および農業活動
  • 産業用有機廃棄物

また、バイオマスは不安定な再生可能エネルギーに比べて、技術的に重要な利点を持っています。 太陽光や風力とは異なり、適切に構築されたバイオマス発電所は、給電指令に従った再生可能エネルギーの発電、比較的高い設備利用率、そして適切な場合には熱電併給(コージェネレーション)を提供することができます。

これにより、バイオマスは以下の周辺において特に魅力的なものとなります。

  • 工業団地
  • 製糖工場
  • 精米施設
  • パルプ・製紙工場
  • 木材加工クラスター
  • 食品加工施設
  • 電力と蒸気の両方を必要とする産業消費者

最も強力なプロジェクトとは、エネルギー生産、原料供給、および産業消費が、融資可能な一つの経済的エコシステムとして統合されているものになっていくでしょう。

2. 外国人投資家は過去の「FITはいくらか?」という考え方を捨てなければなりません

歴史的に、ベトナムのバイオマス分野に参入する投資家は、しばしば次のような質問から始めていました。 「バイオマスのFIT(固定価格買取価格)はいくらですか?」 その質問の妥当性は薄れつつあります。

ベトナムは、プロジェクト固有の電力価格設定フレームワークへと移行しており、発電価格とPPAの経済性は、根本的な投資および運営の前提条件によって裏付けられなければならなくなっています。

これは国際的投資家にとって、商業戦略を単に公表されたFITを適用することから、次のようにシフトさせなければならないことを意味します。 すなわち、価格の根拠を構築し、説得力のある財務前提条件を準備し、PPAを交渉し、結果として得られる収益構造が資金調達可能であることを確実にすることです。

これは大きな変化です。 同時に、電力分野の弁護士、財務アドバイザー、技術コンサルタントが、開発サイクルのもっと早い段階で連携しなければならないことも意味しています。

3. 商工省第12/2025/TT-BCT号通達:外国人投資家にとって最も重要なPPAの進展

これは、ベトナムの電力プロジェクトにおける外国人投資家にとって、最も重要な法整備と言えるかもしれません。

商工省(MOIT)の第12/2025/TT-BCT号通達は、PPAの規定された主要内容が、売電者と買電者の間での交渉および署名の基礎となることを明確に定めています。 さらに重要なのは、第19条において、売電者と買電者がベトナムの法律を遵守する限り、追加の契約条項を交渉し合意する権利を有すると明記されている点です。(LuatVietnam)

これは強調に値します。 PPAはもはや、単に受け入れるだけの定型契約として見なされるべきではありません。 第12号通達は、交渉のための明確な規制上の基盤を作り出しました。 これは、資金調達を可能にする(バンカブルにする)ための大きな機会です。

このフレームワークはその後、第54/2025/TT-BCT号通達などによって修正されており、したがって、個々のプロジェクトごとに最新の統合された制度を慎重に検討する必要があります。統合された規定においても、引き続きPPAの交渉による修正と補足が想定されています。(moit.gov.vn)

しかし、国際的な金融機関にとって、PPAが「交渉可能」であることを知るだけでは不十分です。 重要な問いは次の通りです。 「具体的に何を交渉すべきか?」

4. 融資可能な(バンカブルな)バイオマスPPAの条件とは?

バンカブルなPPAとは、単に価格が記載された契約書ではありません。 国際的なプロジェクト・ファイナンスのレンダー(貸し手)は、事実上すべての主要なプロジェクトリスクの配分を精査します。

ベトナムのバイオマスプロジェクトにおいて、投資家はPPAが以下の事項を適切に処理しているかを慎重に評価すべきです。

支払い保証(Payment security 支払いのリスクを誰が負うか? 支払いが遅延した場合、どうなるか? 遅延損害金と執行のメカニズムは適切か? プロジェクトの収益で国内外の債務を安全に返済できるか?

出力制御とみなし発電(Curtailment and deemed generation 発電所が技術的に稼働可能で発電の準備ができているにもかかわらず、系統の混雑、系統運用者の指示、または出力制御により電力の給電ができない場合、どうなるか? レンダーは、プロジェクト会社がそのリスクを全面的に負うのかどうかを確認したがります。

法令変更(Change in law バイオマス発電所は20〜30年間稼働する可能性があります。 その間、電力規制、環境基準、税制、系統ルール、および技術要件がすべて変更される可能性があります。 したがって、PPAに適切な法令変更のメカニズムがあるかを検討する必要があります。

契約解除に伴う補償(Termination compensation これは最も重要なバンカビリティ条項の一つです。 プロジェクトの未返済債務が返済される前にPPAが解除された場合、どのような補償が得られるか? 国際的なレンダーは、契約解除時の支払いが未返済の債務や投資資本を適切に保護しないプロジェクトには融資をしたがらない可能性があります。

レンダーの介入権(Lender step-in rights プロジェクト・ファイナンスのレンダーは通常、プロジェクトの主要契約が解除される前に、デフォルト(債務不履行)を治癒したり、プロジェクトに介入(ステップイン)したりする機会を期待します。 これはPPAだけでなく、以下においても検討されるべきです。

  • 土地の契約
  • 原料供給契約
  • EPC契約
  • O&M契約
  • (法的に可能な場合)プロジェクトの主要な許可

為替リスク(Foreign-exchange risk プロジェクトがベトナム・ドンで収益を受け取る一方で、多額の債務、設備、EPCコストがUSD、EUR、JPY、KRWなどの外貨建てである場合があります。 投資家は、事業の初日からそのミスマッチをモデル化しなければなりません。

不可抗力(Force majeure 定義が重要です。 同様に以下の点も重要です。

  • 通知義務
  • 免責期間
  • 損害軽減義務
  • 長期化する不可抗力
  • 解除権
  • 補償への影響

給電および系統リスク(Dispatch and grid risk PPAは以下と併せて分析されなければなりません。

  • 系統連系契約
  • 系統運用ルール
  • 給電義務
  • 計量に関する取り決め
  • 電力市場ルール
  • NSMOの要件

試運転とCOD(商業運転開始日)(Commissioning and COD 商業運転のメカニズムは以下と整合している必要があります。

  • EPCのスケジュール
  • 資金調達のマイルストーン
  • 系統の可用性
  • 試験手順
  • 性能保証
  • 最終期限(ロングストップ・デート)

紛争解決(Dispute resolution 投資家は、関連する取引スキームの下でベトナム法がどのような紛争解決の選択肢を認めているか、そしてそのメカニズムがレンダーや投資委員会の要件を満たすかどうかを正確に理解する必要があります。

5. 12号通達は機会を創出するが、すべての条項が自動的に受け入れられるわけではない

外国人投資家は現実的になるべきです。 第12号通達があるからといって、国際的なレンダーが要求するすべての条項がベトナムの買電者に自動的に受け入れられるわけではありません。 また、規制上の制限が消滅するわけでもありません。

第12号通達が提供しているのは、極めて価値のあるものです。それは、 当事者がPPAを交渉し、補足するための明確な法的根拠です。

これにより戦略が変わります。 標準の条文の欠陥を単に指摘するのではなく、外国人投資家は構造化された「バンカビリティ交渉パッケージ」を準備すべきです。 提案する各修正案について、投資家は以下の点を説明できなければなりません。

  1. なぜその条項が必要なのか
  2. どのプロジェクトリスクに対処するものか
  3. なぜレンダーがそれを要求するのか
  4. ベトナム法においてそれが許可されているか
  5. 他で同等のリスク配分が存在するか
  6. 同じ目的を達成するための代替案(ドラフト)は何か
  7. そのリスクがプロジェクト会社に残された場合、経済的にどのような影響があるか

したがって、最良のPPA交渉は、外国法のスタイルに基づく修正リストとして行われるものではありません。 それは、「バンカビリティ(融資適格性)に関する対話」として行われるべきなのです。

6. 最も過小評価されている要因:PPAの問題を実際にコントロールしているのは誰かを把握する

外国人投資家はしばしば、「ベトナム政府との交渉」と大まかに語ることがあります。 それでは、電力プロジェクトを成功させるには不正確すぎます。 すべてを決定する単一の機関は存在しません。 問題ごとに、責任を負う機関は異なります。

プロジェクトのスキームにもよりますが、関連する機関のステークホルダーには以下が含まれます。

商工省(MOIT MOITは、電力セクターの政策と規制の中心です。 その電力当局は、以下の点に関して重要な役割を果たしています。

  • 電力価格の算定手法
  • 発電価格のフレームワーク
  • 市場規制
  • 電力法の施行
  • PPAの規制
  • 規制に関するガイダンス

ベトナム電力グループ(EVN EVNはベトナムの電力セクターにおいて最も重要な機関の一つであり、多くの系統連系プロジェクトにおいて不可欠な商業パートナーまたはステークホルダーです。

EVN電力取引会社(EVNEPTC 従来の電力プロジェクトにおいて、EVNEPTCはEVNシステム内で実質的なPPA交渉と電力取引の機能を担っているため、特に重要となります。 外国人投資家は、法人レベルでのEVNだけでなく、問題となっている商業的課題の交渉を実際に担当しているのはどの部門かを理解する必要があります。

国家電力系統・市場運用会社(NSMO NSMOは以下の点で決定的な役割を果たします。

  • 系統運用
  • 給電指令
  • 市場運用
  • 市場の決済
  • 国家系統を利用したDPPAの実施 競争的電力市場に参加するプロジェクトにとって、NSMOの役割は根本的なものとなり得ます。

地方当局 関連する省人民委員会および省の各部局は、以下において重要になる場合があります。

  • プロジェクトの実施
  • 土地
  • 地域計画
  • 建設
  • 環境に関する調整
  • 投資手続き
  • 地域のインフラ

送配電会社および電力公社 関連する送電または配電事業者は、以下に直接影響する問題を管理している場合があります。

  • 系統連系
  • 技術設計
  • 計量
  • 相互接続工事
  • 受電・送電開始

7. PPAの背後にいる関係者を把握することで、プロジェクトの実行力は飛躍的に向上する

この点は正しく理解されるべきです。 これは特別扱いを受けるためのものではありません。 以下を知るためのものです。

  • 特定の問題について法的な責任を負っているのは誰か
  • 技術的な専門知識を持っているのは誰か
  • 交渉の権限を持っているのは誰か
  • 逸脱事項を承認しなければならないのは誰か
  • 規制上の指針を提供しなければならないのは誰か
  • ある機関が行動を起こす前に、どの機関に協議しなければならないか
  • 責任を持って提案を承認する前に、意思決定者がどのような書類を必要としているか

ベトナムの電力プロジェクトは高度に組織的・制度的です。 投資家は、解決する権限を持たない組織を相手に問題を追求し、数ヶ月を無駄にする可能性があります。 逆に、意思決定の構造を適切にマッピング(可視化)する投資家は、効率性を大幅に向上させることができます。

すべての主要なPPAの課題について、機関別の責任マトリックスを作成することをお勧めします。 例:

課題主な窓口機関
PPAの商業交渉関連する電力買電者 / EVNEPTC
発電価格の算定手法MOIT / 管轄の電力当局
系統連系関連する送配電事業者
給電指令NSMO
卸売電力市場NSMO / 管轄の市場機関
DPPAの登録NSMO および関連当事者
土地 / プロジェクトの実施地方当局
環境承認管轄の環境当局

正確な役割分担は、プロジェクトごとに確認する必要があります。 この機関マッピングは、正式なPPA交渉が始まる前に行われるべきです。

8. 新たなルール:プロジェクトが完全に形になる前にPPA交渉の準備をする

従来の開発手順は、しばしば次のようになります。 用地 → 投資ライセンス → EPC → PPA → 資金調達

本格的な外国人投資家にとって、これは危険なアプローチになり得ます。 より良いアプローチは次の通りです。 バンカビリティ(融資適格性)から始めて、逆算する。

多額の開発資金を投入する前に、投資家は以下を理解しておくべきです。 「ファイナンシャル・クローズ(資金調達完了)の際、レンダーは何を要求するのか?」 そして、それに応じてプロジェクトを構築します。

コアとなるパッケージには通常、以下のものが含まれます。 PPA + 原料 + 土地 + 系統 + 許可 + EPC + O&M + 保険 + 資金調達 + 投資保護

これらの文書は独立して作成することはできません。 例えば:

  • PPAのCOD(商業運転開始日)は、EPCのスケジュールと一致していなければなりません。
  • ローンの満期は、プロジェクトと土地の期間に適合していなければなりません。
  • 契約解除時の補償は、未返済の債務と連動していなければなりません。
  • 原料の確保は、予測される発電量を支えるものでなければなりません。
  • 系統の可用性は、財務モデルを裏付けるものでなければなりません。
  • 為替リスクは、債務返済にモデル化されていなければなりません。

これらの問題はすべて、最終的にPPAで交差します。

9. バイオマス特有の融資上の課題:原料(フィードストック)

太陽光発電の投資家は燃料供給契約を交渉しません。 バイオマスの投資家は交渉します。 この違いは決定的です。

5年後に燃料が尽きてしまう発電所であれば、20年間のPPAにはほとんど価値がありません。 したがって、外国人投資家は原料に関する厳密なデューデリジェンスを実施しなければなりません。

それは以下を理解することを意味します。

  • 年間取扱量
  • 競合する用途
  • 収集半径
  • 輸送コスト
  • 季節ごとの供給可能性
  • 水分量
  • 発熱量
  • コンタミネーション(不純物の混入)
  • 保管要件
  • 価格の上昇
  • 代替原料
  • 農業の動向
  • 気候リスク
  • 契約の法的強制力

適切な原料供給契約(Feedstock Supply Agreement)には、以下の事項が明記されている必要があります。

  • 最低年間供給量
  • 品質仕様
  • 納入スケジュール
  • 価格設定手法
  • エスカレーション(価格の段階的引き上げ)
  • 代替対応
  • ペナルティ
  • 担保・保証
  • 不可抗力
  • 契約解除
  • (適切な場合)レンダーへの譲渡または介入権

数千の小規模な農業サプライヤーに依存するプロジェクトの場合、ディベロッパーは以下を必要とするかもしれません。

  • 協同組合
  • アグリゲーター(集約業者)
  • 収集センター
  • 複数の供給契約
  • 緩衝用の在庫(バッファ)
  • 代替燃料への対応能力

このように、バイオマスのバンカビリティは2つの柱の上に成り立っています。 収益面での「PPA」と、運営コスト面での「原料供給契約」です。 その両方がレンダーを満足させるものでなければなりません。

10. DPPAがバイオマスをさらに魅力的にする

ベトナムのDPPA(直接電力購入契約)制度は、さらなる機会を創出しています。

政令第57/2025/NĐ-CP号は、再生可能エネルギー発電事業者と大口電力使用者との間での直接的な電力購入のための枠組みを確立しました。 重要なのは、国家系統を利用するDPPAの適格対象として、以下を利用する再生可能エネルギー発電事業者が明確にカバーされていることです。 風力、太陽光、またはバイオマスを使用し、設備容量が10 MW以上で、国家系統に接続し、競争的卸売電力市場に直接参加するもの。(EVN)

政府はその後、2026年6月26日付の政令第243/2026/NĐ-CP号により、DPPAおよび再生可能エネルギーの枠組みを改正しました。つまり、現在のプロジェクトは2025年の旧ルールのみに依存するのではなく、改正された2026年の制度を使用して構築されなければなりません。(EVN)

これは外国人投資家にとって決定的な2026年のアップデートです。 したがって、バイオマスプロジェクトには、潜在的に2つの非常に異なるオフテイク(電力引取)モデルが存在することになります。

11. 選択肢1:従来の系統連系型PPA

従来のモデルは依然として非常に重要です。 利点としては以下が挙げられます。

  • 確立された電力セクターの契約相手
  • 確立された規制構造
  • 慣れ親しんだ決済メカニズム
  • ベトナムの国家電力システムへの統合

しかし、プロジェクトは依然として、商業的に成り立つ価格と、十分にバンカブルなリスク配分を交渉しなければなりません。 それゆえ、第12号通達が中心的な役割を果たすことになります。 投資家はPPAを受け取った後に単にレビューするべきではありません。 完全に構築されたバンカビリティのポジションを持って交渉に臨むべきです。

12. 選択肢2:企業向けDPPA(直接電力購入契約)

もう一つの選択肢は、DPPA制度の下で大口電力消費者に直接、または契約上リンクした形で供給を行うことです。 これは、以下を求める多国籍企業にとって特に魅力的となる可能性があります。

  • 再生可能電力
  • 脱炭素化
  • ESGコンプライアンス
  • スコープ2排出量の削減
  • 長期的なエネルギー価格の可視性
  • サプライチェーン排出量の削減

バイオマスの場合、産業顧客がバイオマス資源の近くに位置している場合、これは特に強力なモデルとなります。 例えば以下のようなケースです。 精米残渣 → バイオマス発電所 → 産業電力顧客 または: 木材残渣 → コージェネレーション → 電力 + 蒸気 → 製造施設 または: サトウキビのバガス → CHP(熱電併給) → 産業ユーザー + 系統電力

これらのモデルは、同じ燃料源から複数の経済的利益を生み出すことができます。 しかし、DPPAが自動的にバンカビリティを意味するわけではありません。 投資家は以下を分析しなければなりません。

  • 企業のオフテイカー(引取者)の信用力
  • 電力市場へのエクスポージャー
  • ベーシスリスク(価格変動リスク)
  • 決済
  • 系統利用料金
  • 顧客のデフォルト(債務不履行)
  • オフテイカーの代替リスク
  • 契約解除時の補償
  • 担保・保証のアレンジ
  • 規制変更

13. 魅力的なプロジェクトは複数の収益源を持つ可能性がある

洗練されたバイオマス投資家は、必ずしも電力販売だけを唯一の収益源と見なすべきではありません。 技術やプロジェクトの構造によっては、収益は以下のものから得られる可能性があります。

  • 電力
  • 蒸気 / 熱エネルギー
  • 廃棄物の処分または処理
  • バイオ炭
  • 灰またはその他の有用な副産物
  • 炭素関連の環境価値(クレジット等)
  • 産業の脱炭素化サービス

収益構造が多様化していればいるほど、プロジェクトが一つの売電価格に依存する度合いは低くなります。 しかし、それぞれの収益源は法的かつ契約的に保証されていなければなりません。

14. 巨額の資本を投じる前に外国人投資家が答えるべき10の質問

多額の開発費が発生する前に、少なくとも以下の10の質問に対する明確な答えを得ることをお勧めします。

  1. そのプロジェクトは、ベトナムの適用される電力開発計画の枠組みに適合しているか?
  2. 投資および融資の全期間にわたり、土地の権利は確保されているか?
  3. 債務の全期間にわたり、現実的な価格で十分な原料が確保可能か?
  4. 系統連系は技術的および商業的に実行可能か?
  5. 適用される電力価格のフレームワークは何か?
  6. 第12号通達に基づき、バンカビリティを向上させるためにどの条項を交渉できるか?
  7. 従来のPPAとDPPAのどちらが商業的に優れているか?
  8. それぞれの承認、価格設定、系統、およびPPAの問題をコントロールしているのはベトナムのどの機関か?
  9. 外国人投資家にはどのような投資協定上の保護が適用されるか?
  10. 契約パッケージ全体で国際的なプロジェクト・ファイナンスを実現できるか?

投資家がこれらの質問に答えられない場合、そのプロジェクトはおそらくまだ投資の準備が整っていません。

15. 紛争が発生する前に国際的な投資保護を検討しなければならない

外国人投資家はまた、取引の初期段階で投資保護の構造化を検討すべきです。 国籍や企業構造によっては、既存の二国間または多国間の投資協定が、特定の政府の行為に対する保護を提供する場合があります。 CPTPP(環太平洋パートナーシップに関する包括的及び先進的な協定)は、適格なCPTPP管轄の投資家にとって特に関連性があります。 欧州の投資家も、引き続きEU・ベトナム投資保護協定の動向を注視すべきです。

重要なのはタイミングです。 協定を活用するための構造化は、紛争が予見される前に行わなければなりません。 紛争がすでに発生した後で、協定の管轄権を得るためだけに再編できると安易に想定することはできません。 したがって、プロジェクトの構築、資金調達、および投資保護は一緒に検討されるべきです。

16. なぜ第12号通達がバイオマスプロジェクト開発において最も価値のあるツールになり得るのか

第12号通達は考え方を変えるものです。 第12号通達以前、外国人投資家はしばしば、法定契約のどの条項が気に入らないかを特定することが主な法務プロセスであるかのように、ベトナムのPPAにアプローチしていました。 それはもはや、最も生産的なアプローチではありません。

より良い問いは次の通りです。 ベトナムの現行の規制フレームワークの下で、私たちが合法的に交渉できる最もバンカブルなPPAとは何か?

この問いは、はるかに洗練された議論への扉を開きます。 それは以下の関係者間の調整を必要とします。

  • 投資家
  • 法務顧問
  • レンダー
  • 財務アドバイザー
  • 技術アドバイザー
  • EPCコントラクター
  • 原料の専門家
  • 電力買電者
  • EVN / EVNEPTC
  • MOIT
  • NSMO
  • 関連する地方当局

第12号通達はその法的な突破口を提供します。 経験豊富なプロジェクト弁護士は、その法的な突破口を、商業的に有用な契約上の保護へと変換しなければなりません。

17. 当社が推奨するPPA交渉戦略

真剣な外国のバイオマスディベロッパーに対し、私たちは5つのステージを通じてPPAにアプローチすることを推奨します。

ステージ1 – バンカビリティ・ギャップ分析 提案されたベトナムのPPAと、想定される国際的なレンダーの要件を比較します。 以下を特定します。

  • 決定的なギャップ
  • 望ましい改善点
  • ベトナム法の制約
  • 商業的な代替案

ステージ2 – ステークホルダー・マッピング 各問題を実際に誰がコントロールしているかを特定します。 「政府」という一般的な枠組みでアプローチしてはなりません。 どの問題が以下に属するかを決定します。

  • MOIT
  • 電力買電者
  • EVN / EVNEPTC
  • NSMO
  • 送配電機関
  • 地方当局
  • またはその他の管轄機関

ステージ3 – 優先順位付け すべての条項が等しい交渉リソースに値するわけではありません。 資金調達を実際に妨げる可能性のある条項を特定します。 それらを優先すべきです。

ステージ4 – 交渉 修正案を以下とともに提示します。

  • 法的根拠
  • 資金調達上の理由
  • 経済的説明
  • 代替案 目的は対立することではありません。 ベトナムの機関が承認でき、かつ国際的なレンダーが融資できる構造を創り出すことです。

ステージ5 – 資金調達との整合性 商業的な原則が合意されたら、PPAが以下と連動していることを確認します。

  • 融資関連文書
  • EPC契約
  • 原料供給契約
  • 系統連系
  • 土地関連文書
  • O&M契約
  • 保険 これは、一見小さなドラフトの問題が、数百万ドル規模の経済的影響を及ぼす可能性があるフェーズです。

18. 責任ある意思決定者を知ることはプロジェクトの資産である

外国人投資家は、組織・機関に関する経験の価値を過小評価することがあります。 ベトナムにおいて、電力セクターが実際にどのように機能しているかを理解することは、膨大な時間の節約につながります。

成功するプロジェクトチームは以下を知るべきです。

  • 誰と話すべきか
  • いつアプローチすべきか
  • 彼らがどのような権限を持っているか
  • 彼らがどのような情報を必要としているか
  • 彼らがどのような懸念を抱く可能性が高いか
  • 次の機関が行動を起こす前に、どのような承認が必要か

責任ある担当官や商業的パートナーと専門的な関係を築き、透明性のある対話を維持し、彼らの役割・権限を理解することは、プロジェクトの実行効率を飛躍的に高めることができます。 これは法律の代わりになるものではありません。 複雑なインフラストラクチャー事業において、法律が効果的に実行されるための手段なのです。

結論ベトナムのバイオマスにおける機会は本物だが、多くの場合PPAがプロジェクトの成否を決める

ベトナムには資源があります。 ベトナムには電力需要があります。 ベトナムには野心的なバイオマスの目標があります。 現在ベトナムには、近代化された電力フレームワーク、DPPA制度、そして極めて重要なこととして、第12/2025/TT-BCT号通達による、明示的に交渉可能なPPAの枠組みがあります。

外国人投資家にとって、これは大きな機会を意味します。 しかし、勝者は単に最大のバイオマス資源を見つけた者ではありません。 最強のプロジェクトを構築した投資家こそが勝者となるのです。

それは以下を意味します。

  • 安定した原料の確保
  • 融資可能な土地の権利
  • 現実的な系統アクセス
  • 適切な資金調達
  • 洗練されたDPPAまたは従来のオフテイク戦略
  • そして何よりも:バンカブル(融資可能)な電力販売契約(PPA)

したがって、第12号通達は単なる一つの実施規則以上のものとして見なされるべきです。 これは、投資家と電力買電者が、ベトナム法の下で追加のPPA条項を交渉するための法的基盤を生み出しています。

その結果、PPAの準備と交渉の質がこれまで以上に重要になっています。 外国人投資家は、以下の点を明確に理解した上で交渉に臨むべきです。

  • レンダーの要件
  • ベトナムの規制上の制限
  • 価格算定手法
  • EVNおよびEVNEPTCの手続き
  • NSMOの要件
  • 系統の制約
  • 地方での承認
  • DPPAの選択肢
  • そして、各問題に責任を持つ機関の意思決定者

開発プロセスの初期段階から、専門的かつ透明性をもって、PPAの背後にいる人物や機関を知ることは、プロジェクトを構想から交渉へ、交渉から資金調達完了へ、そして資金調達完了から商業運転の成功へと進める見込みを劇的に向上させます。

ベトナムのバイオマスにおける機会は、単に農業残渣を電力に変換することだけではありません。 それは、ベトナムの類まれな再生可能資源を、法的に安全で、商業的に成り立ち、国際的に融資可能なインフラプロジェクトへと変換することなのです。

そして2026年現在、第12号通達とバンカブルなPPAの交渉は、まさにその機会の中心にあります。

上記に関する詳細については、著者であるオリバー・マスマン博士(omassmann@duanemorris.com)までご遠慮なくお問い合わせください。オリバー・マスマン博士は、デュアン・モリス・ベトナムLLCの総支配人を務めています。

Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann – Biomassekraft 2026 – Das Rennen um bankfähige PPAs

Warum die Rundverfügung Nr. 12 das Spiel für ausländische Investoren verändert – und warum das Wissen über die Institutionen und Personen hinter dem PPA darüber entscheiden kann, ob ein Projekt den finanziellen Abschluss erreicht

Vietnams Biomasse‑Energiesektor tritt in eine grundlegend neue Phase ein

Über viele Jahre betrachteten ausländische Investoren Biomasse in Vietnam vor allem durch die Brille von Einspeisetarifen, Investitionslizenzen und verfügbaren landwirtschaftlichen Reststoffen. Dieser Ansatz reicht heute nicht mehr aus.

Vietnam bewegt sich nun auf einen deutlich ausgereifteren Strommarkt zu, in dem projektspezifische Preisgestaltung, ausgehandelte Stromabnahmeverträge (PPAs), direkte Stromkaufverträge (DPPA), Teilnahme am Wettbewerbsmarkt für Elektrizität, Netzzugang, Versorgungssicherheit bei Brennstoffen und die Bankfähigkeit der Projektfinanzierung zunehmend darüber entscheiden, ob ein Biomasseprojekt erfolgreich ist.

Für ausländische Entwickler, Infrastrukturfonds, Energieversorger, strategische Investoren und Kreditgeber bedeutet dies gleichermaßen Chance und Komplexität. Die entscheidende Frage lautet heute nicht mehr einfach: „Können wir ein Biomassekraftwerk in Vietnam entwickeln?“

Die eigentlichen Fragen sind:

  • Können wir ein bankfähiges PPA verhandeln?
  • Unterstützt der Tarif die Projektfinanzierung?
  • Erhalten Kreditgeber ausreichenden Schutz gegen Abregelung, Gesetzesänderungen, Vertragsbeendigung, Zahlungsverzug und Wechselkursrisiken?
  • Gibt es genügend gesicherte Brennstoffversorgung für die gesamte Schuldendienst‑ und Projektlaufzeit?
  • Kann das Projekt über das vietnamesische DPPA‑Regime einen industriellen Stromabnehmer erreichen?
  • Und vielleicht am wichtigsten: Versteht der Investor genau, welche vietnamesischen Institutionen – und welche verantwortlichen Entscheidungsträger innerhalb dieser Institutionen – die wesentlichen kommerziellen und regulatorischen Fragen tatsächlich kontrollieren?

Für ernsthafte Investoren sollten diese Fragen gleich zu Beginn der Projektentwicklung beantwortet werden – nicht erst, nachdem bereits Millionen von US‑Dollar gebunden wurden.

1. Vietnam plant deutlich mehr Biomassekraft

Der überarbeitete Stromentwicklungsplan VIII, genehmigt durch Entscheidung Nr. 768/QĐ‑TTg vom 15. April 2025, weist der Biomasse eine wichtige Rolle im zukünftigen Strommix zu.

Vietnam strebt an:

  • etwa 1.523–2.699 MW Biomassekraft bis 2030, und
  • 4.829–6.960 MW bis 2050.

Die Regierung fördert ausdrücklich Biomasse‑ und Waste‑to‑Energy‑Projekte, die landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und holzverarbeitende Reststoffe nutzen und gleichzeitig zum Umweltschutz sowie zur Kreislaufwirtschaft beitragen.

Dies ist für Vietnam besonders bedeutsam. Das Land verfügt über reichhaltige Biomasseressourcen aus:

  • Reisproduktion,
  • Zuckerrohr,
  • Kaffee,
  • Maniok,
  • Kokosnuss,
  • Forstwirtschaft,
  • Holzverarbeitung,
  • Viehzucht und landwirtschaftliche Aktivitäten,
  • industrielle organische Abfallströme.

Biomasse besitzt zudem einen wichtigen technischen Vorteil gegenüber intermittierenden erneuerbaren Energien. Im Gegensatz zu Solar und Wind kann ein entsprechend strukturiertes Biomassekraftwerk steuerbare erneuerbare Erzeugung, vergleichsweise hohe Auslastungsfaktoren und – in geeigneten Fällen – Kraft‑Wärme‑Kopplung bieten.

Dies macht Biomasse besonders attraktiv in der Nähe von:

  • Industrieparks,
  • Zuckerfabriken,
  • Reismühlen,
  • Zellstoff‑ und Papierwerken,
  • Holzverarbeitungsclustern,
  • Lebensmittelverarbeitungsbetrieben,
  • industriellen Verbrauchern mit Bedarf an Strom und Dampf.

Die stärksten Projekte werden zunehmend jene sein, bei denen Energieerzeugung, Brennstoffversorgung und industrieller Verbrauch in einem bankfähigen wirtschaftlichen Ökosystem integriert sind.

2. Ausländische Investoren müssen das alte „Was ist der FIT?“‑Denken vergessen

Historisch begannen Investoren, die sich Vietnams Biomassesektor näherten, häufig mit einer Frage: „Wie hoch ist der Biomasse‑Einspeisetarif?“

Diese Frage verliert zunehmend an Bedeutung. Vietnam bewegt sich hin zu einem projektspezifischen Strompreisrahmen, in dem Erzeugungspreise und die Wirtschaftlichkeit von PPAs zunehmend durch zugrunde liegende Investitions‑ und Betriebsannahmen gestützt werden müssen.

Für internationale Investoren bedeutet dies, dass die kommerzielle Strategie sich wegbewegen muss vom bloßen Anwenden eines veröffentlichten FIT und hin zu:

  • Aufbau eines Tarifmodells,
  • Vorbereitung belastbarer finanzieller Annahmen,
  • Verhandlung des PPA,
  • Sicherstellung, dass die resultierende Erlösstruktur finanzierbar ist.

Das ist eine wesentliche Veränderung. Es bedeutet auch, dass Stromrechtsanwälte, Finanzberater und technische Berater viel früher im Entwicklungszyklus zusammenarbeiten müssen.

3. Rundverfügung 12/2025/TT‑BCT: Die wichtigste PPA‑Entwicklung für ausländische Investoren

Dies könnte die bedeutendste rechtliche Entwicklung für ausländische Investoren in vietnamesischen Energieprojekten sein.

Die Rundverfügung Nr. 12/2025/TT‑BCT des Ministeriums für Industrie und Handel sieht ausdrücklich vor, dass die vorgeschriebenen Hauptinhalte des PPA die Grundlage für die Verhandlung und Unterzeichnung zwischen Stromverkäufer und Stromkäufer bilden.

Noch wichtiger: Artikel 19 stellt ausdrücklich klar, dass Verkäufer und Käufer das Recht haben, zusätzliche Vertragsbestimmungen auszuhandeln und zu vereinbaren, sofern diese mit vietnamesischem Recht vereinbar sind.

Dies verdient besondere Betonung. Das PPA ist nicht länger lediglich als Formularvertrag zu betrachten, der akzeptiert werden muss. Rundverfügung 12 schafft eine ausdrückliche regulatorische Grundlage für Verhandlungen. Das ist eine bedeutende Chance für Bankfähigkeit.

Der Rahmen wurde anschließend geändert, u. a. durch Rundverfügung Nr. 54/2025/TT‑BCT, und das derzeit konsolidierte Regime sollte daher für jedes einzelne Projekt sorgfältig geprüft werden. Die konsolidierten Bestimmungen sehen weiterhin ausgehandelte Änderungen und Ergänzungen von PPAs vor.

Für einen internationalen Kreditgeber reicht es jedoch nicht aus, lediglich zu wissen, dass ein PPA „verhandelbar“ ist. Die entscheidende Frage lautet: Was sollte tatsächlich verhandelt werden?

4. Was macht ein Biomasse‑PPA bankfähig?

Ein bankfähiges PPA ist nicht einfach ein Vertrag mit einem Tarif. Internationale Projektfinanzierer prüfen die Zuweisung praktisch jedes wesentlichen Projektrisikos.

Für Biomasseprojekte in Vietnam sollten Investoren sorgfältig bewerten, ob das PPA die folgenden Punkte angemessen behandelt:

  • Zahlungssicherheit
    • Wer trägt das Zahlungsrisiko?
    • Was passiert bei verspäteter Zahlung?
    • Sind Verzugszinsen und Durchsetzungsmechanismen angemessen?
    • Können Projekterlöse sicher sowohl inländische als auch ausländische Schulden bedienen?
  • Abregelung und fingierte Erzeugung
    • Was passiert, wenn die Anlage technisch verfügbar ist, aber Strom aufgrund von Netzüberlastung, Systemanweisungen oder Abregelung nicht eingespeist werden kann?
    • Ein Kreditgeber wird wissen wollen, ob die Projektgesellschaft dieses Risiko vollständig trägt.
  • Gesetzesänderungen
    • Eine Biomasseanlage kann 20–30 Jahre betrieben werden.
    • Stromregulierung, Umweltstandards, Steuern, Netzregeln und technische Anforderungen können sich in dieser Zeit ändern.
    • Das PPA muss daher geeignete Mechanismen für Gesetzesänderungen enthalten.
  • Entschädigung bei Vertragsbeendigung
    • Eines der wichtigsten Bankfähigkeitskriterien.
    • Wenn das PPA beendet wird, bevor die ausstehenden Projektschulden zurückgezahlt sind, welche Entschädigung steht zur Verfügung?
    • Internationale Kreditgeber könnten sich weigern, ein Projekt zu finanzieren, wenn Beendigungszahlungen die ausstehenden Schulden und das investierte Kapital nicht ausreichend schützen.
  • Rechte der Kreditgeber zum Eingreifen
    • Projektfinanzierer erwarten normalerweise die Möglichkeit, Vertragsverletzungen zu heilen oder in das Projekt einzutreten, bevor die Hauptverträge beendet werden können.
    • Dies sollte nicht nur im PPA berücksichtigt werden, sondern auch in:
      • Grundstücksvereinbarungen,
      • Brennstofflieferverträgen,
      • EPC‑Verträgen,
      • O&M‑Verträgen,
      • wesentlichen Projektgenehmigungen, soweit rechtlich möglich.
  • Wechselkursrisiko
    • Einnahmen können in Vietnamesischem Dong erfolgen, während erhebliche Schulden, Ausrüstungen und EPC‑Kosten in USD, EUR, JPY, KRW oder einer anderen Fremdwährung denominiert sind.
    • Investoren müssen diese Diskrepanz von Anfang an modellieren.
  • Höhere Gewalt
    • Definitionen sind entscheidend.
    • Ebenso:
      • Meldepflichten,
      • Entlastungszeiträume,
      • Minderungspflichten,
      • langanhaltende höhere Gewalt,
      • Kündigungsrechte,
      • Entschädigungsfolgen.
  • Einspeisung und Netzrisiko
    • Das PPA muss zusammen mit folgenden Dokumenten analysiert werden:
      • Netzanschlussvereinbarung,
      • Systembetriebsregeln,
      • Einspeiseverpflichtungen,
      • Messregelungen,
      • Strommarktvorschriften,
      • Anforderungen der NSMO.
  • Inbetriebnahme und COD
    • Der kommerzielle Betriebsmechanismus muss abgestimmt sein mit:
      • EPC‑Zeitplan,
      • Finanzierungsmeilensteinen,
      • Netzverfügbarkeit,
      • Testverfahren,
      • Leistungsgarantien,
      • Long‑Stop‑Terminen.
  • Streitbeilegung
    • Investoren sollten genau verstehen, welche Streitbeilegungsoptionen das vietnamesische Recht im jeweiligen Transaktionsrahmen zulässt und ob diese Mechanismen Kreditgeber und Investitionsausschüsse zufriedenstellen.

5. Rundverfügung 12 schafft eine Chance – aber nicht jede Klausel wird automatisch akzeptiert

Ausländische Investoren sollten realistisch bleiben. Rundverfügung 12 bedeutet nicht, dass jede von einem internationalen Kreditgeber gewünschte Klausel automatisch vom vietnamesischen Käufer akzeptiert wird. Ebenso bedeutet sie nicht, dass regulatorische Beschränkungen verschwinden.

Was Rundverfügung 12 jedoch bietet, ist etwas äußerst Wertvolles: eine ausdrückliche rechtliche Grundlage für die Parteien, das PPA zu verhandeln und zu ergänzen.

Das verändert die Strategie. Anstatt lediglich Defizite im Standardwortlaut zu identifizieren, sollten ausländische Investoren ein strukturiertes Bankability‑Verhandlungspaket vorbereiten.

Für jede vorgeschlagene Änderung sollte der Investor erklären können:

  1. warum die Klausel erforderlich ist;
  2. welches Projektrisiko sie adressiert;
  3. warum Kreditgeber sie verlangen;
  4. ob vietnamesisches Recht sie zulässt;
  5. ob vergleichbare Risikoallokationen anderswo bestehen;
  6. welche alternative Formulierung dasselbe Ziel erreichen könnte;
  7. welche wirtschaftlichen Folgen entstehen, wenn das Risiko bei der Projektgesellschaft verbleibt.

Die besten PPA‑Verhandlungen werden daher nicht als Liste von Änderungen im Stil ausländischer Rechtsordnungen geführt, sondern als Bankability‑Dialog.

6. Der meist unterschätzte Faktor: Wissen, wer die PPA‑Fragen tatsächlich kontrolliert

Ausländische Investoren sprechen manchmal allgemein davon, „mit der vietnamesischen Regierung zu verhandeln“. Das ist zu ungenau, um ein erfolgreiches Energieprojekt zu entwickeln.

Es gibt keine einzelne Institution, die alles entscheidet. Unterschiedliche Fragen fallen in die Zuständigkeit verschiedener Stellen. Je nach Projektstruktur können die relevanten institutionellen Stakeholder umfassen:

  • Ministerium für Industrie und Handel (MOIT) Zentral für Politik und Regulierung im Stromsektor. Seine Behörden spielen wichtige Rollen bei:
    • Strompreis‑Methodologien,
    • Rahmen für Erzeugungspreise,
    • Marktregulierung,
    • Umsetzung des Elektrizitätsgesetzes,
    • PPA‑Regulierung,
    • regulatorische Leitlinien.
  • Vietnam Electricity – EVN Eine der wichtigsten Institutionen im vietnamesischen Stromsektor und ein wesentlicher kommerzieller Vertragspartner oder Stakeholder bei vielen netzgebundenen Projekten.
  • EVN Electric Power Trading Company – EVNEPTC Für konventionelle Energieprojekte besonders wichtig, da sie innerhalb des EVN‑Systems wesentliche PPA‑Verhandlungen und Stromhandelsfunktionen übernimmt. Investoren sollten nicht nur EVN auf Unternehmensebene verstehen, sondern auch, welche Einheit tatsächlich für die Verhandlung des betreffenden kommerziellen Themas zuständig ist.
  • National Power System and Market Operation Company – NSMO Spielt eine zentrale Rolle bei:
    • Systembetrieb,
    • Dispatch,
    • Marktbetrieb,
    • Marktabrechnung,
    • Umsetzung nationaler Netz‑DPPA‑Regelungen. Für Projekte im Wettbewerbsmarkt kann die Rolle der NSMO grundlegend werden.
  • Provinzbehörden Die zuständige Provinzvolkskomitees und Abteilungen sind wichtig für:
    • Projektdurchführung,
    • Grundstücksfragen,
    • lokale Planung,
    • Bau,
    • Umweltkoordination,
    • Investitionsverfahren,
    • lokale Infrastruktur.
  • Netzgesellschaften und Stromkonzerne Die zuständigen Übertragungs‑ oder Verteilungsunternehmen können Fragen kontrollieren, die direkt betreffen:
    • Anschluss,
    • technische Planung,
    • Messung,
    • Netzverknüpfungsarbeiten,
    • Inbetriebnahme.

7. Die Personen hinter dem PPA zu kennen, kann die Projektdurchführung erheblich verbessern

Dieser Punkt sollte richtig verstanden werden. Es geht nicht um bevorzugte Behandlung. Es geht darum zu wissen:

  • wer die rechtliche Verantwortung für ein bestimmtes Thema trägt;
  • wer über technische Expertise verfügt;
  • wer zur Verhandlung befugt ist;
  • wer Abweichungen genehmigen muss;
  • wer regulatorische Leitlinien geben muss;
  • welche Institution konsultiert werden muss, bevor eine andere handeln kann;
  • welche Unterlagen Entscheidungsträger benötigen, bevor sie einen Vorschlag verantwortungsvoll genehmigen können.

Vietnamesische Energieprojekte sind stark institutionell geprägt. Ein Investor kann Monate verlieren, wenn er ein Thema bei einer Organisation verfolgt, die schlicht keine Befugnis zur Lösung hat. Umgekehrt kann ein Investor, der die Entscheidungsstruktur korrekt abbildet, die Effizienz erheblich steigern.

Für jedes wesentliche PPA‑Thema empfehlen wir die Erstellung einer Matrix der institutionellen Zuständigkeiten.

Beispiel:

ThemaHauptinstitutionelle Schnittstelle
PPA‑kommerzielle VerhandlungRelevanter Stromkäufer / EVNEPTC
Methodologie der ErzeugungspreiseMOIT / zuständige Strombehörde
NetzanschlussZuständiges Übertragungs‑/Verteilungsunternehmen
DispatchNSMO
GroßhandelsstrommarktNSMO / zuständige Marktinstitutionen
DPPA‑RegistrierungNSMO und relevante Parteien
Grundstück/ProjektdurchführungProvinzbehörden
UmweltgenehmigungZuständige Umweltbehörde

Die genaue Zuständigkeitsverteilung muss für jedes Projekt bestätigt werden. Diese institutionelle Abbildung sollte vor Beginn formeller PPA‑Verhandlungen erfolgen.

8. Die neue Regel: Vorbereitung auf die PPA‑Verhandlung, bevor das Projekt vollständig entwickelt ist

Die traditionelle Entwicklungsabfolge sieht oft so aus: Standort → Investitionslizenz → EPC → PPA → Finanzierung

Für einen ernsthaften ausländischen Investor kann das gefährlich sein. Ein besserer Ansatz lautet: Mit der Bankfähigkeit beginnen und rückwärts arbeiten.

Bevor erhebliche Entwicklungskapitalmittel gebunden werden, sollte der Investor verstehen: Was werden die Kreditgeber beim Financial Close verlangen? Dann sollte das Projekt entsprechend strukturiert werden.

Das Kernpaket umfasst normalerweise: PPA + Brennstoffversorgung + Grundstück + Netz + Genehmigungen + EPC + O&M + Versicherung + Finanzierung + Investitionsschutz.

Diese Dokumente können nicht unabhängig voneinander entwickelt werden. Beispiele:

  • Ein PPA‑COD‑Datum muss mit dem EPC‑Zeitplan übereinstimmen.
  • Die Kreditlaufzeit muss zur Projekt‑ und Grundstückslaufzeit passen.
  • Entschädigungen bei Vertragsbeendigung müssen mit ausstehenden Schulden interagieren.
  • Brennstoffsicherheit muss die geplante Erzeugung stützen.
  • Netzverfügbarkeit muss das Finanzmodell tragen.
  • Wechselkursrisiken müssen in den Schuldendienst eingepreist werden.

All diese Fragen laufen letztlich im PPA zusammen.

9. Biomasse hat eine einzigartige Bankfähigkeits‑Herausforderung: Brennstoffversorgung

Solarinvestoren verhandeln keine Brennstofflieferverträge. Biomasseinvestoren tun es. Dieser Unterschied ist grundlegend.

Ein 20‑jähriges PPA hat wenig Wert, wenn die Anlage nach fünf Jahren keinen Brennstoff mehr hat. Ausländische Investoren müssen daher eine strenge Due‑Diligence zur Brennstoffversorgung durchführen.

Das bedeutet, zu verstehen:

  • jährliche Volumina,
  • konkurrierende Nutzungen,
  • Sammelradius,
  • Transportkosten,
  • saisonale Verfügbarkeit,
  • Feuchtigkeitsgehalt,
  • Heizwert,
  • Verunreinigungen,
  • Lageranforderungen,
  • Preiseskalation,
  • alternative Brennstoffe,
  • landwirtschaftliche Trends,
  • Klimarisiken,
  • vertragliche Durchsetzbarkeit.

Ein ordnungsgemäßer Brennstoffliefervertrag (Feedstock Supply Agreement) sollte regeln:

  • Mindestjahresmenge,
  • Qualitätsspezifikationen,
  • Lieferplan,
  • Preisgestaltungsmethodik,
  • Eskalation,
  • Substitution,
  • Vertragsstrafen,
  • Sicherheiten,
  • höhere Gewalt,
  • Kündigung,
  • Abtretungs‑ oder Step‑in‑Rechte für Kreditgeber.

Für Projekte, die auf Tausende kleiner landwirtschaftlicher Lieferanten angewiesen sind, können Entwickler benötigen:

  • Genossenschaften,
  • Aggregatoren,
  • Sammelstellen,
  • mehrere Lieferverträge,
  • Pufferlager,
  • alternative Brennstofffähigkeit.

Die Bankfähigkeit von Biomasse ruht daher auf zwei Säulen: dem PPA auf der Erlösseite und dem Brennstoffliefervertrag auf der Kostenseite. Beide müssen Kreditgeber zufriedenstellen.

10. DPPA macht Biomasse noch interessanter

Das vietnamesische DPPA‑Regime schafft eine zusätzliche Chance. Das Dekret Nr. 57/2025/NĐ‑CP etablierte einen Rahmen für direkte Stromkäufe zwischen erneuerbaren Erzeugern und großen Stromverbrauchern.

Wichtig: Die nationale Netz‑DPPA‑Berechtigung umfasst ausdrücklich qualifizierte erneuerbare Erzeuger mit: Wind, Solar oder Biomasse, mit einer Kapazität von 10 MW oder mehr, angeschlossen an das nationale Netz und direkter Teilnahme am Wettbewerbsmarkt für Strom.

Die Regierung änderte das DPPA‑ und Erneuerbare‑Energien‑Regime anschließend durch Dekret Nr. 243/2026/NĐ‑CP vom 26. Juni 2026. Das bedeutet, dass jedes aktuelle Projekt nach dem geänderten Regime von 2026 strukturiert werden muss und nicht allein auf die ursprünglichen Regeln von 2025 vertrauen darf.

Dies ist ein entscheidendes Update für ausländische Investoren im Jahr 2026. Biomasseprojekte haben daher potenziell zwei sehr unterschiedliche Abnahmemodelle.

11. Option Eins: Konventionelles Netz‑PPA

Das konventionelle Modell bleibt hochrelevant. Vorteile können sein:

  • etablierte Vertragspartner im Stromsektor,
  • etablierte regulatorische Strukturen,
  • vertraute Abrechnungsmechanismen,
  • Integration in das nationale Stromsystem Vietnams.

Aber: Das Projekt muss dennoch einen kommerziell tragfähigen Preis und eine ausreichend bankfähige Risikoallokation verhandeln. Rundverfügung 12 wird daher zentral.

Der Investor sollte das PPA nicht erst nach Erhalt prüfen. Er sollte mit einer vollständig entwickelten Bankability‑Position in die Verhandlungen eintreten.

12. Option Zwei: Unternehmens‑DPPA

Die Alternative ist die direkte oder vertraglich gebundene Versorgung großer Stromverbraucher im Rahmen des DPPA‑Regimes. Dies kann besonders attraktiv sein für multinationale Unternehmen, die suchen nach:

  • erneuerbarer Elektrizität,
  • Dekarbonisierung,
  • ESG‑Konformität,
  • Scope‑2‑Reduktionen,
  • langfristiger Energiepreis‑Transparenz,
  • Emissionsminderung in der Lieferkette.

Für Biomasse kann dies besonders wirkungsvoll sein, wenn der industrielle Kunde in der Nähe der Biomassequelle angesiedelt ist.

Beispiele:

  • Reisverarbeitungsreste → Biomassekraftwerk → industrieller Stromverbraucher
  • Holzreste → Kraft‑Wärme‑Kopplung → Strom + Dampf → Produktionsanlage
  • Zuckerrohr‑Bagasse → KWK → industrieller Nutzer + Netzstrom

Diese Modelle können mehrere wirtschaftliche Vorteile aus demselben Brennstoffstrom schaffen.

Allerdings bedeutet DPPA nicht automatisch Bankfähigkeit. Investoren müssen analysieren:

  • Bonität des industriellen Abnehmers,
  • Strommarktrisiko,
  • Basisrisiko,
  • Abrechnung,
  • Netzentgelte,
  • Kundenausfall,
  • Risiko des Ersatzabnehmers,
  • Entschädigung bei Vertragsbeendigung,
  • Sicherheiten,
  • regulatorische Änderungen.

13. Die attraktivsten Projekte können mehrere Einnahmequellen haben

Fortgeschrittene Biomasseinvestoren sollten Stromverkäufe nicht zwingend als einzige Einnahmequelle betrachten. Je nach Technologie und Projektstruktur können Einnahmen potenziell stammen aus:

  • Strom,
  • Dampf / thermische Energie,
  • Abfallentsorgung oder ‑behandlung,
  • Biokohle,
  • Asche oder andere nützliche Nebenprodukte,
  • CO₂‑bezogene Umweltattribute,
  • industrielle Dekarbonisierungsdienste.

Je diversifizierter die Erlösstruktur, desto weniger abhängig ist das Projekt von einem einzigen Tarif. Aber jede Einnahmequelle muss rechtlich und vertraglich abgesichert sein.

14. Zehn Fragen, die ausländische Investoren beantworten sollten, bevor sie ernsthaft Kapital binden

Bevor erhebliche Entwicklungsausgaben getätigt werden, empfehlen wir klare Antworten auf mindestens die folgenden zehn Fragen:

  1. Ist das Projekt mit Vietnams geltendem Stromentwicklungsplan kompatibel?
  2. Sind die Grundstücksrechte für die gesamte Investitions‑ und Finanzierungsperiode gesichert?
  3. Steht ausreichend Brennstoff zu realistischen Preisen für die gesamte Schuldendienstlaufzeit zur Verfügung?
  4. Ist der Netzanschluss technisch und kommerziell machbar?
  5. Welcher Strompreisrahmen gilt?
  6. Welche Bestimmungen können nach Rundverfügung 12 verhandelt werden, um die Bankfähigkeit zu verbessern?
  7. Ist ein konventionelles PPA oder ein DPPA kommerziell überlegen?
  8. Welche vietnamesische Institution kontrolliert jede Genehmigung, jeden Tarif, Netz‑ und PPA‑Aspekt?
  9. Welchen Investitionsschutz durch internationale Verträge hat der ausländische Investor?
  10. Kann das gesamte Vertragswerk internationale Projektfinanzierung erreichen?

Wenn der Investor diese Fragen nicht beantworten kann, ist das Projekt wahrscheinlich noch nicht investitionsreif.

15. Internationaler Investitionsschutz muss vor einem Streitfall berücksichtigt werden

Ausländische Investoren sollten Investitionsschutzstrukturen bereits zu Beginn der Transaktion bedenken. Je nach Nationalität und Unternehmensstruktur können bestehende bilaterale oder multilaterale Investitionsabkommen Schutz gegen bestimmte Formen staatlichen Handelns bieten.

Das CPTPP kann besonders relevant sein für qualifizierte Investoren aus CPTPP‑Jurisdiktionen. Europäische Investoren sollten zudem das EU‑Vietnam‑Investitionsschutzabkommen weiterhin beobachten.

Der entscheidende Punkt ist das Timing. Vertragsstrukturen sollten vor einem absehbaren Streitfall vorgenommen werden. Ein Investor kann nicht sicher annehmen, dass er nach Entstehung eines Konflikts seine Struktur ändern kann, nur um Vertragsgerichtsbarkeit zu erlangen.

Projektstruktur, Finanzierung und Investitionsschutz sollten daher gemeinsam betrachtet werden.

16. Warum Rundverfügung 12 zum wertvollsten Instrument in der Biomasseprojektentwicklung werden könnte

Rundverfügung 12 verändert die Denkweise. Vor Rundverfügung 12 näherten sich ausländische Investoren dem vietnamesischen PPA oft so, als sei die Hauptaufgabe, die ungeliebten Bestimmungen eines gesetzlichen Vertrags zu identifizieren. Das ist nicht mehr der produktivste Ansatz.

Die bessere Frage lautet: Welches ist das bankfähigste PPA, das wir rechtmäßig unter Vietnams aktuellem Regulierungsrahmen verhandeln können?

Diese Frage eröffnet eine wesentlich anspruchsvollere Diskussion. Sie erfordert Koordination zwischen:

  • Investor,
  • Rechtsberater,
  • Kreditgeber,
  • Finanzberater,
  • technischer Berater,
  • EPC‑Unternehmer,
  • Brennstoffspezialisten,
  • Stromabnehmer,
  • EVN/EVNEPTC,
  • MOIT,
  • NSMO,
  • relevante lokale Behörden.

Rundverfügung 12 bietet die rechtliche Öffnung. Erfahrene Projektjuristen müssen diese rechtliche Öffnung dann in kommerziell nützlichen vertraglichen Schutz umwandeln.

17. Unsere empfohlene PPA‑Verhandlungsstrategie

Für ernsthafte ausländische Biomasseentwickler empfehlen wir, das PPA in fünf Phasen anzugehen:

Phase 1 – Bankability‑Gap‑Analyse Vergleichen Sie das vorgeschlagene vietnamesische PPA mit den Anforderungen wahrscheinlicher internationaler Kreditgeber. Identifizieren Sie:

  • kritische Lücken,
  • wünschenswerte Verbesserungen,
  • Beschränkungen nach vietnamesischem Recht,
  • kommerzielle Alternativen.

Phase 2 – Stakeholder‑Mapping Identifizieren Sie, wer tatsächlich jede Frage kontrolliert. Gehen Sie nicht allgemein „auf die Regierung“ zu. Bestimmen Sie, welche Frage gehört zu:

  • MOIT,
  • Stromkäufer,
  • EVN/EVNEPTC,
  • NSMO,
  • Netzgesellschaften,
  • Provinzbehörden,
  • einer anderen zuständigen Institution.

Phase 3 – Priorisierung Nicht jede Klausel verdient gleiches Verhandlungskapital. Identifizieren Sie die Bestimmungen, die die Finanzierung tatsächlich verhindern könnten. Diese sollten Priorität erhalten.

Phase 4 – Verhandlung Präsentieren Sie vorgeschlagene Änderungen zusammen mit:

  • rechtlicher Grundlage,
  • Finanzierungsrationale,
  • wirtschaftlicher Erklärung,
  • Alternativen. Das Ziel sollte nicht Konfrontation sein, sondern eine Struktur, die vietnamesische Institutionen genehmigen und internationale Kreditgeber finanzieren können.

Phase 5 – Finanzierungsabgleich Sobald kommerzielle Prinzipien vereinbart sind, stellen Sie sicher, dass das PPA zusammenpasst mit:

  • Finanzierungsdokumenten,
  • EPC‑Vertrag,
  • Brennstofflieferverträgen,
  • Netzanschluss,
  • Grundstücksdokumenten,
  • O&M‑Vertrag,
  • Versicherung. Hier kann eine scheinbar kleine Formulierungsfrage eine wirtschaftliche Auswirkung in Millionenhöhe haben.

18. Die verantwortlichen Entscheidungsträger zu kennen, ist ein Projektvermögen

Ausländische Investoren unterschätzen manchmal den Wert institutioneller Erfahrung. In Vietnam kann das Verständnis, wie der Stromsektor tatsächlich funktioniert, enorme Zeitersparnis bringen.

Ein erfolgreiches Projektteam sollte wissen:

  • mit wem man sprechen muss,
  • wann man sie ansprechen sollte,
  • welche Befugnisse sie besitzen,
  • welche Informationen sie benötigen,
  • welche Bedenken sie wahrscheinlich haben,
  • welche Genehmigungen erfolgen müssen, bevor die nächste Institution handeln kann.

Der Aufbau professioneller Beziehungen zu den zuständigen Beamten und kommerziellen Vertragspartnern, die Pflege eines transparenten Dialogs und das Verständnis ihres Mandats können die Effizienz der Projektdurchführung erheblich steigern. Dies ersetzt nicht das Gesetz. Es ist die Art und Weise, wie das Gesetz in einem komplexen Infrastrukturprojekt effektiv umgesetzt wird.

Schlussfolgerung – Vietnams Biomassechance ist real, aber das PPA entscheidet oft über das Projekt

Vietnam verfügt über die Ressourcen. Vietnam hat den Strombedarf. Vietnam hat ehrgeizige Biomasseziele. Vietnam hat nun einen modernisierten Stromrahmen, ein DPPA‑Regime und – entscheidend – ein ausdrücklich verhandelbares PPA‑Regime nach Rundverfügung 12/2025/TT‑BCT.

Für ausländische Investoren stellt dies eine große Chance dar. Aber die Gewinner werden nicht einfach diejenigen sein, die die größten Biomasseressourcen finden. Es werden die Investoren sein, die die stärksten Projekte strukturieren.

Das bedeutet:

  • gesicherte Brennstoffversorgung,
  • bankfähige Grundstücksrechte,
  • realistischen Netzzugang,
  • angemessene Finanzierung,
  • eine ausgefeilte DPPA‑ oder konventionelle Abnahmestrategie,
  • und vor allem: ein bankfähiges Power Purchase Agreement.

Rundverfügung 12 sollte daher als weit mehr betrachtet werden als eine weitere Umsetzungsverordnung. Sie schafft die rechtliche Grundlage für Investoren und Stromkäufer, zusätzliche PPA‑Bestimmungen im Rahmen des vietnamesischen Rechts zu verhandeln. Das macht die Qualität der PPA‑Vorbereitung und ‑Verhandlung wichtiger denn je.

Ausländische Investoren sollten in diese Verhandlungen mit einem klaren Verständnis eintreten von:

  • Kreditgeberanforderungen,
  • vietnamesischen regulatorischen Beschränkungen,
  • Tarifmethodologie,
  • Verfahren von EVN und EVNEPTC,
  • Anforderungen der NSMO,
  • Netzbeschränkungen,
  • provinziellen Genehmigungen,
  • DPPA‑Alternativen,
  • den institutionellen Entscheidungsträgern, die für jede Frage verantwortlich sind.

Die Menschen und Institutionen hinter dem PPA – professionell, transparent und früh im Entwicklungsprozess kennenzulernen – kann die Chancen erheblich verbessern, ein Projekt von der Konzeptphase zur Verhandlung, von der Verhandlung zum Financial Close und vom Financial Close zum erfolgreichen kommerziellen Betrieb zu bringen.

Vietnams Biomassechance bedeutet nicht nur, landwirtschaftliche Reststoffe in Strom umzuwandeln. Es bedeutet, Vietnams außergewöhnliche erneuerbare Ressourcen in rechtlich gesicherte, kommerziell tragfähige und international finanzierbare Infrastrukturprojekte zu verwandeln. Und im Jahr 2026 stehen Rundverfügung 12 und die Verhandlung eines bankfähigen PPA im Zentrum dieser Chance.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den Autor Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com. Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.

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